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Jahresbericht 2018 – Teilzeitwoche, Medienboom und ein sechsstelliges Vermögen

Jahresbericht 2018 – Teilzeitwoche, Medienboom und ein sechsstelliges Vermögen

Je älter man wird, desto schneller scheint die Zeit zu vergehen. So war es 2018 jedenfalls bei mir. Vor ein paar Wochen habe ich meinen 30. Geburtstag gefeiert – und das Jahr ging gefühlt so schnell vorbei wie keins zuvor.

Vielleicht lag es daran, dass Joana und ich das gesamte Jahr lang in derselben Wohnung gelebt und in demselben Job gearbeitet haben. Das gab es seit Gründung des Frugalisten-Blogs tatsächlich noch nie. 😀

Auch unser Alltag sah unter der Woche immer recht ähnlich aus.
Von 9 bis 15 Uhr bin ich normalerweise auf der Arbeit. Danach fahre ich mit dem Fahrrad nach Hause, esse etwas und erledige den Haushalt. Anschließend setze ich mich an einen meiner Nebenjobs, schreibe einen neuen Blogartikel oder beantworte ein paar E-Mails und Kommentare. Wenn draußen die Sonne scheint, gehe ich aber auch mal raus und verbringe meinen Nachmittag im Skatepark.
Abends, wenn Joana von der Arbeit nach Hause kommt, machen wir Abendessen, quatschen noch ein bisschen oder gucken einen Film oder eine Serie bei Netflix.

Freitags habe ich meistens frei, da ich nur 24 Stunden pro Woche als Angestellter arbeite. Dann erledige ich alles, was sonst noch so auf der Agenda steht: Meine nebenberuflichen Projekte, alles rund um den Blog oder auch mal einen Interview- oder TV-Termin.

Unterwegs in Deutschland und Europa

An den Wochenenden waren Joana und ich meistens unterwegs, haben Freunde oder unsere Familien besucht. Im November führte unser Weg nach Frankfurt zum Finanzglück-Lesertreffen. Im September war ich beim FinCamp, dem Kongress des Finanzwesirs in München als Referent zu Gast.

Auch Urlaube kamen 2018 nicht zu kurz. Entgegen dem häufigen Vorurteil, Frugalisten würden um zu sparen auf jeglichen Urlaub verzichten (was völliger Humbug ist), habe ich im letzten Jahr insgesamt vier Urlaubsreisen unternommen:

Für diese fünf Wochen Urlaub habe ich inklusive Anreise, Unterkunft und Verpflegung zusammen rund 1.600 € bezahlt.
Warum das Leben als Frugalist angeblich Urlaube ausschließt, wie es manche Medienberichte oder Kommentare behaupten, ist mir ein Rätsel. Wer campen geht oder sich mit Freunden eine Ferienunterkunft teilt, auch mal selbst Essen macht statt jeden Abend ins Restaurant zu gehen und nicht in jede Touristenfalle rennt, kann wunderbare Urlaube erleben ohne viel Geld ausgeben zu müssen.

Auftritte in den Medien

In Erinnerung bleiben wird mir das Jahr vor allem durch den Medien-Boom, den die Frugalisten-Bewegung 2018 erlebt hat. Allein bei mir kamen im Laufe des Jahres über 30 Zeitungsartikel, Radiointerviews und Fernsehautritte zusammen.

Unter anderem war ich in der Süddeutschen Zeitung, der Wirtschaftswoche, im Talk bei Oliver Pocher, bei ZDF WISO und einmal sogar live im NDR Fernsehen. Ich durfte mit dem ICE nach München, Hamburg und Köln fahren. Bei den Münchner YouTubern von Mission Money traf ich auf Finanz-Autor Gerd Kommer. Fast jede Woche standen Telefoninterviews auf dem Programm oder Journalisten oder TV-Teams kamen zu uns nach Hause.

Allerdings war ich nicht der einzige Frugalist, über den die Medien berichteten.
So war etwa Galileo bei Lars Hattwig und Florian Wagner zu Besuch. Der Bayrische Rundfunk berichtete über die Münchner Frugalisten Ankur Garg und Christian Damke. Und der Schweizer Tagesanzeiger interviewte die Schweizer Kollegen Thomas Kovacs, Mustachian Post und Mr. Retire in Progress.

Meine Einnahmen und Ausgaben 2018

Jetzt ist es aber erstmal an der Zeit, die Finanzen des vergangenen Jahres genauer unter die Lupe zu nehmen.
Während es im traditionellen Sommerbericht immer um die erste Hälfte des Jahres geht, ziehe ich im Winterbericht meistens Bilanz für das gesamte Jahr. Darum habe ich beschlossen, den Winterbericht ab sofort auch entsprechend zu nennen.

Also Vorhang auf für den traditionellen finanziellen Bericht zur Lage der Nation – den neuen Jahresbericht 2018.
Wie viel habe ich 2018 verdient? Was habe ich ausgegeben?
Wie viel habe ich gespart? Wie haben sich mein Wertpapier-Depot und mein Vermögen entwickelt?

Hier erstmal die wichtigsten Kennzahlen im Kurzüberblick:

Netto-Einnahmen 2018: 27.582 €
Ausgaben 2018: 8.893 €
Gespart: 18.689 €
Sparquote: 67.8 %
Altes Vermögen (1. Januar 2018): 88.990 €
Neues Vermögen (1. Januar 2019): 101.300 €

Als erstes sticht natürlich eine Zahl ins Auge: Mein Vermögen hat endlich die magische Schwelle von 100.000 € geknackt. Und das ziemlich genau zu meinem 30. Geburtstag, so wie ich es mir vor drei Jahren zum mittelfristigen Sparziel gesetzt hatte 🙂

Einnahmen

Mein Einkommen kam 2018 vor allem aus meinem Angestelltenjob, den ich im Januar angetreten hatte. In den ersten sechs Monate bekam ich noch nicht das volle Gehalt – das steigerte sich erst im Laufe des Jahres. Mittlerweile erhalte ich netto knapp 1.700 Euro.

In meiner nebenberuflichen Selbstständigkeit habe ich 2018 weniger gearbeitet als ursprünglich geplant. Das lag zum einen daran, dass ich durch die Medientermine weniger Zeit zur Verfügung hatte. An den Freitagen, die ich eigentlich für meine Nebenprojekte eingeplant hatte, fand öfter mal ein Fernsehdreh oder ein Pressetermin statt.

Zum anderen war auch meine Auftragslage nicht ganz so üppig wie ich erhofft hatte. Anfang des Jahres arbeitete ich noch hauptsächlich für meinen alten Arbeitgeber in England. Mittlerweile erhalte ich von dort aber keine Aufträge mehr, da mein Projekt wieder von einem fest angestellten Programmierer übernommen wurde.

Im Schnitt habe ich 2018 darum nur fünf Stunden pro Woche zusätzlich selbstständig gearbeitet. Geplant hatte ich ursprünglich zehn Stunden.
Schlaflose Nächte hatte ich deshalb aber nicht, da ich durch mein Angestelltengehalt auch bei schlechter Auftragslage ein gesichertes Einkommen habe. Und ich wusste die Zeit ja auch anderweitig gut zu nutzen.

Für 2019 sieht es gerade besser aus. Bei einem Kunden, den ich seit über drei Jahren betreue, habe ich dieses Jahr eine zusätzliche Aufgabe übernommen. Mit einem weiteren befinde ich mich momentan im Gespräch für ein größeres Projekt.
Aktiv nach Kunden gesucht habe ich bisher übrigens nicht – alle Aufträge kamen über Kontakte oder Mund-zu-Mund-Propaganda zustande.

Darüber hinaus hatte ich 2018 noch ein paar kleinere Einnahmen. Ein bisschen was gab es für den Auftritt bei Oliver Pocher (übrigens der einzige Medienauftritt, für den ich Geld bekommen habe) und mein Mitwirken beim Finanzwesir-Kongress.
Außerdem habe ich im Laufe des Jahres 30 Dinge bei eBay verkauft und dafür rund 430 € erhalten. Dazu kamen noch ein paar Geldgeschenke zu Weihnachten und zum Geburtstag.

Einnahmequelle Einnahmen 2018 Ø im Monat
Netto-Gehalt als Angestellter (24 Stunden/Woche) 18.693 1.558 €
Netto-Einnahmen als Selbstständiger 7.521 € 627 €
eBay-Verkäufe, Geldgeschenke, sonstiges 1.368 € 114 €
Einnahmen gesamt 27.582 € 2.299 €

Ausgaben

Auf der Ausgabenseite gab es in der zweiten Jahreshälfte wenig Überraschungen:

Kategorie Ausgaben 2018 Ø im Monat
Warmmiete (inkl. Strom, Gas und Rundfunkgebühr)1 3.498  € 292 €
Internet und Festnetz-Telefon1 92 € 8 €
Haftpflicht- und Unfall-Versicherung 215 € 18 €
Handyvertrag 3 € 0,25 €
Lebensmittel-Einkäufe 1.247 € 104 €
Haushaltswaren, Putzmittel, Kosmetika 46 € 4 €
Außer Haus essen 676 € 56 €
Partys, Kneipe & Disko 613 € 51 €
Eintrittsgelder, Kino 151 € 13 €
Eintritt und Fahrtkosten zur Skatehalle (im Winter) 172 € 14 €
Reisen: Transport (Zug-, Bus- und Flugtickets, Spritkosten) 814 € 68 €
Reisen: Unterkunft 546 € 45 €
Haushaltseinrichtung und -geräte 266 € 22 €
Kleidung 17 € 1,42 €
Fahrrad und Fahrradteile 116 € 10 €
Geburtstags- und sonstige Geschenke 229 € 19 €
Sonstiges 192 € 16 €
Gesamt-Ausgaben 8.893 € 741 €

1 Die Ausgaben für Miete und Internet sind nur mein Anteil. Da ich ja mit Joana zusammen wohne, teilen wir die Ausgaben 50:50.

Etwas mehr Geld hätte ich in den letzten Wochen gerne fürs Skaten ausgegeben. Doch leider hat die alte Yard-Skatehalle hier in Hannover im April ihre Pforten geschlossen. Dafür wird derzeit eine neue, größere Skatehalle aufgebaut, die aber noch nicht eröffnet ist. Skaten kann man in Hannover zurzeit also nur in Bahnhofshallen oder Parkgaragen – wenn man nicht vom Sicherheitspersonal verscheucht wird. 😉

Depot und Vermögen

Seit ich vor fünf Jahren mit dem Investieren begonnen habe, ist 2018 mein erstes Jahr mit einer negativen Rendite: -6,02 %
Bei vielen von euch dürfte es wahrscheinlich ähnlich aussehen, nachdem alle wichtigen Aktienindizes in der zweiten Jahreshälfte abgesackt sind.

Für mich ist das eine gute Gelegenheit, meine persönliche Risikotoleranz etwas besser kennenzulernen. Wie fühlt es sich an, wenn das Depot plötzlich 6.000 € weniger wert ist?

Mein Fazit bisher: Kein Grund für Aufregung oder schlaflose Nächte. Mittlerweile habe ich verinnerlicht, dass solche Schwankungen an der Börse ganz normal sind. Statistisch gesehen endet sogar jedes dritte Börsenjahr mit einer negativen Rendite. Und in finanzielle Schwierigkeiten komme ich dadurch auch nicht. Grundsätzlich investiere ich nur Geld, auf das ich im Zweifelsfall auch verzichten könnte.

ETF-Depot Entwicklung 2018

Im Oktober habe ich noch einmal einen Sparbetrag von 10.000 € in mein ETF-Portfolio investiert. Danach kratzte mein Depot kurz an der 80.000 €-Marke, bevor es wieder auf ca. 75.000 € absackte.

Bevor Fragen aufkommen: Ich investiere mein Geld strikt nach dem passiven Investmentansatz. Das heißt, ich kaufe dann ETF-Anteile, wenn ich Geld zum Investieren übrig habe. Wo die Aktienkurse gerade stehen, spielt dabei keine Rolle, da so gut wie niemand (vor allem nicht ich) die „richtigen“ Ein- und Ausstiegszeitpunkte am Aktienmarkt zuverlässig vorhersagen kann.

Ansonsten gab es in meinem Depot noch eine winzige Änderung, allerdings mit großen Auswirkungen.
Meine größte ETF-Position, der Lyxor MSCI ACWI ETF, änderte vor ein paar Wochen seine Rechtsform. An sich eine eher unbedeutende Änderung der internen Struktur des Fonds. Doch der Wechsel führte in meinem Depot zu einem automatischen Ver- und Neukauf des ETFs. Durch den Verkauf mussten die bis dato aufgelaufenen Kursgewinne versteuert werden. Knapp 4.000 € an Kursgewinnen waren in den drei Jahren aufgelaufen, seit denen ich den ETF bereits bespare. Damit musste ich auf einen Schlag rund 1.000 € an Kapitalertragssteuern bezahlen.

Was mir dieses Ereignis zeigt: Sein ETF-Depot bis ins letzte Detail auf den perfekten Steuerstatus, das optimale Fondsdomizil oder die beste Replikationsmethode zu optimieren, ist sinn- und zwecklos. In der ETF-Welt ändert sich ständig etwas. Mein aktuelles Depot ist keine drei Jahre alt und schon vier meiner sechs ETFs sind nicht mehr die gleichen, die sie noch zu Anfang waren. Damit muss man einfach leben.

Vermögensaufteilung

Für meine aktuelle Vermögensaufteilung ergibt sich somit folgendes Bild:

Anlage Summe Anteil am Gesamtvermögen
ETF-Portfolio 74.341 € 73,4 %
BAV England (100 % Aktien)
(kann erst mit 55 ausgezahlt werden)
6.639 € 6,6 %
Cash 20.320 € 20 %
Gesamt 101.300 € 100 %

Ausblick auf 2019

Auch im neuen Jahr wird es wieder einige Abenteuer und Veränderungen bei uns geben.

Die erste Neuerung kommt schon gleich nächste Woche – ich habe nämlich einen neuen Angestelltenjob!
Zwar arbeite ich weiterhin als Softwareentwickler mit 24 Wochenstunden – aber in einer anderen Firma als bisher.

Zu dem Wechsel kam es, nachdem mir die Arbeit in meinem bisherigen Betrieb immer weniger Spaß gemacht hatte. Mit meinen Kollegen verstand ich mich zwar prima, aber ich war mehr mit organisatorischen Themen beschäftigt als mit Tätigkeiten, die mich erfüllten. Immer seltener kam ich in einen Flow-Zustand, bei dem man in seiner Arbeit aufgeht und die Welt um einen herum vergisst.
Ende des Jahres eröffnete sich dann eine neue, passende Gelegenheit bei einer anderen Firma, ich bewarb mich und hatte schon kurz darauf eine neue Stelle.

Mit dem Jobwechsel ist auch eine kleine Gehaltssteigerung verbunden und ich habe zwei Urlaubstage mehr als bisher. Mein Arbeitsweg bleibt ähnlich – ca. 10 Minuten mit dem Fahrrad.

Doch das war noch nicht alles für dieses Jahr. Ein weiteres wichtiges Ereignis steht nämlich schon auf dem Programm. Dazu aber mehr in einem der nächsten Artikeln.

Wie war euer Jahr 2018? Was habt ihr dieses Jahr erlebt und wie viel habt ihr gespart?
Wie geht ihr mit den sinkenden Börsenkursen um?
Und geht es euch auch so, dass die Zeit mit dem Älterwerden immer schneller vergeht? Was tut ihr dagegen?

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99 Gedanken zu “Jahresbericht 2018 – Teilzeitwoche, Medienboom und ein sechsstelliges Vermögen”

  1. Cooler Bericht, mich freut insbesondere, dass Du Medienauftritte nicht scheust und Deine Sicht der Dinge authentisch in den Medien rüberbringst, weiter so Olli!

    • Hallo Oliver,
      sehr interessante Website ! Ein Punkt nur, da Du auch in einem Rohstoff-ETF investiert bist. Ich würde dieses Investment nochmals überdenken. Die Rollkosten sind hier das Problem. Jens Rabe hat auf Youtube dies sehr gut beschrieben.
      LG Laurent

  2. Eine Anmerkung zu den 6 % Verlust im Jahr 2018: Genauso passiv führe ich ein „Scalable“-Depot – https://de.scalable.capital -, das im wesentlichen wie Dein ETF-Portfolio funktioniert, aber mit automatischem Rebalancing. Dieses Depot hat bei der aggressivsten Strategie mit 25 % VaR nur 4,7 % verloren, wobei 1 % Verwaltungskosten schon eingeschlossen sind. Die Leute von Scalable messen das Risiko anhand der Schwankungen und versuchen, den „Value at Risk“ konstant zu halten. Sie versuchen genausowenig wie Du, Vorhersagen zu guten Kauf- oder Verkaufszeitpunkten zu machen. Aber sie erkennen, wenn bestimmte Asset-Klassen volatiler werden, und gewichten sie dann leichter.

    Als frugaler Mensch zahle ich Scalable natürlich nicht die 1 %, die sie eigentlich wollen, sondern lasse sie nur einen Teil meines Geldes verwalten. Einen anderen Teil habe ich in einem DeGiro-Depot, wo ich mit nahezu Null Transaktionskosten (mit kostenlos kauf- und verkaufbaren ETFs) die Scalable-Portfoliobewegungen ca. 1-2mal im Monat nachvollziehe (jeweils mit ca. 1 Tag Verzögerung gegenüber Scalable).

    • Hallo Rainer,

      bedenke dass unsere Renditen nicht direkt miteinander vergleichbar sind.
      Meine von justETF angezeigten -6 % sind soweit ich weiß nur eine relative Rendite, also die Differenz zwischen Jahresanfangs- und Jahresendwert abzüglich der im Jahresverlauf eingezahlten Beträge. Die Kaufzeitpunkte sind dabei nicht berücksichtigt, hierfür müsste man erst den internen Zinsfuß des Portfolios berechnen.
      Gibt Scalable dir den IZF oder auch nur eine relative Rendite an?

      • Hallo Oliver,
        Was Scalable angibt, ist wohl der IZF.
        Gestern haben sie übrigens auf ihrer Website die Zahlen für 2018 angegeben und sprechen da von minus fünf Prozent für die 25 % VaR-Strategie. Es gibt Abweichungen von Kunde zu Kunde, weil man das Timing durch Aufstockungen oder Entnahmen individuell selbst beeinflusst. Ohne Aufstockungen/Entnahmen gibt es nur ca. einen Tag mit Verkäufen und Käufen pro Monat. Aber nach einer Aufstockung wird zügig mit den in diesem Moment günstig scheinenden Gewichtungen gekauft, so dass jedes Kundenportfolio seine eigene individuelle Geschichte hat, auch bei gleichem VaR.

    • Hallo Rainer,
      danke für die Info mit scalable….kennst du auch mypension ???
      Danke für eine kurze Info…ich sehe du scheinst dich wohl gut auszukennen…
      Gruß Petra (Neuanfangfrugi)

      • Hallo Petra,
        nein, ich muss zugeben, die kannte ich noch nicht!
        Für diesen Zweck (Steuern senken und/oder auf später verschieben mit privater Rentenversicherung als Rürup-Vertrag und als betriebliche Altersvorsorge/Direktversicherung) nehme ich fairr.de. Die sind noch einen Tick günstiger als mypension.de, und für mich sieht es auf den ersten Blick so aus, als sei das Produkt sehr ähnlich.
        Viele Grüße,
        Rainer

        • Hallo Rainer,
          danke für deinen Kommentar…
          habe mir Scalable gerade angeschaut, da muss man mind. 10.000 Einmalbeitrag bringen und dann kann man mit einem Sparplan beginnen…ist das richtig….?? Bei mypension geht auch nur ein Sparplan…oder auch eine niedrigere Einmal-oder Zwischendurchbeitrag…schade hätte gerne gesplittet…aber danke für die Info….
          Viele Grüße Petra

          • Ja, das stimmt. Unter 10000 tun die nichts. Mit weniger ist so ein doch recht komplizierter Ansatz – eine Verteilung der Investitionen auf ca. 11 verschiedene ETFs, die verschiedene Asset-Klassen abbilden wie Aktien diverser Märkte, Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Rohstoffe und Immobilien – wohl ein bisschen übertriebener Aufwand. Beziehungsweise, aus der Sicht von Scalable: 1 Prozent p.a. von weniger als 10000, d.h. weniger als 100 EUR pro Jahr, rechtfertigen halt den Aufwand einer Kundenbeziehung plus regelmäßiges Anwenden des Rebalancing-Algorithmus nicht, obwohl das wohl weitgehend automatisiert ist.

            Es ist ja doch auch ein etwas anderes Produkt als mypension und fairr. Bei diesen beiden gibt es entweder gar kein automatisches Rebalancing, oder ein eher seltenes Rebalancing zurück zu einer starr vorgegebenen Gewichtung.

            Bei Scalable soll dagegen ständig ein vorgegebener „Value at Risk“ eingehalten werden. Da wird also regelmäßig neu eine Gewichtung berechnet, die die VaR-Bedingung erfüllt, und dann je nach Bedarf jederzeit automatisch umgeschichtet. Damit quetscht man nach Kosten vielleicht noch ein Prozent oder so an Mehr-Rendite (oder Minder-Verlust) raus, wenn die grundlegende Annahme stimmt, dass es – wie es wohl in der Vergangenheit der Fall war – sinnvoll ist, in volatilen Phasen eine Umschichtung in weniger volatile Asset-Klassen vorzunehmen, weil die Belohnung fürs Risiko bei steigendem Risiko nicht angemessen mit steigt.

              • Ich denke, der Kernsatz beim Finanzwesir ist: „Die ganzen Robos liefern eine Dienstleistung, die ich selbst erbringen kann. Ich kann genau die Produkte kaufen, die auch die Robos kaufen.“

                Der Mehrwert, für den ich Scalable bezahle, ist das regelmäßige Ausrechnen, wann ich welche Produkte kaufen oder verkaufen soll, wenn ich meinen VaR konstant halten will. Dieses ständige Herumrechnen will ich eigentlich nicht selbst machen, denn dafür müsste ich selbst einigermaßen komplizierte Software schreiben und Marktdaten importieren.

                Aber wie der Finanzwesir schon richtig sagt: ich kann die eigentlichen Käufe und Verkäufe von ETFs auch selbst machen.
                Daher ist die offensichtliche Lösung, die das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet: ein kleines und günstiges Portfolio von Scalable verwalten lassen, das mir die Signale generiert, die ich dann ohne weitere Kosten in einem zweiten Depot (ich nehme da DeGiro) selbst umsetzen kann.

                Nebenbei gewinne ich so auch jemanden, „der Sie zurückhält, wenn Sie im Taumel der Börseneuphorie auf Kredit spekulieren wollen und jemand, der verhindert, dass Sie alles verkaufen, um zu retten, was zu retten ist, nur weil die Kurse um 40 % einbrechen.“

  3. Atemberaubende Entwicklung Oliver. Glückwunsch, dass du dennoch normal und auf dem Boden geblieben bist. Ich hoffe wir treffen uns bald wieder. Vielleicht auf der INVEST in Stuttgart?

    Uns hat übrigens der Spiegel am Gardasee besucht: http://www.spiegel.de/plus/mit-40-in-rente-so-geht-s-a-00000000-0002-0001-0000-000160707710

    Und trotz gewisser Vorbehalte, waren wir durchaus zufrieden, wie das alles abgelaufen ist.

    Machs gut und bis bald.
    Ich mache dann mal wieder „Urlaub“. Was für ein Mhytos 😉

    Gruß
    Alex

    • Hey Alex,

      vielen Dank! 🙂 Stimmt, ihr wart ja auch beim Medienboom mit dabei, das hatte ich beim Verfassen des Artikels gar nicht mehr auf dem Schirm. Schön dass ihr unterm Strich auch zufrieden mit dem Artikel wart. Mir haben besonders die Fotos von euch dreien gefallen. Und so tolle Fotohintergründe konnte ich bei mir vor der Haustür auch nicht bieten. 🙂

      Ja, wäre cool sich mal wieder zu treffen. Auf die Invest zu fahren habe ich bisher nicht geplant, aber vielleicht überlege ich mir das ja noch anders.
      Bist du ansonsten wieder in Kassel mit dabei? Das sieht bei mir dieses Jahr wahrscheinlicher aus.

      Viele Grüße und genießt eure Reise!

  4. Hallo, Oliver.

    Wenn ich irgendjemandem die Monetarisierung seiner Arbeit gönne, dann dir. Falls du hier irgendwelche Werbebanner einbaust, verspreche ich, da fleißig draufzuklicken. 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

    • Hi Garnix,

      haha, vielen Dank! 😀
      Werbebanner wird es hier definitiv nicht geben, du bleibst also von einer Sehenscheidenentzündung verschont. Mir ist wichtig, dass der Blog unkommerziell und unabhängig bleibt und hier auch nichts auftaucht, was nachher vielleicht noch zu unnötigen Käufen verleitet. 😉

      Andere Arten der Monetarisierung – vielleicht in Zukunft, aber wenn dann nur ganz dezent, um den Blog zu finanzieren oder die Einnahmen zu spenden.

  5. Hallo Oliver,

    Respekt vor so viel Transparenz bezüglich deiner Einnahmen und Ausgaben.
    Mein Lebensweg ist komplett anders, unterm Studium durfte ich schon Vater werden 🙂
    Aber: ich bekomme die Kurve noch, bin jetzt 44 und muss nicht bis zum Renteneintrittsalter arbeiten. Ich bin Entwickler und es macht umso mehr Spaß, je weniger man finanziell abhängig ist 🙂

    Warum ich aber schreibe:
    Ich habe deinen Blog meinen Kindern (19 und 21 Jahre) vorgestellt und habe mal ihre finanzielle Situation analysiert.
    Dabei fällt auf, dass Du deine Arbeitskraft nicht über eine BU absicherst. Ich bin kein Freund totaler Absicherung. Aber letztendlich ist deine Arbeitskraft dein Kapital. Egal, wie viel du vom Einkommen sparen kannst – querschnittsgelähmt aufgrund eines blöden Sturzes schaut die Welt übel aus…

    Gehst du bewusst das Risiko ein?
    Was tun bei Ausfall deiner Arbeitskraft?
    Das soziale Netz reicht?

    Viele Grüße,

    Reinhard

    • Ich persönlich halte nichts von BU-Versicherungen. Denn die sind vor allem eins: teuer. Und leider ziemlich nutzlos.
      Die Aussage in der Werbung, wonach jeder 4. im Laufe seines Lebens berufsunfähig würde, ist ziemlicher Quatsch. Es gibt Berufsgruppen, die ein hohes BU-Risiko haben, das sind vor allem Handwerker. Diese bekommen aber gar keine BU-Versicherung. Das Risiko einer BU, wenn man einen Bürojob ausübt, liegt bei ungefähr 1:30. Die große Masse der BU-Fälle tritt aber jenseits des 55. Lebensjahr auf.
      Wenn Sie sich mal ein Angebot für eine BU-Versicherung kommen lassen und lassen sich 3 Varianten durchrechnen: Versicherungsdauer bis 55, bis 60 und bis 65, dann stellen Sie fest, dass die Prämienhöhe dramatisch nach oben geht, wenn man das Risiko bis zum 60. oder 65. Lebensjahr absichern will.
      Als ich ins Berufsleben eingestiegen bin, wollte mir auch mal ein Versicherungsfuzzi eine BU verkaufen, aber als ich den monatlichen Preis gesehen habe, habe ich dankend abgelehnt und das Geld stattdessen lieber angelegt.
      Die Beispiele in der Werbung für BU-Versicherungen, wo die Prämie erst mal niedrig aussieht, sind immer sehr unrealistisch: Abschluss der Versicherung mit 20 Jahren, nur 1000 € Rente und ein Niedrig-Risiko-Beruf. Eine Rente von 1000 € nutzt einem nur überhaupt nichts, denn eine BU-Rente wird voll mit einer eventuellen Grundsicherung verrechnet. Eine BU ist nur sinnvoll, wenn die Höhe der Rente so ist, dass zusammen mit der Erwerbsunfähigkeitsrente der vorherige Lebensstandard einigermaßen gesichert ist. Dann brauchen die meisten aber eine deutlich höhere Rente, und dafür ist die Versicherungsprämie dann auch deutlich höher.

      Hinzu kommen die Fallstricke einer BU: man darf keinerlei Fehler bei der Gesundheitsprüfung machen (für Laien ohne professionellle Hilfe nahezu unmöglich), und sollte der Versicherungsfall eintreten, dann kann man davon ausgehen, dass die Versicherung erst mal nicht zahlt und dass man die Versicherung verklagen muss. Das kann ein paar Jahre dauern, und man sollte tunlichst auch eine Rechtsschutzversicherung haben, damit man die hohen Gerichts-, Anwalts- und Gutachterkosten nicht aus eigener Tasche zahlen muss.

      Ich bleibe dabei: der Frugalist, der mit 40 finanziell unabhängig ist, braucht keine BU-Versicherung. Das gesparte Geld lieber anlegen und sich nach einigen Jahrzehnten über das schöne Vermögen freuen, das daraus resultiert.

    • Hallo Reinhard,

      vielen Dank für dein Lob! Und Glückwunsch dass auch du mit deiner Familie finanziell gut aufgestellt bist!
      Gerade als Entwickler hat man ja viele Möglichkeiten, sich das Arbeitsleben möglichst angenehm zu gestalten, ohne gleich voll in Rente gehen zu müssen: Selbstständigkeit, Stundenreduktion, Home Office…

      Dass du den Blog sogar deinen Kindern vorgestellt hast, freut mich besonders. Ich hoffe sie konnten was daraus mitnehmen. 🙂

      Was die BU angeht stimme ich Sibylles Aussagen zu – und das ist auch der Grund, warum ich mich persönlich bewusst gegen eine solche Versicherung entschieden habe. Das kann aber natürlich jemand anderes in einer anderen Lebenssituation ganz anders sehen als ich.

      Zu dem Thema habe ich auch an anderer Stelle schonmal etwas geschrieben:
      https://frugalisten.de/lohnt-sich-meine-betriebliche-altersvorsorge-oder-kann-es-mein-etf-portfolio-besser/#comment-3230

  6. Lieber Oliver, danke für diesen tollen transparenten Jahresrückblick, der auch endlich mal einen deutschen Kontext hat (die meisten FIRE-Blogger sind ja Amerikaner). Das Gefühl „die Zeit vergeht immer schneller“ hatte ich schon lange nicht mehr und wir fast genau im gleichen Alter. Mein Trick dagegen bestand immer darin, in meinen Alltag stetig neue Erlebnisse einzubauen, so dass mein Gehirn immer so viel zu verarbeiten hat, dass sich die Zeit gar nicht kurz anfühlen kann. Vor kurzem habe ich durch einen TED-Talk erkannt, dass ich nicht die Einzige bin, die das macht – im anglophonen Raum nennt man das wohl „Time bending“ 😉 Hier ist der Beitrag, falls dich eine detailliertere Erklärung interessiert: https://www.youtube.com/watch?v=M9u9jzMYJKQ
    Liebe Grüße und ein erfolgreiches 2019 an dich!
    Caroline

    • Hi Caroline,

      cool dass du dir auch schon mal Gedanken über dieses Thema gemacht hast! 🙂
      Vielen Dank für den Link, den TED-Talk gucke ich mir definitiv nachher mal an. Ich schaue in letzer Zeit sowieso schon regelmäßig TED-Talks, diesen kannte ich aber noch nicht.

      Dir auch ein erfolgreiches Jahr 2019! 🙂

  7. Moin Olli,

    schön, dass Du beim Lesertreffen warst! War auch ein lustiger Abend danach mit Dir und Joanna – und das längste Frühstück seitdem wir die Lütschen haben 🙂

    Alles Gute, Nico

    • Hi Nico,

      das fanden wir auch! Danke euch nochmal für die Einladung, es hat uns wirklich gefreut Familie Finanzglück mal kennen lernen zu dürfen! Und der Frankfurter Äppelwoi ist auch nicht von schlechten Eltern. 🙂

      Schöne Grüße an deine Lieben!

  8. Bin besorgt wegen folgendem Absatz:
    „Doch der Wechsel führte in meinem Depot zu einem automatischen Ver- und Neukauf des ETFs. Durch den Verkauf mussten die bis dato aufgelaufenen Kursgewinne versteuert werden.“

    Das ist ganz schön planungsrelevant. Auf Dauer wird das Depot hauptsächlich aus Kursgewinnen. Mit der Aussicht, darauf ohne eigenes Mitwirken 25% zahlen zu müssen, würde man für finanzielle Freiheit nicht unerheblich mehr anzusparen haben.
    Um das Steuerrisiko zu minimieren würde ich auch möglichst viele etf-Anbieter ins Depot aufnehmen (auch wenn die TER dann steigt).
    Oder lassen sich die Steuern durch die Steuererklärung zurückholen?

    • Hallo Hansi,
      die Steuern lassen sich zurückholen, wenn du sonst nichts verdienst und somit dein Steuersatz unter den 25% liegt (nennt sich Günstigerprüfung). Das ist wohl Ollis Plan in der Auszahlungsphase. Da er aber momentan noch ordentliche Einnahmen hat, wird er das voll zahlen müssen. Ja, das ist Pech und tatsächlich sollte man sich meiner Meinung nach darauf einstellen, dass der Staat Privatiers nicht unbedingt freundlich gegenüber eingestellt ist, was Steuern betrifft. Da kann sich auch in Zukunft noch einiges ändern, Stichwort Vermögenssteuer etc. Ob man sich darauf vorbereiten kann, ist die andere Frage. Die Arbeit aufzugeben ist mit paar hunderttausend auf dem Konto immer ein Risiko.

    • Hallo Hansi,

      blogleser und Joerg haben ganz recht – um die Steuerzahlung kommt man nicht herum.

      Deine Idee, mehrere ETFs mit jeweils geringeren Beträgen zu besparen, ist da ganz richtig. Nicht nur für diesen Fall der ungewollten Versteuerung, sondern auch wegen des FiFo-Prinzips:

      „Die Abgeltungsteuer wird nach dem Fifo-Prinzip berechnet. Fifo steht für „First in, first out“. Diese Regel besagt, dass aus einem Bestand von gleichwertigen Wertpapieren diejenigen zuerst verkauft werden, die zuerst gekauft worden sind. Kaufen Sie also zum Beispiel 20 DAX-ETF-Anteile in zwei Tranchen zu unterschiedlichen Preisen, wird beim späteren Verkauf von zehn Anteilen zuerst die erste Tranche veräußert. Für die Abgeltungsteuer maßgeblich ist der Gewinn oder Verlust, den Sie mit dieser ersten Tranche realisiert haben.“
      (Quelle: https://www.justetf.com/de/news/etf/etfs-und-abgeltungsteuer.html)

      In der Entnahmephase liegen auf den zuerst gekauften ETF-Anteilen im Regelfall die höchsten Kursgewinne. Diese Anteil erzeugen daher beim Verkauf die höchste Steuerlast. Darum möchte man eigentlich ETFs in der umgekehrten Kaufreihenfolge (also eher LiFo – Last In, First Out – statt FiFo) entsparen – oder zumindest die Reihenfolge frei bestimmen können. Das kann man nur realisieren, in dem man mehrere kleinere ETF-Positionen zeitlich versetzt bespart. Das werde ich zu gegebener Zeit auch nochmal in einem eigenen Beitrag nochmal genauer erläutern und vorrechnen.

      Sinnvoll ist es also nicht, parallel mehrere gleiche ETFs zu besparen, sondern beispielsweise ETF 1 einige Jahre lang bzw. bis zu einem bestimmten Betrag, dann ETF 2 einige Jahre lang, usw.
      Dadurch kann man sich auch zunutze machen, dass mit der Zeit günstigere ETFs auf den Markt kommen. So umgeht ggf. auch das von dir angesprochene kleine Problem mit höheren TERs.

      @Joerg:

      Ich fürchte, alleine auf diese Fakten zu schauen, hilft nur begrenzt. Klar, ein ETF mit geringem Fondsvolumen läuft eher Gefahr, liquidiert zu werden. Aber vielleicht wird er auch einfach nur verschmolzen und es fällt gar keine Besteuerung an.
      In meinem Fall war es ja auch einfach nur eine Änderung der Rechtsform, das kann selbst bei den größten und bekanntesten ETFs passieren, denke ich.

      • Hallo Oliver,

        vielen Dank dir und den anderen für die Antworten. Das mit dem nacheinander etfs besparen ist eine super Idee. Werde ich so machen.

        Liebe Grüße
        Hansi

        • Hi Hansi,
          mir ist vor kurzem noch eine Optimierung dazu eingefallen, noch besser(regelbasiert) eine Kursgewinn-Leiter zu basteln.
          Hab‘ einen Artikelvorschlag dazu an Albert geschickt.
          Kleiner Tip: nicht stumpf alle 50k ein neues „Fass“ aufmachen, sondern Fass_1, _2, _3 je nach „Alkoholgehalt“ sortieren …
          und je nach aktueller Kurstafel blockweise Fass_1, _2, _3 etc besparen!
          So ist auch spaeter in jedem Fass das drin, was mit Kreide draufgeschrieben wurde: 10/20/30%
          PROST! Joerg

      • Hallo Olli,

        ich war anfangs auch begeisterter ETF-Anhänger allerdings finde ich inzwischen, dass die Abhängigkeit von den ETF-Anbietern die FI-Planung quasi unmöglich macht. Wie du am eigenen Beispiel erfahren hast, können Entscheidungen des ETF-Anbieters zu einem ungewollten Steuerabzug führen und so die Steuerstundung zunichte machen. Das kann bei älteren Beständen zu sehr hohen Steuerabgaben führen, die den Beginn der FI um Jahre nach hinten schieben würden. Sollte das in der Entsparphase passieren, dann ist das umso schlimmer, zumal die Bestände ja nach dem LIFO Prinzip entspart werden sollten. Ich bin mir relativ sicher, dass in nicht allzu ferner Zukunft die Abgeltungssteuer durch den persönlichen Steuersatz ersetzt wird, was das Problem nochmal deutlich verschärfen wird. Eine Aufteilung auf mehrere ETFs löst dieses Problem nicht vollständig.

        • Moin Freelancer,

          es geht um die relativ beste Strategie unter den gegebenen/moeglichen. Sicherheit gibt’s keine.

          Wenn du es schaffst, Steuern zu stunden, kannst du bei zukuenftiger Gesetztesaenderung / Steuerfall wegen Umdomizilierung etc trotzdem 81,5% des Zinseszinses bis zu dem Eintreten behalten!

          Das ist nicht besonders viel: so ca. 3.000 EUR steuerfreier Gewinn (also schon 18,5% virtuell abgezogen) in den ersten 10 Jahren Steuerstundung, bei einem Depot (Single) das in diesen 10 Jahren von 50k (= ca Sparerfreibetragsgrenze: 1.144€ fuer Aktien-ETFs bei 2,3% Ausschuettung) auf 184k anwaechst (mit 500€ monatl. weiterer Besparung und 7% nominaler Rendite p.a.)
          Das ist ‚was fuer Marathonlaeufer. Der Zinseszins wird dann aber schnell groesser. Nach usw 15a sind es schon 8k nach Steuern, wenn’s gar 20 a klappt schon 18k, bei 30a mit zB Kursgewinn-Leiter 60k …

          Wir stunden zZ einen 4stelligen Betrag jaehrlich indem ein Teil unseres Depots in divers. Thesaurierern anglegt ist. D.h. jedes Jahr zaehlt.
          Man kann sich das wie einen „Sparplan“ aus nicht gezahlter Steuer vorstellen. Auf die (Kursgewinn)Rendite auf diesen Depot-Anteil zahlst du 18,5% Steuern erst beim Verkauf in der Zukunft.
          Ergo kannst du in D 81,5% davon behalten.

          Falls eine Steueraenderung kommt, wird diese nur die Zukunft ab Geltungsbeginn betreffen – nicht aber das angesparte Vermoegen bis dahin!
          Schlimmstenfalls verkaufst du alles ein Tag vor der Steueraenderung und faengst in dem neuen Steuerregime blank wieder an?
          Oder wie 2017/2018: die Bank notiert, auf welchen Anteil 26,4% Steuern/Soli faellig wird (Kursgewinne bis 31.12.17) und ab wann (01.01.18) die Teilfreistellung gilt (0,7 x 26,4% = 18,5%).
          Beim Verkauf wird dann alles automatisch korrekt versteuert.

          Wer nicht verschiebt, hat schon verloren!
          (Mir ist unverstaendlich wieso soviele Einzelaktien-Anleger bzw ausschuettungs-fokussierte (ETF)Anleger jedes Jahr tausende von Euronen Steuern zahlen … vermutlich alles Patrioten?)
          LG Joerg

          • „Wir stunden zZ einen 4stelligen Betrag jaehrlich indem ein Teil unseres Depots in divers. Thesaurierern anglegt ist. D.h. jedes Jahr zaehlt.
            Man kann sich das wie einen „Sparplan“ aus nicht gezahlter Steuer vorstellen. Auf die (Kursgewinn)Rendite auf diesen Depot-Anteil zahlst du 18,5% Steuern erst beim Verkauf in der Zukunft.“

            Es sei denn dein ETF-Anbieter löst einen vorzeitigen Verkauf aus wegen (Umfirmierung/Auflösung/Änderung der AGBs… was auch immer) – darum ging’s mir. Ich frage mich, ob es nicht besser ist, ein diversifiziertes Einzelaktien-Portfolio (aus dividendenlosen Aktien) zu besparen… Dass es teuerer ist, was die Transaktionskosten angeht, ist mir schon klar.

            „(Mir ist unverstaendlich wieso soviele Einzelaktien-Anleger bzw ausschuettungs-fokussierte (ETF)Anleger jedes Jahr tausende von Euronen Steuern zahlen … vermutlich alles Patrioten?)“

            dem kann ich nur zustimmen

            • Hallo Freelancer,
              wie lange hast du denn schon Erfahrungen mit ETFs?
              Die letzten Wellen an Umfirmierungen sind inzwi. fast alle durch?!
              Es betraf halt frz. domizilierte ETFs (AMUNDI, LYXOR) die nach LU ruebergemacht haben (wegen weniger Regulierung, kurze Wege, finanzfreundlich …).
              Dann sind MSCI-WORLD-Sparer eh‘ am besten in IE aufgehoben (guenstigeres Doppelsteuer-Abkommen).
              Es gab‘ etliche Posts zu dem Thema …
              zB hier:
              https://www.finanzwesir.com/blog/etf-steuerleck#1533650500
              https://www.finanzwesir.com/blog/depot-gut-gewaehlt#1540384651

              Am besten nur in IE domizilierte thes. ETFs besparen, Marktfuehrer (oder die ersten drei) nehmen … LG Joerg

                • Seit der Steuerreform zum 01.01.2018 gibt es fuer Fonds mit mindestens 51% Aktien-Anteil (also auch fuer die meisten Aktien-ETFs) eine Teilfreistellung von 30%.
                  D.h. dein Sparerfreibetrag „reicht“ jetzt bis 801€/0,7 = 1144€ p.a. fuer solche Fonds/ETFs.
                  Bist du drueber, zahlst du auf Kursgewinne (beim Verkauf) bzw auf Ausschuettungen (bei ausschuettenden Fonds)
                  0,7 x (25% Abgeltungssteuer + 5,5% Solidarzuschlag) = 0,7 x 26,375% = 18,4625% bzw aufgerundet 18,5%.

                  • Sind 18,5% beschaemend wenig? Betrachten wir noch den Lauf der Dividende „stromaufwaerts“, um zu zeigen, wieviel schon an anderer Stelle begbesteuert wurde:
                    Aktiengesellschaft: idR wird die Div aus Gewinn ausgeschuettet.
                    dh bevor ueberhaupt 100 EUR ausgeschuettet werden koennen, wurden schon ca 30% Steuern im Unternehmen bezahlt (je nach Land/Region/Unternehmensart auch mal anders):
                    142,86€ minus ca 30% (42,86€) = 100 EUR ausschuettungsbereit
                    100 EUR werden ausgeschuettet, 85€ gehen an die Fonds/ETF-Gesellschaft und 15€ (15%) als Quellensteuer (je nach Land anders) an den Fiskus.
                    85€ gelangen zum ETF-Investor (bei ausschuettendem ETF)
                    dieser fuehrt 15,70€ an den Fiskus ab (18,5%)

                    Insgesamt wurden also auf die 142,86€ (42,86+15+15,7=)73,56€ Steuern oder 51,5% abgefuehrt!

                    Das ist ein Grund, weshalb m.E. aus moralischen/verfassungsrechtlichen Gruenden in D nicht leicht Steuern auf Ausschuettungen erhoeht werden koennen.
                    Die 18,5% bei privaten ETF-Anlegern sind nicht „wenig“ Steuern, sondern die letzte Ausreizung auf insgesamt „die Haelfte an Steuern“.
                    Also alle Aktionaere zahlen schon „Spitzensteuersatz“!

                    Ungerecht/bevorzugt ist aber in D die Zinsbesteuerung: die ist tatsaechlich nur 26,375% zur Zeit und damit deutlich niedriger als die Steuer auf Arbeitseinkommen.
                    Das wird hoff./vermutl. als erstes mal angehoben werden?

                    • „Zinsbesteuerung: die ist tatsaechlich nur 26,375% zur Zeit und damit deutlich niedriger als die Steuer auf Arbeitseinkommen.
                      Das wird hoff./vermutl. als erstes mal angehoben werden?“

                      hmm – wenn wir schon dabei sind, über zu hohe Steuern zu klagen: Besteuert werden die Nominalzinsen. Wenn man Pech hat, sind die Realzinsen negativ. Jegliche Besteuerung der Zinsen hat in so einem Umfeld den Charakter einer Vermögenssteuer, da dann negatives Einkommen durch die Steuer noch weiter in negatives Territorium gedrückt wird.
                      Arbeitseinkommen dagegen ist wenigstens immer positiv, so dass man argumentieren könnte, dass für Arbeitseinkommen ein höherer Steuersatz gerechtfertigt ist als für das nominale Zinseinkommen.

  9. Huhu Oli,
    leider gehen alle Jahre schnell rum. So richtig was machen, kann man dagegen vermutlich nicht. Vielen Dank, dass du mit deinen Einnahmen & Ausgaben so transparent umgehst. Bin ähnlich wie du unterwegs, allerdings habe ich höhere Ausgaben als du.

    Ich habe mein finanzielles Fazit über letztes Jahr noch nicht gezogen. Bei mir hat sich aber einiges getan:
    – Reduktion auf eine 35h pro Woche
    – Geburt meiner Nichte
    – ebenso 100k Vermögen erreicht
    – ganz viel über das Thema Gesundheit gelernt und viel Geld dafür ausgegeben.

    Letztes Jahr war von den Erlebnissen her ein schlimmes Jahr für mich, aber ich habe sehr viel in diesem Jahr gelernt. Das Jahr 2019 wird hoffentlich richtig gut.

    War schön, euch 2 in Frankfurt zu sehen. Ich wünsche euch bei eurem neuen Projekt ebenfalls alles Gute und bin auf den Blogartikel dazu gespannt.

    • Hey Jenny,

      so schnell gebe ich mich noch nicht geschlagen und werde mich noch ein bisschen mit dem Thema „Zeitwahrnehmung“ beschäftigen. 🙂

      Über dein Jahr hatten wir ja in Frankfurt schon ein bisschen gesprochen und ich habe neulich auch deinen Jahresrückblick gelesen.
      Schön, dass du trotz der Rückschläge das Positive für dich siehst und mitnimmst. Ich denke, du hast ganz richtige Konsequenzen gezogen, gerade die Stundenreduktion im Job wird sich langfristig bezahlt machen – mindestens in Form von höherer Lebensqualität, aber auch weil man einfach mehr Energie für Dinge übrig hat, die vielleicht mal wichtiger und (nicht nur finanziell) einträglicher werden als der Job.
      Bin auf jeden Fall gespannt, wie es bei dir so weiter geht und wünsche dir alles gute für 2019!

      Glückwunsch auch dazu, dass du ebenfalls die 100k erreicht hast! Hattest du das nicht irgendwo mal als Ziel für deinen 30. Geburtstag festgelegt? So alt bist du doch noch gar nicht?! 😉 Dann ging es wohl schneller als gedacht?

      Unser Projekt läuft soweit ganz gut. 🙂

      • Hi Oli,
        bei mir war es letztes Jahr, dass mir unterschiedlich schnell vor kam. Ggf. hat es was mit dem Ruhepuls zu tun. Version 2 ist, dass ich viele neue Erinnerungen sammeln konnte, wodurch mir die Zeit langsamer vor kam. Habe unter der Woche mehr gemacht.
        Die 100k hatte ich tatsächlich erst bis 30 geplant, war nun über 4 Jahre schneller. Seit dem lasse ich es etwas entspannter angehen. Ich bin nicht finanziell frei, aber viel „passieren“ kann einem mit so viel Geld auch nicht.

  10. 1247 € für Lebensmittel für ein ganzes Jahr, macht 104 € pro Monat bzw. 24 € pro Woche. Alle Achtung, damit komme ich definitiv nicht hin. Allerdings achte ich beim Einkaufen auch nicht immer auf die Preise, und ich kaufe nicht bei Discountern, es ist eh keiner bei mir in der Nähe. Teilweise kaufe ich Bio-Ware.

    546 € für die Unterkunft in 5 Wochen Urlaub finde ich auch beachtlich. Das macht gerade mal 15,60 € pro Übernachtung, wo kann man denn für so wenig Geld pro Kopf übernachten? Selbst wenn wir nur eine Ferienwohnung, kein Hotel haben, dann geht das nicht so billig.
    Da meine Firma 2018 sehr erfolgreich war, bekam ich das höchste variable Gehalt meines Lebens, so dass ich 2018 deutlich mehr verdient habe als in den Vorjahren, auch wenn es 2018 keine reguläre Gehaltserhöhung gab. Das hat mir ermöglicht, insgesamt 35.000 € aus meinem Nettogehalt zu sparen, das macht 45% meines Nettoeinkommens. Wegen des Rückgangs am Börsenmarkt ist der Wert meiner Depots aber ziemlich genauso so hoch wie Anfang 2018. Die Schwankungen waren teils schon krass. Allein in den ersten 2 Wochen von 2019 hat sich mein Depot schon wieder um knapp 3% erholt, nachdem es von September bis Dezember 2018 um satte 10% gefallen war.
    Ich habe also meinen guten Verdienst genutzt, um deutlich mehr zu sparen als in den Vorjahren (Vorjahre 20-25.000 €), aber ich habe mir auch etwas gegönnt. Insgesamt 3 Urlaubsreisen von insgesamt 6 Wochen sowie einige verlängerte Wochenenden), und vom variablen Gehalt des Monat Juli habe ich mir ein tolles Mountainbike für gut 3000 € gekauft.
    Im Jahr 2018 hat mein Vermögen laufende Erträge (Mieteinnahmen, Dividenden, Ausschüttungen von Fonds) von ca. 5800 € erwirtschaftet, die ich alle komplett reinvestiert habe. Das Depot ist zurzeit noch nicht auf möglichst große Ausschüttung ausgerichtet, sondern auf möglichst großes Wachstum.

    • Hi Sibylle,

      Glückwunsch zu deinem beachtlichen Sparerfolg im letzten Jahr! 🙂

      In Dänemark haben wir uns mit sechs Jungs ein Ferienhaus gemietet. Das hat inkl. Nebenkosten rund 38 € pro Person und Nacht gekostet.

      In Rumänien haben wir drei Nächte in dem Bed and Breakfast übernachtet, in dem auch die FIWE stattfand – das waren 18 € pro Nacht (ich habe mir ein Zimmer mit drei anderen geteilt, war ziemlich lustig! 🙂 ) Die restliche Zeit haben wir im Haus von Robert und Emma übernachtet, wofür wir nichts bezahlen mussten.

      Im Spreewald waren wir Campen für 11 € pro Person und Nacht.

      In Kroatien ebenfalls Campen für ca. 15 € pro Person und Nacht. Allerdings hat der erste Zeltplatz auf dem wir waren seine Buchhaltung nicht im Griff gehabt und wir haben am Ende für ein paar Tage nichts bezahlt.
      Auf dem Hin- und Rückweg waren wir noch je eine Nacht in Bayern in einer Pension (ich glaube für ~30 €/Nacht? Genau erinnere ich mich nicht mehr).

      Viel Spaß beim Mountainbiken! 🙂

  11. Hi Oliver,

    ich finde deine Kategorien bei dein Ein- und vor allem bei den Ausgaben interessant. Ich werde das nun ähnlich dokumentieren, Nachdem ich etwas detaillierter über meine Ausgaben nachgedacht habe, werde ich für mich noch die Kategorie „Sport“ oder „Hobbies“ einfügen (bzw. statt der sehr konkreten „Skatehalle“-Kategorie einsetzen). Zudem würde ich noch „Essen bestellen“ kategorisieren, da das bei mir doch ab und an mal vorkommt, wenn einfach mal Spieleabende oder so etwas anliegen. Vielleicht geht das aber auch in „Außer Haus Essen“ in eine Kategorie zusammen auf.

    Nun habe ich aber noch zwei Fragen an dich:

    1. Wie loggst du deine Ausgaben und erstellst damit dann die Übersichten?
    2. Letztes Jahr habe ich mir einen neuen PC gekauft (sowohl für Home-Office, als auch etwas fürs Spielen). Würde so einen großen Punkt ~1500€ würde ich ungerne als „Sonstiges“ loggen. Als was würdest du das loggen? Dazu finde ich bei dir bisher keine passende Kategorie und mir fällt auch nichts schlaues ein.

    Liebe Grüße,
    Oliver

    • Hi Oliver,

      Deine Frage zum Ausgaben-Tracking sollte mein Haushaltsbuch-Artikel beantworten:
      https://frugalisten.de/mein-haushaltsbuch-mit-google-tabellen/

      Klingt vielleicht erstmal etwas merkwürdig, aber ein neuer PC oder auch ein neues Handy würde bei mir in die Kategorie „Werkzeuge und Haushaltsgeräte“ (bzw. „Haushaltseinrichtung und -geräte“ in der Tabelle oben) fallen. Für mich ist ein PC auch nichts anderes ist als ein Arbeitswerkzeug. Entsprechend sind mein letzer PC- und mein letzter Handykauf (beides Anfang 2016) in dieser Kategorie gelandet.

      • Danke für die Antwort – möglicher Weise habe ich gerade aus Versehen das gleiche noch mal gepostet. War alles etwas lahm gerade und ich habe das hier zunächst übsehen – bitte dann einfach löschen.

      • Hey Oliver,

        da ich diese ganze Frugalisten/FIRE-Bewegung erst seit relativ kurzer Zeit verfolge, bin mit deinem ganzen Blog noch nicht durch – Danke für den Link 🙂

        Am Wochenende habe ich deinen Haushaltsbuch-Spreadsheet kopiert und nur ein ganz klein wenig für meine Bedürfnisse abgewandelt. Die Tabelle war ja doch noch etwas genauer als deine Jahresübersicht, da war für mich nicht so viel zu ändern.

        Die erste Januar-Hälfte habe ich nun geschätzt nachgetragen – aber das ist für den Anfang gut genug, so viel ist da auch nicht passiert, sodass es ganz gut hinkommt. Ich bin sehr gespannt, wohin wieviel von meinem Geld so fließt, insbesondere bin ich darüber gespannt, wie meine Sparquote dann wirklich genau aussieht, das habe ich bisher auch nur grob überschlagen.

  12. Hallo Oliver,

    dein Gehalt ist natürlich nicht schlecht, aber auch nicht so hoch als das man sagen könnte es ist für kaum jemanden erreichbar oder bei diesem Gehalt muss man ja zwangsläufig finanziell unabhängig werden,
    wenn man nicht gerade sehr verschwenderisch lebt. Soweit man das aus den Berichten beurteilen kann, hast du jetzt schon eine recht gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit. Man sieht an deinen Ausgaben, dass du deine Zeit nicht nur in einer dunklen Kammer verbringst und ein aktives Leben führst. Du hast aus meiner Sicht dauerhaft sehr große Einsparungen in der Mobilität (kein Auto), beim Wohnen, beim Urlaub und beim Essen. Dank deiner Transparenz kann sich jeder ein bisschen was abschauen, wenn er/sie das möchte.
    Danke für dein Forum, was du in 2018 aus der Taufe gehoben hast. Danke für deine Glaubwürdigkeit, die du dir bewahrt hast. Glückwunsch zum 6stelligen Vermögen 🙂
    Alles Gute,
    Ruben

  13. Hi Oliver,

    erstmal danke für den Artikel….es macht es super einfach mal den Vergleich mit sich selber zu machen 🙂

    Hätte zwei Fragen:

    – sind bei dir lokale ÖPNV bei den Reisen mit drin (Hannover, evtl. Bahn-Card etc.) ?
    – wie schaffst Du es denn nur 17 Euro für Kleidung auszugeben ? Selbst wenn Du Second-Hand Klamotten kaufst, gehn bei dir nie Schuhe etc. kaputt, Unterwäsche etc. ? 😉
    Was denkst Du, wären über die Jahre gemittelte Durchschnittsausgaben für Kleidung bei dir ? (Sicherlich wirst Du ja auch mal in einem Jahr grössere Ausgaben für Kleidung haben oder es kommt der Punkt, wo Du vllt mehr ersetzen musst). Also dieser Punkt ist eigentlich der Einzige der bei mir krass abweicht, obwohl ich nur Zeugs nachkaufe, was kaputt geht (Allerdings kein Second-Hand)

    Danke+LG ,
    Marco

    • Hi Marco,

      ganz richtig, bei den Reise-/Transportausgaben ist auch der lokale ÖPNV mit drin (mit Ausnahme der Fahrtkosten zur Skatehalle). Der Anteil dürfte aber relativ gering sein, da ich hier in Hannover meistens mit dem Fahrrad unterwegs bin. Vielleicht sind es über das Jahr vier Einzel- und drei Tagestickets gewesen… sowas in der Größenordnung.
      Eine BahnCard 25 (62 €) ist auch mit drin, die habe ich dieses Jahr aus Versehen gekauft, weil ich vergessen habe meine Probe-BahnCard rechtzeitig zu kündigen. Passiert… mal gut dass es kein Probe-Porsche-Leasing war 😀

      Kleidung habe ich dieses Jahr eine Hose gekauft (quasi neu auf eBay für 7 €.. das Modell kostet normal 40-50 €) und Aquaschuhe für den Kroatien-Urlaub (10 € bei Galeria Kaufhof).

      Darüber hinaus habe ich zugegebenermaßen auch noch Kleidungsstücke geschenkt bekommen. Zum Geburtstag und zu Weihnachten gab es Socken, einen neuen Pulli und eine neue Jacke (meine alte hatte schon 12 Jahre und ein paar Skateboard-Stürze auf dem Buckel).

      Weil z.B. meine Eltern wissen, dass ich keine Kochtopf-Sets oder IKEA-Gutscheine möchte/brauche, schenken sie mir lieber einen Ausflug oder eben ab und an mal was neues zum Anziehen. Meine Mama ist sowieso eBay-Einkaufsprofi und weiß mindestens genauso gut wie ich, wie man Schnäppchen findet (die 7€-Hose war auch ihr Fund 🙂 ).

      Einen Pulli und drei T-Shirts habe ich außerdem noch im Rahmen einer IT-Konferenz abgestaubt, auf der ich im April von der Arbeit aus war.

      In den letzten vier Jahren lagen meine Kleidungsausgaben im Schnitt bei unter 3,50 € im Monat. Hätte ich mir alle Kleidungsstücke, die ich geschenkt bekommen habe, neu im Laden selbst gekauft, wären es wohl um die 10-15 € im Monat.

      Unterwäsche hält bei mir eigentlich relativ lange, ich glaube ich habe keine im Schrank, die neuer ist als 5 oder 6 Jahre.

      Schuhkäufe führe ich bei mir übrigens nicht unter Kleidung auf, sondern unter Skateboarding-Equipment, da ich Schuhe fast ausschließlich zum Skaten kaufe und vorher meistens noch eine Weile als normale Straßenschuhe trage.
      Allerdings besorge ich die im Regelfall auch auf eBay:
      https://frugalisten.de/so-kaufe-ich-muehelos-und-guenstig-sachen-bei-ebay/

  14. Hallo Oliver,
    ja auch von mir Kompliment wegen der motivierenden Art alternative Betrachtungen der Themen Geld, Zeit, Konsum und Job online zu diskutieren.
    Ich bin schon ca. 15-20 Jahre weiter als die (so wie ich das einschätze) meisten hier auf der Seite. Schön auch zu sehen, wie hier 100.000 € begeistert aufgenommen werden. Ja, bei mir waren das damals eben 100.000 Mark so Anfang 30. Aber bei mir auch ca. 50% in der eigenen Firma investiert; übrigens die beste Rendite ever!
    Bei mir stehen daher altersbedingt auch etwas andere Themen an, abseits einer möglichst raschen Ansparung: Kapitalerhalt mit möglichst konstanter Ausschüttung geraten nun immer mehr in der Vordergrund.
    Daher sind Rückblick 2018 und Ausblick 2019 identisch.
    In 2018 wurde entschieden einen Teil des in Aktien gebundenen Kapitals umzuschichten in Immobilien um dort regelmäßig Miete zu generieren. Das wird im Laufe 2019 abgeschlossen sein. Kreditaufnahme hier ausschließlich aus Gründen stattlicher Förderung (KfW-Zuschuss).
    Gleichzeitig in 2019 das Depot ggf. noch konservativer ausrichten, z.B. Richtung Konsum und Pharma und sonstige „sicherere“ Positionen. Interessant war in 2018, dass ich nur knapp 2 % Kursverlust hatte am Aktienmarkt mit meinem „eigenen Fonds“, den Markt also deutlich geschlagen habe. Ich gebe aber gerne zu, dass das in anderen Jahren auch schon genau andersherum war.
    Ansonsten ist mein Nic Programm: Absprung nach „Ohne Pflichten“ in 2020. Soweit der Plan, gleichwohl der alte Spruch gilt: „Willst du Gott erheitern, dann schmiede Pläne!“
    In diesem Sinne weiter viel Erfolg für alle begeisterten Selbstbestimmer hier,
    Gruß Absprung_2020

  15. Hi Oliver!

    Vielen Dank für deine Offenheit und diesen Blog!

    Mich würde interessieren, wie du den Medienboom gefühlsmäßig erlebt hast. ICh finde es toll dass das Thema ne breite Öffentlichkeit erreicht! Ganz abgesehen von der wichtigkeit des Themas würde mich aber auf der Metaebene interessieren ob du die mediale Aufmerksamkeit nachdem du sie jetzt gekostet hast, für dich persönlich (also abseits von der Informationsverbreitung selbst) als erstrebenswert ansiehst.
    Viele von uns haben ja so ne Sehnsucht danach berühmt zu sein, gesehen zu werden, Anerkennung durch Aufmerksamkeit zu bekommen. Bringts das wirklich? Kohle bringt es ja offensichtlich nicht? was bringt es in Punkto Selbstvertrauen, Mindset, welche neuen Fähigkeiten hast du gelernt, was macht es mit dem Freundeskreis plötzlich „berühmt“ zu sein? Was waren die größten persönlichen Vorteile und Nachteile?
    Wäre toll, wenn du dazu mal was schreiben könntest!

    Liebe Grüße,
    Veronika

    • Zum Thema „berühmt“ sein gibt es eine ziemlich bemerkenswerte Dokumentation, die Robbie Williams bei einer Tour begleitet. Ist schon etwas älter, aber für Deine Fragen wohl genau richtig. Der Film heißt „Nobody Someday“.

    • Hallo Veronika,

      eine sehr spannende Frage!
      Ich glaube nicht, dass man durch reine mediale Bekanntheit/Aufmerksamkeit/Anerkennung mehr Zufriedenheit oder ein glücklicheres Leben gewinnt als vorher.
      Es ist ein bisschen wie beim Kauf von materiellen Dingen: Die erste TV-Anfrage, der erste Artikel in einer großen Wochenzeitung und das erste Radio-Interview sind noch aufregend und geben einem einen gewissen Adrenalin-Kick. Aber der Effekt nutzt sich schnell ab. Nach kurzer Zeit ist es normale Routine und man arbeitet die Interviews einfach ab. Dann braucht man mehr, um den gleichen Kick zu spüren: Live-Fernsehen, ein Interview bei einem bekannten Moderator… Aber auch das wird irgendwann einfach normal.
      Ich denke nicht, dass Justin Bieber beim Konzert vor 100.000 Leuten mehr Aufregung spürt als wenn ich Montag morgens im Büro meine E-Mails abrufe.

      Diese Routine, die man im Laufe der Zeit gewinnt, hat natürlich auch etwas Positives. Ich bin mittlerweile besser darin, Interviewfragen kurz und verständlich zu beantworten und die Kerngedanken der FIRE-Philosophie in ein paar Sätzen zu formulieren, als am Anfang. Ich weiß, wie ich mich vor einer Fernsehkamera verhalten muss, um seriös und natürlich rüberzukommen.
      Bei meinem allerersten Telefoninterview für die Wirtschaftswoche war ich noch total aufgeregt, habe ziemlich zusammenhangslos irgendwas dahergeredet, bin bei manchen Fragen ins Schwimmen gekommen.
      Mittlerweile habe ich schon auf fast alle Fragen eine passende Antwort im Hinterkopf (die Journalisten stellen ja oft die immer gleichen Fragen) und mache Live-Radiointerviews ganz routiniert vor dem Frühstück.

      Mittlerweile nehme ich auch längst nicht mehr jede Medienanfrage an. Vorher frage ich mich:
      Bringt das – im Verhältnis zum Aufwand – genug neue Leser auf meinen Blog?
      Lerne ich dabei etwas Neues, treffe ich interessante Leute oder könnte das ein spannendes Abenteuer sein?

      In meinem persönlichen Umfeld hat sich durch die Medienauftritte eigentlich nichts verändert. Einige Bekannte oder Freunde haben mich durch Zufall in irgendeiner Zeitung oder in einem Fernsehbeitrag gesehen und mich kurz darauf angesprochen. Mehr ist aber eigentlich nicht passiert.
      Ich glaube von richtiger „Berühmtheit“ kann man auch nicht sprechen. Auf der Straße werde ich jedenfalls noch nicht erkannt (und bin da ehrlich gesagt auch ganz froh drüber 😉 ) und meine Privatsphäre wird von der Medienpräsenz auch nicht beeinflusst. Auf dem Bekanntheitslevel von Sportstars oder Schauspielern ist das sicher nochmal eine ganz andere Sache.

  16. Hallo Oli,

    als stiller Mitleser und überzeugter ETF Investor seit einem knappen Jahr (nach Ende des Studiums) zunächst ein großer Dank für dein Inhalte, ohne die ich finanziell wohl nicht so fit wäre.

    Du weißt selbst, dass der erwartete Endwert einer Investition umso höher ist, desto früher man investiert. Da du monatlich konstant weniger ausgibst als du einnimmst, wundert es mich, dass du dir keinen monatlichen Sparplan eingerichtest hast. Stattdessen sparst du erst 10.000 Euro, um sie dann auf einen Schlag zu investieren. Wieso?

    Besten Dank und weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg 🙂
    Thomas

  17. Hallo Oliver,

    Glückwünsch zum erreichen der „magischen“ Grenze! Auch wenn diese zwangsläufig kommt, ist es für einen selber ein gutes Gefühl und Bestätigung!

    Gegen rote Zahlen im Depot hilft ein vorhandenes System. Wenn das getestet, gereift und überwacht und man Letzen Endes davon überzeugt ist, dann sollte man ruhig schlafen können.

    Und man muss sich bewusst sein, dass solche Rücksetzer und Dellen im Verlauf der Börsengeschichte normal sind. In den letzten Jahren wurden wir diesbezüglich sehr verwöhnt. Neue Anleger sind solche raue Zeiten mitunter nicht gewöhnt und bekommen Schweißperlen auf der Stirn, wenn sie „rot“ sehen. Aber erst, wenn der Verkauf unter dem Einkauf liegt, hat man Geld verloren. Auf lange Sicht und mehrjährige Anlage, wird sich das wieder relativieren – vor allem bei allgemeinen, großen ETFs.

    Bei Einzelwerten sollte man sich die Gründe für eine rote Zahl genauer anschauen und eventuell handeln. Ein Business kann schnell an die Wand gefahren werden. Blindes buy-and-hold ist gefährlich. Was heute läuft und funktioniert, kann in 5-10 Jahren schon wieder hinfällig sein, wie man letztes Jahr am Beispiel General Electric drastisch gesehen hat (von 31 auf 18 und aktuell bei knapp 9 Dollar). Runter geht es definitiv schneller, als rauf!!!

    Und schon sind wir beim Älterwerden :-))))

    Bei mir steht schon eine 4 vorne und stumpfe Routine ist zum einen langweilig und führt zum Verfliegen der Zeit. Es bleiben keine Erinnerungen hängen, wie zuvor weiter oben bereits beschrieben. Von daher hast Du das mit dem neuen Job schon ganz richtig gemacht. Viel Erfolg dafür.

    Mein persönlicher Tipp dagegen: „Ja“ sagen. Zwar nicht so drastisch, wie im Film mit Jim Carrey, aber aus der Komfortzone heraus, lehnt man oft Anfragen und neue Möglichkeiten ab. Damit bleibt man auch nur in seinem Alltag und oft entstehen aus Kleinigkeiten, wie einem spontanen Bier am Abend mit Kollegen, weitere Möglichkeiten, weil man z.B. in der Runde erfährt, dass jemand das gleiche Hobby hat und Gleichgesinnte sucht.

    Ein erfolgreiches und gesundes 2019
    mit hoffentlich wieder Bierchen auf der Decke 

    Bis denne
    lubo

  18. Hallo Oliver,
    dein Vermögen ist gerade mal 100k groß und du willst wirklich in 10 Jahren aufhören zu arbeiten?
    Hast du dir wirklich Gedanken gemacht, was passiert wenn die Inflation stark anzieht, wir mehrere Jahre Rezession haben (und Aktien viel am Wert verlieren), Steuern und Preise stärken steigen, Sozialausgaben steigen welche man nicht ausweichen kann oder irgendwelche Extraabgaben Regierung einführt?
    Mit 40 Jahren willst du hoffentlich noch 40 weitere Jahre leben, was in diesen 40 Jahren alles passieren kann, ist sehr sehr viel. Ich bin unter 40, mein Vermögen ist über 500k und ich habe noch lange nicht vor auszusteigen (gucke aber auch nicht auf jeden Cent, da mir Arbeit Spaß macht und ich mir auch was gönnen will)

  19. Oliver hat derzeit rund 100K €. Wenn er jedes Jahr 20.000 € spart und die Sparrate pro Jahr um 2% steigt (die Sparrate muss wegen der Inflation steigen), dann ist es realistisch, dass sein Vermögen in 10 Jahren 400K bis 500K € beträgt (aber nur, wenn kurz vorher keine größere Baisse kommt).
    Angenommen man schichtet das Vermögen danach weitgehend in Anlagen um, die möglichst hoch ausschütten, also z.B. dividendenstarke Aktien oder entsprechende ETFs/Fonds, dann kann man mit einer Nachsteuerrendite (sofern sich die steuerlichen Gegebenheiten nicht ändern) von ca. 3,5% rechnen. D.h. ein Vermögen von 400K-500K € würde pro Monat 1166 bis 1458 € an Erträgen abwerfen, wenn man das Vermögen selbst nicht antastet. Und ehrlich gesagt, ich würde das Vermögen im Alter von 40 Jahren noch nicht aufzehren wollen, das würde ich erst jenseits der 60 anfangen.

    Nun muss Oliver sich fragen, ob er in 10 Jahren von 1200-1500 Euro pro Monat leben kann. Oliver gibt im Monat zurzeit nur 741 € aus. Nimmt man eine Inflation von 2% an, dann braucht er in 10 Jahren mindestens 900 €, aber nur, falls das Phänomen „Lifestyle-Inflation“ nicht zuschlägt, d.h. dass seine Kosten pro Monat stärker steigen als die Inflation.
    Unsicherheitsfaktoren sind: Wieviel wird die Krankenversicherung kosten? Wird Oliver eine Familie gründen? Dann dürfte es nahezu unmöglich sein, das niedrige Kostenniveau zu halten, denn mit Kind muss auf Dauer eine größere Wohnung her, denn die gemütliche 42-qm-Butze dürfte mit Kind dann doch etwas klein sein. Und Kinder kosten schließlich auch Geld.
    Ich bin zurzeit 49 Jahre alt und habe bereits ein Vermögen von über 800K €, aber das reicht mir noch nicht zum Leben, denn bei uns hat die Lifestyle-Inflation auch zugeschlagen. Im Jahr 2018 hatte ich nämlich (Einmalkosten wie das Mountainbike abgezogen) von ca. 3300 € pro Monat (wobei da die private Krankenversicherung mit drin ist). Da wir für unser Leben gerne reisen, geben wir mittlerweile im Schnitt rund 600 € pro Monat allein fürs Reisen aus, und das, obwohl wir vergleichsweise bescheiden residieren im Urlaub. Im Skiurlaub eine Ferienwohnung, und auf unseren Fahrradtouren einfache Hotels oder Pensionen. Das Reisen ist uns sehr wichtig, und der Hauptgrund, warum ich früher aufhören will zu arbeiten, ist, damit ich deutlich mehr Zeit zum Reisen habe. D.h. unser Geldbedarf wird eher noch zunehmen, wenn wir aus dem Arbeitsleben aussteigen, denn Reisen kostet nun mal Geld. Ich rechne daher damit, dass ich ein Vermögen von 1,2 Millionen Euro brauche, um komplett von meinem Vermögen leben zu können. Wenn’s gut läuft, sind das bei mir aber nur noch ca. 4 Jahre.

    • „D.h. ein Vermögen von 400K-500K € würde pro Monat 1166 bis 1458 € an Erträgen abwerfen, wenn man das Vermögen selbst nicht antastet. Und ehrlich gesagt, ich würde das Vermögen im Alter von 40 Jahren noch nicht aufzehren wollen, das würde ich erst jenseits der 60 anfangen.“

      Erträge (Dividenden), die du verbrauchst, reduzieren das Vermögen in gleicher Weise wie Anteilverkäufe in gleicher Höhe von thesaurierenden ETFs.

      • „Erträge (Dividenden), die du verbrauchst, reduzieren das Vermögen in gleicher Weise wie Anteilverkäufe in gleicher Höhe von thesaurierenden ETFs.“

        Verkäufe sind mit mehr Risiko verbunden. Wenn man zu falschen Zeitpunkten verkauft (wie aktuell Dez 2018) und ETF aus vielen volatilen Werten besteht, kann es schnell in die schiefe Bahn geraten.

  20. Ich würde sagen: was wirklich hilft, ist, die Selbständigkeit in den nächsten, sagen wir, 10 Jahren erfolgreich auszubauen. Dann ist ein sechsstelliger Jahresgewinn realistisch, und Oliver kann seine halbe Million, die er sich dann vom Munde abgespart hat, aus der Selbständigkeit jedes Jahr oder alle zwei, drei Jahre um eine weitere halbe Milion erweitern und, wenn er sich dann zur Ruhe setzen will, mit einem Mehrfachen der mageren Monatseinkünfte rechnen, die sich ergeben würden, wenn er sich nur auf die Minimierung der Ausgabenseite konzentriert, statt auch die Einnahmenseite zu maximieren.

  21. Hallo Oliver. Danke für den tollen Artikel. Wie du selbst geschrieben hast, wurde die Zwischenetappe „100000 Euro“ erfolgreich gemeistert, Glückwunsch dazu. Was ist dein nächstes Ziel und wann möchtest du es erreicht haben?

    • Hallo Michael,

      vielen Dank! 🙂
      Ein neues konkretes Ziel habe ich erstmal noch nicht. Auf der Einnahmen und der Ausgabenseite wird sich dieses und nächstes Jahr sicher noch einiges bewegen und ich muss erstmal schauen, was für die nächsten Jahre so im Bereich des Möglichen liegt. Auch die Schwankungen meines Vermögens werden im Vergleich zur Sparrate schon immer größer und es wird daher schwieriger, ein genaues Sparziel festzulegen.

      • Hallo Oliver, vielen Dank für deine Antwort. Ich finds klasse was du hier im Blog dokumentierst. Ich bin alterstechnisch und finanztechnisch etwa an der gleichen Stelle wie du, deshalb hatte es mich auch besonders interessiert wie es bei dir jetzt weitergeht… das hört sich alles fast so an als ob ihr bald nicht mehr nur zu zweit die Wohnung teilt ;-)) Für das kommende Jahr alles erdenklich Gute! 🙂

  22. Hi Oliver,
    Glückwunsch zu deiner Leistung, ich hab echt großen Respekt davor wie du deine Ausgaben optimierst und auf Dauer gering hältst! Was ich mich frage ist wieso in deiner Kostenaufstellung keine Krankenkasse enthalten ist? Wenn du irgendwann mal nur noch von deinen Ersparnissen leben willst, dann ist das auf jeden Fall eine relevante regelmäßige Ausgabe.

    Zum Thema Entsparen mit theausierenden vs ausschüttender Anlagen denke ich, dass thesaurierende auch in der Entnahmephase interessanter sind, weil dann bei gleichem Entnahmebetrag weniger Kapitalertragsteuer fällig wird. Wenn der Depotwert z.B. zu 50% aus Kursgewinnen besteht, zahlt man bei Verkauf eines Anteils auch nur auf 50% des Betrags Steuern.

    Gruß
    Karl

    • Hallo Karl,

      Ich berechne meine Sparquote auf Basis meines Netto-Einkommens, d.h. die KV-Beiträge sind schon vom Brutto-Lohn abgezogen. Das machen auch die meisten anderen FI-Blogger so.
      Ohne Angestelltenjob muss man die KV-Beiträge dann in irgendeiner Form selbst übernehmen, das ist richtig. Welchen Weg ich dabei einschlagen werde, werde ich sehen, wenn es soweit ist. 🙂

      Zum Thema Entsparen mit theausierenden vs ausschüttender Anlagen denke ich, dass thesaurierende auch in der Entnahmephase interessanter sind, weil dann bei gleichem Entnahmebetrag weniger Kapitalertragsteuer fällig wird. Wenn der Depotwert z.B. zu 50% aus Kursgewinnen besteht, zahlt man bei Verkauf eines Anteils auch nur auf 50% des Betrags Steuern.

      Das ist prinzipiell richtig, wäre aber bei ausschüttenden Anlagen mit ansonsten gleicher Rendite nicht anders. Dort findet die Besteuerung nur vorher (zum Zeitpunkt der Ausschüttung) und nicht erst beim Verkauf statt, so dass man nicht von einer eventuellen Steuerstundung profitieren kann.

      • Ich befürchte die aktuell erreichten 100k werden gerade reichen um die bisher ignorierten Krankenversicherungskosten zu übernehmen. Aktuell beträgt der monatliche Mindestbeitrag in der Gesetzlichen ca. 150 Euro pro Monat, Tendenz steigend, bei den von dir angestrebten 1500 Euro monatlichem Einkommen ca. 230 Euro.

  23. Hallo Oliver, großen Respekt zum Erreichen des ersten großen Meilensteins.
    Ich denke, dass Du Dein Ziel erreichen wirst.
    Deine Einnahmen- und Ausgabenliste finde ich immer wieder interessant, da es mir zeigt, was möglich ist.

  24. Hallo Oliver,
    ich bin auch beeindruckt von deiner Sparquote. Aber wie schaffst du es, im Jahr so wenig Miete, Handykosten, Internet und Kultur/Kino zu haben? Ich wohne sehr günstig, aber in der Großstadt finde ich halbwegs zentral (damit man zur Arbeit radeln kann) nichts für 400 Euro…

    • Hallo Maggie,

      schau mal oben im Artikel in meine Ausgaben-Tabelle, dort habe ich zu den Themen Miete, Handy und Internet entsprechende Artikel bzw. Kommentare verlinkt.

  25. Mhh ich hoffe du Programmierst besser als das was du hier Blogst bei deinen Handyrechnung stimmt Inhaltlich was nicht
    Du Verkaufst dein Handy bei ebay bleiben noch 6 € auf die [fett]Vertragslauzeit[] /24 Laufzeit =entspricht deiner Monatlichen Sparquote.
    Ich hoffe die 10 % und vermutlich noch 1 % Paypal hast du direkt abgezogen oder mindestens unter Sonstigen abgebucht?
    Sowas muss man Transparent machen !!!!
    Nein Spaß, ich bin voll auf deiner Seite toller Blog und Respekt 70% SQ ist ein beachtlicher Anteil.
    Viel Spaß

    • Hi Frederik,

      die Handys habe ich bei einer Sonderaktion eingestellt (eBay-Verkaufstag, gibt es ab und an…). Die 10 %ige Provision entfiel somit – es gab lediglich 1 € Einstellgebühr. Diese und die PayPal-Gebühren hatte ich bereits abgezogen.

  26. Hallo Oliver,

    Respekt, du hast jetzt eine runde Zahl erreicht! Damit verlässt du langsam aber sicher auch den Belächelt-werden-Bereich. Da du dein Vermögen hier offen postest: hast du keine Sorge, dass sich irgendwann aus deinem Bekanntenkreis Neid gegen dich wendet? Von den vielen Leuten, die nicht diszipliniert genug sind um ähnlich zu sparen und ihren Frust darüber gegen dich wenden? Ich habe oft von Prominenten gelesen, dass hierzulande der Neid ein großes Problem sei, mehr als in vielen anderen Ländern. Ich hoffe, es erwischt dich nicht irgendwann.

    Weiter alles Gute!
    Karsten

  27. Hallo,

    wollte die Community fragen, inwieweit noch bei folgenden Zahlen Potential gesehen wird in Bezug auf Einsparungen.

    1 Person, alles in Euro, teuerste Stadt in Deutschland

    Lebenshaltungsk (Essen, Kleidung, Sonstiges) 450
    Miete inkl NK, Strom, GEZ 513
    Versicherungen (Haftpf, Rechtss, BU) 77
    Busticket 55
    Handy, Internet 30

    Seht Ihr noch Möglichkeiten?

    Vielen Dank.

    VG

    • Ich finde diesen extremsten Sparansatz immer falsch, du weißt selbst, dass du bereits sparsam bist. Versuche statt weiterer 10 Euro zu sparen dein Einkommen zu erhöhen. Darüber hinaus denke ich, dass einige Positionen fehlen. Was ist mit: Urlaub, Geschenke, Bildung, Unternehmungen (Kino, Theater, Museen etc), Mobilität (in eine andere Stadt, also was dein Busticket nicht enthält), ggf Sport? Ohne deine genauen Lebensumstände zu kennen, kann dir sowieso niemand einen nützlichen Hinweis geben. Miete erscheint für München (?!) relativ ok, wenn du allerdings in einem 7qm Zimmer ohne Fenster wohnst wiederrum nicht. Also…setze bei deinen Einnahmen an und steigere deine Ausgaben nicht proportional zu deinen Einnahmen. Dann wird alles gut.

      • Das sehe ich auch so, die Einnahmenseite ist genauso wichtig wie die Ausgabenseite. Und mit derselben Energie, mit der man die Ausgabenseite vielleicht noch um 10 EUR reduziert, dürfte sich die Einnahmenseite um deutlich mehr als 10 EUR steigern lassen.
        Dennoch: Falls noch nicht vorhanden, Unternehmen gründen und alle geschäftlich bedingten Kosten (wie z. B. Handy, Internet; außer Haus essen = Bewirtung von Geschäftspartnern) von dem Unternehmen zahlen lassen. Das ist steuerlich günstiger als diese Dinge aus versteuertem Privateinkommen zu zahlen. Außerdem: das Unternehmen sollte Dir monatlich Sachleistungen im Wert von 44 EUR steuerfrei schenken. Und zuguterletzt sollte das Unternehmen auch die Einnahmenseite erhöhen. Nur als Unternehmer erntet man die kompletten Früchte seiner Arbeit.

      • Ich finde diesen extremsten Sparansatz immer falsch

        Flori sucht doch nur nach weiteren, potentiellen Sparmöglichkeiten. Was ist daran extrem?
        Ich finde es nicht falsch. Einsparmöglichkeiten zu suchen beflügelt die Kreativität und schafft Bewusstsein für das, was wichtig ist.
        Für Einnahmemöglichkeiten gilt das natürlich genauso – ich halte das eine nicht prinzipiell besser als das andere. Ich finde es eher falsch, sich nur auf eine Seite der Medaille zu beschränken.

        • Generell finde ich das bewusstseinsschaffende Sparen auch total unterstützenswert. Ich verfolge diesen Ansatz selbst und predige ihn meiner Freundin 😀 Allerdings habe ich in Floris Fall das Gefühl, dass es um eine extreme (zwanghafte?) Suche nach den letzten Euros geht. Hinzu kommt, dass einfach zu wenige Informationen vorhanden sind, um eine ehrliche Aussage treffen zu können. Wozu braucht man die Rechtsschutzversicherung (hat Flori bspw. Immobilien)? Wie oft isst er Fleisch, wäre es möglich einmal mehr pro Woche darauf zu verzichten? (das spart idR Geld und schafft Bewusstsein). Könnte er ggf das Fahrrad nehmen statt die 6km mit dem Bus zu fahren? Wie oft kauft er Kleidung, das mixt er zusammen mit Essen? Ich bin der Meinung, dass man mit der Menge an Informationen keinen vernünftigen Tipp zu weiteren bewusstseinsschaffenden Sparmaßnahmen geben kann. Aus diesem Grund erscheint mir die Suche sehr zwanghaft und das kann ich nicht gutheißen.

          • Hallo Thomas,
            vielen Dank für Dein Feedback.
            Ich kann Dich beruhigen, ich möchte nicht den „letzten“ Euro sparen.
            Vermutlich kann ich noch bei den Fahrtkosten sparen, allerdings bin ich für 10km einfach zu faul mit dem Fahrrad jedes mal zu fahren. Ferner meine ich, ist der Mietpreis für München und 28qm ok.
            Die Kommentare zeigen mir schon mal, dass ich „gut“ unterwegs bin.
            Mein Ansinnen war es, von außen ein paar impulse zu bekommen, da ich evtl etwas übersehe.

  28. Du kannst am ehesten einsparen, indem du die Monatskarte für den ÖPNV weglässt und mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst. Die Anschaffung eines gescheiten Fahrrads (sofern nicht vorhanden, neu nicht unter 500 Euro) amortisiert sich in weniger als einem Jahr. Wenn es in Strömen regnet, kann man ein Einzelticket für die Öffentlichen kaufen. Bei leichtem Regen kann man mit passender Kleidung durchaus mit dem Rad fahren. Obwohl es in Deutschland im Schnitt um die 130 Regentage pro Jahr gibt, kommt strömender Regen seltener vor, als man glaubt. Denn wenn man um 8 Uhr zur Arbeit fährt, ist es ja egal, wenn es gegen 13 Uhr einen kräftigen Schauer gibt. Dank stundengenauer Wetterprognose in Wetter-Apps kann man mittlerweile recht gut abschätzen, wie groß das Risiko ist, mit dem Fahrrad in einen kräftigeren Regen zu geraten. Ich z.B. musste im Jahr 2016 (sehr verregneter Sommer) nur genau 4 mal (!) ein Einzelticket für die U-Bahn kaufen, da es zu stark geregnet hat zum Radfahren. Meine Strecke zur Arbeit betrug einfach 5 km.

  29. Sehr spannend zu beobachten wie langfristiges Sparen zum Ziel führt.

    Und sehr spannend, einmal zu vergleichen:

    Sparquote geringer (50%), absolut ähnlich. Gerade reicht ein Einkommen für zwei Personen (Frau studiert), weniger Steuern (Frau studiert).
    Was das Vermögen angeht ein geringerer Anteil an Cash, geringerer Anteil Aktien dafür eine Wohnung in Tilgung.

    Der größte Unterschied ist die Richtungsentscheidung Wohnung kaufen statt mieten: Fühlt sich bisher richtig an, vielleicht bin ich was Volatilität angeht anfällig.

    Mein finanzielles Ziel ist mit 43 eine mir gehörende Wohnung und 150k in anderen Vermögenswerten. Reicht nicht zur finanziellen Freiheit, aber definitiv um kürzer treten zu KÖNNEN.

    Einer der Gründe, warum ich gerne hier mitlese, ist die Tatsache das Sparen kein zerstörendes Martyrium sein muss, sondern ein Ansporn und etwas Tolles, Befreiendes. Nicht unbedingt das ich alles so machen möchte wie du, (Skaten finde ich eher uninteressant… Und Ulm ist einfach schöner als Hannover 😀 )

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall weiterhin viel Spass und werde auch weiterhin fleißig mitlesen.

  30. Hallo Oliver,
    erstmal vielen Dank für deine Webseite, ich lese schon seit längerem rege mit.

    Ich selbst würde mich nicht unbedingt als Frugalist bezeichnen, lebe aber doch sehr Nahe an dieser Vorstellung. Ich bin 24, spiele selbst professionell Fußball, und bin dadurch meinem finanziellen Ziel schon sehr Nahe gekommen. Aktuell investiere ich ähnlich wie du. Etwas mehr noch nach dem Prinzip von Gerd Kommer. Generell bin ich mir sicher dass dies die beste Möglichkeit ist langfristig Vermögen aufzubauen und wachsen zu lassen. Hobbymäßig beschäftige ich mich viel mit gesellschaftlichen Problemen wie dem Klimawandel, der Meeresverschmutzung usw. Zwangsläufig komme ich da auch an Punkte wie unserem Finanz- und Wirtschaftssystem nicht vorbei. Ein Beispiel auf welche Bücher ich mich hier beziehe ist z.B. „Wohlstand ohne Wachstum“ von Tim Jackson.

    Mich würde interessieren wie du zu diesen Punkten stehst, da dies bei mir in letzter Zeit immer wieder Gewissensbisse hervorgerufen hat und auch Zweifel in unsere Zukunft des Wirtschaftssystem im Allgemeinen.

    Im Grunde genommen basiert unser Glaube in den Erfolg des passiven Investierens ja auf Wachstum. Wir gehen davon aus dass die Werte von Unternehmen steigt, dass das BIP global durchschnittlich steigt und der Konsum kein Ende nimmt. Dies ist ja bisher immer so gewesen. Nun frage ich mich schon, wie geht das alles weiter? Letztendlich leben wir auf einem Planeten, auf dem Ressourcen endlich sind. Rein logisch kann unser Wachstum also so nicht ewig weitergehen. Für die Umwelt ist dies sehr schädlich, und an einem gewissen Punkt nicht mehr tragbar. Nun versuchen wir als Frugalisten ja schon den Konsumismus nicht zu unterstützen. Aus Egoismus um selbst zu sparen, aber auch um dieses System so nicht zu unterstützen. Tun wir das allerdings nicht mit passivem Investieren in bspw. den MSCI World? Wir investieren in Unternehmen, die alleine in diesem System überleben können. Wir unterstützen somit direkt den Konsumismus und die weitere Verschwendung unserer Ressourcen. Besser gesagt, wir schaden hiermit eindeutig der Umwelt in tragischer Weise. Sollten wir nicht lieber einen Fokus auf das Investieren in erneuerbaren Energien oder anderen „grünen“ Unternehmen und Projekten legen?

    Weiterhin beschäftigt mich der Gedanke, dass wir durch Investieren bspw. in den MSCI World Unternehmen unterstützen die Waffen indirekt herstellen. Von denen einige zum Teil (ich will hier nicht pauschalisieren) Mitarbeiter in armen Ländern ausnehmen, Kinderarbeit akzeptieren und keinen Fokus auf Fairtrade legen.

    Ich möchte hiermit keine Kritik äußern, sondern lediglich meine Gedanken aufzeigen und wissen wie du darauf schaust. Ich finde dass wir einfach durch das Investieren über den OnlineBrooker uns nur wenige Gedanken über die Folgen dessen machen, da diese Probleme einfach zu weit weg scheinen und uns nicht wirklich konfrontieren. Wenn man sich das System allerdings genauer anschaut, stellt sich mir schon die Frage, ob wir das so unterstützen wollen bzw. in Kauf nehmen wollen, oder nicht eventuell versuchen sollten mit unseren Investitionen das Größtmögliche für uns rauszuholen, aber auf der anderen Seite auch ethisch gut und bewusst zu investieren.

    Danke nochmals für deine Arbeit die du dir mit diesem Blog machst, ich hoffe von dir zu hören.

    Lukas

    • Hallo Lukas,

      ich finde da machst du Dir genau die richtigen Gedanken. Die Frage dahinter ist ja eigentlich, was die Motivation für den Konsumverzicht ist. Geht es nur um das Erreichen der eigenen finanziellen Freiheit oder um eine ideelle Einstellung, sich gegen die Komsumgesellschaft zu wenden. Beides ist legitim, man sollte sich dessen nur bewusst sein. Letztlich verursacht der immerwährende Druck zu wachsen bei allen Aktiengesellschaften viele negative Komsequenzen. Ist das Wachstum nicht wie gewünscht und befürchtet man, dass Aktionäre unzufrieden sind und verkaufen, versucht man das Ruder z.B. durch Massenentlassungen rumzureißen. Die Leidtragenden sind die Arbeitnehmer, die ihr Bestes gegeben haben und trotzdem gehen müssen, damit die Altionäre zufriedengestellt werden können. Dessen sollte sich jeder Aktionär bewusst sein, der vielleicht auf der anderen Seite im Leben hohe Ideale vertritt und denkt er würde sich aufgrund seiner sparsamen Lebensweise gegen die Konsumgesellschaft stellen. Letztlich profitiert jeder Aktionär von den Idealen der Konsumgesellschaft: mehr und immer mehr konsumieren.

      • Hallo Sonja,

        danke für deine Antwort. Im Prinzip hast du meine Gedanken nochmal gut erläutert.
        Allerdings finde ich, müssen wir das Ganze nicht so schwarz/weiß betrachten. Wir können doch investieren, auch in eine Konsumgesellschaft, allerdings in andere ETFs mit anderen Unternehmen. Wir können z.B. den Fokus auf grüne Investments legen, oder auf sozial agierende Unternehmen. Dass wir weiterhin am Konsum mitverdienen, das ist mir klar, allerdings scheint mir dieser Mittelweg ethisch sehr sinnvoll zu erscheinen.

        Was mir oft Sorgen macht, ist dass wir durch ETFs die weltweit streuen, uns keine Gedanken machen in welche Unternehmen wir eigentlich investieren und wen wir unterstützen. Und anschließend beim nächsten Eklat eines Unternehmens, egal ob ökologischer, sozialer oder ökonomischer Natur, uns darüber beschweren.

        Wir kritisieren seit Jahren das Unternehmen Nestle, das durch bspw. die Privatisierung von Wasser in Afrika, exzessive Palmölverwendung oder die Abholzung des Regenwaldes und auffällt. Dies soll nur ein Beispiel sein. Im Supermarkt boykottieren wir Nestle.
        Auf der anderen Seite aber investieren wir über ETFs indirekt in Nestle. Und so auch unbewusst in hunderte andere Unternehmen.

        Gruß Lukas

  31. Hi Oliver,

    lese hier schon sehr lange mit. Daher zunächst Danke für Inspirationen und Transparenz!

    Mein erster Kommentar hier nun, weil ich bei der Auflistung oben über deinen Cash-Anteil „gestolpert“ bin. Überlege gerade, wie ich mir selbst meine Asset Allocation bastel. Ich finde 20% Cash recht hoch. Zumal das bei dir ja zwei Jahre die Ausgaben decken würde, deutlich mehr als die immer empfohlenen 6-12 Monate. Ist das erhöhtes Sicherheitsbedürfnis oder sparst du etwa für eine Eigentumswohnung? Oder aber, das vermute ich: du siehst im Niedrigzinsumfeld Cash als risikoarme Anlage statt ähnlicher wie Anlagen, Festzins etc. Dann sind 20% hier und 80% Aktien/ETF ja schon fast wieder sehr risikoaffin 😉

    Und mit „Cash“ meinst du schon Tagegeld – oder alles unterm Kopfkissen?

    In gespannter Erwartung deiner Antworten sende ich beste Grüße
    Hendrik

    • Hallo Hendrik,

      Oder aber, das vermute ich: du siehst im Niedrigzinsumfeld Cash als risikoarme Anlage statt ähnlicher wie Anlagen, Festzins etc. Dann sind 20% hier und 80% Aktien/ETF ja schon fast wieder sehr risikoaffin

      Und mit „Cash“ meinst du schon Tagegeld – oder alles unterm Kopfkissen?

      Genau so ist es, wie du vermutest. Mein Cashanteil liegt auf einem Tagesgeld- und ein kleinerer Teil auf meinem Girokonto.

  32. Moin Oliver,

    lese nur noch in sporadisch hier und bin deshalb etwas spät dran.
    Zuallererst ein ehrliches Lob zu der Transparenz deiner finanziellen Situation. Über jede Körperöffnung wird bis ins letzte Detail öffendlich diskutiert, aber kaum über Geld und die persönliche finanzielle Situation.

    Du hattest am Ende deines Beitrags drei Fragen gestellt.

    1.) 2018 war für mich finanziell (und auch sonst) kein schlechtes Jahr:
    Sparquote bezogen auf Netto: 49%
    Zuwachs Vermögen (bereinigt): 16%

    2.) Sinkende Börsenkurse:
    Angeregt durch diese Website und die vielen Links habe ich vor ~10 Monaten sehr viel gelesen. Und bin bei einer Erkenntnis hängen geblieben: Lass die Finger von der Börse wenn du sie nicht zu 100% verstehst. Das war zu der Zeit der chaotischen Ankündigungen und trotzdem steigenden (Wechsel)-Kursen. Natürlich bin ich jetzt froh keine ~5% Verlust gemacht zu haben, ich habe nicht mehr sooo viel Lebenszeit vor mir und kann Dellen nicht gut aussitzen. Meine Cash Quote von 80% hat sich daher ’nur‘ um die Inflation vermindert. Ich warte deshalb auf ein gutes Hirn/Bauchgefühl und den Zeitpunkt einzusteigen.

    3.) Rennende Zeit:
    Irgendwann akzeptierst du keine 25 mehr zu sein. Egal wie deine Situation ist, es kommt drauf an was du machst. Mit, oder ohne Kohle.

    • Eins hatte ich noch vergessen.
      Wenn ich richtig gerechnet habe hast du 2018 ungefähr einen RP der GRV erworben, bzw. 4,4% deiner Ausgaben. Neun Jahre so weiter und du hast 44% deiner Ausgaben finanziert.(*)

      Planst du das bei deiner Entnahmestrategie irgendwie mit ein?

      (*) Angenommen, die Durschnittswerte der letzten 10 Jahre bei Gehaltsteigerung, Inflation, Durchschnittsentgelt, Wertsteigerung eines RP bleiben stabil.

      • Hallo lombo,

        Ich muss zugeben, dass ich mich mit der gesetzlichen Rente bisher noch nicht im Detail beschäftigt habe. Eine staatliche Rentenzahlung kann ich allerfrühestens mit 63 Jahren beziehen – 23 Jahre vor meinem geplanten Ausstieg.
        Das ist für mich zum einen deutlich zu spät, um wirklich noch relevant zu sein. 23 Jahre ist schließlich etwas mehr als nur „Überbrücken bis zur Rente“. Zum anderen werde ich in meinen 12 oder 13 Arbeitsjahren (und das seit letztem Jahr auch nur in Teilzeitanstellung) auch nicht wirklich viele Rentenpunkte erworben haben, so dass die Rentenzahlung entsprechend klein ausfallen wird (ein paar wenige 100 € nach heutiger Kaufkraft). Auch kenne ich das Rentenniveau in 33 Jahren nicht und weiß nicht, wie viel reale Rente meine bis dahin erworbenen Rentenpunkte überhaupt wert sein werden.

        Ich sehe in der staatlichen Rente für mich ein nettes Zubrot im Alter, aber keinen wichtigen Baustein meiner Rentenstrategie: Zu klein, zu spät, zu unsicher.
        Die richtige Arbeit muss mein ETF-Portfolio wuppen. 🙂

  33. Hallo Oliver,

    an den Zahlen die Du veröffentlichst finde ich besonders erstaunlich das Du als Javaentwickler, dazu auch noch teilweise Selbstständig, so wenig Geld verdienst.

    Muss Sparsamkeit im Leben mit Bescheidenheit beim Einkommen Hand in Hand gehen?
    Frugalität auch im Einkommen also?

    Als freiberuflicher Javaentwickler könntest Du 120.000€ brutto verdienen wenn Du bereit wärst 1600h/a zu arbeiten.

    Damit würde der Tag der Freiheit viel näher rücken.

    Hast Du Angst vor einem hohen Einkommen?

  34. Zahlen für mein Jahr 2018:
    Ausgaben:
    12.700 Euro Lohnsteuer + Soli
    6.100 Euro gesetzliche Rentenversicherrung (nur mein Arbeitnehmerbeitrag)
    4.500 Euro Warmmiete
    3.900 Euro gesetzliche Krankenversicherung (nur mein Arbeitnehmerbeitrag)
    3.100 Euro Essen, ohne Gastronomie (Einkauf Supermarkt, Bäckerei, Bioladen, Marktstand, usw.)
    1.200 Euro private Rentenversicherung bei Tod/Alter (Auszahlung je nachdem was eintritt)
    1.000 Euro gesetzliche Arbeitslosenversicherung (nur mein Arbeitnehmerbeitrag)
    1.500 Euro private Versicherung bei Berufsunfähigkeit/Tod/Alter (je nachdem was eintritt)
    900 Euro Auto, ohne Treibstoff (Inspektion/Versicherung/KFZ-Steuer/Schutzbrief/Reifenwechsel)
    900 Euro Treibstoff Auto
    800 Euro gesetzliche Pflegeversicherung (nur mein Arbeitnehmerbeitrag)
    800 Euro Fortbildung
    600 Euro Breitbandanschluss/Internet/Telefon
    410 Euro private Pflegeversicherung
    330 Euro Möbel/Einrichtung usw.
    250 Euro Kontaktlinsen (Linsen/Reinigung/Aufbewahrung/Behälter)
    220 Euro Kleidung
    210 Euro GEZ
    170 Euro Abgeltungsteuer
    170 Euro Hygiene (z.B. Zahnpasta/Seife/Hygiene-Papier/uvam.)
    160 Euro Gastronomie
    160 Euro Medizin (z.B. Vitamine/Mineralien, Desinfektion, Pflaster, usw.)
    150 Euro Computer/Software usw.
    150 Euro private Unfallversicherung
    120 Euro Essen&Trinken bei Arbeit/Mittagspause
    70 Euro Haushalt (z.B. Müllbeutel/Biopapier, Putzmittel, Batterie/Akku Wecker, uvam.)
    50 Euro Getränke (Einkauf – also ohne Gastronomie)
    50 Euro private Haftpflichtversicherung
    50 Euro professionelle Zahnreinigung (privat gezahlte Zusatzleistung)
    30 Euro Trinkgeld
    30 Euro Steuererklärung
    30 Euro Handy-Guthaben
    25 Euro divers
    10 Euro Fahrrad-Reparatur
    10 Euro Freizeit
    0 Euro Urlaub in Balkonien
    Summe meiner Ausgaben für Jahr 2018 rund: 41.000 Euro
    Differenz Einnahmen: +19.400 Euro

    Meine Daten ab Jahr 2000:
    Jahr: Differenz; kummuliert
    2000: +7.700; 7.700
    2001: +3.400; 11.100
    2002: +8.800; 19.900
    2003: +4.300; 24.200
    2004: +9.000; 33.200

    2005: +11.300; 44.500
    2006: +4.500; 49.000
    2007: -4.000; 45.000
    2008: -13.800; 31.200
    2009; -17.600; 13.600

    2010; -9.600; 4.000
    2011; -6.700; -2.700
    2012; 9.900; 7.200
    2013: 8.200; 15.400
    2014: -1.600; 13.800

    2015: 16.800; 30.600
    2016: 17.600; 48.200
    2017: 7.700; 55.900
    2018: 19.400; 75.300

    BRD, Angestellter/Arbeitnehmer, Vollzeit 40 Stunden

    mein Fazit:
    a) Auto ist unrentable Anschaffung
    b) Pendler kommen „schwer voran“ (beim Sparen)

    Frugal heißt wohl:
    – kein Auto! kein Pendeln!
    – mit Rad zur Arbeit
    – Fixkosten gering halten

    In Augsburg habe ich mal Wohnungen besichtigt,
    die vom Arbeitgeber – Familie Fugger – gebaut worden waren.

    Wieso bauen nicht alle Arbeitgeber Wohnungen,
    so dass alle Beschäftigte ohne pendeln zur Arbeit kommen?!

    😉

    Hoffe das hilft,
    Arnold

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