Die unglaubliche Macht des Nichtkaufens

Nichtkaufen - öfter mal was Neues

Ich habe neulich mal ein bisschen im aktuellen Statistischen Jahrbuch geblättert, dem amtlichen Jahresbericht des statistischen Bundesamtes. Dabei habe ich mir angeschaut, wie viel Geld wir Deutschen im Schnitt eigentlich für langlebige Konsumgüter ausgeben.

Was genau meine ich mit langlebige Konsumgüter?
Naja, das sind Dinge des täglichen Bedarfs, die typischerweise keine Verbrauchsmaterialien sind: Klamotten, Möbel, elektronische Geräte, Werkzeuge, Hobby-Equipment, Deko- und Einrichtungsgegenstände. Solche Dinge also, die man sich einmalig kauft und dann erstmal für eine Weile behält.

Aus Neugier habe ich mal zusammengerechnet, wie viel Geld eine kinderlose Person in Deutschland im Monat für diese langlebigen Konsumgüter so ausgibt:

Kleidung und Schuhe 58,50 €
Möbel und Einrichtungsgegenstände 28 €
Große Haushaltsgeräte (Kühlschrank, Waschmaschine, etc.) 9 €
Haushaltsgegenstände, Dekoration 22 €
Elektronik (Computer, HiFi, TV) 18 €
Hobbys, Schmuck, Sonstige 21 €
GESAMT 156,50 €

156 € pro Kopf und Monat – das heißt im Klartext: Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt kauft für fast 4.000 € im Jahr irgendwelchen Krempel.
Das finde ich schon eine ganze Stange Geld dafür, dass langlebige Konsumgüter ja eigentlich langlebig sind und man sie darum nicht ständig neu kaufen muss.

Da stellte sich mir die Frage:
Wie viel gebe ich denn eigentlich für langlebige Konsumgüter aus?

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Was wünscht sich ein Frugalist zum Geburtstag?

Geburtstag im Luxus-Hotel

Der Winter steht vor der Tür. Draußen wird es kälter und regnerischer. Ich habe Fellmütze und Handschuhe wieder aus dem Kleiderschrank hervorgeholt und mittlerweile ist es schon dunkel, wenn ich abends von der Arbeit nach Hause fahre. Langsam aber sicher bricht die kalte Jahreszeit an, in der man das Tageslicht nur noch in der Mittagspause und am Wochenende wirklich zu Gesicht bekommt.
Zum Glück bringt der Herbst auch immer ein paar nette Ereignisse mit sich. So haben Joana und ich vor kurzem beide unseren Geburtstag gefeiert. Und wie es in unseren Gefilden ja so Tradition ist, überreicht man sich zu diesem Anlass üblicherweise ein Geburtstagsgeschenk.

In vielen Familien hat sich mittlerweile die Praxis eingebürgert, dass man das Geburtstagskind einfach fragt, was es sich zum Geburtstag konkret wünscht. Auf diese Weise, so die Überlegung, bekommt der Beschenkte nur etwas das er auch gebrauchen kann. So vermeidet man, dass sich am Ende alle gegenseitig mit unerwünschten oder nicht benötigten Gegenständen überhäufen. Jedenfalls stand auch ich in diesem Jahr wieder vor der Frage:

Was wünsche ich mir zum Geburtstag?

Ich überlegte: Was könnte ich gebrauchen? Habe ich einen heißersehnten Wunsch? Was wünschen sich denn andere Leute so zum Geburtstag? Vielleicht neue Schuhe oder eine neue Hose? Ein iPad oder eine Digitalkamera? Vielleicht neue Möbel, Bettwäsche oder ein Kochtopf-Set? Einen Gutschein von Douglas oder IKEA?

Aber selbst nach reiflicher Überlegung wollte mir partout nichts einfallen. Klamotten, Schuhe und Bettwäsche habe ich bereits. Mein gebrauchtes Handy und mein alter Laptop tun tadellos ihren Dienst. Möbel und Kochtöpfe sind in meiner Wohnung schon vorhanden und bei Douglas oder IKEA kaufe ich sowieso nie ein.
Klar, meine Gegenstände nutzen sich natürlich auch ab oder gehen hin und wieder sogar kaputt. Aber meistens repariere ich meine Sachen einfach oder benutze sie auch dann noch weiter, wenn sie schon ein paar Kratzer oder Dellen haben. Dass ich wirklich mal etwas komplett neu brauche, kommt darum weit seltener vor als dass ich Geburtstag habe. Und wenn doch einmal etwas irreparabel kaputt geht? Dann besorge ich mir in aller Regel gleich Ersatz und warte nicht erst auf meinen Geburtstag oder auf Weihnachten.

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Verkaufen, einlagern, gratis mieten: Reicher leben mit der Stuff-Cloud

Stuff Cloud

Vor einigen Jahren besaß ich einmal einen richtigen Tower-Computer – so einen großen, sperrigen Klotz, der unter meinem Schreibtisch stand. Der Rechner war mein ganzer Stolz: Ich hatte ihn selbst zusammengebaut, er hatte ein schickes, beleuchtetes Gehäuse und dank Quad-Core-Prozessor auch noch ordentlich Rechenleistung.
Für die Uni und für unterwegs hatte ich außerdem noch einen Laptop. Ein älteres, gebrauchtes Modell, bei dem es einigermaßen verschmerzbar wäre, wenn er einmal herunterfallen oder gestohlen werden sollte.

Eines Tages – ich steckte gerade mitten in einem wichtigen Uni-Projekt – fing mein Laptop plötzlich an zu streiken. Irgendein Systemfehler hatte sich eingeschlichen und die Kiste blieb nur noch hängen und stürzte ab.
Nagut, kein Problem: Ich installierte das Betriebssystem und sämtliche Programme neu. Das kostete mich zwar den halben Tag, aber immerhin konnte ich hinterher wieder wie gewohnt mit meiner Arbeit weiter machen.
Zwei Wochen darauf passierte jedoch genau das gleiche mit meinem Tower-Computer. Und wieder musste ich eine komplette Neuinstallation durchführen, für die ein weiterer halber Tag drauf ging.

Warum mussten ausgerechnet so kurz hintereinander beide Computer anfangen zu spinnen?
Plötzlich traf mich eine Erkenntnis. Ich hatte das Problem doch eigentlich selbst zu verantworten. Warum zum Teufel brauchte ich unbedingt zwei Computer?
Nicht nur, dass ich ständig zwei Rechner verwalten und auf dem aktuellen Stand halten musste. Der Tower-PC war auch noch groß und schwer und bei jedem Umzug würde ich die Kiste mit mir herumschleppen müssen. Hätte ich nur einen Laptop, wäre ich von der zusätzlichen Arbeit und dem überflüssigen Ballast befreit.
Außerdem war mein PC auch noch einiges an Geld wert, das ich bei einem Verkauf einstreichen und in mein ETF-Portfolio investieren könnte.
Ich überlegte also ernsthaft, meinen Rechner zu verkaufen.

Unweigerlich meldete sich eine Stimme in meinem Kopf: Was ist, wenn ich ihn doch noch einmal brauche?
Vielleicht stand im nächsten Semester ein Uni-Projekt an, bei dem ich die Rechenleistung benötigte. Oder ich würde demnächst ein Spiel spielen wollen, dass auf meinem Laptop nicht lief.

Schade, dachte ich, dass es keine Möglichkeit gibt, den Computer zu verkaufen, ihn aber gleichzeitig irgendwie wieder zu bekommen, falls ich ihn doch noch einmal bräuchte. Wenn ich ihn doch nur irgendwie einlagern könnte…
Da  traf es mich wie ein Blitz. Natürlich konnte ich das!
Ich zerlegte den Rechner in seine Einzelteile und verkaufte diese auf eBay und in meinem Bekanntenkreis. Meine Überlegung: Würde ich doch noch einmal einen schnellen Computer benötigen, könnte ich mir auf umgekehrtem Weg einfach den gleichen oder einen ähnlichen Computer gebraucht kaufen. Ich lagerte meinen Rechner also gewissermaßen ein –  aber nicht in meinem Keller oder auf dem Dachboden – sondern in der Stuff-Cloud!

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Kaufst du noch oder denkst du schon? Eine Lektion im frugalistischen Problemlösen

Flickzeug

Seit rund fünf Monaten arbeite ich nun schon in meinem Job als Softwareentwickler und fahre nach wie vor jeden Tag mit dem Zug und mit dem Fahrrad zur Arbeit. Erst zweieinhalb Kilometer bis zum Bahnhof, dann zwischen 10 und 15 Minuten mit dem Zug und anschließend noch einmal elf Kilometer mit dem Rad.

Ganz besonders der längere der beiden Fahrradwege hat mir in dieser Zeit allerdings so einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Auf der Strecke zwischen Stafford und Stone wachsen nämlich zahlreiche Dornenhecken am Wegrand. Und deren abgebrochenen und auf dem Weg herumliegenden Zweige werden von Fahrradreifen offenbar magisch angezogen. So hatte ich alleine während meiner ersten drei Monate im Job ganze zehn Reifenpannen – so viele wie zuvor in meinem ganzen Leben zusammen nicht.

Den ersten Dorn fing ich mir gleich in meiner zweiten Arbeitswoche ein. Ich kam abends aus dem Büro und fand mein Fahrrad mit einem platten Vorderrad im Fahrradständer. Was tun? Ich nahm die Pumpe zur Hand, die ich in weiser Voraussicht immer in meinem Rucksack dabei habe und pumpte den platten Reifen noch einmal stramm auf. Dann fuhr ich los – in der Hoffnung, das elf Kilometer entfernte Stafford zu erreichen, bevor dem Rad erneut die Luft ausging.

Leider hielt die Hoffnung nur die ersten drei Kilometer, dann war der Reifen war wieder platt. Ich versuchte ihn noch einmal aufzupumpen, aber es war nichts mehr zu machen: Ich musste das Fahrrad den Rest der Strecke schieben. Bei einem Fahrradladen auf dem Weg besorgte ich noch schnell Flickzeug und kam gegen neun Uhr abends endlich zu Hause an.

Dort ging es dann aber erst richtig an die Arbeit. Ich baute das Rad aus, fummelte den defekten Schlauch heraus und versuchte, das Loch ausfindig zu machen. Schließlich fand ich gleich zwei Löcher und flickte sie. Trotzdem hielt der Schlauch danach immer noch keine Luft.
Erst als ich ihn noch einmal aufpumpte und in eine Schüssel mit Wasser legte, bemerkte ich die vielen kleinen Luftblasen, die sich überall rund um den gesamten Schlauch bildeten.
Was war da los? Während ich das Rad nach Stafford geschoben hatte, hatte sich der lose aufliegende Mantel einmal komplett um das Rad bewegt. Dabei hatte der im Reifen steckenden Dorn den Schlauch rings herum perforiert.
Der Schlauch war damit nicht mehr zu retten und ich musste einen neuen einsetzen, den ich zum Glück noch auf Lager hatte. Jedenfalls war der Abend dank dieser Panne komplett gelaufen und ich fiel irgendwann nach Mitternacht nur noch totmüde ins Bett.

Nagut, so etwas passiert einem höchstens ein paar Mal im Leben, dachte ich mir.
Aber Pustekuchen. Schon wenige Tage später fand ich mein Rad nach der Arbeit wieder mit einem platten Reifen vor. Und gleich in der selben Woche noch ein weiteres Mal. Mittlerweile hatte ich zwar Flickzeug dabei und kam auch nicht mehr auf die fragwürdige Idee, die Heimfahrt mit einem defektem Schlauch antreten zu wollen. Allerdings raubte mir jede Reparatur immer wieder einen ganzen Abend meiner ohnehin schon knappen Freizeit.

So konnte es nicht weiter gehen. Ich hatte ein echtes Problem, das irgendwie gelöst werden musste. Was konnte ich tun?

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So verkaufe ich meinen Krempel bei eBay – Teil 2: Clever verpacken und versenden

eBay-Artikel clever versenden

Im ersten Teil dieser Artikelserie hast du die ersten 20 Sachen von deinem Krempel erfolgreich bei eBay eingestellt: Du hast den passenden Verkaufspreis recherchiert und ein Angebot mit Artikelbeschreibung und Bildern erstellt. Und du hast erfahren, wie du ganz ohne Einstellgebühren relativ einfach und sorglos 140 Gegenstände in einem Jahr loswirst und dabei noch einen ordentlichen Batzen Geld einnimmst. Jetzt geht es darum, wie du deine verkauften Artikel am besten versenden kannst. Aber warum ist der richtige Versand denn überhaupt so wichtig, dass er gleich einen eigenen Artikel verdient? Ganz einfach: Wenn du einen Artikel für 10 € verkaufst, dann aber 5 € für den Versand hinblätterst, geht die Hälfte von deinem Gewinn wieder flöten. Es lohnt sich also, wenn du dir für den günstigsten Versand ein paar frugalistische Tricks aneignest. Sparst du bei 140 verkauften Gegenständen jedes Mal ein paar Euro, dann bleibt von deinem Erlös am Ende eine ordentliche Stange Geld mehr für dich über.

Die richtige Versandart wählen

Bei eBay und auch im echten Leben treffe ich immer wieder auf Leute, die einfach alles was größer als eine Büroklammer ist mit einem DHL-Paket versenden. Dabei ist schon das kleinste mit 4,99 € eine der teuersten Versandarten, die ich persönlich nur in Ausnahmefällen nutze. Wenn ich etwas versende, greife ich stattdessen lieber auf die gute alte Deutsche Post und auf den Hermes-Versand zurück. Im Laufe der Zeit haben sich dabei vor allem drei Versandarten hervorgetan, mit denen ich den überwiegenden Teil meiner eBay-Verkäufe bestreite. Diese drei Kandidaten und ihre Besonderheiten möchte ich dir heute vorstellen.
Achja, eine Sache wäre da noch: Um die passende Versandart auswählen zu können, wirst du nicht drum herum kommen, das Gewicht deiner Artikel genau nachzuwiegen. Dafür ist eine Brief- oder Küchenwaage äußerst nützlich, die du dir von deinem Nachbarn oder deiner Mama oder Oma ausleihen kannst. Alternativ ersteigerst du dir (ausnahmsweise!) so eine Waage günstig bei eBay, dann kriegst du auch gleich die erste Bewertung auf deinem Verkäuferkonto.

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So verkaufe ich meinen Krempel bei eBay – Teil 1: Der optimale Verkaufspreis

Ein Angebot bei eBay einstellen

In einem der letzten Artikel hast du erfahren, warum vieles von dem ganzen Krempel, den du so kaufst oder besitzt, unnützer Ballast ist und du besser damit beraten wärst, diesen zu verkaufen oder zu verschenken. Dummerweise war nun gerade Weihnachten und wenn du Pech hattest, wurdest du von deinen Verwandten und Bekannten mit jeder Menge nutzlosen Geschenken und tonnenweise überflüssigem Krempel überhäuft, der dir jetzt am Bein klebt. Höchste Eisenbahn also, dass du anfängst deinen Kram loszuwerden. Am besten nimmst du dir für das neue Jahr gleich mal vor, mindestens 100 Dinge aus deinem Besitz zu verkaufen. Das kann ganz nebenbei auch noch ein netter Verdienst sein: Als ich mich im letzten Jahr von rund 150 meiner Besitztümer getrennt habe, habe ich durch die Verkäufe eine kleine vierstellige Summe eingenommen. Mit dem auf diese Weise verdienten Geld könntest du zum Beispiel dein erstes kleines Wertpapier-Depot aufbauen.

Verkauft habe ich meinen Krempel meistens auf eBay und eBay Kleinanzeigen, über die Smartphone-App Shpock sowie dem lokalen schwarzen Brett der Stadt Bremen. Dabei habe ich festgestellt, dass ich mit Abstand die meisten Sachen auf eBay absetzen konnte, wo sich selbst für den abstrusesten Unfug irgendwie immer noch ein Käufer fand.

Entenhausener Münzsammlung

Mein persönliches Highlight war beispielsweise die Entenhausener Münzsammlung: ein Pappheftchen mit Blechmünzen aus der Welt von Donald Duck, die es vor 15 Jahren mal als Beilage im Micky Maus Magazin gab und die schon nach kurzer Zeit für stolze 8 € einen neuen Besitzer fanden. Zudem habe ich bei eBay fast durchgehend höhere Verkaufspreise erzielen können als auf anderen Plattformen, selbst nach Abzug der nicht ganz unerheblichen Gebühren von 10 Prozent des Umsatzes, vermutlich weil auf eBay einfach mehr potentielle Käufer unterwegs sind als anderswo. Dazu kommt, dass der Kauf bei eBay von den Käufern meistens als verbindlicher angesehen wird und man nicht ständig mit Leuten verhandeln muss, die am Ende doch nicht kaufen, was bei den Kleinanzeigen-Plattformen mitunter ziemlich viel Zeit und Nerven kosten kann. Bei eBay habe ich im Regelfall einfach einen Artikel eingestellt, seelenruhig gewartet bis er verkauft wurde und ihn dann verschickt, fertig.

Da sich das Verkaufen bei eBay allerdings ein wenig komplizierter gestaltet als auf Shpock oder Kleinanzeigen und es ein paar Dinge zu beachten gibt, will ich dir mit dieser Artikelserie eine kleine Anleitung geben (basierend auf meinen eigenen Erfahrungen), damit du deinen Krempel so einfach und reibungslos wie möglich loswirst und dabei den höchstmöglichen Verkaufspreis erzielst. In diesem ersten Teil geht es darum, wie du einen Artikel am besten einstellen kannst und einen Preis festlegst. Im zweiten Teil geht es dann um den optimalen Versand.

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Konsum, der dich die Freiheit kostet: Warum der Krempel gehen muss.

Krempel im Supermarkt

Wusstest du, dass heute jeder von uns im Durchschnitt 10.000 Gegenstände besitzt? Das ist hundertmal so viel wie noch zu Zeiten deines Urgroßvaters. Da stellt sich doch die Frage, ob du denn jetzt auch ein hundertmal glücklicheres Leben führst. Und hast du überhaupt einen Überblick darüber, was du alles besitzt?

Die meisten Menschen handeln in der Annahme, dass der Kauf von Dingen Probleme löst, das Leben verbessert und Lebensglück und Zufriedenheit bringt. Darum kaufen wir das siebenundzwanzigste Paar Schuhe, die siebzehnte Hose und dazu gleich einen größeren Kleiderschrank, um das alles unterbringen zu können. Das neue elektronische Gadget, das eine Kleinigkeit mehr kann als das Vorgängermodell, Alufelgen fürs Auto, Massagesessel, Mikrofaser-Waschlappen, und das vierzigteilige Messerset, weil man das doch schließlich immer gebrauchen kann. Darum ist der IKEA-Einkaufswagen an der Kasse immer voll, auch wenn wir das, weshalb wir hingefahren sind, gar nicht gefunden haben. Und gib es zu: Du gönnst dir bestimmt auch gerne mal etwas Neues.

Wenn die Theorie stimmt, müsste ich permanent nur in strahlende Gesichter blicken, da wir zu keinem Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte so viel gekauft und konsumiert haben wie heute. Tue ich aber nicht, und Schuld daran ist ein kleiner Teufel, der auf den Namen hedonistische Adaption hört. Dieser wissenschaftlich belegte Effekt sorgt dafür, dass uns eine glitzernde Neuanschaffung zwar für eine Weile einen Glücks-Kick verschafft, sich unsere Zufriedenheit aber kurz darauf wieder auf dem Ursprungs-Level einpendelt. Probier es mal bei dir selbst aus und denke daran, was du dir im letzten Jahr so gekauft hast. Fühlte sich dein Leben davor ernsthaft schlechter an, als du diese Dinge noch nicht hattest? Hast du sie überhaupt benutzt?

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