Sommerbericht 2022 – Der Sturm vor dem Sturm

In diesem Sommer gab es in unserem Leben einige Veränderungen.
Im August hat unsere zweite Tochter gesund und munter das Licht der Welt erblickt. Ich bin in meine 12-monatige Elternzeit gestartet.
Gleichzeitig ist unsere Kleine (die ab jetzt die Große sein wird) von der Kinderkrippe in den Kindergarten gewechselt. Damit hat auch mein Amt als Kassenwart der Krippe geendet, das zwei Jahre lang einiges an Zeit und Energie von mir gefordert hat.

Die erste Jahreshälfte war somit etwas wie die Ruhe vor dem Sturm. Die letzten Monate in unserem alten, gewohnten Alltag.

Wobei, Ruhe? Mit einem kleinen Kind und einem wachsenden Babybauch? Da wartet der nächste Ausnahmezustand ja eigentlich ständig hinter der nächsten Ecke. Also vielleicht doch eher der Sturm vor dem Sturm.
Neben den üblichen Herausforderungen des Alltags erwischte uns im Februar alle drei das Corona-Virus. Im März verletzte ich mir beim Skaten den linken Fuß und konnte eine Weile nicht richtig laufen (und noch länger nicht skaten).

Es ist aber auch viel Positives passiert. Ich konnte endlich wieder zwei richtige Urlaube machen und durfte viele tolle Momente mit meiner Familie und meinen Freunden erleben. Und ich habe einen lange verbuddelten Gegenstand wieder aus dem Keller geholt.

Meine Einnahmen und Ausgaben im 1. Halbjahr 2022

Nun aber erstmal zum Finanziellen und damit Vorhang auf für den traditionellen Lagebericht:
Wie viel habe ich im ersten Halbjahr 2022 verdient? Was habe ich ausgegeben?
Wie viel habe ich gespart? Wie haben sich mein Wertpapier-Depot und mein Vermögen entwickelt?

Hier erstmal die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:

1. Halbjahr 2022 Ø im Monat
Einnahmen (Netto) 9.865 € 1.644 €
Ausgaben: 7.295 € 1.216 €
Gespart: 2.570 € 428 €
Sparquote 26.1 %
Altes Vermögen1. Januar 2022: 195.203 €
Neues Vermögen30. Juni 2022: 180.484 €

Viel zu feiern gibt es bei diesen Zahlen nicht. Mit gut 26 % ist meine Sparquote so niedrig wie bisher noch in keinem Sommer- oder Jahresbericht. Und durch die derzeitige Entwicklung des Aktienmarktes ist auch mein Gesamtvermögen nicht gewachsen, sondern sogar um 15.000 € geschrumpft.

Dafür habe ich auch so wenig (für Geld) gearbeitet wie noch nie seit Start des Blogs – 24 Stunden in der Woche angestellt und im Schnitt weniger als eine Stunde pro Woche selbständig.

Einnahmen

Einnahmequelle 1. Halbjahr 2022 Ø im Monat
Angestelltengehalt netto (24 h/Woche) 11.224 € 1.871 €
Selbständigkeit Webentwicklung (netto) -599 € -100 €
Vortragstätigkeit (netto) 200 € 33 €
Kindergeld 657 € 110 €
eBay-Verkäufe, Geldgeschenke, Sonstiges 183 € 30 €
Verdienstausfall-Kompensation für Joana -1.800 € -300 €
Einnahmen gesamt 9.865 € 1.644 €

Wahrscheinlich wundert ihr euch, warum meine Selbständigen-Einnahmen diesmal negativ sind. Das hat mit den Einkommensteuer-Vorauszahlungen zu tun, die sich nach meinen Einnahmen des Vorjahres richten.

Letztes Jahr habe ich viel selbständig gearbeitet und dabei über 6.000 € verdient. In diesem Jahr kamen bisher gerade mal 600 € zusammen. Dadurch waren meine Steuer-Vorauszahlungen (etwa 1.200 €) größer als meine Einnahmen. Mit der Steuererklärung im kommenden Jahr wird das aber wieder verrechnet.

In meiner Vortragstätigkeit gab es in der ersten Jahreshälfte lediglich ein Event – hier habe ich einen Online-Vortrag über Frugalismus beim XING Digital Break gehalten.

Finanzieller Ausgleich für Joana

Joana hat im Februar ihren Angestelltenjob als Grafikdesignerin von bisher 8 auf nun 12 Wochenstunden aufgestockt. Nebenbei hat sie für ein paar Kunden in ihrer Selbständigkeit gearbeitet. Seit Juni befindet sie sich im Mutterschutz und ihr Angestelltenjob pausiert.

Zusätzlich hat Joana den überwiegenden Teil der Hausarbeit und Kinderbetreuung gestemmt. Darum habe ich ihr auch in diesem Jahr wieder eine Verdienstausfall-Kompensation gezahlt.

In den Kommentaren zu meinen letzten Sommer- und Jahresberichten waren unsere Familienfinanzen immer ein heiß diskutiertes Thema. Joana und ich halten unsere Finanzen getrennt und wollen das auch weiterhin so handhaben. Wer von uns beiden für die Care-Arbeit beruflich zurücksteckt, erhält vom Partner einen finanziellen Ausgleich.

Einen tatsächlichen „Verdienstausfall“ zu berechnen ist mittlerweile aber schwierig bis unmöglich geworden. Wer kann schon sagen, wie viel Joana (und wie viel ich) ohne Familiengründung gearbeitet und verdient hätten?

In diesem Jahr haben wir uns deshalb ein neues Verfahren ausgedacht.
Dabei überlegen wir gemeinsam, wer in etwa welchen Anteil an den Familienaufgaben übernommen hat. Dazu zählen der Haushalt, Kinder, Einkäufe, aber zum Beispiel auch das Elternamt in der Kita.
Wer mehr geleistet hat, erhält dann vom Einkommen des anderen die Differenz zur 50:50-Aufteilung.
Übernimmt Joana beispielsweise 60 % der Familienaufgaben und ich 40 %, erhält sie von mir zum Ausgleich 10 % meines Einkommens.

Ausgaben

Kategorie 1. Halbjahr 2022 Ø im Monat
Warmmiete (inkl. Strom, Gas, Internet, Rundfunk) 2.176 € 363 €
Kinder-Ausgaben & Kita-Gebühr 1.256 € 209 €
Lebensmittel-Einkäufe 1.147 € 191 €
Außer Haus essen 259 € 43 €
Haftpflicht- und Unfallversicherung 110 € 18 €
Vereinsbeitrag Skatehalle
90 € 15 €
Handytarif & Spotify 59 € 10 €
Reisen: Bahntickets, Spritkosten 377 € 63 €
Urlaub: Unterkunft 646 € 108 €
Auto: Versicherung, Steuern, Wartung 134 € 22 €
Geschenke 323 € 54 €
Partys, Kneipe, Events & Eintrittsgelder 169 € 28 €
Möbel, Einrichtung, Technik 194 € 32 €
Neue Brille 180 € 30 €
Skateboard- und anderes Hobby-Material 75 € 13 €
Gesundheit, Medikamente 41 € 7 €
Haushaltswaren, Putzmittel, Kosmetika 59 € 10 €
Ausgaben gesamt 7.295 € 1.216 €

Hinweis: Aufgeführt sind meine persönlichen sowie meine Hälfte der gemeinsamen Familienausgaben.
Bei gemeinsamen Ausgaben wie Miete oder den Ausgaben für die Kinder trägt Joana die andere Hälfte.

Dänemark und Italien

Im letzten Jahr hatten wir coronabedingt keine größeren Reisen unternommen. Nun ist sie wieder in mein Haushaltsbuch zurückgekehrt – die Ausgabenkategorie für Urlaub. 🙂

Im Februar fand wieder mein traditioneller Dänemark-Trip mit den Jungs statt. Diesmal hatten wir uns zu zehnt ein großes Ferienhaus gemietet und entspannten eine Woche lang mit Whirlpool, Sauna, Playstation, Bier und Spielen.

Dänemark Ferienhaus Whirlpool außen

Im April packten Joana und ich schließlich unseren kleinen Daihatsu und fuhren die ganze Nacht hindurch bis nach Norditalien an den Gardasee. Dort hatten wir ein Mobilheim auf einem Campingplatz gemietet und verbrachten zwei Wochen zusammen mit Joanas Familie, die sich auf demselben Platz einquartiert hatte.

Neben großen Mengen Pizza und Gelato reservierten wir fast jeden Tag die zum Campingplatz gehörende Tennisanlage. Joanas Opa, der seit vielen Jahren Tennis spielt, übernahm die Rolle des Trainers und übte mit uns die Grundtechniken – für mich ein coole sportliche Premiere. 🙂

Gardasee Campingplatz Cisano

Camping-Ausflüge

Früher haben Joana und ich fast immer mit dem Zelt Urlaub gemacht. Auf unserer Tandemtour durch Cornwall, an der englischen Ostküste, am Tegernsee. In den letzten Jahren war das durch die Geburt unserer Großen, aber auch durch Corona etwas eingeschlafen. Der bislang letzter Trip mit Zelt war unser Spreewald-Urlaub 2018.

Mittlerweile ist unsere Große mit ihren drei Jahren alt genug, dass ich sie im Sommer auf einige Camping-Ausflüge mit meinen Freunden mitgenommen habe. Da unser Mini-Wohnmobil leider nicht mit auf die Zeltwiesen durfte, habe ich mein altes Igluzelt wieder aus dem Keller geholt. Die Große liebt Camping und das Übernachten im Zelt, und so erlebten wir ein paar tolle Papa-Tochter-Ausflüge zusammen mit meiner Crew, wie hier an der Innerstetalsperre im Harz.

Camping Innerstetalsperre

Kinder-Ausgaben

Bei den Ausgaben für unseren Nachwuchs waren Lebensmittel für unsere Große (aktuell ca. 80 € im Monat) der größte Posten, gefolgt von den Gebühren für die Kinderkrippe.
Bis einschließlich März betrugen die Krippengebühren noch 380 € monatlich (also je 190 € für Joana und mich). Seit April müssen wir bis auf ein kleines Essengeld keine Gebühren mehr zahlen, da Kinder ab drei Jahren in Hannover kostenfrei betreut werden.

Neue Brille

Portrait Oliver neue BrilleLängst überfällig war die neue Brille, die ich mir im Sommer habe anfertigen lassen.
Nach längerer Suche hatten Joana und ich ein schönes Brillengestell ausgesucht, das knapp 160 € kosten sollte. Schließlich fand ich das gleiche Modell auch (neu) in einer eBay-Auktion und konnte es für 50 € ersteigern.

Die Gläser waren da schon etwas komplizierter. Mit 8 Dioptrien brauche ich eine ziemlich starke Brille, was die Gläser per se schon teuer macht. Lässt man sich dazu vom Optiker Super-Dünnschliff und Ultra-Entspiegelung aufschwatzen, erreicht man problemlos Preisbereiche um die 500 €.

Darum holte ich mir bei mehreren Optikern Angebote für etwas weniger superdünne (aber immer noch vernünftige) Standardgläser.
Auch online verglich ich die Preise bei den günstigen Verglasungsservices. Den Zuschlag erhielt schließlich meine örtliche Fielmann-Filiale. Dort bekam ich die Gläser für 130 € inklusive Sehtest und Einbau.

Neuer Handyvetrag

Statt eines Handyvertrags lieber eine Prepaid-Karte nutzen – das lese ich öfter mal als Spartipp.
Joana und ich haben dagegen seit Jahren fast immer einen Handyvertrag. Die günstigsten Tarife gibt es meiner Erfahrung nach nämlich immer im Vertrag – wenn man den richtigen findet.

Ende 2021 waren unsere alten Verträge bei mobilcom-debitel ausgelaufen. Anschließend haben wir für ein paar Monate Aldi Talk-Prepaidkarten genutzt, weil ich nicht sofort einen neuen passenden Vertrag finden konnte. Im März habe ich schließlich zwei neue Verträge bei O2 für uns abgeschlossen.

Dabei achte ich darauf, wie viel der Vertrag insgesamt über die 24 Monate Laufzeit kostet (z.B. 24 × 19,99 € im Monat plus 39,99 € Anschlussgebühr = 519,75 €).
Dann schaue ich, welches Handy man zum Vertrag dazu bekommt und zu welchem Preis man dieses bei eBay verkaufen kann. Bei uns gab es dieses Mal dank einer Samsung-Sonderaktion auch noch je ein Tablet dazu, das wir ebenfalls bei eBay verkauft haben.

So kommt man mit dem richtigen Vertrag leicht auf deutlich geringere monatliche Kosten als mit einem vergleichbaren Prepaid-Tarif.
Wir haben durch den Verkauf der Geräte sogar etwas mehr herausbekommen als der Vertrag kostet. Dafür haben wir für die nächsten zwei Jahre nun eine Allnet-Flatrate mit 12 GB Datenvolumen. Danach kündige ich die Verträge wieder und suche ein neues Angebot.
Über Seiten wie mydealz findet man Verträge wie diesen auch ohne allzu großen Rechercheaufwand.

Depot und Vermögen

Durch die momentane Krisensituation (Ukraine, China, Inflation?) ging es mit meinem ETF-Portfolio in diesem Jahr ein gutes Stück abwärts.

ETF Depot 1. Halbjahr 2022

Trotz der Kursverluste blieb der risikobehaftete Anteil meines Vermögens aber weiter dicht an seinem Sollwert von 80 %.

Zur Erinnerung: Mein Vermögen habe ich zu 80 % in risikoreichere Anlagen (ETFs) und zu 20 % in risikoärmere Anlagen (Tagesgeld) aufgeteilt. Nachkäufe tätige ich immer so, dass diese Ziel-Aufteilung nach Möglichkeit immer wieder hergestellt wird.

Darum habe ich auch 2022 bisher noch keine ETF-Anteile nachgekauft. Meine Sparrate ist komplett in den risikoarmen Tagesgeld-Anteil gewandert.

Damit liegt mein letzer ETF-Kauf (während des Corona-Crashs 2020) nun schon über zwei Jahre zurück. Wenn der aktuelle Bärenmarkt bestehen bleibt oder sich sogar verschärft, gibt es vielleicht zum Ende dieses Jahres wieder einen Kauf.

Vermögensaufteilung

So ist mein Vermögen Ende Juni 2022 aufgeteilt:

Anlage Summe Anteil am Gesamtvermögen
ETF-Portfolio 131.277 € 72,74 %
BAV England (100 % Aktien)
(kann erst mit 55 ausgezahlt werden)
10.059 € 5,57 %
Cash 39.148 € 21,69 %
Gesamt 180.484 € 100 %

Stürmische See

So segeln wir erstmal weiter durch diese stürmischen Zeiten. Im Augenblick kämpfe ich noch mit einer Sehnenscheidenentzündung in der rechten Hand. Im November ist unsere Große für eine Operation einige Tage im Krankenhaus. Danach wird es hoffentlich etwas ruhiger.

Für meine lange Elternzeit habe ich viele Ideen und Vorhaben. Neue Blogartikel schreiben, die Website überholen. Unseren Keller ausmisten, überflüssigen Krempel verkaufen. Freunde treffen, Sport treiben, Skaten gehen.
Mal sehen, wie viel ich davon am Ende tatsächlich umsetzen kann, oder ob uns das Familienleben voll in Beschlag nehmen wird.

Immerhin wird Arbeiten gehen und Geld verdienen für uns in den nächsten Monaten keine Rolle spielen. Das macht einiges leichter. Und das Leben angenehmer.

174 Gedanken zu „Sommerbericht 2022 – Der Sturm vor dem Sturm“

  1. Hallo Oliver,

    immer wieder interessant, Neues aus eurem Leben zu erfahren. Natürlich auch noch alles Gute zur Geburt von Töchterchen Nummer 2.

    Eine Frage: Aus welchen Geldern bestreitest du die 12 Monate deiner Elternzeit? Aus dem Cash-Bestand des Depots oder hast du hierfür noch einen Extra-Spartopf?

    Vielen Grüße
    Tommy

    Antworten
    • Hallo Tommy,
      vielen Dank! 🙂

      Während meiner Elternzeit bekomme ich Elterngeld. Zusammen mit dem Kindergeld und ggf. ein paar kleineren Nebeneinnahmen reicht das ungefähr zur Deckung unserer Familienausgaben. Ansonsten schieße ich eben noch etwas von meinem Giro- oder Tagesgeldkonto hinzu.

      Antworten
  2. Lieber Oliver,

    vielen lieben Dank für deinen Bericht, sehr, sehr spannend! Ich frage mich immer wieder, wie Ihr es schafft, mit nur 191 € Durchschnitt pro Monat alle Lebensmitteleinkäufe zu stemmen! Sicher hast du schon ganz viele Fragen dazu bekommen, oder?

    Viele Grüße aus Nürnberg und natürlich auch von mir alles Liebe zur Geburt Eurer Tochter!
    Petra

    Antworten
    • Hallo Petra und vielen Dank!

      Die 191 € sind nur die Lebensmittel-Ausgaben für mich selbst, nicht für die Familie.
      Joana hat ja ihre eigenen, von mir getrennten Finanzen, darum veröffentliche ich hier auf dem Blog immer nur meine persönlichen Ausgaben.
      Die Lebensmittel, die wir nur für die Kinder kaufen, laufen mit unter der Kategerie „Kinder-Ausgaben“.
      Als gesamte Familie dürften unsere Lebensmittel-Ausgaben bei ca. 450 € liegen.

      Antworten
      • Lebensmittel-Ausgaben bei ca. 450 € für die Familie oder 191 Euro für eine Person
        – jetzt bin ich mal ehrlich. Wenn du die Möglichkeit hat, nimm dir von einem Harz4 Empfänger oder einen offiziellen Bedürftigen die roten Lebensmittelkarte.

        Mit der Lebensmittelkarten für Tafeln kannst du alle Lebensmittel gratis # bekommen. Ich habe das mal gemacht und ich kann dir sagen: Paradies

        Du hast eine riesige Auswahl an Lebensmitteln.

        In der Regel sind diese Lebensmittel abgelaufen , aber da stehen ganze Paletten von super guten Lebensmitteln, die sofort verbraucht werden müssen.

        wer kochen kann, wer einwecken kann oder wer backen kann, kann auf diese Art 90% der Kosten für Lebensmittel einsparen .

        Beispiel Bananen: Die Bananen sind nicht schön und schon ein wenig angereift. Scharze Punkte. So was kauft kaum noch wer inm Lebensmittelmarkt. Damit kannst du einen tollen Bananenkuchen herstellen oder Bananen flambiert.

        # gratis stimmt ja nicht, 1 Euro. Jammern „das Geld reicht nicht“ gehört zum Geschäftsmodell von einigen Harz4. Die kommen mit ihren Gelder nie aus, weil – so in meinem absehbaren Umkreis – das Geld sowieso eher für Zigaretten, Alkohol, Drogen und Spielsucht ausgegeben wird. Mein Kumpel Roger lebt seit 1990 aus Sozialhilfe / Harz4 / Bürgergeld und hat sich zur Aufgabe gemacht, nie arbeiten zu gehen. Telnummer gern auf Anfrage.

        Antworten
  3. Hallo Oliver,

    interessanter Beitrag und immer wieder Ansporn, gewisse eigene Ausgaben mal zu hinterfragen. Auch einige Tipps nehme ich gerne mit – z.B. hätte ich nie gedacht, dass man mit den richtigen Handy-Angeboten (und Geräteverkäufen) ggf. sogar etwas Gewinn machen kann.

    Aus welchem Grund hast du 20% auf dem Tagesgeld? Um „ruhiger“ schlafen zu können oder als Rücklage, falls die Einnahmen (aus welchen Gründen auch immer) wegbrechen könnten? Langfristig ist der zu erwartende Gewinn bei Aktien-ETFs ja höher als beim Tagesgeld.

    Viele Grüße,
    Jörg

    Antworten
    • Hi Jörg,
      danke, das freut mich! 🙂

      Bei den 20 % handelt sich nicht um einen (liquiden) Notgroschen, sondern um den risikoarmen Anteil meines Portfolios. Früher hat man dafür Anleihen-Fonds oder Festgeld-Leitern (also durchaus illiquide Investments) genutzt, heute aufgrund der niedrigen Zinsen meistens Tagesgeld. In der „klassischen Weltportfolio-Lehre“ gilt eine Aktienquote von 80 % dabei schon als recht aggressiv.

      Siehe auch die Diskussion hier:
      https://frugalisten.de/sommerbericht-2021-kleinstes-wohnmobil-der-welt/#comment-110834

      Antworten
      • Hi Oli,
        kleiner Denkanstoß, es gibt wieder Zinsen, z.B. ca. 2% auf deutsche Staatsanleihen. War für mich Anlass genug, um mehr über diese Anlageklasse zu lernen. Im Detail durchaus spannend. (Vielleicht ja demnächst sogar einen Artikel hier wert?)

        Antworten
  4. Nur zum besseren Verständnis, dass sind deine Finanzen und somit dein Anteil an z.B. den Familienausgaben, oder?
    Somit ist DEIN Anteil für Lebensmittel etwa 200,-.
    Ihr als Familie gebt für Lebensmittel vermutlich mehr aus. Wie ist denn da eure Aufteilung? 50:50 mit Joana?

    Antworten
    • Hallo Michael,

      genau, es sind nur meine persönlichen Ausgaben. Bei den Lebensmitteln sind es sogar nur meine eigenen Ausgaben, da die Lebensmittel, die wir nur für die Kinder kaufen, unter der Kategorie „Kinder-Ausgaben“ laufen.
      (Siehe auch meine Antwort an Petra hier: https://frugalisten.de/sommerbericht-2022-sturm-vor-dem-sturm/#comment-139208)

      Unsere Aufteilung funktioniert so: Lebensmittel, die nur ich esse, zahle ich alleine. Lebensmittel, die nur Joana isst, zahlt sie alleine (dadurch sind meine Lebensmittel-Ausgaben etwas höher als ihre).
      Lebensmittel, die wir beide essen (das ist der überwiegende Teil) und die Kinder-Lebensmittel zahlen wir 50:50.

      Antworten
    • ja, finde ich persönlich sehr viel für einen erwachsenen. ich lebe in einem teuren land, esse gutes fleisch, biolebensmittel, koche frisch etc. und habe wesentlich weniger kosten im monat an lm. und ich esse viel, baue nix eigenes an (ausser tomaten)

      Antworten
  5. Herzlichen Glückwunsch zur Geburt eurer 2. Tochter. Und herzlichen Dank für den interessanten Bericht.
    Die Aktienmarkt-Schwankungen sind echt krass. Ich gucke da aktuell gar nicht mehr so oft drauf, um nicht weinen zu müssen. 😉 Mal sehen, wann sich alles mal wieder beruhigt.

    Antworten
  6. Herzlichen Glückwunsch euch zur Geburt des zweiten Kindes und ganz viel Erfolg für die anstehende OP!
    Und ein ganz großes Dankeschön für die halbjährliche Offenlegung deiner Aus- und Einnahmen – ich fühle mich sehr privilegiert, weiterhin diese privaten Einblicke zu bekommen. Ich kann nur jeder/m LeserIn ans Herz legen, dies zu berücksichtigen bevor kritische Kommentare zu den Einkommensausgleichen geschrieben werden.
    Es ist einfach ein Unding dass die Pflege von Angehörigen/Erziehung von Kindern (und jegliche andere ‚Care-Arbeit’) mit enormen finanziellen Einbußen bis hin zur Rente einhergehen. Die Gesellschaft braucht Kinder (und Erwachsene, die Kinder in die Welt bringen wollen) aber unterstützt nur unzulänglich, sobald sie da sind.

    Antworten
    • Hallo Limette und vielen Dank! 🙂

      Ich finde die Untertützung für Familien an vielen Stellen schon ordentlich. Als Kassenwart der Kinderkrippe habe ich ja beispielsweise mitbekommen, was ein Krippenplatz an Augaben verursacht.
      Wenn es keine staatlichen Subventionen gäbe, sondern alle Eltern die entstehenden Kosten (Miete für die Räume, Erzieher, Essen) vollständig aus eigener Tasche zahlen müssten, würde der Krippenplatz keine 350 € kosten, sondern nahezu mein gesamtes Angestelltengehalt (!).

      Antworten
  7. Erste Tennisstunden und Sehnenscheidenentzündung in einem Beitrag – das kann kein Zufall sein

    Wieder mal ein sehr transparenter und ehrlicher Beitrag. Top Es braucht eben kein 500k Depot für ein zufriedenes Leben.

    LG
    Felix

    Antworten
    • Hi Felix, dankeschön! 🙂

      hmm, daran hatte ich noch gar nicht gedacht. 😀 Zwischen dem Tennistraining und den ersten Symptomen lagen einige Monate, darum hatte ich eher die Computermaus in Verdacht. 😉

      Antworten
  8. Das mit dem Handy-Vertrag stelle ich mir ziemlich kompliziert vor. Kann man da immer seine eigene Nummer behalten? Wie sieht es beim Verkauf der doch teils recht teuren Geräte aus wenn mal eines während der Garantie kaputt geht – hat der Käufer dann auch Garantie? Und kann es nicht passieren, das man in irgendeine Gebühenfalle tappt wenn man den Vertrag alle 24 Monate wechselt?

    Viele Grüße

    Petra

    Antworten
    • Hallo Petra,

      die Rufnummer kann man einfach zum neuen Vertrag (oder Prepaid-Tarif) mitnehmen. Dafür muss man in der Regel nur ein Freigabe-Formular ausfüllen und zum alten Anbieter schicken.
      Seit Dezember 2021 ist sogar gesetzlich geregelt, dass diese Rufnummermitnahme kostenlos erfolgen muss.

      Die Geräte verkaufe ich immer mit Rechnung und lege eine Abtretungserklärung für die Gewährleistungsansprüche mit bei. Dann kann der Käufer genau die gleichen Gewährleistungs- und Garantieansprüche geltend machen wie ich.

      Das mit der Gebührenfalle verstehe ich nicht so ganz. Es sind ja ganz normale Handyverträge von ganz normalen Anbietern. Natürlich sollte man die Tarifdetails immer prüfen, z.B. ob es eine Datenautomatik gibt (die muss gesetzlich vorgeschrieben deaktiviert werden können) oder was die Telefonminuten außerhalb des Kontingents kosten (bei Tarifen mit Inklusivminuten). Aber große Überraschungen gibt es da bei den üblichen Anbietern eigentlich selten.

      Antworten
      • „…Die Geräte verkaufe ich immer mit Rechnung …“

        Erhält man denn immer eine seperate Rechnung für die Geräte wenn man einer derartigen Vertrag abschliesst?

        Antworten
        • Hallo Petra,
          nein, meistens stehen Vertrag und Geräte auf einer Rechnung. Aber ich brauche die Rechnung selbst ja nicht, darum kann ich sie dem Käufer probemlos mitgeben.
          Bei Bedarf könnte man sich sonst auch vorher noch eine Kopie der Rechnung machen.

          Antworten
      • Hallo Oliver,

        vielen Dank für deinen Halbjahresbericht. Es ist toll, dass du dies trotz der wenigen Zeit bisher immer noch hochgeladen hast. Zur Geburt deiner zweiten Tochter wünsche ich natürlich auch alles Gute!

        Eine Frage zu den Handyverträgen hätte ich noch 🙂
        Du verkaufst also die Geräte direkt, nachdem du sie erhalten hast und nicht erst nach Ablauf der Vertragslaufzeit?
        Ist das generell erlaubt oder gibt es auch Verträge, die quasi regeln, dass erst nach Ablauf der Vertragslaufzeit das Gerät in mein persönliches Eigentum übergeht und dementsprechend auch nicht die Gewährleistung an eine andere Person übertragen werden kann?

        Antworten
        • Hallo Lukas,

          ich verkaufe die Geräte direkt, richtig. Es kommt wohl immer auf den Anbieter bzw. den konkreten Vertrag an, ob das Gerät direkt in das Eigentum des Käufers übergeht. Inbesondere dann, wenn der Vertrag eine Ratenzahlung für das Gerät beinhaltet, ist das wohl häufig nicht der Fall.

          In meinem Fall habe ich die Geräte über Samsung gekauft, nur der Vertrag kam von O2. Für die Geräte habe ich bei Samsung einmalig 55 € bezahlt, womit diese dann auch in mein Eigentum übergegangen sind. Das konkrete Angebot, was wir genutzt haben, war übrigens dieses hier:
          https://www.mydealz.de/deals/samsung-bundles-mit-o2-blue-tarifen-a52s-s20-fe-4g-s20-fe-5g-tab-a8-wifilte-bsw12gb-lte-mit-a52s-256gb-s20-fe-128gb-fur-68975eur-1965816

          Man kann die Geräte manchmal auch gut bei den üblichen Ankaufsportalen verkaufen (habe ich in unserem Fall mit den beiden Smartphones gemacht, die Tablets gingen zu ebay). Die fragen nicht nach, ob das Gerät bereits abgezahlt ist oder nicht.

          Antworten
  9. Immer wieder spannend hier einen neuen Artikrl zu lesen!

    Frage zum Depot:
    Woher rührt das verlangen der 80/20 Aufteilung, während der Vermögensakkumulation? Wäre es nicht zielführender, entgegen des eigenen Wohlbefinden, einen Festbetrag auf dem TG als finanzielle Reserve bereitstehen zu haben und dann jeden freien 1€, entsprechend der eigenen Strategie prognosefrei und umgehend zu investieren?

    Anmerkung zum Entsparen:
    Bin schon in knapp 7 Jahren darauf gespannt, ob die FF wirklich stattfindet oder es doch in Teilzeit etc. entspannt weitergeht. Gerade zur FF freue ich mich schon darauf zu sehen, wie Anteile bei 6 ETF verkauft werden.
    Ich könnte mich dabei trotz aller Rationalität nicht entscheiden und hätte dann lieber nur einen World oder S&P 500 ETF zum Verkaufen.

    Anmerkung zum Essen für 200 € der Fragesteller:
    Ich kann z.B. 2 Kg Möhren vom Discounter empfehlen. Enden abgeschnitten, Möhren in Wasser eingelegt/putzen und dann mit Schale kochen. Wasser abgießen, Butter oder Öl, Sahne und Gewürze (Geschmackssache) dazugeben udn zerstampfen. Gibt 4x 500 Möhrenpüree als Beilage für je ca. 60 Cent Wareneinsatz.

    Wünsche allen alles Gute weiterhin und nicht vergessen, niedrige Kurse = viele Anteile

    Viele Grüße

    MarcMitC

    Antworten
  10. Kleiner Tipp bzgl. den Steuervorauszahlungen: einfach kurze Mail ans Finanzamt mit den geschätzten Einnahmen fürs Jahr schicken, die passen das direkt an, auch unterjährig. So werden die Nettoeinnahmen nicht unnötig rot und die Liquidität wird geschont. Geht auch in die andere Richtung wenn man eine saftige Nachzahlung vermeiden will.

    Antworten
  11. Ich denke mit dem heutigen Bericht kann man die Rente mit 40 endgültig für tot erklären. Selbst 50 ist wohl schon zu hoch gegriffen und schlussendlich wird Oliver so wie wir alle dann doch bis 65 arbeiten müssen. Schön wie Utopien nach ein paar Jahren auf den Boden der Realität zurückgeholt werden.

    Antworten
    • Hallo,

      hochgerechnet sind wir für das Jahr 2022 bei Ausgaben zwischen 14 und 15.000 € und auch bei den Lebensmitteln scheinen die einstigen 100 € nicht mehr zu halten sein. Gerade durch die massiven Preissteigerungen bei Grundlebensmitteln, geht es irgendwann nicht mehr unter Summe X, ohne massiv zu verzichten.

      Ich bin auch dabei, quasi die Rente auf Ewigkeit zu erreichen und rechne mit 45 Jahren damit. Daher finde ich Olivers Blog, neben der Tatsasche was für eine wahnsinnig gute Qualität er hier jedesmal abliefert, interessant jemand anderes bei seinem Weg zuschauen zu können.

      Es wird spannend bleiben für die Zukunft. Gerade mit 2 Kindern glaube ich auch nicht, dass die Rente mit 40 klappen wird. Irgendwann brauchen die Kinder je ein eigenes Zimmer (meine Ansicht wegen Privatsphäre) und wenn die beiden mal studieren wollen etc. sollte man am besten schon ab der Geburt das Kindergeld zurückgelegt haben.

      Ich rechne selbst nicht mal ernsthaft mit der Rente für die Ewigkeit, sondern eben mit der Freiheit ab Jahr 2035 – 2040. Es sollte ausreichend Geld investiert und Vermögen aufgebaut sein, um durch Dividenden und Kapitalverzehr bzw. Kursgewinne entweder nur noch 10 bis 15 Stunde die Woche arbeiten zu müssen im Zweifelsfall oder das z.B. eine Selbstständigkeit mit 1000 bis 2000 € im Monat die Grundkosten deckt und dann nochmals 500 bis 1000 mtl. ein schönes und ruhiges Leben ermöglichen.

      Viele Grüße

      MarcMitC

      Antworten
    • @Kapitalist:

      Oliver wird im November 34 Jahre alt.
      Sein Gesamt-Portfolio Wert liegt Ende Juni 2022 bei 180.484 €.
      Seine durchschnittlichen mtl. Ausgaben liegen bei 1.216 €.

      Nach der 4% Regel bräuchte er also ein Gesamt-Portfolio Wert von (1.216*300) 364.800 € (ohne etw. Kosten für Krankenkasse).

      Wenn Oliver ab jetzt 0 € sparen würde und sein Portfolio eine durchschnittlich jähliche Rendite von 5% (inflationsangepasst) erreicht, hätte er in 15 Jahren ein Gesamt-Portfolio Wert von (180.484*1,05^15) 375.213€ und somit die finanzielle Unabhängigkeit erreicht.

      Er wäre also 49 Jahre alt. Bis dahin arbeitet Oliver eine entspannde 24 Stunden Woche und genießt sein Leben. Während andere 40+ die Woche arbeiten, mit ihrem Audi A3 eine Stunde vom Vorort zur Arbeit fahren, kaum Zeit mit ihren Kindern verbringen und dumme Aussagen in den Kommentaren hier schreiben…

      Antworten
      • Dann müsste sein ETF-Portfolio jährlich ca. 6,24 % Rendite nach Inflation durchschnittlich für 15 Jahre abwerfen. Natürlich nicht unmöglich für ETFs auf Aktien, doch bei seinem Depot könnte man fast nur dem All Country zutrauen.

        Es bleibt spannend und 15 Jahre gehen auch rum, doch kann und wird wohl viel passieren in dieser Zeit.

        Antworten
      • Naja besser, als zu 4. in einer 60m² Wohnung eingeengt zu leben und mit einem uralt Daihatsu rumzufahren, wo ich jedes Jahr aufs neue hoffen muss, dass ich die Plakette noch bekomme.
        Abgesehen davon war der Ursprung des Blogs Rente mit 40. Das geht sich ja jetzt schon deutlich nicht aus und wie in meinem Post oben bereits erwähnt wird selbst 50 knapp. Das siehst du ja in deinem fiktiven Rechenbeispiel selber ein.

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        • Den Ursprungsgedanken hatte er von Anfang an hinterfragt. Er schrieb ja selbst damasl, dass er mit steigenden Einnahmen und Ausgaben rechne und das das Ziel „Rente mit 40“ realistisch seit.

          Zwischenzeitlich kam der Beitrag „Ist die Rente mit 40 tot?“ und inhaltlich ging es bereits nicht mehr um den Ruhestand mit 40, sondern ums Anpassen der eigenen Vorstellungen eines erfüllten Lebens. Weiterhin wurde beschrieben, dass es keinen festen Punkt gibt ab dem man völlig frei sei, sondern dies nach und nach sich ergibt und letztlich alles Annahmen sind.

          Mit einer gesunden und glücklichen Familie/Kindern sowie mit Teilzeitjob sich ein schönes Leben zu ermöglichen ist doch auch ein toller Lebensweg. Man kann den Kindern das wichtigste bieten, Zeit mit einem zu verbringen können.

          etwas persönliches:
          Ich bin auch zurzeit in Elternzeit und ich könnte jetzt losfahren, ins nächste Spielzeuggeschäft und für 10.000 € Spielzeug kaufen. Die 10.000 € würden nicht mal einen Unterschied bei meinen bisher angesparten und investiertem Vermögen spielen. Doch mache ich damit mich oder meine Kinder glücklicher? FÜr mich ein klares Nein. Es ist die Zeit, die ich für die Familie, für meine Kinder da bin, die so wichtig ist.

          Ich rechne zwar damit ab spätestens 2040 nicht mehr arbeiten zu müssen, doch mein Ziel ist es viel mehr die Summe X im Depot bzw. in einem einzigen ETF zu haben und davon entweder die Dividendenerträge zum Leben zu nehmen und mit Teilzeit ein weiterhin einfaches Leben zuführen oder gar Anteile stetig zu veräußern, um einfach meine Ruhe vor den Verpflichtungen einer Arbeit zu haben.

          Jetzt macht die Arbeit Spaß, ist ok, finanziert mir mein Leben und meine mögliche Freiheit, doch in 10 Jahren kann dies wieder ganz, ganz anders sein. Es geht nicht mal um eine finanzielle Freiheit, sondern um die Freiheit, selbstbestimmt entscheiden zu können.

          Viele Grüße

          MarcMitC

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        • Naja besser, als zu 4. in einer 60m² Wohnung eingeengt zu leben und mit einem uralt Daihatsu rumzufahren

          Wer Lebensqualität und Glück über Wohnfläche und Fahrzeugalter definiert, braucht dringend Hilfe. Als Einstieg empfehle ich alle Blogartikel einmal von vorne lesen.

          Hat man dann eine gewisse innere Zufriedenheit erreicht, muss man auch nicht mehr die Ziele und Erfolge anderer entgegen jeder objektiven Grundlage schlechtreden, um sich selbst besser zu fühlen, sondern kann schauen, wie man sich davon inspirieren lassen oder etwas Neues lernen kann.

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          • Ich sehe es auch so, dass Lebensglück und neue Autos nur bedingt miteinander zu tun haben sollten — aber ich möchte an dieser Stelle etwas Wichtiges anmerken:

            Woher kommen eigentlich die Erträge, die Oliver’s Depot erwirtschaftet?

            Also die Rendite fällt ja nicht vom Himmel, sondern das sind Gewinne von Unternehmen — die z.B. neue Autos verkaufen. Mit anderen Worten: Die Rente von Oliver wird letztlich von den Leuten finanziert, die sich teure Autos kaufen. Das ist jetzt sehr stark vereinfacht, und auch nicht so unfair wie es jetzt eventuell klingt — ohne Oliver’s Kapital würden die Autos, die andere Menschen haben wollen, nicht hergestellt. Aber es ist eben auch so, dass nicht alle Menschen gleichzeitig Frugalisten sein können — dann gäbe es nämlich keine Depoterträge mehr (oder doch)?

            Diese Frage möchte ich hier nicht beantworten, sondern als Denkanstoß aufwerfen. Letztlich hat Frugalismus ja auch mit der Frage zu tun, was ein schönes Leben ist, und wie man es allen Menschen zugänglich machen kann, und da ist es schon wesentlich, welche Rolle Unternehmen (Lohnarbeit, Gewinne) spielen.

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            • Nix für ungut. Aber da ist sie wieder die Verwechslung bzw. Gleichsetzung von Frugalismus und FIRE.
              Frugalismus heist nur finanziell clever und zugleich bescheiden FREIWLLIG (der entscheidende Unterschied zur Armut!!) unter seinen Möglichkeiten zu leben, OHNE das als Einschränkung zu empfinden und sich nicht für Sachen abzurackern, die man weder braucht noch will (allein das ist, man muss nur die Kommentare lesen, für die meisten weder vorstell- noch nachvollziehbar.)
              Das hat erstmal nix mit Geldanlage und Depotentwicklung zu tun.

              FIRE ist dann der Bonus, das Sahnehäubchen obendrauf, das Weniger-Müssen-Müssen.
              Frugalismus geht auch gänzlich ohne Geldanlage (man kann – und Oliver tut das besipielsweise mit diesem Blog – das Überschüssige auch spenden oder verschenken).

              Bzgl. FIRE finde ich Deinen Denkanstoß hingegen absolut berechtigt.

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            • Es ist doch gar nicht so unklar, wie das Leben in Deutschland aussähe, wenn alle Frugalisten wären. Die komplette Industrie wäre überflüssig, die meisten Erfindungen gäbe es nicht oder sie wären nicht für die breite Masse verfügbar (Auto, Flugzeug, Computer), kein einziges Projekt liesse sich umsetzen, weil das allen zu anstrengend ist und man lieber in Teilzeit chillt und alles doppelt so lange braucht. Auf lange Sicht gäbe es keinen Sozialstaat mehr, von einem Kapitalmarkt ganz zu schweigen. Mit anderen Worten: wir würden wie in einem Entwicklungsland leben! Überspitzt formuliert könnte man als Frugalist, der nicht auf Kosten anderer leben will in den Kongo auswandern. So konsequent sind die Leute dann aber leider doch nicht, man streitet sich lieber über den Unterschied zwischen FIRE und Frugalismus.

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              • – Frugalist kann ich auch mit einer 70 Stunden Woche sein (Waren Buffett kann man durchaus als Frugalist bezeichnen). Das „wenig-bezahlte Erwerbsarbeit-Modell“ ist nur eines unter vielen.
                – Wenn Produktivität und Effizienz nur an Arbeitszeit festgemacht wird, wären die DDR und viele andere sozialistische Staaten ein Hort von Wohlstand gewesen
                – in Enwicklungsländern wird wesentlich länger gearbeitet als in Industrieländern
                – bezahlte Lohnarbeit ist nur eine Arbeitsform unter vielen
                – über die positiven Aspekte eines sparsamen Ressourcenverbrauch sollte ich nicht hinweisen müssen

                Schwache Argumente kann man natürlich mit viel Meinung kompensieren.

                Antworten
                • – Der Frugalist der 70 Stunden arbeitet dürfte – wie Warren Buffet – die absolute Ausnahme unter den Frugalisten sein und gegen so jemanden hat auch niemand was.

                  – Auch wenn es viele Formen der Arbeit gibt, ist die Erwerbsarbeit nun einmal das was 90 % der Leute arbeiten und was die meisten Staatseinnahmen produziert.

                  – Produktivität und Effizienz mag ab 50 oder 60 h pro Woche nicht steigen, wenn man nur 15h in der Woche arbeitet, sinken die beiden aber eklatant.

                  Ein Argument wird nicht dadurch schwach, dass man es als schwach bezeichnet.

                  Antworten
                  • Was du hier wieder schreibst stimmt einfach nicht Konstantin. Die mit großem Abstand größten Steuereinnahmen gab es letztes Jahr bei der Umsatzsteuer. Nicht Lohnsteuer.

                    Auch deine Beispiele hinken („was wäre wenn ALLE an der Börse investieren.. dann würde die Börse keine Gewinne mehr machen..“)
                    Du scheinst nicht zu verstehen, dass eine Investition in die Börse nichts anderes ist als eine Kapitalanlage in z. B. eine Immobilie.
                    Nehmen wir mal das Extrembeispiel und lassen jeden FIRE-Anwärter nur noch Immobilien kaufen. Meinst du die Menschen würden jetzt aufhören zu wohnen und Miete zu zahlen?
                    Die Anlage von Kapital bringt natürlich und gesetzmäßig irgendeine Form von Rendite. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben (Je größer das Risiko, desto größer die Rendite). Warum denn auch nicht? Mein von mir erarbeitetes Geld (quasi das Synonym meiner Arbeitsstunden) wird von mir weitergegeben an jemand der es gerade braucht. Warum sollte ich keine Rendite dafür erhalten?

                    Worüber wir tatsächlich sprechen könnten wären das deutsche Erbrecht; die private Krankenversicherung; die Möglichkeit für Rechtsanwälte, Architekten u. a. in ein Versorgungswerk einzuzahlen statt die gesetzliche Rentenversicherung; Beamte, die keinerlei Sozialabgaben zahlen und überdurchschnittliche Pensionen beziehen; u. v. m.

                    All das sind wirkliche Problemfelder der deutschen Politik, deren Existenz unseren Sozialstaat tatsächlich belastet. Da könntest du dich doch mal einlesen.

                    Antworten
                    • Moin Arnim,
                      zu „Die mit großem Abstand größten Steuereinnahmen gab es letztes Jahr bei der Umsatzsteuer. Nicht Lohnsteuer.“
                      Wie kommst du darauf?
                      Guckst du hier: bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/2022/01/Inhalte/Kapitel-3-Analysen/3-2-steuereinnahmen-2021.html
                      Und hast du bedacht die Einkommenssteuer auch zu beachten/teilzuaddieren?: steuererklaerung.de/ratgeber-steuern/unterschied-lohnsteuer-einkommensteuer/

                      Natuerlich stimmt aber die generelle Entkraeftung von Konstantins Fixierung auf Lohn- und Einkommenssteuergenerierung.
                      Seine Argumentation ist ungefaehr wie „wenn es nicht heiss waere, wuerde man nicht schwitzen … (aber es ist halt manchmal heiss)“
                      Ohne valide denkbare Alternativen (Gesamtmodell) ist es nur Herummaekelei? vernuenftige Vorschlaege habe ich von Konstatin (bisher) keine gelesen?
                      LG Joerg

                      Antworten
                      • Hey Joerg, ich hab meine Daten von der Website destatis.de.

                        Ich zitiere: „Den größten Teil der Steuern machten die Gemeinschaftsteuern aus (621,1 Milliarden Euro, +15,0 %). Dieses Steuer­aufkommen steht mehreren Gebietskörper­schaften zu. Innerhalb der Gemeinschaft­steuern waren die Umsatz­steuer (einschließlich Einfuhrumsatz­steuer) mit 250,8 Milliarden Euro (+14,3 %) und die Lohnsteuer mit 218,4 Milliarden Euro (+4,4 %) am ertrag­reichsten (…).“

                        Natürlich gibt es auch noch den Unterschied zwischen Lohnsteuer und Einkommenssteuer.

                        (2021) Lohnsteuer + Einkommenssteuer = 218,4 + 72,3 Mrd. = 290,7 Mrd.
                        (2021) Umsatzsteuer = 250,8 Mrd

                        Da die Einkommenssteuer aber u. a. durch Kapitalerträge, Mieteinnahmen, Unterhaltsleistungen u. w. generiert wird (§§ 13-23 EStG) und ich hier keine genauen Zahlen finden konnte, habe ich diese mal außen vor gelassen. Konstantin kommt es ja auch gerade auf die Einkünfte aus den abgeleisteten Stunden Arbeit an und nicht auf Kapitalerträge.

                        Antworten
                    • Hi Arnim,

                      welche Steuer nun das meiste abwirft und wie sie heißt – potato potato – ist es nicht so, dass die meisten Steuern in Deutschland nur möglich sind, weil die Menschen arbeiten gehen? Lohnsteuer kann nur zahlen, wer Lohn kriegt; Umsatzsteuer kann nur zahlen, wer mit erarbeitetem Geld konsumiert, Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer können nur gezahlt werden, wenn die Unternehmen Arbeitskräfte haben, die für sie arbeiten. Kapitalertragssteuer gibst ohne Arbeit auch nicht. Also ich halte es für vollkommen logisch, dass 90% der Steuern durch menschliche Arbeit ermöglicht wird und die Erwerbsarbeit das Rückgrat unserer Gesellschaft ist.

                      Es geht mir auch nicht um eine Umverteilungsdiskussion, sondern darum aufzuzeigen, dass die Lebenseinstellung, bei Gesundheit und mit 30 mit Ansage auf Jahrzehnte unter seinen Möglichkeiten zu leben einfach nicht das ist, was gut für unsere Gesellschaft ist. Das find ich einfach Anstandslos und weiß auch nicht, was ich daran bewundern soll.

                      Antworten
                      • Erstens kann ich dich beruhigen: Diese dich beängstigende Vorstellung, dass bald jeder ein Frugalist sein könnte, die wird sehr wahrscheinlich nicht kommen.
                        Der Großteil der Menschen strebt doch nach immer mehr und mehr.

                        Zweitens, selbst wenn es so kommen würde: Was genau wäre daran so schlimm? Ja, es gäbe dann weniger Konsum. Den bräuchte es ja dann aber auch nicht.

                        Immer weiter zu ackern, um mir Dinge zu leisten die ich gar nicht brauche, nur weil ich es kann ist für mich ungefähr so wie weiter zu essen obwohl ich längst satt bin, aber es ist ja noch Essen da, ich muss ja für Umsatz beim Bäcker und Fleischer sorgen, und wenn ich ordentlich stopfe passt sicher noch was in den Magen…

                        Antworten
                        • @ Reinsch
                          man könnte auch maßvoll konsumieren und dennoch so leben, dass man kein (sozial-) schnorrer wird. Da müsste man aber eben doch mal was arbeiten.

                          Naja, wenn man dann mit 60 in einem Tiny House sitzt, eine sehr geringe Rente bezieht und sich fragt, ob das Abenteuer im Leben vielleicht doch nicht im Home Office zu suchen gewesen wäre – ich hoffe dann ist man auch noch so genügsam und fordert nicht andere zum zahlen auf.

                          Antworten
                          • Wer redet denn eigentlich davon, zum Sozialschnorrer zu werden?

                            Weder von Oliver noch von jemandem hier in den Kommentaren habe ich jemanden mit dem Plan gesehen, auf Basis von Sozialleistungen in den Ruhestand zu gehen.

                            Wenn du natürlich einfach jeden als Schmarotzer hinstellst, der nicht so hoch springt bzw. hart rackert wie er könnte, dann ist es klar dass du diese überall siehst.

                            Antworten
                            • Alle Rentner, die vorzeitig in Ruhestand gehen, alle engagierten Ehrenamtler (u.a. Feuerwehrleute, Sanitäter, Vereinsleute etc.) und natürlich alle Mütter, die das alte Familienmodell leben und sich nur oder teilweise um die Kinder kümmern, alle miteinander:
                              übelste Schnorrer mit dem Modell soziale Hängematte!

                              Antworten
                              • @ Reinsch
                                @ Zipfelklatscher

                                Ist das denn wirklich so schwierig nachzuvollziehen? In unserer Gesellschaft gibt es Phasen im Leben wo man eher Leistungen bezieht (Kindheit, Jugend, Rente) und Phasen, wo man beitragen kann (Erwerbsleben). In der Gesamtbetrachtung kann man entweder Nehmer oder Geber sein. Mit dem Lifestyle von Oliver wird man sehr wahrscheinlich immer Nehmer sein. Damit die, die wirklich Sozialleistungen BRAUCHEN (Behinderung, Krankheit, Alter) Nehmer sein können, müssen gesunde und arbeitsfähige Menschen eben Geber sein. Und wenn man das absichtlich nicht tut , obwohl man es kann, ist es unsozial, egositisch und ja, man schnorrt sich dann durch, denn diejenigen die Arbeiten, müssen es ja zusätzlich tragen.

                                Antworten
                                • Ist es denn wirklich so schwer nachzuvollziehen, Konstantin, dass du jeden Frugalisten hier unter Generalverdacht stellst und schlicht behauptest diese Lebensweise sei unsozial, ohne dich von guten Argumenten überzeugen zu lassen? Gerade als Mensch mit mehr Freizeit (z. B. durch Teilzeit) kann man sich besser um die sorgen, die Hilfe wirklich benötigen.
                                  Als in Vollzeit arbeitender Vater von 2 Kindern wirst du etwaigen familiären Bedürfnissen garantiert nicht gerecht werden können (z. B. Eltern die gepflegt werden müssen/Kinder mit Behinderung u. v. m., Partner/in mit Krankheit). Du bist festgefahren in deiner Meinung und nicht einsichtsfähig. Das tut mir einerseits leid für dich, andererseits macht es auch einfach keinen Sinn mehr es dir wieder und wieder vor die Augen zu führen, dass du mit deinen Vorwürfen im Unrecht bist. Wirklich schade.

                                  Antworten
                                  • @ Arnim:

                                    also die Fälle, die Zipfelklatscher nennt (Ehrenamtler, Mütter, die noch nach dem alten Familienmodel leben) und die Situationen die Du nennst (Eltern, die gepflegt werden müssen, Kinder mit Behinderung; Partner mit Krankheit) sind für mich ohne Frage Situationen, in denen kein Mensch verlangt, dass man viel arbeitet. Es sind genau die Situationen, in denen einem eine starke Gesellschaft helfen kann.

                                    Nur treffen diese Situationen ja (hoffentlich) nicht auf Oliver (und nicht pauschal alle anderen Frugalisten) zu. Es geht mir nur um den, der gesund und leistungsfähig ist und der eigentlich keine Probleme hat.

                                    Deshalb stelle ich auch nicht alle Frugalisten unter Generalverdacht, sondern rede nur denen ins Gewissen, die öffentlich propagieren, möglichst wenig zu arbeiten und schön Sozialtransfers zu kassieren.

                                    Und wie schon mehrfach gesagt finde ich sehr viele Dinge auf diesem Blog nachahmenswert. Nur diesen einen Teil eben nicht. An der Stelle bricht das Kartenhaus eben für den, der moralisch richtig handeln will, zusammen.

                                    Antworten
                                    • „rede nur denen ins Gewissen, die öffentlich propagieren, möglichst wenig zu arbeiten und schön Sozialtransfers zu kassieren. “

                                      Von denen hab ich hier noch nichts gelesen, deshalb scheint mir, Du redest mit Dir selbst (ohne selbsterdachten Phantomen).

                                      Antworten
                                      • Liebe Christine,

                                        die Überschrift auf der Startseite dieses Blogs lautet “Hat dein Leben mehr zu bieten, als Tag für Tag arbeiten zu gehen?”. Oliver empfiehlt eine Lebensweise, bei der er Teilzeit arbeitet und mit 34 alleine ca EUR 20-25k brutto im Jahr verdient (obwohl er als ITler wohl EUR 80k brutto locker in Vollzeit verdienen könnte).

                                        Das IW Köln hat mal gegenübergestellt, ob man mehr an den Staat gibt als man vom Staat bekommt. Bei einer alleinstehenden Person wurde errechnet, dass man erst ab einem Bruttoeinkommen von EUR 50k überhaupt anfängt, mehr an den Staat zu geben als von ihm zu nehmen. Sehr schön beschrieben hier: https://www.focus.de/finanzen/steuern/rechner-ermittelt-zahle-ich-mehr-an-den-staat-als-ich-von-ihm-zurueckbekomme_id_12972910.html

                                        Vor diesem Hintergrund ist es wohl schon so, dass Oliver empfiehlt, wenig zu arbeiten und Sozialtransfers zu nutzen.

                                        Antworten
                                        • Nun die Realität ist doch etwas komplexer als das man dies mit einem Rechner abbilden kann. Demzufolge müsste die Gesellschaft aus kinderlosen Singlehaushalten bestehen, dass dies nicht zielführend ist, bedarf wohl keiner Diskussion.

                                          Auch eine alleinerziehende Pflegekraft mit 2 Kindern würde wahrscheinlich schlecht abschneiden, ebenso der Hilfsarbeiter, welcher mit 15 angefangen und sich bis 63 abgerackert hat und kurz danach verstirbt wegen Asbeststaub. Ein Beamter, Jurist mit 2. Staatsexamen, bis 30 studiert und dann die Gesellschaft mit sinnlosen Vorschriften gequält würde super dastehen.

                                          Persönlichkeiten wie Nelson Mandela oder Gandhi wären bei der Betrachtung völlig nutzlos.

                                          Das versuchen wir ja die ganze Zeit zu erklären, dass sich der Beitrag zu einer Gesellschaft nicht alleine an der Höhe der eingezahlten Steuern und Sozialabgaben bemessen lässt.

                                          Wer bewusst nicht arbeitet und Hartz IV bezieht obwohl er arbeiten könnte ist hiervon natürlich ausgenommen.

                                          Antworten
                                          • @Konsument,

                                            Das ist doch einfach nicht wahr.

                                            Das Tool vom IW Köln berücksichtigt das Haushaltsbruttoeinkommen, damit die Zahl der Verdiener und man kann auch die Zahl der Kinder eintragen.

                                            Der statistische Durchschnitt ist Dir nicht gut genug?

                                            I hate to break it to you: Im Durchschnitt und sind Deine Beispiele enthalten und Oliver ist nicht Nelson Mandela und auch nicht Ghandi.

                                            Die Wissenschaftler vom IW Köln haben also keine Ahnung und für die Katz gearbeitet? Ich habe das Gefühl, hier wird einfach nur das gesehen, was einem selbst in den Kram passt.

                                            Antworten
                                            • Ergänzung:

                                              Es ist schon klar, dass man bestimmte Beiträge zur Gesellschaft nicht in Geld ausdrücken kann.

                                              Es ist aber nicht so, dass man nicht sowohl ordentlich arbeiten als auch immateriell zur Gesellschaft beitragen kann. Das schließt sich gar nicht aus.

                                              Wer arbeitet bildet auch Leute aus, entwickelt die Gesellschaft, trägt vielleicht zu Forschung und Entwicklung und übernimmt eine Vorbildfunktion. Es tragen nicht nur die nicht oder wenig arbeitenden immateriell zur Gesellschaft bei.

                                              Und eine finanzielle Betrachtung auf Haushaltsebene berücksichtigt auch, dass man Kinder erziehen und sonstige Dinge machen kann.

                                              Antworten
                                              • Konstantin, wenn Du Dich auf den Rechner beziehst dann bediene den doch mal bitte, bei den von mir genannten Beispielen kommt nämlich genau ein Negativ Saldo raus, das sind dann nämlich nach Deiner Definition alles Schmarotzer. Wie sollen all die Facetten in einem Rechner abgebildet werden, das geht doch gar nicht, Du schreibst es ja selbst.

                                                Du schiebst Dir doch alles so hin das es in Dein verqueres Weltbild passt, ich habe nicht gesagt das Wissenschaftler keine Ahnung haben oder das Oliver Nelson Mandela oder Gandhi ist. Was sind die beiden Deiner Ansicht nach denn für Menschen, gerade noch so akzeptabel?

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                                                • Hast Du jetzt endlich verstanden, dass man jede Menge Geld verdienen muss, um der Gesellschaft mehr zu geben als man bekommt? Ein großer Teil der Gesellschaft schafft das gar nicht. Das sind für mich dann keine Schmarotzer, wenn sie wenigstens das beitragen was sie beitragen können.

                                                  Wenn man aber positiv beitragen könnte und lieber chillt und nur nimmt, entscheidet man sich bewusst dazu ein Schmarotzer zu sein. Auf Kosten derer, die sich kaum selbst tragen können.

                                                  Bei solchen Statistiken haben Gandhi, Nelson Mandela und Warren Buffet einfach nichts zu suchen, weil sie einen so kleinen Prozentbereich ausmachen, dass die Nullen davor nicht auf diese Seite passen.

                                                  Antworten
                                                  • Naja, ob – um bei Oliver zu bleiben – er nur chillt und nur nimmt sei mal dahingestellt. Ich denke er tut sehr viel für die Gemeinschaft, siehe dieses Forum.

                                                    Haben denn bei solchen Statistiken Frugalisten etwas zu suchen, hier auf der Seite gibt es 3.001 Teilnehmer bei 45,7 Mio. Erwerbstätigen in Deutschland, das sind ganze 0,0066%. Dann sind viele der Forenteilnehmer sogenannte Besserverdiener, zu denen zähle ich übrigens auch. Wie hoch wird der volkswirtschaftliche Schaden wohl sein der aus diesen Schmarotzern resultiert?

                                                    Unstreitig ist das wir Besserverdiener den ganzen Umverteilungswahnsinn in Deutschland bezahlen, daher geht die politische Diskussion, das die Besserverdiener mehr tragen sollen komplett am Thema vorbei, denn das tun sie bereits. Und die Geringverdiener bekommen ohnehin bereits eine Menge Unterstützung. Leistung lohnt sich kaum noch. Ich fände es besser, diese Umverteilungen deutlich einzuschränken und weniger Steuern zu erheben, soll jeder selbst entscheiden wie er sein Geld ausgibt. Wenn die Politik etwas unternehmen sollte dann bei den Mieten, aber das Thema haben sie sich komplett aus der Hand nehmen lassen und schauen zu wie Investoren Kasse machen.

                                                    Bei Dir gibt es nur schwarz oder weiß, an oder aus. Das Leben ist aber wesentlich vielschichtiger und bietet eine Menge mehr Ansätze als nur das klassische Hamsterrad. Genau das ist der Ansatz dieses Forums und ich finde das sehr wertvoll auch für die Gemeinschaft. Mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen.

                                                    Antworten
                                    • Auf die Gefahr mich zu wiederholen:

                                      ich habe hier von niemandem gelesen, der sich auf Basis von Sozialleistungen und auf Kosten anderer ein laues Leben machen will.

                                      Kerngedanke ist einfach zu hinterfragen, was man denn wirklich will und braucht, unnützen Ballast wegzulassen, und sich das dann eben zu erarbeiten.

                                      Wenn man für dich aber nur dann ein anständiger Bürger ist, wenn man rackert so viel man kann, um möglichst viel Geld zu scheffeln das man dann für Plunder ausgibt den man eigentlich nicht braucht, aber aus Pflichtbewusstsein gegenüber dem ominösen Konsumapparat dennoch kauft – dann bist vielleicht du es, der mal in sich gehen sollte.

                                      Dann sind wir eben wieder bei meinem Beispiel oben:

                                      Sollte ich nicht einfach essen bis ich satt bin?
                                      Oder doch so lange in mich hineinstopfen, bis entweder der Magen schmerzt oder mein Geld alle ist, um den armen Bäcker und Fleischer zu unterstützen.
                                      Und gleichzeitig zu klagen, warum die Gesellschaft immer kranker und fetter wird…

                                      Antworten
                                      • @Reinsch

                                        “ ich habe hier von niemandem gelesen, der sich auf Basis von Sozialleistungen und auf Kosten anderer ein laues Leben machen will.”

                                        Macht man aber, wenn man so lebt wie Oliver. Siehe meine Antwort an Christine und das Tool von der IW Köln.

                                        Antworten
                                      • Ich schlage vor, wir lassen’s jetzt einfach, denn Konstantin hat natürlich die einzig richtige Weltanschauung und kann uns das auch beweisen („blablablabla,hab ich nie gesagt, blablablabla, steht dort auf Seite drölf, blablabla, ihr Schmarotzer, blablabla, ihr kapiert das bloß nicht“).

                                        Oliver, das musst Du einsehen! Und die anderen Kommentatoren auch. Es kann nur eine Wahrheit geben, nämlich Konstantins! Das ist nunmal Fakt.

                                        Lasst ihn einfach im Besitz der Wahrheit sein. Wer weiß, was er auf seinem Sterbebett bereuen wird. Vielleicht, nicht genügend Menschen mit dieser seiner Wahrheit beglückt zu haben, so dass sie ein sinnloses Schmarotzerleben führen mussten.

                                        Antworten
                                        • @Christine

                                          schade dass es in diese Richtung geht.

                                          Ich würde mir nicht anmaßen für andere zu sprechen.

                                          Ziehe eine inhaltliche Auseinandersetzung auch immer einer Hexenverbrennung vor. Ist ja ok wenn Du anderer Ansicht bist und ich interessiere mich auch für Gegenargumente. Immer gerne.

                                          @Konsument
                                          Entschuldige bitte, wenn meine Antwort hier zu scharf rüberkommt „Hast Du endlich verstanden“. Das war im Argumentationsaffekt und nicht so gemeint.

                                          Viele Grüße und einen schönen 2. Advent

                                          Antworten
                                          • Ich rechne es Dir an, dass Du Dich entschuldigst.

                                            Und ich entschuldige mich auch für meinen Tonfall. Bei mir liegen die Nerven etwas blank, weil mich die Regierungen (EU, Bund, Land) wirtschaftlich ruiniert haben und ich in 3 Wochen mein Unternehmen zumachen muss.

                                            Da hat mich diese ultraverkürzte Definition, was einen Menschen für die Gesellschaft wertvoll macht, einfach auf die Palme gebracht.

                                            Antworten
                                            • Find ich gut, die Schärfe rauszunehmen!!

                                              Und ich entschuldige mich dann auch gleich mit.
                                              Für doppeltes Versagen: Weder habe ich mich, wie angekündigt, komplett aus der Diskussion rausgehalten, noch bin ich komplett sachlich geblieben. Mea culpa!

                                              Ein letztes Wort:
                                              Ich verstehe Konstantins Steuer Gedanken. Wirklich! Aber wie ich schon versucht habe darzulegen, Erwerbsarbeitszeit und Lohnsteuer ist nicht alles, was die Gesellschaft trägt, weder finanziell, noch ideel.
                                              Dennoch sind beide natürlich ein wesentlicher Faktor. Aber die Geben-Nehmen-Rechnung halte ich über eine Lebensspanne für deutlich komplexer!

                                              Und ich kann mich dem Argument der freien Gesellschaft mit dem Recht auf individuelle Lebensentwürfe nur anschließen. Das ideele Fundament des Frugalisten ist ja in der Regel ein auf Eigenverantwortung basierendes. Das unterstreicht ja auch die darauf aufsetzende FIRE-Bestrebung.
                                              Das ein solches dem sozialistischem Gedankengut eher entgegen steht, ist selbsterklärend. Aber nur weil einige einen ausufernden Staat mit massiver Umverteilung wollen, kann meines Erachtens daraus nicht die Pflicht für alle anderen abgeleitet werden, sich dem dann auch in Ihrer individuellen Lebensgestaltung zu unterwerfen. Zumindest noch nicht. Da muss dann eben erst noch der Zwang mit ins Spiel kommen. (Möglicherweise sind wir ja auch bereits auf dem Weg dahin?)

                                              Daher:Wie zukunftsträchtig eigenverantwortliche Lebensentwürfe in unserem Land sind – das mag jeder für sich selbst entscheiden …

                                              Antworten
          • Du weißt doch, Neid muss man sich erarbeiten. Mitleid bekommt man geschenkt. Auch wenn ich selber kein Frugalist bin, du machst schon sehr viel richtig. Deine Work-Life-Balance, Dein Familienleben, Deine entspannte Art mit weltlichen (geldbezogenen) Dingen umzugehen, das Leben genießen. Einige triggert das eben. Ich lasse mich davon gerne inspirieren, auch wenn ich für mich einen anderen Ansatz gewählt habe. Danke für diesen und viele weitere Beiträge in dem Blog.

            Antworten
      • nur was passiert wenn die Inflation bei 8% liegt und die Wertentwicklung des Fonds negativ ist. Eine Planrechnung aufstellen ist das eine, das andere ist das was real passiert. Das stimmt in den seltensten Fällen überein. Unbenommen ist natürlich das sein Depot schon mal eine sehr gute Ausgangsbasis ist.

        Antworten
      • … ich mag den blog von Oliver.

        Bis dahin arbeitet Oliver eine entspannde 24 Stunden Woche und genießt sein Leben. Während andere 40+ die Woche arbeiten, mit ihrem Audi A3 eine Stunde vom Vorort zur Arbeit fahren, kaum Zeit mit ihren Kindern verbringen und dumme Aussagen in den Kommentaren hier schreiben…

        das hast du gut gesagt. Ganz meine Meinung.

        Interessant wäre auch eine Gegenrechnung mit dem neuen Bürgergeld. Damit kann sich eine Familie bequem zurück lehnen und 24 Stunden für sich selbst arbeiten. – Wer aber arbeitet, spart oder Vermögen hat zahlt Steuern und finanziert von diesen Steuern, diesen riesigen Abgaben und Sonderabgaben so manche Dinge, die ich hier nicht nennen will.

        Antworten
  12. Glückwunsch zur Geburt von Töchterchen Nr. 2 und gute Besserung an dich & die Große.
    Habe mir zufälligerweise auch dieses Jahr endlich eine neue Brille gekauft. Bei uns gibt es regelmäßig eine Aktion bei Apollo, bei der es 50% auf die Gläser gibt. Dadurch landet man auch bei rund 200€ für eine Brille mit ultradünnen Gläsern.
    Dass man bei Handyverträgen sogar noch Geld machen kann, war mir neu. Respekt. 🙂 Wir nutzen seit Ewigkeiten Verträge der Drillisch-Gruppe. Ich zahle 4€ im Monat für Telefon+Sms-Flat und 2GB Internet.

    Viel.Spaß bei deiner Elternzeit.

    Antworten
    • Hey Jenny, vielen Dank! 🙂

      Hast du auch mehr als 6 Dioptrien? Das ist ja typischerweise die magische Grenze, ab der man keine wirklich billigen Standard-Gläser mehr bekommt.

      Antworten
  13. Hallo Oliver,

    kann mich den Glückwünschen zur Geburt deiner zweiten Tochter nur anschließen. Und vielen Dank für den aktuellen finanziellen Einblick / Sommerbericht.
    Eine Detailfrage zu dem Handyvertrag. Sind die Smartphones nicht für die Dauer der Vertragslaufzeit gesperrt für Drittanbieter? -Sim-Lock nannte man das früher, glaube ich. Das hatte mich immer abgehalten, solche Verträge zu schließen, weil ich dachte, dass die Handys damit unverkäuflich sind, zumindest innerhalb der ersten 24 Monate Laufzeit.

    Alles Gute weiterhin dir und Joanna und den zweit Lütten.

    Antworten
    • Hallo Andy,

      nein, die Handys haben keinen Sim-Lock oder Net-Lock. Steht auch immer so explizit in den Vertragskonditionen.

      Ehrlich gesagt ist mir auch schon seit Jahren kein Vertrag mit Sim-Lock mehr über den Weg gelaufen. Scheint heute wohl nicht mehr so üblich zu sein wie früher.

      Antworten
  14. Hallo Oliver,
    toller Beitrag wieder, danke für die Offenheit!

    „Mit 8 Dioptrien brauche ich eine ziemlich starke Brille, was die Gläser per se schon teuer macht…“

    Schon mal über Augenlasern nachgedacht?
    Ich hatte selber über 6 Dioptrien – gefühlt „blind wie ein Fisch“.
    Vor 5 Jahren (da war ich 35) hab ich mich dann bei Euroeyes ans minimal-invasive Verfahren „Relexsmile“ gewagt. Es war total harmlos, kurze Aktion und sogar richtig spannend was die moderne Technik kann. Die Aufregung vorher war eigentlich das schlimmste und unnötig, wie immer.

    Rückblickend kann ich sagen dass die knapp 5000,-€ die beste Investition in meinem Leben waren.
    Das Ergebnis ist immer noch perfekt und das neue Freiheitsgefühl genieße ich jeden Tag.
    Vielleicht wäre das auch für dich nicht nur beim Skaten von Vorteil und ist inzwischen sogar billiger geworden?

    Wenn man grob alle 5 Jahre eine neue Brille rechnet, kommt man vermutlich auf ein ähnliches Ergebnis.
    (Lesebrille im Alter ausgenommen und bis zur OP hatte ich bestimmt auch schon 5 Brillen je 250,-€)

    Mein Aktiendepot ist auch kräftig eingebrochen, am Ziel Rente mit 50 kann ich trotzdem weiterhin festhalten.
    Mal sehen wie sich die Dividendenzahlungen aktuell entwickeln.
    Es bleibt spannend.

    Antworten
    • Hi Ben und vielen Dank! 🙂

      die Möglichkeit des Laserns kenne ich natürlich (in meiner Familie haben es auch schon ein paar gemacht), aber so ernsthaft darüber nachgedacht habe ich ehrlich gesagt noch nicht.
      Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. beim Schwimmen/Tauchen) habe ich nicht das Gefühl, dass mich die Brille einschränkt oder stört, auch beim Skaten nicht. Ich kenne es aber natürlich auch kaum anders (trage seit der 2. Klasse eine Brille).

      Bei der finanziellen Betrachtung muss man auch die Opportunitätskosten berücksichtigen:
      5.000 € würden bei 4 % Rendite oder „Entnahme“ im Jahr ca. 200 € einbringen.
      Neue Brillengläser brauche ich etwa alle 3 Jahre. Das Gestell hält länger, vielleicht 5-10 Jahre. Das „Brilletragen“ kostet mich also rund 50 € im Jahr, unterm Strich wäre das günstiger als Lasern. Das gilt so natürlich nur für Einstärken- und nicht für Gleitsichtbrillen. 🙂

      Antworten
    • Hallo Ben, Hallo Oliver,

      zum Lasern habe ich etwas beizusteuern. Erstmal Glückwunsch an Oliver, dass Du das nicht in Betracht gezogen hast. Und Danke für Deinen Blog, ich lese Deine Artikel sehr gerne.

      Kurz zu meiner Story. Ich habe mich im Oktober 2021 lasern lassen (Femto-LASIK) und habe seitdem und bis hierhin sehr trockene Augen. Am Anfang hatte ich auch Symptome einer sogenannten „corneal neuralgia“, sprich Kopfschmerzen und Nervenschmerzen im Gesicht. Bis hierhin habe ich öfters brennende, juckende und schmerzende Augen. Es ist unangenehm und keiner sollte einen solchen Alptraum erleben müssen. Ich bin guter Dinge und hoffe, dass meine Augen heilen. Es ist jedoch ein eher langwieriger (und teurer) Prozess.

      Die Risiken werden einfach dermaßen heruntergespielt. Die FDA (Food and Drug Administration) in den USA sind gerade dabei ein neues Dokument zu erstellen, das auf die Risiken besser hinweisen soll: „At six months following surgery: Up to 27% of patients experience dry eye symptoms, about 41% may experience visual symptoms (such as glare, halos, starbursts, and double images), around 4% may have very or extremely bothersome symptoms, and around 2” may have a lot of difficulty or so much difficulty that I can no longer do some of my usual activities when not wearing glasses or (special, and extremely expensive!) contact lenses”.

      Übrigens: Der einzige Vorteil, den die SMILE gegenüber der LASIK Methode hat, ist, dass sie ohne (LASIK-)Flap auskommt. Ansonsten sind die Risiken, insbesondere bzgl. Sichtprobleme (Doppelbilder, Blendeffekte, Halos) deutlich höher. Also ich kann jedem nur empfehlen, die Finder davon zu lassen; egal wo, egal welche Methode (auch Linsenimplantate!). Es lohnt sich nicht, das Risiko ist zu hoch und Du kannst Dir damit Dein ganzes Leben ruinieren.

      Um zum Thema des Blogs zu kommen: Auch finanziell lohnt es sich nicht. Ich habe allein dieses Jahr über 4.000 EUR für die Heilung ausgegeben. Die nächsten beiden Jahre können jeweils nochmal 4.000 bis 6.000 EUR dazukommen – je nachdem welche Fortschritte ich bei der Heilung mache. Einen Teil werde ich mir natürlich über die Steuer zurückholen. Ich kenne jedoch mehrere, die innerhalb von fünf Jahren über 30.000 $ ausgegeben haben und einen der mehrere 100.000 $ ausgegeben hat. Zudem gibt es einige, die aufgrund der OP nur eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten können. Bei manchen lässt das OP-Ergebnis nach ein paar Jahren nach und lassen sich ein zweites Mal Lasern (unbedingt vermeiden, das Risiko bei einer zweiten OP ist unwahrscheinlich größer).

      Finanziell bleibt es also nicht bei den einmaligen OP-Kosten. Ich habe jetzt keine Zahlen dazu, aber wenn ich die Daten der FDA und meine Erfahrung nehme, kann ich mir gut vorstellen, dass man bei einem Erwartungswert von zusätzlich mindestens 20,- EUR pro Monat landet. Vielleicht ist das noch zu wenig – Verdienstausfall und mentale Belastung lassen grüßen. Dann sind wir bei 240,- EUR im Jahr. Passend dazu gibt es auch noch einen interessanten Artikel, der besagt, dass sich Augen-Laser-OPs positiv auf den Markt an pharmazeutischen Augenmedikamenten positiv einwirken (Increase In Laser Eye Surgeries Is Positively Impacting The Ophthalmology Drugs | IQ Stock Market). Da kannst Du Dir locker alle drei Jahre eine neue Brille und Kontaktlinsen für hier und da kaufen. Nur nebenbei: Augen-Lasern ist nicht sicherer als Kontaktlinsen – das ist Mal wieder völliger Marketing-Unfug aus einer einzelnen Studie, was in zwei späteren Studien widerlegt wurde.

      Lass Dir Deine gesunden Augen nicht kaputt machen und bleib lieber bei der Brille, leiste Dir mal ein gutes und schönes Modell und/oder mache es Dir so angenehm wie möglich. Z. B. mit Brillenbändern und einem schönen Brillenetui aus Leder. Oder, wenn Du Deine Sicht verbessern willst und bereit bist, daran zu arbeiten, gibt es tatsächlich eine Alternative: Sehtraining. Es gibt auf der ganzen Welt Sehtraininer, die Dich dabei unterstützen können. Um zwei zu nennen, die auch auf YouTube vertreten sind: Sylvia Gelman (Deutsch) und Nathan Oxenfeld (Englisch).

      Viele Grüße
      Lukas

      Antworten
  15. Glückwünsche zum Familienzuwachs!
    Ich finde es immer wieder spannend zu lesen, wie du deinen Lebensunterhalt planst (und letztendlich umsetzt). Und auch wenn wir alle in diesen stürmischen Zeiten zittern, ist es glaube ich gerade diese langfristige Planung, die einen davor bewahrt, etwas unüberlegtes zu tun (wie das ganze Depot zu verkaufen) und einen kühlen Kopf zu bewahren.

    Antworten
  16. Warum sind denn eure Depots so eingebrochen? Ich bin mehrere Prozent im Plus, aber selbst vom All time high nur 5% darunter.
    Ich frage mich bei euch, was passiert wenn wirklich eine Krise kommt.

    Antworten
  17. Hallo Oliver,
    vielen Dank für deinen Bericht, ich finde ihn wieder unglaublich spannend.
    Herzlichen Glückwunsch zur Geburt von Töchterchen Nummer 2 und eine tolle Zeit euch.
    Interessant finde ich das mit den Handyverträgen, wir selbst nutzen alle einen Prepaid-Tarif für 3,99, uns reichen aber auch jedem 1 GB, da wir quasi überall WLAN haben.
    Dass Du die finanzille Freiheit um jeden Preis zu Gunsten Deiner Familie nach hinten verschiebst finde ich klasse. Oben wurde geschrieben: „und mit einem uralt Daihatsu rumzufahren“. Wir selbst fahren zu viert – mit zwei Teeangern – einen kleinen Ford Fiesta, dieser ist bereits 8 Jahre alt. Uns ist nicht wichtig, welches Auto wir fahren, es bringt uns von a nach b und ist ein Gebrauchsgegenstand, mehr nicht. Die wichtigen Dinge sind andere: Familie, Freunde, soziale Kontakte, Zeit haben etc.
    Ich kann in diesem Zusammenhang jeder oder jedem das Buch „5 Dinge die Sterbende am meisten bereuen“ ans Herz legen.
    Euch eine tolle Zeit!
    Liebe Grüße
    Julia

    Antworten
  18. Hi Oliver,

    meine Frage ist, ob Du nicht manchmal das Gefühl hast, Dir zu kleine Ziele zu setzen.

    Du könntest ja in Deinem Beruf gut und gerne das 3fache, nach längerer Zeit sogar das 5fache verdienen.

    Dann könnten Du und Deine Familie auch ein besseres Leben führen. Selbstverwirklichung, Reisen, Wohnen, Kleidung, Lebensstandard, Ausbildung, Absicherung – all das erreichst Du mit Deinem Lebensstil doch nur zu einem Bruchteil des Möglichen.

    Ist Dir eine FI mit 400 TEUR nicht viel zu wenig?

    Wenn ich Deinen Blog lese, denke ich immer an einen Bundesligaprofi, der mit 20 vom BVB freiwillig in die dritte Liga geht.

    Oder ich denke an jemanden, dem alle sagen dass er vielleicht das Zeug zum Bundesligaprofi hat, er es aber gar nicht erst probiert, sondern in seinem Heimatverein bleibt. Er wird nie wissen ob er es geschafft hätte.

    Wie denkst Du darüber?

    Viele Grüße
    Konstantin

    Antworten
    • Hallo Konstantin,

      interessante Frage, aber es ist ja gerade Sinn und Zweck dieses Blogs eben nicht den von Dir beschriebenen Weg zu wählen. Gerade Selbstverwirklichung hat ja nun wenig mit Konsum zu tun. Was ist überhaupt ein „besseres Leben“?
      Das ist ungefähr so als wenn man in einem Veganer Forum den Leuten empfehlen würde Fleisch zu essen und ob sie nicht denken das es besser wäre dies zu tun.

      Antworten
    • Hallo Konstantin,
      danke für deine sehr interessante Frage.

      Erfolg, die Erreichung von Zielen und ein „gutes Leben“ zu führen scheinen in deiner Vorstellung vor allem mit beruflichem Erfolg und einem damit einhergehenden hohen Einkommen verbunden zu sein.
      „In der Bundesliga zu spielen“ bedeutet, viel zu verdienen und sich dadurch einen hohen materiellen (!) Wohlstand bzw. ein gewisses Konsumniveau leisten zu können.

      Diese Erfolgsdefinition teile ich nicht, und darum habe ich auch nicht das Gefühl, mir in dieser Kategorie zu kleine Ziele zu stecken. Es gibt meiner Auffassung nach viel mehr (und ganz andere) Maßstäbe für ein erfolgreiches Leben.
      Ich zähle z.B. auch den Frugalisten-Blog zu meinen persönlichen Erfolgen, obwohl ich damit ganz bewusst kein Geld verdiene. Wenn mir Leser schreiben, dass ich sie zu positiven Veränderungen in ihrem Leben inspiriert habe, oder dass meine Entnahmestrategie-Artikel ihnen bei der Ruhestandsplanung geholfen haben.

      Materiellen Wohlstand lehne ich als Ziel bzw. Erfolgsindikator sogar explizit ab.

      Dann könnten Du und Deine Familie auch ein besseres Leben führen. Selbstverwirklichung, Reisen, Wohnen, Kleidung, Lebensstandard, Ausbildung, Absicherung – all das erreichst Du mit Deinem Lebensstil doch nur zu einem Bruchteil des Möglichen.

      Hier würde ich sogar soweit gehen und behaupten, dass das genaue Gegenteil der Fall ist.
      Ich bin überzeugt, dass unser Lebensstil nicht einem besseren Leben im Weg steht, wie du implizierst, sondern uns gerade ein besseres Leben ermöglicht.
      Dabei ist unsere Definition von einem „besseren Leben“ wahrscheinich auch eine andere als deine. Für mich sind dafür vor allem die „klassischen“ Glücksfaktoren relevant, die ich auf der Tour-Seite erwähne: „Gute soziale Beziehungen, eine erfüllende Tätigkeit, Lachen, Gesundheit, Sport, lebenslanges Lernen. Alles Dinge, die nicht viel Geld kosten müssen.“

      Zipfelklatscher hat in einem Kommentar weiter unten sehr treffend formuliert, „dass Frugalismus nicht als (selbstgewählte) Lebensphilosophie sondern als (eher bedauernswerte) Selbstbeschränkung mißverstanden wird, die nicht praktiziert würde, wären nur genügend Mittel vorhanden.“

      Unser (materieller) Lebensstandard ist nicht niedrig (aus deiner Perspektive), weil es uns an Einkommen mangelt, sondern weil wir überzeugt sind, dass eine weitere Steigerung unsere Lebensqualität nicht erhöhen würde.

      Für ein höheres Einkommen wäre ich hingegen gezwungen, mehr zu arbeiten als es mir gefällt oder nicht den Job ausüben zu können, der mir am meisten Spaß macht.

      Antworten
  19. Es kommentieren auf diesem Blog nicht selten Menschen, die eine feste Auffassung dazu haben, was ein gutes Leben ausmache. Ist in Ordnung, sie dürfen selbstverständlich für sich selbst definieren, wie sie leben wollen.

    Aber alle anderen Menschen sollen doch mit selbem Recht selbst entscheiden dürfen, was für sie ein „besseres Leben“ ist. Oliver – als volljähriger und intelligenter Mensch – hat sich entschieden, lieber nicht 40 Stunden in der Woche arbeiten, sondern mehr Zeit für seine Kinder haben zu wollen. Und er hat für sich entschieden, dass es ihm gar nichts ausmacht, Kleidung gebraucht zu kaufen oder nicht in einer Protz-Wohnung zu wohnen. Er schreibt, dass er mit seinem Leben, so wie er es führt, zufrieden ist.

    Und dann kommentieren hier Leute, die ihm erzählen, dass er ja gar nicht zufrieden sein könne mit einer so kleinen Wohnung und ohne fettes Auto.

    Es erschreckt mich immer wieder, wie ideologisch viele Menschen durchs Leben gehen. Abweichende Lebensstile oder (Sakrileg! Deliktdenk!*) abweichende Meinungen können heute viele Menschen nicht mehr ertragen geschweige denn als Bereicherung empfinden. Die Bundesregierung macht’s vor, ich weiß, aber dennoch beunruhigt mich das in höchstem Maße, was sich da in unserem Land entwickelt.

    * für jüngere Menschen: Literaturempfehlung: George Orwell „1984“

    Antworten
    • Liebe Christine,

      dem kann ich nur zustimmen! Wir alle können selbst wählen, welches Leben uns sinnvoll erscheint. Der eine findet sein Glück in teuren Autos, der andere in der Zeit mit der Familie.

      Liebe Grüße
      Julia

      Antworten
      • Das eine hat doch mit dem anderen gar nichts zu tun.
        Natürlich kann er leben wie er will.
        Aber vielleicht stellt er sich ja selbst die Frage, ob es nicht vielleicht besser gewesen wäre, vor der Geburt der Kinder richtig Gas zu geben und jetzt (bei seinen zugegebenermaßen sehr geringen Ausgaben) schon durch zu sein.
        Das wäre bei seiner Ausbildung definitiv möglich gewesen.
        Ich finde auch er ist viel zu stark auf die Ausgabenseite fokussiert. Sparen kann man nur bis 0, aber bei den Einnahmen gibt es keine Grenze nach oben.

        Antworten
        • Ich frage mich das auch. Oliver ist unheimlich intelligent, analytisch extrem stark und arbeitet in einem Bereich in dem es super viele Möglichkeiten gibt. Ich denke auch dass es Teilzeitarbeit in dem Bereich gibt die deutlich besser entlohnt wird. Ich würde mich bei größeren Unternehmen umschauen und von vornherein nur auf Teilzeit bewerben. Die Ausgabenseite ist durchoptimiert, bei der Einnahmenseite sehe ich noch deutliches Potential. Meiner Meinung nach sind deutliche Steigerungen drin, vermutlich sogar ohne Einbußen bei Lebensqualität.

          Antworten
        • Tja aber ich glaube auch, dass es kaum einen „Durchstarter“ und „Karrieremacher“ gibt, der so viel Zeit mit seiner Familie und seinen Kindern verbringt. Das wird m.E. viel zu stark vernachlässigt. In der Gesellschaft lassen sich Statussymbole wie Haus, Auto, Reisen eben viel besser vergleichen als wie viel Zeit man mit seinen Liebsten verbringt. In meinen Augen ist das aber genau das Ziel eines lebenswerten Lebens, nicht welche Statussymbole ich mir leisten kann.

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          • Das redet man sich ein, wenn man selber nichts erreicht hat.
            Ich verdiene über €100k, habe 100% Home Office (wenn ich wollte), und sehe die Kinder jeden Morgen, jeden Nachmittag ab 16 Uhr und am Wochenende.
            Und da bin ich bei weitem keine Ausnahme, in meinem Unternehmen machen das alle so (>1000 MA), das minimale Gehalt eines Sachbearbeiters hier ist ca €50k, das würde Olli intellektuell locker packen.

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            • Würde gute Bezahlung nicht zwangsläufig mit „etwas erreichen“ gleichstellen. Meiner Erfahrung nach wird identische Arbeit oft extrem unterschiedlich bezahlt. Dadurch gibt es viel Optimierungspotential durch geschickte Wechsel. Ist für mich recht ähnlich wie Optimierung auf der Ausgabenseite. Wichtig dabei nur dass man für höhere Bezahlung keine faulen Kompromisse eingeht… Dh die Bezahlung sollte besser sein UND die Bedingungen (zb Arbeitszeit) nicht schlechter. Mit guter Qualifikation gibt es da meiner Meinung nach ziemlich viel Potential.

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              • Da stimme ich definitiv zu. Ich sehe nur eine geringe Korrelation zwischen Gehalt und Stundenaufwand. Dass man in höheren Positionen flexibler sein muss und anpassungsfähiger und nicht um 17 Uhr den Stift fallen lassen kann, wenn gerade der Baum brennt, stimmt allerdings schon meistens. Aber in den Situationen gebe ich dann halt Gas und habe dafür aber an anderen Tagen die „Freiheit“, weniger zu machen.

                Antworten
  20. Hallo Zusammen,

    @Konsument, Christine und Julia: ich respektiere Olivers Entscheidungen total und will auch niemandem sagen wie er leben soll.

    Müsste man sich aber nicht schon objektiv darauf einigen können, dass Oliver was den Lebensstandard angeht, jetzt nicht gerade im Luxus lebt? Wenn Oliver jetzt EUR 5 Millionen hätte, würde er sich sicher das größere Auto und die größere Wohnung gönnen. Eine Spur von Lifestyle Inflation ist ja auch auf dem Blog schon zu beobachten (zu Beginn gab es ja mal überhaupt kein Auto :)).

    Hinzu kommt noch: wenn Oliver TEUR 100 Brutto verdienen würde, würde er ja auch mehr als TEUR 30 an Steuern zu unserer Gesellschaft beitragen. Wäre es nicht auch erstrebenswert, Verantwortung für die Gesellschaft zu tragen, statt nur von ihr zu profitieren?

    Antworten
    • „wenn Oliver TEUR 100 Brutto verdienen würde, würde er ja auch mehr als TEUR 30 an Steuern zu unserer Gesellschaft beitragen. Wäre es nicht auch erstrebenswert, Verantwortung für die Gesellschaft zu tragen, statt nur von ihr zu profitieren?“

      Ich finde es traurig, dass so viele Menschen ernsthaft glauben, ein Mensch trage nur dann etwas zum Volkswohl bei, wenn er Einkommensteuer zahlt.

      Antworten
      • sry aber ich habe nie gesagt, dass jemand „nur dann etwas zum Volkswohl beiträgt, wenn er Einkommenssteuer zahlt.“

        Ich habe die Frage gestellt, ob Arbeit und ein gutes Einkommen nicht auch deshalb erstrebenswert sind, weil man nicht nur für seine eigene Familie, sondern auch für die Gesellschaft Verantwortung übernimmt.

        Das wären eben Ziele, die Olivers Leben mE nicht nur bei den Einnahmen sondern auch beim Sinn nach vorne bringen würden. Er kann ja trotzdem ein Vorbild in Sachen Konsum bleiben.

        Antworten
        • Hallo Konstantin,

          Gegenfrage, wer trägt mehr zur Gesellschaft bei, der Single, welcher 24/7 arbeitet und viel Geld verdient und Steuern zahlt, oder derjenige, der zwei Kinder großzieht und zu künftigen Beitragszahlern macht.

          Wie definierst Du denn Luxus, mir scheint Du schließt von Dir auf andere und hast augenscheinlich überhaupt nicht verstanden worum es beim Frugalismus geht. Und es gibt tatsächlich Menschen, ich kenne einige, die haben viel Geld aber überhaupt kein Interesse daran es für teure Autos, Häuser, Möbel, Reisen oder was auch immer auszugeben. Die sind sich selbst genug und brauchen das einfach nicht.

          Und das Beispiel mit den 5 Millionen hinkt ein wenig, es geht ja gerade darum, sich nicht in der Arbeit aufzureiben um einen überflüssigen Status Quo des Konsums aufrechterhalten zu können, das berühmte Hamsterrad.

          All diese Dinge hat Oliver in seinen Beiträgen ausführlich beschrieben und erklärt, lies Dir das einfach mal durch. Dann sind eigentlich all Deine Fragen beantwortet.

          Antworten
          • Hi Konsument,

            Puh, Du projizierst aber ganz schön viel auf mich, ohne mich überhaupt zu kennen.

            Wenn wir den Generationenvertrag ernst nehmen, müssen wir wohl Beides tun: 1. Arbeiten und Steuern zahlen und 2. Kinder bekommen, die Beitragszahler werden.

            Meine Frage ist ja nur, ob Oliver nicht das Gefühl hat unter seinen Möglichkeiten zu bleiben und wie er dazu steht, viel weniger beizutragen als er könnte.

            Antworten
            • Wenn schon jemand sich hier anmaßt zu fragen, ob es jemand nicht interessiert, dass er mehr (wozu auch immer) beitragen können, der leistet offensichlicht slebst noch nicht genug. Sonst würde man die Zeit doch besser mit Steuer zahlen, als tippen verbringen.

              Ich hoffe wir reden hier von 6 Stelligen Steuerzahlungen im Jahr oder sind wir noch im Low-Performer-Bereich?

              Antworten
            • ich projiziere überhaupt nichts auf Dich, das sind lediglich Beispiele zur Veranschaulichung.

              Oliver macht ja nun beides, arbeiten und Steuern zahlen und ist Vater von zwei Kindern, wie kannst Du dann behaupten, ich zitiere: „Wäre es nicht auch erstrebenswert, Verantwortung für die Gesellschaft zu tragen, statt nur von ihr zu profitieren?“

              was tust Du denn für die Gesellschaft, das muss ja einiges sein wenn Dir das Thema so wichtig ist.
              Ich bin gespannt, berichte mal bitte.

              Antworten
              • @MarcmitC und Konsument

                Nehmen wir einmal an, Oliver verdient in einem Jahr EUR 25.000 Brutto. Dann zahlt er ca. EUR 2.000 davon an Lohnsteuer an das Finanzamt. Wenn er als ITler Vollzeit arbeiten und EUR 80.000 Brutto verdienen würde, würde er mehr als EUR 18.000 an Lohnsteuer beisteuern, also 9 mal soviel! Neun Mal!

                Die Zuwendungen von denen Oliver profitiert, also zum Beispiel Kindergeld und Geld während der Elternzeit sind nur möglich, weil sehr viele Menschen fünf oder zehnmal soviel Steuern beitragen wie Oliver.

                Auch bei der Arbeitskraft sehe ich ein Problem. Wenn das jeder so macht wie Oliver, können wir unsere Schulen und Krankenhäuser bald zumachen. Die funktionieren nur mit Vollzeit Personal.

                Ich finde am Frugalismus den sinnvollen Umgang mit Ressourcen gut. Mehrheitsfähig ist das Modell aber mE nur, wenn man auch ordentlich arbeiten geht. Es muss ja nicht gleich das Hamsterrad sein.

                Antworten
                • @Konstantin

                  Was, wenn die Mehrheit der Deutschen immer mehr Umverteilung, mehr Gleichmacherei, mehr Transfers (bis alle gleich arm sind) will und auch weiterhin so waehlt?

                  Dann kann man – wenn man das nicht moechte, weil man zu den Machern und Leistungsbereiteren oder durch Glueck Privilegierten gehoert – nur drei Dinge tun:
                  a) wegziehen
                  b) sich anpassen und zB „frugalistischer“ werden (zB Arbeitsmodell Oliver)
                  c) politisch aktiv werden und fuer seine Vision einer (eigenverantwortlicheren) Gesellschaft werben

                  a) will/macht nur eine Minderheit?

                  Nur b) kann dann halt mittelfristig in eine sozialistischere Gesellschaft muenden (keine Arbeitsanreize ueber Mittelmass hinaus, weil alles abgeschoepft wird: Ueberregulierung, immer mehr Sonder-Abgaben und Steuern, Frustration/Demotivierung in immer mehr Lebens-Bereichen, Rueckzug ins Private, am Ende des Geldes gesellschaftlicher bankrott und Neuanfang)

                  c) geht gegen die dtsch. Natur? vermutlich sind nur 20% der dtsch Buerger einem Konzept „Eigenverantwortung“ zugaenglich, die allermeisten wollen einen Nanny-Staat oder sind gleichgueltig?

                  Oder was schlaegst Du vor, was ist Dein Konzept (oder gibt es noch d) oder e)?

                  LG Joerg

                  Antworten
                • Das ist in meinen Augen teilweise ein berechtigter Einwand. Es wäre auch spannend, das mal detailliert auszudiskutieren (sachlich und ohne Beleidigungen/Vorwürfe). Leider würde das dann sehr stark ins politische gehen und hier vermutlich zu einer Polarisierung führen, die vom eigentlichen Thema des Blogs ablenkt.
                  (Ich persönlich finde Jörgs Kommentar gut, aber das zeigt eben auch die Richtung einer solchen Diskussion an. Und wenn es ins politische geht, befürchte ich eher eine Spaltung der Frugalisten, die ich in diesem Blog wirklich äußerst bedauerlich fände. Daher verkneife ich mir dazu weitere Kommentare …)

                  Antworten
                    • Da muss man aber auch aufpassen, dass man nicht aus dem Hamsterrad aussteigt nur um sich mit den Lemmingen in den Abgrund zu stürzen. Die eigene Lebensphilosophie sollte doch schon etwas sein, wäbei dem man selbst zu 100% dahinter steht. Und es ist ja auch okay sich zu irren, wenn man dann mutig genug ist, den Kurs zu korrigieren. Ist es nicht total wichtig das zu klären? Vielleicht ergibt sich ja dann die von @ Joerg angesprochene Variante d), mit der auch Oliver sein Leben updaten kann. Einen Punkt hat Oliver jedenfalls schon einmal beigetragen: alle die behaupten, sie könnten aufgrund ihres geringen Gehalts nichts für ihre Altersvorsorge am Kapitalmarkt zur Seite legen hat Oliver, finde ich, eindrucksvoll wiederlegt.

                      Antworten
                • Warum dann nicht zwei Mal in Vollzeit arbeiten und vereinfacht gesagt 36.000 € an Steuern zahlen. Doppelt viel Steuergeld = doppelt viel Wert ist die eigene Existenz. Genial.

                  Ich bin einfach nur unglücklich, weil ich zu wenig der Gesellschaft an Steuergeldern wiedergebe. Ich bin für einen 99% Steuersatz, ab dem ersten Cent. Denn mehr Steuern zahlen = mehr Beitrag für die Gesellschafft leisten

                  … kannste dir nicht ausdenken… Reden wir denn nun über 6-Stellige Steuerzahlungen im Jahr? Sonst ist das Tippen hier verschwendete Lebenszeit. Die könnte man ja besser nutzen, um mehr Steuern für die Gesellschaft zu erarbeiten.

                  Antworten
                  • @MarcMitC

                    heute ist Feiertag, da muss ich weder arbeiten noch Steuern zahlen :).

                    Mal im Ernst: es muss doch erlaubt sein, die Frage zu stellen, ob das Modell Frugalismus auf die Allgemeinheit übertragen werden kann. Und auch wenn Dir das offenbar egal ist, muss man sich doch dann trotzdem mal fragen, wer das Ganze bezahlt. Mehr als Vollzeit zu arbeiten verlangt ja auch niemand und ich denke auch mit einer 80 Prozent Stelle trägt man noch ordentlich bei. Bei Familien muss oft sowieso die Arbeitszeit reduziert werden.

                    Wer aber mit Ansage jahrzehntelang nur 50% oder gar nicht arbeiten will und ansonsten lieber chillt, hat leider den Respekt der Gesellschaft nicht verdient. Bis zu einem gewissen Einkommen nimmt man eben nur vom Staat und gibt nichts.

                    Und auch wenn mein Steuerbeitrag nicht sechsstellig ist, trage ich zumindest mehr als 9mal soviel wie Oliver bei und ziehe auch zwei Kinder groß.

                    Antworten
                    • Du hast in mehreren Beiträgen jetzt ganz klar gesagt, dass wer kein Geld an den Staat zahlt, ihm nichts gibt.

                      Für Dich ist „zum Staat beitragen“ nur Geld (Steuern zahlen, etwas erwirtschaften, was konsumiert werden kann).

                      Darfst Du so sehen, wundere Dich aber nicht, wenn andere Menschen eine ganz andere Sicht darauf haben.

                      „Der Staat“ sind (im Modell, zumindest) wir. Die Gemeinschaft der in Deutschland lebenden Bürger. Und diesem Wohl der Volksgemeinschaft kann man viel geben, was nicht aus Geld besteht. All die Dinge, die in unserer monetarisierten Gesellschaft nicht in Geld bezahlt werden, tragen aber in Deinen Augen nichts bei. Wer seine Zeit dazu verwendet, ehrenamtlich zum Volkswohl beizutragen, macht nutzloses Zeug (deshalb wird es ja nicht bezahlt!). Wer so lebt, dass er wenig staatliche Ressourcen in Anspruch nimmt, trägt auch nichts bei. Nein, er ist nach Deinen Aussagen sogar ein Schmarotzer!

                      Ich empfinde das als eine sehr traurige Weltsicht.

                      Antworten
                      • @Christine

                        selbes Problem wie schon oben. Du liest nicht, was ich schreibe und packst mich leider einfach in eine Schublade.

                        Nie habe ich gesagt, dass ein Ehrenamt nichts zum Volkswohl beiträgt (ich habe sogar selbst 3 Jahre ehrenamtlich gearbeitet)
                        Nie habe ich Schmarotzer gesagt (das war MMT).
                        Nie habe ich gesagt, dass nur etwas zählt, dass konsumiert werden kann (im Gegenteil sprach ich von der Arbeitskraft im Krankenhaus)
                        Nie habe ich gesagt, dass nur Geld etwas zum Staat beiträgt.

                        Ich habe nur im Kontext Einkommenssteuer gesagt, dass wer nur 1/9 seines Potentials beiträgt, auf Kosten der anderen lebt.

                        Wer sagt, dass er Hunde mag hat damit nicht gleichzeitig gesagt, dass er Katzen nicht mag.

                        Antworten
                    • Hallo Konstantin,

                      ich halte das für eine Scheindebatte. Man kann immer einen Kontext herauspicken, innerhalb dessen man „auf Kosten anderer lebt“.

                      Nimmt man etwa den Ressourcenverbrauch, CO2-, bzw. ökologischen Fußabdruck als Maßstab, leben wir in Deutschland nahzu alle auf Kosten der Menschen in ärmeren Ländern (und unserer eigenen Kinder). Du möglicherweise mehr als ich (vielleicht sogar 9-mal soviel?) , wenn ich deine Kommentare zu meinem materiellen Lebensstandard richtig interpretiere.

                      Eine heimliche Mission, die ich mit dem Blog verfolge ist es, genügend Menschen zum Ressourcensparen zu motivieren, um damit meinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu kompensieren. Vielleich steuere ich damit mehr zum Gemeinwohl bei als jeder andere hier? Vielleicht aber auch nicht, weil ich durch meine ETFs in Unternehmen investiere, die Umweltverbrauch und CO2-Emissionen begünstigen.

                      Die Welt ist denke ich zu komplex, um Ethik und Moral auf einen Vergleich der Einkommensteuerbeiträge herunterzubrechen. „Gehe brav Vollzeit arbeiten, zahle Steuern, konsumiere. Dann hast du deine Schuldigkeit getan.“ – das ist einfach das, was unser gesellschaftliches und politisches System vorgibt. Und ich bin nicht deswegen asozial oder handle unethisch, nur weil ich möchte, dass mein Beitrag zum Gemeinwohl aus etwas anderem besteht als dem Befolgen dieses Mantras.

                      In meinem Angestelltenjob arbeite ich übrigens bei einem Anbieter für Online-Steuererklärungen. Unsere Mission dort ist es, vereinfacht gesagt, dass unsere Kunden ihre Steuererklärung einfacher erstellen können und so de facto weniger Steuern zahlen. Würde ich mehr in meinem Job arbeiten (und selbst mehr Steuern zahlen) würde ich vermulich sogar dazu beitragen, dass unterm Strich weniger Steuergelder in der Staatskasse landen. Ironie?

                      Zu deiner Ausgangsfrage:
                      Oberstes Ziel des Frugalismus ist es, ein möglichst zufriedenes Leben zu führen, Lebensglück zu maximieren. Solange „Zum Gemeinwohl beitragen“ etwas ist, woraus der Großteil der Menschen Lebensfreude zieht (ich tue das, und andere Frugalisten auch, wenn auch nicht zwingend nur durch das Zahlen von Einkommensteuer), dann ist Frugalismus auch auf die Allgemeinheit übertragbar.

                      Antworten
                      • Hi Oliver,

                        also nur weil wir sowieso schon alle auf Kosten anderer Leben muss man es doch nicht noch selbst aktiv noch schlimmer machen.

                        Es mag ja auch sein, dass Deine persönliche Situation anders zu beurteilen ist, weil Du die Menschen dazu inspirierst Ressourcen zu sparen.

                        Auf die Allgemeinheit kann das aber doch nicht übertragen werden. Was sagen denn die ITler ohne eigenen Blog in 20h Teilzeit den Krankenschwestern mit 40 h Woche plus Nachtschicht, die den ITlern auch noch das Eltern- und Kindergeld finanzieren? Das ist doch ne Sauerei!

                        Wenn alle das so machen würden, würde unsere Gesellschaft zusammenbrechen.

                        Geht Frugalismus denn nicht auch so, dass man Ressourcen spart, wenig CO2 verbraucht und trotzdem durch Arbeit seinen Teil beiträgt?

                        Also ich sehe sehr vieles auf Deinem Blog ebenso wie Du, aber an dieser Stelle braucht es meiner Meinung nach echt eine bessere Basis.

                        Antworten
                        • Konstantin, Du redest wie ein ewig gestriger. Den Anspruch auf Teilzeit gibt es erst seit 2001, der wurde mühsam erkämpft. Als ich angefangen habe zu arbeiten gab es keine Teilzeit, keine Gleitzeit, jeden Tag von 8 bis 5 und gerne auch länger ins Büro, immer im Anzug, kein Casual, auch nicht am Freitag. Du sehnst diese Zeiten anscheinend wieder zurück.

                          Sei doch froh das es heutzutage diese Flexibilität gibt und jeder davon profitieren kann. Die wenigsten werden es aber tun da es finanziell eben nicht reicht. Wenn es einer schafft und seinen Weg dahin hier in einem Blog (kostenfrei) kundtut wird er von dir beschimpft das er auf Kosten anderer lebt. Wie kommst Du überhaupt dazu, hast Du das ausgerechnet, ich denke Du kannst das überhaupt nicht abschließend beurteilen sondern vermutest das nur. Und zu dem von Dir genannten Beispiel, den Löwenanteil an der Einkommensteuer zahlen ohnehin die oberen Einkommen und nicht die vielzitierte Krankenschwester, das ist nonsens der immer wieder gerne von der Politik verbreitet wird, 10% zahlen 50% der Steuern und das sind nicht die Krankenschwestern. Sorry, das ist echt populistischer Blödsinn den du hier verbreitest.

                          Wer kümmert sich denn um Deine zwei Kinder wenn Ihr beide Vollzeit arbeitet, das würde mich jetzt mal interessieren.

                          Antworten
                        • Hi Konstantin

                          ich teile Deine Kritik. Überzeugende Gegenargumente kamen bisher nicht. Lösen lässt sich das Problem aber auch nicht. Ich halte es für kaum gangbar, zur Vollzeitarbeit zu verpflichten oder zu prüfen, ob jemand seiner Ausbildung und seinem Intellekt entsprechend angemessen verdient. „Helfen“ würde allenfalls eine drastische Kürzung sämtlicher Sozialtransfers. Entfallen müssten nicht nur direkte Transfers (zB Bürgergeld), sondern auch indirekte Transfers (wie zB die Einkommensabhängigkeit von Krankenversicherungsbeiträgen). In einem solchen System würden die Geringverdiener richtig rotieren. Wie Oliver selbst einräumt, könnte er die wirklichen Kosten der Kita aus seinem Nettoeinkommen nicht bezahlen. Auch die Beiträge zur Familienversicherung in der GKV dürften kaum die Risiken für eine vierköpfige Familie abdecken. Somit subventionieren wir „40h+-Knechte“ im Ergebnis Oliver und seine Familie. Auch wenn ich das kritisch sehe, möchte ich auf den Sozialstaat nicht verzichten (wobei er mir schon ausufert). Politisch umsetzbar wäre es ohnehin nicht. Wir werden also damit leben müssen, dass sich neben Bürgergeldbezieher auch Frugalisten und brotlose Künstler auf unsere Kosten selbst verwirklichen.

                          Im Übrigen finde ich ebenfalls vieles auf Olivers Blog gut. Er zeigt klar, dass man bereits mit normalen Einkommen Vermögen aufbauen kann und dies kein Privileg der 100k+-Fraktion. Auch gegen finanzielle Unabhängigkeit durch Sparen und Investieren habe ich nichts. Im Gegenteil: Meine Sparquote beläuft sich seit Jahren auf mehr als 50% (Teilweise bis zu 70%) und ich habe mit 38 ca. 500k zusammen. Irgendwann werde ich dann auch die Arbeitszeit reduzieren, nochmal was anderes machen oder sogar komplett aufhören. Ob man für ein paar Jahre früheren Ruhestand aber schlimmer knausern sollte als der schwäbischste aller Schwaben, lasse ich doch dahingestellt. Insbesondere, wenn man ohnehin nur 20 Stunden pro Woche arbeitet. Davon sollte niemand im Burnout enden…

                          Antworten
                          • nun muss man unterscheiden zwischen Bürgergeld bzw. noch heißt es Hartz IV Beziehern und Frugalisten, denn Oliver und seine Familie leben von ihrem Einkommen. Hier wird so getan, als wenn ein Frugalist nicht eigenständig seinen Lebensunterhalt bestreiten würde. Das ist nämlich nicht der Fall.

                            Wir alle leben in einer Phase unseres Lebens von Sozialtransfers, bspw. wenn wir zur Schule gehen oder ein Studium absolvieren. Oder für Kosten der Kita. Die würden wahrscheinlich die wenigsten aus ihrem Nettoeinkommen bestreiten können. Aber dann gibt es wieder Zeiträume in denen man keine Sozialtransfers erhält. Daher ist der gesamte Zyklus der Erwerbstätigkeit zu betrachten um das abschließend zu betrachten. Insofern glaube ich nicht das ein Frugalist auf Kosten der Allgemeinheit lebt.

                            Was die Krankenversicherung betrifft so zahlen insbesondere die jungen gesunden Singles mehr ein als sie an Leistungen beziehen. Die höchsten Kosten fallen in den letzten Lebensjahren an. Das ist auch genau das Prinzip dieser Solidargemeinschaft. Würden die Kranken mehr als die gesunden bezahlen, müssten in der Folge Raucher mehr als Nichtraucher, Risikosportarten Betreiber mehr bezahlen usw. Wie soll das in ein System umgesetzt werden? Was passiert wenn es keine vernünftige Krankenversicherung gibt, dazu braucht man nur in die USA oder andere Länder zu schauen. Ich bin froh das wir in einer Solidargemeinschaft leben, auch wenn es nicht immer „gerecht“ zugeht, das muss man aushalten. Was nicht sein darf ist Missbrauch, aber davon ist ein Frugalist nun meilenweit entfernt.

                            Chewie: Der Satz zeigt übrigens das Du das Prinzip des Frugalismus nicht verstanden hast: Ob man für ein paar Jahre früheren Ruhestand aber schlimmer knausern sollte als der schwäbischste aller Schwaben, lasse ich doch dahingestellt.
                            Und der Wunsch Geringverdiener mal richtig rotieren zu lassen wenn man sich selbst in einer komfortablen Einkommenssituation befindet, naja.

                            Antworten
                            • Hi Konsument,

                              Chewie hat nicht gesagt, dass sie sich das Rotieren der Geringverdiener wünscht, sondern im Gegenteil, dass sie das nicht als sinnvolle Lösung ansieht.

                              Wer Sozialtransfers bezieht, bestreitet gerade nicht eigenständig seinen Lebensunterhalt. Er lebt doch von dem, was Andere geben und das ist wohl nicht eigenständig.

                              Die Phasen, in denen jeder einmal Sozialtransfers bezieht, dienen weit überwiegend dazu, dass man in die Lage versetzt wird, vom Nehmer zum Geber zu werden, also selbst Sozialtransfers erst zu ermöglichen. Wenn man dann aber soweit ist und sich entscheidet lieber zu chillen nimmt man damit alle auf den Arm, die vorher durchgehend gearbeitet haben. Je länger man mit solchen Zahlen wie Oliver lebt, desto katastrophaler wird doch die Bilanz.

                              Niemand in diesem Forum hat gesagt, dass er die KV abschaffen oder Verhältnisse wie in den USA haben will.

                              Das Argumemt mit der Krankenversicherung ist hoffentlich nicht Dein Ernst. Jeder junge Mensch wird doch auch einmal alt und gehört dann zu der Gruppe, die auf kräftige Zahlungen bei wenigen Inanspruchnahmen durch die Jungen angewiesen ist.

                              Antworten
                              • Gegenfrage: wenn ich aus meinem Erwerbseinkommen meine Krankenversicherung, Miete, Lebensmittel, etc. bestreite, beziehe ich dann einen Sozialtransfer? Was meinst Du konkret mit „Er lebt doch von dem, was Andere geben und das ist wohl nicht eigenständig“. Jeder profitiert von den subventionierten Kita Kosten oder nicht? Wie lautet denn die katastrophale Bilanz, beziffere das einmal in Euro, wenn Du das behauptest solltest Du das auch belegen können.

                                Ich habe auch nicht gesagt, dass jemand behauptet hat, dass die KV abgeschafft werden soll, sondern habe an dem Beispiel die Solidargemeinschaft erläutert. Genauso wie Du das schilderst funktioniert das und das ist gut so. Wer das nicht möchte kann sich privat versichern. Dann zahlt er in jungen Jahren wenig und im Alter viel.

                                Ich arbeite mein ganzes Erwerbsleben 40 Std. die Woche und mehr, daneben noch freiberuflich und habe auf diese Einkünfte sowie auf meine Mieteinnahmen (meiner vollfinanzierten Immobilie) ordentlich Steuern bezahlt. Ich habe kein Problem damit wenn andere weniger arbeiten und demzufolge nicht so viele Steuern zahlen, also dieser Neidgedanke ist mir völlig fremd. Ich möchte auch nicht in die unflexible Arbeitswelt der 80er Jahre zurück.

                                Wer sein ganzes Geld für Konsum verballern möchte, soll dies tun, dann muss er eben auch mehr arbeiten. Wer das nicht möchte kann eben weniger arbeiten. Ganz einfach. Jeder ist seines Glückes Schmied.

                                Antworten
                                • Zur Gegenfrage: in meinem Beispiel oben habe ich mit einer Differenz von EUR 18.000 pro Jahr gerechnet. Also bei 40 Jahren Frugalismus wäre die katastrophale Bilanz EUR 720.000 an nicht bezahlten Steuern. Damit würden bezahlt Straßen, Brücken, ÖPNV, Kita, Schule, Universitäten, Militär usw.

                                  Ich stimme Dir darin zu, dass die Flexibilisierung der Arbeit gut ist und das soll jeder nutzen können, wenn er es aus verschiedenen Gründen braucht. Aber das strategisch als Grundlage zu nehmen, um systematisch die Gesellschaft zu ruinieren ist eine andere Sache.

                                  Ich bin nicht neidisch sondern finde es einfach traurig.

                                  Bei dem Teil zum Konsum stimme ich Dir ohne Frage auch zu.

                                  Antworten
                                • Folgendes Beispiel veranschaulicht vielleicht das Problem: Vier Freunde treffen sich zum Bier trinken. Person 1 bringt eine Kiste Bier mit und trinkt vier Flaschen. Person 2 bringt vier Flaschen mit und trinkt vier Flaschen. Personen 3 steuert nur zwei Flaschen bei, trinkt aber vier Flaschen. Person 4 schleppt kein Bier an, trinkt aber trotzdem vier Flaschen.

                                  Oliver wird – zumindest auf sein Leben gerechnet -wahrscheinlich Person 3 sein. Anders als Person 4 – das wäre der Hartzer – trägt er zwar etwas bei. Im Saldo reicht es aber nicht und er kann nur deshalb vier Flaschen trinken, weil Person 1 eine ganze Kiste mitgebracht hat.

                                  Antworten
                                  • Also irgendwie kommt es mir so vor, als würdet ihr (Konstantin und Chewie) glauben, dass die Lohnsteuer die einzige Steuer in Deutschland ist. Und wer keine oder nur wenig Lohnsteuern zahlt, leistet keinen Beitrag. Vielleicht solltet ihr euch einmal die Steuereinnahmen der letzten Jahre ansehen.
                                    Rechnet man sämtliche Steuereinnahmen des Bundes, der Länder und Gemeinden zusammen kommt man für 2021 z. B. auf einen Gesamtanteil von ca. 29,7 % an Lohnsteuereinnahmen. Entsprechend werden 70,3 % sämtlicher Steuereinnahmen durch andere Steuern vereinnahmt.
                                    Wenn aber nichtmals 1/3 der Einnahmen des Staates durch die von euch angeprangerte „Lohnsteuerunterschlagung durch Teilzeit“ eingenommen werden, wirkt sich ein Frugalist, der ansonsten jedwede Steuer brav bezahlt, garnicht mehr so dramatisch auf das Einkommen des Staates aus.

                                    Antworten
                                    • Dass es auch andere Staatseinnahmen gibt entschuldigt doch nicht, selbst keine Beiträge zu leisten. 1/3 der Staatseinnahmen sind Milliardenbeträge, die sehr ins Gewicht fallen.

                                      Ausserdem hat man mit seiner Arbeitsleistung ja auch einen impliziten Beitrag in seinem Unternehmen, das erst mit diesem Beitrag die restlichen Steuern erwirtschaften kann.

                                      Ein Frugalist trägt sicher auch sehr wenig Konsumsteuern bei und die Beiträge für Krankenversicherung, Rentenversicherung, Pflegeversicherung,
                                      und was es sonst noch gibt, werden sicher auch nicht in auskämmlicher Höhe beigetragen, wenn sie Einkommensabhängig sind.

                                      Ein Unternehmen wird ein Frugalist auch niemals
                                      ok, ein frugalist zahlt dann vll überdurchschnittlich. Kapitalertragssteuer – die allerdings schon vom Protzentsatz her deutlich niedriger ist als die Einkommenssteuer und auch in ihrem Gesamtumfang nicht drankommt.

                                      Antworten
                                      • Du stellt dir also den maximal „staatsschädlichen“ Ansatz von Frührente vor, den du dir ausmalen kannst -und machst diesen Oliver zum persönlichen Vorwurf, obwohl dieser in seinen Beiträgen stets betont, dass für ihn lebenslanges Lernen und ehrenamtliche Tätigkeiten in Zukunft immer eine Rolle spielen werden. Davon abgesehen, dass auch immer wieder betont wurde, dass er noch nicht weiss, wie seine Zukunft aussieht. Vielleicht arbeitet er ja länger als jeder von euch und zahlt mehr in die Sozialsysteme ein. Wer weiss das heute schon?

                                        Aber gehen wir mal davon aus, dass wir hier von einem fiktiven FIRE-Anhänger sprechen, der deiner Vorstellung entspricht: Also jemand der maximal wenig arbeitet und maximal wenig Steuern zahlt, um dann auch noch vom derzeitgen System möglichst effizient Sozialleistungen zu beziehen (z. B. in Form von Bildung für seine Kinder oder ausgebauter Infrastruktur). Alles in legalem Rahmen versteht sich. OK, in diesem einen Beispiel ist diese Person eventuell nicht ganz so ökonomisch „wertvoll“ wie der in Vollzeit arbeitende voll konsumierende Durchschnittsdeutsche.

                                        Tatsächlich kenne ich aber keinen einzigen Blogger der diesen Lebensentwurf propagiert. Da der FIRE-Mensch außerdem mit seinem Vermögen weltweit Kapitalerträge erwirtschaftet, leistet er einen nicht unerheblichen Beitrag zur Weltwirtschaft. Auch vor Ort ist er ein gern gesehener Gast im Supermarkt und damit wertvoll für unser Land, da seine Ausgaben schließlich selbst erwirtschaftet wurden (und nicht über Hartz4 oder ähnliches).

                                        Insgesamt verstehe ich eure Aufregung deshalb nicht und hoffe, dass ihr euch überall (z. B. im „wie-nutze-ich-die-Gesellschaft-am-besten-aus-Forum“) so ins Zeug legt, um wirkliche Missstände aufzuzeigen. Da gibts nämlich tatsächlich genug andere Baustellen in Deutschland.

                                        Antworten
                                      • Beispiel:
                                        Jemand benötigt 1.500 € mtl zum Leben. Derjenige verdient mit einer 25 Stundenwoche ca. 2.100 €. Angestellter, keine Kinder, unverheiratet, keine Kirchensteuer.

                                        Rechnungen:
                                        Er zahlt von seinen 2.100 € brutto mtl.
                                        Lohnsteuer ca. 166 € und Sozialabgaben ca. 425 €

                                        Bei 25 Stunden von 40 Stunden (Vollzeit) ausgehend, arbeitet er auf ner 62,5 % Stelle.
                                        25 Stunden * 4,33 Wochen = 108,25 Stunden/Monat
                                        2100 € mtl. brutto / ca. 19,40 € Buttostundenlohn

                                        Bei 40 Stunden hochgerechnet:
                                        40 Stunden * 4,33 Wochen = 173,2 Stunden/Monat
                                        19,40 Bruttostundenlohn * 173,2 Stunden/Monat =
                                        3360,80 € brutto mtl.

                                        davon zahlt er:
                                        Lohnsteuer ca. 462 € und Sozialabgaben ca. 683 €

                                        Ergebnis:
                                        Vollzeit 1145 € Abgaben zu Teilzeit 591 € Abgaben ergeben einen Unterschied von 554 € mehr an Abgaben.

                                        Bei Vollzeit hat derjenige ca. 2.215 € und bei Teilzeit eben seine 1.500 € mtl netto zur Verfügung

                                        Jetzt die entscheidende Frage: Was soll diese Rechnung aufzeigen? Antwort: Gar nichts. Genau so wenig wie die Aussagen und Behauptungen, nur weil jemand Teilzeit und nicht Vollzeit arbeiten, der Gesellschsaft etwas vorenthält oder sie ausnutzen oder mehr nützen würde.

                                        Wir sind alle keine Sklaven des Staats und genießen eine sehr edle Form der Freiheit. Eine Freiheit für die einst längst verstorbene Menschen Kriege und Konflikte führten. Ihr Leben für ihre Überzeugen der Freiheit riskierten und ließen. UND wir haben nichts besseres mit unserer Zeit anzufangen, als darüber zu schreiben, ob jetzt jemand mehr nimmt, als er gibt oder mehr gibt als er nimmt.

                                        Unsinn. Die Entscheidung treffen zu können, sein Leben selbstbestimmt zu führen ist einer Gesellschaft mit Wohlstand vorbehalten und unser aller Ziel sollte es sein, diese Freiheit auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Sofern sich jemand selbst versorgt durch Arbeit, ist es zunächst vollkommen egal, ob er nur für 1.000 € Teilzeit arbeiten geht oder +80 Stunden die Woche macht für seine 100.000 €. Es ist eine Wahlfreiheit. Die zeichnet eine freie Gesellschaft aus. Man hat die Wahl, selbstbestimmt sein Leben zu gestalten.

                                        Antworten
                                        • ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Ich verstehe natürlich das Anliegen von Konstantin und Chewie und volkswirtschaftlich betrachtet müsste jeder Vollzeit arbeiten, möglichst viel Steuern zahlen und danach das Geld sofort für Güter und Dienstleistungen wieder ausgeben, dann werden viele Steuern fällig und Menschen sind beschäftigt.
                                          Am besten auch alles neu kaufen und altes wegschmeißen.

                                          Nun stellen wir fest, dass durch dieses Verhalten nicht nur die Ressourcen ausgebeutet, sondern auch der CO2 Ausstoß deutlich angestiegen ist. Es muss also neu gedacht werden. Das führt zum Thema Nachhaltigkeit (Stichwort EU-Taxonomie), also bewusst mit den Ressourcen umgehen, Dinge reparieren anstatt wegzuschmeißen und eben den Konsum reduzieren. Genau dies tun Frugalisten, das dabei weniger Steuern anfallen ist klar. Was tun, weiter konsumieren als gäbe es kein Morgen oder vielleicht die Systeme umstellen. Nun ist das deutsche Steuersystem mit Sicherheit kein Fortschrittliches sondern das komplizierteste der Welt und die Belastung von Arbeit eine der höchsten der Welt. Wäre es da nicht sinnvoller nach neuen Lösungen zu suchen anstelle Personen als Schmarotzer zu bezeichnen die genau diese neuen Wege gehen.

                                          Konstantin, Dein Rechenbeispiel ist etwas willkürlich gewählt, um das zielführend zu betrachten müsste man ermitteln wie viele Leistungen jemand vom Staat erhält im Laufe seines Lebens und wieviel er im Gegenzug an Steuern und Abgaben, also an allen Steuern bezahlt. Viele Dienstleistungen des Staates wie Pass ausstellen, Kfz-Zulassung, Grundbuchauszug kosten ja ohnehin Geld. Und wenn man weniger einzahlt in die Rentenversicherung erhält man weniger Leistungen daraus, das geht schon halbwegs gerecht zu.

                                          Chewie: vielleicht ist Oliver ja derjenige der nur 2 Bier trinkt.

                                          Und wie gesagt ist viel Steuern zahlen nicht das Kriterium ob jemand zu der Gemeinschaft beiträgt. So nutzen wir alle diese von Oliver kostenfrei und sicherlich mit erheblichem Aufwand verbundene Plattform um uns auszutauschen.
                                          Dafür und für seine vielen wertvollen Beiträge gebührt im Respekt und Dank!

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                                          • Konsument,

                                            was wurde aus dem Grundsatz, dass man sich so verhalten soll, dass das eigene Verhalten zur Maxime für alle werden kann? Beim Thema Ressourcen wird das hier sofort von jedem heruntergebeten. Beim Thema Arbeit ist aber jede noch so blöde Ausrede oder Ablenkung recht. Man kann wie gesagt auch arbeiten ohne sinnlos zu konsumieren.

                                            Antworten
                                            • Die Frage ist doch vielmehr, warum soll man mehr arbeiten wenn man das Geld nicht braucht. Wozu?

                                              Es wird doch niemand ernsthaft behaupten wollen, das er gerne mehr arbeitet um mehr Steuern zu bezahlen.

                                              Antworten
                                                • Du musst das auch nicht verstehen es reicht, wenn wir es verstehen. Da sind wir wieder bei der Ausgangsfrage von Dir an Oliver angekommen: Du könntest ja in Deinem Beruf gut und gerne das 3fache, nach längerer Zeit sogar das 5fache verdienen.
                                                  Das hat Oliver verständlich und nachvollziehbar erläutert, jedem das seine und solange man sich an die Spielregeln hält und auch etwas an die Gesellschaft gibt, in welcher Form auch immer, ist alles gut.

                                                  Antworten
                                            • Wer glaubt, dass er zu wenig Steuern zahlt, kann freiwillig Geld auf ein spezielles Konto des Bundes überweisen. Im ersten Halbjahr 2022 sind die Eingänge deutlich gestiegen, insgesamt allerdings ist das Ergebnis bescheiden.

                                              Im ersten Halbjahr 2021, als Scholz noch Finanzminister war, zahlten Bürger dort 17.540,60 Euro ein. Im ersten Halbjahr 2022 unter Finanzminister Lindner waren es 36.774,54 Euro, also gut doppelt so viel. Das teilte das Ministerium auf WELT-Anfrage mit.

                                              Die Summe für Lindner verteilte sich in den ersten sechs Monaten auf 155 Überweisungen – zwischen einem Cent und 14.322 Euro. Im Durchschnitt waren es also 237 Euro. Zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr waren es 123 Überweisungen, was einem Durchschnittswert von knapp 143 Euro entsprach.

                                              Konstantin, die Gelegenheit mal für einen richtigen Schub zu sorgen 🙂

                                              Antworten
                                        • Hi MarcMitC,

                                          stimmt, das muss jeder selbst entscheiden.

                                          Die entscheidende Frage ist, wenn Du weißt, dass Du es besser kannst, solltest Du es dann nicht auch besser machen?

                                          Antworten
                                          • Hallo,

                                            Nein, sollte ich nicht oder ja, sollte ich?

                                            Diese Frage kann sich jeder nur selbst beantworten. Wie bereits geschrieben, zeichnet dies den freien Willen in einer Gesellschaft aus.

                                            Meine Ansicht: Ich bin ein Aal. Ich winde mich überall durch. Ich mache mir ein schönes Leben. Nach mir die Sintflut. 🙂

                                            Antworten
                                              • Steckt dann nicht ein wenig Aal in jeden von uns?

                                                – bodenständig bleiben

                                                – man ist ein Fähnchen im Wind (auf der Arbeit ist man anders, als im Freundeskreis oder der Familie)

                                                – wir profitieren alle nur von dem, was andere mal erschafft haben: ich habe keine straßen gebaut, ich habe keine unternehmen gegründet, ich produziere weder Güter, noch biete ich eine Dienstleistung an (wir zehren alle von dieser Welt, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht)

                                                Ein edler Aal erkennt die Wahrheit an

                                                Antworten
                                                  • Mein Weltbild bedauern und dann Leute ernsthaft fragen, wie sich sich fühlen, wenn sie nicht mehr arbeiten und Steuern zahlen für die Gesellschaft, obwohl man es ja könnte.

                                                    Ein edler Aal sieht nicht nur seine eigenen Fehler.

                                                    Antworten
                                                    • Wer mehr arbeitet, verdient in erster Linie mehr. Ein positiver Nebeneffekt ist ein höherer Steuerbeitrag. Das ist aber nicht die Hauptmotivation. Meine Meinung stellst Du also nicht richtig da.

                                                      Wenn Menschen in Deutschland sich Deiner Einstellung anschließen finde ich das sehr schade, weil sie sich selbst schaden.

                                                      Antworten
                    • Konstantin, das ist das deutsche Einkommensteuersystem. Wer ein höheres Einkommen bezieht zahlt nicht nur absolut, sondern auch relativ mehr Steuern. Deswegen gibt es kein gerecht oder ungerecht. Das sind die Vorgaben. Ungerecht ist Steuerhinterziehung.

                      Nach Deiner Logik hätten die meisten Pflege- und Sozialberufe sowie alle Teilzeitbeschäftigten den Respekt der Gesellschaft nicht verdient, da das Einkommen hier relativ niedrig und demzufolge die Steuerzahlung gering ist.

                      Abgesehen davon ist das nur eine der Einkommensquellen des Staates, die zweitgrößte ist die Umsatzsteuer. Der Staat hat auch eher ein Ausgaben- als ein Einnahmenproblem, wie die aktuelle Steuerschätzung zeigt. Ich persönlich glaube nicht, dass der Frugalismus zu Verwerfungen in der Einnahmesituation des Staates führen wird, dafür ist das süße Gift Konsum viel zu verlockend. Da brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen.

                      Was ich mit Sorge sehe ist die immer zunehmende Aufblähung des Staatsapparates mit zusätzlicher Verwaltung im Kontext Vorschriften erlassen und überwachen. Dazu die ganzen Umverteilungsorgien und die hohe Anzahl an Empfängern von Leistungen, welche überhaupt nichts einzahlen. Und wenn die Babyboomer in Rente gehen wird das zu einer massiven Schieflage bei den Steuern- und Sozialabgaben und den zu leistenden Rentenzahlungen führen. Das weiß man seit Jahrzehnten, passieren tut nichts.

                      Antworten
                      • Bitte nicht missverstehen.

                        Ich denke das Prinzip ist, dass jeder beitragen soll, was er kann. Und das tut man ja, wenn man zum Beispiel eine Ausbildung als Pflegekraft hat und in diesem Beruf dann auch arbeitet. Man tut das aber eben nicht, wenn man einen super Job haben könnte aber lieber zu Hause bleibt. Denn dann gehört man ja gerade zu den „Empfängern von Leistungen, welche überhaupt nichts einzahlen“ von denen Du selbst sprichst. Ein solches Verhalten ist auch gegenüber den Menschen in Pflegeberufen nicht nett, weil die sich ja voll einbringen, während man selbst das gerade nicht tut.

                        Dass Pflegeberufe unterbezahlt sind und der Staat ein Ausgabenproblem hat, ist wohl allgemein unstreitig.

                        Das Babyboomer-Problem wird durchs Teilzeit-Arbeiten aber nur verstärkt und zwar sowohl beim Geld als auch bei der verfügbaren Arbeitskraft.

                        Antworten
                        • Denn dann gehört man ja gerade zu den „Empfängern von Leistungen, welche überhaupt nichts einzahlen“ von denen Du selbst sprichst.

                          Nein, ich rede von denen die überhaupt nichts einzahlen, also die nicht arbeiten und somit weder Einkommensteuer noch Sozialversicherung erbringen. Denn eine Teilzeitkraft oder ein Geringverdiener zahlen ja ihre Beiträge, so wie es vom Staat vorgegeben ist. Da gibt es keine weiteren Abstufungen, die man persönlich nach gut dünken vornehmen kann. Jeder zahlt Abgaben bemessen an seinem Bruttogehalt. Sonst müsste jemand in einem gering bezahlten Beruf einen anderen Beruf ergreifen in dem er mehr verdient bzw. bekommt.

                          Antworten
              • Blödsinn. Oliver und Anhang zahlen weder ausreichend Steuern für die Nutzung öffentlicher Einrichtungen und Infrastruktur und schmarotzt sich auch noch wie ein Dauer-Hartzer durch die Sozialsysteme. Absolut verabscheuenswürdig ohne Not nicht seinen Anteil an den Sozialsystemen zu zahlen und auch noch Transferleistungen zu beziehen. Wenn der Anteil dieser Schmarotzer nur geringfügig höher wird als es aktuell schon der Fall ist wird das ganze System zusammenbrechen und das zu recht.

                Antworten
  21. Hallo Oliver,

    du nötigst mir immer wieder Respekt ab.
    Egal wie stürmisch die Zeiten, Du gehst stoisch (mit nur leichten Modifikationen) Deinen Weg. Hut ab!!

    Ich hoffe wirklich, dass sich alles gut für Dich ausgeht und ich mit meinem ganzen Pessimismus (in früheren Kommentaren teilweise ausgeführt) ordentlich daneben liege.

    Ich finds gerade in den Kommentaren immer wieder interessant (aber auch etwas ermüdend) zu lesen, dass Frugalismus nicht als (selbstgewählte) Lebensphilosophie sondern als (eher bedauernswerte) Selbstbeschränkung mißverstanden wird, die nicht praktiziert würde, wären nur genügend Mittel vorhanden.

    Beste Grüße und in Vorfreude auf den nächsten Bericht
    Zipfelklatscher

    P.S. Im Zwischenfazit fand ichs prima, dass du die Inflation berücksichtigt hast. Vielleicht auch in den nächsten Bilanzen eine Erwähnung wert …

    Antworten
    • Hi Zipfelklatscher,
      danke für deinen netten Kommentar! 🙂

      Ich finds gerade in den Kommentaren immer wieder interessant (aber auch etwas ermüdend) zu lesen, dass Frugalismus nicht als (selbstgewählte) Lebensphilosophie sondern als (eher bedauernswerte) Selbstbeschränkung mißverstanden wird, die nicht praktiziert würde, wären nur genügend Mittel vorhanden.

      Das finde ich sehr treffend formuliert!

      P.S. Im Zwischenfazit fand ichs prima, dass du die Inflation berücksichtigt hast. Vielleicht auch in den nächsten Bilanzen eine Erwähnung wert …

      Ich bin mir nicht ganz sicher, was du damit meinst. Etwa, dass ich z.B. in den Jahresberichten erwähne, wie sich mein Vermögen kaufkraftbereinigt im zurückliegenden Jahr entwickelt hat?

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      • Hallo Oliver,

        genau!
        Im Halbjahresbericht hast Du ausgeführt, dass Dein Ursprungsziel mal bei 424.289 € lag, was Du mittlerweile kaufkraftbreinigt auf 460.596 € angepasst hast. Schon Ende nächsten Jahr müsste es möglicherweise bei über 500.000 € liegen.
        Kaufkraftbereinigt dürfte Dein Vermögen dieses Jahr also leider um mehr als die in der Grafik dargelegten 8,55% geschrumpft sein.
        Ich bin so pessimistisch, dass ich nicht glaube, das mit einem passiven Ansatz in den nächsten zehn Jahren 4% Realrendite zu erzielen sind. Möglicherweise auch in den nächsten 20 nicht. Ab 30+ bin dann auch ich wieder optimistischer 😉 )
        Nominal werden wir natürlich alle reicher! Unter Berücksichtigung der Inflation wäre in meinen Augen der Zielerreichungsgrad transparenter …

        Ich hoffe, Du läßt Dich von den teils etwas unfreundlichen Kommentaren unter diesem Beitrag nicht von weiteren abschrecken und hältst noch sechs weitere Jahre durch!
        Ich bin fest davon überzeugt, dass Dir weit über 90% der Leser hier äußerst freundlich gesonnen sind und ich nicht der einzige bin, der unbedingt wissen will, wo Du dann mit 40 wirklich stehen wirst.

        Das hier diskutierte Steuerthema ist schon spannend. Ich bleib aber dabei, dass ich mich nicht weiter dazu äußere (obwohls extrem in den Fingern juckt), weil das einfach zu politisch ist und an die Grundfesten dessen geht, wie man Staat, Gesellschaft, Freiheit, Individualismus, Solidarität, Nachhaltigkeit und und und einschätzt bzw. bewertet. Und das kann in einer pluralistischen Gesellschaft halt extrem kontrovers sein! Ist aber nicht Thema dieses Blogs.
        (Schade finde ich es, wenn es einfach nicht gelingt auf einer sachlich argumentativen Ebene zu bleiben, sondern persönlich beleidigend wird. Die Freiheit echte Trolle (reine Provokateure) zu löschen (einen habe ich hier wahrgenommen) solltest Du Dir in meinen Augen durchaus vorbehalten (nein, das hat nichts mit Zensur zu tun.)

        Beste Grüße
        Zipfelklatscher

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  22. Noch ein Nachtrag:
    Vielleicht ist meine Wahrnehmung verzerrt, aber ich habe den Eindruck, dass das Thema „Frugalismus“ viel weniger Menschen interessiert, als das Thema „Finanzielle Unabhängigkeit“.
    Frugalismus wird einzig als Mittel zum Zweck verstanden.

    Ich bin nach vielen Jahren (nur für mich !!) zu der Erkenntnis gelangt, dass die Freiheit eher im Frugalismus als in der finanziellen Unabhängigkeit liegt. Das Glück der Askese (milder Prägung!).
    Ich habe aber auch gelernt, dass ich mich mit dieser Haltung in einer radikalen Minderheit befinde (an deren Existenz ich ohne Foren wie diesem ohnehin zweifeln würde).

    Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden!
    Allerdings muss ich gestehen, dass mein Interesse für Menschen, die „etwas erreicht“ vorrangig über Einkommen/Geld definieren relativ gering ist. Denen gehe ich im Alltag halt einfach aus dem Weg …

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  23. Hi Oliver,
    ganz großen Respekt vor deiner Leistung und deinem Mut. Du bist ein sehr großes Vorbild für mich.
    Es gibt kaum jemanden der so viel für die Gesellschaft tut wie du (Kinder großziehen, Ressourcen schonen und dabei noch andere darüber nachdenken lassen es ebenfalls zu tun).
    Ich freue mich das wir durch Menschen wie dich unsere Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zukunftsfähig und langlebig ausrichten. Ohne Menschen wie dich wäre das Leben langweilig und fade wir würde alle am Tropf des Konsumrausches Tagein Tagaus das Hamsterrad anwerfen und uns selbst die Grundlagen zerstören.

    Antworten
    • Ob die Kinder überhaupt einen Nutzen für die Gesellschaft darstellen werden oder wie von den Eltern vorgelegt die Sozialsysteme plündern werden ist offen und über die Zukunftsfähigkeit kann daher nur spekulert werden.

      Mutig ist das offene Bekenntnis zum Schmarotzertum allerdings.

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      • Also manchmal frage ich mich echt was Leute wie dich zu so einem Kommentar bewegt. Ist es der Neid? Generelle Bosheit? Eine Mischung aus ganz unterschiedlichen schlechten Eigenschaften? Was ist deine Motivation? Oder bist du nur ein Troll, gestehst es dir aber noch nicht ein? Keine Sorge, ich erwarte keine qualifizierte Antwort. Wollte nur mal genauso laut wie du meinen Gedanken freie Luft machen.

        Antworten
      • Auweia, da muss der Frust aber tief sitzen um so einen Kommentar loszuwerden. Wahrscheinlich unzufrieden mit dem eigenen verpfuschten Leben und dann in Foren anmelden um sich dort auszukotzen. Mir tun solche Leute wie Sie wirklich leid die anscheinend keine Freunde und niemanden zum Reden haben.

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  24. Hallo Oliver,
    ich weiß jetzt nicht, ob du das hier schon mal beantwortet hast. Aber mich würde interessieren, wie ihr die Anteile an Familienarbeit berechnet. Einfach nach Stunden?
    Viele Grüße
    Klaudia

    Antworten
    • Hi Klaudia,
      genau, nach Stunden. Wir haben dafür natürlich keine Stechuhr, sondern haben einfach gemeinsam eine Liste erstellt, welche Tätigkeiten jeder so übernimmt und wieviele Stunden in der Woche diese (im Schnitt) in etwa in Anspruch nehmen.

      Antworten
      • Sorry Oliver, das finde ich mit Verlaub befremdlich. Würde mir vorkommen wie in einer Geschäftsbeziehung. Wenn meine Frau mich bitten würde, jeden Monat Listen auszufüllen um meine „Arbeitsstunden“ zu dokumentieren, würde ich ihr nen Vogel zeigen. (Würde sie natürlich nie tun)

        Antworten
  25. Ich finde deinen Blog wirklich klasse. Auch, dass du in losen Abständen Updates gibst liefert mir sehr viel Stoff zum Nachdenken. Ich habe über die Jahre einige Blogger verfolgt und viele driften ab, monetarisieren ihren Blog und werden ihren eigenen Parolen untreu. Dabei ist völlig klar, dass sich Prioritäten im Laufe des Lebens verschieben, aber es ist wichtig einer grundsätzlichen Linie zu folgen und die erkenne ich hier eindeutig. Wenn ich dann Kommentare lese wie „ich habe doch gesagt die Rente mit 40 wird nichts“ wird mir kotzübel. Als ob deine Existenzberechtigung darin besteht dieses vor Jahren selbstgesteckte Ziel zu erreichen.

    Mach weiter so und lass uns daran teilhaben 😉

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  26. Hallo, ich bin weder Frugalistin noch FI. Allerdings gibt mir der Blog immer wieder gute Denkanstöße und ich schätze die Authentizität, die Olli an Tag legt ( keine Werbung, keine Bezahlung).
    Das Thema Hartz 4 und Sozialschmarotzertum in Bezug auf die Aussagen von MMT möchte ich mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Mich würde doch sehr der Background von MMT interessieren und auf welchen realen Erfahrungen seine Aussagen beruhen.
    Ich selbst bin Kinderärztin und muss mich ständig mit diesem Thema beruflich auseinandersetzen. Es gibt viele überforderte Familien, die von Sozialhilfe abhängig sind, deren Kinder trotz ausreichend Zeit tagsüber vor dem Fernseher geparkt werden, die keine sinnvollen und regelmäßigen Mahlzeiten erhalten und schon in sehr jungen Jahren schulisch, gesellschaftlich und sozial abgehängt werden, da sich um diese Kinder nicht ausreichend gekümmert wird. Für diesen Teil der Gesellschaft muss unser Staat in Form von Förderung ( Logopädie, Ergotherapie, Frühförderung, Sozialhilfe) viel Geld ausgeben und die Kinder wachsen aufgrund der Vorbildfunktion der sie umgebenden Erwachsenen wieder in ein solches Milieu hinein, da sie es selten schaffen, einen Beruf zu erlernen und später für sich selbst zu sorgen. Die Erziehung von Kindern funktioniert meist durch Vorbildfunktion, das Vorleben von Werten und viel gemeinsamer Zeitverbringung. An dieser Stelle hat sich Olli den größten Respekt verdient, da er es genau richtig macht. Kinder benötigen verlässliche Sparingpartner und keine Eltern, die in einem Vollzeitjob durchs Leben hetzen, um dann keine Zeit mehr für den Nachwuchs zu haben, materiell aber alles bekommen. Prominentes Beispiel ist die erst kürzlich verstorbene Queen, die kaum Zeit für ihre eigenen Kinder hatte. Ich ermutige MMT sehr, wenn er keine eigenen Kinder hat, sich für eine Patenschaft für benachteiligte Kinder / Jugendliche zur Verfügung zu stellen, d.h. seine eigene Zeit für das Wohl der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Steuergelder erledigen die Probleme nur zum Teil.

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  27. Also ich möchte einfach mal DANKE sagen für Ollis authentische Berichte über viele Jahre hinweg. Dadurch und auch durch die vielfältigen und teils Kontroversen Diskussionen hier habe ich unheimlich viel gelernt und mich als Persönlichkeit weiterentwickelt!
    Auch ich gehöre eher zur konsumkritischen „Weniger ist mehr-Fraktion“ ;-). Aber ich finde, auch das kritische Hinterfragen solcher Positionen ist bereichernd, solange es halbwegs respektvoll abläuft.
    Wer wie viel Leistung für die Gemeinschaft erbringt, ist aus meiner Sicht in unserer komplexen Welt am Ende gar nicht wirklich messbar. Und letztlich hängt doch alles miteinander zusammen und der Beitrag geht weit über rein materielle Dinge hinaus („Interbeing“).

    Antworten
  28. Hallo Oliver,
    Danke für den Artikel und die Bereicherung die du uns jedesmal damit gibst.

    Ich hatte früher auch eine Brille, 6 Dioptrien. Habe meine Augen vor mittlerweile 14 Jahren (ufff) Lasern lassen. Die Kosten hab ich durch Einsparung von Brillen und Kontaktlinsen längst wieder drin.

    Grüße

    Antworten
  29. Hallo Oliver,

    erst einmal herzlichen Glückwunsch an deine große Tochter, dass sie jetzt Hilfe bei der Erziehung der Eltern hat ;-).
    Wobei ich denke, dass sie schon gute Eltern haben, die ihnen alles geben, was sie brauchen, materiell und nicht materiell.
    Ihr führt schon ein gutes Leben mit einer passenden Work-Life-Balance, das kommt in deinem ausführlichen Bericht deutlich rüber.

    Jetzt ist mir etwas bei den Ausgaben aufgefallen: Ist eure Wohnung billiger geworden?
    Hat die nicht mal 400 € pro Person gekostet?

    Ist ja auch mal schön, wenn etwas einfach weniger kostet oder habt ihr da auch so einen Trick wie das Tablet-Verkaufen beim Handy-Vertrag?

    Viel Grüße

    Andrea

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  30. Spät dran, aber: Auch von mir vielen Dank für die regelmäßigen Updates und deine Offenheit hier.

    Und ja, bei dieser Sparquote rückt der komplette finanzielle Ruhestand wohl eher weiter in die Ferne. Aber diese Entwicklung kommt ja nicht ganz plötzlich.
    Und wie auch schon gesagt wurde: Finanzielle Unabhängigkeit ist ja kein digitaler Zustand, sondern kann viele Facetten haben. Sich einfach mal ein Auszeitjahr zu gönnen ist ja nicht mal eben für jeden möglich. Ebenso wie in diesen inflationären Zeiten keine schlaflosen Nächte zu bekommen, ob man denn den Lebensmitteleinkauf oder die kommende Nebenkostenabrechnung stemmen kann.
    Gerade bin ich äußerst dankbar ein frugaler Gutverdiener zu sein, dessen härtestes Schicksal es ist die Sparquote etwas zu reduzieren…

    Zum Thema Brille:
    Ich habe vor fast 3 Jahren bei einem großen Onlinehändler gekauft. Dünne Kunststoffgläser, entspiegelt, mit Blaulichtfilter, für irgendwo zwischen 150 und 200€. Damit bin ich immer noch super zufrieden. Habe aber auch mit 2 Dioptrien keine „Maulwurfsaugen“.
    Wenn ich nicht gerade vor dem Monitor sitze sondern draußen unterwegs bin, besonders beim Sport, trage ich lieber Kontaktlinsen. Die kosten mich inkl. Reinigungslösung ca. 10€ monatlich.

    Und beim Handyvertrag hab ich seit einiger Zeit einen Billigvertrag vom Discounter für 5€ monatlich. Ginge es noch günstiger? Vielleicht. Aber dann kommen wir schon fast in die Kategorie „Teebeutel zweimal aufbrühen“.

    Also, alles Gute für den Rest des Jahres, insbesondere natürlich den Nachwuchs.
    Und lass dich nicht von unzufriedenen Nörgelfritzen ärgern.

    Antworten
  31. Hallo Oliver,

    vielen Dank für deine Blogbeiträge und den Mehrwert, den du uns allen gibst.

    Wie stehst du zu Epikur und siehst du in seiner Lehre parallelen zum Frugalismus?

    Viele Grüße,
    Daniel

    Antworten
  32. @Konstantin

    zu „Es geht mir auch nicht um eine Umverteilungsdiskussion, sondern darum aufzuzeigen, dass die Lebenseinstellung, bei Gesundheit und mit 30 mit Ansage auf Jahrzehnte unter seinen Möglichkeiten zu leben einfach nicht das ist, was gut für unsere Gesellschaft ist. Das find ich einfach Anstandslos und weiß auch nicht, was ich daran bewundern soll.“

    Tja, das Problem ist, dass du Oli (oder zT allgemein hier) vorschreiben willst, was „unter seinen Möglichkeiten zu leben“ heisst!

    Vielleicht ist Oli viel konsequenter und smarter als Du? weil in D:
    – die Regierungen die Rentenfrage nicht angegangen sind (und damit die Jungen immer mehr von ihrer Arbeit via Steuern an die Alten transferieren werden muessen, Ziel: alle in einem engen Korridor gleich arm)
    – die Regierungen eine Energiewende bestreiten, die zu den hoechsten Energiekosten weltweit gefuehrt haben (und damit Unternehmen aus dem Land treiben/Wettbewerblichkeit verlieren)
    – die Regierungen eine Geld- und Fiskal-Politik foerdern, weil Inflation (Geldentwertung) der bequemere Weg ist, statt unangenehme Aufgaben anzugehen und damit alle schleichend, strukturell aermer macht
    – die Regierungen eine Zuwanderungspolitik betreiben, die zu erhoehter Wohnungsnot und Sprengung der Sozialsysteme fuehren (es gibt entweder offene Grenzen oder ein gutes Sozialsystem, nie beides)

    Sprich, die wirtschaftliche Zukunft von Jungen in D sieht momentan strukturell schlecht aus: Sie sind in der Minderheit und koennen die Regierungen in D nicht abwaehlen (Demographie).
    Bevor also nicht ein wesentlicher Reset/Kurswechsel geschieht, koennte es schlau sein, nur so wenig wie moeglich Abgaben und Steuern in so eine Gesellschaft zu geben (Dienst nach Vorschrift machen und Frugalismus leben)?

    Wir sind ein freies Land, noch gibt es keinen Arbeitsdienst. Warum also auf Oli herumhacken? Der macht das schon richtig!

    LG Joerg

    Antworten
  33. @Joerg

    Es geht mir nicht darum, auf Oliver herumzuhacken. Solange es sachlich bleibt, hat Oliver sicher nichts gegen Kritik. Gehts hier nicht auch darum, das Ganze mal zu hinterfragen?

    In dem Punkt, dass jeder subjektiv seine Möglichkeiten bestimmen sollte und wir keinen Arbeitszwang haben sollten, stimme ich Dir zu. Aber auf Kosten anderer Leben – nicht cool, für mich die objektive Untergrenze. Kann man auch nicht mit der allgemeinen Wirtschaftslage rechtfertigen.

    .

    Antworten
    • @all, Konstantin

      Vielleicht koennte man Konstantins Anliegen (Appel an ein?/welches? Gemeinschaftsethos) so sezieren?

      1. Was haelt unsere Gesellschaft zusammen?
      2. Was ist die Grundlage fuer Ethik und Moral in D?
      3. Wie kann man abmildern, das ggfs manche Menschen Sozialsysteme ausnutzen?
      4. Wie kann man foerdern einen hohen Arbeits-Ethos und/oder Solidaritaet gegenueber der Gesellschaft einzunehmen?
      5. Welche Anteile dazu gehen von innerer Motivation aus und welche von „aeusserer“ Motivation?
      6. Was spielt da alles hinein (Religion, Bildung, Umgebung, Herkunft, Intellekt, etc)?
      7. Welche Massnahmen (Zuckerbrot/Anreiz und/oder Peitsche/Verbote) scheinen uns in der heutigen Situation eher hilfreich oder hinderlich (Rentensystem? Krankenversicherung? Buergergeld? Einwanderung?)
      8. Welche Laender scheinen uns bei welchem Aspekt Vorbild oder Abschreckung zu sein und warum (wo laeuft es besser, wo schlechter)?
      9. Was noch?

      Koennte man so vielleicht weiter kommen (Wurzeln & Ursachen statt auf der Emo-Ebene zu bleiben)?
      Wer hat Lust auf seitenlange Diskussionen ;-)?

      LG Joerg

      Antworten
  34. Ich habe mir die ganze Kritik am frugalistischen Leben in diesem Forum einmal durchgelesen und fand sie sehr interessant, kann mich ihr aber weitestgehend nicht anschließen.
    Wir leben zum Glück in einem freien Land, wo jeder seinen Job und den Umfang seiner Arbeit sowie sein Konsumverhalten selbst wählen kann. Das ist übrigens verfassungsmäßig genau so garantiert wie das Sozialstaatsprinzip. Das Steuer- und Sozialsystem ist vorgegeben. Dieses gegebene System für sich zu optimieren ist so legitim wie rational. Jeder CEO würde seiner Job verlieren, wenn er sein Unternehmen nicht steueroptimiert aufstellt.
    Mein eigenes Modell ist ein Frugalismus light-Modell, also ein Ausscheiden aus dem Arbeitsleben mit ca. 55 Jahren. Bei knapp 30 Jahren Ansparphase in Vollzeit muss man bei Weitem nicht so aggressiv sparen wie Oliver und hat trotzdem deutlich mehr Endvermögen, Rentenansprüche sowie eine kürzere zu finanzierende Restlebenszeit. Und natürlich würde ich mir wenn ich in dem Alter ein Abfindungsangebot bekommen würde mir dies in einem Jahr auszahlen lassen, wo ich nichts mehr verdiene und mein ALG1 Anspruch 12 Monate ruhen lassen, um sowohl die Steuer auf die Abfindung als auch den ALG1 Anspruch zu optimieren (keine Sperrfrist und ggf. längere Bezugsdauer).
    Baut der Frugalismus auf der Hoffnung auf, dass die meisten die es könnten ihn nicht praktizieren? Eindeutig ja! Denn wären nur 50 oder 30% aller Menschen strenge Frugalisten, würde unser Steuer- und Sozialsystem sofort ganz anders aussehen und man könnte auch die Aktienrenditen von 8% vergessen. Aber das Naturell der meisten Menschen ist es halt, in ihrem Leben immer mehr haben zu wollen. Jede neue Wohnung, jedes neue Auto, jeder Urlaub muss immer ein Stückchen größer sein als der Letzte. Und damit finanzieren sie nicht nur diejenigen mit weniger Potential ein Stück weit mit, sondern auch die Bescheideneren.

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  35. Bei der Maslowschen Bedürfnishierarchie kann man unter der Stufe der psychologischen Bedürfnisse für Deutschland noch „Steuervermeidung“ hinzufügen.

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    • Die Steuervermeidung ist aber gar kein Ziel des Frugalismus. Es gibt ja auch viele Frugalisten, die 20 Jahre lang richtig ranklotzen, in dieser Zeit sehr viel verdienen und danach in den Ruhestand gehen. Gegenüber Steuerzahlern die das gleiche Einkommen in 45 Jahren Erwerbsarbeit verdient hätten, wäre die Steuerbelastung für den Frugalisten aufgrund der Progression deutlich höher gewesen.

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