Finanzielle Freiheit oder Waschlappen-Leben

Frugalist oder Waschlappen: Bist du bereit für finanzielle Freiheit?

Willkommen bei den Frugalisten. Was du hier liest wird vermutlich alles was du bisher über das Leben und den Umgang mit Geld gehört hast auf den Kopf stellen. Aber immer der Reihe nach…
Deine Freunde, deine Eltern und die Leute im Fernsehen haben es dir wahrscheinlich so erklärt: Das Leben ist teuer und unsere Renten sind nicht sicher. Darum musst du 40 Jahre lang Tag für Tag arbeiten gehen, damit du dir leisten kannst was man zum Leben eben so braucht. Und wenn du dich ordentlich anstrengst, kannst du vielleicht sogar ein bisschen was auf die hohe Kante legen, damit du in deinen wenigen verbliebenen Lebensjahren als Rentner nicht Pfandflaschen sammeln gehen musst.

Zum Glück ist das alles absoluter Käse. Die Wahrheit ist: Dieser Standard-Lebensentwurf ist komplett irrational, fast zum Heulen verschwenderisch und darüber hinaus auch noch fürchterlich langweilig. Während die meisten nämlich brav diesem Lebensmodell folgen, schaffe ich es einfach durch Vernunft und einen etwas genügsameren Lebensstil genug von meinem normalen Einkommen zu sparen, dass ich noch vor meinem 40. Geburtstag ausgesorgt haben werde und den Rest meines Lebens verbringen kann wie und womit ich will. Und das Beste daran: Ich habe währenddessen auch noch deutlich mehr Spaß.

Sobald du dich vom Waschlappen-Leben verabschiedest und dich einfach nur auf ein gutes und glückliches Leben konzentrierst, merkst du, dass dafür gerade die Dinge wichtig sind, die so gut wie kostenlos zu haben sind: deine Freunde und deine Familie, einer sinnvollen und erfüllenden Beschäftigung nachzugehen, immer Neues dazu zu lernen und sich spannenden Herausforderungen zu stellen. Du lernst, deine Probleme selbst in die Hand zu nehmen, statt immer nur andere dafür zu bezahlen. Du merkst, dass viele der teuren Annehmlichkeiten, die du noch gestern für „notwendig“ erachtet hast, in Wahrheit mindestens überflüssig sind oder deinem guten Leben sogar im Weg stehen.

Indem du diese nach und nach loswirst, hast du auf einmal Geld übrig. Eine Menge Geld. Dann ist es plötzlich die reinste Aufwärmübung, mit gerade einmal der Hälfte deines Einkommens auszukommen.
Was aber machst du mit der anderen Hälfte? Ganz einfach: Du sparst sie und baust dir so nach und nach ein ordentliches Vermögen auf. Wenn du die Hälfte deines Einkommens zurück legen kannst, musst du gerade einmal 17 Jahre arbeiten, bis du finanziell unabhängig bist und nie wieder für Geld arbeiten musst. Wenn du sogar zwei Drittel deines Einkommens sparen kannst, so wie ich es tue, kannst du dich über ein kurzes Arbeitsleben von nur 10 Jahren freuen. Was mache ich mit dem gesparten Geld? Ich investiere es in Indexfonds, Anleihen oder Immobilien. Auf diese Weise finanziert mir das passive Einkommen aus Dividenden, Zinsen und Mieteinnahmen nach ein paar Jahren meinen Lebensunterhalt.

In diesem Blog geht es um Geld und Geldanlage, darum wie man mit weniger Geld besser und reicher lebt und wie ich Tag für Tag meiner finanziellen Unabhängigkeit entgegen steuere. Wenn du also bereit bist für die geballte Ladung Frugalisten-Power, dann herzlich willkommen! Und falls du bereits einer von zahlreichen deutschen Frugalisten und Financial Independence-Anhängern bist, dann hoffe ich dass du dich hier gut aufgehoben fühlst und vielleicht noch einige Anregungen findest. Let’s rock!

24 Gedanken zu “Frugalist oder Waschlappen: Bist du bereit für finanzielle Freiheit?

    • Hallo Ex-Studentin,
      danke und schön dass du auch hier bist! 🙂
      Detaillierte Artikel zu meinem Lebensstil und über meine Sparquote sind auf jeden Fall in petto. Ich hoffe also, dass du hier auf deine Kosten kommst 🙂
      Viele Grüße

  1. Hi Oliver,

    ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass materieller Besitz nicht alles im Leben ist und dass man mit bewusstem Konsum eine Menge Geld sparen kann, steht meines Erachtens ebenfalls außer Frage.

    Das macht dich aber noch lange nicht zu einem Superhelden. 😉

    Dein Blog behandelt zwei Themen, die mich sehr interessieren. Ich fand es immer schade, dass auf den Finanzblogs zu wenig über ein einfaches Leben geschrieben wird und auf den Minimalismus-Blogs das Thema Finanzen leider oft zu kurz kommt oder erst gar nicht behandelt wird.

    Denn sowohl die Anhänger der finanziellen Unabhängigkeit sowie die Minimalisten, Frugalisten (oder wie auch immer sich derjenige nennt) haben ja letztlich dasselbe Ziel: Frei sein im Handeln und Tun.

    Deshalb freue ich mich hier einen Blog gefunden zu haben, bei dem diese Themen so nah beieinander liegen und auch auf Details zu deinen Erfahrungen und Plänen.

    Viele Grüße
    Marco

  2. Hi Marco,

    und herzlich willkommen hier im Blog 🙂
    Ich fand genau wie du, dass es in deutschen FI-Blogs (im Gegensatz zu den USA) meistens entweder um „Simple Living“ oder Finanzen geht, aber beides bisher nur wenig verknüpft wird, obwohl für mich gerade diese Symbiose das spannende an FIRE ist. Das war für mich auch mit ein Grund, selbst einen Blog zu eröffnen.
    Details werden in den weiteren Beiträgen folgen, so theoretisch wie in den ersten Posts soll es nicht bleiben 🙂

  3. Hi Olli,
    cooler Blog, ich bin auch Frugalist (hohen Sparquote, Geld anlegen), kannte das Wort ( und die kleine Bewegung dazu) aber noch nicht.
    Mich würde nochmal ein Beitrag zum Thema Varianz des passiven Einkommens interessieren. Wie gehts du damit um? Beispiel: Ich habe mein Teil erreicht (Passives Einkomment = Konsum) und höre auf zu arbeiten: Dann crasht der Markt, mein passives Einkommen ist nur noch die Hälfte. Dann muss ich ja doch wieder arbeiten gehen ….
    Da gibt es sicher auch Lösungen (Kauf einer Rente, Rückfahren der Aktienquote im Alter), vermutlich schiebt sich dann das „Rentenalter“ aber nach hinten…
    Wäre intessant, darüber zu hören!

  4. Hi Martin,
    das freut mich, es ist immer schön zu sehen, dass es doch mehr Gleichgesinnte gibt, als man angenommen hat 🙂
    Die FIRE-Bewegung gibt es ja tatsächlich schon länger, Frugalist/Frugalismus als deutsches Wort ist aber mehr oder weniger meine Kreation (einfach aus dem Englischen übernommen, dort ist frugal/frugalist relativ geläufig).
    Zur Varianz des passiven Einkommens bzw. der Entnahme-/Entspar-Strategie in der Rentenphase schreibe ich bei Gelegenheit nochmal einen ausführlichen Beitrag, da das doch ein komplexes (und auch umstrittenes Thema ) ist. Kurz zusammengefasst ist der Ausgangspunkt der Diskussion meistens die sogenannte Trinity-Study von 1998 (nach dem Begriff kannst du googlen, wenn du mehr wissen willst). Diese hat ermittelt, dass man aus einem gemischten Portfolio (50% Aktien und 50% Anleihen) in allen 30-Jahres-Zeiträumen zwischen 1925 und 1995 vier Prozent des Ausgangs-Portfoliowertes jährlich hätte entnehmen können, ohne in den 30 Jahren bankrott zu gehen. Die daraus abgeleitete und in der FIRE-Community oft zitierte 4%-Regel („Du bist finanziell unabhängig, sobald deine jährlichen Ausgaben maximal 4% deines Portfolios betragen“) wird von vielen FIRE-Anhängern als zu optimistisch kritisiert, andere sehen sie hingegen als zu pessimistisches Szenario, abhängig davon, welche anderen Faktoren man noch in die Rechnung mit einbezieht und wie man diese gewichtet. Diese Faktoren sind insbesondere 1. Das Sequence-of-Return-Risiko (SOR), also die große Wichtigkeit der spezifischen Reihenfolge, in der die jährlichen Aktienrenditen während der Entsparphase auftreten. 2. etwaige Nebeneinkünfte während der Entsparphase und 3. eine dynamische statt einer statischen Entnahmerate, wenn du beispielsweise während eines Aktiencrash deine Ausgaben reduzieren kannst (z.B. durch weniger teure Urlaubsreisen oder die Verschiebung größerer Anschaffungen auf später). Ich persönlich sehe die 4%-Regel als relativ guten Anhaltspunkt an, da ich damit rechne, auch mit 40 noch das ein oder andere Nebeneinkommen zu erwirtschaften und meine Ausgaben auch mal dynamisch an meinen aktuellen Portfoliowert anzupassen. Das war jetzt nur mal ein kurzer und stark kondensierter Überblick, einen entsprechenden Artikel habe ich wie gesagt bereits auf meiner Bucket-List. 🙂

    • Hallo Oliver,

      zunächst einmal muss ich Dein wirklich cooles Logo der Seite loben – das finde ich mal echt klasse und passend. Hast Du das selbst kreiert?
      Zum Thema „Frugalist“, finanzielle Freiheit und alles was damit zusammenhängt bin ich mal auf folgende Artikel gespannt.

      Ich bin ja selbst ein genügsamer Mensch, der ohne größeren Schnickschnack gut leben kann, würde mich aber selbst nie als Minimalist, Frugalist oder sonstwie bezeichnen. Mir klingt das immer irgendwie zu dogmatisch. So als wäre Sparsamkeit oder das Beschränken auf eine bestimmte Anzahl von Dingen oberste Maxime. Bei mir ist es eher so, dass ich mich regelmäßig vor Käufen nach dem Nutzen frage und dann häufig gar keinen Kaufdruck mehr verspüre. Wenn ich aber etwas kaufen will, weil es mir wichtig erscheint, sehe ich auch keinen Grund es nicht zu tun. Mir ist die Anzahl meiner Besitztümer und die Höhe meiner Sparrate schlichtweg egal.

      Das Thema FIRE kenne ich auch schon etwas länger; habe vor Jahren die MMM-Artikel und auch Jacobs (ERE) Buch gelesen. Dazu stehen ein paar Klassiker der FIRE-Literatur in meiner realen und virtuellen Bibliothek herum. Ich bin aber immer noch nicht 100% davon überzeugt. Vielleicht bin ich zu sehr ein Sicherheitstier (trotz hoher Aktienquote), als das ich mich ganz auf diesen Aktienmarkt verlassen wollte. Mein größtes „Problem“ ist dabei, dass ich Sorge habe, dass ich bei einem arg frühzeitigen Ausstieg aus der Berufswelt nach 10 Jahren nicht mehr so leicht zurückkomme, um im Worst-Case dann doch wieder arbeiten zu gehen. Wenn ich irgendwann aussteigen will, dann vermutlich etappenweise: zunächst Teilzeit und dann ganz aufhören. Wann das jeweils möglich ist, hängt aber auch von den Finanzmärkten ab – im Alter möchte ich dann aber eher nicht extrem von diesen abhängig sein und Grundbedürfnisse sicher abgedeckt wissen, d.h. eher einen Floor-and -Upside-Ansatz wählen.

      Bin auf jeden Fall gespannt, was Du zu diesem Thema schreiben wirst. Vom Triple „Sparen“, „Investieren“, „Entsparen“ ist das dritte in meinen Augen auf jeden Fall das am schwierigste.

      Lieben Gruß,
      Dummerchen

      • Hallo Dummerchen,
        erstmal schön dass du auch hier bist und jetzt auch kein ganz stiller Mitleser mehr bist 🙂 Das Logo der Seite stammt eigentlich aus einem Uni-Projekt im Rahmen meines Masterstudiums (http://www.oliver-noelting.de/frugalisten ) – eine interaktive Web-Story, die ich mittelfristig auch auf dem Blog einbinden möchte. So richtig ausgereift und fehlerfrei ist das Projekt aber noch nicht, weswegen die Einbindung in den Blog wohl noch etwas dauern wird.
        Von einem stückweisen Ausstieg aus der Berufswelt und der Floor-Upside-Strategie halte ich ebenfalls eine Menge. Allerdings liegt die Frage nach dem Ausstieg bei mir ja noch ein gutes Stück in der Zukunft, weswegen ich mir über die konkrete Ausgestaltung (Vollausstieg oder Teilzeit, eventuelle Nebenprojekte, Withdrawal-Strategie) jetzt noch keine zu großen Gedanken mache, sondern mich erstmal aufs Sparen konzentriere.
        Zum Thema Minimalisten/Frugalisten habe ich übrigens neulich einen schönen Artikel gefunden: http://beyondgrowth.net/personal-development/minimalism-vs-frugalism/
        Während dem Minimalisten die Anzahl seiner Besitztümer aus ästhetischen Gründen wichtig ist, geht es dem Frugalisten nur um die Maximierung seines Lebensglücks pro eingesetztem Euro. Vielleicht bist du also doch ein Frugalist per definitionem? 🙂

      • Auch für mich liegt die Frage nach dem Ausstieg noch ein gutes Stück in der Zukunft – allerdings finde ich es ganz gut, mich schon im Vorfeld schlau zu machen. Eventuell lassen sich ja unnötige Umschichtungen vermeiden, wer weiß.
        Die Definitionen aus dem von Dir verlinkten Artikeln sowohl zum Minimalisten als auch zum Frugalisten lese ich so zum ersten Mal und erscheinen mir leicht anders als ich das bislang wahrgenommen habe. Ich war bislang von der Vorstellung ausgegangen, dass der Minimalist wirklich an einer klaren Reduktion der Anzahl von Gegenständen interessiert sei und er Frugalist gerne möglichst wenig Geld ausgibt.
        Wenn ein Frugalist wie von Dir genannt definiert wird, könnte ich tatsächlich ein solcher sein – wobei man sich trefflich streiten kann, wie man das Lebensglück genau misst, denn nur dann kann man es ja auch derart maximieren. Aber ehrlich gesagt bleibe ich lieber jeder Schublade fern.

        LG
        Dummerchen

        PS: Mit der Aufnahme in die Watchlist des Finanzwesir sollte heute ja die Besucherzahl explodiert sein, gell ;-)?

      • Mein Eindruck ist sowieso, dass keine zwei „Frugalisten“ oder FIRE-Anhänger die gleiche Strategie und den gleichen Lifestyle haben; die individuellen Unterschiede sind einfach so enorm, dass es vermutlich schon unmöglich wäre, überhaupt so eine Schublade zu definieren. Ich finde es einfach nur nett, dem ganzen Konzept einen Namen und ein Profil zu geben, das macht es klarer/schärfer und erleichtert hoffentlich die Diskussion.
        In der Tat ging die Zugriffsstatistik gestern ziemlich ab 😀 Etwa dreimal so viele Besucher wie an den bisherigen Spitzentagen…

      • Hallo,

        ein paar Gedanken zum Thema Minimalismus:
        Interessanter Artikel bei beyondgrowth, aber ich glaube, zu einseitig. Er betrachtet den Minimalist allein im Sinne des künstlerischen Minimalismus Begriffs.
        Es mag sie geben, diese ästhetischen Minimalisten, die Einkaufszettel in Moleskins schreiben. Aber unabhängig davon hat sich eine minimalistische Szene entwickelt, in der es schon fast verpönt ist, Sachen zu zählen.
        Mein Eindruck ist, dass der Großteil Leute sind, die im Minimalismus eine Alternative zum Hamsterrad des immer mehr gefunden haben. Oft einhergehend mit einem großen Umweltbewusstsein, Achtsamkeit, Schnittmengen zur Zero Waste Bewegung, etc.

        Vielleicht ist besonders im englischsprachigen Raum durch die 100 Thing Challenge der Eindruck entstanden, es gehe um reine Reduktion auf 100 Sachen, und dies müsse zwangsläufig in einer Ästhetik resultieren? Aber auch für Dave (http://guynameddave.com/about-the-100-thing-challenge/) ging es nicht um Ästhetik sondern um „a life of simplicity, characterized by joyfulness and thoughtfulness“, wobei die 100 Dinge lediglich ein (SMARTes) Ziel waren um ihn auf seinem Weg dorthin zu unterstützen.

        Minimalismus ist kein Selbstzweck, wo Sachen um des Reduzierens Willen aussortiert werden. Zu Beginn des Wegs steht natürlich oft die Reduktion von Besitztümern, was sich dann meist auf die digitale Welt, soziale Beziehungen, Verpflichtungen, reduziertem und nachhaltigerem Konsum etc. ausweitet. Durch die Reduktion von Überflüssigem und Unwichtigem entsteht irgendwann ein Überschuss an Zeit, Geld und Energie, der für mich Freiheit bedeutet -> Freiheit, das Leben mit dem zu füllen, was für mich wirklich Bedeutung hat und mich glücklich macht.

        P.S. habe mich gestern durch dein Masterprojekt geklickt – schöne Idee und sehr ästhetisch umgesetzt 🙂

  5. Hallo Oliver,

    cool, dass es Deinen Blog gibt! Im deutschsprachigen Raum fehlt sowas.

    Ich habe ERE (Early Retirement Exterme) und „Genug“ gelesen. Ich bin allerdings nicht suuuper sparsam. Meine Sparquote beträgt 50% bei einem sehr überdurchschnittlichen Gehalt.

    Aber selbst wenn man für sich nicht die Kosequenz ziehen sollte, dass man super sparsam lebt, bereichern diese Bücher und Blogs sehr, denn alleine die Gesellschaftsanalyse ist Gold wert.

    Wir müssen uns aber darüber im klaren sein, dass wir für die Wirtschaft eine Katastrophe sind :-).

    Viele Grüße
    Max

    PS: habe auch über den Finanzwesir hierher gefunden :o)

  6. Hi,

    hab nicht alle Kommentare gelesen, vielleicht gibt’s meine Anmerkung ja schon. Erstmal Applaus – Konsumverzicht ist Klasse, Konsumismus kotzt mich auch an. Aber die Sparrate bekommst du höchstens alleine hin. Hm ALLEINE! Und dann? Wozu?

    Hab mal Kinder und du weist wo dein Geld bleibt. Ist aber die bessere Geldanlage! So ca.5% des Nettoeinkommens Spende ich. Eine bessere Welt ist nicht nur für mich da. Ich weiß jetzt warum ich arbeite!

  7. Hi Oliver!

    Aah wie erfrischend! Endlich jemand, der seine Amerikaner kennt 😀

    Ich befinde mich gerade auf dem Weg zur finanziellen Freiheit und habe im September die Sparfüchsin gestartet. Damit möchte ich auch Frauen diesen Weg (frugal living, passive/ side income, investing, early retirement) nahebringen. Denn irgendwie greifen (gefühlt) immer nur Männer diesen Trend auf 😉
    Deinen Blog hab ich gleich mal auf meine Leseliste gepackt und schmökere mich durch Deine Artikel zur Geldanlage. In die Richtung bilde ich mich nämlich gerade intensiv weiter und freue mich über Insidertipps 🙂

    Liebe Grüße aus München nach England
    Andrea

    • Hi Andrea!
      Ich muss schon sagen, ich bin entrüstet: Warum erfahre ich erst jetzt von dir und deinem Projekt??? 🙂 Jetzt muss ich erstmal alle deine Artikel durchlesen, das ist ja wirklich ein hammermäßiger Blog! Dass die FIRE-Szene in Deutschland sehr männerdominiert und auch ziemlich Geldanlage-lastig ist, das ist mir auch schon aufgefallen. Sehr erfrischend, wenn dann statt dem x-ten ETF-Depotbericht mal mehr aus weiblicher Perspektive und auch mehr in Richtung „Besser leben mit weniger Geld“ (das ist ja auch genau mein Ding) geschrieben wird.
      Du hast auf jeden Fall einen Stammleser mehr!

      • Hi Oliver,

        besser spät als nie! 😉 Ich hab mich bisher noch nicht so in den Topf geworfen, weil ich die Füchsin parallel zu meinem Erstblog und einem weiteren Projekt aufbaue und noch berufstätig bin. Vier Bälle in der Luft bedeutet dann doch, irgendwo Abstriche machen zu müssen. 🙂 Aber das wird sich jetzt auch bald ändern.
        Ich danke Dir sehr für Deine lieben Worte und freue mich, Dich auf der Sparfüchsin zu sehen! Und jetzt geh ich mal bei Dir weiterschmökern.

  8. Ich kann der extremen Sicht der Frugalisten bzgl. mögl. frühem Ausstieg wenig abgewinnen, obwohl ich auch eher genügsam lebe und eigentlich schon aussteigen könnte. Aber wozu? Ich habe meine Arbeit immer so gewählt, dass ich damit zwar nicht das höchstmögliche Gehalt erziele aber die mir einen möglichst hohen Gewinn an Lebensqualität durch für mich sinnvolle und anerkannte Aufgaben plus vielfältige soziale Kontakte und Arbeiten in vielen interessanten Umgebungen bringt. Das sind Möglichkeiten, an die ich ohne die Arbeit nicht annähernd herankäme. Mich schreckt z.Zt. eher der Gedanke an einen irgendwann anstehenden Verlust dieses erfüllenden sozialen Umfeldes.

    Das sehen in meiner Firma, in der sich viele wie in einer großen weltweiten Familie fühlen, auch sehr viele Kollegen so, die freiwillig in manchen Fällen bis über 70 nach individuell vereinbarter Arbeitszeit weiterarbeiten, obwohl das praktisch niemand finanziell müsste. Wäre es nicht ein besserer Ansatz, durch Abstimmung mit den Füßen und durch Austausch und Verbreitung entsprechender Infos, z.B. in solchen Blogs und Foren, darauf hinzuwirken, dass mehr und mehr Unternehmen solche Arbeitsbedingungen schaffen, die durch die hohe Mitarbeiterloyalität obendrein noch zu sehr nachhaltig profitablen Geschäftsmodellen mit vielen proaktiv und unternehmerisch eingestellten Mitarbeitern verhelfen?

    Außerdem wäre es doch sehr riskant, gerade in unserer jetzigen VUCA-Welt, in der sich jederzeit alles unberechenbar grundlegend ãndern kann, durch einen früher als notwendigen Ausstieg sein m.E. wertvollstes weil flexibelstes Asset, das eigene Humankapital, das nun mal nur durch ständige Weiterentwicklung durch fordernde Aufgaben erhalten bleibt, quasi zu verschleudern. Dessen werthaltigste Anlage ist nun mal der eigene Verbleib in gleichermaßen fordernden und erfüllenden Arbeitsaufgaben, von denen es in der heutigen Zeit, die sich mehr und mehr an der Generation (WH)Y orientieren, immer mehr. Ein freiwilliger Ausstieg wäre da für mich die allerletzte Option. Wie man möglichst gut für alle Fälle finanziell vorsorgt, um jederzeit möglichst flexibel reagieren zu können, ist natürlich auch für mich sehr interessant, ich habe schon viel darüber nachgedacht.

    • Hallo Smartinvestor,

      da ist wohl jeder unterschiedlich. Mein persönliches soziales Umfeld hat quasi überhaupt nichts mit meinem Job zu tun, sondern basiert vor allem auf meinen Hobbies und Freizeitinteressen. Für mich würde die Reduktion des 9-to-5-Jobs also nicht den Verlust, sondern eher die Stärkung meines sozialen Umfelds zur Folge haben, da ich meinen anderen Interessen so mehr Zeit widmen kann.

      Ich denke auch, dass man Lebensqualität und Anerkennung auch aus anderen Dingen als einem Angestellten-Verhältnis gewinnen kann. Wenn man finanziell frei ist, hat man in der Hinsicht auf jeden Fall schon mal die freie Wahl.

      Du schreibst dass du eigentlich schon aussteigen könntest, dir dein Job aber weiterhin Spaß macht. Das ist an sich ja schon eine luxuriöse Situation, für die sich das Sparen und der Vermögensaufbau lohnt. Ich bin fest davon überzeugt: Selbst wenn man seinen Job nicht an den Nagel hängen will – die Arbeit wird deutlich angenehmer, wenn man nicht auf das Geld aus dem Job angewiesen ist.

      Ich denke, dass viele Firmen gezwungen wären, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen, wenn die Leute nicht auf das Gehalt angewiesen wären.

      • Damit stimme ich zu 100% überein. Die ausgewogene Kombination eines erfüllenden Jobs, der einen fordert und damit auch den eigenen Kompetenzauf- und ausbau fördert (Humankapitalerhaltung), mit einem genügsamen und angemessenen Leben, das keine teuren Gewohnheiten entstehen lässt, und dem damit ermöglichten zielstrebigen Vermögensaufbau sollte beste Voraussetzungen für ein erfülltes Leben schaffen. Denn man gewinnt dadurch stetig an Freiheit und Einfluss und kann Abhängigkeiten reduzieren.

        Genau aus diesem Grund kann ich aber den Teil der Frugalisten nicht verstehen, die durch freiwilliges vollständiges Aussteigen aus einer fordernden Berufstätigkeit (je früher umso besser) ihre Abhängigkeit vom immer weniger zuverlässigen Finanzmarkt ohne Not vergrößern. Gegen eine individuelle Verschiebung der Gewichte durch Reduzierung des Berufsanteils zur Vergrößerung anderer Lebensanteile spricht natürlich nichts, solange die beruflichen Anforderungen hoch genug bleiben, damit das Humankapital weiter erhalten wird. Der freiwillige vollständige Ausstieg, der den Verlust entsprechender mühsam aufgebauter Fachkompetenzen zur Folge hätte, wäre für mich eine zu große Risikoerhöhung.

  9. Ist es objektiv richtig, dass die Finanzmärkte immer weniger zuverlässig sind, oder ist das deine persönliche Meinung untermauert durch deine Filterblase?

    • Ich würde sagen, dass das objektiv richtig ist. Eindeutige Indizien und Ursachen dafür sind 1) Immer größer werdende Renditeprobleme der Lebensversicherer (seit Jahrzehnten sinkende Renditen ohne Aussicht auf grundlegende Änderung, vgl. Diskussion um global „japanische“ Verhältnisse), 2) weltweit zunehmende Überalterung und damit mehr Kapitalverzehr als -aufbau, 3) weltweit abnehmendes Bevölkerungswachstum und damit immer weniger produktiver Wertzuwachs.

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