So gehe ich mit 40 in Rente – Mein Masterplan für die finanzielle Unabhängigkeit

Cannock Chase 40 Zone

Schon in meinem allerersten Artikel habe ich frech behauptet, dass ich noch vor meinem 40. Geburtstag „in Rente“ gehen will. Das heißt, dass ich bis dahin ausgesorgt haben möchte und somit nicht mehr in einem Job für Geld arbeiten gehen muss. Bisher bin ich allerdings eine Erklärung dafür schuldig geblieben, wie genau ich es eigentlich erreichen möchte, dem geregelten Berufsleben ganze 27 Jahre vor dem staatlichen Renteneintrittsalter Lebewohl zu sagen. Das möchte ich in diesem Artikel nachholen.

So verrückt mein Plan auch klingen mag, das Prinzip dahinter ist denkbar einfach: Ich gebe einfach weniger Geld aus als ich in meinem Job verdiene und spare die Differenz. Mit 40 habe ich dann genug zur Seite gelegt, um für den Rest meines Lebens von meinem Ersparten und dessen Kapitalerträgen leben zu können. Das Sparen fällt mir ganz besonders leicht, seit ich mich von der vorherrschenden Meinung verabschiedet habe, dass man für ein glückliches Leben viel Geld braucht oder dass „wir alle sowieso bis 67 arbeiten müssen“ (meiner Meinung nach ist das nämlich totaler Unfug). So lebe ich momentan von gerade mal einem Drittel meines Nettogehalts (rund 800 €) und spare den gesamten Rest. Statt immer mehr zu konsumieren und mit steigendem Gehalt meinen Lebensstil aufzublähen, lebe ich einfach mein bescheidenes und zufriedenes Leben weiter und kann so schon mit 40 finanziell unabhängig von meinem Jobeinkommen sein.

Eines muss ich allerdings klar stellen: Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen: Man weiß nie, was kommt. Und das ist auch gut so, denn sonst würde es schnell langweilig werden. Besonders die Pessimisten kennen immer viele Möglichkeiten, warum so ein Plan platzen kann. Vielleicht werde ich Vater von Vierlingen, lande im Rollstuhl oder der Kommunismus kommt zurück und mein gesamtes Erspartes fällt an den Staat. Aber ich kann auch Glück haben: Möglicherweise werde ich zum stellvertretenden Geschäftsführer befördert und verdiene ein sechsstelliges Gehalt, bin morgen auf meiner Fahrt zur Arbeit der millionste Zugfahrgast und gewinne einen fetten Preis oder mein Blog wird bald weltberühmt und generiert mehr Einkommen als ich in meinem IT-Job verdienen könnte. In diesem Artikel möchte ich darum gar keinen detaillierten Lebensplan aufstellen (weil es so einen eben gar nicht geben kann), sondern einfach nur aufzeigen, dass ich mit einem normalen Einkommen und einem stinknormalen Leben ohne besonders viel Glück oder besonders viel Pech innerhalb von wenigen Jahren finanziell unabhängig werden kann.

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Lohnt sich meine betriebliche Altersvorsorge? (Oder kann es mein ETF-Portfolio besser?)

Betriebliche Altersvorsorge

Ähnlich wie in Deutschland bieten auch hier in Großbritannien viele Betriebe ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge an, um deren zukünftigen Pensionen über die staatliche Rente hinaus aufzubessern. Auch in meinem Betrieb kommen die Mitarbeiter in den Genuss dieser Leistung und so zahle ich nun jeden Monat einen Teil meines Gehalts in ein Defined Pension Contribution Scheme ein – eine englische betriebliche Altersvorsorge. Hierbei stehe ich grundsätzlich vor der Wahl: Ich kann entweder nur den vorgeschriebenen Minimalbetrag einzahlen, ich kann freiwillig mehr als den Minimalbetrag einzahlen und ich kann sogar komplett aus dem Vertrag aussteigen und auf die betriebliche Altersvorsorge verzichten. Insbesondere letzteres sollte wohlüberlegt sein, denn neben Steuervorteilen lockt das Vorsorgeangebot vor allem durch einen satten Zuschuss von Seiten des Arbeitgebers. Was ist also der richtige Weg? Macht die betriebliche Altersvorsorge Sinn oder ist mein Geld  in meinem privaten ETF-Portfolio besser aufgehoben? Ich habe es nachgerechnet.

Die Fakten: Arbeitgeberzuschuss, Steuervorteile und Fondsgebühren

Um in den Genuss der betrieblichen Altersvorsorge zu kommen, muss ich zu dieser mindestens 4 Prozent meines Bruttogehalts beisteuern. Das sind für mich aktuell etwa 83 £ im Monat bzw. 1000 £ im Jahr (umgerechnet rund 1300 €). Diese werden direkt von meinem Bruttogehalt abgezweigt und sind dadurch erstmal frei von Einkommenssteuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Ähnlich wie bei der deutschen Riesterrente müssen aber die Rentenzahlungen versteuert werden, die später aus diesen Beiträgen generiert werden, wodurch sich dieser Steuervorteil je nach späterem Renteneinkommen teilweise wieder relativiert. Immerhin: Ein Viertel des bis dahin angesparten Vermögens kann im Alter pauschal steuerfrei ausbezahlt werden.
Jetzt kommt aber erst das fette Ende: Auf meinen eigenen Beitrag legt mein Arbeitgeber noch einmal satte 7,5 Prozent meines Gehalts obendrauf, also 156 £ im Monat bzw. 1875 £ im Jahr (rund 2400 €). Wenn ich aus dem Vorsorgevertrag aussteige und keine Beiträge mehr einzahle, macht auch der Arbeitgeber nicht mehr mit – den Zuschuss erhalte ich also nur, wenn ich ebenfalls meinen Anteil von mindestens 4 Prozent leiste. Wenn ich möchte, kann ich auch mehr als nur den Minimalbetrag meines Gehalts einzahlen, bis zu einer Grenze von 3600 Pfund sogar steuer- und abgabenfrei.

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Die 4 %-Regel: Wie viel Geld brauchst du, um nicht mehr arbeiten gehen zu müssen?

4 %-Regel

Es ist eine Frage, die unter FIRE-Anhängern immer wieder heiß diskutiert wird: Wie viel Geld musst du eigentlich genau ansparen, damit du mit 30 oder 40 in Rente gehen und für den Rest deines Lebens von den Kapitalerträgen deines Vermögens leben kannst? Auch ich habe ja vor, noch vor meinem 40. Geburtstag finanziell unabhängig zu werden und dann nie wieder in einem Job für Geld arbeiten gehen zu müssen. Aber wie viel Geld brauche ich eigentlich genau dafür? Vielleicht eine Million? Oder sogar zehn Millionen Euro? Oder etwa doch viel weniger?

Die kurze Antwort: Das 25-fache deiner jährlichen Ausgaben

Ich formuliere die Frage einmal um: Wie viel Geld kannst du aus einer angelegten Geldsumme jährlich entnehmen, ohne irgendwann Pleite zu gehen? Denn genau das habe ich ja vor: Ich möchte so viel Geld ansparen, dass ich davon Monat für Monat meine Ausgaben bestreiten kann, ohne das Geld jemals aufzubrauchen. Die Kapitalerträge, die ich mit meiner Geldanlage erwirtschafte, treten dabei in eine Art Wettstreit mit meinen Ausgaben: Durch die Kapitaleinkünfte (das können zum Beispiel Zinsen, Dividenden, Mieteinnahmen oder Kurssteigerungen meiner Wertpapiere sein) wächst mein angelegtes Vermögen, durch das regelmäßige Entnehmen meiner Ausgaben schrumpft es. Angenommen du würdest dein Geld in ein festverzinsliches Wertpapier investieren, das dir jedes Jahr genau 2 % Zinsen ausschüttet, dann könntest du ebenfalls jährlich 2 % deines Vermögens ausgeben, ohne dass dein Geld mit der Zeit weniger wird. In der Praxis funktioniert diese Rechnung natürlich nicht so einfach. Risikoreichere Anlageformen wie etwa Aktien, mit denen du langfristig mehr als nur 2 % Rendite erzielen kannst, liefern nämlich keine so konstanten Erträge: Mal geht es sieben Jahre hintereinander nur bergab, dann geht es ein Jahr vielleicht gleich 30 % oder sogar 50 % aufwärts. Mit diesen starken Schwankungen kann man kaum kalkulieren. Und auch einfach den Durchschnitt der jährlichen Renditen zu bilden, hilft dir nicht weiter. Denn wenn du aus deinem Vermögen zusätzlich jedes Jahr Geld entnimmst, spielt auch die Reihenfolge eine Rolle, in der die Renditen in den einzelnen Jahren auftreten.1

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MacBook vs. FrugalBook: Mein neuer High-End-Laptop für 230 Euro

FrugalBook Thinkpad T420s

Ich gebe es zu: Ich habe mir etwas gekauft. Seit ein paar Wochen bin ich stolzer Besitzer eines neuen Klapprechners, auf dem ich jetzt neue Blogartikel wie diesen hier schreibe, Bilder bearbeite, Webseiten programmiere oder bei Facebook über Neuigkeiten aus der Welt des Frugalismus berichte. Mein altes Arbeitsgerät (ein mittlerweile sieben Jahre altes Thinkpad X200 mit 12-Zoll-Display) konnte ich an meinem Schreibtisch an ein Dock anschließen und so mit Tastatur, Maus und großem Bildschirm betreiben wie einen richtigen Desktop-Computer. Da Joana und ich mittlerweile umgezogen sind und unser neues Zimmer nur knapp zehn Quadratmeter klein ist, habe ich für dieses luxuriöse Schreibtisch-Setup jetzt aber keinen Platz mehr und habe darum das X200, die Dockingstation und den großen Bildschirm bei eBay verkauft. Dafür habe ich mir einen etwas größeren und moderneren Laptop mit 14-Zoll-Bildschirm zugelegt, mit dem ich nun auch ohne externen Monitor entspannt arbeiten kann.

Laptops und Smartphones sind ja schon praktische Erfindungen: Ich kann unterwegs nachsehen ob es in der nächsten Stunde regnen wird, mit dem Handy Fotos knipsen und direkt meinen Freunden in Deutschland schicken, im Bett Youtube-Videos gucken oder im Zug auf dem Weg nach Hause meinen nächsten Blogartikel tippen. Finanziell betrachtet können es diese technischen Gadgets aber ganz schön in sich haben: Ein neues Notebook oder Handy ist nicht nur teuer in der Anschaffung, sondern erleidet auch noch innnerhalb kurzer Zeit enorme Wertverluste, so dass dein ehemals brandneues Gerät nach nur wenigen Jahren schon wieder veraltet ist und du erneut Zeit und Geld in die Hand nehmen musst, um dir ein zeitgemäßes Neugerät zuzulegen. Thinkpad X260So sieht man selbst gewiefte Sparfüchse mitunter tief in die Tasche greifen, um mit der immer schneller voranschreitenden Technologie Schritt halten zu können. Sparfüchsin Andrea etwa kalkuliert in ihrem Blogbeitrag So erstellst du dein monatliches Budget rund 1600 Euro für einen neuen Apple-Laptop ein. “Dein neues MacBook nutzt Du also ungefähr 3 Jahre“ rechnet sie vor und kommt damit auf Kosten von (auf den Monat umgerechnet) rund 45 Euro. Und selbst wenn es kein schicker Apple-Rechner sein soll: Auch für einen vernünftigen Windows-Laptop kann man schonmal einen Tausender oder mehr hinblättern. Das Thinkpad X260 etwa, der aktuelle Nachfolger meines alten X200, kostet in der günstigsten Variante gute 1200 Euro. Aber so schick und schnell der neue Laptop auch sein mag, den folgenden Effekt kennst du vielleicht auch: nach spätestens vier Jahren ist die Mühle extrem zäh, selbst der Internetbrowser braucht zehn Minuten zum Starten und der Akku hält keine Viertelstunde mehr, so dass zum Geburtstag oder zu Weihnachten ein neues, flotteres Modell auf deinem Wunschzettel landet.

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Kaufst du noch oder denkst du schon? Eine Lektion im frugalistischen Problemlösen

Flickzeug

Seit rund fünf Monaten arbeite ich nun schon in meinem Job als Softwareentwickler und fahre nach wie vor jeden Tag mit dem Zug und mit dem Fahrrad zur Arbeit: Erst zweieinhalb Kilometer bis zum Bahnhof, dann zwischen 10 und 15 Minuten mit dem Zug und anschließend noch einmal elf Kilometer mit dem Rad. Ganz besonders der längere der beiden Fahrradwege hat mir in dieser Zeit allerdings so einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Auf der Strecke zwischen Stafford und Stone wachsen nämlich zahlreiche Dornenhecken am Wegrand, deren abgebrochenen und auf dem Weg herumliegenden Zweige von Fahrradreifen offenbar magisch angezogen werden. So hatte ich alleine während meiner ersten drei Monate im neuen Job ganze zehn Reifenpannen – so viele wie zuvor in meinem ganzen Leben zusammen nicht.

Den ersten Dorn fing ich mir gleich in meiner zweiten Arbeitswoche ein. Ich kam abends aus dem Büro und fand mein Fahrrad mit einem platten Vorderrad im Fahrradständer. Was tun? Ich nahm die Pumpe zur Hand, die ich in weiser Voraussicht immer in meinem Rucksack dabei habe, pumpte den platten Reifen noch einmal stramm auf und fuhr in der Hoffnung los, das elf Kilometer entfernte Stafford zu erreichen, bevor dem Rad erneut die Luft ausging. Leider hielt die Hoffnung nur die ersten drei Kilometer, dann war der Reifen wieder platt. Ich versuchte ihn noch einmal aufzupumpen, aber es war nichts mehr zu machen und ich musste das Fahrrad den Rest der Strecke schieben. Bei einem auf dem Weg liegenden Fahrradladen besorgte ich dann noch schnell Flickzeug und kam gegen neun Uhr abends endlich zu Hause an, wo es dann aber erst richtig an die Arbeit ging. Ich baute das Rad aus, fummelte den defekten Schlauch heraus und versuchte, das Loch ausfindig zu machen. Schließlich fand ich gleich zwei Löcher und flickte sie, der Schlauch hielt aber weiterhin keine Luft. Erst als ich ihn noch einmal aufpumpte und in eine Schüssel mit Wasser legte, bemerkte ich die vielen kleinen Luftblasen, die sich überall rund um den gesamten Schlauch bildeten: Während ich das Rad nach Stafford geschoben hatte, hatte sich der lose aufliegende Mantel einmal komplett um das Rad bewegt und der im Reifen steckenden Dorn den Schlauch rings herum perforiert. Der war damit nicht mehr zu retten und ich musste einen neuen Schlauch einsetzen, den ich zum Glück von einer früheren Flickaktion noch auf Lager hatte. Der Abend war dank dieser Panne jedenfalls komplett gelaufen und ich fiel irgendwann nach Mitternacht nur noch todmüde ins Bett.
Nagut, so etwas passiert einem höchstens ein paar Mal im Leben, dachte ich mir. Aber Pustekuchen, denn schon wenige Tage später fand ich mein Rad nach der Arbeit wieder mit einem platten Reifen vor. Und gleich in der selben Woche noch ein weiteres Mal. Zwar hatte ich mittlerweile Flickzeug dabei und kam auch nicht mehr auf die fragwürdige Idee, die Heimfahrt mit einem defektem Schlauch antreten zu wollen, allerdings raubte mir jede Reparatur immer wieder den ganzen Abend meiner ohnehin schon knappen Freizeit. So konnte es nicht weiter gehen. Ich hatte ein echtes Problem, das irgendwie gelöst werden musste. Was konnte ich tun?

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Für 100 € im Monat speisen wie der Kaiser vom Schlaraffenland

Chana Dal Zutaten

In meinem letzten Winterbericht hatte ich unter meinen monatlichen Ausgaben Kosten von etwa 100 € für Lebensmittel und Essen aufgeführt. Das hat bei vielen von euch die Frage aufgeworfen, was genau ich eigentlich so esse und wie ich das für so verdammt wenig Geld hinbekomme.
Mal ein kleiner Vergleich: Der deutsche Durchschnittsbürger gibt im Monat rund 150 € für Lebensmittel im Supermarkt aus. Wenn du dann noch oft außer Haus essen gehst, in der Mittagspause täglich „mal eben was“ in der Kantine holst oder ständig Bio-Steak mit Saffransoße futterst, kann es auch ziemlich schnell deutlich mehr werden. Einer meiner Leser etwa hat in einem Kommentar zu meinem Bericht seine Lebensmittel-Kosten auf 250 € monatlich beziffert. Und auch aus meinem Bekanntenkreis habe ich schon ungläubige Reaktionen zu meinen Lebensmittelausgaben erhalten: „100 € im Monat für Essen? Das gebe ich in der Woche aus!!“
Heute will ich das Geheimnis lüften und euch zeigen, wie man für nur 100 € im Monat absolut fantastisch und gesund speisen kann, weit ab von Nudeln mit Ketchup und was du dir bei einem derart geringen Lebensmittel-Budget sonst so vorstellst.

Das A und O für gutes und günstiges Essen ist grundsätzlich einfach: Stelle deine Gerichte von Grund auf selbst her. Und zwar aus möglichst einfachen, unverarbeiteten Basis-Zutaten. Wenn du einfach in den Supermarkt gehst und alles, was bunt ist und dich anlächelt, in den Einkaufswagen klatschst, wird es mit der gesunden Ernährung vermutlich nichts und die 100 € werden schon mit dem halben Kassenbon gesprengt. Stattdessen brauchst du bei der Auswahl und Zubereitung deiner Speisen ein bisschen mehr Planung und ein paar Vorüberlegungen. Ich orientiere mich beispielsweise an folgenden vier Faktoren:

  1. Der Nährwert: Essen ist Treibstoff für meinen Körper. Meine Lebensmittel sollten darum gesund sein, möglichst viele wichtige Nährstoffe (Proteine, Mineralien, Vitamine) und wenig ungesunde oder industriell hergestellte Inhaltsstoffe (Zucker, viel Salz, Geschmacksverstärker, E472e) enthaten.
  2. Der Geschmack: Natürlich möchte ich gerne essen, was richtig gut schmeckt und nicht nur auf die inneren Werte der Lebensmittel achten. Bringt ja nix, wenn es gesund ist und wenig kostet, ich es mir aber mit Husten und Würgen hineinschieben muss.
  3. Der Preis Glasklar: Uns geht es ja gerade darum, wie man für wenig Geld gut und gesund essen kann. Der Preis ist also ein entscheidendes Kriterium.
  4. Die Zubereitungszeit Ich stehe durchaus gerne in der Küche und koche. Da ich ansonsten aber schon den ganzen Tag auf der Arbeit verbringe und auch noch Zeit für andere Hobbys übrig haben möchte, sollte mein Essen nicht allzu viel Zeit zur Zubereitung benötigen. Besonders praktisch sind Gerichte, die in der Menge gut skalierbar sind. Was heißt das genau? Das sind Speisen, bei denen du für fünf Portionen genauso lange in der Küche stehen musst wie für eine. Kartoffeln sind eher schlecht skalierbar: Je mehr Kartoffeln du essen willst, desto mehr musst du auch schälen. Bei Reis ist es hingegen egal, ob du eine halbe Tasse oder einen ganzen Pott kochst: Es dauert immer gleich lang. Bei gut skalierbaren Gerichten kannst du leicht eine große Menge auf Vorrat kochen und so die Zubereitungszeit pro Portion immens reduzieren.

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Mir reichts, Hausbank! Wie mich mein Bankverkäufer um ein Haar über den Tisch gezogen hätte

Volksbank Comdirect

Meine heutige Geschichte beginnt, als ich im Alter von 7 Jahren mit meiner Familie in eine neue Stadt umzog. Gleich um die Ecke von unserem neuen Zuhause gab es eine Zweigstelle einer bekannten Geschäftsbank, bei der mir meine Eltern schon bald nach unserem Umzug ein Sparbuch eröffneten. Immer wenn ich nun von Oma und Opa ein paar Mark zugesteckt bekam, ging ich zu der netten Dame am Schalter und ließ mein frisch erworbenes Geld auf mein Sparbuch einzahlen. Die Dame nahm dafür das Geld an sich und steckte das Sparbuch in ein merkwürdiges Gerät. Dann machte es ein paar Mal brrrrrrrt, brrrrrrt und ich bekam mein Sparbuch mit einer neuen eingedruckten Zeile darin wieder: EINZAHLUNG +10.00 DM oder so etwas in der Art stand dann dort.
Manchmal gab es sogar eine zweite Zeile, die ich aber damals noch nicht genau verstand: ZINSEN +0.75 DM. Was das zu bedeuten hatte, mussten mir meine Eltern erstmal erklären: Ich bekam als Belohnung fürs Sparen noch zusätzlich ein bisschen Geld geschenkt. Das gefiel mir natürlich gut. Und die Bank hatte sich sogar noch etwas Besonderes einfallen lassen: Pro zwei Mark, die ich auf mein Sparbuch einzahlte, bekam ich einen kleinen Aufkleber, den ich auf ein dafür vorgesehenes Felder auf ein Poster klebte, das ich zuvor von der Bank bekommen hatte. Wenn alle Felder auf dem Poster mit Aufklebern gefüllt waren, konnte ich es zurück zur Bank bringen und bekam als Belohnung für mein fleißiges Sparen ein kleines Geschenk – ein Spielzeug, Buntstifte oder eine Baseball-Cap.

Als ich 18 war hatte ich durch diese regelmäßigen Spareinzahlungen und durch meinen Nebenjob, den ich ausübte seit ich 15 war, schon ein hübsches kleines Sümmchen angespart. Mit meinem Geld betrieb ich damals sogenanntes Tagesgeld-Hopping: Ich eröffnete immer bei der Bank ein Tagesgeldkonto, die aktuell die höchsten Zinsen anbot, und ließ mein Geld dann dort für mich arbeiten. Zu dieser Zeit gab es für Tagesgeld noch rekordverdächtige 3,5 oder sogar 4 Prozent Zinsen – der blanke Wahnsinn. Da ich mein Geld dadurch öfter von einem Tagesgeldkonto zum nächsten überwies und mein Girokonto, das ich mittlerweile bei meiner Hausbank eröffnet hatte, als Referenzkonto diente, sah meine Bank ab und an ein paar Tausend Euro durch mein Girokonto wandern. Ich hatte also Geld. Und ich war 18 Jahre alt. Was ich damals nicht ahnte: Damit war ich für meine Bank das perfekte Opfer.

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Weißt du, was du wirklich brauchst? Meine drei Bedürfnisse für ein zufriedenes Leben

Lagerfeuer am Strand

Warum gehst du eigentlich arbeiten? Damit du dir etwas zu Essen, zum Anziehen und ein Dach über dem Kopf kaufen kannst? Das ist mit Sicherheit ein Grund, aber bestimmt nicht der einzige. Denn laut Statistik machen unsere durchschnittlichen Ausgaben für Wohnung, Kleidung und Nahrungsmittel nur etwas mehr als die Hälfte unserer gesamten Konsumausgaben aus. Ich vermute darum mal, dass du nicht nur fürs nackte Überleben jeden Morgen zu deinem Job arbeiten gehst, sondern weil du gerne ein erfülltes und zufriedenes Leben führen möchtest und davon überzeugt bist, dass hierfür die andere Hälfte deines Arbeitseinkommens (oder zumindest ein ziemlich dicker Batzen davon) erforderlich ist.

Wenn du also schon Jahrzehnte deines Lebens Tag für Tag früh morgens aufstehst und dich in deinem Job abrackerst, um diesen Zustand der Zufriedenheit zu erreichen, dann ist es sicher nicht verkehrt mal darüber nachzudenken, was so ein erfülltes und zufriedenes Leben eigentlich ausmacht. Aus diesem Grund hat Ex-Studentin Jenny vorige Woche eine Blogparade mit dem Thema Was brauche ich wirklich? gestartet und ihre Leser und Blogger-Kollegen dazu aufgerufen, Kommentare und eigene Artikel zu der Frage Was braucht ihr für ein zufriedenstellendes Leben? zu verfassen. Das hier ist mein Beitrag dazu.

Zunächst einmal sind die meisten Leute bei der Frage, was sie für ein zufriedenstellendes Leben eigentlich brauchen, einem fatalen Irrtum aufgesessen. Viele tun nämlich so, als wären ihnen ihre individuellen Bedürfnisse von Geburt an und völlig unveränderlich in ihren Genen einprogrammiert. Da heißt es dann: Damit ich mit meinem Leben zufrieden bin, brauche ich halt einfach einen großen Kleiderschrank, mein Auto und meinen Sommerurlaub auf Fuerteventura. Und solange diese Bedürfnisse nicht erfüllt sind oder drohen, nicht mehr erfüllt werden zu können, werden im Job Überstunden gemacht, bis man sich leisten kann was für die Zufriedenheit eben notwendig ist. Welche Bedürfnisse das genau sind, ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wenn du wie ich als genügsamer Mensch auf die Welt gekommen bist und schon mit 800 € im Monat ein zufriedenes Leben führen kannst: Glück gehabt. Aber wehe der Zufriedenheits-Gott hat dir bei der Verteilung der individuellen Bedürfnisse den Sportwagen, die Luxusreisen und den Mahagoni-Fußboden zugelost. Tja, Pech gehabt: Das sind jetzt deine individuellen Zufriedenheits-Anforderungen und du bist leider für immer dazu verdammt, sie entweder zu erfüllen oder bis an dein Lebensende ein tristes Dasein voller unbefriedigter Wünsche zu fristen.

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Hosen runter: Hier kommt mein Investment-Portfolio

Mein ETF-Portfolio

Viele von euch werden schon sehnsüchtig auf diesen Artikel gewartet haben. Heute ist es endlich soweit: Ich verrate euch, wie genau meine Anlagestrategie und mein Wertpapier-Depot aussehen.
Eine kleine Warnung vorweg: In diesem Artikel wimmelt es nur so von merkwürdigen Fachbegriffen. Das hat den Grund, dass ich heute mal die Leser ansprechen will, die in das Thema Geldanlage bereits ein bisschen eingelesen sind und vielleicht sogar schon selbst Erfahrungen mit Wertpapieren gemacht haben. Wenn du mit ETFs und Depots bisher noch nicht viel am Hut hattest, dann empfehle ich dir meinen kleinen Einstieg in die Geldanlage für Frugalisten, in dem ich die Grundlagen auch für Anfänger verständlich erkläre. Also keine Sorge, vor Aktien und ETFs musst du absolut keine Angst haben. Am Ende des zweiten Teils findest du Empfehlungen zu ein paar weiterführenden Büchern und Blog-Artikeln. Wenn du die gelesen hast, dann ist auch der heutige Artikel für dich kein Fachchinesisch mehr.

Meine Anlagestrategie: Passiv, diversifiziert, steuerstundend, kostengünstig.

Eins habt ihr vielleicht schon herauslesen können: Ich bin überzeugter Passivist. Genau wie die meisten Finanzwissenschaftler glaube ich, dass sich im heutigen Finanzmarkt durch Market Timing und Stock Picking langfristig und nach Kosten keine höhere Rendite erzielen lassen als durch passive Geldanlage. Erst recht, wenn man die Zeit mit einbezieht, die ich in meine Geldanlage stecken muss: Ich lese zwar gerne Finanzbücher und werfe aus Spaß auch mal einen Blick auf den DAX, ansonsten fahre ich aber lieber Skateboard, blogge oder programmiere statt ganzen Tag Geschäftsberichte und Börsenkurse zu studieren. Deswegen bin ich ein großer Freund des zeitlich unaufwändigen Index-Investings. Oder wie Kolja von Aktien mit Kopf es ausdrücken würde: Das passive Investieren bringt mir einfach den besseren ROTI, den Return on Time Invested.

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Hasta la vista Hamsterrad: Tritt der Lifestyle-Inflation in den Hintern

Goodbye Lifestyle-Inflation

Am Ende des Monats noch weit mehr als die Hälfte des Einkommens übrig zu haben ist für viele Menschen nicht vorstellbar. Wie schaffe ich das? Natürlich kann man behaupten, ich hätte es einfach: Ich muss keine Familie ernähren, habe keine Schulden und auch wenn ich gerade erst Berufseinsteiger bin, verdiene ich als Softwareentwickler doch gar nicht mal so schlecht. Das alleine kann aber nicht der Grund sein. Denn viele, die in einer ganz ähnlichen Lebenssituation sind wie ich und genauso viel oder sogar mehr verdienen, sparen von ihrem Einkommen gerade mal 10% oder auch einfach gar nichts.

Lifestyle-Inflation: Die Falle schnappt zu

Mit dem Uni-Abschluss und dem ersten Job hast du plötzlich richtig Geld in der Tasche. Damit verändert sich dein Leben: Du ziehst raus aus der WG oder Studentenbude in eine geräumigere Wohnung. Der neu gewonnene Platz möchte natürlich auch befüllt werden, also schaffst du neue Möbel, Küchengeräte, und noch einen schicken Flachbild-Fernseher an. Weil deine Zeit durch die 40-Stunden-Woche jetzt knapp ist, kaufst du dir ein Auto für den Arbeitsweg und in den kurzen Mittagspausen holst du dir schnell was vom Bistro nebenan. Am Wochenende erholst du dich beim Einkaufsbummel oder einem guten Kinofilm von der anstrengenden Arbeitswoche und deine Urlaubstage verbringst du jetzt nicht mehr am Baggersee, sondern etwas stilvoller auf Fuerteventura oder in Thailand. Ein gutes Gefühl, dass du bei diesen Aktivitäten endlich nicht mehr aufs Geld schauen musst. Und obwohl du jetzt drei- bis viermal soviel davon zur Verfügung hast, ist dein Konto am Ende des Monats trotzdem auf Null.
Das wäre ja alles gar kein Thema, wenn du dadurch auch ein drei bis vier Mal zufriedeneres und glücklicheres Leben führst. Komischerweise habe ich als Student von den „arbeitenden Erwachsenen“ aber immer zu hören bekommen: Genieß das Studentenleben, denn diese Zeit ist die beste deines Lebens und kommt nicht wieder! Moment, wie war das? Das würde ja bedeuten, dass sich mein Leben gar nicht großartig verbessert, sobald ich Geld verdiene!

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