Nichtkaufen - öfter mal was Neues

Die unglaubliche Macht des Nichtkaufens

Ich habe neulich mal ein bisschen im aktuellen Statistischen Jahrbuch geblättert, dem amtlichen Jahresbericht des statistischen Bundesamtes. Dabei habe ich mir angeschaut, wie viel Geld wir Deutschen im Schnitt eigentlich für langlebige Konsumgüter ausgeben.

Was genau meine ich mit langlebige Konsumgüter?
Naja, das sind Dinge des täglichen Bedarfs, die typischerweise keine Verbrauchsmaterialien sind: Klamotten, Möbel, elektronische Geräte, Werkzeuge, Hobby-Equipment, Deko- und Einrichtungsgegenstände. Solche Dinge also, die man sich einmalig kauft und dann erstmal für eine Weile behält.

Aus Neugier habe ich mal zusammengerechnet, wie viel Geld eine kinderlose Person in Deutschland im Monat für diese langlebigen Konsumgüter so ausgibt:

Kleidung und Schuhe 58,50 €
Möbel und Einrichtungsgegenstände 28 €
Große Haushaltsgeräte (Kühlschrank, Waschmaschine, etc.) 9 €
Haushaltsgegenstände, Dekoration 22 €
Elektronik (Computer, HiFi, TV) 18 €
Hobbys, Schmuck, Sonstige 21 €
GESAMT 156,50 €

156 € pro Kopf und Monat – das heißt im Klartext: Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt kauft für fast 4.000 € im Jahr irgendwelchen Krempel.
Das finde ich schon eine ganze Stange Geld dafür, dass langlebige Konsumgüter ja eigentlich langlebig sind und man sie darum nicht ständig neu kaufen muss.

Da stellte sich mir die Frage:
Wie viel gebe ich denn eigentlich für langlebige Konsumgüter aus?

Ich habe also mein Haushaltsbuch hervor geholt, in dem ich seit mittlerweile über drei Jahren alle meine Einnahmen und Ausgaben erfasse. Um ein einigermaßen aussagekräftiges Ergebnis zu bekommen, habe ich den Zeitraum zwischen Februar 2014 und Februar 2017 genommen und darüber einen monatlichen Durchschnitt gebildet.

Hier das Ergebnis (Nicht wundern, ich verwende etwas andere Kategorien als das statische Bundesamt):

Kleidung und Schuhe 2,96 €
Einrichtung, Technik, Haushaltsgegenstände 9,67 €
Hobby-Equipment, Sonstige 7,90 €
GESAMT 20,53 €

Wow, gerade mal 20 €? Wie ist das möglich?
Eigentlich lebe ich doch ein ganz gewöhnliches, modernes Leben. Ich habe Möbel, einen Computer und ein Smartphone. Einen ganzen Schrank voller Klamotten (größtenteils sogar Markenkleidung), einige Paar Schuhe und mehrere Schubladen mit allem möglichen Krimskrams. Sogar einigen Luxus-Schnickschnack, wie etwa meine kabellosen Kopfhörer.
Wie kann es dann sein, dass ich für langlebige Konsumgüter achtmal weniger ausgebe als der deutsche Durchschnitt?

Aber schauen wir uns dafür erst einmal an, aus welchen Gründen wir uns eigentlich genau Dinge kaufen.

Warum kaufen wir etwas?

  1. Du willst ein Problem lösen
    Dein Esstisch ist zu klein, wenn deine Familie zu Besuch kommt. Dein Smartphone stürzt seit dem letzten Software-Update ständig ab. Dein Fahrrad hat andauernd einen Platten. Du willst deine Deckenbeleuchtung gegen LED-Lampen austauschen, besitzt aber keine stabile Leiter.
    Um diese kleinen Problemchen des Alltags in den Griff zu kriegen, steuerst du IKEA oder den nächsten Online-Preisvergleich an und kaufst dir einfach eine passende Lösung.
  1. Du willst einen kaputten Gegenstand ersetzen
    Die Sohle deines rechten Schuhs ist durchgelaufen. Dein Lieblings-Pfannenwender ist unansehnlich geworden. Bei deiner Schlafzimmerkommode sind zwei Griffe abgebrochen und dein Smartphone-Display zeigt seit einem Sturz die Spiderman-App. Also klickst du dich auf Amazon, fährst in den Baumarkt oder ins Adidas-Outlet, um dir Ersatz zu besorgen.
  1. Du hast etwas bei deinen Freunden oder in der Werbung gesehen und willst es auch haben.
    Du siehst die neuen Nike AirMax in deiner Lieblingsfarbe im Angebot – und bestellst sie dir. Du hast zwar schon fünfzehn Paar Schuhe, aber das ist heutzutage ja noch normal. Außerdem holst du dir das neue Galaxy-Smartphone, das haben zwei deiner Arbeitskollegen sich letztens auch gekauft. Und die Sofalandschaft, den Wäschetrockner, den Flatscreen-Fernseher? Naja, das gehört einfach dazu, sowas hat man heutzutage halt.
    Was dahinter steckt: Wir gleichen uns ganz unterbewusst an unser Umfeld und an die Gesellschaft an. Das hat evolutionsbiologische Gründe: Wer vor hunderttausend Jahren in der Savanne von seinem Clan ausgeschlossen wurde, der hatte auf sich alleine gestellt kaum Überlebenschancen. Darum wollen wir uns anpassen, mit der Mode gehen. Wir wollen das haben, was alle haben, was als normal angesehen wird.
  1. Du wünschst dir Veränderung
    Der Alltag ist öde und langweilig. Jeden Morgen aufstehen und zur Arbeit gehen. Essen, Schlafen, Einkaufen. Und dann auch noch immer die gleichen Möbel, die gleiche Tapete, die gleiche Bettwäsche. Öfter mal was Neues wäre schön. Wenn du schon zu IKEA fährst, um einen neuen Esstisch zu holen, bringst du am besten gleich noch neue Bettwäsche und ein paar Dekosachen mit.
  1. Zur Freizeitbeschäftigung
    Immer wenn du dir etwas Neues kaufst, verschafft dir das einen kurzen Glückskick. Shoppen ist darum eine regelrechte Freizeitbeschäftigung geworden. Die Jagd nach Schnäppchen, das Gefühl etwas Neues in den Händen zu halten, das ist aufregend. Manchmal kaufen wir etwas einfach nur um des Kaufens willen, und nicht weil wir es brauchen. Die Neuanschaffung spricht unser Belohnungssystem an. Wir gönnen uns etwas.

In der Summe ergibt das dann ungefähr folgendes Bild:

Nichtkaufen - Ich kauf mir was

Egal was in unserem Leben so passiert, wir gehen uns etwas kaufen. Kaufen ist die Standardprozedur, die Allzwecklösung für alle möglichen Ereignisse und Probleme. Wir denken gar nicht mehr großartig drüber nach. Kaufen ist zu etwas völlig Selbstverständlichem, Beiläufigem geworden. Wir kaufen uns einfach was.

Ich habe mir früher auch gerne Dinge gekauft. Um ein Problem zu lösen. Um einfach mal wieder etwas Neues, Aufregendes in der Hand zu halten. Um mein Leben besser zu machen. Mal ein neues T-Shirt, ein Upgrade für meinen Computer oder neue Deko für mein Zimmer.
Ich habe auf Preisvergleichs-Webseiten gesurft: Welches Handy kaufe ich mir als nächstes? Welcher Fernseher bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis? Ich bin durch Modeläden gebummelt. Mit welchen Klamotten sehe ich cool aus? Und wenn wir mal im Einkaufszentrum oder bei IKEA waren, habe ich gerne mal irgendeine Kleinigkeit mitgenommen.

Allerdings – so richtig befriedigend war das eigentlich nie. Der kurze Glückskick nach dem Kauf war schnell vorbei. Und mein Leben ist von den vielen Dingen auch nie spürbar besser geworden.

Auf der anderen Seite war das Kaufen immer auch ein bisschen anstrengend. Das ständige Preise vergleichen. Gucken, was gerade angesagt ist. Was die anderen benutzen. Darüber nachdenken, welches Modell, welche Farbe am besten zu mir passt.
Und wenn ich mir dann mal etwas kaufe? Dann geht es kaputt, passt nicht oder gefällt mir nach einer Weile nicht mehr. Ich muss es umtauschen gehen, reklamieren, zurück senden. Ich bin enttäuscht, weil der Kauf nicht gehalten hat, was ich mir davon versprochen habe.

So manche Neuanschaffung benutzt man nur zwei, drei Mal, bis sie wieder uninteressant ist, bis die Luft raus ist. Dann liegt sie irgendwo in der Wohnung herum. Irgendwann weiß ich nicht mehr, wo ich die Dinge am besten unterbringen soll. Am Ende muss ich wieder in den Laden gehen und noch ein neues Regal oder eine Aufbewahrungslösung für den erstandenen Krempel kaufen.
Anschließend suche ich mir wieder etwas Neues zum Kaufen aus. Der Kreislauf beginnt von vorne.

Und dann habe ich es getan

Irgendwann ist mir aufgefallen, was für eine inhaltsleere Beschäftigung das eigentlich war. Hatte ich mit meinem Leben nichts Besseres vor als durch Preisvergleiche zu scrollen oder mich mit der Farbe meiner Schuhe oder Bettwäsche zu beschäftigen? Mal abgesehen davon, dass für die Kauferei auch noch ein ganzer Sack meines sauer verdienten Geldes drauf ging.

Da kam mir ein ketzerischer Gedanke.

Wie wäre es, wenn ich mir einfach nichts mehr kaufen würde?

Wäre das überhaupt möglich? Muss man nicht ab und an mal was kaufen? Sich mal etwas Neues zu gönnen – das gehört doch schließlich zum Leben dazu, oder nicht?

Trotz aller Bedenken habe ich es schließlich einfach getan. Von einem Tag auf den anderen habe ich damit aufgehört, mir Dinge zu kaufen. Ich wurde zum Nichtkäufer.

Es funktioniert ganz einfach: Ganz egal was auch immer passiert, du kaufst einfach nichts.
Etwas geht kaputt? Du kaufst nichts. Du wünschst dir Veränderung? Du kaufst dir nichts. Du siehst etwas Cooles in der Werbung oder bei deinen Arbeitskollegen? Schön. Aber du kaufst es nicht. Auch nicht als Freizeitbeschäftigung.

Mein Leben wurde plötzlich entspannter. Keine Fahrt ins Einkaufszentrum mehr. Kein Shopping-Tag im überfüllten IKEA. Kein sinnloses Surfen auf Preisvergleichs-Seiten. Keine Qual der Wahl, welcher Fernseher der richtige, welche Schuhe am coolsten und welche Bettwäsche die bequemste ist.

Aber das eigentlich Erstaunliche am Nichtkaufen war noch etwas anderes. Es passierte nämlich etwas vollkommen Unerwartetes: Nämlich einfach nichts.

Kaum zu glauben, aber selbst wenn man sich nichts mehr kauft, dreht sich die Welt einfach ganz normal weiter. Man traut sich fast nicht, es offen auszusprechen: Es ist ohne weiteres möglich ein gutes Leben zu führen, ohne ständig etwas kaufen zu müssen.
Wie kann das sein? Müsste ich als Nichtkäufer nicht irgendwann nackt auf dem Fußboden sitzen? Wie löse ich ohne Kaufen meine Probleme, wie beschäftige ich mich?

Die Macht des Nichtkaufens

Die simple Wahrheit ist: Viele der Gründe, aus denen du sonst etwas gekauft hast, sind in Wirklichkeit gar nicht so weltbewegend. Du kommst auch mit einem Paar Schuhe weniger und ohne Pfannenwender über die Runden, ohne nennenswert an Lebensglück einzubüßen.
Wo du vorher etwas gekauft hast, findest du jetzt einfach andere Bewältigungsmöglichkeiten.

Wenn du deine Probleme nicht mehr aus dem Weg kaufst, dann arbeitest du einfach erstmal mit dem, was du gerade so da hast. Du improvisierst. Wenn du Familienbesuch hast, holst du noch den Tisch aus der Küche mit ins Wohnzimmer, so dass alle Gäste Platz finden. Oder du findest bei deiner Oma im Keller noch eine größere Tischplatte, die du einfach auf den vorhandenen Esstisch schraubst.

Findest du spontan keine Lösung, dann wartest du einfach erstmal ab und übst dich in Geduld. Erfahrungsgemäß lösen sich viele Probleme mit der Zeit einfach von selbst.
Oder du stolperst zufällig über eine Lösung. Vielleicht findest du bei einem Spaziergang einen passenden Esstisch auf dem Sperrmüll. Dir gefällt die Farbe nicht? Erzähl deinen Freunden und Arbeitskollegen davon. Vielleicht hat jemand noch irgendwo einen Rest Farbe, mit dem du den Tisch neu lackieren kannst. Auf die gleiche Weise findest du auch jemanden, der dir eine Leiter ausleihen kann, damit du deine LED-Beleuchtung installieren kannst.

Wenn etwas kaputt geht, bestellst du dir nicht gleich Ersatz. Du wartest erstmal ab und nutzt das, was du bereits hast.
In vielen Fälle habe ich nach ein paar Wochen festgestellt: Ich vermisse den kaputt gegangenen Gegenstand überhaupt nicht mehr.
Statt dem Antihaft-Pfannenwender reaktivierst du einfach den alten Kochlöffel, der eh seit Jahren ungenutzt in der Schublade liegt. Der tut‘s auch. Statt der kaputten Schuhe ziehst du eines deiner verbliebenen Paare an. Und dein Smartphone kannst du auch mit Spiderman-App weiter benutzen – du gewöhnst dich dran.

Außerdem versuchst du kaputte Dinge erstmal zu reparieren. Du schraubst bei deiner Kommode die abgebrochenen Griffe wieder an – oder bastelst dir einfach neue Griffe. Du lernst deine Fahrradreifen selbst zu flicken. Du suchst die Herausforderung und bringst dir etwas Neues bei.
Dein Handy stürzt dauernd ab? Statt dir ein neues Gerät zu kaufen, liest du im Internet nach, wie du den Bootloader deines Handys entsperrst und ein alternatives Betriebssystem – eine Custom ROM – installierst. So kannst du die dauernden Abstürze vielleicht beheben.

Auf diese Weise entdeckst du mit der Zeit die unglaubliche Macht des Nichtkaufens. Als Nichtkäufer gehst du mit offeneren Augen durch die Welt. Du wirst kreativ. Du suchst nach interessanten und außergewöhnlichen Lösungen. Du suchst Herausforderungen, dein Leben wird abwechslungsreicher. Und das macht sogar richtig Spaß!

Und was ist mit dem Wunsch nach Veränderung?
Mal ehrlich: Wenn dein Alltag öde und langweilig geworden ist, bringen neue Möbel oder neue Bettwäsche da auch keine nachhaltige Verbesserung. Wäre es nicht besser, wenn du stattdessen einfach deinen Alltag veränderst? Schaffe dir neue Gewohnheiten, suche dir ein Hobby oder Projekt, lerne etwas Neues. Starte ein Abenteuer.

Kommt man ganz ohne Kaufen klar?

Natürlich stößt das Prinzip des Nichtkaufens irgendwann an seine Grenzen.
Wenn nach Wochen des Nichtkaufens dein Problem immer drückender wird oder dein Fahrrad gar nicht mehr fährt, weil du dringend irgendein Ersatzteil benötigst. Wenn dein Smartphone nicht mehr nur abstürzt, sondern ins Klo gefallen ist und nicht mehr anspringen will. Was dann?

Dann (aber erst dann) kaufe ich mir etwas. Dann ist Kaufen nicht nur unnötiger Stress oder inhaltsleere Beschäftigung, sondern das, was es meiner Meinung nach eigentlich sein sollte: Die angemessene und verantwortungsvolle Nutzung der günstigen, industriellen Massenproduktion von Produkten, die unser Leben nachhaltig verbessern.

Aber selbst dann muss ich nicht gleich in den nächstbesten Laden gehen. Erstmal schaue ich, ob ich den benötigten Gegenstand nicht gratis aus der Stuff-Cloud mieten kann.
Erst speziellere Dinge (und welche für die es keinen Gebrauchtmarkt gibt) kaufe ich neu im Laden oder im Internet.

Damit verwandelt sich unser Diagramm von oben schließlich zu diesem hier:

Nichtkaufen

Nichtkaufen bedeutet also nicht einmal, dass du überhaupt nichts mehr kaufst. Es heißt einfach nur, dass du nicht mehr bei jedem Wehwehchen zu Amazon oder ins Shoppingcenter rennst, sondern dein Repertoire an Problemlösungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten um einige Möglichkeiten erweiterst.

Das Ergebnis: Als Nichtkäufer lebe ich mindestens genauso gut und glücklich wie alle anderen, muss dafür aber ganze 87 % weniger Krempel kaufen als der deutsche Durchschnitt. Und das hat – ganz nebenbei – auch noch finanzielle Konsequenzen. Gebe ich statt der durchschnittlichen 155 € nur noch 20 € im Monat für langlebige Konsumgüter aus, habe ich gemäß der 173-Regel nach 10 Jahren gut 23.000 € mehr auf dem Konto. Ein hübsches Sümmchen!

Achja, einen Punkt haben wir noch ganz vergessen: Wie war das nochmal mit der Savanne und warum wir mit der Mode gehen wollen?
Wirst du als Nichtkäufer von deinen Mitmenschen ausgegrenzt und von deinen Arbeitskollegen ungläubig angeguckt?

Interessanterweise ist genau das Gegenteil der Fall: Denn während alle anderen weiter passiv einkaufen gehen, verwandelst du dich durch das Nichtkaufen in eine Art kreativen Superhelden.
Du findest für jedes Problem eine clevere Lösung. Dein Leben ist spannend und abwechslungsreich. Deine Freunde halten dich für einen Magier, weil du Bootloader entsperren, Custom ROMs installieren und Fahrradreifen flicken kannst. Deine Arbeitskollegen fragen sich, wie du immer so entspannt sein kannst. Warum du nie über volle Einkaufszentren oder über Geldsorgen klagst. Alle bewundern dich.

Und niemand würde vermuten, was das unscheinbare Geheimnis deines Erfolgs ist: Du kaufst einfach nur nichts.

51 Gedanken zu “Die unglaubliche Macht des Nichtkaufens

  1. Hallo Oliver,

    ich bin von Deinen Artikeln immer wieder begeistert.
    Zum Glück habe ich diesen Punkt bereits mit sehr jungen Jahren vor dem ersten richtigen Job verstanden. Vorher habe ich auch immer zu wenig Geld gehabt, sehnsüchtig auf all die Dinge von den anderen Menschen geschaut und mir gewünscht auch das neuste Handy, die neusten Klamotten und die neusten Computer zu besitzen.

    Das Kaufen von irgendwelchen Gegenständen macht einen selbst nicht glücklich und nur mit einer gesunden Einstellung zum Geld und gutem Finanzmanagment ist es möglich ein Vermögen aufzubauen und die Finanzielle Freiheit zu erreichen.

    Als ich letztens in der Praxis war, habe ich eine Kollegin getroffen, die vor kurzem mein duales Studium abgeschlossen hat und jetzt voll beim Zoll arbeitet. Dadurch erhält sie knapp das doppelte Gehalt (2100 Euro Netto) im Vergleich zu ihrem dualen Studium.
    Zu dem Zeitpunkt war sie gerade erstmal 3 Monate voll im Berufsleben und jammerte rum, dass sie doch zu wenig Geld habe. Es ist interessant, wie schnell die Menschen die eigenen Ausgaben angepasst haben, wenn sie keinen Finanzplan haben. So ist sie von Zuhause ausgezogen, hat sich ein neues Auto gekauft und hat viele Klamotten gekauft.

    Wenn sie wüsste, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt bereits mehrere Hundert Euro im Hundert investiere, obwohl ich gerade mal die Hälfte von ihr verdiene. Mein Ziel ist es, sobald ich voll arbeite mindestens 750€ oder mehr im Monat zu investieren und ich glaube kaum, dass sich unser Lebensstil so extrem voneinander, dass man von außen die 750€ erkennen könnte.

    Schöne Grüße
    Dominik

    • Danke Dominik!

      Du hast wirklich Glück gehabt – je früher man erkennt, dass Geld ausgeben und Lebensglück nicht zusammenhängen, desto besser. Ich war zu dem Zeitpunkt zwar schon ein bisschen älter als du, aber hatte auch das Glück, dass ich noch nicht im Berufsleben stand und demzufolge meinen Lifestyle noch nicht inflationiert hatte. Mit meinem ersten Gehalt habe ich dann direkt mein ETF-Depot gefüttert.

      Es wird einem aber auch nicht leicht gemacht. Ich habe früher auch lange gedacht, um glücklich und erfolgreich zu sein müsste ich nur die richtigen Dinge besitzen. Es wird einem in unserer Gesellschaft eben so vorgelebt, dass der Kauf von Dingen das leisten kann. Es scheint auf den ersten Blick so einfach und logisch. Man muss erstmal gehörig um die Ecke denken oder die richtigen Blogs und Bücher lesen, um auf den Trichter zu kommen, dass das leider nur eine Illusion ist.

      Die Geschichte von deiner Kollegin ist ja stark – nach nur 3 Monaten hatte sie sich schon an ihr dickes Gehalt gewöhnt. Das ist mal Turbo-Lifestyle-Inflation!

      750 € zu sparen wird für dich ein Klacks, da bin ich mir sicher! (Es sei denn du gehst gleich in die Teilzeit ;))

  2. Hallo Oliver,

    mal wieder ein genialer Artikel, vor allem das Schaubild ist der Hammer!

    Meine Frau ist schon immer die absolute Nichtkäuferin gewesen. Sie hasst es zu konsumieren und empfindet Einkaufen jeglicher Art als reinen Stress. Sie kommt aus einer Handwerker-Familie, wo auch erstmal alles versucht wird selbst zu reparieren. Dieses Verhalten hab ich im Laufe unserer Beziehung relativ schnell übernommen. Und ich muss sagen, es ist absolut toll, wenn man sich dann mal was kaufen MUSS, sich null komma null Gedanken machen zu müssen, ob man sich das nun leisten kann oder nicht. Denn durch das ständige Nichtkonsumieren ist ja genug Geld da. Während unsere Freunde durch größere, unerwartete Anschaffungen finanziell völlig aus der Bahn geworfen werden, juckt uns dies nicht die Bohne. Das ist dann wahrlich ein Glücksgefühl!!!
    Wichtig ist auch, dass Kleinvieh auch sehr sehr viel Mist macht. Leider eckt diese Lebensweise teilweise sehr bei unseren Mitmenschen an. Zwar bewundern uns die Leute schon teilweise, andererseits sind sie genervt, dass wir so „geizig“ sind und man muss sich schon den ein oder anderen Sparwitz anhören. Wir nehmen das zum Glück mit Humor und sind überzeugt, dass dies die richtige Lebensweise für uns ist; auch wenn das nicht als „NORMAL“ angesehen wird.

    Neben dem Nichtkaufen lieben wir es, uns von allem Krempel zu befreien und misten aus, ob Klein- oder Großvieh! Denn jedes Teil braucht Platz und unbenutzte „Untermieter“ sind bei den hohen Mieten nicht mehr hinnehmbar!

    Freu mich schon auf deinen nächsten Artikel, Oliver!

    Viele Grüße aus dem teuren Münchener Speckgürtel!

    • Hi Martin,

      cool dass ihr zwei so an einem Strang zieht! Es hat ja leider nicht jeder das Glück eines sparsamen Partners. 😉
      Joana ist ja auch eher der handwerkliche Typ und weniger Konsumjunkie, darum liegen wir da auch ganz gut auf einer Wellenlänge. Und als Team ist man immer nochmal doppelt so stark.

      Dass es schön ist, wenn man sich beim Kauf keine Gedanken über das Geld machen muss, das stimmt! Ich habe mich mittlerweile wohl schon daran gewöhnt, aber vielleicht sollte man diesen Zustand noch öfter wertschätzen. Ich kaufe mir eigentlich immer einfach alles was ich haben will. Selbst wenn es mal teurer wird, ist das nie eine Katastrophe. Nichtkaufen geht sowieso viel angenehmer, wenn man sich die Dinge kaufen KÖNNTE, aber eben freiwillig (und dankend) darauf verzichtet.

      Ja, manche Menschen verstehen unsere Lebensweise auch nicht oder gucken irritiert. Sparwitze musste ich mir aber bisher noch nicht anhören 😀 Wäre mir aber glaube ich auch egal…
      Meine Freunde und die Leute, die mir wichtig sind, die finden den Frugalismus eigentlich alle ganz gut – oder übernehmen sogar selbst einige Ideen.

      Viele Grüße zurück aus dem wahrscheinlich nicht viel weniger teuren England! 🙂

  3. Bin bei Dir. Grundsätzlich valide Prinzipien. Im Betrachtungszeitraum radikal angewendet. Vielleicht aber nicht nachhaltig. Wie lange kannst Du wohl mit 3 EUR/Monat für Kleidung auskommen?
    Irgendwann muss der „Investitionsstau“ aufgelöst werden.

    Ich lebe auch sparsam. Und ich spare viel mehr als Du.
    Obwohl meine dreiköpfige Familie 400 EUR für Kleidung ausgibt. Monat für Monat.
    Meine Frau und ich haben Jobs, in denen wir uns mit Klamotten für 3 EUR/Monat nicht blicken lassen könnten. Das kann man verabscheuen und sagen „lieber arbeite ich als Softwareentwickler in Skaterklamotten aus dem Second-Hand-Shop“. Aber Fakt ist, dass das Erhöhen des Einkommens die Sparrate dramatischer beeinflussen kann als das Sparen. Und Kleidung gehört manchmal einfach dazu.

    Gute Klamotten können als Investition gesehen werden. Wie gesagt, das kann man doof finden. Oder eben das Spiel akzeptieren und ein paar Jahre mitspielen. Dann ist man schneller frei. Die Frage ist natürlich, ob man „gute“ Klamotten auch für wenig Geld haben kann.

    Denn ich bin wirklich sehr daran interessiert, unsere Ausgaben für Klamotten zu reduzieren. Hier die Problemfelder:

    – Bei Kinderkleidung (kannst du wegen Wachstum nur 6-12 Monate tragen) sehe ich Gebrauchtbörsen, Bekannte und Verwandte als Quellen. Problem: die Frau hat genaue Vorstellungen, wie das Kind aussehen soll.

    – Meine eigene Kleidung trage ich schon länger als ich sollte. Das sieht dann irgendwann nicht mehr gut aus. Bei Neuware sieht man schlechte Qualität vom ersten Tag an. Also lande ich bei Boss Orange & Co. Das Zeug ist teuer. Schuhe sollten auch eine sehr gute Qualität haben. Denn ich laufe zur Arbeit und habe kein Auto. Schlechte Schuhe können sogar Schäden verursachen. Ich sehe mich weder in Billigläden kaufen noch auf Gebrauchtbörsen. Noch negativer als miese Qualität fällt eine schlechte Passform auf.

    – Das meiste Geld gibt meine Frau aus. Jacken sind teuer. Sie kauft Jeans bei h&m. Auch sonst nichts sinnloses oder megateures. Kein Schmuck.

    Ich hätte gern eine Quelle für solide Hosen, Polos, Hemden. Am coolsten wäre es ja, wenn man immer das gleiche an hätte (nicht dasselbe). Oder ein ganz einfaches System:
    Hemd kurz / Hemd lang, jeweils schwarz / weiss. Pulli immer grau. Hose grau / Hose schwarz. OK, etwas farblos. Kann man ja ein Tüchlein hinzufügen (wenn man keine Krawatten trägt).
    Alle Komponenten werden nach Bedarf erneuert. Online. Kein Anprobieren und Suchen nach dem passenden „Style“. Man hat seinen Style schon definiert.

    • Hi Hans,

      ich denke nicht dass ich einen allzu großen Investitionsstau habe. Ich besitze eine relativ kleine Menge an Kleidungsstücken und ersetze meistens einfach nur das was kaputt geht.

      Mehr als 50 € gebe ich dabei nachhaltig pro Jahr nicht aus, also kommen 3-4 € im Monat auf lange Sicht vermutlich schon hin. Mein letzter Kauf war im Oktober 2015. Dieses Jahr werde ich noch eine neue Hose kaufen und vermutlich noch einen neuen Pulli. Das war es dann aber erstmal.

      Manche Sachen kaufe ich neu im Laden oder Internet, allerdings fast immer nur wenn es gerade Rabatt gibt. Schließlich habe ich es nicht eilig und kann auf Sonderaktionen warten. Vieles kaufe ich aber auch einfach bei eBay. Da gibt es häufig sogar Neuware für einen Bruchteil des Ladenpreises. Einfach weil das Angebot so groß ist, die Nachfrage aber verhältnismäßig gering. Die Leute gehen lieber im Laden shoppen.

      Ich handhabe es dabei so wie du: Ich habe meinen Style, kenne meine Größe und muss darum nicht lange nach Klamotten suchen, bzw. kann gezielt nach Angeboten schauen. Meine Hosen sind beispielsweise alle vom gleichen Modell und Herstelle („Reell Skin“), nur in unterschiedlichen Farben.

      Achja, eine kleine Besonderheit gibt es bei meiner Auflistung noch. Durch das Skaten habe ich einen recht hohen Verschleiß an Schuhen (das können schon mal 3-4 Paar im Jahr sein). Ich kaufe Schuhe darum eher zum Skaten als zum normalen Rumlaufen (bzw. meine „normalen“ Schuhe ziehe ich früher oder später zum Skaten an). Deshalb kategorisiere ich meine Ausgaben für Schuhe nicht unter „Bekleidung“ sondern unter „Hobby-Equipment“.
      Da Billigheimer nach 3 Tagen skaten meistens futsch sind, kaufe ich nur Schuhe von relativ teuren Marken. Die besorge ich mir eigentlich immer bei eBay für 10-20 € das Paar. Manchmal sind die schon gebraucht, manchmal nur ein- oder zweimal getragen. Damit bin ich bisher immer ganz gut gefahren (Ha, Wortwitz ;))

      Auf der Arbeit trage ich übrigens keine Skaterklamotten. Als ich in meiner jetzigen Firma angefangen habe, gab es sogar einen Dresscode („Smart Casual“). Eine ordentliche schwarze Hose und ein Hemd hatte ich noch. Dazu habe ich mir noch ein zweites Hemd und zwei Pullis gekauft (für zusammen rund 40 €, das war bisher mein letzter Klamottenkauf vor 1,5 Jahren). An den Füßen trage ich immer die gleichen schwarzen Vans mit dunkler Sohle.

      Alles eher Minimalausstattung also. Mittlerweile hat aber sowieso die Geschäftsführung gewechselt und es gibt keinen Dresscode mehr – darum trage ich statt den Hemden einfach T-Shirts.
      In einem Job mit Kundenkontakt, oder wo Klamotten für die Karriere wichtig sind, mag das vielleicht nicht so leicht zu lösen sein. Aber dann würde ich die Kleidung auch nicht unbedingt so streng als private Konsumausgabe sehen, sondern mehr als „Nebenkosten des Jobs“ – genau wie das Busticket oder die Spritkosten für den Arbeitsweg. Man müsste die Bekleidungskosten dann von seinem Gehalt abziehen, wenn man sein „reales Nettogehalt“ ausrechnen will. Im Prinzip wie du es schon sagst – eine Investition in die Karriere.

      In meinem Job sind solche Investitionen/Nebenkosten eben nicht nötig – Glück gehabt. Es ist ja aber auch nicht so, dass man in Berufen mit höheren Kleidungs-Anforderungen zwangsweise mehr verdient. Und ich bin auch nicht Softwareentwickler geworden, damit ich mich nicht schick anziehen muss. 😉 Sondern weil der Job eine gute Balance bietet zwischen dem was ich gut kann, was mir Spaß macht und womit ich gutes Geld verdiene. Wenn bei euch diese Balance eher in einem Job mit strengerem Dresscode liegt, dann ist das wohl so, und auch kein Grund, den Job zu wechseln.

      Trotzdem kann man immer versuchen, die Ausgaben mit etwas Geschick möglichst gering zu halten. Zum Beispiel in dem man sich Quellen sucht, wo man die Klamotten in regelmäßigen Abständen rabattiert bekommt. Wenn man Geduld mitbringt und die Augen etwas offen hält, sind 50 % Abschlag vom Normalpreis eigentlich immer drin. Beispielsweise geben viele Geschäfte etwa zur gleichen Jahreszeit Rabatt auf die gleichen Produkte. Oder man sucht ein bisschen in verschiedenen Internetshops rum, bis man das gewünschte Produkt irgendwo im Angebot findet.

      Auf eBay ist dann nochmal deutlich mehr drin, hier ist 60-80 % Abschlag keine Seltenheit (auch für Neu- oder Quasi-Neuware). Einfach einmal die Woche kurz nach neuen Auktionen Ausschau halten und in „Beobachten“ speichern. Dann kurz vor Ende der Auktion den Preis mitbieten, den man zu zahlen bereit ist (oder einen Bietassistenten damit füttern). Irgendeine Auktion gewinnt man dann mit der Zeit.

      Ich mache es außerdem so, dass ich meine Arbeitsklamotten auch wirklich fast nur auf der Arbeit anziehe. So halten sie länger und ich muss die „gute Bürokleidung“ weniger häufig ersetzen. Für den Fahrradweg zur Arbeit trage ich andere Sachen und ziehe mich dann auf der Arbeit um. Würde ich zur Arbeit laufen, würde ich es mit Schuhen vermutlich ähnlich halten und die „guten Schuhe“ nur im Büro tragen.

      Wenn sie dann doch mal unansehnlich geworden sind, werden die Büroklamotten zu Freizeitklamotten „degradiert“. So wandern sie weiter und werden irgendwann meine Skate-Klamotten. Darum achte ich auch auf Kompatibilität: Im Büro trage ich eine unscheinbare schwarze Jeans, die ich später auch zum Skaten anziehen kann.

      Die Durchschnittsausgaben für Kleidung liegen bei Familien mit Kindern in Deutschland übrigens bei 178 € im Monat. Ihr liegt also bei mehr als dem Doppelten des Durchschnitts.
      Wenn deine Frau natürlich Sonderwünsche hat, was die Kinderkleidung angeht, wird es schwierig. Wenn Joana und ich mal Kinder haben, werden wir es wohl genau so machen, wie du es vorschlägst: Gebrauchte Kleidung von Freunden/Verwandten/eBay/Kleiderkreisel. Nachdem die Kinder rausgewachsen sind dann auch gerne noch weiterreichen (sofern die Klamotten noch einigermaßen heil sind ;)).

      Zu deiner letzten Frage, wie du eine gute Quelle bzw. ein gutes System für Kleidung findest:

      Ich denke deine Überlegungen sind schon genau richtig! Möglichst qualitativ hochwertige, simple, zeitlose Garderobe, leicht kombinierbar, ohne Schnickschnack.
      Am besten geht es, wenn du genau ein oder zwei weit verbreitete Modelle von einem Markenhersteller gefunden hast, die dir perfekt passen und gefallen. Dann kannst du bei eBay und in Online-Shops danach auf die Suche gehen.
      Beispielsweise „BOSS Allstar Polo schwarz Größe XL“ (jetzt völlig frei ausgedacht). Einfach ab und an mal in einem ruhigen Moment im Internet schauen und wenn du was findest, kaufen (auch wenn du es noch nicht direkt brauchst). Mit der Zeit hast du so immer ein paar Kleidungsstücke in der Reserve.

    • an Hans Petersen bezüglich Quelle von günstiger, guter Kleidung: Ich habe mit ubup.com („used but precious“) gute Erfahrungen gemacht. Gebrauchte Markenkleidung online kaufen zu einem Bruchteil des Neupreises, neuwertig – sehr gut erhalten, sauber, und einzeln ordentlich verpackt. Ohne Versandkosten oder Mindestbestellwert und wenn was nicht passt oder nicht gefällt kann man es problemlos wieder zurückschicken.
      Es gibt sicher noch andere ähnliche Anbieter, ubup.com scheint der größte zu sein und wie gesagt, ich habe da mehrfach selber gute Erfahrungen gemacht.
      Bei Frauenkleidung habe ich recht viel Auswahl, ich weiß leider nicht wie das bei den Herren oder Kindern ist.

    • (Hans Petersen): „Am coolsten wäre es ja, wenn man immer das gleiche an hätte (nicht dasselbe). Oder ein ganz einfaches System:
      Hemd kurz / Hemd lang, jeweils schwarz / weiss. Pulli immer grau. Hose grau / Hose schwarz.“
      So was nennt sich „Capsule Wardrobe“, und besonders Minimalistinnen haben sich dazu schon einige Gedanken gemacht, Blogeinträge geschrieben, Fotos gepostet… Einfach mal im Netz danach suchen, das gibt es sicher auch für Männer. Die Idee ist so simpel wie genial: einige wenige, zueinander passende Farben auswählen und dann seine Garderobe aus diesen Farben zusammenstellen.
      Schwarz-weiß-grau-beige ist glaube ich so eine Kombi, das sind Farben die mir nicht stehen. Ich habe das auf „meine“ kräftigen Farben angepasst: pink-türkis-dunkelblau und ab und an mal ein kräftiges Rot (halt nicht mit pink kombiniert) oder ein Detail (z.B. Schal/Tuch) in grün.

  4. Exzellenter Artikel, ich würde unter „Warum kaufen wir was?“ noch hinzufügen: Statuskonsum. Viele (die meisten?) Leute kaufen sich viele (die meisten?) Sachen nicht (nur) wegen dem Nutzwert. Vielmehr signalisiert der Kauf verschiedener Markengüter auch einen gewissen Status. Erfolgreicher Anwalt: BMW oder Mercedes (neues Modell), statt altem Golf. Ich denke, dass die Werbung diesen Statuswert auch als Kaufargument gerne in den Vordergrund rückt. Und ich denke, dass sich deshalb auch viele Leute mit dem Frugalismus schwer tun, weil man wenig Konsum (insbesondere dort, wo man es nach außen hin sieht: zB Kleidung, Auto) landläufig mit niedrigem Status in Verbindung bringt.

    Deshalb kommen die ganzen Versicherungsdrücker und Co auch mit (ggf kreditfinanzierten) Mac Book Airs, Iphones, Anzug und teurem Auto zum Kundentermin. Die erste logische Folgerung sollte sein, dass die angebotenen Produkte offensichtlich eine größere Verkaufsprovision mit sich bringen und deshalb vermutlich zu teuer sind (und das ist auch – natürlich – fast immer der Fall). Aber die meisten Leute sehen das nicht so. Vielmehr denken viele (meine Meinung, Vermutung und nicht in diesen Worten, sondern eher unbewusst): „Der Typ konsumiert Produkte, die hohen Status signalisieren. Folglich ist er erfolgreich. Ich will auch erfolgreich sein; also lasse ich mich von dieser Person „beraten“ (=verkaufen).“ Ich vermute stark, dass wenn wir Gerd Kommer im Kik-Dress und ohne Bekanntgabe von Doktortitel und Lebenslauf dieselbe Person beraten lassen, dass die Leute sich schwer tun würden, den deutlich kompetenteren Rat anzunehmen.

    • Danke Micha! 🙂

      Das stimmt, sozialer Status ist auch ein häufiger Grund etwas zu kaufen.
      Dieser ist denke ich mit meinem dritten „Kaufgrund“ aus dem Artikel verwandt: Wir kaufen etwas, weil es die Menschen in unserem Umfeld auch haben.
      Beim typischen Stautskonsum kaufen wir aber nicht (nur) die Konsumgüter unseres eigenen sozialen Umfelds, sondern auch von dem, dem wir gerne angehören wollen. Wer also der unteren Mittelschicht angehört und gerne zur oberen Mittelschicht gezählt werden möchte, der kauft sich (entsprechend seinen finanziellen Möglichkeiten) beispielsweise einen 7er BMW, um zu signalisiren „Schaut, ich habe eine höhere soziale Stellung als ihr“.

      In einigen sozialen Situationen (z.B. dem von dir angesprochenen Versicherungs-Verkaufsgespräch) wird das sogar funktionieren. Aber am Ende des Tages ist es nur Blendwerk und oberflächliche Protzerei.

      Langfristig bringt es denke ich mehr Anerkennung, wenn man einen echten Skill lernt, anderen etwas beibringt, anderen Menschen hilft, kooperiert. Und nicht nur nach außen hin versucht, besser auszusehen.

      • Ich kann die Erfahrung mit den Autos nur bedingt widergeben. Bei den oben angesprochenen Leuten gehört das gehobene Auto ja auch zum Beruf dazu. Aber genau diese Leute haben dann aber auch die Firmenwägen mit privater Nutzung, in Abstufung zu ihrem beruflichen Rang,- und das dann für durchaus verhältnismäßig geringer Kosten. Ich fahre auch meiner Hierachiestufe passend einen kleinen, neuen Daimler,- und zahle dafür mit der 1% Regelung immer noch weniger im Jahr, als zuvor privat für meinen damals 13 Jahre alten Golf. Bei mehr Komfort wohlgemerjt. Und es fahren mehr solche Autos rum, als man denkt. Rund 70% der Neuzulassungen* von Prestigeautos deutscher Hersteller sind anscheinend gewerblich. Würde sich mit meinen Beobachtungen decken (subjektiv)

        Die „Protzer“, die privat für ein Auto mehr ausgeben, als sie brutto im Jahr verdienen gibt es fei auch. Für mich kaum nachvollziehbar. Schätze den Anteil aber als nicht so hoch ein, wie hier suggeriert wird.

        * http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/firmenwagen-wie-die-autobauer-an-der-zulassungsstatistik-drehen-a-1084429.html

      • Hi Graupel,

        interessant! Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass der Großteil der Fahrzeuge der „oberen Mittelklasse“ vor allem Firmenwagen sind oder von einigermaßen vermögenden Leuten gefahren werden, die sich mit dem Kauf nicht unbedingt überschulden. Der „7er BMW“ war von mir auch eher als Beispiel gedacht. Aber schließlich beinhaltet Statuskonsum auch nicht den Kauf auf Kredit. Auch wer sich einen BMW locker leisten kann, kauft diesen womöglichen aus Statusgründen.

    • Hallo,

      es gibt meistens einen „Hack“ für „Statusprobleme“, mit dem man sich wohlfühlt und trotzdem nicht gleich zum „beruflichen Paria“ wird. Ein Beispiel: ein klassisches gebrauchtes Fahrzeug (z.B. Mercedes) ca. 20 oder auch 30 Jahre alt kostet u.U. sehr wenig und ist trotzdem sehr robust, hat keinen überflüssigen Schnickschnack und wird neidfrei als sehr hochwertig wahrgenommen (z.B. 22 Jahre alter „E-Klasse Vorläufer“, 50000 km, wie neu, ca 5000 EUR). Kann man machen wenn man sich ein bisschen dafür interessiert, man braucht keine Angst vor Ersatzeilproblemen und Reparaturen haben. Oder: Antiquitäten als Möbel. Im Moment recht billig zu haben, es gibt extrem hochwertige Sachen, die mehrere Generationen halten und nicht teuerer sind als Ikea (z.B. Gründerzeit, gibt’s auch in „hell“). Auch Geschmackssache, klar. Oder: klassische hochwertige Polos von LaCoXXte oder ähnlichem, mit etwas Geduld auch original + neu für wenig Geld in der Bucht (letztens bezahlt: 10 EUR oder so, brauche ich beruflich). Oder, oder, oder. Muss halt für einen persönlich passen, mit etwas Geduld und Nachdenken findet man eine Lösung.

      • Hi Hans,

        super, das ist ein Verfahren ganz nach meinem Geschmack! 🙂 Wieder ein perfektes Beispiel dafür, dass „wenig Geld ausgeben“ nicht mit „nackt herumlaufen und knausern“ gleichzusetzen ist.
        Ich nutze auch am liebsten ältere, gebrauchte Qualitätsware. Gerne Markenklamotten von eBay oder das 5 Jahre alte Businessnotebook. Dazu noch selbst reparieren – perfekt. Als ich mir einmal eine Stichsäge gekauft habe, hatte ich die Wahl:

        – neue Bosch grün (Consumer-Plastik-Modell) für 60 €
        – neue Bosch blau (Profi-Handwerker-Modell, unzerstörbar) für 300 €
        – ältere gebrauchte Bosch blau (ebenfalls Handwerker-Qualität) für 60 €

        Dann lieber ein altes Gerät, das noch ein Leben lang hält, als ein neues Plastik-Teil. Ich habe also zur gebrauchten blauen gegriffen.

        Wäre ich Autofahrer, könnte ich mich auch für einen alten Mercedes begeistern. Aber nicht zum Pendeln. Spritverbrauch und Schadstoffausstoß liegen bei so einem Gefährt vermutlich jenseits von gut und böse. 😉

      • So haben wir es mit der Waschmaschine gemacht. Eine gebrauchte, komplett generalüberholte Miele mit Garantie, wo alle Verschleißteile ausgetauscht wurden, kostet bei einer Miele-Servicewerkstatt genauso viel, wie eine neue AEG oder BOSCH Waschmaschine.

        Der Vorteil dabei: die Miele ist auf Langlebigkeit ausgelegt und sämtliche Ersatzteile gibt es noch über Jahrzehnte, sowie extra Serviceteams, die man bei Problemen anrufen kann. Die haben uns die Maschine kostenlos in die Wohnung gebracht, angeschlossen, die alte Maschine mitgenommen und entsorgt, sowie im Nachhinein auch noch mal die Tür kostenlos eingestellt.

  5. Tja lieber Olli, wir als Programmierer haben in Sachen Webseiten noch einen ganz anderen Vorteil: Wenn wir etwas neues erleben / fühlen / sehen wollen, dann programmieren wir es einfach 🙂

    • Haha ja, da hast du Recht! 🙂

      Vielleicht ist das auch mit die Faszination am Programmieren:
      Man kann so viel machen, kreieren, ganze Welten erschaffen, ohne dass man dafür besonders viel Material oder Voraussetzungen braucht. Ein alter Laptop und ein wenig Strom reichen völlig aus.
      Steve Jobs hat mal gesagt: „Ein Computer ist wie ein Fahrrad für Geist“. Damit meinte er, dass das Fahrrad unsere Fortbewegung viel schneller und effizienter macht, und ein Computer das gleiche für unsere Kreativität leistet.

  6. Hahaha – großartige Zusammenfassung der Zusammenfassung einer doch eher drögen Statistik: „Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt kauft für fast 4.000 € im Jahr irgendwelchen Krempel.“

    Fand aber auch die Grafiken, die dabei helfen reflexartig eintrainierte Verhaltensmuster zu visualisieren und zu verändern. Schon alleine das Zuwarten und Vermeiden von Impulskäufen kann nämlich einen beachtlichen Einspar-Effekt haben.

    Freue mich weiterhin auf viele gute Artikel, wie diesen, von Dir!

    LG,
    FF

  7. Moin Oliver,
    erstmal reparieren und improvisieren finde ich cool! Mache ich auch so, wenn etwas nicht total hinüber ist.

    Was Klamotten angeht bin ich sicher kein Mode-Freak. Hab da auch keine Ahnung von. Trotzdem brauche ich ab und zu mal was neues anzuziehen und das kaufe ich mir dann auch. Scheinbar trotzdem zu selten. Werde manchmal darauf angesprochen, dass ich mir was besseres oder eben auch öfter mal was neues zulegen sollte, schließlich könnte ich mir das ja leisten. Das kommt dann aber oft von Leuten, die zwar immer die neusten Klamotten, das geilste Handy, den größten Fernseher und das dickste Auto haben, deren Geld aber regelmäßig vor Monatsende ausgegeben ist. Die Tage bis zum nächsten Gehaltseingang werden mit dem Dispo überbrückt und spätestens wenn für eine wirklich wichtige Neuanschaffung natürlich keine Rücklagen vorhanden sind, wird auf Raten- oder Konsumkredit gekauft. Die neuesten Sneaker gehen natürlich trotzdem! Einsicht Fehlanzeige. Man lebt schließlich nur einmal.
    Ok, dafür müssen die eben ackern bis sie den Löffel abgeben. Muss ja jeder selber wissen. Verglichen damit laufe ich dann auch gerne mal mit „mittelalten“ (den Begriff kennt man eher von der Käsesorte Gouda) Klamotten rum. Ich schätze aber, dass ich mit 3€/Monat für den Posten trotzdem nicht hinkomme…

    Bin halt kein echter Frugalist 😉
    Finde deinen Weg trotzdem bemerkenswert!

    Weitermachen!

    Gruß
    Vincent

    • Hi Vincent,

      Wenn manche sagen „Man lebt schließlich nur einmal“, dann meinen sie damit ja, dass man sein gesamtes Geld besser ausgeben und sich davon „was gönnen“ soll. Ich denke mir dann immer:
      Richtig, ich lebe nur einmal! Warum also soll ich mein Leben damit verdaddeln, mir Dinge zu kaufen, die mich nicht nachhaltig zufriedener machen und mich nicht weiter bringen. Und den Rest der Zeit dann dafür ackern zu gehen, diese Dinge bezahlen zu können. YOLO!

  8. Sehr schön und wieder etwas provokant. Allerdings ersetze ich kaputte Sachen sofort, klar schaue ich mal nach, ob es zu reparieren ist, aber ich investiere nicht viel Zeit darin. Einfach weil ich zu viel verdiene. Hä, wie das jetzt? Ist der Reichtum ausgebrochen? Nein, (noch) nicht. Ich muss einfach den Zeitaufwand ins Verhältnis setzen. Würde ich eine Stunde investieren, um 20 € zu sparen? Oder 10 Stunden, um 200 € zu sparen? Nein, weil ich in der gleichen Zeit ein mehrfaches verdienen kann. Ich habe den Kopf frei und kann mich deshalb auf meine Arbeit konzentrieren. Irgendwann ist die Luft raus nach einem langen Tag und da habe ich absolut keine Lust, mich um solche Sachen zu kümmern.

    Im Prinzip bin ich inzwischen auch ein Nichtkäufer, weil ich nichts kaufe, was mir keinen Nutzen bringt. Wenn ich etwas brauche, sei es Neues oder Ersatz, dann verbringe ich nicht viel Zeit mit Preisvergleichen etc., sondern kaufe das, was mir gefällt und gehe zur Tagesordnung über. Shoppen ist mir lästig und bringt mir keine Glücksgefühle. Da bin ich recht resistent.

    • Hi Alexander,

      so mache ich das auch: Wenn schon etwas kaufen, dann nicht ewig rumsuchen. Ich mache mir schnell einen Überblick über den Markt und die wichtigsten Produkteigenschaften, überlege mir was ich brauche oder haben möchte und schaue dann in der Stuff Cloud oder auf dem „normalen Markt“ nach dem günstigsten Preis.

      Die Rechnung, meinen Zeiteinsatz ins Verhältnis zum eigenen Verdienst zu setzen, stelle ich so allerdings nicht auf, das sehe ich etwas anders.

      Wenn ich diese Überlegung konsequent durchziehen würde, dann müsste ich 16 Stunden am Tag Software programmieren (für z.B. 50 € die Stunde) und alles andere (Essen kochen, putzen, Haushalt, Instanthaltung) outsourcen, weil diese Dinge pro Stunde weniger kosten als ich in meinem Beruf verdiene.

      Damit wäre mein Leben allerdings ziemlich eintönig. Und mein Ziel ist es ja gerade, weniger in meinem Job arbeiten zu müssen, damit ich mehr Zeit habe, unterschiedliche Dinge machen zu können: Programmieren, Designen, Skateboarden, Gitarre spielen, Gärtnern, Fahrräder und Handys reparieren, Schrauben, Kochen, Seife herstellen…. worauf ich gerade so Lust habe.
      Ich möchte weniger ein Spezialist als ein Generalist sein. Auf diese Weise baue ich ein breiteres Skillset auf und diversifiziere meine Kenntnisse. Ich bin nicht so sehr von einem speziellen Beruf abhängig.
      Wenn ich etwas reparieren kann, bin ich auch weniger vom Markt abhängig, mein Leben ist resillienter, unanfälliger gegenüber äußeren Einwirkungen.

      Wenn ich Dinge repariere, geht es mir nicht nur um das gesparte Geld. Es geht mir darum, etwas Neues zu lernen, mich mit etwas auseinanderzusetzen, kreativ zu sein. Mir macht es Spaß, mich mit den Dingen, die ich besitze, zu beschäftigen, sie zu „hacken“. Und damit auch einen Ausgleich zu meinem Job zu schaffen.

      Dazu kommt noch der Umweltaspekt: Neue Dinge müssen aufwändig und unter hohem Ressourcen- und Energieverbrauch produziert werden. Industrielle Produktion erzeugt große Mengen Müll, CO2-Emissionen und Umweltzerstörung. Auch Menschen werden ausgebeutet. Und die dafür zur Verfügung stehenden Kapazitäten unseres Planeten sind schon seit langem deutlich überschritten. Wenn ich Dinge repariere, weniger Neues kaufe und die Stuff Cloud nutze, kann ich einen kleinen Beitrag dazu leisten, dem entgegen zu wirken.

      Zu improvisieren und zu reparieren ist für mich also weit mehr als eine rein finanzielle Abwägung.

  9. Ahoi Oli,

    mal wieder ein super Beitrag. Dieses Mal tatsächlich so lang, dass ich ihn heute Vormittag erst einmal weg geklickt habe um am Abend in Ruhe zu lesen. Nicht, dass ich etwas gegen dieses etwas längere Format habe 🙂

    Vom Kaufen zum Nichtkaufen ist es in der Tat nur die Erkenntnis und der Willen nötig. Als kleines eigenes Beispiel –> vor einiger Zeit haben sind die „langsam schließenden“ Scharniere meiner Kühlschranktür zerbröselt. Aufgabe der Dinger war es, die Tür langsam und ohne Knallen zu schließen. Seit dem Defekt hat die Tür leider nicht mehr richtig geschlossen und ging von alleine auf. Der neue Kühlschrank war schon ausgesucht und ich wollte Kühlschrank inklusive Lieferung und Einbau bestellen. Zu der Zeit hatte bin ich dann auf deinen Blog gestoßen und hatte den Beitrag mit dem Flicken des Fahrradschlauchs gelesen… Auch wenns eine etwas andere Aufgabenstellung war konnte ich für mich selbst nur sagen „challenge accepted“. Ne Stunde gegoogelt, neue Scharniere bestellt und meine zwei linken Hände mit 10 Daumen für 2 Stunden gequält um die Scharniere zu wechseln… Kosten: 35€ Für Scharniere mit Versand anstelle von 1000 für nen neuen Kühlschrank 😛

    Das Abwarten und reparieren ist damit auch für handwerklich unbegabte zu empfehlen.. Das Gefühl etwas repariert zu haben beflügelt zusätzlich etwas (… „ich habe Feuer gemacht“). Das gesparte Geld ist zwischenzeitlich angelegt 😉

    Das konsequente nichtkaufen ist aber dennoch nichts für mich. Ich tippe den Beitrag nun auf dem iPad, trinke dabei nen guten Wein und schaue parallel auf dem großen Flachbildfernseher ne Serie die über das Heimkinosystem beschallt wird. Braucht man das? Nein! Und trotzdem will ich es nicht missen. Allerdings mache ich mir seit einiger Zeit Gedanken um die Aktualisierungsrate der Technik. Es muss ja nicht immer das neueste iPAd, MacBook, Fernseher und so weiter sein….

    Sodele… Nun ist auch der erste Kommentar geschafft

    Beste Grüße

    • Howdy Heiko,

      und herzlich willkommen im Club der Kommentatoren! 😉

      deine Geschichte mit dem Kühlschrank ist ja mal echt ein starkes Ding, mega cool dass du den selbst repariert hast! Das nenne ich echte Frugalisten-Power! 🙂

      Den „Ich habe Feuer gemacht“-Effekt hatte ich so noch gar nicht auf dem Schirm. Aber er stimmt genau! Das Bild beschreibt es eigentlich perfekt:
      Der Stolz und die Zufriedenheit, wenn man etwas durch eigene Leistung erreicht hat, das scheinbar Unmögliche doch möglich gemacht hat. Das schüttet richtig Endorphine aus – mehr als wenn man sich im Laden etwas gekauft hätte.

      Was den Wein und das Heimkinosystem betrifft:
      Wein zählt ja erstmal gar nicht zu den „langlebigen Konsumgütern“. Und was wäre das Leben ohne (zumindest einigermaßen guten) Wein (oder Whisky)? 😉

      Gegen ein paar technische Geräte habe ich auch nichts (ich habe ja selber auch ein bisschen was an „Elektronik-Spielzeug“ – wenn auch nicht viel). Diese technischen Errungenschaften der Menschheit sind schließlich einfach nett.
      Aber ich finde: Man kann auch ältere, gebrauchte Geräte kaufen. Man kann einmalig etwas anschaffen und es dann lange behalten. Reparieren, wenn es kaputt geht. Klar kommt jedes Jahr wieder ein neues Modell raus. Aber das ständige Upgraden ist meiner Meinung nach Blödsinn. Lieber kaufe ich etwas Langlebiges, Hochwertiges, das ich lange wertschätze, auch wenn es nicht mehr der neusten Mode entspricht. Ich bin zufrieden mit dem was ich habe.

      Viele Grüße (und hoffentlich noch viele Kommentare)! 🙂

  10. Anscheinend kauft man nicht nur nicht, sondern sortiert in der Phase auch viel mehr aus. Wahrscheinlich, weil man sich ständig mit dem IST-Zustand beschäftigt und eine Inventur durchführt. Dabei kommen die ganzen Konsum-Schubladen-Leichen zum Vorschein, die man irgendwann einmal „unbedingt“ benötigte.

    Bis auf ein Hemd für einen beruflichen Termin und ein paar Handschuhe zum Rad fahren, habe ich mir seit 6 Monaten keine Klamotten mehr gekauft. Das kann auch bis zu einem gewissen Grad weitergehen, irgendwann kommt man dann aber schon zu einem Invenstitionsstau und man wird einen großen Schwung Socken und T-Shirts nachkaufen müssen.

    Andere Anschaffungen kommen bei uns auf eine Liste, manche werden vergessen, hinfällig oder abgewandelt. Wenn dann doch Bedarf besteht, kaufen wir so, dass Qualität und Nutzen mit dem Preis für uns passend sind.

    Und Dank Youtube sind zahlreiche Reparaturen ja mittlerweile auch selber machbar. Schönsten Beispiel bei uns: die Wassertasche vom Geschirrspüler war verdreckt. Einweichen oder Essigwasser hat nicht geholfen. Bei Youtube hat jemand einfach ein paar Nägel in den Behälter geworfen und mit Hilfe eines Magneten, den Dreck mit den Nägeln abgekratzt. Funktionierte wunderbar und nach einem halben Tag lief die Kiste wieder.

    • Hi lubo,

      hört sich gut an! 🙂
      Als ich damals mit dem Nichtkaufen anfing, habe ich auch zeitgleich begonnen, meine überflüssigen Dinge zu verkaufen. „Konsum-Schubladen-Leichen“ trifft es dabei wirklich ganz gut. 😀
      Einfach diese typischen Kisten und Schubladen voll Dingen, wo man eigentlich schon längst vergessen hatte, dass man sie besitzt. „Ach ja, das…“ sagt man sich dann, wenn man durch die Sachen schaut.
      Nach zwei Jahren hatte ich von dem Kram fast alles verkauft. Man muss sich dabei gar nicht stressen. Einfach mal jeden Monat ein paar wenige Sachen bei eBay oder Kleinanzeigen einstellen. Wenn man parallel nichts (oder nur sehr wenig) Neues kauft, hat man auch so einen negativen „Stuff Outflow“ und dadurch nach ein paar Jahren ganz automatisch weniger Besitz.

      Dein Beispiel mit den Nägeln ist ja heftig, da wäre ich im Leben nicht drauf gekommen! Hast du noch den Link dazu?
      YouTube ist wirklich eine Goldgrube, was clevere und originelle Lösungen angeht.
      Mir fällt da immer „How to make fire with a lemon“ ein:

  11. Wunderbarer Artikel. Ich habe nach der Lektüre kurz überlegt und danach meine gesamte Wunschliste bei amazon gelöscht.
    Ich brauche diese Dinge nicht wirklich. Gelöscht habe ich die Liste, weil ich die Sachen nicht nur nicht wirklich HABEN will, sondern weil ich sie auch nicht HABEN WOLLEN will (falls ihr versteht, was ich meine!).

    • Hi wirtschaftsweise,

      wow, das nenne ich mal konsequent! 🙂 Freut mich dass dich mein Artikel zu diesem Schritt inspirieren konnte.
      Ich hatte auch noch nie eine Amazon-Wunschliste. Ehrlich gesagt habe ich in meinem ganzen Leben vielleicht erst 2 oder 3 Mal überhaupt etwas bei Amazon gekauft.
      Und siehe da: Ich lebe noch! (Und das sogar sehr gut :)).

      Ich glaube ich verstehe was du meinst. Der Bauch sagt vielleicht noch: „Es glitzert, ich will es…“ Aber spätestens der Kopf sagt: „Zeitverschwendung, so ein Blödsinn“ (Der will also nicht dass der Bauch es haben will ;)). Richtig so?

  12. Huhu Oli,

    du bleibst der große Meister des Frugalismus. Danke für die Zahlen! Respekt! Gleichzeitig halte ich Konsum für nicht so schlimm. Die letzten 2 Jahre lagen meine Ausgaben unter 1200 Euro in Monat. 600 davon für Miete/Internet. Von den restlichen 500-600 Euro habe ich Essen, Kleidung, Elektrik und Reisen bezahlt und ich würde nichts anders machen. Ich fühle mich grade durch diese kleinen Ausgaben reich, da die enorm meinem Lebensstandard erhöhen und meinen Stress reduzieren. Ich bin z.B. im Somme auf einem kleinen Wochenendtrip. Um nicht um 5 morgens aufstehn zu müssen, reise ich lieber entspannt am Abend vorher an. Generell habe ich also im Gegensatz zu dir das „Problem“, dass ich mich an einen gewissen Luxus bereits gewöhnt habe. Die Lifestyle-Inflation halte ich trotzdem im Auge.

    • Haha, danke Jenny! 🙂

      Ich mache mir bei dir keine Sorgen – Lifestyle-Inflation sieht denke ich anders aus als zu einem Wochenendtrip entspannt am Abend vorher anzureisen, insbesondere wenn du diesen Luxus auch als solchen zu schätzen weißt.
      Fragwürdig wird es denke ich erst, wenn man für so eine Reise nicht mehr auf ein „komfortables Auto“ zu verzichten bereit ist.

      Nach Miete liegen meine Ausgaben auch bei 400-500 € im Monat, also gar nicht so weit unter deinen (wobei wir dieses Geld vermutlich für etwas unterschiedliche Dinge ausgeben).

  13. Die Grundidee des „Nichtkaufens“ ist definitiv zu verfolgen. Aber wie bei Einigen hier wäge ich das ab. Früher habe ich wertvolle Stunden meines Lebens mit Schnäppchensuche, Reparaturen etc. pp verbracht. Das machte Sinn, da nicht viel Vermögen da war. Mittlerweile ist Vermögen da und meine Lebenszeit ist _das_ Kostbarste, was ich besitze. Und das verschwende ich nicht mehr mit Kleinkram.

    Dann kostet der Pulli halt Normalpreis oder ich kaufe !sinnvolle! Dinge, die mir Zeit sparen. Alles mit Augenmaß natürlich. Das Grundprinzip -> Stressvermeidung wo nur möglich.

    Finanzglücks Wishlist bzw. Deine Grafiken sind aber der beste Ansätze, um Sinnloskäufe zu vermeiden. Wobei ich lieber die Bring App nutze ;-).

    Ansonsten, so Paradox es klingt, sollten Schnäppchenseiten wie mydealz & Co. vermieden werden. Im Grunde sorgen die nur dafür, dass man trotz Schnäppchen, viel Geld für nicht notwendige Dinge ausgibt.

    • @Capri Bei mydealz kann ich dir nur zustimmen! Vor ein paar Jahren wurden dort vor allem kostenlose Dinge oder richtige Schnäppchen angeboten. Mittlerweile preist man nur noch billige Zeitschriften, Fernseher etc an. Macht einfach keinen Spaß mehr. Zwischen all dem Mist sieht man kaum noch Brauchbares. Wenn doch, dann wurde das Angebot bereits „gemydealzt“ und ist nicht mehr erhältlich.

      • @Ex-Studentin,

        Die Entwicklung sehe ich bei Mydealz auch. Aber es gibt immer noch sehr gute Schnäppchen. Habe ich mich zum Kauf eines Produktes entschieden, warte ich ab, bis der passende Deal kommt. Ich für mich konnte so einige Schnäppchen machen.

        Wie so oft kommt es natürlich auf den Nutzer an. Ich kaufe über mydealz nur Dinge die ich sowieso, meistens nur teurer, kaufen würde.

        Viele Grüße

        Moritz

      • Ich sehe das genauso wie du, Moritz.
        Vor allem stark subventionierte Handyverträge findet man bei mydealz mit ein bisschen Geduld nach wie vor sehr gut.

    • Capri, da stimme ich dir zu 100 % zu, mir geht es genauso.

      Wenn jemand gerne rumpfriemelt, dann ist das unter Hobby zu sehen. Wird es zur Pflicht, dann habe ich besseres zu tun. Ich habe diese Woche meine Autoreifen wechseln lassen.

    • Hi Capri,

      die Frage ist dann: Wofür genau spare ich denn die Zeit ein?

      Ich würde darauf antworten: Um mich voll und ganz darauf fokussieren zu können, ein zufriedenes Leben zu leben und ein besserer Mensch zu werden.
      Dazu gehört für mich zu einem gewissen Grad, Dinge selbst herzustellen, zu reparieren, mich tendenziell selbst um die Pflege meines Besitzes zu kümmern.
      Die Selbstwirksamkeit, die ich dadurch erfahre, macht mich zufrieden (Der „Ich-habe-Feuer-gemacht-Effekt“). Und auch wenn es mal etwas eintönige Arbeit ist: für mich gehört das zu einem unabhängigen, ausgewogenen und zufriedenen Leben dazu. „If I can’t fix it, I don’t own it“. Das ist wohl einfach eine lebensphilosophische und ideologische Einstellung.

      Was MyDealz und die Schnäppchen-Jagd angeht, stimme ich dir voll und ganz zu. Allenfalls bekommt man da einen kleinen Glückskick, wenn man etwas im Super-Sonderangebot ergattert hat, aber nachhaltig zufriedener macht es mich nicht. Ich schaue auf solchen Seiten kurz vorbei, wenn ich sowieso gerade etwas bestimmtes suche. Aber wie du schon sagst: Ansonsten wird man dort eher noch zum Kauf verleitet 🙂

  14. Wieder mal ein sehr ausführlicher und durchdachter Artikel!
    Ich selbst versuche nur das „Nötigste“ zu kaufen.
    Größere Geschenke an mich selbst oder Luxus gibts nur, wenn ich mir mal am Ende des Jahres von einen Teil meiner Rendite etwas gönne.

    Viel Spaß! Investieren geht vor Sparen 😉

  15. Der Artikel kommt uns zugute, da wir momentan vor der Frage stehen, welche Anschaffungen wir für unser Neugeborenes wirklich benötigen.

    Im Grunde lässt sich die Kunst des Nichtskaufens ganz simpel bewerkstelligen: Die Dinge nutzen, die uns zur Verfügung stehen, im Bedarfsfall zu borgen oder in Umsonstläden zu schauen.

    Dankeschön!

    Liebe Grüße
    Patrick

    • Hi Patrick,

      super, das hört sich clever an! 🙂 Bei einem Neugeborenen gibt es sicher einige praktische Sachen, die man haben sollte. Wickeltisch? Strampler? Stoffwindeln?
      Die Mütter und Väter hier werden es besser wissen als ich 😉
      Zum Glück hat man ja im Regelfall ein bisschen Vorlaufzeit, um die Sachen zu borgen, basteln oder aus der Stuff Cloud zu besorgen.

      Viel Spaß mit eurem Familiennachwuchs! 🙂

      • Hey Oliver!

        Danke Dir! 🙂
        Beim Wickeltisch wird es wohl darauf hinauslaufen, dass wir unsere auf dem Boden liegenden Matratzen verwenden, um das Kind an- oder umzuziehen. Kleidung haben wir noch von unseren beiden erstgeborenen Kindern (sie wiederum von anderen Kindern aus der Be- und Verwandtschaft). Wenn man „windelfrei“ praktiziert, reichen für die erste Zeit ein paar Einlagen und 1-2 Paar dieser praktischen Windelüberhosen wie „Blueberry Capri“. Wenn man die Signale des Babys versteht, kann man so jede Menge Windeln, Waschmittel, Energie usw. sparen.

      • Hi Patrick,

        wow, stark! Das ist wirklich sehr minimalistisch.
        Viele Menschen glauben ja leider, für ein Baby brauche man zwingend jede Menge Zeug. Gerade für das erste Kind (wenn noch keine Erfahrungswerte da sind) wird dann vor der Geburt gleich ein ganzer Sack Krempel angeschafft.
        Die Babyartikel-Branche wirbt sogar explizit mit „Baby-Erstaustattung“:
        http://www.eltern.de/schwangerschaft/ihr-baby/checkliste-erstausstattung.html

        Klappert man die Amazon-Checklisten dort ab, landet man ohne Weiteres bei mittleren vierstelligen Beträgen. Und dann steht dort auch noch in fett: „Diese Dinge sind kein Muss…aber trotzdem schön!“. Auweia…

        In Wahrheit lassen sich wohl auch beim Baby viele Prinzipien des Nichtkaufens anwenden: Erstmal abwarten, Improvisieren, im Bedarfsfall gebraucht kaufen, leihen oder tauschen.
        Eure Herangehensweise gefällt mir gut 🙂

  16. Hi Oliver,
    ich bin seit einem Jahr Fan deines Blogs!
    Weißt du wie es Jacob Lund-Fisker von ERE schafft nur 6000USD im Jahr auszugeben?
    Ich möchte die Frage auf die Essens Ausgaben konzentireren.
    Wie kann ich lernen nahrhafte, gesunde und sehr günstige Nahrungs selber zu kochen? Kannst du mir ein Buch, Blog empfehlen?
    Und kannst du mal einen kleinen Beitrag für Studenten schreiben?

    Danke und weiter so!
    Viktor

    • Hallo Viktor,

      zum Essen habe ich ein paar Tipps:
      1. Eigenanbau (zeitaufwendig aber so gut wie kostenlos und „mehr bio“ geht nicht)
      2. Die Tafeln (da bekommt man nur etwas, wenn man „berechtigt“ ist)
      3. Wildpflanzen als Nahrungsquelle (mit viel „Lernen“ verbunden)
      4. selbstabgefülltes Quell- und Brunnenwasser trinken
      5. abends einkaufen, da reduzieren viele Supermärkte die Preise

      Liebe Grüße
      Patrick

    • Hi Viktor,

      cool, das freut mich! 🙂
      Jacob hat ja eine sehr systematische Herangehensweise. Er betrachtet Essen als „Treibstoff für den Körper“. Darum setzt er seine Gerichte so zusammen, dass er alle Nährstoffe für möglichst wenig Geld bekommt. Er guckt also: Was ist die günstigste Proteinquelle? Wie kann ich meinen Bedarf an Vitaminen, Ballaststoffen, Calcium, Eisen, … decken? Welche Lebensmittel, die diese Stoffe enthalten, sind am günstigsten? Dann stellt er sich ein Repertoire an Gerichten zusammen, die diese Anforderungen erfüllen und lernt diese zu kochen. Gerichte mit Reis und Bohnen (oder anderen Hülsenfrüchten) haben dabei oft ein sehr gutes Kosten/Nutzenverhältnis. Ich koche ebenfalls viel mit Reis und Bohnen. Das klingt auf den ersten Blick karg und langweilig, aber in Wahrheit gibt es unglaublich viele tolle und leckere Gerichte.

      Dann gibt es noch ein paar Grundregeln, um seine Essensausgaben im Zaum zu halten:
      – Nur unverarbeitete Lebensmittel (und möglichst Rohstoffe) kaufen. Mehl, Reis, Linsen, Kichererbsen, Kartoffeln, Karotten… Also nix was von Nestlé kommt oder in quietschbunten Verpackungen steckt.
      – Stark reduzierte Waren kaufen und dann die Gerichte um diese reduzierten Sachen „herumstricken“.
      – Improvisieren und Gerichte selbst zusammenstellen. So vermeidet man, teure Zutaten kaufen zu müssen, die man einmal braucht, nur weil es „im Rezept steht“.

      Meinen Artikel übers günstige Essen kennst du ja auch schon, nehme ich an? Da habe ich auch noch ein paar Dinge zum Thema geschrieben.

      https://frugalisten.de/fuer-100-euro-im-monat-speisen-wie-der-kaiser-vom-schlaraffenland/

      Wenn man diese Regeln beherzigt, kann man sich auf jeden Fall sehr gesund und sehr lecker für unter 150 € im Monat ernähren. Wer mehr ausgibt, der isst vermutlich viel verarbeitete Industrielebensmittel oder sehr viel Fleisch oder sehr viel teure Bio-Produkte.

      Ein gutes Kochbuch finde ich das „Good and cheap cookbook“ von Leanne Brown (gibts aber nur auf Englisch). Das hat mich sehr inspiriert: https://www.leannebrown.com/cookbooks/

      Sehr gut (und amüsant zugleich) finde ich auch das „Thug Kitchen“ Cookbook (wenn es auch nicht explizit aufs Geld sparen ausgerichtet ist):
      http://www.thugkitchen.com/

      Jacobs niedrige Ausgaben lassen sich allerdings nicht nur durch niedrige Lebensmittelausgaben erklären. Er ist (genau wie ich) überzeugter Nichtkäufer und macht viele Tätigkeiten selbst, statt sie für Geld outzusourcen. Außerdem hat er einige Jahre mit seiner Frau in einem Wohnmobil gelebt, was natürlich einiges an Miete gespart hat.

  17. Hi Patrick, danke für deine Rückmeldung.

    Ich habe das Containern für mich Entdeckt!
    In allen Städen gibt es die Discounter welche sehr viel Essen wegwerfen.
    Das kommt dann oft in unabgeschlossene Mülltonnen und Abend mit einer Stirnlampe ausgestattet hole ich mir dann alles was geht!
    Das macht sehr viel Spaß und ich schließe einen Müll-Loop, da ich meine Bedürfnisse mithilfe eines Abfalls eines anderen stillen kann.
    Es ist auch erstaunliche wie viele leckere Sachen weggeworfen werden. Und das alles ist komplett gratis (Zeitkosten)

    Viktor

  18. Lieber Oliver,

    ich bin über den Finanzwesir auf deinem Blog gelandet und surfe mich so durch… Und auch wenn ich ganz sicher nicht zu den Frugalisten gehöre finde ich deine Ansichten sehr inspirierend. Reparieren ist aber nix für mich, aber vielleicht kann ich das oursourcen falls ich das mal benötigen sollte 😉 Auf diese Weise schmeisst man den Gegenstand auch nicht weg!
    Ich bin seit fünf Jahren vollzeit berufstätig und grundsätzlich recht sparsam. Ich finde es schön jeden Monat Geld übrig zu haben. Inzwischen fällt es mir auch im Freundeskreis mehr auf, dass viele Leute so eben nicht haushalten bzw. denen es deutlich schwerer fällt und die Geld eben einfach ausgeben. Im Studium fällt es finde ich noch deutlich weniger auf, wobei es auch da schon Unterschiede gibt.
    Im Moment überlege ich mir jeden Euro den ich ausgebe wirklich gut, nicht weil ich es muss, sondern weil ich es möchte. Und ich finde Dinge nicht zu brauchen gibt einem auch ein gewisses Freiheitsgefühl. Deswegen findet im Moment eher negativ Konsum statt, also ich miste aus, verschenke, spende oder verkaufe Dinge die ich nicht mehr brauche.
    Allerdings haben mein Partner und ich uns in den letzten Jahren auch ganz bewusst einige Konsumwünsche erfüllt, Dinge die uns hoffentlich sehr lange begleiten werden. Und an unserer schönen Wohnung, die zwar noch zu groß für uns ist, erfreuen wir uns jeden Tag. Unser Auto schenkt eine Menge Freiheit. Das ist für mich guter Konsum, auch wenn es natürlich einiges an Geld verschlingt 🙂 Und auf diese Dinge würde ich auch nicht verzichten wollen.
    Am tollsten an der frugalistischen Einstellung finde ich, dass man ja als Frugalist nicht das Gefühl hat etwas zu verpassen, weil man es einfach nicht benötigt.
    So weit bin ich definitiv noch nicht, aber vielleicht komme ich mal dahin.
    Viele Grüße
    Irene

    • Hi Irene,

      schön dass du hierhergefunden hast und dass dir der Blog gefällt! 🙂
      Ich denke du machst das schon ganz richtig und bist auf einem guten Weg.

      Viele Grüße und mach weiter so!

Schreibe einen Kommentar