Chana Dal Zutaten

Für 100 € im Monat speisen wie der Kaiser vom Schlaraffenland

In meinem letzten Winterbericht hatte ich unter meinen monatlichen Ausgaben Kosten von etwa 100 € für Lebensmittel und Essen aufgeführt. Das hat bei vielen von euch die Frage aufgeworfen, was genau ich eigentlich so esse und wie ich das für so verdammt wenig Geld hinbekomme.
Mal ein kleiner Vergleich: Der deutsche Durchschnittsbürger gibt im Monat rund 150 € für Lebensmittel im Supermarkt aus. Wenn du dann noch oft außer Haus essen gehst, in der Mittagspause täglich „mal eben was“ in der Kantine holst oder ständig Bio-Steak mit Saffransoße futterst, kann es auch ziemlich schnell deutlich mehr werden. Einer meiner Leser etwa hat in einem Kommentar zu meinem Bericht seine Lebensmittel-Kosten auf 250 € monatlich beziffert. Und auch aus meinem Bekanntenkreis habe ich schon ungläubige Reaktionen zu meinen Lebensmittelausgaben erhalten: „100 € im Monat für Essen? Das gebe ich in der Woche aus!!“
Heute will ich das Geheimnis lüften und euch zeigen, wie man für nur 100 € im Monat absolut fantastisch und gesund speisen kann, weit ab von Nudeln mit Ketchup und was du dir bei einem derart geringen Lebensmittel-Budget sonst so vorstellst.

Das A und O für gutes und günstiges Essen ist grundsätzlich einfach: Stelle deine Gerichte von Grund auf selbst her. Und zwar aus möglichst einfachen, unverarbeiteten Basis-Zutaten. Wenn du einfach in den Supermarkt gehst und alles, was bunt ist und dich anlächelt, in den Einkaufswagen klatschst, wird es mit der gesunden Ernährung vermutlich nichts und die 100 € werden schon mit dem halben Kassenbon gesprengt. Stattdessen brauchst du bei der Auswahl und Zubereitung deiner Speisen ein bisschen mehr Planung und ein paar Vorüberlegungen. Ich orientiere mich beispielsweise an folgenden vier Faktoren:

  1. Der Nährwert: Essen ist Treibstoff für meinen Körper. Meine Lebensmittel sollten darum gesund sein, möglichst viele wichtige Nährstoffe (Proteine, Mineralien, Vitamine) und wenig ungesunde oder industriell hergestellte Inhaltsstoffe (Zucker, viel Salz, Geschmacksverstärker, E472e) enthaten.
  2. Der Geschmack: Natürlich möchte ich gerne essen, was richtig gut schmeckt und nicht nur auf die inneren Werte der Lebensmittel achten. Bringt ja nix, wenn es gesund ist und wenig kostet, ich es mir aber mit Husten und Würgen hineinschieben muss.
  3. Der Preis Glasklar: Uns geht es ja gerade darum, wie man für wenig Geld gut und gesund essen kann. Der Preis ist also ein entscheidendes Kriterium.
  4. Die Zubereitungszeit Ich stehe durchaus gerne in der Küche und koche. Da ich ansonsten aber schon den ganzen Tag auf der Arbeit verbringe und auch noch Zeit für andere Hobbys übrig haben möchte, sollte mein Essen nicht allzu viel Zeit zur Zubereitung benötigen. Besonders praktisch sind Gerichte, die in der Menge gut skalierbar sind. Was heißt das genau? Das sind Speisen, bei denen du für fünf Portionen genauso lange in der Küche stehen musst wie für eine. Kartoffeln sind eher schlecht skalierbar: Je mehr Kartoffeln du essen willst, desto mehr musst du auch schälen. Bei Reis ist es hingegen egal, ob du eine halbe Tasse oder einen ganzen Pott kochst: Es dauert immer gleich lang. Bei gut skalierbaren Gerichten kannst du leicht eine große Menge auf Vorrat kochen und so die Zubereitungszeit pro Portion immens reduzieren.

Nach diesen vier Kriterien stelle ich jetzt meine Ernährung zusammen. Meine Speisen sollten also möglichst viel Nährwert und Geschmack pro bezahltem Euro und Stunde Zubereitungszeit bieten. Das Praktische daran: Diese Anforderungen sind absolut keine Gegensätze. Viele gesunde und leckere Lebensmittel sind nämlich spottbillig, während teuere Produkte häufig Industrienahrung sind, die fast nur Kalorien, Zucker, Fett und Salz enthalten und mit ihren bunten Verpackungen vor allem dafür konzipiert wurden, den Herstellerfirmen volle Kassen zu bescheren statt dir eine gesunde Ernährung zu bieten. Der Grundstock für meine Ernährung besteht darum nicht aus Uncle Ben’s, Curry King und Cinni Minis, sondern aus Reis, Nudeln, Haferflocken, Vollkornmehl, Eiern, Zwiebeln, Tomaten, Linsen, Bohnen, Karotten und jeder Menge anderer simpler Zutaten, die ich zu einer quasi unbegrenzten Zahl verschiedener Gerichte kombinieren kann. Diese billigen Basis-Zutaten, mit denen ich meinen täglichen Kalorienbedarf schon für ein paar Cent decken könnte, ergänze ich dann durch speziellere (aber pro enthaltene Kalorie teurere) Zutaten, die den besonderen Geschmack liefern oder für eine ausgewogene Ernährung noch fehlende Inhaltsstoffe enthalten, wie zum Beispiel Salat, Paprika, Nüsse, Olivenöl oder Champignons.
Durch dieses Prinzip, Gerichte immer auf günstigen Basis-Zutaten aufzubauen und dann durch kleinere Mengen teurerer Zutaten zu ergänzen, schaffst du es relativ leicht, köstliche Speisen herzustellen, die pro Portion zwischen etwa 50 Cent und 1,50 € kosten und damit einen täglichen Bedarf von mindestens 2000 Kalorien und allen wichtigen Nährstoffen vollständig zu decken. Wenn du drei Mahlzeiten am Tag isst und jede davon im Durchschnitt 1,10 € kostet, dann gibst du 3,30 € am Tag für’s Essen aus und damit (bei durchschnittlich 30,4 Tagen eines Monats) genau 100 € im Monat!

Soweit zur Theorie, nun soll es aber auch endlich was Handfestes auf den Tisch geben. Als Illustration, wie so ein 3,30-€-Tag aussehen kann, habe ich mich mal in die Küche gestellt und ein paar Kompositionen aus meinem Repertoire hergerichtet: Frühstück, Mittag, Abendbrot und einen gesunden Snack für Zwischendurch.

Frühstück: Bananen-Müsli mit Quark und Jogurt

Bananen-Müsli

Zutat Menge Preis pro kg Gesamtpreis
1 Banane 115 g 1,19 €/kg 0,14 €
Haferflocken (zart) 30 g 0,78 €/kg 0,03 €
5-Korn-Müsli 30 g 2,69 €/kg 0,08 €
Jogurt 150 g 0,98 €/kg 0,23 €
Quark 100 g 0,75 €/kg 0,15 €
Honig 1 EL (ca. 15 g) 4,58 €/kg 0,07 €

Bananenmüsli 2

Der perfekte Start in den Tag. Kohlenhydrate aus Vollkorn, viele Proteine, Kalzium und Kalium sowie diverse Vitamine. Das 5-Korn-Müsli mische ich mit zarten Haferflocken und den Quark mit Jogurt für die perfekte Konsistenz. Ein Schuss Honig sorgt für die richtige Süße. Hier in England nehme ich nur Jogurt, da Quark leider eine seltene (und sauteure) Spezialität ist.

Gesamtpreis: 0,70 € pro Portion
Kalorien:
ca. 600 kcal
Zubereitungszeit: 5 Minuten


Mittagessen: Chana Dal mit Vollkorn-Basmatireis

Indisches Chana Dal

Ein traditionelles indisches Gericht, bestehend aus geschälten Kichererbsen. Typisch für die indische Küche: Die Basis-Zutaten sind relativ simpel und das Gericht enthält seinen Geschmack durch die verwendeten Gewürze. Ein guter Kohlenhydratspender, der zudem viele Proteine und Ballaststoffe liefert. Die exotischeren Zutaten erhält man alle günstig in jedem Asia-Shop. Kaufe bloß niemals etwas davon im normalen Supermarkt, hier zahlst du leicht den zehnfachen Preis für Koriander, Kreuzkümmel und Co.

Zutat Menge Preis pro kg Gesamtpreis
1 Tasse Chana Dal 250 g ca. 2 €/kg 0,50 €
2 Tomaten 180 g 1,99 €/kg 0,36 €
2 große Zwiebeln (oder 4-5 kleine) 150 g 0,45 €/kg 0,07 €
2 EL Ghee (Butterschmalz) 30 g ca. 3,60 €/kg 0,11 €
1 EL Knoblauch-Ingwer-Paste 20 g ca. 4 €/kg 0,08 €
Gewürze* ca. 0,20 €
1,5 Tassen Vollkorn-Basmatireis 350 g 2,10 €/kg 0,74 €
Strom für den Herd (beim E-Herd) 1,5 kWh 0,25 €/kWh 0,38 €

Chana DalDiese Menge reicht für ca. 5 Portionen. Ich esse davon immer eine sofort, drei nehme ich mit auf die Arbeit und eine stelle ich in den Kühlschrank für irgendwann abends mal. Im Kühlschrank hält sich das Dal etwa vier Tage lang.

Gesamtkosten: 0,49 € pro Portion
Kalorien:
ca. 500 kcal
Zubereitungszeit: 1,5 Stunden (18 Minuten pro Portion)

* Kreuzkümmel-Samen, Lorbeer, grüner Kardamom, Kurkuma, Koriander, Garam Masala, Chili, Bockshornklee, Salz, eine Prise Zucker und ein Schuss Zitronensaft.


Abendbrot: Bagel mit Pesto und Tomate-Mozzarella

Bagel

Zutat Menge Preis pro kg/Stück Gesamtpreis
Vollkorn-Bagel 2 Stück ca. 0,27 € pro Stück ca. 0,54 €
1 Tomate 90 g 1,99 €/kg 0,18 €
1/2 Mozzarella  65 g  0,55 € pro Stück (125 g) 0,28 €
 1 EL Glas Pesto  ca. 25 g 1,19 € pro Glas (190 g)  0,16 €
 Rukola, Pfeffer, Basilikum  –  ca. 0,10 €

Bagel mit Tomate-Mozarella

Ein vollwertiges und äußerst schmackhaftes Abendbrot, das trotzdem nicht zu schwer im Magen liegt. Neben reichlich Kohlenhydraten (um abends die Energiereserven wieder aufzufüllen) liefert es zudem Fettsäuren, Proteine und viele wertvolle Mineralstoffe, wie zum Beispiel Kalium.

Gesamtkosten: 1,26 € pro Portion
Kalorien:
ca. 720 kcal
Zubereitungszeit: 10 Minuten


Snack für Zwischendurch: Obst, Gemüse & Nüsse

Obst, Gemüse und NüsseVor allem die Vitamin-Abteilung ist bei den drei Hauptmahlzeiten noch ein wenig kurz gekommen: Außer einer Banane und einer Tomate gab es bisher kaum frisches Obst oder Gemüse. Deshalb schiebe ich (z.B. in der Teepause auf der Arbeit) noch einen Zwischendurch-Snack ein. Der besteht aus Paprika, einem Apfel, 1-2 Karotten und einer Handvoll Mandeln oder Nüsse.

Gesamtkosten: 0,84 €
Kalorien:
ca. 270 kcal
Zubereitungszeit: 5 Minuten

Zutat Menge Preis pro kg Gesamtpeis
1 Apfel 200 g 1,49 €/kg 0,30 €
1 Paprika 150 g 1,99 €/kg 0, 30 €
1-2 Karotten  120 g  0,40 €/kg  0,05 €
Mandeln, Erdnüsse oder Haselnüsse  15 g  12,45 €/kg 0,19 €

Rechnen wir doch mal zusammen:

Mahlzeit Preis Kalorien Zubereitungszeit
Frühstück 0,70 € 600 kcal 5 Minuten
Mittagessen 0,49 € 500 kcal 18 Minuten
Abendbrot 1,26 € 720 kcal 5 Minuten
Snack 0,84 € 270 kcal 5 Minuten

Das macht insgesamt:

Ausgaben am Tag: 3,29 €
Kalorien: ca. 2090 kcal
Zubereitungszeit gesamt: 33 Minuten

Eine vollständige, gesunde und leckere Ernährung für einen ganzen Tag also, mit über 2000 kcal Energie, genügend Obst und Gemüse sowie allen wichtigen Nähr- und Mineralstoffen. Und das Ganze hat mich gerade mal 3,29 € und eine halbe Stunde Zubereitungszeit gekostet. Wenn du dich nun Tag für Tag auf ähnliche Art und Weise ernährst, dann kommst du im Monat (der durchschnittlich 30,4 Tage hat) auf folgende Rechnung:

Ausgaben pro Monat: 3,29 € × 30,4 Tage = 100,02 €

Für 100 € im Monat bist du also stets mit den feinsten Speisen versorgt, bei denen selbst der Kaiser vom Schlaraffenland höchstpersönlich neidisch zu sabbern anfangen würde. Kennst du auch leckere Rezepte, die gesund, günstig, und schnell zubereitet sind? Rechne doch mal nach und stelle dir einen eigenen Essensplan zusammen.

Noch eine kleine Anmerkung: Wie dir sicher aufgefallen ist, ist meine Ernährung erstaunlich fleischlos. Ich würde mich nicht als Vegetarier bezeichnen, aber ich esse tatsächlich fast kein Fleisch. Ab und zu haue ich mir mal eine Scheibe Wurst aufs Brot oder gönne mir einen Döner, meine selbst gekochten Mahlzeiten sind aber ausschließlich vegetarisch. Warum? Wenn ich mal essen gehe oder bei anderen Leuten eingeladen bin, gibt es häufiger Fleisch, und das ist schon genau die Menge an Fleisch, die mir persönlich absolut ausreichend ist. Zum einen ist ein hoher Fleischkonsum ohnehin nicht die gesündeste Form der Ernährung, zum anderen stehe ich dem oft unwürdigen Umgang mit Tieren in der Massentierhaltung und der mit der Fleischproduktion einhergehenden Umweltproblematik kritisch gegenüber. Und da es ohnehin schon eine unglaubliche Zahl sehr leckerer vegetarischer Gerichte und Lebensmittel gibt, in denen man Fleisch absolut nicht vermisst (die indische Küche ist dafür ein gutes Beispiel), sehe ich keinen Grund, mir zusätzlich Fleisch zu kaufen.

34 Gedanken zu “Für 100 € im Monat speisen wie der Kaiser vom Schlaraffenland

  1. Sehr gute Aufstellung.
    Das werde ich auch mal machen. Dein Frühstück kommt mir sehr bekannt vor. Ich lasse aber den Honig weg, da das Obst mir süß genug ist. Ich mische Vollfettjoghurt mit ein paar Nüssen, einen kleinen Löffel Sonnenblumenkernen, Haferflocken und Obst. Das Ost ist entweder frisch oder eine Tiefkühlmischung, leider ist die fast immer noch mit Fructose gesüßt.

  2. Mach mal Nudeln mit selbstgemachter Tomatensoße. Lecker und kommt wohl auch nicht auf mehr als einen Euro pro Portion.

    Allerdings muss ich sagen, ich esse viel Fleisch und kaufe mir Mittags eine Brotzeit, da liege ich im Schnitt bei 3 €. Ich schätze meine Lebensmittelkosten auf grob auf 250 € bis 300 € im Monat. Aber am Essen will ich nicht sparen, was aber nicht heißt, ich würde sinnlos Geld rauswerfen.

  3. Super Beitrag. Der gefällt mir richtig gut!

    Ich würde mich freuen, wenn noch weitere Beiträge zur Alltagsoptimierung in Bezug auf Zeit, Qualität und Geld von Dir kommen.

  4. Mal wieder überraschend, wie genügsam du bist. Ich muss gestehen, dass ich nicht mal weiß, wie viel wir jeden Monat für Essen ausgeben. Wir kochen einfach das, worauf wir Lust haben. Geschätzt sind es bei mir eher 200€ pro Monat.

    • Jenny, ich bin ein wenig entrüstet. Führst du etwa gar kein Haushaltsbuch? 🙂
      Und genügsam würde ich mich eigentlich nicht nennen. Bei mir kommen doch nur feinste Köstlichkeiten auf den Tisch 😉

      • Ich führe tatsächlich kein Haushaltsbuch. 😉 Wobei ich meine Ausgaben auch so relativ gut kenne. Ich bin zudem keine strikte Selbstkocherin. Ich esse auf der Arbeit z.B. in der Mensa, wofür ich 60€ im Monat ausgebe. Klar, könnte ich selbst kochen oder mir einfach ein paar zusätzliche Brote mitnehmen, aber so ist es aktuell entspannter.

  5. Unsere Lebensmittelkosten betragen immer etwas unter 300€ für zwei Personen. Bestelltes Essen (2-4x im Monat) und Restaurant (ca. 1x pro Monat) nicht mitgerechnet.
    Wir kaufen aber auch sehr viel im Angebot und auf Vorrat.

    • Auf Vorrat und im Angebot kaufe ich auch. Aber das wäre nochmal ein Thema für einen eigenen Artikel. 🙂
      2014 habe ich mal über siebzig Packungen Vollkorn-Nudeln im Angebot gekauft. Das hat 50 € im Vergleich zum günstigsten regulären Verkaufspreis gespart.
      Hier in England fehlt mir aber derzeit die Lagerkapazität für solche Aktionen und ich bin auch mit der Angebots- und Preisstruktur noch nicht so ganz vertraut.

  6. Hallo Oliver,
    toller Beitrag! Sag, hast du deine Rezepte und Zusammenstellung deiner Ernährung aus speziellen Koch- bzw. Ernährungsbüchern? Hier suche ich schon seit langem nach etwas passendem, habe aber leider noch nichts finden können. Vielleicht hast du ja noch einen Tipp?
    Danke und viele Grüße,
    Mario

    • Hallo Mario,
      Die meisten meiner Rezepte habe ich mehr oder weniger selbst zusammengebastelt oder von Freunden abgeschaut. Das Chana Dal habe ich beispielsweise von einer indischen Mitstudentin gezeigt bekommen.
      Ein sehr gutes Kochbuch kenne ich aber trotzdem: Das Good and Cheap Cookbock von Leanne Brown. http://www.leannebrown.com/ Ist auf englisch und die Lebensmittelpreise eher auf den amerikanischen Markt bezogen, aber trotzdem sehr nützlich, finde ich.

      • Besten Dank, Oliver, für die Antwort! Dann werde ich mal in Brown’s Kochbuch reinschauen. Kleiner Tipp: das Buch gibt es auf der genannten Homepage kostenfrei als PDF-Datei! Einfach mal vorbei schauen.
        Viele Grüße,
        Mario

  7. Ich komme im Schnitt auf 210 € pro Monat fürs Essen. Wenn man alleine ist, wird’s teurer. Zu zweit hat man dann schon Synergie-Effekte. Man kocht dann auch häufiger, wenn man für zwei kocht. Und dann bleibt auch eher etwas übrig für den Folgetag, um es mit zur Arbeit zu nehmen. So stelle ich es mir vor. Ich selber esse abends aus Bequemlichkeit nur eine Käsebemme.

    • Das habe ich bei mir eigentlich nicht feststellen können. Auch als ich alleine gewohnt habe, habe ich immer große Mengen gekocht und dann mehrere Tage davon gegessen oder Teile eingefroren. Ich denke das „Alleine ist es teurer“-Argument bezieht sich meistens eher darauf, dass man kleinere Packungsgrößen kaufen muss, die dann pro enthaltene Menge teurer sind. Das trifft manchmal tatsächlich zu (z.B. bei Milch oder Eiern), nicht-verderbliche Lebensmittel kann man aber auch alleine in großen Packungen kaufen und verderbliche Lebensmittel sind häufig sowieso Kiloware (Obst und Gemüse etwa). Daher fällt dieser Effekt eher wenig ins Gewicht.
      Übrigens essen Joana und ich meistens recht unterschiedliche Dinge, so dass meine Lebensmittelkäufe eher denen eines Single-Haushaltes ähneln dürften. Eine Mahlzeit am Tag (Abendbrot) essen wir meistens zusammen, Frühstück und Mittag (auf der Arbeit) mache ich mir immer eigenes. Dadurch haben sich meine Lebensmittelkäufe seit wir zusammen wohnen nur wenig verändert.

  8. Zuerst mal, einer der feinsten blogs der deutschen Finanzbloggerszene! Grosses Lob also! Am meisten schätze ich die „praktischen Tips und Tricks“, so wie hier nun der Beitrag mit den 4 wichtigen Kriterien bei der Lebensmittelzubereitung.

    Ich verfahre ganz ähnlich, morgens gibt es Haferbrei mit Früchten, das hält lange vor und ich brauche nicht um 10Uhr schon wieder einen snack,
    mein Mittagessen nehm ich auf die Arbeit mit, 2x die Woche bereite ich das zu (Dampfdruckkochtopf) und fülle es in Schraubgläser, Mix aus Reis / Linsen mit 3erlei Gemüse, meine Kollegen schauen schon mal neidisch, aber am Tollsten, nicht erst zur Kantine traben und anstehen und wieder zurück, ab in die Mikrowelle, hinsetzen …. geniessen.
    Abends dann Verschiedenes, mal Sardinen bisschen aufgepeppt mit Salat, mal Gemüseschnitz mit Käsestreifen, oder Birne mit Käse, ist nicht so schwer, zwischendurch mal ein Apfel oder eine Banane, wichtig, ich hasse das gezuckerte Zeugs, lieber Alles schön naturbelassen.
    Auch für unterwegs nehm ich mir lieber meinen eigenen Snack mit, ein Kaffee liegt schon noch drin, aber ich mag nicht die überrissenen Preise für Schrott-frass zahlen.

    Den Preis für mein Essen so wie Du hab ich noch nie berechnet, aber ich habe im Schnitt 160 CHF für eine Person, natürlich kein Bio, im Sommer kaufe ich das Obst direkt vom Bauern, eine zeitlang hatte ich auch mal eine Gemüsekiste, aber die war auf Dauer zu teuer.

    Freue mich auf weitere gelungene Artikel,
    Grüsse aus der Schweiz
    Annabella

    • Hallo Annabella,
      deine Beschreibung klingt tatsächlich ganz ähnlich wie meine „Essens-Strategie“. 160 CHF ist bei den Schweizer Preisen bestimmt weit unter den Durchschnittsausgaben, nehme ich an?
      Ansonsten danke und herzlich willkommen im Blog! 🙂

  9. hallo Oliver,
    ich denke schon dass die 160CHF unterdurchnittlich sind, ein Mittagessen in der Kantine kostet ja bereits zwischen 10-11CHF.
    Wegen Kilopreisen, gestern kaufte ich Orangen im Aldi, kgPreis 1.99CHF, nebendran lagen Blattclementinen, kgPreis 2.99CHF, also der Geschmack ist doch praktisch identisch, da nahm ich lieber die Orangen. Äpfel gibt es ja lose zum Kaufen, etwas versteckt bietet Aldi immer mal so einen grösseren Sack an, gute Ware, keine angedatschten Früchte oder mindere Qualität, da greif ich immer gerne zu, Obst, Gemüse, Fleisch und Käse sind sonst in der CH recht teuer.

  10. Hallo Oliver,

    ich habe nochmals über deine Art zu speisen nachgedacht und finde das ganz toll und prima, dass du das so gut hinbekommst. Ich stelle mir z.B. auch das vorgestellte Gericht sehr lecker vor, da ich sehr gerne indisch mag.

    Aber für mich wähle ich lieber eine andere Strategie. Ich lasse mich oft in unserem Betriebsrestaurant bekochen. Das essen schmeckt mir da sehr gut und ist oft auf Restaurantniveau. Für 3,50 Euro für ein Gericht mit Fisch z.B. stelle ich mich nicht so lange in die Küche. Ich finde auch 18 min. Zubereitungszeit pro Portion nicht wenig ehrlich gesagt.

    Ich habe teilweise das einfache und schnelle Zubereiten perfektioniert und komme auf wesentlich weniger Zeit pro Portion, allerdings ist dann halt oft Pasta oder Couscous dabei, was ich inzwischen nicht mehr so oft esse. Aber ich denke, das ginge z.B. mit Reis auch.

  11. Hallo Lieber Frugalisten-Olli,

    Dein Blog ist wirklich Klasse und ich freue mich immer über jeden neuen Post von Dir.
    Besonders gefallen mir die Life-hack-Artikel wie dieser, in denen Du Tipps gibst, wie man sich mit einfachen Mitteln die tollsten Genüsse verschafft und dabei auch noch mächtig spart. Die Tagesverpflegung, die Du da vorstellst lässt einem wahrlich das Wasser im Munde zusammenlaufen und stellt zudem , nach allem was wir wissen, eine ausgewogene und ausgesprochen gesunde Ernährung dar.

    Ich möchte hier nochmal einen Frugalistenhinweis geben, der mir in den vergangenen Jahren nicht nur tausende(!) von Euros gespart hat sondern auch die Diversität auf dem Teller sowie die kulinarische Gesamtperformance deutlich erhöht hat *zwinker*.

    Tatsächlich gibt es nämlich heimisches und exotisches Gemüse in Feinkostladenqualität, die reifsten und saftigsten Früchte, Gewürze und Grundnahrungsmittel für Dich praktisch überall in Deutschland umsonst. „Das klingt zu schön um wahr zu sein“, wird sich der ein oder andere denken, „wo gibt es denn sowas?“. Die Antwort lautet: in jeder Supermarktmülltonne.
    Ich spreche vom sogenannten „Containern“, bei dem man ich schamlos an allen Nahrungsmitteln bedient, die andere wegwerfen. Gerade Gemüse und Obst gelten dem Einzelhandel (und dem Kunden) paradoxerweise kurz vor erreichen des idealen Reifegrades als unverkäuflich und werden entsorgt. Eine gigantische Verschwendung, die jedem frugalistischen Feinschmecker die Gelegenheit gibt, sich zum Nulltarif mit kostbaren Rohstoffen einzudecken. Allerdings gilt es die Beute zu verarbeiten. Hierfür ist meist ein bisschen mehr Zeit nötig, als wenn man die Ware kauft. Teilweise muss man schlechte Stücke aussortieren oder kleinere Stellen aus der Frucht herausschneiden. Wenn man mit dem „Lebensmittelretten“ beginnt, braucht es auch ein wenig Zeit, sich die ergiebigsten Quellen zu erschließen. Aber man lernt schnell welche Supermärkte, Bäcker etc. einen Besuch nach Ladenschluss lohnen. Wenn man erstmal über die lokalen Gegebenheiten informiert ist, kostet einen das Containershoppen nicht mehr Zeit als ein herkömmlicher Gang zum Supermarkt. Man kann sich zwar leider nie sicher sein, ob man gerade das bekommt, was man sucht aber dafür wird man immer wieder mit Deliziositäten belohnt, die man nicht auf dem Schirm hatte. Es gibt immer Überraschungen, ob Shiitakepilze, Okra, Maniok, Brotfrucht, Wasserkastanien oder Kochbananen. Und man findet stets mehr als man alleine essen kann, also bietet es sich an nach einem erfolgreichen Beutezug Freunde und Bekannte zum essen einzuladen.

    Das ganze hat freilich den Nachteil, dass es strenggenommen illegal ist. Es gibt ganz vereinzelt sogar Fälle von Anzeigen gegen das Containern. Ich persönlich habe in mehreren Jahren noch nie Schwierigkeiten gehabt. Im Namen der Vernunft, der Nachhaltigkeit und nach reichlich moralischer Erwägung kann ich diese Art von „krimineller Energie“ und „Mundraub“ nur gutheißen und wärmstens weiterempfehlen.

    Mit ein Bisschen Zeiteinsatz und Unvoreingenommenheit kann man tatsächlich auch für 0 € im Monat schlemmen wie der Kaiser vom Schlaraffenland! Kein Witz

    Liebe Grüße
    der Stockpicker

    • Hallo Stockpicker,
      das Containern ist mir irgendwie zu krass. Ich habe aber das Glück, dass mein Partner bei einem Lebensmittelladen arbeitet und ab und an abgeschriebene Lebensmittel oder auch mal ein Waschmittel mit kaputter Verpackung fast für lau bekommen kann.
      Schöne Grüße

  12. Hallo Finanzmixerin,

    Ich kann gut verstehen, dass das Containern in seiner Reinform, sprich mit Mülltonnendurchwühlen für viele nicht in frage kommt. Ich selbst mache das auch nicht, finde es jedoch in keiner Weise ehrenrührig, eher im Gegenteil. Man findet jedoch erstaunlich leicht solche Gelegenheiten wie du sie beschreibst. Ich habe gleich mehrere Quellen von denen ich aussortierte Lebensmittel bekomme noch bevor sie in die Tonne wandern. Das macht die Sache natürlich nochmals wesentlich bequemer.

    Eine weitere tolle Möglichkeit für umme an absolute Köstlichkeiten zu gelangen ist in die Pilze zu gehen. Wer sich etwas auskennt findet haufenweise verschiedenste Speisepilze, die es nur schwer zu kaufen gibt und wenn dann nur zu Mondpreisen. Man sollte allerdings wirklich nur mitnehmen was man sicher kennt, es ist jedoch keine Raketenwissenschaft nötig um anzufangen.

    Gruß
    Der stockpicker

    • Hallo stockpicker, hallo Finanzmixerin,

      toll dass hier immer wieder noch richtig gute Tipps und Erfahrungen zusammen kommen! 🙂 Man sieht: Es gibt so viele Möglichkeiten in unserer Welt eigentlich, viel günstiger und dabei auch noch besser zu leben wie der Durchschnitts-Verbraucher.
      Ich war früher tatsächlich auch einige Male Containern und es ist absolut erstaunlich, was alles so weggeworfen wird. Einmal gab es eine Flasche Baileys Schokoladen-Likör, mehrere Flaschen Gewürzöle, Gläser mit Nudelsoße und Marmeladen – alles ladenfrisch, versiegelt und noch Monate vom Mindesthaltbarkeitsdatum entfernt. Man fragt sich…
      Irgendwo habe ich auch mal gehört, dass in Deutschland auf jedes verkaufte Brot ein weggeworfenes Brot kommt. Es ist erschreckend, dass Lebensmittel in unserer Welt scheinbar so billig sind, dass wir uns solche Ineffizienten leisten können.

    • Hallo stockpicker,

      eine Sache würde mich noch interessieren: Wie kommt man an solche Quellen heran? Hast du einfach mal im Supermarkt nachgefragt?
      Ich weiß, dass viele Supermärkte solche Anfragen grundsätzlich ablehnen, weil sie keinen Ärger haben wollen oder bereits an die Tafel spenden.

    • Hallo Stockpicker,

      ich finde es auch immer wieder schlimm, wie viele noch genießbare Lebensmittel einfach so in der Tonne landen! Ich hatte auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, es mit dem Containern zu versuchen. Daraufhin hatte ich mir die Kaufhallen der Umgebung angesehen und feststellen müssen, dass Mülltonnen meist mit Kette und Schloss versehen sind oder in einem eingezäunten und abgeschlossenem Gelände/Hinterhof stehen. Nun bin ich nicht so der Typ dafür, vermummt im Dunkeln über Zäune zu klettern…

  13. Hallo,

    Der Abschnitt mit dem Fleisch hast du wunderbar erlaeutert. Meines Erachtens sollte man aber bei Lebensmittel nicht sparen, da es ethisch nicht korrekt waere. Ich selber kaufe meine Lebensmittel fast auschließlich in einem unverpackt Laden ein, die nur regional, meistens Bio oder bessere, vertrauenswuerdigere Zertifikate wie Demeter haben und alles unverpackt anbieten. Dadurch schafft mein Geld Mehrwert und Nachhaltigkeit fuer die Gesellschaft und den Planeten.
    Ich lebe minimalistisch, aber aber wenn ich Geld ausgebe muss es ethisch korrekt sein, bspw bin ich bei einer sozialen Bank (GLS Bank, gibt aber noch andere). Dort bekomme ich leicht weniger Rendite, kann mir aber sicher sein , dass mein Geld nicht in die Oelindustrie oder Waffenindustrie investiert wird oder gar in Kinderarbeit.

    • Hallo Matthias,

      toll, dass es das bei dir gibt: Einen unverpackt-Laden. Das würde ich mir hier auch wünschen. Ich finde gerade bei Obst und Gemüse die vielen Verpackungen Drumherum sehr ärgerlich und unsäglich. Manchmal boykottiere ich aus dem Grund viele dieser Lebensmittel und gehe kurzerhand ins türkische Geschäft, weil die viel weniger Verpackungen verwenden.

      Du machst das sehr vorbildlich! Das finde ich klasse.

      • Hey,

        Die „Unverpackt Laeden “ gibt es bisher in ueber 30 deutschen Staedten. Das sind meist alles kleine Familienbetriebe. Den ersten gab es in Berlin, „Original Unverpackt“, finanziert durch Crowd funding. Im Sued-Westen Deutschlands kenne ich die meisten , mittlerweile findet man sie sogar auch in Staedten mit unter 100000 Einwohnern.

        Liebe gruese

    • Hi Matthias,

      wow, das ist echt sehr löblich von dir! 🙂 Ich habe da wohl noch einigen Nachholbedarf was das ethisch korrekte Handeln angeht.
      In einem Unverpackt-Laden würde ich auch gerne einkaufen gehen, ich finde es super dass es mittlerweile immer mehr und mehr davon in Deutschland gibt (sogar in meiner alten Heimatstadt Braunschweig hat vor kurzem einer aufgemacht). Ich hoffe wirklich das Modell kann sich dauerhaft halten und vielleicht sogar irgendwann durchsetzen. Hier in England ist man von der „Unverpackt“-Philosophie leider noch meilenweit entfernt. In den Supermärkten ist nochmal alles viel mehr verpackt als in Deutschland – und keinen scheint es zu stören. Ein krasses Beispiel hatte ich neulich mal auf Facebook gepostet:

      https://www.facebook.com/frugalisten/photos/a.1656311347974345.1073741828.1642541126018034/1817380281867450

      Von der GLS-Bank hatte ich neulich mal in einer Doku etwas gesehen. Fand das schon sehr interessant was die machen.
      Wie lange bist du denn schon da? Hast du bisher gute Erfahrungen gemacht?

      Hier der Link zu besagter Doku, um die GLS geht es etwa ab 00:35:00. (Insgesamt fand ich die Doku inhaltlich eher mäßig):
      http://www.ardmediathek.de/tv/betrifft-/Die-Zinsfalle-Was-mache-ich-mit-meinem/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=1100786&documentId=34295422

      Übrigens: Der Artikel hier ist auch schon etwas älter. Mittlerweile bin ich schon seit knapp einem Jahr voller Vegetarier. 😉

  14. Hey Oliver,

    soweit ich weiß kam sogar die Idee des Unverpackten Einkaufens aus England und zwar etliche Jahre bevor der erste In Berlin eroeffnet hat. In England konnte sich das leider nicht durchsetzen aber ein paar Studenten haben das aufgegriffen und dann einen in Berlin aufgemacht.
    Das ist echt erschreckend mit der Melone…In Vietnam ist das aber noch viel alarmierender. Ich habe dort Jahre gelebt und habe mal hochgerechnet, dass man dort pro Haushalt fuer Lebensmittel jeden Tag 10 Plastik Tueten im Schnitt verschleißt, was dann alles bequem an den Roller hingehaengt wird. (Noch nicht einberechnet, dass wie im Beispiel der Melone oft noch alles doppelt und dreifach verpackt ist ).

    Das Land hat nun leicht die Steuern auf Plastiktueten erhoeht , gebracht hat es nichts, da die Haendler es nun aus Thailand beziehen. Bei 15 Millionen Haushalten und einer Recycling rate von 5% werden die Probleme selbst einem Touristen sofort auffaellig.
    Meistens wird es also direkt an der Straße vor der Haustuer verbrannt, was auch ein Grund fuer die Hohe Krebsrate dort ist (einer der hoechsten der Welt und das obwohl noch viele gar nicht diagnostiziert werden).

    Was ich mal in einem vietnamesischen Supermarkt gesehen habe und nie vergessen werde war, dass die Coca Cola Dosen mit einer gaengigen Zahnpasta Marke angebunden haben und das als Duo im Angebot verkauft haben. Ein ganzer Korb voll davon !, skurriler ging es nicht mehr .

    Ich bin mehr oder weniger auch Vegetarier , aber manchmal kommen Situationen vor wo ich Fleisch esse :
    -besondere gesellschaftliche Ereignisse wo vielleicht jemand verletzend reagieren wuerde wenn ich das abneige.
    -Situationen wo ich weiß , wenn ich das nun nicht essen werde wird es weggeschmissen
    -oder aus eigener Ueberzeugung wenn ich weiß dass das Fleisch regional ist und gewisse Standarts in der Haltung ( Futter,Auslauf, Tiere pro Flaeche etc …Demeter finde ich hier super) erfuellt. Aber das sehr selten.
    Bist du zu 100% jetzt Vegetarier? Wie schaut es mit vegan aus, ist indisch nicht auch ueberwiegend vegan?

    Beim Einkaufen halte mich nach einem selber zusammengestellten Punkte-Schema:

    Ich Habe das jetzt zum ersten mal lustigerweise ausformuliert, aber das Ergebnis deckt sich genau mit meinem unterbewussten Kaufkriterium.

    Oberpunkte:
    3. Vegan 2.5 Vegetarisch oder 0. Fleisch/Fisch

    Unterpunkte:
    2. Regional (saisonal)
    2. Verpackungsfrei
    2. Ethisch korrekte Tierhaltung und/oder Landnutzung . Kann jeder selber entscheiden wie streng oder was einem wichtig sind. Bspw werden ja die maennlichen Kueken geschreddert oder vergast
    http://www.n-tv.de/wissen/Wie-maennliche-Kueken-getoetet-werden-article17727191.html
    http://www.zeit.de/2013/35/milchkuehe-medikament-doping
    Wichtig ist auch korrekte Bodennutzung (weniger Monokultur,( fast) keine kuenstliche Duenger und Pestizide etc.

    Dabei muss ich mindestens immer 6 Punkte haben.

    Das heißt falls es mal Fleisch gibt , muessen alle Unterpunkte erfuellt sein, selbst bei vegan muessen immer noch 2 der 3 Unterpunkte erfuellt werden.

    Ich versuche mich zurzeit ohne raffinierten Zucker zu ernaehren, also faellt processed food sowieso meist weg. Aber das ist verdammt schwer und habe erst gestern gesuendigt 🙂

    Bei der GlS Bank bin ich noch nicht so lange. Ich bin erst Ende letzten Jahres von der Hippie-Vereinsbank gewechselt als ich davon gehoert habe. Soweit aber sehr positiv, Kontowechsel war sehr unumstaendlich (wird es aber ueberall sein 🙂 . Telefonische Beratung und Erreichbarkeit ist sehr zufriedenstellend. Ich bin dort auch fuer einen gewissen Betrag Mitglied und mir werden kleinere Rendite ausbezahlt. Das muss man aber nicht machen.

    Falls ich negative Erfahrunngen machen sollte mit der GLS poste ich das hier mal.

    • Hi Matthias,

      krasse Beobachtungen die du da in Vietnam angestellt hast! 10 Plastiktüten pro Tag und Haushalt ist echt der Wahnsinn. Aber das ist wohl leider auch nur die Spitze des Eisbergs, was die Plastiknutzung angeht. Die Menschen sind halt grundsätzlich bequem, wenn es ihnen erlaubt ist. Ganz egal ob in Europa, Asien oder anderswo. Da kann man noch so lange an die Vernunft appellieren.

      Meiner Meinung nach gehört Plastik als Material für kurzlebige Verpackungen schlicht und ergreifend verboten (mit einigen kontrollierten Ausnahmen wie z.B. in der Medizin).
      Recycling ist bei Kunststoffen leider auch nicht so leicht. Oft genug ist es mehr ein „Downcycling“ (also die Umwandlung in weniger hochwertigen Kunststoff). Und ob mit Recycling oder ohne – so oder so landen die Partikel und Abbauprodukte des Plastiks in unserem Ökosystem – mit schwer kontrollierbaren Folgen. Weltweit werden mittlerweile jedes Jahr rund 300 Millionen Tonnen (!) Plastik produziert, von denen ein großer Teil nur kurz genutzt und dann weggeworfen wird.
      Ich denke, in ein paar Generationen werden wir uns noch darüber ärgern, dass wir Produktion, Konsum und Entsorgung von Plastik heute nicht deutlich stärker reglementiert haben.

      Hier in England konnte man bis 2015 Plastiktüten im Supermarkt gratis mitnehmen – das wurde natürlich eifrig genutzt und kaum einer hat sich eine Einkaufstasche von zuhause mitgebracht oder die Plastiktüten mehrmals verwendet. Nach dem Einkauf wurden die einfach weggeworfen.
      Mittlerweile kosten die Tüten per Gesetz 5p (rund 6 Cent). Offensichtlich hat das bereits zu einer Reduktion des Verbrauchs geführt, allerdings sehe ich jedes Mal im Supermarkt noch immer zahlreiche Menschen, die die Plastiktüten kaufen. 5p scheint für viele nicht genug zu sein, um ihnen ihre Bequemlichkeit abzugewöhnen.

      Ja, ich bin mittlerweile 100 % Vegetarier. Habe schon rund ein Jahr kein Fleisch mehr gegessen und vermisse es auch nicht.
      Du schreibst:

      „aber manchmal kommen Situationen vor wo ich Fleisch esse :
      -besondere gesellschaftliche Ereignisse wo vielleicht jemand verletzend reagieren wuerde wenn ich das abneige.“

      Dass das passiert, kann ich mir ehrlich gesagt fast nicht vorstellen (außer wenn man vielleicht irgendwo im Ausland zu Gast ist).
      Mir ist es auch noch nie passiert. Hierzulande ist der Vegetarismus mittlerweile doch zu mindest so weit verbreitet und bekannt, dass es niemand persönlich nimmt, wenn man Fleischspeisen etwa aus ethischen Gründen ablehnt. Da würde ich die nötige Toleranz schon erwarten.

      Natürlich ist es einfacher, wenn man in so einer Situation dann einfach Fleisch ist, weil man keine Extrawurst braucht.
      Wobei man als Vegetarier da eigentlich selten Probleme bekommt. Meistens ist das Fleisch ja nur mehr oder weniger „Beilage“, die man einfach weglassen kann. Oder in Restaurants, etc. gibt es sowieso fast immer vegetarische Alternativen. Als Veganer ist es wohl schon deutlich schwieriger. Zumal viele Nicht-Veganer gar nicht wissen, was eigentlich vegan ist, und was nicht, und in vielen Speisen auch Tierprodukte „versteckt“ sind.
      Ich könnte mir auch vorstellen, mich langfristig vegan zu ernähren – aber dann würde ich mich der Einfachheit halber außer Haus oder zu Gast bei anderen wohl mit vegetarischer Kost zufrieden geben.

      Indisches Essen kann man tatsächlich leicht vegan kochen (und das tue ich auch). In vielen vegetarischen Gerichten ist sowieso nur der traditionelle Ghee (Butterschmalz) nicht vegan, den kann man einfach durch Raps- oder Sonnenblumenöl ersetzen.

      Dein Ernährungs-System hört sich echt interessant an. Ich finde es gut, dass du dir solche Gedanken machst und bei deiner Ernährung auch so stark auf die ökologische und ethische Komponente achtest. Hut ab! 🙂

  15. Danke für die ziemlich gelungene Aufstellung. Besonders hat mir die Aufrechnung der Kalorien gefallen. Das macht auch Sinn.

    Schön, daß es für vegetarisches Essen soviele Zutaten gibt, die preisgünstig und gesund sind. Für Fleisch- und Fischesser, also erheblich zur Verteuerung beitragende Lebensmittel, sind die genannten Beispiele wohl daher eher nicht zu gebrauchen. Die „Basisernährung“ die hier vorgestellt wird, müßte also für Fleischesser ergänzt werden, weshalb ich glaube, daß das hiesige Rechenexempel dann kaum noch Bestand haben könnte.

    Außerdem vermisse ich bei bisher ausnahmslos allen von mir gelesenen Listen dieser Art, die ich im Internet besucht habe und die das Lebensmittelpreisniveau der letzen zwei Jahre berücksichtigt, Angaben zur Größe, zum Gewicht, Alter und Geschlecht des Probanden oder Autors/der Autorin. Ich als knapp 60jähriger, 182 cm großer etwa 90 Kilo schwerer Mann benötige mehr täglichen Brennstoff als eine 60jährige, 160 cm leichtgewichtige Frau von etwa 50 Kg, das dürfte wohl einleuchten. Für einen Mann, der körperlich schwerer arbeiten muß als eine Büroangestellte ist der Bedarf an Durschnittskalorien nochmals ereblich abweichender.

    Bei einem Selbstversuch, bei dem ich über die Dauer von drei Monaten einen Einkaufs- und Speiseplan dokumentiert habe, bei dem meine Hauptprämissen darauf ausgerichtet waren mich so 1. preisgünstig, 2. ausgewogen und 3. gesund wie möglich zu ernähren, konnte eine dieser drei Faktoren jeweils nicht erfüllt werden. Wenn von mir kategorisch nur auf den Preis geachtet wurde, ging dies entweder zu Lasten der Ausgewogenheit oder dem Gesundheitsfaktor. Fisch z.B. ist ein wichtiger D und B12 Vitaminliferant und deshalb eigentlich für jeden Speisezettel unverzichtbar. Da sich Fisch jedoch in den letzten Jahren sehr verteuert hat, gefrorener Fisch aus der Spermarkt Gefriertruhe zudem als mit zusätzlichem Wasser aufgespritze Mogelpackung herausstellt, insbesondere dann, wenn die angebotenen Packungen im Billigpreissegment zu finden sind, bleibt eigentlich nur der der Gang zu Frischfischhändler. Das wird dann natürlich nicht merh bezahlbar, wenn man im einem 100 Euro Rahmen agieren muß. Bei so gut wie allen Preisvorteilsangeboten bestehen ähnlich gelagerte Probleme.

    Und hier liegt auch der Hase im Pfeffer: Mit einem Budget von 100 Euro im Monat bleibt eigentlich nur der Einkauf von großen Mengen zu günstigen Preisen und Sonderangeboten mit manchmal fragwürdigen Qualitätsmerkmalen. Große Mengen bedeuten aber zwangsläufig auch den Abschied von Ausgewogenheit.

    Da ich sinnlose und der Gesundheit abträgliche Snack wie Kartoffelchips oder stark überzuckerte Süßigkeiten in der eigenen Testphase vermieden und durch frisches Obst ersetzt habe, was bei täglichem Genuß auch ziemlich in’s Geld geht, war nicht nur das Budget ständig in Gefahr gesprengt zu werden, sondern sich wiederholende Speisen an der Tagesordnung. Eine Woche Spaghetti Bolognese am Stück zugunsten von Apfel, Kiwi & Co ist keine optimale Ernährung.

    Mein Fazit nach den drei Monaten. Es ist unter Berücksichtigung der drei von mir gewählten Faktoren für einen Mann meiner Statur und Alters nicht möglich die 100 Euro Budgetgrenze einzuhalten, wenn man auf Fleisch oder Fisch nicht verzichten will.

    Interessantes zum Thema und für die Recherche gut geeignet sind Angaben zu den Seiseplänen der Justitzvollzugsanstanten. Irgendwo habe ich mal gelesen, daß ein Häftling in Brandenburg mit durchschnittlich 3,30 pro Tag für seine Verköstigung aukommen muß. Dieser Wert wurde als nicht repäsentativ bezeichnet. Woanders mag man den Speiseplan mit 2,80 Eoro pro Tag und Häftling beziffert haben, was Dank starker Einbußen bei der Qualität oder geschickterem Einkauf geschuldet ist. Außerdem ist es nicht einfach, an aktuelle Zahlen zu kommen. Wenn man jedoch bedenkt, daß eine Justizvollzugsanstalt im Sinne der Ruhe und des Friedens unter den Insassen auf gutes Essen nicht verzichten kann, aber ganz ander Kalkulationsgrundlagen für den Einkauf hat, dann ist dieser Maßstab für einen normalen Endverbraucher im Supermarktt leider kaum zu kopieren. Sieher unteres Beispiel (ohne Preisangaben):

    http://www.jva-aachen.nrw.de/aufgaben/berufsgruppen/avd/kueche/plan/

    Obwohl ich hier nicht auf die politische Diskussionen der letzten Jahre zur Thematik eingehen will, so sei doch angemerkt, daß die SPD geführte Sozialpolitik unter Gerhard Schröder und dessen Agenda 2000 für Harz4 Empfänger ernährungstechnisch eine herber Schlag in die Magengrube war und ist. Ganz abgesehen davon, daß Herr Schröder der Meinung war, daß Harz4 Empfängern durchaus der Verzicht auf’s Bierchen zuzumuten sei (ein Schlückchen Alkohol hin und wieder soll ja der Gesundheit zuträglich seit und die Verdauung fördern!), während man in Berlin auf Steuerzahlerkosten Schampagner schlürft und sich dazu Austern reichen läßt, so sei an dieser Stelle auch angemerkt, daß die „zweiten Mieten“ wie Nebenkosten und Strom (z.B wegen der Ökostromzulage) seit Jahren nicht in voller Höhe und Umfang von den Jobcentern kompensiert werden und dies direkt zur Belastung der Ernährungsumstände von Betroffenen, insbes. von Kindern im Wachtumsalter in Armenhaushalten geht, weshalb ich die Diskussion auf Seiten wie diesen im speziellen und dem Internet im allgemeinen gerne auch unter dieser Prämisse weitergeführt sehen möchte.

    In diesem Sinne

    Guten Appetit!

  16. Hallo Oliver,

    da ich auch schon ewig „Haushaltsbuch“ führe, kann ich bestätigen, dass Frau mit 100€ im Monat auskommen kann. Auch ich verzichte auf Fleisch, nicht jedoch auf Fisch. Statt Kantinenessen gibt es die gute alte Stulle, Nüsse für zwischendurch und am Abend wird hin und wieder eine Kleinigkeit gekocht oder Obstsalat mit Yoghurt gegessen. Ich bin da recht genügsam, esse aber leider auch noch zu viele Süßigkeiten.

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