Geburtstag im Luxus-Hotel

Was wünscht sich ein Frugalist zum Geburtstag?

Der Winter steht vor der Tür. Draußen wird es kälter und regnerischer. Ich habe Fellmütze und Handschuhe wieder aus dem Kleiderschrank hervorgeholt und mittlerweile ist es schon dunkel, wenn ich abends von der Arbeit nach Hause fahre. Langsam aber sicher bricht die kalte Jahreszeit an, in der man das Tageslicht nur noch in der Mittagspause und am Wochenende wirklich zu Gesicht bekommt.
Zum Glück bringt der Herbst auch immer ein paar nette Ereignisse mit sich. So haben Joana und ich vor kurzem beide unseren Geburtstag gefeiert. Und wie es in unseren Gefilden ja so Tradition ist, überreicht man sich zu diesem Anlass üblicherweise ein Geburtstagsgeschenk.

In vielen Familien hat sich mittlerweile die Praxis eingebürgert, dass man das Geburtstagskind einfach fragt, was es sich zum Geburtstag konkret wünscht. Auf diese Weise, so die Überlegung, bekommt der Beschenkte nur etwas das er auch gebrauchen kann. So vermeidet man, dass sich am Ende alle gegenseitig mit unerwünschten oder nicht benötigten Gegenständen überhäufen. Jedenfalls stand auch ich in diesem Jahr wieder vor der Frage:

Was wünsche ich mir zum Geburtstag?

Ich überlegte: Was könnte ich gebrauchen? Habe ich einen heißersehnten Wunsch? Was wünschen sich denn andere Leute so zum Geburtstag? Vielleicht neue Schuhe oder eine neue Hose? Ein iPad oder eine Digitalkamera? Vielleicht neue Möbel, Bettwäsche oder ein Kochtopf-Set? Einen Gutschein von Douglas oder IKEA?

Aber selbst nach reiflicher Überlegung wollte mir partout nichts einfallen. Klamotten, Schuhe und Bettwäsche habe ich bereits. Mein gebrauchtes Handy und mein alter Laptop tun tadellos ihren Dienst. Möbel und Kochtöpfe sind in meiner Wohnung schon vorhanden und bei Douglas oder IKEA kaufe ich sowieso nie ein.
Klar, meine Gegenstände nutzen sich natürlich auch ab oder gehen hin und wieder sogar kaputt. Aber meistens repariere ich meine Sachen einfach oder benutze sie auch dann noch weiter, wenn sie schon ein paar Kratzer oder Dellen haben. Dass ich wirklich mal etwas komplett neu brauche, kommt darum weit seltener vor als dass ich Geburtstag habe. Und wenn doch einmal etwas irreparabel kaputt geht? Dann besorge ich mir in aller Regel gleich Ersatz und warte nicht erst auf meinen Geburtstag oder auf Weihnachten.

Ich musste also feststellen, dass ich wunschlos glücklich bin. Alles, was ich brauche, habe ich bereits. Alles, was ich nicht habe, brauche ich auch nicht.
Wenn ich ehrlich bin: Alles andere wäre für einen gut verdienenden Menschen in unserer modernen Überflussgesellschaft doch auch verwunderlich. Kann man heutzutage nicht davon ausgehen, dass ein normaler deutscher Haushalt bereits alles besitzt, was für ein komfortables Leben notwendig ist? Ich kenne eigentlich keine deutsche Familie, bei denen der maximale Krempel-Sättigungsgrad nicht schon erreicht oder sogar schon weit überschritten ist.

Ehrlich gesagt bin ich sogar ganz froh darüber, wenn mir die Flut von Konsumgütern erspart bleibt, die über viele Menschen an ihrem Geburtstag hereinbricht (und dann noch einmal an Weihnachten). Gegenstände und Besitztümer, die mir keinen zusätzlichen Nutzen und keine Zufriedenheit bringen, sind nämlich nur eine Last – und verfehlen damit den Sinn eines Geburtstagsgeschenks.

Ich habe Joana also einen Vorschlag gemacht. Wie wäre es, wenn wir uns einfach mal keinen Krempel schenken, sondern stattdessen ein außergewöhnliches Wochenende verbringen? So außergewöhnlich, wie wir es den Rest des Jahres sonst nicht machen würden.

Wir haben es also richtig krachen lassen: Wir sind in ein Vier-Sterne-Hotel gefahren und haben dort zwei Nächte lang Luxus der dekadentesten Art genossen. Im Aufenthalt inklusive war ein reichhaltiges Frühstücksbuffet sowie ein fürstliches Abendessen im Hotelrestaurant samt einer Flasche Wein. Das Hotel verfügte außerdem über ein eigenes kleines Schwimmbad mit Whirlpool und Sauna, das man als Gast des Hotels kostenfrei benutzen konnte. Wir konnten also so richtig schön ausspannen und genießen. Ich glaube, ich habe das ganze Jahr über nicht so viel gegessen wie an diesen beiden Tagen. Am letzten Morgen sind wir dann direkt vom Frühstücksbuffet aus zur Arbeit gefahren.

Das ganze Paket (zwei Personen, zwei Nächte, 2x Frühstück, 1x Abendessen, eine Flasche Wein) hatte ich auf der englischen Website GreatLittleBreaks gefunden, Ähnliche Websites gibt es aber auch in Deutschland, auf denen man solche Short Breaks buchen kann. Gesucht hatte ich nach einem Spa-Hotel in der Nähe unserer Arbeit und das Paket war deutlich günstiger als wenn wir zwei Nächte mit Verpflegung einzeln gebucht hätten. Gekostet hat der ganze Spaß 174 Pfund, umgerechnet rund 200 €.

Soviel Saus und Braus, ist das nicht total unfrugalistisch?

Ja, das ist es eigentlich schon. Für das gleiche Geld hätten wir ganze zwei Wochen lang unsere Warmmiete bezahlen können. Aber auch wenn es angesichts meines sparsamen Lebensstils nicht so aussieht: Eigentlich bin ich ein großer Fan von ausschweifender Dekadenz. Luxuriöse Hotels, Wellness-Wochenenden, ein feines Abendessen im Restaurant oder ein gutes Whisky, zu solchen exquisiten Genüssen sage ich ungerne nein. Aber: Ich gönne mir so einen Luxus nur ganz manchmal – und zwar nicht aus Geiz, oder weil ich es mir nicht öfter leisten könnte, sondern ganz bewusst.

Es klingt vielleicht komisch, aber ich würde lieber in einem Wohnmobil auf dem Campingplatz leben und ein paar Mal im Jahr ein Wochenende im Hilton verbringen, als mir für das gleiche Geld eine Mittelklasse-Stadtwohnung zu mieten.
Der Grund dafür ist die hedonistische Adaption: Wir Menschen sind so programmiert, dass wir uns schnell an unseren aktuellen Lebensstandard gewöhnen. Selbst den größten Luxus empfinden wir schnell als gar nichts Besonderes mehr, wenn er uns jeden Tag zur Verfügung steht. Würde ich das ganze Jahr über in einem Vier-Sterne-Hotel verbringen, wäre ich auf Dauer nicht zufriedener als jemand, der in einem Wohnwagen auf dem Campingplatz wohnt. Im Gegenteil: Ich hätte mich vermutlich schnell an Sauna, Klimaanlage und den Zimmerservice gewöhnt, so dass mir ein „Downgrade“ aufs Camping dann sogar unkomfortabel und lästig vorkäme.

Genauso schnell würde ich mich auch an den Komfort der schicken Stadtwohnung gewöhnen. Wenn meine langfristige Zufriedenheit also von der schicken Wohnung nicht profitiert, dann könnte ich auch gleich in einem Wohnwagen wohnen und das Geld für das Hilton-Luxus-Wochenende sparen, das dann wieder etwas Besonderes ist und richtig Spaß macht.

Viele machen den Fehler, sich einmalig genossenen Luxus zum Alltag machen zu wollen. Wenn etwas im Urlaub toll war, warum sollte ich dieses Erlebnis nicht zu mir nach Hause holen? Den eigenen Swimmingpool im Keller zu haben, den Sportwagen zu besitzen, den ich mal ein Wochenende Probe gefahren bin oder jedes Wochenende in einem schicken Restaurant Essen zu gehen. Aber genau das ist ein logischer Fehlschluss. In dem Moment, wo ich mir den Spaß nach Hause hole, geht die Magie des Besonderen verloren. Dafür habe ich dann die permanente Kostenexposition dieser Anschaffungen an der Backe und muss bis zur Rente in meinem Job knüppeln gehen, um mir all diese kostspieligen Exquisitäten zu finanzieren.

Lifestyle-Upgrades wie ein größeres Haus oder ein sportlicheres Auto sind darum eigentlich immer rausgeworfenes Geld. Der permanente „Dauer-Luxus“ macht uns nicht zufriedener mit unserem Leben, dafür aber ziemlich arm. Wenn ich sparen und finanziell unabhängig werden will, kommt es nicht darauf an, was ich an ein oder zwei Wochenenden im Jahr ausgebe. Es kommt darauf an, wie viel Geld mein ganz normaler, alltäglicher Lebensstandard kostet. Ein ganz kleines bisschen Dekadenz schadet der Sparquote am Ende des Tages kaum.

Luxus sollte man darum immer sehr sparsam dosiert genießen. Am besten, man lebt im Alltag so klein und einfach wie nur möglich. 360 Tage im Jahr führe ich also mein bescheidenes, aber zufriedenes Frugalisten-Leben. Ab und an lasse ich es dann mal richtig krachen. Dafür muss ich dann noch nicht einmal ins Hilton fahren. Da ich ansonsten an ein einfaches Leben gewöhnt bin, fühle ich mich schon in einem ordentlichen Vier-Sterne-Hotel wie der römische Kaiser.

Was wünscht ihr euch so zum Geburtstag? Fühlt ihr euch auch schon wunschlos glücklich, was Kochtopf-Sets, iPads und Douglas-Gutscheine angeht?
Und wie haltet ihr es mit Luxus-Hotels, Sterne-Restaurants und gutem Whisky? Ich freue mich auf eure Kommentare!

30 thoughts on “Was wünscht sich ein Frugalist zum Geburtstag?

  1. Du hast es sehr gut zusammengefasst: „Gegenstände und Besitztümer, die mir keinen zusätzlichen Nutzen und keine Zufriedenheit bringen, sind nämlich nur eine Last – und verfehlen damit den Sinn eines Geburtstagsgeschenks“.
    Statt mit Geld was zu kaufen, viel sinnvoller ist es Zeit zu nehmen, zu überlegen was man für Geburtstagskind MACHEN kann: ein außergewöhnliches Abendessen kochen, einen (vielleicht kostenlosen) Ausflug recherchieren und verreisen, etwas umzusetzen was den anderen wirklich glücklich macht. Etwas was man vielleicht gar nicht erwarten würde. Oder, wie in unserem Fall einfach ZEIT schenken. Mit 2 Kinder ist Zeit für sich alleine unglaublich wertvoll…
    Super Beitrag!

    • Hi Mr W,
      jetzt komme ich mir mit meinem Luxus-Wochenende ja schon fast Waschlappen-mäßig vor. 😉
      Aber du hast total recht! Zeit ist das wesentliche und am Ende des Tages immer das beste Geschenk, das man machen kann. Auch bei unserem Ausflug ging es letztendlich darum, einen Rahmen zu schaffen, um einfach eine entspannte Zeit zusammen zu verbringen. Im Whirlpool zu liegen oder beim Essen zu sitzen, fernab des Alltagstrotts – und mal gemütlich über dies und das quatschen zu können. Kostenlose oder sehr günstige Ausflüge haben wir auch schon einige gemacht. Am Ende des Tages ist es eigentlich total egal, was genau man macht, wo man hinfährt oder wie viel es kostet, solange man sich Zeit füreinander nehmen kann und mal ein bisschen raus kommt.
      Die ganze Idee hinter finanzieller Unabhängigkeit ist ja auch, für solche Anlässe mehr Zeit zur Verfügung zu haben, als wenn man 40 Jahre lang 9-to-5 arbeiten geht.

  2. Ich kann Deiner Ansicht nur zustimmen.
    Seit etwa 1,5 Jahren bin ich jetzt in meinem dualen Studium und verdiene knapp 1.100€ im Monat. Vorher als Schüler hatte ich immer nur 40€ Taschengeld im Monat zur Verfügung (musste dafür keine Versicherung, keine Miete und sonstiges bezahlen) und bin eigentlich ganz gut ausgekommen.
    Bei der Erhöhung meiner Einnahmen um über 1.000€ habe ich in den ersten Monaten einen großen Teil meines Einkommens ausgegeben und kann im Nachhinein gar nicht genau sagen, wofür das Geld eigentlich drauf gegangen ist. Trotzdem ist das eigene Glück nicht viel größer.
    So habe ich festgestellt, dass ich mein ganzes Einkommen eigentlich gar nicht brauche und ich durch ein höheres Einkommen auch nicht glücklicher werde.
    Schließlich haben wir in unserer westlichen Welt im materialistischen Bereich mehr Sachen als wir wirklich benötigen und kaufen uns häufig noch immer mehr, weil wir gluben dadurch glücklicher zu werden.
    Ich habe einen funktionierenden Laptop, ein gutes Handy, genug Kleidung, genug Möbel und kann mir alles sofort neu kaufen, wenn irgendetwas kaputtgeht.

    Deswegen haben wir es bei uns in der Familie letztes Jahr zu Weihnachten so gemacht, dass wir uns gegenseitig keine Sachen schenken und stattdessen gemeinsam einen tollen Urlaub machen. Das ist auch viel mehr wert als irgendein Buch oder eine andere Sache, die man sich häufig noch nicht mal selbst gekauft hätte.

    Schöne Grüße
    Dominik

    • Hi Dominik,

      ich finde auch: die meisten Dinge kann sich heutzutage eigentlich jeder selber kaufen, der irgendwie Geld verdient. Manchmal habe ich sogar den Eindruck, dass einige ihre Anschaffungen schon extra auf den Geburtstag oder Weihnachten vertagen, um irgendetwas zu haben, das sie sich von den Verwandten wünschen können. Es ist irgendwie nur noch eine Tradition. Vor hundert Jahren waren materielle Geburtstagsgeschenke noch cool – eine neue Krawatte, ein Spielzeug oder ein paar Socken waren wertvolle Güter, für die Oma sprichwörtlich auch lange stricken musste ;). Und es gab generell viel weniger Dinge. Aber in der heutigen Konsum-Welt finde ich dieses Modell überholt. Jeder hat schon alles (und noch viel mehr). Eure Abmachung in der Familie gemeinsam Urlaub zu machen, finde ich da echt klasse. Daumen hoch!

  3. 1) Wir haben ganz gute Erfahrungen mit Kurz-mal-weg.de gemacht. Außerhalb der Saison sind die Angebote besonders interessant. Leere Zimmer mögen auch 4-5 Sterne Hotels nicht. Oft haben wir ein kostenloses Upgrade vor Ort erhalten. Anstatt ein Zimmer, gab es dann zum selben Preis ein Appartement über zwei Etagen. Oder wir „mussten“ ein paar Meter weiter zu einem 5-Sterne Hotel, weil das gebuchte 4 Sterne geschlossen war. Auch ein kostenpflichtiger Spa-Bereich, war nach höflichem Fragen inklusive. Eine negative Erfahrung haben wir dagegen nie erlebt.

    2) Das Thema Geschenke erleben wir wohl alle ähnlich. Persönlich mag ich kleine, kreative Geschenke. Und versuche selbige für andere zu finden. Zum Glück gelingt mir das auch meistens und mein Umfeld erweist sich ebenfalls als recht ausgeschlafen. Im Grunde sind das dann eher kleine Anerkennungen und Aufmerksamkeiten. Der Preis spielt eine untergeordnete Rolle. Die Idee zählt, finde ich.

    Ich hab mal meine Ex-Freundin, die Ihren Geburtstag an einem Samstag in einer Alternativen-Disko feiern wollte, ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Ich habe heute Geburtstag und den geilsten Stecher wo gibt, doch alles was der Arsch mir geschenkt hat, ist dieses scheiß T-Shirt!“ geschenkt. Sie fand es lustig, hat es angezogen und an dem Abend nichts bezahlt, weil sie ständig von fremden Leuten darauf angesprochen und anschließend auf ein Getränk eingeladen wurde. Ich musste mich sogar bei manchen dafür erklären, warum ich „nur“ das T-Shirt verschenkt habe… für so eine Aktion muss man sich natürlich gut kennen und den gleichen Humor besitzen. Aber eine (gute) Idee, muss nicht zwingend teuer sein. Und umgekehrt: nur weil etwas teuer ist, ist es nicht immer eine gute Idee.

    3) Bewusster Luxus ist etwas wunderbares und dafür muss man sich auch nicht schämen oder sich ein schlechtes Gewissen einreden (weil man ja ansonsten so schön sparen kann). Für den Weg zur Arbeit reicht mir ein Smart. Wenn wir dann doch mal ein Familienauto brauchen, mieten wir uns eins. Das ist 3-4 mal im Jahr, für weitere Strecken, um Verwandte zu besuchen. Dabei sehe ich es nicht ein, mich mit vier Leuten in einen Golf zu quetschen, sondern miete mir den Wagen, auf den ich an dem Wochenende Lust habe. Das macht dann auch Spaß, ich würde aber meinen alten Smart nie im Leben für so einen Wochenend-Spaß eintauschen und im Alltag benutzen.

    • Hi lubo,

      1) danke für den Tip! Ich kenne mich mittlerweile auf den einschlägigen englischen Portalen aus, in Deutschland weiß ich aber gar nicht, auf welchen Seiten es gute Angebote gibt. Werde ich mir für die Zukunft mal merken. Deine Erfahrungen scheinen ja wirklich ganz gut zu sein 🙂

      2) Kleine Kreativ-Geschenkideen finde ich auch gut. Selbst gebackene Kekse, eine Tüte Nüsse aus dem eigenen Garten oder ein selbst geschriebenes Gedicht – darüber würde ich mich auch freuen. Vorletztes Jahr zu Weihnachten habe ich im Familien- und Freundeskreis mal Kostproben meiner selbstgemachten Seife verschenkt, das kam auch gut an.

      Deine T-Shirt-Geschichte ist wirklich lustig!!:) Ich habe solche T-Shirts auch schon mal irgendwo gesehen, aber das es jemand damit wirklich durchzieht habe ich bisher noch nicht gehört. Like! 😀

  4. Hi Olli,

    viele Grüße aus Madeira. Wir wohnen auch gerade im 4 Sterne Hotel und nachdem der Upgrade für Superior rooms irgendwie ziemlich günstig war, haben wir ein super Zimmer mit Meerblick. Richtig schön!!! Wir geniessen jeden Tag und ich kann Dir nur zustimmen, ich brauche nicht viele fixe Kosten – aber mal im Urlaub ein bisschen Luxus geniessen, ist super.
    Tschüß Monika

  5. (Habt ihr 174 Pfund pro Person oder insgesamt gezahlt?) Klingt nach einem entspanntem Kurzurlaub. Ich habe auch schon ein paar Mal überlegt, ob ich mir nicht mal eine professionelle Massage schenken sollte.

    Bei Geburtstagsgeschenken tue ich mich auch schwer. Meistens lasse ich mir nützliche Dinge schenken (Yay, ich habe nun wieder ein Rührgerät) oder eben einen Gutschein. Oder einfach nichts. Wirklichen Luxus habe ich mir noch nicht gegönnt. Bin kein Alkoholfan und meistens brauche ich einfach nur ein Bett im Urlaub. Mir ist meistens das Transportmittel wichtiger und bezahle dann auch mal mehr: Ich fahre nicht gerne Bus (mir wird schnell schlecht), sondern lese lieber gemütlich im Zug.

    • Hi Jenny,
      die 174 Pfund waren für uns beide zusammen.
      Du bist ja wirklich nicht sehr anspruchsvoll. Vielleicht ist eine Massage tatsächlich eine ganz gute Idee 🙂
      Ich bin generell auch mit jedem Standard zufrieden. Ich würde auch auf dem Boden schlafen und trockenes Brot essen und wäre glücklich.
      Aber trotzdem macht mir ein kleines bisschen Dekadenz Spaß und bleibt dann auch immer ein erinnerungswürdiges Erlebnis. 🙂

  6. hallo Oliver,
    dann man herzlichen Glückwunsch, wenn auch nachträglich, zum Geburtstag 🙂
    hat man ja nur einmal im Jahr und demzufolge finde ich so einen kleinen Ausflug in die Luxuswelt völlig o.k, das muss sich auch ein hardcore Frugalist gönnen dürfen.
    Ich bin nicht sonderlich scharf auf Geschenke, meist gefallen sie mir dann eh nicht wirklich, Dekokrempel hass ich wie die Pest, Blumen…na ja…, auf was ich aber ganz scharf bin sind kleinere Gefälligkeiten, damit macht man mir die allergrösste Freude, ich habe ja kein Auto, wenn ich dann Jemand anrufen kann der mal eben schnell mit Katz und mir zum Tierarzt fährt, dann ist das für mich einfach ein erwiesener Liebesdienst der mehr wert ist als ein „Geschenk“, oder die Kollegin die so gut bäckt, bringt mir eine Leckerei mit von der sie weiss wie gerne ich das mag.
    Was ich gar nicht mag sind die Art von Geschenken wo man sich verpflichtet fühlt was zurückzuschenken und wo das Ganze sich dann womöglich zu immer teureren und ausgefalleneren Ausgaben hochschaukelt, das ist einfach nur doof.
    Im Freundeskreis regeln wir das immer so, das Geburtstagskind lädt zum Frühstücksbrunch ein und wir sammeln für einen Gutschein, dazu ein Blümchen und Jeder bringt noch eine klitzekleine Kleinigkeit persönlich mit, das Geschenk ist nie wichtig, aber es herrscht immer gute Laune und kein Aussenstehender würde das Geschnatter von ungefähr 7 Weibern aushalten *lach*.

    @Jennifer,
    ich würde mir das mal gönnen, ich liebe diese Thai-Massagen, aber klar, das mach ich nur wenn ich mal völlig verspannt bin und das ist eben dann eine Ausnahme, regelmässig mach ich das nicht.

    • Vielen Dank für deine Glückwünsche! 🙂
      Ich kann dich sehr gut verstehen – mit Dekosachen kann ich auch rein gar nichts anfangen. Wenn man dann auch noch so viel umzieht wie wir zur Zeit (und dazu noch in anderen Ländern unterwegs ist), verbietet sich jegliche Art von nutzlosen Gegenständen schon von vorneherein. Und ich habe solchen Kram bisher noch nicht vermisst. 😀
      Als ebenfalls Auto-Abstinenzler kann ich auch deine Freude über gelegentliche Fahrdienste gut nachvollziehen. Solche kleinen Gefälligkeiten sind viel mehr wert als irgendein Sinnlos-Geschenk.
      Frühstücksbrunch zum Geburtstag hört sich auch richtig gut an, so startet der Geburtstag gleich richtig gut 🙂

  7. Hallo Oliver,
    Schöner Artikel – er sollte uns insbesondere jetzt in der beginnenden Vorweihnachtszeit die Augen öffnen, keine sinnlosen Geschenke zu kaufen!
    Super fand ich auch den Begriff „hedonistische Adaption“. Dieses von Dir beschriebene Phänomen ist dem Weg zur finanziellen Freiheit sehr schädlich. In der Tat gewöhnt man sich schrittweise an einen gesteigerten Lebensstandard. Genau deshalb empfehle ich auch, etwaige Gehaltssteigerungen quasi automatisch umzurouten, um nicht eine parallel Steigerung des Lebesstandards zu erwirken – siehe folgender Artikel: https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/06/30/automatisiertes-sparen/
    Viele Grüße,
    FF

  8. Hallo Oliver,

    ich bin dem Frugalismus in Reinkultur nicht wirklich zugewandt. Stimme Dir aber zu, dass es wichtig ist sich bei all der Konsumwerbung drumherum, sich immer klar zu machen, was einen wirklich glücklich macht.

    Bzgl. Geschenke wird das in unserer Familie / Verwandtschaft schon seit mehreren Jahren so gelebt, dass wir uns nichts schenken.

    Umso mehr genieß ich es die aufgeschreckten Hühner in den Einkaufsstrasse zu beobachten. Wie Sie sich alle gegenseitig sich Ihr Leben zur Hölle machen und am Ende alle im Kreise der Familie entnervt sitzen, um sich Plunder gegenseitig zu zuschieben.

    Nach dem Motto – keiner hat wirklich Bock auf diesen Stress, aber „man muss halt“.

    • „Umso mehr genieß ich es die aufgeschreckten Hühner in den Einkaufsstrasse zu beobachten. Wie Sie sich alle gegenseitig sich Ihr Leben zur Hölle machen und am Ende alle im Kreise der Familie entnervt sitzen, um sich Plunder gegenseitig zu zuschieben.“

      Sehr schön beschrieben! Besonders jetzt zur Weihnachtszeit ist das wieder zu beobachten, wenn sich tausende Menschen gleichzeitig gestresst und entnervt in den Einkaufszentren drängen, um irgendwelchen Krempel zu besorgen. Wieviel Prozent der Weihnachtsgeschenke liegen wohl spätestens Mitte Januar nutzlos in der Ecke?

  9. Wenn ich nichts zum Geburtstag brauche, lasse ich meine Familie Geld an einen von mir ausgesuchten Zweck spenden. Nur noch als kleine Anregung. 😉

  10. Hedonische Adaption ist ja keine Einbahnstraße. Ich gewöhne mich nach gewisser Zeit an Luxus und pendele mich wieder auf mein persönliches Glücksniveau ein; ein plötzlich einfacherer Lebensstil hat auch – wenn überhaupt – nur kurzfristige Auswirkungen auf mein Glücksempfinden, dass dann wieder seinen persönlichen „Set Point“ erreicht. Dieser Set Point ist wohl von Mensch zu Mensch unterschiedlich und teilweise genetisch bedingt. Mehr zu haben, macht nicht glücklicher, weniger zu haben aber auch nicht – wenn materielle Grundbedürfnisse und das Streben nach Sicherheit erst einmal befriedigt sind.

    Da ich auch alles, was ich besitzen möchte, schon doppelt und dreifach habe, wünsche ich mir dieses Jahr zu Weihnachten auch spezifische Lebens- und Genussmittel, die ich mir im normalen Alltag nicht gönnen würde. Über die freue ich mich wirklich, und vor allem sind sie irgendwann verbraucht und nehmen keinen Platz mehr weg. Und auch die wünsche ich mir eigentlich nur, weil das Nicht-Schenken und beschenkt werden in meiner Familie keine Option ist.

    Meine Nichten werde ich notgedrungen wieder mit allerlei pinkem Plastik-Müll aus dem Spielwarenladen vollballern. Die Hälfte davon wird wegen der totalen Reizüberflutung an Heiligabend gar nicht beachtet werden. Aber vor ein paar Jahren hat ihre Mutter mich explizit darum gebeten, ihnen bitte keine Experimentierkästen und Bastel-Sets mehr zu schenken, also halte ich mich daran. Ein schönes Weihnachtsfest wird es trotzdem werden!

    • Hi Chucho,

      volle Zustimmung! Was du ansprichst habe ich in einem früheren Artikel mal als „Lifestyle-Deflation“ bezeichnet. Im Gegensatz zur „Lifestyle-Inflation“, bei der man sich ohne langfristigen Zufriedenheitsgewinn an einen immer kostspieligeren Lebensstil gewöhnt, kann man es eben auch umgekehrt machen: Man reduziert, vereinfacht, schafft Komfort wieder ab. Und gewöhnt sich so eben auch an einfacheres Leben und lebt genau so glücklich und zufrieden wie vorher. Weil wir eben schon alles haben, was wir brauchen, macht eine zusätzliche Steigerung des Lebensstils eigentlich keinen Sinn mehr. Hier ist der Artikel: http://frugalisten.de/hasta-la-vista-hamsterrad-tritt-der-lifestyle-inflation-in-den-hintern/

      Mit den Genussmitteln als Geschenke sehe ich es ganz genauso wie du: Ich freue mich auch über Luxusgüter, die ich mir normalerweise selbst nicht leisten würde. Der gute Whisky wäre da ein Beispiel ;). Zumal man den ja im Regelfall gemeinsam mit anderen genießt und das Geschenk dann gleich einen netten Abend mit Freunden bereichern kann. Auch die Tatsache, dass solche Geschenke Verbrauchsgüter sind, finde ich gut. Dann häuft sich mit der Zeit eben nicht mehr und mehr Krempel an, den man irgendwann wieder loswerden muss.

      Schade, dass du für deine Nichten nicht eine andere Lösung vereinbaren konntest. Ich bin auch absolut kein Freund von Plastik und Spielzeug-Flut und kann deine Enttäuschung verstehen. Gibt es nicht noch andere Alternativen? Zum Beispiel ein Sparkonto oder Depot für die Nichten einzurichten, mit der sie später zum Beispiel Führerschein, Studium etc. bezahlen könnten. Dort könnte man dann zum Geburtstag oder zu Weihnachten etwas einzahlen und dann zusätzlich noch eine Kleinigkeit schenken, damit die Kinder sich auch im Hier und Jetzt über etwas freuen können.

  11. Hallo Oliver,

    habe auch schon lange überlegt, meinen Nichten irgendein Sparprodukt zu schenken. Da die Zwillinge erst 9 Jahre alt sind, muss es schon ein relativ konkretes Sparziel sein, das innerhalb eines überschaubaren Zeitraums eine Belohnung verspricht. Und das Ganze sollte haptisch und nicht abstrakt sein. Deshalb habe ich mir überlegt, z. B. beiden jeweils ein Sparschwein, das mit 50 Euro gefüllt ist, zu schenken. Sie können das Geld teilweise oder ganz ausgeben, aber auch weiter sparen. Nach einem Jahr verdoppele ich die Summe, die sich jeweils im Sparschwein befindet.

    Das kann mich theoretisch eine ganze Stange Geld kosten, aber irgendwie bezweifle ich das. Vielleicht lass ich sie auch in einer Tabelle über Entnahmen und Einzahlungen Buch führen?

    Ein kleines Geschenk fürs Hier und Jetzt würde ich auf jeden Fall trotzdem machen. Nach meiner Erfahrung steht das Interesse an einem Spielzeug auch nicht unbedingt in einem Zusammenhang mit dessen Preis. Flummis oder glitschiger „Slime“-artiger Spielschleim, der so schön im Teppich klebt, haben den beiden an Heiligabend schon viel Freude bereitet (und den Rest der Familie genervt), bei Preisen weit unter fünf Euro …

    • Hi Chucho,
      ein Sparschwein finde ich eine gute Idee, das könnte man ausprobieren. Wenn es nicht funktioniert, kann man sich ja im folgenden Jahr immer noch etwas anderes ausdenken. Für Kinder ist es auf jeden Fall gut, etwas Haptisches in der Hand zu haben, da hast du Recht. Ich hatte mit 9 ein Sparbuch, in dem ich meine Einzahlungen und Auszahlungen (und die Zinsen ;)) immer einsehen konnte. Und schick sah das Buch außerdem auch noch aus. Gespart habe ich damit dann zum Beispiel auf eine Lego-Eisenbahn.

      Ein Geschenk fürs Hier und Jetzt muss wirklich nicht aufwändig sein. Das hat mich gerade an folgendes Video erinnert. Dort fragt ein Vater seine beiden Kinder, was sie sich zu Weihnachten wünschen. Beide wünschen sich irgend so ein Action-Spielzeug. Dann hat der Vater eine Überraschung: Beide bekommen schon je ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. In der Annahme, es handele sich um das gewünschte Spielzeug, packen die Kids das Geschenk aus: Das Mädchen bekommt jedoch nur eine gewöhnliche Zwiebel, der Junge eine Banane. Aber beide freuen sich total über ihre Geschenke und der ursprüngliche Wunsch ist schnell vergessen. Einfach nur zuckersüß die beiden 😀

      http://www.dailymail.co.uk/video/femail/video-1144571/I-got-banana-Kids-delighted-dads-terrible-Xmas-presents.html

  12. Sehr schöner Artikel,
    beruflich viel in der Kundenbetreuung lebe ich nur in den 4 und 5 Sterne Hotels und kann Dir sagen, ich habs wirklich satt, von daher kann ich Dich gut verstehen. Auf meiner Vertriebstour suche ich mir ganz bewußt verschlafene Nester aus und frühstücke morgens mit den Inhabern. Das ist besser als Zeitungslesen.
    Geschenke machen wir uns auch nicht mehr, wenn es etwas benötigt wird, wird es gekauft. Viel schöner ist es da, wenn mich meine Frau auf meinen Businesstripps begleitet.
    Dies Jahr haben wir uns allerdings einen Traumurlaub gegönnt. Wir sind mit Rucksäcken bei uns aus der Haustür und 210 km zu meinem Eltenhaus gelaufen , in 10 Tagen, nur auf Feld-, Wald- und Wiesenwege. Einer der besten Urlaube mit, die wir je hatten. Weniger, ist da oft mehr. Um dies öfter erleben zu können, fehlt uns heutzutage aber eben erwähnte Zeit. Vielleicht streben wir aber grade deshalb den beruflichen Ausstieg so bald an.

    Liebe Grüße
    Plutusandme

    • Hi Plutusandme,

      haha, das kann ich mir gut vorstellen! Dein Verhältnis zu Hotels ist wohl ein gutes Beispiel dafür, dass man sich auch an 4 oder 5 Sterne nach einiger Zeit gewöhnt und es dann nichts besonderes mehr ist. Ich habe das Vergnügen zum Glück noch nicht so häufig gehabt und komme mir noch jedes Mal noch anständig fürstlich vor. 😉

      Eure Rucksack-Tour finde ich den Hammer! Ich habe Joana gleich mal gefragt, ob wir sowas auch mal machen wollen. Wieso muss man zum Backpacken auch gleich nach Thailand fliegen, wenn man es genauso gut vor der Haustür machen kann? Wo habt ihr denn während der Tour übernachtet? Im Freien oder in Herbergen/Hotels?
      Finde ich auf jeden Fall richtig cool, für sowas möchte ich auch finanziell frei sein! 🙂

  13. Hi Oliver,
    bei mir steht in diesem Geburtstag mal wieder mein Geburtstag an und daher stehe ich mal wieder vor der von Dir geschilderten Herausforderung 😉 … in diesem Jahr ist es jedoch recht einfach – ich brauche tatsächlich etwas und zwar einen neuen Fahrradsattel, den lass ich mir dann doch glatt mal von meiner lieben Frau schenken.

    Da meine Frau in diesem Jahr einen „Runden Geburtstag“ feiert, möchte sie es mit der Familie und den Freunden mal wieder (frugalistisch) krachen lassen. Sonst handhaben wir es aber auch so wie Du bzw. etliche Kommentatoren es bereits geschrieben haben. Meist gehts zum Geburtstag des Partners auf einen Kurzurlaub übers verlängerte Wochenende.

    Gruß
    Anton

Schreibe einen Kommentar