Am Strand Finanzielle Freiheit auf Probe

Goodbye England! …und die finanzielle Freiheit auf Probe

Erinnert ihr euch noch? Im vergangenen Herbst ist Joana in die Karibik aufgebrochen, um dort für ein halbes Jahr auf dem Segelschiff Mercedes zu arbeiten. Während der letzten sechs Monate hat sie dort Taue gezogen, das Schiff instand gehalten, den Ausflugspassagieren das Schiff erklärt und Snacks und Getränke serviert. Weil Joana ja eigentlich Grafikdesignerin ist, hat sie für ihre Reederei sogar ein kurzes Video über das Schiff produziert. Aber seht selbst:

Wer übrigens glaubt, dass ich in allen Lebensbereichen der unangefochtene Chef-Frugalist sei, den muss ich eines Besseren belehren. Während ihres Abenteuers hat Joana nur aus einer Reisetasche gelebt und sich mit ihrer holländischen Kollegin eine drei Quadratmeter kleine Kajüte geteilt. Ihr Fazit, als sie wieder da war: Ich habe überhaupt nichts vermisst. Mehr braucht man eigentlich gar nicht.
Dagegen habe ich in meinem gemütlichen WG-Zimmer fast schon verschwenderisch luxuriös gewohnt.

Auf jeden Fall ist das halbe Jahr mittlerweile um und Joana ist von ihrem Segel-Abenteuer wieder zurückgekehrt. Als allererstes hat sie mich für drei Wochen hier in England besucht. Und ich kann euch beruhigen: Wir haben uns noch wiedererkannt, auch wenn wir uns ein halbes Jahr nicht gesehen haben. 😉

Als die Wettervorhersage für einige Tage Sonnenschein angekündigt hat, sind wir spontan für einige Tage mit dem Zelt ans Meer gefahren. Es war herrlich: Unser Campingplatz lag direkt am Strand, wir waren baden, haben Lagerfeuer am Strand gemacht und uns einfach mal ein bisschen faul in die Sonne gelegt.

Der Kurzurlaub war noch nicht einmal besonders teuer:

  • Vier Übernachtungen auf dem Campingplatz für rund 40 € pro Person
  • Hin- und Rückfahrt mit dem Zug an die 300 km entfernte Ostküste für etwa 60 € pro Person
  • Zweimal sind wir außer Haus Burger essen gegangen, ansonsten haben wir uns im nahe gelegenen Supermarkt selbst versorgt. Macht 40 € pro Person für Essen und Trinken.

Mittlerweile ist Joana wieder in Deutschland und sucht dort nach einem neuen Job in ihrem eigentlichen Beruf als Grafikdesignerin. Und auch ich habe diese Woche meinen Job hier in England gekündigt.
Das bedeutet: Wir verlassen England und kehren wieder nach Deutschland zurück!
Und nein, es liegt nicht am Brexit. Der England-Aufenthalt sollte schon immer nur ein kleines Abenteuer für ein oder zwei Jahre werden. Auf Dauer wollen wir einfach lieber in unserer Heimat und näher bei unseren Familien leben.

Wohin es uns in Deutschland verschlagen wird, das ist allerdings noch vollkommen offen. Es hängt davon ab, wo Joana einen Job finden wird. Vielleicht Köln, Düsseldorf oder Hamburg? Oder ganz woanders? Wir werden es sehen.

Und was ist mit mir? Suche ich auch schon einen neuen Job in Deutschland?
Nein, erstmal noch nicht. Das hat vor allem den Grund, dass Joana zuerst eine neue Arbeit finden soll. Dass ich mir vor Joana einen Arbeitsplatz suche, diesen Fehler haben wir schon vor zwei Jahren hier in England begangen. Als Folge war Joana geografisch auf die Gegend um meine Arbeit festgelegt und es gab nur wenig Auswahl an möglichen Arbeitgebern. Am Ende lagen unsere Arbeitsstellen weit auseinander und wir mussten beide viele Kilometer mit dem Zug und dem Auto zu unseren Jobs und zurück pendeln. Das wollen wir nicht noch einmal haben.

Darum sucht sich Joana jetzt zuerst einen Arbeitsplatz (möglichst in einer größeren Stadt) und ich bewerbe mich dann anschließend irgendwo dort in der Nähe. Als Softwareentwickler, einem der zurzeit gefragtesten Berufe, habe ich es wahrscheinlich um einiges leichter eine Stelle zu finden als sie. Und falls ich wider Erwarten nicht gleich eine Anstellung finden sollte, dann kann ich im Notfall auch eine Weile von Zuhause aus arbeiten.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich in Deutschland nicht sofort einen neuen Job beginne…

Eine kleine Kostprobe der Finanziellen Freiheit

Wie euch ja vermutlich bekannt ist, spare ich jeden Monat einen großen Teil meines Einkommens. Mein Wunsch ist es, eines Tages nicht mehr für Geld arbeiten gehen zu müssen. Noch vor meinem 40. Geburtstag möchte ich finanziell ausgesorgt haben.

Allerdings stößt mein Vorhaben des Öfteren auch auf Kritik. Ein häufig geäußerter Kritikpunkt: Ich würde die besten Jahre meines Lebens nicht in vollen Zügen genießen. Statt mir im Hier und jetzt ein schönes Leben zu gönnen, nehme ich große Entbehrungen auf mich, um irgendwann in der Zukunft einmal früher in Rente gehen zu können.

Ich sehe diese Kritik als durchaus gerechtfertigt an. Schließlich habe ich in die letzten zwei Jahre Vollzeit für mehr als 2.000 € Gehalt im Monat geschuftet, obwohl ich nur gut 800 € davon zum Leben gebraucht habe. Würde ich vollständig die Gegenwart genießen und rein gar nicht an die Zukunft denken, dann hätte ich mir wohl eher einen gemütlichen Teilzeitjob gesucht und wäre den Rest der Zeit entspannt meinen Hobbys nachgegangen.

Allerdings nützt mir das gesparte Geld nicht erst in der Zukunft etwas, sondern bereits jetzt schon.

Wie lange kannst du von deinem Geld frei machen?

Ich habe ja gerade meinen Job gekündigt. Wie lange könnte ich nun von meinem Ersparten leben, bis mein Geld aufgebraucht wäre?
Viele Menschen kommen schon in finanzielle Schwierigkeiten, wenn eine Stromnachzahlung ins Haus flattert oder eine unerwartete Reparatur anfällt. Ein Jobverlust würde so manchen schon nach ein paar Tagen ins Schwitzen bringen. Du kannst ein paar Monate oder sogar ein ganzes Jahr Arbeitslosigkeit von deinem Ersparten überbrücken? Dann stehst du vermutlich schon ganz gut da.

Würde ich mir keinen neuen Job suchen, dann könnte ich ab jetzt rund sieben Jahre auf der faulen Haut liegen – vorausgesetzt ich behalte meine derzeitigen Ausgaben bei. Erst im Jahr 2024, wenn ich 35 bin, müsste ich wieder anfangen Bewerbungen zu schreiben. Bis dahin könnte ich ganz entspannt von meinem Vermögen leben.

Die folgende Tabelle verdeutlicht diese Rechnung. Ich beginne mit meinem aktuellen Vermögen von rund 72.000 €. Der Einfachheit halber nehme ich an, dass das Ganze mit moderaten 1 % verzinst wird. Meine monatlichen Ausgaben betragen 890 €*.
Am Ende des 7. Jahres habe ich noch 153 € übrig.

Vermögen zu Anfang 72.000 €
nach 1 Jahr 62.040 €
nach 2 Jahren 51.980 €
nach 3 Jahren 41.820 €
nach 4 Jahren 31.558 €
nach 5 Jahren 21.194 €
nach 6 Jahren 10.726 €
nach 7 Jahren 153 €

Natürlich sind diese sieben Jahre nur ein Gedankenspiel. Schließlich möchte ich erstmal noch ein paar Jahre weiter arbeiten und sparen, so dass aus den sieben Jahren irgendwann ein wahrscheinlich für immer wird.

Nun aber nochmal zurück zum Kritikpunkt. Opfere ich mich in der Gegenwart zu sehr für die zukünftige Frührente auf? Sollte ich von meinem Geld doch ein bisschen mehr das Leben genießen? Immerhin habe ich ja quasi sieben Jahren Freizeit auf dem Konto!

Da könnte ich doch einen klitzekleinen Teil davon vielleicht jetzt schon verbrauchen, oder? Und was könnte die perfektere Gelegenheit dafür sein, als wenn Sommer ist und ohnehin ein Jobwechsel ansteht?

Also werde ich genau das tun und diesen Sommer erstmal ganz entspannt drei Monate blau machen!

Anfang Juli ist mein letzter Arbeitstag hier in England. Dann komme ich nach Deutschland zurück und werde erstmal ein bisschen entspannen und herumreisen. Mit Joana Urlaub in Bayern machen. Meine Freunde und meine Familie besuchen, Grillen, Lagerfeuer machen, Baden gehen, den Sommer genießen. Und vor allem natürlich: jede Menge Skateboard fahren.
Auf gut Deutsch könnte man zusammenfassend sagen:

Einfach Rumpimmeln und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. 😉

Mitte September fahre ich dann noch auf die Financial Independence Week 2017 nach Timisoara in Rumänien. Und erst wenn ich von dort wieder zurückkomme, schaue ich mich ganz in Ruhe nach einer neuen Arbeit um.

Da soll also nochmal einer behaupten, ich würde das Leben in der Gegenwart nicht genießen.

Kauf dir Sommerferien, so viel du willst

Erinnerst du dich noch an das letzte Jahr deiner Schulzeit? Vor den letzten großen Sommerferien, wenn die Lehrer oder die Eltern gesagt haben:

Genieße es nochmal, so viel freie Zeit hast du später nie wieder in deinem Leben!

Ich habe das damals auch geglaubt. Die Erwachsenen werden schon wissen, wovon sie reden, dachte ich.
Heute weiß ich es besser. Wenn man sein Geld sorgfältig spart und aufs Konto oder ins Aktiendepot packt, dann kann man sich einfach jederzeit seine eigenen Sommerferien kaufen. Und zwar nicht nur die popeligen sechs Wochen, die man in der Schule bekommen hat. Sondern so viel wie man möchte.

* das ist etwas höher als meine tatsächlichen aktuellen Ausgaben, da ich als Erwerbsloser einen etwas höheren Beitrag für die Krankenversicherung bezahlen müsste als jetzt.

41 Gedanken zu “Goodbye England! …und die finanzielle Freiheit auf Probe

  1. Moin Oliver!
    Das sind ja Neuigkeiten 🙂
    Und wie immer hat das alles Hand und Fuß bei dir. Echt stark!

    Falls du neben dem wohlverdienten „abpimmeln“ noch Zeit und Lust hast, würden wir uns freuen, dich bei unserem Bloggertreffen in Hamburg begrüßen zu dürfen.
    https://www.freakyfinance.net/finanzbloggertreffen-einladung
    Ein echter Frugalist fehlt glaub ich noch – da könntest du einspringen. Eine Woche vorher oder nachher wollte ich etwas ähnliches auch noch mal in München machen, falls das mit eurem Bayernurlaub besser hinkommt.

    Auf jeden Fall wünsche ich dir einen geilen arbeitsfreien Sommer und viel Spaß beim reinschnuppern in die Zukunft 🙂

    Hau rein!
    Vincent

    • Hi Vincent,

      von dem Treffen habe ich neulich schon auf deinem Blog gelesen und es mir sozusagen schon mal mit Bleistift in den Kalender geschrieben! 🙂
      Ich habe für August noch keine genauen Pläne, aber mit dir, Tobias und anderen Bloggern ein Bierchen zu schlürfen, das wär schon cool!

      Wann möchtet ihr denn gerne eine verbindliche Zusage haben?

      Unser Bayern-Urlaub findet schon im Juli statt, also würde ich mich wenn dann auf das Hamburg-Treffen beschränken.

      Danke für deine Wünsche und beste Grüße! 🙂

  2. Hey Oli, hier haben schon einige deiner Leser gespannt auf die Auflösung des Rätsels gewartet. Das sind interessante Neuigkeiten. Wirst du für deine „Sommerferien“ in Deutschland nun wirklich ETF-Anteile verkaufen? Das tut ja schon weh, während ich die Frage stelle. 😉

    • Ich vermute mal, das Oli das nicht erst gestern entschieden und geplant hat. Von dem her wird er das Geld für die drei Monate spätestens Ende Juli separat auf der Seite haben ohne Aktien oder ETFs verkaufen zu müssen. Außerdem gibt es ja noch die obligatorischen Rücklagen in diversen Höhen von denen man zehren könnte, falls man nahezu 100% investiert sein sollte.

      Eine tolle Idee Oli, um die ich Dich beneide. Einen kleinen Einblick, zumindest etwas, habe ich Dank Elternzeit von vier Wochen gerade. Aber der Neugeborene fordert natürlich zurecht und gerne meine Dienste rund um die Uhr ein.

      • K., das vermute ich auch. Ist ja naheliegend. Allerdings ist das dann ein geplanter Urlaub und keine „Kostprobe der finanziellen Freiheit“, so wie es Oli dargestellt hat. Na ja, er wird es uns bestimmt verraten. Ich bin gespannt, wie es bei dir weitergeht, Oli.

      • @Mattoc

        Das kommt auf den Blickwinkel drauf an.
        Definiere ich die Testphase von 3 Monaten so:

        3 Monate Zeit ohne arbeiten zu müssen und ohne Geldsorgen um zu sehen wie es so ist als Erwachsener. Ob das Geld direkt(!) aus der Börse kommt oder vom Tagesgeld oder woher auch immer ist zweitrangig, Hauptsache es ist da.

        Oder so:

        Ich will 3 Monate nur von Depoterträgen leben die dann geniert werden, damit es finanziell (je nach Definition) bzw. buchhalterisch auf dem Papier realistischer ist, unabhängig daovn ob die Erträge schon ausreichen.

        Selbst Variante 2 kann man mit Rücklagen bestreiten, aber das ist meiner Meinung nach nur „Zahlenspielerei“. Ich sammle Börseneträge auf dem Tagesgeld um sie dann später bei entsprechend angesammelter Summe für 3 Monate Freizeit einzusetzen. Dann muss ich nicht direkt in den drei Monaten Erträge (=Ausschüttungen) gebucht kriegen oder aktiv verkaufen….

        Oli`s Version hört sich für mich überwiegend nach Variante 1 an. Ihm geht es mehr um die Zeit, als darum woher genau in den drei Monaten das Geld geflossen kommt oder ggf. vorab schon geflossen kam oder dafür geparkt war.

        Ich per se würde, wenn es soweit ist, immer ein Jahr an Erträgen ansammeln um diese dann fürs Folgejahr zum Leben zu verplanen. So habe ich Planungssicherheit und kann einen „konstanten“ Cashflow generieren, ohne auf ausschüttungsarme und ausschüttungsreiche Monate oder Verkäufe Rücksicht nehmen zu müssen.

    • Hi Mattoc,

      von meinem Vermögen halte ich sowieso immer einen kleinen Teil in Cash (Zurzeit etwa 10.000 €). Das sollte für die „Sommerferien“ denke ich reichen, so dass keine Anteilsverkäufe notwendig werden sollten. 😉

      Ich sehe es so wie in K.s Variante 2:
      „Finanzielle Freiheit auf Probe“ heißt für mich, dass ich ohne Geldsorgen einfach eine Weile frei machen kann. Ob das nun durch passives Einkommen (was ja ohne „echte finanzielle Freiheit“ gar nicht vollständig möglich wäre) oder einfach vom Ersparten finanziert wird, das spielt dabei meiner Meinung nach keine so große Rolle.
      Der Unterschied zu einem „geplanten Urlaub“ ist für mich, dass ich nicht zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt wieder in den Job zurück kehren muss (zumindest nicht innerhalb von einigen Monaten/Jahren).

  3. Hey,
    na das klingt ja spannend. Die Pläne für die freie Zeit klingen nach einer guten Investition. Und um ehrlich zu sein die paar Euro sind doch wirklich nichts dagegen.

    Finde grade in so einer Zeit hat man auch gut Zeit mal nachzudenken. Bin gespannt mit welchen Erkenntnissen du am Ende bei rauskommst.

    Habe wohl Ende des Jahres ein ähnliches Programm. Von daher. Alles gute dabei.

    Gruß,
    mafis

    • Gerade Zeit fürs Nachdenken ist heutzutage wichtig.
      Besonders längere Zeit dafür ist selten.

      Ich kenne genug Führungskräfte die anmerken, das sie vor lauter Arbeit und Fremdbestimmtheit (man reagiert nur noch) keine Zeit mehr zum Nachdenken haben für langfrsitige Ziele oder „Marschrichtungen“ oder Entwicklungen….

    • Hallo mafis, hallo K.,

      Ich kann euch nur voll zustimmen! Genau darum geht es mir auch: Einfach mal eine kleine Pause, kurz anhalten und sich umsehen.

      @mafis:
      Bin gespannt wie deine Pläne für Ende des Jahres aussehen. Steht bei dir auch ein Jobwechsel an?

      • Hey,
        könnte man so sagen, obwohl es doch etwas mehr wird. Aber daran arbeite ich grade Nebenbei.

        Glaube das Angestellten Leben ist nichts mehr für mich 😉

        Gruß,
        mafis

  4. Hey Oliver,

    schließen uns Vincent an. Wär super, wenn wir uns entweder in Hamburg am 17.08. oder hier bei uns im schönen München mal persönlich kennen lernen könnten 🙂
    Vielleicht findet Joana ja auch einen Job in München, wer weiß 😉

    Viele Grüße von
    Pia und Martin

    • Hallo Viktor,

      der Autor des von dir genannten Artikels bezieht sich nach meinem Verständnis auf stagnierende Aktienmärkte in bestimmten längeren Zeiträumen einer bestimmten Region (USA), und er ist der Auffassung, dass daher ein Indexfonds auf den S&P 500 schlecht (gewesen) wäre. Ich kann nicht überprüfen, ob die gemachten Angaben zu den Zeiträumen und der Performance korrekt sind. In den Kommentraen darunter wird das teilweise bezweifelt. Allerdings gibt es immer mal wieder in bestimmten Regionen dieses Planeten über längere Zeiträume „nichts zu holen“. Deshalb ist es meiner Meinung nach ratsam, nicht ausschließlich in einer bestimmten Region über Indexfonds zu investieren sondern weltweit über verschiedene Asset-Klassen. Damit sollte dieses Problem nicht so gravierend sein.

  5. Hi Viktor,
    die Rechenbeispiele von Jacob sind komplett falsch:
    Von 1905 bis 1942 hat der US Aktienmarkt inkl. Dividende 5,80% im Jahr gemacht. Das heisst 730% insgesamt!
    Nach Inflation blieben davon 3.95% pro Jahr oder 329% uebrig.

    Von 1965 bis 1983 hat der US Aktienmarkt inkl Dividende 7.76% pro Jahr gemacht; d.h. 305% insgesamt. In diesem Fall hat die Inflation zwar einen grossen Teil von den Gewinnen aufgefressen aber es gab immer noch ein Plus.

    Ausserdem geht es beim Indexen in der Ansparphase darum, gerade auch bei Kurseinbruechen weiter zu investieren. Dass heisst, die echte Performance in der Ansparphase ist noch hoeher als in den Beispielen oben mit einem Einmalbetrag.

    Du kannst das hier alles nachpruefen
    http://www.mrmoneymustache.com/2014/08/25/indexview/
    (und nicht alles glauben, was andere schreiben.).

    • Hallo Maschinist,
      wann gibt’s bei Dir eigentlich mal wieder neue Artikel?
      Deine Seite ist super.

      Hallo Oliver,
      wünsche Euch eine gute Eingewöhnung wieder in Deutschland und freue mich über neue Artikel.
      Grüße
      Michi

  6. Wünsche dir eine schöne freie Zeit und danach alles Gute bei der Jobsuche! Träume auch ab und zu von ein paar freien Monaten (gibt in meiner Firma die Möglichkeit, 6 Monate bezahlte Auszeit durch Überstunden/13. Gehalt anzusparen). Aber mal sehen, als Frau hat man ja oft durch die Elternzeit eine Zwangspause oder ich werde in einer Krise arbeitslos oder feiere bei einem Jobwechsel Überstunden ab.

    • Danke Jenny!

      Wenn du auch von so einer kleinen Auszeit träumst und deine Firma das sogar anbietet, dann würde ich es an deiner Stelle glaube ich einfach machen. Es müssen ja nicht gleich die vollen sechs Monate sein (kannst du auch nur einen Teil davon nehmen?). Zwei oder drei Monate Pause können glaube ich schon Wunder wirken und einen auf ganz neue Gedanken bringen.

      Ich habe auch erst gezögert und überlegt, ob ich das wirklich machen soll. Einfach direkt weiterzuarbeiten und Geld zu verdienen, ist schon sehr verlockend. Unterbewusst zögert man gerne, schreckt davor zurück eine Weile ohne Job zu sein.
      Erst eine Skype-Session mit Mr. RIP von Retire in Progress hat mich dann überzeugt und ich habe mir geschworen: Ich mache das, komme was wolle!
      Hier sein Artikel dazu:
      http://retireinprogress.com/summer/

  7. Hi Oli,

    wenn wir unser Depot auflösen und alles aufs Bankkonto packen würden, könnten wir ca. 5 Jahre davon leben.

    Ließen wir das Geld so angelegt wie es ist, kann man schwer sagen, was passieren wird.
    Wenn morgen der Crash kommt, halten wir vielleicht nur 2 Jahre durch. Und wenn es weiter bergauf geht wie bisher, reicht es vielleicht 8 Jahre.

    Ich habe allerdings noch den Trumpf in der Hinterhand, dass bei meinen Eltern noch genug Wohnraum für meine kleine Familie vorhanden ist. Wenn wir dorthin ziehen würden und somit unsere Mietkosten erheblich reduzieren, würde das Geld vermutlich 10-20 Jahre reichen.

    Die Möglichkeiten sind vielfältig! 🙂

    Viele Grüße
    Benjamin

    • Hi Benjamin,

      5 Jahre für eine ganze Familie ist super! Mit so einem Polster (und einem zusätzlichen „Sicherheitsnetz“ bei den Eltern) kannst du mehr mehr Risiken eingehen und trotzdem beruhigt schlafen.

      Wenn ich jetzt nach Deutschland zurück komme, gehe ich auch erstmal zu meinen Eltern. Dort ist noch ein Zimmer für mich frei und ich kann von dort aus in Ruhe alles Weitere planen. 🙂

  8. Die Rechnung mit den 7 Jahren ist sicherlich rein hypothetisch. Schließlich wird man wohl nicht jahrelang auf die finanzielle Freiheit hinarbeiten um dann alles in 7 Jahren zu verheizen und dann ohne Vermögen, Job oder verwertbare Berufserfahrung da zu stehen.

    Und selbst wenn man das durchziehen würde, wäre ein Großteil des Vermögens ja vermutlich in Aktien angelegt. Und dass es in den nächsten 7 Jahren eine größere Korrektur gibt, ist ja nicht ganz unwahrscheinlich. Dann würden aus den 7 Jahren vielleicht nur noch 5 oder weniger werden. Und in 7 Jahren könnte auch die Inflation schon spürbar werden.

    Trotzdem sind solche Gedankenspiele immer spannend, weil sie gerade wenn es mal nicht gut läuft sehr beruhigend wirken 🙂

    • Hi Stefan,

      da hast du absolut recht! Die 7 Jahre sind auch nur eine Überschlagsrechnung. Würde man tatsächlich 7 Jahre frei machen wollen, dann sollte man den Aktienanteil des Depots vermutlich reduzieren – vielleicht auf 10-30 %. Deswegen bin ich in meiner Rechnung auch nur von 1 % Rendite ausgegangen.

  9. Hallo Oliver,
    wie ist es jetzt bei dir mit Krankenversicherung in Deutschland? Diese Scheißbeiträge für Selbständige fressen bei mir viel Geld, welches ich besser in die Etfs investiere. Wie hast du das in England gemacht und was planst du jetzt in Deutschland?

    • Hi Oleg,

      hier in England ist das schön einfach: Man ist automatisch über den Staat (National Health Service) krankenversichert, sobald man hier wohnt. Gesonderte KV-Beiträge wie in Deutschland muss man nicht entrichten.
      In Deutschland werde ich während meiner „Sommerferien“ erstmal als Student (~90 € im Monat) versichert sein (der ich auch tatsächlich noch bin). Anschließend möchte ich mir wieder einen Job suchen, so dass ich dann ganz normal als Arbeitnehmer versichert sein werde.

      Währe ich rein selbstständig beschäftigt, würde ich entsprechend höhere Stundensätze verlangen als als Angestellter, um die hohen KV-Beiträge zu kompensieren. Schließlich zahle ich dann den Arbeitgeber-Anteil selbst, den ein Arbeitgeber normalerweise tragen würde. Diesen lege ich entsprechend auf meinen Auftraggeber um. In der Software-Branche sind als Freelancer darum Brutto-Stundensätze üblich, die etwa 2-3 mal so hoch sind wie die eines Angestellten (neben der KV muss die Differenz auch noch die Mehrkosten für RV-Beiträge, Krankentage, Material und Werkzeuge, etc. decken).

    • Hey Oleg,

      lies dir mal diesen Artikel durch:

      https://zendepot.de/was-ist-die-beste-altersvorsorge-fuer-selbstaendige/#Schritt_2_Lebensrisiken_absichern

      Besonders der Teil Rürup Rente dürfte interessant für dich sein:
      „In der Ansparphase können 84 Prozent der Beiträge bis zu einer Höchstgrenze von 23.362 Euro (Stand 2017) als Sonderausgaben steuermindernd geltend gemacht werden. “

      Da es allerdings auch einige Nachteile bei der Rürup Rente gibt (siehe Artikel), würde ich nur einen Teil meiner Altersvorsorge damit abdecken.

      Gruß
      Benjamin

  10. hi Oli,

    das sind ja tolle Neuigkeiten 🙂 und das Schöne, der Umzug wird völlig stressfrei vonstatten gehen, als Frugalist hat man ja nicht so viel Krempel, ich bin damals auch mit einem Koffer in England angekommen und mit einem Koffer, nach 4Jahren wieder heim, ein paar Bücher hatte ich noch per Post heimgeschickt.
    Geniesse den Sommer 🙂

    • Hi Fit und Gesund,

      danke dir, ich habe das Rumpimmeln bisher schon sehr genossen! 🙂

      Ein paar Kartons hatte ich am Ende dann doch mehr als vor zwei Jahren, als ich nach England gezogen bin. 😀 Das lag daran, dass wir im Laufe der Zeit noch ein paar Sachen aus Deutschland geholt haben, vor allem unser Camping-Equipment, mit dem wir in England Urlaub gemacht haben. Und ich hatte in England auch ein bisschen was an Fahrrad-Euqipment gekauft.
      Trotzdem war der Umzug noch sehr übersichtlich und günstig. 🙂

  11. Hallo Oli,

    Ich freue mich für dich! Etwas ähnliches habe ich auch irgendwann mal vor, sozusagen eine Kostprobe 🙂 Wobei ich dann trotzdem noch für mein eigenes Business arbeiten würde, sprich Selbständigkeit.

    Manchmal stelle ich mir auch vor, das man in einem anderen Land schon mit wenigen 100’000 CHF bereits finanziell Frei ist. In der Schweiz hingegen ist es dann doch ziemlich teuer 🙂

    Gruss
    Thomas

    • Hi Thomas,

      ich kann es bisher nur empfehlen. 🙂 Gerade bei einem Jobwechsel oder vor einer beruflichen Veränderung bietet sich so eine „Verschnaufpause“ an.

      Es stimmt, dass in der Schweiz alles deutlich teurer ist. Dafür verdient man aber wohl in den meisten Fällen auch mehr als bei vergleichbaren Tätigkeiten in Deutschland. 🙂

  12. Hey Oli,

    Respekt für deinen gesamten Blog und deine neue Erkenntnis.
    Lese schon weile bei dir und schreibe heute zum ersten mal ein Kommentar!
    Mir gefällt deine Art, Ehrlichkeit und Mut. Danke!

    Berichte bitte unbedingt einen Zwischenstand aus den drei Monaten oder zum Ende ein Resümee?!
    Glaubst du das du dir danach wirklich einen Vollzeit Job wieder suchst? Wie sieht es bei joana aus?

    Seit knappen 2 Jahren beschäftigen wir uns INTENSIV mit diesem Thema (finanzielle unabhängigkeit& fuckUmoney). Alles verändert sich und es gibt kein zurück mehr.

    Seit diesem Jahr arbeiten wir auf 28&30 Stunden Basis. Rest wird aufgefüllt mit „hobbys“ , echten Eigeninteressen.

    Ich wünsche euch gute Zeit zurück in Deutschland. Viel Spaß. Bleib gesund!

    • Hi Joanna,

      danke für deinen Kommentar. 🙂 Schön dass du schon länger hier mitliest und es dir gefällt.

      Es wird bestimmt zum Ende des „Rumpimmelns“ ein kleines Resümee geben. Dann verrate ich auch mehr über meine Pläne bezüglich Teilzeit-/Vollzeitjob.
      Joana arbeitet seit dem 1.8. wieder (Vollzeit als Grafikdesignerin in einer Werbeagentur).

      Klasse dass ihr eure Arbeitszeit schon reduzieren konntet, um mehr Zeit für eure Interessen abseits des Jobs zu haben! 🙂 Ich denke das ist so ziemlich das Wertvollste, was man sich für Geld (in Form von „entgangenem“ Vollzeit-Gehalt) kaufen kann.

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