Glücklicher Wohnen mit "So klein wie möglich"

Glücklicher Wohnen mit „So klein wie möglich“ – Meine rationale Alternative zum Quadratmeter-Wahnsinn

Es ist an der Zeit, dass wir uns einmal dem größten Ausgabenposten eines typischen deutschen Haushalts zuwenden. Die Rede ist von unserem Haus oder unserer Wohnung, deren Kosten im Schnitt rund 800 € pro Haushalt und Monat verschlingen – immerhin ein ganzes Viertel unserer durchschnittlichen Gesamtausgaben. Neben der reinen Kaltmiete oder den Kreditraten fürs Eigenheim gehören zu diesem Posten auch die Kosten für Heizung und Strom, Gas und Warmwasser, Aufwendungen für Reparaturen und Instandhaltung, Grundsteuern sowie Nebenkosten wie Abwasser oder Abfallentsorgung.
Ich behaupte, dass Wohnen überhaupt nicht so teuer sein muss. Wenn unsere Wohnung dem Zweck dienen soll, dass wir darin zufrieden, sorgenfrei und komfortabel leben können, dann sind die Wohnausgaben der meisten Deutschen zu einem großen Teil aus dem Fenster geworfenes Geld. Schon beim Aussuchen ihres Wohnraums treffen viele Menschen irrationale Entscheidungen und mieten oder kaufen in der Folge fast immer deutlich zu teuer. Ich will zeigen, dass es auch anders gehen kann. Mit einer etwas rationaleren Herangehensweise an die Wahl unserer Unterkunft könnten wir entspannter und zufriedener wohnen – und das für die Hälfte der derzeitigen Durchschnittsausgaben.

Viele Menschen suchen ihre Wohnung oder ihr Haus noch immer nach der Maxime So groß wie möglich aus. Die nicht weiter hinterfragte Annahme ist dabei, dass eine größere Wohnfläche und eine größere Zahl von Zimmern mit einer gesteigerten Lebenszufriedenheit einher gehen. Nicht selten sieht man darum Familien die größtmögliche Wohnung mieten, die sie sich mit ihrem Einkommen gerade noch leisten können. Häuslebauer nehmen den größtmöglichen Kredit auf, den sie innerhalb von 30 Jahren gerade noch so abstottern können und kaufen dafür das größtmögliche Haus. Es ist fast schon paradox: Während wir an der Tankstelle oder beim Online-Shopping um jeden Cent feilschen, sind wir beim Wohnungs- oder Hauskauf überhaupt nicht knausrig und blättern ohne mit der Wimper zu zucken einen großen Batzen unseres Gehalts für die Miete hin oder versenken ein ganzes Dutzend Jahresgehälter in ein Einfamilienhaus. Alles in der Erwartung, dafür gesteigertes Lebensglück in gleicher Höhe zurück zu erhalten. Eine trügerische Hoffnung.

Ich halte diese Vorgehensweise für grundsätzlich falsch. Sich von einer größeren Wohnung oder einem großen Haus ein zufriedeneres Leben zu erhoffen, ist eine Sackgasse. Denk mal nach: Hat sich dein Leben schon mal ernsthaft verbessert, nur weil du in ein größeres Haus gezogen bist? In Wahrheit sind es meist andere Faktoren, die für zufriedenes Wohnen viel wichtiger sind: Die Nähe zum Arbeitsplatz, zu Freunden und Familienmitgliedern. Nette Nachbarn. Die Lage in ruhiger, naturnaher Umgebung. Durch das schöne große Traumhaus am Stadtrand wirst du nicht plötzlich automatisch glücklich – aber mit Sicherheit ärmer.
Ich bin darum Anhänger eines ganz anderen Prinzips, das für das Ziel, zufrieden und komfortabel zu wohnen, deutlich besser geeignet ist: Das Prinzip So klein wie möglich.
Eine Wohnung oder ein Haus ist ja grundsätzlich erstmal kein Selbstzweck. Deine Unterkunft ist dafür gedacht, dass du deinen Alltagstätigkeiten effizient und stressfrei nachgehen kannst: Schlafen, Essen, Kochen, Körperpflege, Wäsche waschen, Entspannung und die Pflege sozialer Kontakte. Vielleicht arbeitest du zusätzlich noch in deiner Wohnung oder treibst Sport. Wenn du dem Prinzip So klein wie möglich folgst, mietest oder kaufst du nur genau so viel, wie du für diese Alltagstätigkeiten brauchst.
Das ist jetzt natürlich noch ziemlich vage. Darum habe ich einmal grob zusammengezählt, auf wie viel Wohnfläche ein alleine lebender, durchschnittlicher Normalbürger ganz komfortabel leben könnte – nach westeuropäischem Standard und mit allen praktischen Annehmlichkeiten der modernen Welt:

  • Ein Bett zum Schlafen: rund 2 m² für ein Einzelbett bzw. 3 m² für ein Double-Size-Bett
  • Ein Schreibtisch mit Stuhl zum Arbeiten: 3 m²
  • Ein großer Wandschrank, 2 m². Hier kommen alle Sachen rein, die du so hast: Deine gesamte Kleidung, Schreibsachen und Dokumente, Laptop, Werkzeuge (damit du deine Sachen reparieren kannst), vielleicht noch ein paar Bücher, Schallplatten oder dein Hobby-Equipment. Wenn deine Sachen nicht locker in so einen Schrank hinein gehen, ist das ein deutliches Indiz dafür, dass du zu viel Krempel besitzt!
  • Eine kleine Sofaecke mit Tisch, falls du mal Besuch hast (oder alternativ ein Esstisch mit Stühlen): rund 4 m².
  • Ein Bad mit Toilette, Waschbecken und Badewanne oder Dusche dürfte auf 3 m² entspannt unterzubringen sein.
  • Eine Küchenzeile mit Kühl- und Gefrierschrank, Herd, Arbeitsplatte, Spüle, Mikrowelle und Waschmaschine. Ein paar Hängeschränke für Geschirr,Besteck, ein paar Pfannen und Kochtöpfe sowie Lebensmittel. 6 m² sollten hierfür genug Platz bieten.
  • Vielleicht hast du noch ein besonderes Hobby, das ein bisschen Platz benötigt, z.B. Nähen, Malen, Elektro-Basteleien oder Hanteltraining. Kalkulieren wir hierfür noch einmal 4 m² ein.
  • Jetzt steht alles noch ziemlich dicht an dicht. Damit du auch noch Platz zum „Rangieren“ hast, auch mal Liegestütze auf dem Boden machen oder Wäsche zum Trocknen aufhängen kannst, schlage ich einfach großzügig noch einmal 5 m² Freiraum obendrauf.

So, fertig: Du hast nun eine äußerst luxuriöse Unterkunft mit allem was du so brauchen könntest: einer voll ausgestatteten Küche, Bad, Schreibtisch, Sitzecke und sogar noch Platz um dich in deinem Hobby auszutoben. Mehr dürfte doch eigentlich kein normaler Mensch benötigen, oder? Rechne ich das alles zusammen, komme ich auf eine Fläche von rund 30 Quadratmetern. Und das war jetzt schon eine großzügige Abschätzung, denn immerhin bin ich von einem 1-Personen-Haushalt ausgegangen. Teilst du dir die Wohnung mit deinem Partner, dann hat vielleicht jeder einen eigenen Schrank und es kommen noch einmal 10 Quadratmeter für „Hobby und Freiraum“ oben drauf. Dafür teilt man sich aber Bad, Küche und Wohnzimmer und kommt so auf insgesamt 42 Quadratmeter bzw. 21 Quadratmeter pro Kopf. Bei drei Personen ist dann schon eine größere Sitzecke und eine etwas geräumigere Küche praktisch, trotzdem schrumpft die Pro-Kopf-Wohnfläche noch einmal weiter.
Mehr als 30 Quadratmeter pro Person braucht also eigentlich fast niemand, und das auch nur wenn man ganz alleine wohnt. Wie sieht nun aber die Realität in Deutschland aus? Zufällig bin ich vor einiger Zeit über eine Statistik des deutschen Bundesinstituts für Bevölkerungsentwicklung (BiB) gestoßen, die zeigt, wie viel Wohnfläche uns durchschnittlich in welchem Alter zur Verfügung steht:

Verfügbare Wohnfläche pro Kopf BiB

Die Grafik fördert beeindruckende Fakten zu Tage: Die durchschnittliche Pro-Kopf-Wohnfläche (über alle Altersklassen) beträgt ganze 45 Quadratmeter. Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von rund zwei Personen ist das also mehr als DOPPELT SO VIEL wie ein Normalbürger für ein komfortables Leben überhaupt benötigen würde. Und noch etwas fällt auf: Je älter wir werden, desto größer und größer wird unser Wohnraum. 30 Quadratmeter, die nach meiner Rechnung eigentlich ausreichen sollten, stehen bereits jedem Achtjährigen zur Verfügung. Wenn wir mit 67 in Rente gehen, wohnt jeder von uns schon auf gigantischen 55 Quadratmetern – eigentlich genug Platz für drei Personen. Natürlich gibt es für eine steigende Pro-Kopf-Wohnfläche auch handfeste Gründe: Mit Mitte 50 ziehen meistens die Kinder aus dem Haus und im höheren Alter verstirbt ein Partner und man verbleibt alleine in der gemeinsamen Wohnung.
Im Großen und Ganzen lässt sich der klare Trend aber nur auf eine Art und Weise interpretieren. Getreu dem Motto So groß wie möglich streben wir nach immer mehr und mehr Wohnfläche, ohne uns zwischendurch mal zu fragen, ob uns das überhaupt langfristig glücklich macht. Könnte man die fürs Wohnen aufgebrachten erheblichen finanziellen Mittel nicht sinnvoller einsetzen? Könnten wir mit weniger Wohnfläche nicht genauso glücklich (oder sogar glücklicher) leben? Es ist wohl ein klassischer Fall von Lifestyle-Inflation: Die Ansprüche an unseren Wohnraum wachsen mit steigendem Einkommen – oder weil die Freunde und Nachbarn auch alle ein schönes großes Haus haben. Der BiB-Bericht erwähnt noch einen interessanten Fakt: Im Jahr 1998 standen jedem Einwohner durchschnittlich noch 39 m² zur Verfügung. Unsere Wohnfläche hat sich also innerhalb von zwölf Jahren um 15 % vergrößert. Aber hat sich unser Leben deshalb spürbar verbessert? Sind wir dadurch glücklichere Menschen geworden?

Für unsere langfristige Zufriedenheit ist entscheidend, mit wem wir zusammen wohnen (unserem Partner, der Familie oder guten Freunden) und welche Erlebnisse wir mit diesen Menschen innerhalb und außerhalb unserer Wohnung teilen. Ob wir einer erfüllenden Beschäftigung nachgehen und die Zeit und die Freiheit haben, unser Leben eigenverantwortlich zu gestalten. Die reine Größe unseres Wohnraumes oder die Art und Menge unserer Einrichtungsgegenstände sorgt höchstens für ein kurzfristiges Glücksgefühl nach dem Kauf, hat aber auf unser dauerhaftes Lebensglück keinen Einfluss.
Der Mehrwert einer großen Wohnung steht deshalb selten in einem angemessenen Verhältnis zu dem Preis, den wir dafür zahlen. Mehr Wohnfläche kostet auch mehr Miete oder einen höheren Kaufpreis. Gleichzeitig steigen die Heizkosten. Wir müssen mehr putzen und mehr Staub saugen. Reparaturen und Instandhaltung erfordern mehr Geld und Aufwand. Und letzten Endes müssen wir viele Jahre oder gar Jahrzehnte länger arbeiten gehen, um das alles bezahlen zu können. Wenn du mich fragst: Eine sinnlose Verschwendung unseres Geldes uns unserer Lebensenergie.

Du machst es in Zukunft darum lieber schlauer. Mach deine eigene Rechnung auf und zähle nach, wie viel Wohnraum du für ein komfortables Leben benötigst. Wenn du dabei auf deutlich mehr als 20 bis 30 Quadratmeter pro Kopf kommen solltest, dann überlege genau: Wofür brauchst du das Mehr an Wohnraum und macht dich das langfristig glücklich? Oder könntest du ohne genauso zufrieden sein? Lohnt es sich, dafür Jahre oder Jahrzehnte lang arbeiten zu gehen?
Verkaufe oder verschenke deinen überflüssigen Krempel. Wir mieten oder kaufen meistens nicht nur zu viel Wohnraum, sondern stellen diesen auch noch mit einer gewaltigen Menge Gegenständen voll. Ich habe schon viele Häuser und Wohnungen gesehen, bei denen von 100 Quadratmetern im Endeffekt nur noch 50 für die eigentlichen Bewohner und deren Bedürfnisse übrig bleiben. Der Rest ist verstopft mit zehntausenden von Dingen, für deren Platz wir Miete zahlen, die wir beleuchten und beheizen, putzen und umziehen, die wir aber selten brauchen und die zum Lebensglück der Bewohner keinen Beitrag leisten. Denk an den großen Schrank: Selten brauchen wir wirklich mehr, als in so einen hinein geht.

IKEA-Regal an die Wand montiertOptimiere deinen Wohnraum und denke dreidimensional. Schränke und Regale kann man wunderbar an die Wand hängen, so dass darunter ein Schreibtisch, die Hobbyecke oder ein Wäscheständer Platz finden. In meiner alten WG in Bremen haben wir mal ein ganzes IKEA-Regal in der Küche an die Wand montiert, so dass wir Gefrierschrank, Mikrowelle und Mülleimer darunter stellen konnten und dadurch plötzlich Platz für eine kleine Sitzecke übrig hatten.
Lebe so klein wie möglich: Auf kleinem Raum und mit weniger Einrichtung kannst du so zufriedener und entspannter wohnen. Du hast weniger Energiekosten und musst weniger putzen. Es kann weniger kaputt gehen und ein Umzug ist immer stressfrei und schnell gemacht.  Und das Beste: Du hast eine Menge Geld übrig, die du in das investieren kannst, was dich wirklich glücklich macht. Wenn du deine Wohnkosten beispielsweise von 800 € auf  500 € senkst, hast du 300 € im Monat übrig. Das sind 3600 € im Jahr – was könntest du damit alles anstellen? Jedes Jahr zwei ausgedehnte Urlaube. Oder du sparst das Geld und machst alle 5-10 Jahre ein arbeitsfreies Sabbatjahr. Ich persönlich investiere mein gespartes Geld am liebsten in meine finanzielle Freiheit, so dass ich eines Tages gar nicht mehr für Geld arbeiten gehen muss. Die meisten Besitzer eines prachtvollen 200-Quadratmeter-Palastes können diesen nämlich kaum mehr als ein paar Stunden am Tag nutzen: Sie müssen Tag für Tag arbeiten gehen, um sich ihre Wohnung überhaupt leisten zu können.

Übrigens: Joana und ich wohnen zur Zeit in einem ziemlich luxuriösen 5-Personen-Haushalt. Uns beiden stehen dort pro Kopf ziemlich genau 20 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung – das ist auf der oben BiB-Grafik schon fast gar nicht mehr drauf! Mehr zu unserer derzeitigen Wohnsituation gibt es aber im nächsten Artikel.

31 Kommentare zu „Glücklicher Wohnen mit „So klein wie möglich“ – Meine rationale Alternative zum Quadratmeter-Wahnsinn

  1. kleine Ergänzung zu den beiden Bildern, auf den man Ollies (und meine) alte Küche sieht:

    Der Tisch und ein Stuhl wurden standesgemäß vom Sperrmüll gerettet; das Küchenregal ist ein umfunktioniertes MALM (?) von Ikea (nicht ganz sicher). Das gabs für ganz kleines Geld gebraucht auf „Schwarzes Brett Bremen“, das ist der lokale Kleinanzeigenmarkt.

    • Ich glaube das Regal heißt „EXPEDIT“. Und der Stuhl hatte später sogar mal die Ehre an einer Kunstausstellung teilzunehmen. 😉
      In einigen studentenreichen Bremen war es teilweise sogar so, dass Möbel faktisch über die Straße getauscht und weitergegeben wurden. Viele haben beim Auszug einfach den Sperrmüll bestellt und ihr Mobiliar auf die Straße gestellt, von dem sich dann andere neu einrichten konnten. Man musste nur einmal durch die Gegend streifen und hatte seine Wohnungseinrichtung zusammen.

  2. Teilweise kann ich dir zustimmen, teilweise muss ich widersprechen:
    Es stimmt, dass man nicht über seinen Verhältnissen leben sollte. Das Schlimmste an großen Wohnungen ist, dass man anfängt sie zu füllen: Hier eine Garderobe, da noch ein Schrank. Es ist gar nicht mehr möglich, in eine kleinere Wohnung zu ziehen, ohne eine Menge Krempel loswerden zu müssen. Als mein Freund und ich vor fast 3 Jahren auf Wohnungssuche waren, haben wir eine günstige 95m²-Wohnung mit 4 Zimmern besichtigt. 1000€ warm, absolut preiswert für die Verhältnisse hier. Als wir aber in der Wohnung standen und die Maklerin uns fragte, ob uns die Wohnung zusagt, meinten wir nur: Die Wohnung ist zwar hübsch, aber wir haben absolut keine Ahnung, was wir mit 4 Zimmern anfangen sollen und ob sie nichts Kleineres hätte. Sie meinte, sie hätte sonst nur noch eine 2-Zimmer-Wohnung mit 50m² in der Nähe und war perplex als wir meinten, dass das eher unseren Vorstellungen entspricht.

    Letzten Endes ist es nun eine 70m²-Wohnung geworden für 800€ warm. Wir haben hier mehr Platz als wir zu zweit bräuchten. Aber in meinem Wohnort steigen die Mieten gerade enorm. Wir wohnen hier seit 2,5 Jahren. Für eine 50m²-Wohnung zahlt man mittlerweile das gleiche, falls man überhaupt etwas findet. Manchmal habe ich ein wenig Angst, dass unsere Mieterin uns aus irgendeinem Grund die Miete enorm erhöhen könnte oder wir gar wegen Eigenbedarf oder ähnlichem raus müssten. Gleichzeitig hoffe ich, dass wir hier noch sehr lange bleiben können. Selbst mit Kind wäre die Wohnung vom Schnitt her zwar nicht optimal, aber immerhin machbar. Ich bin sehr froh, dass ich diese Freiheit in meiner Wohnung habe. (Die hätte ich aber durchaus auch mit weniger Platz.) Durch meine Studentenzeit bin ich da etwas geprägt: Lieber zu groß als zu klein. Selbst ein kleiner Keller ist mir mittlerweile sehr wichtig geworden, um regelmäßig in der Wohnung Platz schaffen zu können.

    Die Ansprüche an die Wohnverhältnisse ändern sich im Laufe des Lebens mit Partner und Kindern. Ich kann verstehen, dass Leute im Alter nicht mehr ihre gewohnten 4 Wände verlassen wollen. Erst ziehen die Kinder aus, dann stirbt der Partner. Dadurch hat man leider pro Kopf plötzlich doppelt so viele m² wie vorher. Zwar sage ich immer: Ich möchte mich nie emotional zu sehr an 4 Wände bin, aber wer weiß, wie ich mit 70 denke.

    • Hi Jenny,
      so wirklich einen Widerspruch zu meinem Artikel sehe ich in deinem Kommentar eigentlich nicht. Wenn die Mietsituation in der eigenen Wohngegend so ist, wie du beschrieben hast, und man mittelfristig vielleicht schon Kinder oder eine sonstige Änderung der Lebensumstände im Blick hast, mag ein bisschen „Spielraum“ in der Wohnfläche schon sinnvoll sein. Mit Lifestyle-Inflation hat das dann ja erstmal nichts zu tun. Ich persönlich bin zwar ein Freund davon, immer nur für den augenblicklichen Bedarf zu kaufen/mieten, statt schon für die Zukunft zu planen, da die Umstände sich ja doch immer wieder unvorhergesehen ändern und ich es wichtiger finde, flexibel zu sein, statt schon alles voraus zu planen (und das nicht nur aufs Wohnen bezogen). Aber da sind wir wohl einfach prinzipiell unterschiedlich (und ich glaube wir hatten die Diskussion schon einmal so ähnlich beim Thema „Krempel“, wenn es um das „Das könnte man ja nochmal gebrauchen…“ geht – du hast es eher in deinen Keller gepackt, während ich alles direkt bei eBay verkaufe – immer nur für den momentanen Bedarf).
      Was die Änderung der Wohnsituation im Alter angeht, stimme ich mit dir überein – und das habe ich ja auch im Artikel so erwähnt. Wenn man 70-80 ist und der Partner verstirbt, warum sollte man noch umziehen, wenn es keine anderen, handfesten Gründe gibt? (z.B. weil man sowieso näher an die Kinder/Enkelkinder ziehen möchte). Im „Kinder-aus-dem-Haus“-Alter sieht die Sache dann schon etwas differenzierter aus. Manche sind vielleicht einfach zu sehr mit der Arbeit beschäftigt oder fühlen sich zu sehr an ihren Wohnort gebunden, um sich zu einem Umzug aufraffen zu können. Aber auch da gibt es dann Mittelwege, wie zum Beispiel das Haus zu teilen und zur Hälfte zu vermieten. Manche machen sich vielleicht auch einfach keine Gedanken darüber, welche Vorteile ein Umzug in eine kleinere Wohnung oder ein kleineres Haus für ihre finanzielle Situation brächte. Andere Geschichten passen dann wiederum gar nicht ins gewohnte Bild. Meine Eltern etwa sind nur ein paar Jahre nachdem ich ausgezogen war, in ein neues Haus umgezogen – witzigerweise aber in ein größeres 😉

      • In ein größeres Haus… das ist auch gut. 😀 Meine Eltern wohnen noch in meinem Elternhaus und witzeln darüber, wie sich mit dem Auszug von meinem großen Bruder und mir die Strom- und Wasserrechnung verbessert hat. 😉

        Generell ist der Wohnraum alleine wegen der Nebenkosten ein Einsparpotential wie du in deinem Artikel anklingen lässt. Viele Kosten in Mehrfamilienhäusern werden anhand der Quadratmeterzahl berechnet (Versicherungen). Andere Kosten wiederum wiederum sind unabhängig von der Wohnungsgröße. Mein Freund und ich sind z.B. relativ Kälte-resistent, dass es egal ist, wie groß die kaum beheizte Wohnung ist. 😉 Wir sparen immerhin schon 720€ im Jahr, weil wir die zur Wohnung gehörende Garage nicht mitgemietet haben. Generell bin ich auch schon froh, dass es keine Tiefgarage, keinen Aufzug oder keinen teuren Aufzug gibt, was auf die Miete aufgeschlagen werden könnte.

        Durch die aktuellen Familienstrukturen (Singles/Paare ohne Kinder) sind 2-Raum-Wohnungen in Städten gefragt wie nie. Gerade deswegen zieht für kleinere Wohnungen der Preis stark an, sodass der Preissprung zu größeren Wohnungen nicht mehr so sehr ins Gewicht fällt. Wenn man Freund nicht wäre, hätte ich mich deswegen vielleicht für eine WG (vielleicht sogar in der eigenen Eigentumswohnung) entschieden. Aber nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern eher, weil ich gerne ein paar vertraute Menschen um mich rum habe.

  3. Unter minimalistischen Gesichtspunkten oder „was ist notwendig“, mag das richtig sein.

    In meiner Jugend hatte ich ein kleines Zimmer im elterlichen Haus. Die erste Wohnung mit Frau war etwa 55 m², da sind wir gut klargekommen. Aktuell habe ich ca. 170 m² Wohnfläche und fühle mich sauwohl. Stelle ich alles zu? Nein. Bin ich Jäger und Sammler? Nein.
    Viele würden sagen, wir sind spartanisch eingerichtet.
    Ich könnte mich vielleicht noch mit 120 – 130 m² Wohnfläche anfreunden, aber bei 40 m² (was technisch langt) würde ich mir eingesperrt vorkommen.
    Ich habe das Haus nach meinen Vorstellungen gebaut und nicht für Nachbarn oder sonst jemand. Wenn man erst mal den Freiraum gewohnt ist, dann möchte man ihn nicht mehr missen.
    Die Unterhaltskosten sind auch nicht so viel größer, als bei einer kleineren Wohnung.
    Vieles wird pauschal abgerechnet, Müll, Fernsehen usw.
    Wasser, Strom, Abwasser brauche ich nicht mehr und nicht weniger.
    Einzig meine Heizkosten sind etwas höher, halten sich aber in Grenzen.

    Wenn ich 300 €/Monat zusätzlich spare, was soll ich damit?
    Ich mache schon 2 Urlaube im Jahr, ich gehe wahrscheinlich vorzeitig in Ruhestand, ich gönne mir alles, was ich will. Würde sich in meinem Leben etwas ändern? Nein.

    Ich denke, das muss man immer auf die Personen situationsbezogen sehen. Wer sich einen Palast leisten kann und trotzdem vorsorgt, der soll es machen.

    • Hi Alexander,
      natürlich ist immer alles erlaubt und wenn du mit deiner Situation zufrieden bist und finanziell stabil dastehst, dann ist doch alles gut. Würdest du aber auch anderen Menschen generell empfehlen, es so wie du zu machen (sich einen deutlich überdurchschnittlich großen Wohnraum zulegen und sich daran gewöhnen) oder eher so wie ich (mit so wenig Wohnraum klar kommen, wie man schafft und glücklich ist)? Dass wir beide ganz unterschiedliche Lebensstile haben, ist ja kein Problem. Aber was wäre für einen unvoreingenommenen Dritten die sinnvollste Herangehensweise unter finanziellen Gesichtspunkten und für die Optimierung des „Lebensglück pro eingesetzten Euro“?
      Du schreibst: „Wenn man erst mal den Freiraum gewohnt ist, dann möchte man ihn nicht mehr missen.“ Das ist ja quasi die exakte Definition von Lifestyle-Inflation. Würdest du das also so anderen als allgemeine Strategie empfehlen, um ein glückliches Leben zu führen? Darum ging es mir ja in meinem Artikel.
      So rein aus Neugier würde mich noch interessieren: Wie nutzt ihr eure 170 m² denn? (Ich nehme an, das ist der Wohnraum, den du dir mit deiner Frau teilst?) Ehrlich gesagt: wenn ich soviel Platz hätte, würde ich mich breit machen, meine Sachen aufstellen – und mich dann fragen, was ich mit den noch leeren 150 m² mache. :))

      • Hi Oliver,

        ich würde jedem raten, dass er seinen Wohnraum nach seinen Möglichkeiten gestalten soll. Eine gesunde Mischung aus Sparen, Leben und Lifestyleinflation sollte gegeben sein. Wenn man sich ein Haus nur unter Biegen und Brechen leisten kann, dann ist das Unsinn. Es sollte sich ins Gesamtbild fügen. Ich kenne beide Extreme. Leute, die es sich leisten könnten und mit einer kleinen Wohnung zufrieden sind und andere, die es sich nicht leisten können und auf ein Desaster zusteuern. Also, Augenmaß ist gefragt. Platz allein macht nicht glücklich, das ist wohl eine persönliche Sache.

        Eigentlich ganz normal, nur die Zimmer sind etwas größer als in einer 4-Zimmerwohnung. Unser Arbeitszimmer hat z. B. 45 m². Genug Platz für zwei große Schreibtische, Bücherregal, Aktenschrank. Im Bad kann man sich auch umdrehen und im Wohnzimmer ist genug Platz für einen Flügel.

        Wir sind viel daheim, weil wir uns wohl fühlen. Wir haben gar nicht das Bedürfnis großartig wegzugehen.

  4. Hallo Oliver,
    es würde mich wundern, wenn Deine Intention hinter diesem Artikel nicht geplante Aufruhr bei den Lesern gewesen sein sollte ;-).
    Mein Doppelbett hat eine Größe von 2mx2m (wir sind halt beide große Menschen). Dein Badezimmer willst Du auf 75% dieser Fläche unterbringen. Respekt. Dann geht die Tür aber hoffentlich nach außen auf, oder? Auch die Sofaecke mit Tisch auf der Größe meines Doppelbetts halte ich für spartanisch. Klar geht alles.
    Wenn man diese Größen wirklich so realisieren wollte, führt wohl kein Weg an einer 1-Zimmerwohnung vorbei, denn Wände und Türen erschweren diese Aufteilung doch enorm. Da geht hier und dort leicht man der eine oder andere Quadratmeter verloren.

    Als Student habe ich auch ein 12qm Zimmerchen gehabt und mir mit 5 anderen Bad und Küche/Gemeinschaftraum geteilt. Es war ok, aber heute möchte ich das nicht mehr. Ich empfinde das von Dir beschriebene 20-30qm-Wohnen als beengt. Für mich wäre und ist das nichts. (Zählst Du eigentlich die Gemeinschaftsräume anteilig oder für jede Person getrennt?) Ich weiß, dass ich mit meiner Wohnung mir einen echten Luxus gönne (wir haben die Durchschnittsgröße), den ich aber auch sehr genieße. Mir gibt ein größerer leerer Raum ein anders positiveres Empfinden als vollgestellte und gestapelte Vogelkäfige. Das stresst mich persönlich sehr.

    Aber das ist ja das schöne am Leben: Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Für mich wäre das nichts (mehr).

    Liebe Grüße
    Dummerchen

    • Hallo Dummerchen,
      so aufrührerisch war mein Artikel eigentlich gar nicht gemeint und meine Rechnung sollte eigentlich auch nicht besonders minimalistisch, sondern eher durchschnittlich/objektiv sein. Schließlich hat man auf meinen vorgerechneten 20-30 m² wirklich Platz für alle möglichen Annehmlichkeiten und muss keinerlei Kompromisse eingehen. Ein minimalistisches Wohnen würde dann eher auf 10-15 m² oder weniger stattfinden (für eine einzelne Person). Da sind dann schon eher eine genaue Planung und auch Kompromisse erforderlich.
      Dein 2 x 2 Meter-Bett macht die Rechnung jetzt ja um nur einen Quadratmeter größer – das macht also gar nicht so viel aus. Was das Bad angeht: Wir haben in unserer jetzigen Wohnung zwei Badezimmer. In beiden befinden sich Toilette und Waschbecken – im ersten darüber hinaus eine Badewanne und im zweiten eine sehr geräumige Dusche (in die auch locker zwei Leute reingehen). In beiden geht die Tür nach innen auf und besonders im ersten Bad ist noch ziemlich viel Platz – mit etwas gutem Willen könnte ein nicht allzu großer Mensch noch auf dem Boden Liegestütze machen. Das erste Bad ist 1,95 x 1,65 m (= 3,22 m²) groß, das zweite 1,90 x 1,43m (= 2,72 m²) groß. Ich denke also, dass ich mit 3 m² keine unrealistische Annahme getroffen habe.

      Wenn man alleine wohnt, ist bei 30 m² eine Einzimmerwohnung natürlich eine gute Wahl (siehe z.B. PIBE350, der in einer 21 m² EZW alleine wohnt: http://bit.ly/1TV32V7). Wenn die Wohnung einigermaßen sinnvoll geschnitten ist, kann ich mir mit dieser Fläche aber auch gut eine Zweizimmerwohnung vorstellen: 3 m² fürs Bad, 7 m² für die Küche. Bleiben noch 20 m² übrig. Meistens haben Zweizimmerwohnungen ja einen Flur, also rechnen wir hierfür mal 4 m² und bringen dort passende Regale/Schränke unter, so dass wir im Flur gleich alle unsere Sachen unterkriegen. Bleiben noch 16 m². Ein Schlafzimmer kann man gut auf 6 m² unterbringen: 2-3 m² fürs Bett, dann bleibt sogar noch ein bisschen was für Hobby oder Freiraum über. Die verbleibenden 10 m² werden dann das Wohnzimmer: Genug Platz für Sitzecke mit Tisch sowie Schreibtisch zum Arbeiten und wieder bleibt sogar etwas Freiraum. Was bräuchte man mehr? Klar ist die Aufteilung in der Realität vermutlich niemals so optimal – aber ich denke dass kann man mit einer cleveren Einrichtung und „Wohnraum-Optimierung“ ganz gut ausgleichen. Dann fliegt der Kleiderschrank halt raus und wird durch flache Hängeschränke unter der Decke ersetzt. Die Sitzecke im WZ (oder sogar der Schreibtisch) wird in die Küche verlegt. Das Bett wird zum Bettsofa und die Sitzecke kommt mit ins Schlafzimmer. Oder man besorgt sich einen dieser coolen Bett-Wandschränke. Oder.. ich denke die Möglichkeiten sind unbegrenzt um die „verlorenen“ Quadratmeter so weit es geht zu reduzieren.

      Die Wohnsituation (WG, alleine wohnen, Haus/Wohnung) würde ich von der Wohnfläche nochmal getrennt betrachten. Ich bleibe zwar weiterhin Fan einer kleinen Wohnung, die WG-Tage werden für Joana und mich aber auch irgendwann gezählt sein – als Berufstätiger und spätestens mit Kindern bietet eine eigene Wohnung dann meistens doch Vorteile.

      übrigens finde ich es doch ein wenig erstaunlich, wie anspruchsvoll wir Deutschen/Europäer eigentlich mit unserer Wohnsituation sind. Alexander kann sich weniger als 120 m² für sich und seine Frau nicht vorstellen. Du schreibst: „Mir gibt ein größerer leerer Raum ein anders positiveres Empfinden als vollgestellte und gestapelte Vogelkäfige. Das stresst mich persönlich sehr.“ Das können wir denke ich nur so sagen, weil Wohnraum für uns kein rares Gut ist und fast jede beliebige Wohnungsgröße und Ausstattung erschwinglich ist. Wenn man sich in anderen Gegenden der Welt umguckt, war selbst dein 12 m²-Studentenzimmer und das geteilte Bad schon Luxus. In Indien habe ich in einem Wohnheim auf dem Campus gewohnt – mein Zimmer war 6 m² groß, das Bad teilten wir uns zu zehnt. Und das auch nur, weil mein Wohnheim schon recht modern war – die Zimmer in den älteren Gebäuden maßen eher so 4 m². Die Wohnheime besaßen keine Heizung und keine Isolierung – was im Winter bei Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt schon recht unangenehm wurde. Die Inder haben sich dann einen Ölradiator besorgt und zu siebt oder acht in dem einen beheizten Zimmer geschlafen. Alles keine armen Leute, wohlgemerkt. Die Universität war eine staatlich gut geförderte Elite-Universität und die Studenten hatten entweder reiche Eltern oder waren mit stattlichen Stipendien ausgestattet (die meisten hatten Laptops, Handys, Markenklamotten). Alleine die Ansprüche ans Wohnen waren geringer. Vermutlich haben mich solche Erlebnisse in meiner Wahrnehmung beeinflusst, was minimalistischer Wohnraum und was „Luxus“ ist. Darum betrachte ich meine 20-30 m²-Rechnung eigentlich noch nicht als minimalistisch.
      Selbst hier in England, einem entwickelten westeuropäischen Land, sind die Häuser und die Zimmer allgemein deutlich kleiner als in Deutschland. Joanas und mein Zimmer ist mit 10,5 m² schon eines der größeren hier im Haus. Ein typischer Double-Room, wie er in WG-Annoncen angeboten wird, mist gerne auch mal nur um die 6-8 m².

      • Hallo Oliver,
        mir ist vollkommen klar, dass man ein gutes Leben auf weniger Fläche führen kann. Und Deine Berichte aus Indien zeigen ja auch, dass es sicherlich eine Frage der Gewohnheiten ist. Ich könnte sicherlich auch auf weniger Wohnraum leben und würde ich tatsächlich mit dem konkreten Gedanken spielen, zukünftig meine Arbeitstätigkeit (und damit mein Einkommen) stark zu reduzieren, wäre ein Umzug in eine kleinere Wohnung der allererste Schritt. Ich weiß, dass wir uns mit unserer Wohnung einen Luxus leisten. Es ist neben dem (leider unvermeidbaren) Besitz eines Autos aber auch der einzige Luxus den ich mir (dauerhaft) gönne.
        Ob das jetzt eine „rationale Herangehensweise“ ist, wie Du es in Deiner Einleitung nennst, kann ich Dir nicht sagen. Es ist nicht die kostengünstigste Herangehensweise, aber Gefühle wie Beklommenheit durch räumliche Enge sind Teil meiner Person. Und auch diese haben für mich einen Wert. Ich habe nicht vor, mit „vulkanischer“ Logik und purer Rationalität mein Leben zu führen. Gefühle haben da genauso ihren Platz – wenn nicht sogar einen höheren Stellenwert. Würde ich immer nur rational durch Leben gehen und mit nüchterner mathematischer Logik mein Leben betrachten, könnte ich auch sagen, dass eigene Kinder rational keinen Sinn im Leben haben dürften. Sie verursachen zusätzliche Kosten und erfordern weiteren Wohnraum. (Ich habe keine Kinder, aber das hat andere Gründe.)
        Ich kann mir halt diese „irrationalen Entscheidungen“ leisten, treffe diese aber nicht unreflektiert. Ich denke, das ich eigentlich der entscheidende Punkt. Genau so wie ich meinen besser bezahlten Beruf aufgegeben habe und nun im neuen Beruf mit 70% des alten Gehalts über die Runden kommen muss. Rational ist das insbesondere im Hinblick auf meine Sparquote eine bescheuerte Idee. Meiner Psyche tut der neue Beruf aber ausgesprochen gut. Gefühle lassen sich in meinen Augen nicht so einfach mit Geld bewerten.

        Liebe Grüße
        Dummerchen

      • Hallo Dummerchen,
        Ich finde nicht, dass eine rationale Entscheidung erfordern muss, seine Emotionen komplett außer Acht zu lassen. Und auch nicht, dass man diese irgendwie mit Geld begründen/aufwiegen können muss. Ich verstehe unter einer rationalen Entscheidung eigentlich nur, dass man kognitiv ein bestimmtes Vorgehen entwickelt um zu einem bestimmten Ziel zu gelangen. Geld ist dabei ein Instrument, das für das Erreichen des Ziels eingesetzt werden kann. In meinem Artikel ging es ja um das Ziel, zufrieden und sorgenfrei zu wohnen. Und Zufriedenheit und Sorgenfreiheit sind ja nichts anderes als Gefühle, weshalb sie hier also sogar die Hauptrolle spielen – das Ziel ist quasi die Herstellung eines bestimmten Gefühlszustands. Wenn dein Ziel also Zufriedenheit und Lebensglück ist, dann war die Entscheidung für den Berufswechsel denke ich absolut rational.

        Mir ging es eigentlich um etwas anderes: Es gibt ja immer unterschiedliche Möglichkeiten, sein Ziel zu erreichen. Wenn ich zufrieden wohnen will, mich aber auf weniger als 50 m² beengt fühle, kann ich entweder eine Wohnung mieten, die mindestens diese Größe hat, oder versuchen zu lernen, auch auf weniger als 50 m² zufrieden zu sein. Welches davon der effektivste und effizienteste Weg ist, hängt vom Wohnort, der eigenen Persönlichkeit und den persönlichen Prioritäten ab. In Deutschland ist erstere Möglichkeit zur Zeit meistens günstig zu bekommen und daher recht effizient. In New York City ist man vielleicht besser beraten, es erstmal mit dem zweiten Weg zu probieren (oder aus New York City wegzuziehen). In unserer heutigen Gesellschaft, wo alles kaufbar ist, wird häufig prinzipiell der erste Weg gewählt, auch wenn der zweite klar sinnvoller ist. Als Frugalist gehe ich prinzipiell gerne eher den zweiten Weg, sofern dieser für mich praktikabel ist (ich bin ja auch nur ein Mensch und habe meine Grenzen). Ich denke, dass dieser mich auf lange Sicht zufriedener macht und dabei weniger (finanzielle wie ökologische) Ressourcen benötigt. Ich schaue mich deshalb auch gerne in der Geschichte und in anderen Teilen der Welt um: Wie machen es andere Menschen? Wie kann man es noch machen? Und da erinnerte ich mich eben an diese Erlebnisse aus Indien, die zeigen, wie Menschen auch mit wenig Platz und ohne westlichen Komfort zufrieden leben können. Ich denke, davon können wir lernen.

      • Hallo Oliver,
        danke für die zusätzlichen Erklärungen. Du hast mit dem Hinweis auf die Gefühle recht – Du erwähnst es ja auch in Deiner Einleitung zum Artikel. Du schließt rationales Vorgehen und gefühlsabhängige Ziele nicht aus. Vielleicht fühle ich mir auch „nur“ auf den Schlips getreten, weil Du in der Einleitung schreibst: „Schon beim Aussuchen ihres Wohnraums treffen viele Menschen irrationale Entscheidungen und mieten oder kaufen in der Folge fast immer deutlich zu teuer“

        Ich empfinde meine Entscheidung für einen größeren Wohnraum eben nicht als irrational (sofern Du die Gefühlsebene eben nicht ausblendest), sondern sehr bewusst (kognitiv rational) unter Berücksichtigung meiner Bedürfnisse. Ob die Bedürfnisse so sein müssen, ob man diese nicht ändern könnte, ob man diese eventuell auch nicht ändern sollte – all das sind dann andere Fragen.

        Aber wie gesagt, es ist vermutlich eher mein Problem, dass ich das o.g. Zitat auf mich beziehe.

        LG
        Dummerchen

      • Hallo Dummerchen,
        verzeih mir wenn ich mich mit diesem Satz in der Einleitung etwas unklar ausgedrückt habe. Mit den „irrationalen Entscheidungen“ meinte ich eigentlich nur, dass die meisten Menschen aus Prinzip nach so viel Wohnraum wie möglich streben, obwohl das für das (angenommene) Ziel, ein zufriedenes und sorgenfreies Wohnen zu ermöglichen, gar nicht der wichtigste Faktor ist (sondern eigentlich mit der unwichtigste) und im Gegenteil sogar zu weniger Lebensglück führen kann (durch die höhere finanzielle Belastung und weil man sich um mehr Wohnraum und Einrichtung kümmern muss). Irrational also einfach im Sinne von „nicht zielorientiert“ und nicht „emotionslos“ 🙂 In der Hinsicht war mein Satz dann wohl etwas unscharf formuliert.

  5. Hallo,

    ich habe mir bei der Wohnungssuche ein Maximalbudget gesetzt und wollte das beste rausholen. Jetzt denke ich manchmal, dass meine Wohnung etwas zu groß für mich ist. Und ich besitze noch zu viel Zeug. Aber umzuziehen macht auch nur begrenzt Sinn, denn die Mieten sind seither angestiegen, meine wurde aber nicht erhöht. Ich hätte schon damals Artikel wie den hier lesen sollen 😉

    Ich finde deine Sichtweisen total super.

    Schöne Grüße

    Tanja

  6. Hallo Oliver,
    ich freu mich jedesmal riesig wenn es wieder ein neues Thema gibt 🙂
    Deine 30qm würden mir absolut genügen, obwohl ich nun auf fast 120qm lebe, für’s Rentenalter such ich genau sowas! Aber kleine Wohneinheiten sind nicht so einfach zu finden, ich halte Ausschau.
    Minimalistisch hab ich schon immer gelebt, ich fühle mich sehr viel freier ohne so viel Kram, bin schon gespannt auf die Fortsetzung.

  7. Ich bin da sehr ähnlich drauf, wie die Ex-Studentin.

    Ich lebe in einer 48 qm2 Wohnung. Alleine. Nicht weil ich den Platz unbedingt brauchte, sondern einfach weil es hier verdamm schwierig ist kleinere Wohnungen zu bekommen. Studentenstadt halt. Dabei kostet diese Wohnung als Neubau und allen drum und dran grade mal 100€ Kaltmiete mehr als vieler der 20-30 qm2 Studentenwohnung. Verrückte Welt. Von daher gebe ich diesen Mehrbetrag gerne aus.

    Aber ich würde mit einem Partner aus dieser Wohnung auch nicht ausziehen. Also ich finde die 50 qm2 für zwei Personen ziemlich passend. Der einzige Grund meine Wohnung zu verlassen wäre wohl ein Kind und ein Kinderzimmer. Nicht bei der Geburt, aber dann würde ich wohl das Suchen beginnen. Aber nicht übertrieben von den Maßen. Ein Raum mehr müsste es halt sein. Aber bis dahin wird noch einiges an Wasser an den Fenstern runter laufen 😀

    Von daher ja, mann kann es mit Wohnraum leicht übertrieben und sollte bewusster denken. Aber dennoch kann manchmal die etwas größere Wohnung einfach im Grunde einfacher sein. Bringt mir ja nichts, wenn ich jedes Mal alles umbauen muss, wenn Freunde kommen. In der Zeit kann ich lieber das Geld verdienen.

    Gruß,
    mafis

    • Hi mafis,

      „Aber dennoch kann manchmal die etwas größere Wohnung einfach im Grunde einfacher sein. Bringt mir ja nichts, wenn ich jedes Mal alles umbauen muss, wenn Freunde kommen. In der Zeit kann ich lieber das Geld verdienen.“

      Ist das wirklich so? Benötigt das Aufstellen eines Tisches oder das Umklappen eines Bettes wirklich mehr Zeit, als du das Geld verdienen könntest? Bei deinem Stundenlohn und deiner Miete pro Quadratmeter, wie oft müssen Freunde bei dir klingeln, damit sich das lohnt? Ich denke, es ist einfach nur komfortabler, nichts umstellen zu müssen, finanziell wird aber in den meisten Fällen glaube ich kein Schuh draus. Ich sehe es ja auch eher kritisch, „auf Vorrat“ mehr Wohnraum zu kaufen. Wenn bei dir nicht gerade Tag und Nacht Freunde ein- und ausgehen, ist es dann ein wenig wie die Saftpresse, die man nur zweimal im Jahr benutzt (mit dem Unterschied, dass die Saftpresse vernachlässigbare Miete und Nebenkosten hat).

      Ansonsten sprichst du aber auch noch eine Sache an, die ich jetzt schon häufiger gelesen oder gehört habe: Oft ist es gar nicht mal die Nachfrage, die unseren Wohnraum mitbestimmt, sondern das Angebot. Es ist kaum zu glauben, aber kleine Häuser und Wohnungen sind – wie bei dir ja auch – vielerorts Mangelware. Es muss wohl erst flächendeckend die Nachfrage nach frugalistischem Wohnen vorhanden sein, damit auch wieder mehr Wohneinheiten in angemessener Größe entstehen 😉

  8. Kleines Beispiel aus meiner Erfahrung: Vor ein paar Jahren lebte ich mit meinem Freund zu zweit auf 55 m² und habe nichts vermisst. Im Hinterkopf habe ich aber immer gedacht, wenn wir mal eine Familie haben, dann ziehen wir in mein Elternhaus. Dort hat eine Wohnung eine Fläche von 120 m². Darüber hinaus habe ich sogar mit dem Gedanken gespielt, selbst diesen großzügigen Wohnraum zu erweitern, indem man die Wohnung mit dem Dachgeschoss darüber verbindet. Mein nicht hinterfragter Glaubenssatz lautete „Je größer desto besser“.

    Und was soll ich sagen? Jetzt wohnen wir zu dritt auf eben diesen 120 m². Ein Zimmer ist bisher komplett ungenutzt geblieben. Unsere Tochter (2 Jahre) schläft bei uns im Schlafzimmer. Das Kinderzimmer nutzen wir meist als Wohnzimmer, sodass wir auch das eigentliche Wohnzimmer kaum benötigen. Alles in allem eine viel zu große Wohnung für unseren Bedarf. Umziehen kommt aber aus vielerlei Gründen nicht infrage (günstige Miete wegen familiärer Bindung, unmittelbare Nähe zu meinem Arbeitsplatz und der KITA, Kommunen-Feeling da meine Eltern und meine Schwester mit Familie im Haus wohnen, Zweitkinderwunsch, etc.)

    Fazit: Ich bin glücklich mit meiner Wohnsituation, aber das liegt nicht an der hohen m²-Zahl.

    • Hallo Kirchenmaus,

      danke dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Das hört sich ja eigentlich genau so an, wie ich es auch vermutet habe: Die Arbeit und die KITA in der Nähe zu haben und von der Familie umgeben zu sein sind die viel wichtigeren Faktoren, wenn es darum geht, zufrieden zu wohnen. Darum ist es denke ich auch richtig von euch, erst einmal in der Wohnung zu bleiben, auch wenn diese vielleicht etwas zu groß ist. Mit 120 m² zu dritt seid ihr aber auch noch unter dem bundesweiten Durchschnitt. Und wenn ihr eines Tages doch noch einmal woanders hinzieht, dann habt ihr mit Sicherheit aus den Erfahrungen gelernt und entscheidet dann vielleicht anders.

  9. Hallöchen,

    als wir vor ein paar Jahren aus England zurückgekommen sind, haben wir uns mehrere Häuser angeschaut, um uns längerfristig unser Nest zu bauen. Dabei hatte ich immer im Hinterkopf: je größer, desto besser. Bei zwei gleichteuren Häusern hätten 10 oder 20 zusätzliche Quadratmeter einen Riesenunterschied gemacht. Wir sind dann schließlich in ein Haus mit „nur“ 150qm gezogen.

    Und was hat sich recht schnell rausgestellt: Es ist zu groß! Wir brauchen den Platz nicht – auch als vierköpfige Familie nicht. Sollten wir noch 2 oder 3 Sprösslinge nachschieben, dann sieht die Sache vielleicht anders aus. Aber das wird wohl eher nicht der Fall werden. Im Moment stehen zwei Zimmer fast immer leer. Klar ist es schön, wenn wir den Besuch gut unterbringen können. Aber dafür 75.000 Euro mehr zu zahlen für die Immobilie? Das ist es auf keinen Fall Wert. Die Bude muss ja auch sauber gehalten werden – da zählt jeder Quadratmeter und jedes Fenster 🙂

    Irgendwie ist es schon komisch. Man ist irgendwie drauf gepolt, das Größer gleich Besser ist. Ich weiß nicht, ob mich ein ganz frugalistischer Wohnansatz glücklicher machen würde (wahrscheinlich nicht) aber etwas weniger Lebensraum wäre wohl besser. Aber jetzt ist der Drops gelutscht. Die Hütte ist gekauft. Wenn wir irgendwann weiterziehen, wird es eine Verkleinerung geben.

    Schöner Artikel! Ich finde es gut, wie klar Du nach Deinen Ansichten lebst und auch drüber schreibst.

    VG, nico

    • Hi Nico,
      danke für dein positives Feedback. Die „Größer ist besser“-Mentalität scheint wirklich so tief in unserer Kultur verwurzelt zu sein, dass sie sogar die cleversten Sparfüchse und Finanzglücklichen erwischt. Und auch ich habe mal ganz genauso gedacht. Als ich mir vor 3 Jahren eine neue WG gesucht habe, war mein Anspruch „mindestens 16 m². Mein Zimmer in der alten WG hatte 14 m², was eigentlich ausreichte, aber ich dachte eben, größer wäre besser. Im Endeffekt habe ich dann auf die Schnelle nichts passendes gefunden und bin mehr oder weniger notgedrungen in ein Zimmer mit 13 m² gezogen. Im Nachhinein war das total ausreichend. Auch 10 m² oder 8 m² hätten mich nicht unglücklicher gemacht. Woran ich mich jetzt noch erinnere, waren die coolen Stunden in der WG mit meinen netten Mitbewohnern.
      Hauptsache ist, dass wir es jetzt besser wissen 🙂

  10. Hallo Olli, grundsätzlich schätze ich – wie immer – Deinen frugalen Ansatz. Zwei Ergänzungen habe ich allerdings: Wenn man ein Objekt (z.B: Einfamilienhaus) kaufen möchte um es als Wertanlage zu vermieten / ggfs. erstmal selbst zu nutzen ist das Thema Größe ein Anderes. Hier macht es manchmal dann doch Sinn, ein paar m² mehr zu kaufen (aktuell kann man ja auch recht günstig finanzieren) um dies dann später gewinnbringend zu verkaufen.

    In Sachen Miete stimme ich Dir zu, hier sollte man ggfs. auch noch einbeziehen, dass der m² auf dem Land natürlich günstiger ist als in der Stadt. Man sollte sich schon genau überlegen, ob man nach Hamburg Zentrum ziehen möchte, oder ob Pinneberg und die Sbahn reicht, um agil zu sein und an Events teilzunehmen.

    • Hi Robert,
      auch bei Immobilien als Wertanlage würde ich nicht pauschal auf mehr Wohnfläche setzen. Klar, bei Vermietung kann man für eine größere Wohnung oder ein größeres Haus mehr Miete verlangen. Allerdings ist auch der Kaufpreis höher – ich würde darum vermutlich lieber mehrere kleine als ein großes Objekt kaufen, um so das Risiko von z.B. Mietausfällen oder Wertverlust über mehrere Immobilien zu streuen.
      Bei der Eigennutzung würde ich sogar von mehr Wohnfläche klar abraten. Solange man noch in der Immobilie wohnt, gelten ja an sich die gleichen Regeln wie wenn man ein Haus dauerhaft kauft oder mietet: „So klein wie möglich“ ist meistens besser. Und ob man beim Verkauf dann wirklich eine Wertsteigerung realisieren kann, ist reine Spekulation. Langfristig und inflationsbereinigt steigen Immobilien nicht im Wert (vgl. u.a. „Gerd Kommer – Kaufen oder Mieten?“)- sie sind im Gegensatz zu Aktien oder vermieteten Objekten keine produktiven Anlageklassen. Darum würde ich für die Eigennutzung immer lieber etwas kleines kaufen/mieten und das gesparte Geld in produktive Assets wie Aktien oder Mietobjekte stecken.

  11. Im großen und ganzen stimme ich Dir zu, allerdings kommt es nicht auf die Quadratmeterzahl alleine an, sondern auch auf die Verteilung des Platzes. Hier bei meinen Schwiegereltern z.B. sieht die Küche auf dem ersten Blick recht groß aus, versucht man aber drin zu kochen/essen stellt es sich heraus, dass wir einen Sitzplatz zu wenig haben, 2 Sitzplätze blockieren die Spüle und den Herd, 1 Sitzplatz blockiert den Kühlschrank und die übrigen 2 Sitzplätze blockieren den Weg in die anderen Zimmern. D.h. wenn jemanden am Tisch sitzt können die anderen nicht kochen und wenn jemanden kocht können die anderen nicht am Tisch sitzen. Deswegen wäre eine deutlich größere Küche schon besser. Andererseits haben wir hier ein riesigen Schlafzimmer wovon locker die Hälfte nur leeres Boden ist. Wenn man irgendwie die Hälfte Schlaftzimmer rausschneiden könnte und an die Küche draufkleben, wäre das Problem gelöst. Quadratmeterzahl wäre aber gleich.

    • Ja, da stimme ich dir zu. Die Aufteilung spielt schon eine große Rolle – und so richtig 100% passend kriegt man es mit der Aufteilung wohl nur hin, wenn man sein Haus selbst plant und baut. Als Eigenheimkäufer kann man immerhin noch ein paar Anpassungen vornehmen – meine Eltern haben nach ihrem Hauskauf etwa den Kücheneingang zugemauert und dann einen großen Durchbruch ins Nachbarzimmer gemacht, um eine Art Wohnküche herzustellen.
      Vieles kann man auch noch mit einer geschickten Einrichtung und Anordnung „retten“, denke ich. Wenn man die Küche „from scratch“ selbst plant, gibt es bestimmt auch einen Weg, selbst bei einer eher kleinen Küche gleichzeitig kochen und essen zu können (Tisch mit eingebautem Kühlschrank, an die Wand geschraubte Klappstühle, zweimal zwei Herdplatten in einer Reihe nebeneinander statt im Quadrat angeordnet, irgendsowas… dem Ingenieur ist nichts zu schwör :))

  12. Da muss ich mich auch einschalten 🙂
    Wisst Ihr wovon ich träume? Mit einen Haufen finanziell freie (oder werdende) Menschen wie die meisten von euch in eine Gemeinschaft zu ziehen. Sowas wie http://www.schloss-tempelhof.de/. Mit relativ kleine Wohnungen/Häuser, großer Garten und Spielplatz. Viel Natur. Gemeinsam Essen, Gartenpflegen, Haus pflegen und einfach Zeit haben die Welt (ein wenig) zu verändern.

    • Ich bin auf jeden Fall dabei! Jede Familie wohnt dann in einem Tiny Home / Earthship und es gibt einen gemeinsamen Fahrradpool. Ein bisschen wie MMM’s „Badass Utopia“.

  13. Ich bin ein normaler Mensch und brauche mehr. Vor allem mehr Autarkie und Platz für Vorratshaltung und Werkzeug. 30/42 m2 Wohnung: Das es auch noch platzfressende Technik für Strom und Heizung gibt, scheint den Autor nicht zu interessieren. Waschmaschine gibt es auch nicht in Ihrer 30/42m2 Planung. Handwäsche? Teurer Waschsalon?

    Der Trend „wenig zu haben“ ist eher ein typisches Statement in der heutigen reizüberfluteten und schnellebigen Zeit, sich übersichtlich und vor allem zeitsparend einrichten zu wollen. Ein echtes Bedürfnis. Vollkommen nachvollziehbar.

    Man sollte den Minimalismus aber nicht übertreiben, denn eine komplette funktionsfähige Basis braucht es und eine Wohnästhetik/Design ist gut für das Gemüt. Der kreative Mensch ist nicht dazu geschaffen wie eine Konservendose in eine Schachtel eingepackt zu werden. Jeder Mensch findet über kurz oder lang zu seinen idealen m2:
    – was möchte ich in diesen Räumen tun oder welchen Zweck erfüllt der Raum (Funktion)?
    – wie oft und wie lange halte ich mich dort auf (Nutzungsfrequenz)?
    – wie ändert sich Funktion und Nutzungfrequenz in 5,10, 20 Jahren?
    – wie flexibel kann ich Rück- oder Umbau tun, wenn Nutzungsänderung?

    …und als Fazit wird jeder seine optimalen Quadratmeter finden.
    „Lebe so klein wie möglich“ ist nicht für jeden die Zauberformel des glücklich seins.

    • Hallo NormalerMensch,

      in den Wohnungen, in denen ich bisher gewohnt habe (und das waren ein knappes Dutzend), war die Technik für Strom und Heizung immer irgendwo im Keller/Dachboden untergebracht. Das habe ich jetzt nicht als Wohnraum mitgezählt. Ein Boiler in der Küche an der Wand war ansonsten das höchste der Gefühle.

      Eine Waschmaschine hatte ich bisher auch immer. Ich weiß ja nicht, was du für eine Maschine im Haus hast, aber unsere Waschmaschinen brauchten immer weniger als 1 m² Platz. Oft konnte man sie sogar platzsparend in der Küche unter die Arbeitsfläche stellen – oder es gab im Haus einen extra Waschkeller.

      30 m² ist viel mehr als man denkt. In unserer WG hatten wir 20 m² pro Person zur Verfügung und da gab es natürlich auch eine Waschmaschine. Dazu drei Kühlschränke, einen Hauswirtschaftsraum, ein Esszimmer und einen Wintergarten:
      http://frugalisten.de/die-effizienteste-art-zu-wohnen-so-leben-wir-luxurioes-ohne-mietwohnung-und-eigenheim/

      Deine Fragen zu den „idealen m²“ finde ich genau richtig. Und ich glaube, wenn man sich diese durchdacht beantwortet, würden viele Leute bei sehr viel weniger Wohnraum landen, als sie derzeit bewohnen.
      Das meine ich mit „so klein wie möglich“: Eben nur so groß, wie man wirklich braucht. Ich glaube, dass viele Menschen ihren Wohnraum-Bedarf grundsätzlich überschätzen. Dass häufig diese Fragen gar nicht oder unter falschen Annahmen beantwortet werden. Und das häufig einfach viel zu viel Krempel unsere Wohnungen verstopft. Und damit meine ich nicht Werkzeug und Vorräte, sondern Sachen, die wir eigentlich nicht brauchen.

Schreibe einen Kommentar