Freizeit Prioritäten comdirect finanzblog award 2019

Freizeit, Prioritäten und ein Finanzblog-Preis

Eigentlich hatte ich mir mal vorgenommen, mindestens einen neuen Blogartikel im Monat zu veröffentlichen. Doch manchmal klappt es einfach nicht. Sei es, weil mir für eine Weile die Motivation und Energie zum Schreiben fehlt – oder weil ich ein paar Wochen einfach keine Zeit finde, etwas aufs digitale Papier zu bringen.

In den vergangenen zwei Monaten kamen wohl beide Gründe zusammen. Wenn ich in unserem Kalender zurückblicke, wundert mich das auch nicht. Wir waren nämlich wirklich ganz schön beschäftigt.
Einige Familiengeburtstage standen auf dem Programm (unter anderem der 100. Geburtstag von Joanas Uroma) und wir waren auf der Hochzeit unserer Nachbarn zu Gast. Ich unternahm zwei Dienstreisen nach Freiburg, fuhr auf einen Junggesellenabschied nach Lüneburg und zwei Tage mit den Jungs für eine Kneipentour nach Düsseldorf. Im Oktober stand die Taufe unserer Kleinen und Joanas Geburtstag auf dem Programm. Und wenn wir doch mal ein Wochenende zu Hause verbrachten, bekamen wir fast immer Besuch von Freunden oder Familienmitgliedern.

Wieviel ist genug?

Anfang November reisten Joana und ich mit der Kleinen in die Abtei Marienstatt, einem Zisterzienserkloster im Westerwald zwischen Bonn und Frankfurt. Das Kloster ist eines der letzten seiner Art, das noch richtig von Mönchen bewirtschaftet wird. Dort hatte Frank-Michael Rommert, ein Bekannter von uns aus der FIRE-Community, mit seiner Familie das Wochenendseminar Wieviel ist genug? auf die Beine gestellt. Das Event richtete sich vor allem an Selbstständige und Freiberufler, die ihre privaten Finanzen besser organisieren und in den Griff kriegen wollten.

Frank-Michael zeigte den Teilnehmern, wie er eine Vermögensbilanz und ein Haushaltsbuch für seine Familie erstellt und was es dabei zu beachten gibt. Ich hielt einen Vortrag darüber, wie man seinen Lebensunterhalt aus Kapitalvermögen bestreiten und so früher in Rente gehen kann.
Via Skype schaltete sich J.D. Roth aus Portland (USA) dazu und erklärte sein Sechs-Stufen-Modell der finanziellen Freiheit. J.D. ist vielleicht einigen von euch ein Begriff. Mit seinem 2006 gestarteten Blog getrichslowly.org zählt er zu den Pionieren der US-amerikanischen FIRE-Community.

Zwischen den Vorträgen, bei einem Waldspaziergang oder selbstgebrautem Bier in der Klostergaststätte blieb Zeit für persönliche Gespräche und Erfahrungsaustausch über den Umgang mit Geld – und wie man es für mehr Freiheit und Wahlmöglichkeiten in seinem Leben einsetzen kann. Unterm Strich war es ein sehr persönliches, unkommerzielles Event, das von den Teilnehmern viel positives Feedback bekam. Und obwohl Joana und ich ja schon eine Weile in der Finanzwelt unterwegs sind, konnten auch wir noch einige neue Impulse mitnehmen1.

Das comdirect Finanzbarcamp

Am Wochenende darauf machten wir uns in die entgegengesetzte Richtung auf – nämlich nach Hamburg, wo die comdirect Bank ihr alljährliches Finanzbarcamp veranstaltete.

Dort freute ich mich besonders darauf, einige meiner Bloggerkollegen wiederzutreffen. Zum Beispiel Florian Wagner, den ich im Sommer beim Schreiben seines Frugalisten-Buchs Rente mit 40 unterstützt hatte. Andere bekannte Gesichter durfte ich an diesem Wochenende zum ersten Mal persönlich treffen, zum Beispiel Tim Schäfer aus New York oder den Schweizer Sparkojote Thomas.

Das Barcamp selbst ist eine Art Konferenz ohne festgelegte Agenda. Stattdessen werden die Inhalte zu Beginn von den Barcamp-Besuchern selbst vorgeschlagen. Die gewählten Themen können dann in jeweils 45 Minuten langen Sessions von allen interessierten Teilnehmern diskutiert werden. Da immer sechs unterschiedliche Sessions gleichzeitig stattfinden, ist eigentlich für jeden etwas Interessantes dabei.

Florian und ich starteten ebenfalls zusammen eine Session über Frugalismus. Dort erklärten wir unsere Lebensphilosophie, mit der wir gleichzeitig Geld sparen und ein gutes Leben führen.

Foto: Vincent Willkomm (freakyfinance.net). Das ziemlich coole Graphic Recording (so der Fachbegriff) haben wir nicht selbst gemalt – diese Ehre gebührt Friederike von sketchnotemafia.

Der finanzblog award

Zum Abschluss des Barcamps wurde schließlich der comdirect finanzblog award verliehen, der vermutlich bekannteste deutsche Finanzblog-Preis.

Den Hauptpreis, der jährlich von einer Jury vergeben wird, ging in diesem Jahr an den noch recht frischen Blog Femance von Hava Misimi. Auf dem zweiten Platz landete der Blog und YouTube-Kanal von Finanzfluss, die auch den Sonderpreis für das beste Videoangebot erhielten. Platz drei belegte Finanzrocker Daniel Korth.

Neben dem Jurypreis gab es auch noch einen Publikumspreis, bei dem die Leser im Vorfeld für ihren Lieblingsblog abstimmen durften. Vielleicht erinnert ihr euch noch an das große schwarze Banner hier auf dem Blog, mit dem ich im September und Oktober für die Abstimmung geworben hatte.

Jedenfalls haben so viele von euch für Frugalisten gestimmt, dass ich den Publikumspreis tatsächlich mit nach Hause nehmen durfte! Vielen, vielen Dank an euch alle, dass ihr mich mit eurer Stimme unterstützt habt! 🙂

https://twitter.com/finanzblogaward/status/1201064894759669761

Einen super Bericht mit vielen Eindrücken und einem Video vom Finanzbarcamp findet ihr bei Vincent von freaky finance.

Prioritäten

Bei diesen vielen Reisen und Unternehmungen ging mir irgendwann schon das Wort Freizeitstress durch den Kopf. Und auch unser normale Alltag zu Hause ist mit Baby anspruchsvoller und zeitintensiver als früher. Mein Angestelltenjob im Büro ist zurzeit jedenfalls der entspannte Teil in meinem Leben.

Bevor wir Eltern wurden, erzählten uns verschiedene Leute: Mit einem Kind wird einfach alles anders, das ganze Leben verändert sich.
Das wirklich alles anders geworden ist, diesen Eindruck habe ich bisher noch nicht. Definitiv aber sind Zeit, Energie und Ruhe knappe Ressourcen geworden.

Vorher war für alles Mögliche immer irgendwie Zeit da und ich konnte zu allem bedenkenlos Ja sagen. Doch mittlerweile treten Beruf, Baby-Betreuung, Haushalt und Erledigungen, Hobbys und andere Projekte mehr und mehr in Konkurrenz miteinander.

Ich weiß: Wenn ich heute in die Kickerbar gehe, muss ich mich morgen um das Baby kümmern und kann keinen Blogartikel schreiben. Fahre ich dieses Wochenende auf Event XY, muss ich meinen Freelancer-Auftrag unter der Woche erledigen und bin dann zum Skaten vermutlich zu müde. Ich muss stärker abwägen und Prioritäten setzen, wie ich meine Zeit einsetze.

In den ersten Monaten nach der Geburt war mir das noch nicht so bewusst. Ich sagte Ja zu allen möglichen Unternehmungen und Ideen. Dinge, die mir wichtig waren, machte ich dann, wenn ich Zeit dafür fand. Nur leider war die Zeit eben oft nicht mehr da. Nach einer Weile merkte ich, dass ich mehrere Wochen nicht mehr skaten gegangen war. Und das, obwohl das Wetter gut war und der regelmäßige Sport eigentlich große Priorität für mich hat.

Da erinnerte ich mich an eine Geschichte, die ich vor ein paar Jahren mal irgendwo gelesen hatte.

Das Glas mit den Steinen

Ein alter Philosophieprofessor trat eines Tages vor seine Studenten. „Wir werden heute ein kleines Experiment machen!“, verkündete er.

Vorsichtig stellte der alte Professor ein großes Glas vor sich auf den Tisch und füllte es bedächtig nach und nach mit großen Steinen, bis der Krug randvoll gefüllt war. „Ist der Krug voll?“, fragte er. Die Studenten zögerten nicht lange und antworteten mit einem lauten „Ja!“.

Daraufhin bückte sich der Professor und holte ein Gefäß mit Kieselsteinen hervor. Er ließ die Kiesel in das Glas gleiten und schüttelte etwas, bis die Kiesel alle Lücken füllten. Als kein weiterer mehr in das Glas passte, fragte der Professor erneut: “Ist das Glas jetzt voll?” Wieder antworteten die Studenten „Ja!“.

Der Professor bückte sich erneut und hob einen Eimer mit Sand auf den Tisch. Vorsichtig schüttete er den Sand in das Glas. Der Sand rutsche zwischen die Steine und füllte die letzten Zwischenräume im Glas.

„Ich möchte, dass Sie erkennen, dass dieses Glas wie Ihr Leben ist!“, sagte der Professor. „Die Steine sind die wichtigen Dinge, Ihre Familie, Ihr Partner, Ihre Gesundheit, Ihre Kinder, Dinge, die – wenn alles andere wegfiele und nur sie übrig blieben – Ihr Leben immer noch erfüllen würden. Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge, wie Ihre Arbeit, Ihre Wohnung, Ihr Haus oder Ihr Auto. Der Sand symbolisiert die ganz kleinen, unwichtigen Dinge in Ihrem Leben.

Was uns dieses Experiment zeigen soll, ist, dass wenn man nicht zuerst die großen Steine ins Glas legt, sie später keinen Platz mehr finden. Wenn wir Nebensächlichkeiten den Vorrang geben, dann füllen wir unser Leben damit auf, und am Ende fehlt uns die kostbare Zeit, um uns den Dingen zu widmen, die uns am wichtigsten sind. Vergessen Sie daher nicht die Frage: Was sind die großen Steine in meinem Leben?“

Was sind meine großen Steine?

Das Skaten gehört ganz klar zu den großen Steinen in meinem Leben. Trotzdem hatte ich diesen immer erst zum Schluss ins Glas gelegt. Mit der Familiengründung sind nun weitere Steine hinzu gekommen und es blieb nicht mehr genug Platz für mein Hobby.

Wie in der Geschichte musste ich diesen Stein also schon zu Anfang ins Glas legen. Darum begann ich, am Wochenende in unseren Kalender und die Wettervorhersage für die folgende Woche zu schauen und mir zwei bis drei Abende zu reservieren, an denen ich skaten gehen würde. Und wenn dadurch weniger wichtige Dinge liegen blieben, dann war es eben so.

Leider war es vor allem das Schreiben neuer Blogartikel, das in den vergangenen Wochen immer wieder liegen geblieben ist.
Noch bin ich dabei herauszufinden, was die großen und kleinen Steine in meinem Leben sind und in welcher Reihenfolge sie in mein Glas gehören. Und auch, welchen Stellenwert der Blog und das ganze Drumherum in meinem neuen Leben als Papa künftig einnehmen werden.

Auf jeden Fall hat mich die lange Funkstille selbst geärgert. Im neuen Jahr würde ich gerne wieder regelmäßiger an neuen Artikeln arbeiten. Anderseits habe ich aber auch festgestellt, dass es mir genauso Spaß macht über das Frugalismus-Thema zu sprechen und Vorträge zu halten. Vielleicht probiere ich mal aus, das Schreiben ein wenig zurückzufahren, um dafür mehr mit anderen Formaten und Medien zu experimentieren. Mal sehen, was die Zeit bringt.

Achja, bevor ich es vergesse: Die Geschichte vom Glas mit dem Steinen war ja noch gar nicht zu Ende.

Nachdem er geendet hatte, griff der Professor noch einmal unter den Tisch und holte eine Flasche Bier hervor. Er öffnete die Flasche mit einem lauten Plopp und schüttete den Inhalt in das Glas zu den Steinen, Kieseln und dem Sand. Schäumend flutete das Bier den verbliebenen Raum zwischen den Sandkörnern. 

„Und das,“ sagte der alte Professor mit einem Grinsen im Gesicht „soll uns zeigen, dass egal wie beschäftigt wir sind – für ein Bier mit guten Freunden immer Zeit ist”.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch eine schöne Adventszeit, erholsame Weihnachten (ohne allzu viel Shopping und unnötigen Krempel 😉 ) und einen guten Start ins Jahr 20202.

Im Januar präsentiere ich euch mit dem Jahresbericht dann wie üblich meine Einnahmen und Ausgaben des Jahres 2019 – macht euch auf was gefasst. 😉

1 Unter anderem wollen wir uns mal um so Dinge wie ein Testament und Bankvollmachten kümmern. Falls einem von uns etwas zustößt, wären dann zumindest die finanziellen Angelegenheiten  für den Partner und unsere Kinder geregelt. 

2 Die Tage habe ich mal gedacht: Wenn unsere Kleine erwachsen ist geht sie wahrscheinlich auf eine „20er-Party“, so wie wir heute 90er-Partys feiern. Crazy. 

29 Gedanken zu „Freizeit, Prioritäten und ein Finanzblog-Preis“

  1. Danke, dass Du und Joana das „Wieviel ist genug?“-Wochenende in der Abtei Marienstatt mit Eurer Präsenz und vor allem mit Deinem Beitrag bereichert habt! Dass Ihr dabei wart, obwohl Euer Leben gerade so angefüllt ist, weiß ich sehr zu schätzen! Es war klasse, die Zeit gemeinsam mit der Gruppe und mit Euch zu erleben.

    Was Du schreibst, treibt auch mich um („unkommerzielles Event“ auf der einen Seite, „fahre ich dieses Wochenende auf Event XY, muss ich meinen Freelancer-Auftrag unter der Woche erledigen und bin dann zum Skaten vermutlich zu müde“ auf der anderen Seite.

    In Marienstatt wurde seitens der Gruppe der klare Wunsch geäußert, etwas ähnliches zu wiederholen. Und es gab die Bereitschaft, dafür auch etwas zu bezahlen. Mal sehen, vielleicht gelingt es ja, ein weiteres Wochenende so zu konzipieren, dass der zeitliche Aufwand kompensiert wird und die Teilnahme zugleich bezahlbar bleibt. Wir werden sehen.

    Gratulation zum finanzblog award! Du hast ihn absolut verdient!

    Antworten
    • Hallo FM,
      vielen Dank! 🙂 Wir fanden das Wochenende auch klasse und freuen uns schon auf das nächste Wiedersehen.
      Zum Thema Zeitaufwand und Kompensation haben wir auf dem Spaziergang ja auch gesprochen und ich habe mir im Nachgang auch noch einige Gedanken dazu gemacht. Darauf werde ich zu gegebener Zeit aber in einem eigenen Artikel nochmal genauer eingehen.

      Antworten
  2. Wieder mal ein sehr guter und authentischer Artikel, ich habe ihn bereits heiß erwartet, muss ich gestehen 😉 Erstmal Glückwunsch zu deinem Preis, du hast ihn dir auf jeden Fall verdient, ich habe selbstverständlich auch für dich abgestimmt.
    Das Thema Familie und Kind in Kombination mit Frugalismus trifft bei mir auf jeden Fall mitten ins Schwarze. Auch wir erwarten nächstes Jahr Nachwuchs und ich bin erst langsam dabei herauszufinden, was es eigentlich für mich bedeutet und was es für Konsequenzen in allen Lebensbereichen hat, die Finanzen inbegriffen. Der Wechsel an Prioritäten kann ich mir auf jeden Fall sehr gut vorstellen. Bitte schreibe weiter so aus deiner familiären Sicht der Dinge! Ich wünsche euch ebenfalls eine schöne Weihnachtszeit, einen guten Rutsch und hoffe du hälst an deinem Versprechen fest, wieder mehr zu schreiben 🙂
    PS: Ich finde es klasse, wie du es jedes Mal hinbekommst, die guten Seiten des frugalistischen Lebensstils hervorzuheben, weil viele immer noch denken, Sparen bedeutet nur Verzicht, vor allem auf Spaß und Lebensfreude!

    Antworten
  3. Ich warte voller Spannung auf den 8. Teil der Entnahmestrategie (Krankenversicherung).
    Er gehört zu den ganz großen Steinen 🙂

    Herzlichen Glückwunsch zum Publikumspreis und schöne Feiertage!

    Antworten
  4. Lieber Oliver,

    danke für die tolle Geschichte mit den Steinen. Die trifft echt ins Schwarze – vor allem das Ende mit dem Bier 😉

    Ich warte immer gespannt auf deine Artikel; denn die lesen sich wirklich immer super spannend. Ich hoffe also, das Schreiben bleibt für dich ein großer Stein!

    Antworten
  5. Hallo Oliver,
    danke für diesen interessanten Beitrag, dessen philosophische Komponente mir gefällt und nachdenklich gemacht hat. Ich neige auch dazu, die kleinen Steine und den Sand einzufüllen und keine Zeit mehr für die großen Steine zu haben. Jedenfalls kommt es mir so vor, wenn ich sehe, wie Freunde und Kollegen jeden Abend unterwegs sind oder diversen Hobbys nachgehen, jede Woche ein neues Buch gelesen haben, ihre Wohnung weihnachtlich dekorieren, diverse Sorten Plätzchen backen… Wie machen die das alles?! Zeitmanagement ist ein Thema, über das man in der frugalistischen Lebensweise durchaus nachdenken kann.

    Btw: Die 20er Partys werden sehr bald die 90er Partys ablösen…. 1920er allerdings, die Golden Twenties. Ist mit dem Jahreswechsel zu 2020 ein großes Thema. Sieh dich besser schon mal Second-Hand-Laden nach entsprechender Kleidung um 😉

    Antworten
    • Hallo Mitleserin,
      ich finde, beim Zeitmanagement ist es wie beim Geldausgeben: Ich muss herausfinden, was mir wirklich wichtig ist, und den Rest weglassen. Zeitmanagement heißt für mich deshalb vor allem, Prioritäten zu setzen und auch Nein zu manchen Dingen zu sagen.
      Auf die Freunde und Kollegen würde ich dabei gar nicht so sehr gucken. Du machst dafür sicher andere Sachen, für die sie keine Zeit haben – oder lebst halt einfach entspannter, was ja auch total okay ist.

      Was die 90er- und 20er-Jahre-Partys angeht, bin ich mir nicht so sicher. Wir haben die 90er ja als Kinder hautnah miterlebt, so einfach lassen wir uns nicht von unserem Jahrzehnt abbrinen. 😉

      Antworten
  6. Hallo Oli,

    danke für den schönen Artikel.
    Und Glückwunsch zum Award, meine Stimme war auch dabei. 😉

    Ich wette beim Ausgabenreport 2019 kommt heraus, dass ihr mit dem Kind ein Plus gemacht habt.
    Von wegen teure Kinder!

    Alles alles Gute weiterhin und schöne Weihnachten, sowie einen guten Rutsch!

    Viele Grüße
    Benjamin

    Antworten
    • Hallo Benjamin,
      danke für dein Lob und deine Stimme beim finanzblog award!

      Ein finanzielles Plus wird mit dem Baby wohl leider nicht rauskommen. Jedenfalls nicht, wenn man den Verdienstausfall durch Elternzeit hinzurechnet (sonst ist es tatsächlich gar nicht so unrealistisch).

      Antworten
  7. Hallo Oli,

    ich fand es sehr interessant zu lesen, dass eure Tochter getauft wurde. Das heißt ja, dass einer von euch mindestens Kirchensteuer zahlt. Das ist ein großes Einsparpotential aus frugalistischer Perspektive, findest du nicht? Viel geboten bekommt man für seine Beiträge nämlich nicht gerade …

    Viele Grüße,
    Alex

    Antworten
    • Frugal bzw. frugalistisch zu leben heißt nach meinem Verständnis nicht zwingend, sämtliche Lebensbereiche unter rein finanziellen Erwägungen zu beurteilen. Zudem ging mir durch den Kopf, dass es im Leben ja nicht nur darauf ankommt, von anderen etwas geboten zu bekommen.

      Klar, in der Institution Kirche gibt es vieles, dass kritisch gesehen werden kann. Zugleich ist sie einer der wenigen Räume in unserer Gesellschaft, in dem zumindest von der Wurzel her Werte zählen, die ich lebensdienlich und wichtig finde. Und wo dies nicht der Fall ist, kann ich selbst schauen, wie ich dazu beitragen kann, dass sich diese Werte wieder stärker in der Lebenspraxis widerspiegeln.

      Wie auch immer, ich will hier niemanden überzeugen – ich glaube nur nicht, dass eine Gesellschaft ohne Kirche eine bessere Gesellschaft wäre.

      Antworten
    • Hallo Alex,

      Kirchensteuer zahlt nur Joana, ich selbst bin (als DDR-Geborener nicht unüblich) weder getauft noch in der Kirche.
      Bei der Kirchensteuer geht es aber nach meinem Verständnis auch nicht darum, etwas für sein Geld „geboten“ zu bekommen im Sinne einer Gegenleistung – sondern eher etwas, was die Gesellschaft für sinnvoll erachtet, durch seinen Beitrag zu unterstützen. Ob das gerechtfertigt ist oder nicht, kann jeder persönlich für sich selbst entscheiden. Ich selbst kann aber FMs Standpunkt sehr gut nachvollziehen.

      Antworten
  8. Den Kommentaren von Florian und Caro möchte ich mich anschließen.
    Aber auch wenn es nun (noch!) nicht der sehnlichst erwartete Krankenkassen-Artikel war, fand ich den Beitrag sehr gut.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn der Blog weiterhin mit neuen Artikeln gefüllt wird. Denn auch, wenn scheinbar über wirkliches alles schon geschrieben worden ist, gibt es doch immer wieder interessante Themen und eigene Gedanken. Wenn es der Blog nicht mehr in dein Steinensemble schafft, wäre das zwar schade, aber solange er nicht gänzlich gelöscht wird, würde er ja weiterhin als tolles Nachschlagewerk hier bleiben.

    Antworten
    • Leider könnte ein Teil in meinem eben abschickten Kommentar falsch verstanden werden. Ich wollte nicht sagen, dass hier im Blog schon über alles geschrieben worden ist. Viel mehr wollte ich zum Ausdruck bringen, selbst wenn das der Fall wäre, gäbe es trotzdem noch genug was gut für einen Artikel wäre.
      Ich würde mich jedenfalls freuen, noch viele neue Artikel zu lesen 🙂

      Antworten
  9. Meine Tochter ist 15 Monate alt und unsere Erfahrungen sind ähnlich. In den ersten 6 Monaten haben wir uns immer wieder neu justieren müssen, das Leben mit einem so kleinen Wurm sieht jede Woche etwas anders aus und mein Mann und ich mussten ebenfalls auch erst einmal erfahren, was es wirklich heißt, Eltern zu sein, und plötzlich kaum noch Zeit zu haben. Mittlerweile sind wir eingespielt und beide zufrieden mit der akutellen Verteilung unserer Steine im Glas. Aber bis es soweit war, gingen viele Verhandlungsrunden ins Land, nicht nur mit uns selbst, sondern vor allem mit dem Partner. Nein sagen gehörte zu dem Prozess dazu, auch dem Partner gegenüber. Zwei bis drei Abende die Wochen skaten, das hätte ich nur unter der Bedingung akzeptiert, dass mindestens zwei bis drei Abende dem Kind und mindestens einer der Partnerschaft gehören. Und dass übriger Haushalt (der nicht komplett während der Kinderbetreuung zu erledigen ist!) und Verwaltungskram ebenfalls gerecht aufgeteilt sind.

    Ich kann nur sagen, dass es besser wird, wenn das Kind ca. ein Jahr ist und sich auch einmal für wenige Minuten selbst beschäftigt, bei Oma/Opa Zeit verbringt oder in die Kita geht. Halte durch und lasse dich von niemanden unter Druck bringen, außer von deiner Frau 😉

    Antworten
    • Schreiben „müsste“ er trotzdem, denn ich höre mir keine Podcasts an. Ist ein Transscript dabei, lese ich es, ist keines dabei, bin ich weg …

      Antworten
      • Müssen tut er schon mal gar nichts @christine. Freu dich doch, wenn du kostenlosen Content erhälst aber die Rhetorik klingt ja fast so, als schulde dir hier jemand was.

        Antworten
        • @Jochen: Deshalb war ja das „müssen“ in Anführungszeichen gesetzt – ich hatte mich auf das „dann musst Du nicht schreiben“ von Mario bezogen..

          Ist ja klar, dass Oliver gar nix muss.

          Antworten
          • Jepp, ich sehe das so wie Christine.

            Ich freue mich hier tierisch über jeden Beitrag und empfinde diesen Blog als einen der Wichtigsten existierenden Blogs im deutschsprachigen Raum. (Hört hört 🙂 )
            (Leider) ist das daher wohl umso wichtiger, dass auch auch andere Medien wie Podcast, Videos und solch „gedöhns“ genutzt wird, damit auch weitere Zielgruppen erschlossen werden und damit in den Genuss dieser Inhalte hier kommen.

            Für mich persönlich ist sowas jedoch überhaupt nichts. Ich empfinde podcast und Videoe als extrem zäh und langweilig, selbst wenn ich das Thema mag. Maximal Interviews oder Diskussionsrunden kann ich mir evtl. *mal* anschauen.

            Aber jeder so wie er mag. Und dieser Blog entwickelt sich weiter, so wie auch Oliver seine Prioritäten nun neu sortiert und seine Lebensart sich nun auch verändern wird. Das kann heftig viel oder auch wenig, passend oder total konträr zum jetztigen sein. (Er hat auch früher immer geschrieben, dass er nicht wisse ob sein jetztiges Lebensmodell auch in der Zukunft passend für ihn ist).
            Für mich ist es spannend das zu verfolgen, da mein „way of life“ ein paar Parallelen zu seinem hat. Lassen wir uns also überraschen.

            Antworten
  10. So wie es in den 90ern die 70er- und 80er-Partys gab.

    Hast du nicht Angst, dass du durch das Kind/Erzwungene Priorisierungen (Steuererklärung ist wichtiger als Freizeitaktivität XY) zu genau dem spießigen Erwachsenen mutierst, der du nie sein wolltest?

    Antworten
  11. Hallo Oliver,

    danke für Deine Beiträge. Sie bieten mir auch heute noch immer etwas Neues und ich finde Deinen Weg in die Freiheit interessant. Der Ausflug in das Zisterzienserklosterhätte mir auch sehr gefallen. Der Name des Seminars „Wie viel ist genug“ klingt schon alleine sehr vielversprechend. Dann der Aufenthaltsort, dazu noch Wanderungen und die Zeit für ein gemeinsames Bier war auch geplant.

    Ich bin schon gespannt auf Deine weiteren Beiträge.

    Antworten
    • Hallo Kiev,
      es gibt eine weitere Gelegenheit für ein Wochenende im Zisterzienserkloster, wenngleich dieses Mal ohne Oli, aber mit ähnlichem Programm und Rahmen, schau mal hier: http://www.wievielistgenug.de

      Wie auch die Veranstaltung im vergangenen November wird auch das Wochenende hier von mir organisiert. Falls es Dich interessiert, kontaktiere mich gerne.
      — FM

      Antworten
  12. Hallo Oliver,
    Ich finde einige Deiner Ansätze wie Vermeidung von Konsum- und Statusfixierung gut und versuche das auch zu leben. Wenn ich mir Deine Beiträge durchlese habe ich aber den Endruck, dass Du von der finanziellen Freiheit noch sehr weit entfernt bist. Natürlich ist es dafür wichtig zu definieren was finanzielle Freiheit überhaupt bedeutet und das sieht für mich so aus:

    Ich habe einen Lebensentwurf bei dem ich ausreichend Einkommen erziele um alle Lebenshaltungskosten dauerhaft zu bestreiten und im besten Fall auch etwas übrig bleibt ohne jeden Tag Optimierungen vornehmen zu müssen.

    Geld ist ein Zahlungsmittel. Ich muss nicht damit spekulieren oder Risiken eingehen um mehr draus zu machen, sondern ich kann es auch in meine Mitmenschen investieren und dem ich dem Gemüse-Händler auf dem Markt das bezahle was ich für richtig halte und nicht das was er verlangt um überhaupt gegen die Billigkonkurrenz anzukommen.

    Ich schau vielleicht einmal pro Woche auf mein Konto um zu prüfen, dass es keine unbefugten Zugriffe gibt.

    Bei allem was ich brauche (Konsum, Versicherung, Freizeit) schaue ich als erstes auf die Leistung und nicht auf mein finanzielles Korsett.

    Kurz: ich möchte möglichst wenig über Geld nachdenken.

    Ich habe Deinen Blog nicht vollständig gelesen und kann und will das auch nicht beurteilen. Aber der Eindruck ist da, dass es sehr wenig Beiträge gibt in denen es nicht um Geld oder Sparen und Einschränkungen oder Geldanlagen und Rendite oder Finanzoptimierung geht. Wenn es tatsächlich um finanzielle Freiheit geht, Versuch doch mal einen oder vielleicht sogar mehrere Beiträge ohne jeglichen Bezug zu Geld zu schreiben. Das wäre dann ja der wahre Sinn des Frugalismus.

    Viele Grüße Gereon

    Antworten

Schreibe einen Kommentar