Ein Sommer ohne Arbeit Ausgepimmelt

Ausgepimmelt! Ein Sommer ohne Arbeit – und wie es jetzt bei uns weiter geht

Rund drei Monate lang habe ich diesen Sommer nicht gearbeitet – vom 7. Juli (meinem letzten Arbeitstag in England) bis zum 3. Oktober.

Statt die Sommermonate über im Büro zu sitzen und das schöne Wetter nur durch die Fensterscheibe zu beobachten, habe ich einfach das gemacht worauf ich gerade Lust hatte und währenddessen von meinem Ersparten gelebt. Ordentlich rumgepimmelt eben – quasi eine Kostprobe der finanziellen Unabhängigkeit.

Nun ist diese kleine Auszeit vorbei. Seit rund einem Monat bin ich zurück im Hamsterrad und arbeite wieder 40 Stunden in der Woche.

Zeit also für ein kleines Resümee. Wie ist meine Finanziellen Freiheit auf Probe verlaufen? Was habe ich erlebt? Könnte ich mir in Zukunft dauerhaft so ein Leben ohne Job vorstellen? Und was genau mache ich nun zukünftig in Hannover?

Was habe ich die ganze Zeit über getrieben?

Vielleicht ist euch schon aufgefallen, dass ich in den vergangenen Monaten weniger Blogartikel veröffentlicht habe als üblich. Das lag daran, dass ich trotz der vielen Freizeit eigentlich immer voll beschäftigt war.

Einen Teil der Zeit habe ich genutzt, um ein wenig durch die Gegend zu reisen. Im Juli haben Joana und ich ein paar Tage Urlaub in Bayern gemacht.
Im August war ich knapp eine Woche lang in Bremen und Hamburg unterwegs, habe Freunde besucht und war auf dem Hamburger Finanzblogger-Treffen, das Vincent von freaky finance organisiert hatte:

FIWE 2017

Ende September ging es schließlich zur Financial Independence Week ins rumänische Timișoara. Und die war einfach nur wahnsinnig gut!

Am Wochenende gab es zunächst eine kleine Konferenz rund um das Thema Finanzielle Unabhängigkeit. Rund 25 Teilnehmer waren dafür aus ganz Europa angereist.
Die Vorträge zur Konferenz steuerten die Teilnehmer selbst bei. Claus von p2p-kredite.com gab uns eine prima Einführung ins Investieren in Privatkredite. Hannes berichtete, wie er Wohnungen über AirBnB vermietet. Sarah erzählte von ihrem Leben als Digitale Nomadin – seit vier Jahren tingelt sie ohne festen Wohnsitz durch die Weltgeschichte und arbeitet per Laptop von unterwegs aus. Selten bleibt sie länger als ein paar Wochen am selben Ort. Ihre Habseligkeiten wiegen zusammen 8 Kilogramm und passen in einen Rucksack.

Brian hatte mit seiner Familie ein paar Wochen in einer abgeschiedenen Hütte im Wald verbracht, ohne fließend Wasser, Strom oder Internet. Er berichtete davon, was sie dabei erlebt und gelernt hatten.
Mr. und Mrs. White feierten ein Jubiläum: Seit drei Jahren sind die beiden jetzt finanziell unabhängig und ohne normale Jobs. In ihrem Vortrag zogen sie ein Resümee, erzählten was sie mit ihrer Freiheit angestellt haben, welche Fehler ihnen unterlaufen sind und was sie für die Zukunft geplant haben.
Und auch ich habe einen kleinen Vortrag gehalten, in dem ich die Stuff Cloud und die Macht des Nichtkaufens vorstellte.

Ein Portal für die europäische FIRE-Bewegung

Schon während der Konferenz hatten sich einige Teilnehmer mit der Frage auseinandergesetzt, wie man die europäische FIRE-Community besser vernetzen und für mehr Informationsaustausch sorgen könnte. Im Gegensatz zu den USA, wo die FI-Bewegung gut organisiert ist und in regem Austausch steht, sind wir Europäer noch ein ziemlich versprengter Haufen. Erfahrungen und Know-How werden kaum über Landesgrenzen hinweg geteilt.

Noch auf der FIWE haben wir darum die Website FIREhub.eu gestartet, ein zentrales Portal für Finanzielle Unabhängigkeit und Early Retirement in Europa.
Noch befindet sich die Seite im Aufbau – es gibt aber schon ein Blogverzeichnis, eine Facebook-Gruppe und einen Eventkalender. Außerdem entsteht gerade ein Wiki, in dem nach und nach alle Informationen zusammengetragen werden sollen, die für FIRE in Europa relevant sind.

Nach dem Wochenende fuhr etwa die Hälfte der Teilnehmer noch weiter hinaus aufs Land zur FIWE Extra. Die fand in Mr. und Mrs. Whites Heimat statt – einem kleinen Städtchen im ländlichen Rumänien. Dort verbrachten wir noch weitere drei Tage mit Grillen, Plaudern, Lieder dichten und Philosophieren. Ich glaube, ich habe in dieser Woche so viel geredet wie zuvor im ganzen Jahr zusammen nicht. Es gab so viel, worüber man sich austauschen konnte. Jeder hatte andere interessante Erlebnisse und Geschichten zu erzählen.

Falls ihr neugierig seid: Auf der Seite von whatlifecouldbe.eu findet ihr jede Menge Fotos von dem Event.

Normalerweise hätte ich für all diese Reisen meinen gesamten Jahresurlaub verbrauchen müssen. Aber ohne Job war das ganz easy. Ich musste keinen Urlaub beantragen und hatte auch kein Urlaubskonto, von dem mir die Tage abgezogen wurden.

Neue Freundschaften

Wenn ich nicht gerade verreist war, war ich diesen Sommer fast jeden Tag draußen auf dem Skateboard unterwegs. Da wir ja gerade erst nach Hannover gezogen sind, war das eine prima Möglichkeit, um Leute kennen zu lernen und neue Freundschaften zu schließen.

Mittlerweile kenne ich die meisten Skateplätze in Hannover, bin Mitglied in einigen Skater-WhatsApp-Gruppen und kenne ein Dutzend nette Menschen aus der Gegend, mit denen ich mich zum Skaten verabreden kann.

Meiner Erfahrung nach ist es viel einfacher neue Leute kennen zu lernen, wenn man frei hat und nicht Vollzeit arbeiten muss. So hat man immer Zeit, spontan länger zu bleiben oder sich einer Unternehmung anzuschließen, wenn die anderen sich verabreden. Es gibt mehr Gelegenheiten für Unterhaltungen und gemeinsame Erlebnisse, die verbinden und Freundschaften entstehen lassen.

Wenn man immer nur ein paar Stunden nach Feierabend oder am Wochenende raus gehen kann, ist das viel schwieriger. Oft bleiben dann nur noch die Arbeitskollegen, unter denen man leicht neue Bekanntschaften schließen kann.

Alte Freundschaften

Neben einigen neuen Bekanntschaften habe ich die Zeit aber auch genutzt, um alte Freunde wieder zu sehen. Während wir in England wohnten, habe ich viele davon nur selten oder gar nicht zu Gesicht bekommen. Das konnte ich jetzt in aller Ruhe nachholen.

An einem Abend bin ich für den Geburtstag eines Freundes nach Braunschweig gefahren, meine alte Heimatstadt. Statt aber gleich am nächsten Tag schon wieder zurück zu reisen, habe ich gesagt: Ich habe Zeit. Ich bleibe einfach so lange ich Lust habe und irgendetwas auf dem Programm steht.

Am Ende bin ich schließlich eine ganze Woche in Braunschweig geblieben. Ich war skaten, habe noch mehr Freunde getroffen, war spontan auf einer Geburtstagsparty, habe mit Freunden Musik gemacht und bei zwei Umzügen mitgeholfen. Irgendwas ging eigentlich immer.

Finanzielle Freiheit ist alternativlos

Leider hat man für alle diese schönen Dinge kaum noch Zeit und Energie übrig, wenn man jeden Tag arbeiten gehen muss. Ein Vollzeitjob nimmt in der Regel ein so großes Tortenstück von der verfügbaren Lebenszeit ein, dass alle anderen Aktivitäten an den Rand gedrängt werden.
Und ich habe noch nicht einmal Kinder. Sollte ich irgendwann mal eine Familie gründen, dürfte die verfügbare Freizeit dann wohl gegen null gehen.

Die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen – oder zumindest die Freiheit, weniger und selbstbestimmter arbeiten zu können – ist für mich darum eigentlich alternativlos.

Nachdem ich zwei Jahre lang in einem 9-to-5-Job  gearbeitet habe, habe ich diesen Sommer die Vorteile dieser Freiheit hautnah erlebt.
Ich kann verreisen, ohne mir Urlaub nehmen zu müssen. Ich kann generell viel spontaner sein. Es ist schon Mitternacht, aber das Bloggertreffen oder die Skatesession machen gerade Riesenspaß? Egal, ich kann am nächsten Tag einfach länger schlafen oder mich mittags nochmal eine Runde aufs Ohr hauen.

Ich bin ausgeruhter und kann mir mehr Zeit lassen. Was es dringendes zu erledigen gibt, kann ich auch am nächsten Tag noch schaffen.
Das Leben ist gemütlicher und entspannter, ich bin weniger gestresst.

Ich kann mich mit den Dingen beschäftigen, die mir Spaß machen und die mich an dem Tag gerade interessieren. Ich habe Lust heute einen Blogartikel zu schreiben? Dann schreibe ich eben einen. Oder bin ich heute schreibfaul? Dann übe ich Gitarre, lese ein Buch oder putze mein Fahrrad. Niemand schreibt mir vor, was ich wann erledigen soll.

Ein paar Stunden die Woche für jemand anderen zu arbeiten (auch gegen Geld) ist dabei vielleicht gar nicht mal schlimm. Aber der Job sollte nicht alle anderen Beschäftigungen dominieren. Und im besten Fall möchte ich mir aussuchen können, wann genau ich die Arbeit erledige. Deadlines und feste Arbeitszeiten passen mir nicht so gut in den Kram.

Natürlich bringt diese Freiheit auch neue Verantwortungen mit sich. Man braucht ein bisschen mehr Selbstdisziplin, weil der Arbeitsvertrag als Motivator wegfällt.
Wenn man für alles mehr Zeit hat, wird die Zeit auf einmal weniger wert. Man schafft weniger und fällt leichter in Müßiggang. Ich muss also eine andere Motivationsquelle finden als meinen Job. Aber diese Selbstdisziplin aufzubringen ist für mich das kleinere Opfer als der chronische Zeitmangel, der durch Vollzeitarbeit entsteht.

Und so geht es jetzt bei uns weiter

Seit Anfang Oktober arbeite ich nun wieder 40 Stunden in der Woche. Allerdings habe ich noch keinen neuen Job in Hannover angefangen, sondern arbeite noch bis Ende des Jahres für meine alte Firma in England.

Als ich dort im Juli gekündigt habe, hatte ich angeboten, dass ich von Zuhause aus an meinem Projekt weiterarbeiten könnte.
Die Firma willigte ein, und so kann ich nun bequem am heimischen Schreibtisch arbeiten – ohne Fahrradtour und ständige Reifenpannen. Da ich nicht mehr angestellt bin, sondern als Freelancer auf Tagesbasis arbeite, kann ich mir die Arbeitszeit relativ frei einteilen. Dazu werde ich auch noch deutlich besser bezahlt. Kein schlechter Deal also. 😉

Joana hat im August ihren neuen Job in einer Werbeagentur angetreten. Bisher gefällt es ihr dort sehr gut.
Allerdings hatten wir zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung, wo ich in Hannover einmal arbeiten würde. Unser Plan sah darum so aus: Sobald ich auch einen Job habe, suchen wir uns eine Wohnung, die möglichst nah an unseren beiden Arbeitsplätzen liegt. Eine Situation wie in England, wo wir beide eine Stunde zu unseren Jobs pendeln mussten, wollten wir dieses Mal auf jeden Fall vermeiden.

Joana hat sich nun erst einmal ein günstiges WG-Zimmer zur Zwischenmiete gesucht, während ich fürs Erste Quartier im Haus meiner Eltern bezogen habe. Die wohnen praktischerweise am Stadtrand von Hannover, rund 45 Fahrradminuten von Joanas WG entfernt. Hier wohne und arbeite ich nun für ein paar Monate im Gästezimmer.

Bisher liegen wir ganz gut im Plan und ich habe in der Zwischenzeit auch einen passenden Job in Hannover gefunden: Im Januar fange ich als Java-Entwickler in einer kleinen Software-Agentur an.
Diese Woche haben wir auch einen Mietvertrag für eine Wohnung unterschrieben. Nach rund 7 Jahren in Studentenwohnheimen, Untervermietungen und verschiedenen WGs ziehen wir am 1. Dezember zum ersten Mal in unsere eigene kleine Wohnung. Mit dem kurzen Arbeitsweg hat es jedenfalls geklappt: Keiner von uns muss weiter als zwei Kilometer mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

Und noch etwas wird anders sein als bisher. Denn mein neuer Job ist keine 40-Stunden-Stelle mehr. Stattdessen werde ich in Zukunft nur noch 24 Stunden pro Woche als Angestellter arbeiten.

Nebenbei will ich mein Nebengewerbe als Webentwickler und Programmierer weiter ausbauen. Als freiberuflicher Softwareentwickler kann ich höhere Stundensätze verlangen – und somit bei gleicher Arbeitszeit mehr Geld verdienen. Verdiene ich mit dem Nebengewerbe nicht mehr als in meinem Hauptjob, dann zahle ich auf die Nebeneinkünfte auch keine zusätzlichen Krankenkassenbeiträge.

Aber der wohl wichtigste Grund ist noch ein anderer: Als Teilzeit-Selbstständiger kann ich mir meine Arbeitszeit viel freier einteilen.
Ich kann nachmittags mal spontan skaten gehen und dafür an einem verregneten Samstagvormittag arbeiten. Oder im Sommer einfach mal ein paar Wochen lang gar keine Aufträge annehmen und relaxen. Dank meiner Festanstellung bin ich auf die Nebeneinkünfte ja nicht zwingend angewiesen. Etwas mehr Freiheit also, bei hoffentlich ähnlichem (oder höherem) Verdienst.

Wie war euer Sommer so?
Habt ihr auch schon mal ordentlich rumgepimmelt oder hättet Lust dazu?

Und gibt es hier in Hannover Leser und Frugalisten, die demnächst mal Lust auf ein Meetup hätten? 🙂

25 Gedanken zu “Ausgepimmelt! Ein Sommer ohne Arbeit – und wie es jetzt bei uns weiter geht

  1. Hi Oli! Es freut mich sehr dass dir FIWE spaß gemacht hat. Super dass Du gekommen bist und auch aktiv auch an FIREhub.eu beteiligst.
    Wir selber hatten mega viel Spaß an das ganze und werden es auf jeden Fall nächstes Jahr wiederholen!
    Übrigens, wer lust hat was ähnliches in DE zu organisieren (nach dem selben Prinzipien), wir bieten euch gerne unsere Unterstützung an.

    Für alle deine Leser: wer Oli noch nicht persönlich getroffen hat, der sollte echt die nächste Gelegenheit (Meetup?) nutzen und das nachholen!

    Wenn Ihr ein Meetup in Hannover organisert, sind wir vielleicht auch dabei!

    Alle Gute und viel Erfolg in deine neue Lebensphase. Du hast auf jeden Fall einen vernünftigen nächsten Schritt gemacht!

    • Hi Mr. W,

      vielen Dank! 🙂 Die FIWE war wirklich großes Kino und ihr habt es einfach wunderbar organisiert. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr auch wieder dabei sein kann!

      Und ihr seid natürlich jederzeit in Hannover willkommen! 🙂

  2. Moin Oli!
    Klingt nach nem fetten Sommer
    Gut zu lesen, dass du wie immer alles im Griff hast. Sehr cool, dass du dann mit nem 24h Job am Start bist. Ich bin ja seit fast 1,5 Jahren mit 27h dabei und 4 hamsterradfreie Tage in der Woche sind schon eine gute Zwischensation.
    Hat mich auch sehr gefreut, dass ich dich beim Bloggertreffen in Hamburg persönlich treffen konnte. Bleibt die Frage, ob du es am 20.11. auch zu unserem blogübergreifenden Lesertreffen schaffst. Für Speis und Trank ist diesmal gesorgt. Das schont den eigenen Geldbeutel und die Taler können für die finale finanzielle Freiheit gespart werden

    Würd mich freuen, wenn du wieder dabei bist!
    Bis dann! Beste Grüße Vincent

    • Howdy Vincent,

      ein Grund zur Freude für dich: Ich bin am 20. wieder mit dabei! 🙂

      Noch ein Vorteil als selbstständiger Progammierer: Ich nehme am Montag einfach meinen Laptop mit und kuschel mich tagsüber ein paar Stunden zum Arbeiten in irgendein Café. 😉

  3. Hi Oliver,

    hört sich prima an. Das mit dem 24h-Job ist gut gelöst (Krankenkasse!). Ich habe zwar erst auf 37h reduziert, aber selbst die 2 Stunden merke ich. Der nächste Schritt wird 35h sein. Allerdings muss ich meine Frau mitversorgen, denn sie ist durch mich bereits finanziell frei^^ Uns würde es auch langen, wenn ich nur noch halbtags arbeiten würde, aber mein Job ist nicht schlecht und ich komme ganz gut hin mit der Arbeit.
    Nebenbei arbeite ich auch noch, es fällt nur die Steuer an, da bleibt wenigstens etwas übrig und ich kann auch mehr verlangen, als wenn ich es als Angestellter machen würde.
    Super Sache!

    • Hi Alexander,

      deine Frau kann sich aber glücklich schätzen. 🙂
      (Mädels, heiratet nicht den mit dem Benz, sondern den mit den Aktien! 😉 )

      Prima, wenn dir deine Arbeit Spaß macht und du bis zur Rente langsam „ausfaden“ kannst. Finanzielle Freiheit heißt ja eben nicht, dass man aufhören/reduzieren muss, aber man kann. 🙂

  4. Moin Oliver,

    willkommen in Hannover.
    ich wäre bei einem Treffen dabei. Wohne in H-Linden 😉

    Musik können wir dabei auch gerne machen, kein Problem.

    Arbeitszeitverkürzung habe ich auch hinter mir, anfangs wegen den Zwergen. Mittlerweile merke ich aber, das es mir persönlich auch einiges bringt und möchte noch ein bisschen weniger arbeiten.

    Bis denne

    • Hi lubo,

      super, ich werde dich bzgl. Meetups auf dem Laufenden halten! 🙂

      Linden ist auch ein super Stadtteil. Wir wohnen ab Dezember in der List/Podbi – da wir beide in der Oststadt arbeiten ist das ganz praktisch. 🙂

      Wie viele Stunden wäre denn deine Wunscharbeitszeit und wie viel arbeitest du jetzt?

      • Ich bin aktuell bei 36 Std., der nächste Step ist der FreiTag, damit wäre ich auf 30 und mit 27 wäre ich dann sehr zufrieden.

        Am liebsten wäre mir allerdings eine freie Einteilung, also nach Arbeitsaufkommen und nicht nach Stunden. Theoretisch wäre das auch durchaus denkbar, praktisch fehlt da sicherlich die Vorstellungskraft in der aktuellen Unternehmenskultur.

  5. Klingt doch alles ganz entspannt. Ich werde ab Februar auch 3 Monate eine Auszeit machen. Nach dem Lesen des Artikels kann ich es jetzt noch weniger erwarten 🙂 …

    Ich finde den Schritt mit dem Hauptjob und nebenbei sich ein Business aufbauen sehr vernünftig und dies ist auch meine Wahl. So 100% Selbstständig und ins kalte Wasser springen verlangt schon eine große Portion Risikoaffinität. Nichts für mich und wohl auch die meisten anderen Menschen.

    CU Ingo.

    • Hi Ingo,

      na da wünsche ich dir mal ordentlich Spaß beim Abpimmeln! 🙂
      Dass du dir dafür aber auch gerade den Winter ausgesucht hast… 😉

      Was die Selbstständigkeit betrifft, sehe ich es genauso wie du.
      Die Kombi aus Teilzeitjob und nebenberuflicher Selbstständigkeit ist wie ein gutes Investmentportfolio:

      Die Festanstellung ist der risikoarme Teil des Portfolios (Anleihen oder Tagesgeld). Der „sichere Anker“ sozusagen, der ohne Sorgen Miete und Krankenversicherung bezahlt.

      Die Selbstständigkeit ist dann der Aktienanteil: Damit lässt sich das Einkommen boosten – bei höherem Risiko: Liegt man drei Wochen krank im Bett, gibt es keinen Cent.

  6. Moin Oliver,

    und, sitzt der Schock noch tief wieder am Schreibtisch zu sitzen. Ich hatte nach meinen Elternzeitpausen immer einige Tage gebraucht wieder klarzukommen im Büro-Zoo. 🙂

    Schön, dass Dir der Sommer so gut getan hat. Es klingt nach einer krassen Zeit. Die wenigsten realisieren überhaupt, dass es noch eine ganz andere Welt da draußen gibt. So ganz ohne Deadlines, Meetings und Geburtstags-Sektchen. Dein Beitrag war ein kleiner Wachrüttler am Ball zu bleiben und rechtzeitig den Absprung zu wagen.

    Bis bald, Nico

    • Hi Nico,

      es ging eigentlich sogar. 🙂 Vielleicht hat die Tatsache, dass ich im Bademantel und Jogginghose von Zuhause aus arbeiten kann und nicht erst ins Büro radeln muss, den Übergang etwas erträglicher gemacht.

      Ohne Spaß, es ist genau wie du sagst: Es gibt noch eine andere Welt da draußen!
      Das Leben ist einfach ganz anders, wenn man nicht arbeiten muss und sich seinen Tag nach Belieben einteilen kann. Man macht andere Dinge, trifft andere Leute, man denkt ganz anders.
      Je tiefer man in die dunkle Höhle „Berufsleben“ hineingeht, desto mehr blendet einen das Licht, wenn man nach Jahrzehnten wieder herauskommt. 😉

  7. Hallo Oliver,

    meinen Glückwunsch zu deiner reduzierten Arbeitszeit – so ist es genau richtig!

    Ich selbst habe nach der Geburt meines ersten Sohnes auch von 40h auf 36h verkürzt, bei Sohn Nummer 2 ging es auf 35h runter und ab 01.01.2018 werden es dann nur noch 33h sein – weitere Kürzungen in den nächsten Jahren sind hier auch nicht ausgeschlossen.

    Es ist einfach ein tolles Gefühl und selbst einige Stunden pro Woche weniger machen für das eigene Lebensgefühl schon einen wahnsinnigen Unterschied, weshalb ich diesen Schritt jedem anderen auch nur wärmstens empfehlen kann. Die vollständige finanzielle Freiheit in xx Jahren mag vielleicht für den ein oder anderen ein größeres bzw. erstrebenswertes Ziel sein aber am Ende weiß doch keiner, ob diese auch tatsächlich jemals erreicht wird.

    Die Freiheit in der Gegenwart kann euch dagegen keiner mehr nehmen. Genauso wenig wie die Erlebnisse in dieser Zeit. 🙂

    Auch schön: Die neidischen Blicke und Sprüche der Kollegen, die mit ihrem Leben und ihrer 40-Stunden-Woche unzufrieden sind aber immer wieder Gründe suchen, wieso sie daran festhalten müssen. Einfach herrlich!

    Viele Grüße
    Tommy

  8. Hallo Oliver,

    meinen Glückwunsch zu diesem Sommer, trotz der eigentlich freien Zeit habt ihr doch sehr viele wichtige Weichen gestellt. Das bekommt man im „Arbeitstunnel“ sicher nicht so gut hin.

    Ich möchte mir auch irgendwann eine 4 Tage Woche gönnen. Ich habe eine Sparquote über 50% und auch schon einige Jahresbudgets gespart.
    Wenn ich manches Mal mittels Urlaub eine 4 Tage Woche nehme merke ich doch, welch ein großer Zugewinn an Erholung dieser eine Tag schon sein kann.
    Es fällt mir jedoch noch schwer mögliche Einnahmen auf dem Weg zu einer finanziellen (Teil-)Freiheit liegen zu lassen. Es gibt jedoch noch eine andere Motivation für eine 4 Tage Arbeitswoche als Erholung.
    Da ich nicht mehr ganz jung bin und meine formale Ausbildung verbesserungswürdig ist, könnte ich diesen Tag außerhalb der Arbeit dann für Fortbildungen nutzen. Eine 5 Tage Arbeitswoche plus Fortbildung am Samstag und zusätzlich noch Sonntags und unter der Woche lernen möchte ich mir nicht mehr zumuten. Ich habe gerade erst jetzt mehrere harte Jahre an Projektarbeit mit 500-600 Überstunden pro Jahr hinter mir.
    Mit einer 4 oder gar 3 Tage Woche wäre eine Fortbildung eher zu stemmen.

    Viele Grüße,
    Ruben

  9. Great update, Oliver! (I’ll spare you the pain of my rusty German.) It’s fabulous to hear in particular that your work and living situations both seem to have come together so nicely — congratulations on that, and best of luck with the (continuing) transitions. It’s inspiring to see that you are both talking the talk and walking the walk. 🙂

    it’s also funny that you should post this just now, as I was just thinking about the stuff cloud a few days ago; it’s truly a wonderful concept and I thank you for introducing me to it. It’s an idea that will certainly stick with me!

    Take care,
    Sarah (@Colombo, Sri Lanka)

  10. Hört sich nach einem guten Sommer an Ich habe die selbe Situation mit meiner Freundin. Wir wohnen in der Innenstadt und könne jeweils alle Arbeitswege mit dem Fahrrad erledigen. Und in Hannover sind die Fahrradwege sehr gut ausgebaut. Das wird euch ab Dezember bestimmt auch gefallen Bei einem Meetup wäre ich auf jeden Fall dabei!

  11. Servus Oliver
    Schön mal wieder einen Bericht von dir zu lesen.
    Den hatte ich ja auf dem Wesir-Treffen in der Nordstadt schon angemahnt 😉
    Hoffe man sieht sich mal wieder auf einem MeetUp in Hannover.
    Schöne Grüße aus H-Linden

  12. Hallo Oliver,
    was gilt es generell als freiberuflicher Software-Entwickler zu beachten. Muss man eine Gewerbe anmelden oder ein „Mini-Unternehmen“ gründen oder kann „einfach los arbeiten“ und….Rechnung stellen?

  13. Hallo,
    ich bin durch den Wirtschaftswoche auf die Frugalisten aufmerksam geworden:

    http://app.wiwo.de/finanzen/vorsorge/frugalist-im-interview-ich-gehe-mit-40-jahren-in-rente/20579240.html

    Ich (50 Jahre) bin seit 2017 im Ruhestand nach 20 Jahren Arbeit als Software Entwickler und einer 40h Woche. Vor 20 Jahren hat mir ein Kollege von seinen Plänen erzählt mit 40 Jahren mit der Arbeit aufzuhören und nach Süd Frankreich auf einen Bauernhof zu ziehen. Auch hatte ich immer wieder erlebt, auf welchen Schleudersitz ich in meiner Position bin. Ich habe früh bemerkt, das es viele Leute gibt, die an meinen Stuhl sägen wollen und das ich deshalb eine „Versicherung“ benötige. Konkret hatte ich aber noch nicht den Plan gehabt früher in den Ruhestand zu gehen, da die Arbeit Spass gemacht hat. Da ich schon immer sehr sparsam gelebt habe, konnte ich 75 % meiner Einkünfte in die „Versicherung“ einzahlen. Das Geld investierte ich in Edelmetalle, Immobilien und Aktien. Frau und zwei Kinder habe ich auch. Inzwischen bin ich Millionär mit dem Ziel Multimillionär zu werden. Meine monatlichen passiven Einkünfte liegen nach Steuern bei ca. 6000 Euro, die ich aus Dividenden beziehe. Wie ich noch gearbeitet habe, sind dazu noch ca. 3800 Euro Netto + Kindergeld gekommen. Nach dem man mich dauern nur noch mobbte und mich monatelang ohne Arbeit rumsitzen liess, entschied ich mich ziemlich spontan meine „Versicherung“ in Anspruch zu nehmen und das Thema „Zeit gegen Geld“ aufzugebe Ich liess mich durch den Arbeitgeber kündigen. Damit hole ich mir dann meine Arbeislosenbeiträge zurück. Da ich nun nicht mehr gezwungen war dort zu wohnen, wo meine Arbeit war, ergab sich weiteres Ersparnispotential. Ich kündigte die Mietwohnung und wir zogen in die Heimat zu Verwanten, die uns kostenlos in einer ungenutzten Wohnung im Haus wohnen lassen. Dort erledige ich kleinere Hausmeistertätigkeiten, es macht Spass wieder etwas mit den Händen zu tun. Ich benötige so etwa 1000 Euro für Strom, Heizung, Kleidung, Essen usw. Ich kümmere mich nun sehr intensiv um meine Familie und besonders um die Kinder und helfe den Kindern bei der Schule. Ebenfalls bringe ich meinen Kindern den Umgang mit Geld bei und wie man Frugalist wird. Auch habe ich jetzt noch mehr Zeit mich um mein Geld zu kümmern und z.B. Schulungen zu besuchen. Auch will ich mir die Welt noch anschauen.

    Jetzt, wo ich keine Zeit mehr gegen Geld tauschen muss, weiss ich erst was Freiheit bedeutet. Zeit zu haben, niemand um Urlaub bitten, wenn man etwas unternehmen will. Keine Mitarbeitergespräche mehr zu haben. Einfach Zeit zu haben für das wichtige im Leben. Es lohnt sich auf die finanzielle Freiheit hin zu arbeiten. Mein Leitsatz bzw. Lebensmotto: „Lieber einen Tag im Monat über sein Geld nachdenken, als 30 Tage dafür zu arbeiten (B. Franklin)“.

    Ein weiterer Vorteil der finanziellen Freiheit ist mir auch auf der 6 wöchigen Kur erst bewusst geworden, bevor ich meinen Angestelltenjob aufgab. Viele der Menschen auf der Kur waren schon weit über 60 Jahre und mussten Zittern über die Entscheidung der Rentenversicherung, ob ein unbekanntes Gremium in der Rentenversicherng nach Aktenlage zum Entschluss kommt, ob jemand noch Arbeiten kann, oder ob er in den vorgezogenen Ruhestand kann. Die Kur zahlt die Renzenversicherung, der kleine König der Oberarzt hat natürlich immer auf Arbeitsfähigkeit entschieden. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. Wer finanziell abhängig ist, über den wird entschieden. Gerade wenn man krank ist, hat man oft nicht mehr die Kraft bzw. das Geld zu kämpfen. Auch bin ich sicher, das das Renteneintrittsalter weiter ansteigen wird, was nichts weiter wie eine Rentenkürzung ist. Dem Esel der den Karren zieht, wird eine Karotte vor die Nase gehalten, die sich immer weiter entfernt und immer kleiner und vertrockneter wird.

  14. Moin,

    zum Kollegen, der als Millionär mit 50 Jahren im Ruhestand lebt.;) Tolle Geschichte, einfach prima. Vor allem als ich las, dass du auch Familie und Kinder hast, ist meine Wertschätzung umso größer.;)
    In einer derzeit durchgeführten (und sehr interessanten Reihe) mit der Vorstellung von Millionären fällt auf, dass fast jeder mit Immobilien (oder Selbstständigkeit) zu Wohlstand gekommen ist – kaum aber mit Aktien.

    Daher meine Frage: Wie hast du es geschafft, mit 3800,-€ Nettoeinkommen ohne groß im Immobiliensektor investiert zu sein, es „so weit“ zu schaffen? Nur mit Dividenaktien?

    Genieße die Zeit, Djerun! 😉

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