Das Sequence-of-Returns-Risiko – Entnahmestrategien (Teil 2)

Sequence-of-Returns-Risiko Entnahmestrategien Von den Zinsen leben

Dies ist der zweite Teil meiner Serie Von den Zinsen leben – Entnahmestrategien unter der Lupe. Hier geht’s lang zum ersten Teil und zur Übersicht.

Wer seinen Lebensunterhalt aus einem Aktienportfolio bestreiten will, dem wird früher oder später ein kleiner Teufel in die Quere kommen, der häufig unterschätzt wird. Selbst viele Finanzexperten haben ihn nicht auf dem Schirm. Und dass, obwohl er eine ansonsten solide Entnahmetrategie ruckzuck in die Pleite befördern kann, wenn man nicht auf ihn achtet. Sogar die berühmte 4-%-Regel wurde nur wegen ihm überhaupt entwickelt. Die Rede ist vom Sequence-of-Returns-Risiko, um das es im heutigen Artikel geht.

Rendite-Reihenfolgen und Marktrisiko

Nehmen wir nochmal mein Beispiel aus dem ersten Teil der Serie. Das zeigt die jährlichen Renditen des MSCI World Aktienindex zwischen 2001 und 2016:

2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008
-13,9 % -24,0 % 25,8 % 11,8 % 16,3 % 16,1 % 5,2 % -38,3 %
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
26,5 % 10,6 % -3,5 % 14,6 % 29,6 % 10,4 % 2,6 % 9,6 %

MSCI World Index (mit reinvestierten Dividenden) – jährliche Renditen vor Quellensteuerabzug (Brutto-Index)
(Quelle: http://www.clever-und-erfolgreich.de/etf-rendite/)

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Die 300 €-Regel: Bezahlst du einen unendlichen Kredit?

Die 300 €-Regel

Heute starten wir einmal mit einem Gedankenexperiment. Stell dir vor, dein Smartphone ist kaputt gegangen und du gehst darum in den nächstgelegenen MegaMarkt, um dir ein neues Gerät zuzulegen. Weil dein altes Handy sowieso schon etwas überholt war, möchtest du auch gleich auf ein etwas moderneres Exemplar aufrüsten.

Nachdem du eine Weile die angebotenen Geräte verglichen hast, hat es dir schließlich ein Modell besonders angetan: Das nagelneue FancyPhone. Das hat ein schönes großes Display und extra viel Speicherplatz. Und schick aussehen tut es außerdem auch noch.
Also gut, dann soll es eben das FancyPhone werden – auch wenn es mit einem Preis von 300 € ein bisschen mehr kostet, als du eigentlich ausgeben wolltest.
Als du zur Sicherheit nochmal einen Blick auf das Preisschild wirfst, wirst du jedoch stutzig. Scheinbar hat sich der MegaMarkt ein etwas ungewöhnliches Angebot einfallen lassen:

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Die Dividenden-Strategie: Der große Selbstbetrug

Geldautomat

Es gibt großartige Neuigkeiten – ich muss nie wieder für Geld arbeiten gehen!
Ich habe nämlich einen Weg gefunden, wie ich auch so beliebig viel verdienen kann.
Bei mir im Ort gibt es eine Bankfiliale mit einem Geldautomaten. Wenn ich Geld brauche, stecke ich einfach meine Karte dort in den Schlitz, gebe die gewünschte Summe ein – und mein geliebtes Geld kommt einfach so aus der Wand. Warum sollte ich also noch in einem Job dafür arbeiten?

Was soll denn bitteschön der Quatsch? Ist Oliver jetzt verrückt geworden? Das Geld aus dem Automaten ist doch einfach nur sein eigenes Geld, das er vorher in seinem Job verdient hat und das auf sein Bankkonto eingezahlt wurde.

Logisch, mit meinem Geldautomaten-Trick bin ich hier auf dem Holzweg – das leuchtet jedem ein. Doch ist ein ganz ähnliches Verfahren unter Privatanlegern weit verbreitet, das häufig sogar als überlegene Anlagestrategie angepreisen wird.

Die Rede ist von der Dividenden-Strategie und ihren verschiedenen Unterarten.
Bei dieser Form des Investierens kaufen Anleger bevorzugt Aktien, die eine (möglichst hohe) Dividende ausschütten. Besonders seit Beginn der aktuellen Niedrigzins-Phase scheint diese Anlagestrategie in Mode gekommen zu sein. In zahlreichen Blogs und Finanzratgebern bekommt man die Empfehlung, man solle vor allem in dividendenstarke Aktientitel investieren, um Vermögen aufzubauen und finanziell unabhängig zu werden.

Doch letztendlich handelt es sich bei der Dividenden-Strategie um genau die gleiche Art der Selbsttäuschung wie mein vermeintlicher Geldautomaten-Trick.

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Die 4 %-Regel: Wie viel Geld brauchst du, um nicht mehr arbeiten gehen zu müssen?

Nie wieder arbeiten gehen mit der 4 %-Regel

Eine Frage wird in der Frugalisten-Community immer wieder heiß diskutiert: Wie viel Geld musst du eigentlich genau ansparen, damit du nicht mehr arbeiten gehen musst?

Auch ich habe ja vor, noch vor meinem 40. Geburtstag in Rente zu gehen und dann nie wieder in einem Job für Geld arbeiten gehen zu müssen. Aber wie viel Geld brauche ich eigentlich dafür? Schließlich will ich ja für den Rest meines Lebens nur von meinem Vermögen und dessen Erträgen leben.
Vielleicht eine Million? Oder sogar zehn Millionen? Oder doch viel weniger?

Die kurze Antwort: Das 25-fache meiner jährlichen Ausgaben

Um nicht mehr auf meinen Job angewiesen zu sein, muss ich so viel Geld ansparen, dass ich davon Monat für Monat meine Ausgaben bestreiten kann, ohne dass mein Erspartes jemals aufgebraucht wird.
Dafür schicke ich mein angespartes Geld arbeiten. Ich lege es an, zum Beispiel in Aktien, Fonds oder Immobilien. So erzeugt das Geld Einkünfte in Form von Zinsen, Dividenden oder Mieteinnahmen.
Diese Kapitalerträge treten nun in eine Art Wettstreit mit meinen Ausgaben: Durch die Kapitaleinkünfte wächst mein angelegtes Vermögen. Wenn ich Geld ausgebe, schrumpft es.

Angenommen ich würde mein Geld auf ein Festgeld-Konto einzahlen, da mir jedes Jahr genau 2 % Zinsen ausschüttet. Dann könnte ich jedes Jahr 2 % meines Vermögens ausgeben, ohne dass mein Geld mit der Zeit weniger wird.

Mit 2 % Zinsen (wenn ich so viel überhaupt bekomme) ist allerdings noch kein Blumentopf zu gewinnen. Ich brauche risikoreichere Anlagen, wie etwa Aktien, mit denen ich langfristig mehr als 2 % Rendite erzielen kann.
Die haben aber ein anderes Problem: Sie liefern keine konstanten Erträge. Mal geht es sieben Jahre hintereinander nur bergab, dann geht es ein Jahr vielleicht gleich 30 % oder sogar 50 % aufwärts. Nur im langfristigen Durchschnitt, über viele Jahre hinweg, sind mit Aktien Renditen von etwa 5 % im Jahr möglich (nach Abzug der Inflation).

Mit diesen starken Schwankungen kann man kaum kalkulieren. Und auch einfach den Durchschnitt der jährlichen Renditen zu bilden, hilft mir nicht weiter. Denn wenn ich aus meinem Vermögen zusätzlich jedes Jahr Geld entnehme, spielt auch die Reihenfolge eine Rolle, in der die Renditen in den einzelnen Jahren auftreten.

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So funktioniert finanzielle Unabhängigkeit

So geht Finanzielle Unabhängigkeit

Wie du bereits im ersten Artikel erfahren hast, vertrete ich einen deutlich anderen Lebensentwurf als den, den dir deine Freunde und Mitmenschen bisher vorgelebt haben. Die meisten Menschen führen ein ziemlich unspektakuläres Leben. Sie gehen in einem Vollzeitjob arbeiten und geben ihr Gehalt für Produkte und Dienstleistungen wieder aus, die das Leben schöner machen sollen: … Weiterlesen So funktioniert finanzielle Unabhängigkeit