FrugalBook Thinkpad T420s

MacBook vs. FrugalBook: Mein neuer High-End-Laptop für 230 Euro

Ich gebe es zu: Ich habe mir etwas gekauft. Seit ein paar Wochen bin ich stolzer Besitzer eines neuen Klapprechners, auf dem ich jetzt neue Blogartikel wie diesen hier schreibe, Bilder bearbeite, Webseiten programmiere oder bei Facebook über Neuigkeiten aus der Welt des Frugalismus berichte. Mein altes Arbeitsgerät (ein mittlerweile sieben Jahre altes Thinkpad X200 mit 12-Zoll-Display) konnte ich an meinem Schreibtisch an ein Dock anschließen und so mit Tastatur, Maus und großem Bildschirm betreiben wie einen richtigen Desktop-Computer. Da Joana und ich mittlerweile umgezogen sind und unser neues Zimmer nur knapp zehn Quadratmeter klein ist, habe ich für dieses luxuriöse Schreibtisch-Setup jetzt aber keinen Platz mehr und habe darum das X200, die Dockingstation und den großen Bildschirm bei eBay verkauft. Dafür habe ich mir einen etwas größeren und moderneren Laptop mit 14-Zoll-Bildschirm zugelegt, mit dem ich nun auch ohne externen Monitor entspannt arbeiten kann.

Laptops und Smartphones sind ja schon praktische Erfindungen: Ich kann unterwegs nachsehen ob es in der nächsten Stunde regnen wird, mit dem Handy Fotos knipsen und direkt meinen Freunden in Deutschland schicken, im Bett Youtube-Videos gucken oder im Zug auf dem Weg nach Hause meinen nächsten Blogartikel tippen. Finanziell betrachtet können es diese technischen Gadgets aber ganz schön in sich haben: Ein neues Notebook oder Handy ist nicht nur teuer in der Anschaffung, sondern erleidet auch noch innnerhalb kurzer Zeit enorme Wertverluste, so dass dein ehemals brandneues Gerät nach nur wenigen Jahren schon wieder veraltet ist und du erneut Zeit und Geld in die Hand nehmen musst, um dir ein zeitgemäßes Neugerät zuzulegen. Thinkpad X260So sieht man selbst gewiefte Sparfüchse mitunter tief in die Tasche greifen, um mit der immer schneller voranschreitenden Technologie Schritt halten zu können. Sparfüchsin Andrea etwa kalkuliert in ihrem Blogbeitrag So erstellst du dein monatliches Budget rund 1600 Euro für einen neuen Apple-Laptop ein. “Dein neues MacBook nutzt Du also ungefähr 3 Jahre“ rechnet sie vor und kommt damit auf Kosten von (auf den Monat umgerechnet) rund 45 Euro. Und selbst wenn es kein schicker Apple-Rechner sein soll: Auch für einen vernünftigen Windows-Laptop kann man schonmal einen Tausender oder mehr hinblättern. Das Thinkpad X260 etwa, der aktuelle Nachfolger meines alten X200, kostet in der günstigsten Variante gute 1200 Euro. Aber so schick und schnell der neue Laptop auch sein mag, den folgenden Effekt kennst du vielleicht auch: nach spätestens vier Jahren ist die Mühle extrem zäh, selbst der Internetbrowser braucht zehn Minuten zum Starten und der Akku hält keine Viertelstunde mehr, so dass zum Geburtstag oder zu Weihnachten ein neues, flotteres Modell auf deinem Wunschzettel landet.

Auch mein neuer Laptop ist ein echter Renner: Er fährt in wenigen Sekunden hoch, Programme starten blitzschnell, er hat ordentlich Arbeitsspeicher, ist leicht und extrem leise. Ein hochqualitatives Markenprodukt, das sich vor Andreas neuem MacBook oder dem X260 absolut nicht zu verstecken braucht. Was das wohl für ein krasser Hightech-Schlitten ist?
Die Antwort: Ein fünf Jahre altes Thinkpad T420s, für das ich ganze 240 Euro bezahlt habe.

Wie bitte? Ein Notebook, das die Altertums-Grenze von drei Jahren schon weit hinter sich gelassen hat, soll einem funkelnagelneuen Gerät oder sogar einem teuren neuen MacBook die Stirn bieten können? Wie kann das sein?
Neue Computer und Handys bringen oft eine Menge Schnickschnack und Funktionen mit, die zwar nett anzusehen sind, aber von normalen Menschen wie dir und mir eigentlich gar nicht benötigt werden: Immer hochauflösendere Displays, Gehäuse so flach wie eine Briefmarke, Touchscreens, Fingerabdruck-Sensoren oder Highspeed-LTE. Ein paar mehr Pixel oder ein paar Zentimeter weniger Dicke habe ich in meinem Leben bisher jedenfalls nicht wirklich vermisst, darum komme ich ganz gut ohne diese Dinge klar. Da die Leistungsfähigkeit von Computern in den letzten Jahren nur langsam angewachsen ist und Betriebssysteme und Programme heute auch kaum höhere Anforderungen an die Hardware stellen, braucht heute eigentlich fast niemand mehr einen neuen Computer, weil der alte zu langsam geworden ist. Allerdings wollen die Hersteller natürlich weiterhin neue Geräte verkaufen, und versuchen dir darum Funktionen, die du nicht brauchst oder für kleines Geld selbst nachrüsten kannst, zu Mondpreisen schmackhaft zu machen. Wenn du aber nicht gerade aufwändige 3D-Spiele zockst oder Animationsfilme produzierst, dann kannst du von nagelneuen Computern getrost die Finger lassen: Youtube, Facebook, Word, Excel und sogar Bildbearbeitung – all das geht komfortabel und rasend flott auf einem acht Jahre alten PC. Da viele Menschen dieses Geheimnis nicht zu kennen scheinen oder auf Teufel komm raus ständig etwas neues haben müssen, kannst du einen Top-Gebraucht-Computer wie mein T420s leicht zum Schleuderpreis abstauben.

Gucken wir uns das Geheimnis aber nochmal im Detail an. Das Herzstück eines jeden Computers ist der Hauptprozessor (auch CPU genannt), der maßgeblich die Leistung des Rechners bestimmt. Je schneller dieses Teil ist, desto zügiger kann der Rechner eine Aufgabe abarbeiten. Wenn die Leistung der CPU nicht ausreicht, dann ruckelt etwa ein abgespieltes Video oder der PC reagiert langsam, wenn noch andere Programme im Hintergrund laufen. In meinem T420s steckt beispielsweise eine CPU mit dem Namen Intel Core i5-2520M. Und obwohl diese schon fünf Jahre alt ist, liefert sie immer noch genug Power, dass ich locker einen FullHD-Film schneiden kann, während nebenbei Spotify, ein Skype-Telefonat und sechs Youtube-Videos zeitgleich laufen.
Mal abgesehen davon, dass ich mehr Leistung ja eigentlich überhaupt nicht bräuchte: Wieviel schneller wäre denn das neue MacBook oder das X260? Im aktuellen 13-Zoll-Modell von Apple steckt ein Prozessor des Typs Core i5-5257U, im X260 sogar ein noch neuerer i5-6100U. Um diese mit dem 2520M aus meinem T420s vergleichen zu können, gibt es Benchmark-Tests, in denen verschiedene CPUs in verschiedenen Anwendungen auf ihre Leistungsfähigkeit getestet werden. Auf notebookcheck.com, eine meiner Lieblings-Websites für Notebook-Tests und Benchmarks, findet man bereits Ergebnisse für alle unsere drei Testkandidaten:

CPU Benchmark Vergleich Core i5

In der obersten Zeile der Tabelle stehen verschiedene Benchmark-Tests und die Balken darunter geben das dazugehörige Ergebnis für die jeweilige CPU an. Beim Cinebench und 3D-Mark werden Punktwertungen vergeben (hier bedeuten mehr Punkte also mehr Leistung), bei SuperPi wird die benötigte Zeit gemessen, hier steht also eine niedrigere Zahl für mehr Leistung. Was aber siehst du vor allem? Die Leistung der drei CPUs liegt extrem dicht beieinander! Je nach Test rechnen der 5257U und der 6100U maximal 20 Prozent schneller als der fünf Jahre alte 2520M aus meinem T420s. Dafür ist das X260 dann aber fast fünfmal, das MacBook sogar mehr als sechsmal so teuer. Was die neueren CPUs ihrem Vorgänger voraus haben? Sie sind ein bisschen stromsparender und lassen so den Bau von dünneren Laptops mit etwas längerer Akkulaufzeit zu. Ich weiß nicht wie es dir geht, mir ist das den deutlich höheren Preis jedenfalls nicht wert.

Dass alte Laptops oft so viel langsamer arbeiten als ein brandneues Gerät liegt also nur selten am Hauptprozessor. Was aber ist dann der Grund? Es sind vor allem zwei Übeltäter, die zum Glück weitaus günstiger zu beseitigen sind als die Anschaffung eines neuen Notebooks. Zum einen das Betriebssystem: Windows (und auch Apples MacOS) werden mit der Zeit immer langsamer, weshalb ich alle ein bis zwei Jahre das Windows auf meinem Computer einmal neu installiere. Eine frische Betriebssystem-Installation wirkt oft Wunder und macht der lahmen Kiste wieder Beine. Aber es gibt noch eine deutlich effektivere Verjüngungskur: Die alte Festplatte gegen eine sogenannte SSD, ein Solid State Drive, auszutauschen. Ungelogen: Ein fünf Jahre alter Rechner, der mit einer SSD ausgerüstet ist, wird sich spürbar flotter anfühlen als ein teures Neugerät mit einer handelsüblichen Festplatte. SSDs sind extrem schnelle elektronische Speicherchips, die auf Dateien, wie sie etwa beim System- oder Programmstart benötigt werden, hundertmal schneller zugreifen können als eine Festplatte. Das macht sich so stark bemerkbar, dass der Einbau einer SSD bei einem älteren Laptop häufig den Unterschied zwischen unbenutzbar langsam und rasend schnell ausmacht. Ein neues Gerät benötigst du dann oft überhaupt nicht mehr. Auch im aktuellen MacBook steckt SSD-Speicher: In der kleinsten Ausstattungsvariante gibt es eine SSD mit  128 Gigabyte Speicherkapazität, das Modell mit 256 Gigabyte Speicherkapazität kostet dann bereits satte 200 Euro mehr. Lass dich aber von diesen überzogenen Mondpreisen nicht abschrecken: Mein T420s, das beim Kauf mit einer Festplatte ausgestattet war, habe ich nachträglich mit einer 128 Gigabyte großen SSD ausgestattet, für die ich schlappe 43 Euro bezahlt habe. SSDs mit 256 Gigabyte Speicherkapazität sind online schon für gerade mal 60 Euro zu bekommen.

Gekauft habe ich mein Notebook bei einem eBay-Händler hier in England für 135 britische Pfund, also umgerechnet rund 180 Euro. Mit ein bisschen Recherche findet man auch bei eBay Deutschland viele günstige Angebote. Unzählige deutsche eBay-Händler wie Luxnote oder Lykit bieten Leasingrückläufer von Firmen zu günstigen Preisen an und müssen zudem 12 Monate Gewährleistung auf Gebrauchtgeräte leisten, so dass man bei einem unverschuldeten Defekt des Geräts im ersten Jahr unkompliziert Ersatz erhält. Mein Notebook war beim Kauf mit einer 250 GB großen Festplatte sowie 4 GB Arbeitsspeicher ausgestattet, zusätzlich habe ich die SSD (43 €) eingebaut sowie den Arbeitsspeicher auf 6 GB aufgerüstet (passende 2-GB-Speicherriegel gibt es bei eBay schon für 7 €). Die Gesamtkosten: Rund 230 Euro, fünf Minuten Zeit für den Einbau (für den ich gerade mal ein paar Schrauben lösen musste) und etwa zwei Stunden für die Windows-Installation inklusive aller Programme, die ich so benutze.  

Thinkpad T420s eBay

Natürlich ist ein superdünner Laptop, ein hochauflösendes Display und eine ultralange Akkulaufzeit klasse. Aber wie viel Geld kosten dich diese (meist unnötigen) Luxus-Features eigentlich auf lange Sicht? So wie mit meinem T420s mache ich es tatsächlich schon seit vielen Jahren: Ich kaufe einen gebrauchten Laptop für um die 300 € und nutze ihn etwa vier Jahre lang. Danach verkaufe ich ihn wieder auf eBay für im Schnitt noch rund 50 € und kaufe erneut ein 300 € teures Gebrauchtmodell. Nach meinem initialen Kauf gebe ich also alle vier Jahre 250 € aus. Vergleichen wir diese Taktik doch mal mit Andreas Rechnung, alle drei Jahre ein neues MacBook für 1600 € zu kaufen und nehmen wir an, dass man nach dieser Zeit das MacBook noch für etwa die Hälfte, also 800 €, wieder verkaufen kann. Das Geld, was ich durch die Gebrauchtkäufe spare, lege ich verzinst an, sagen wir mal zu 4% im Jahr. Wie groß diese Differenz im Laufe der Zeit wird, zeigt folgende Tabelle:

Jahr Gebrauchter Laptop Neues MacBook Differenz + 4 % Zinsen p.a.
2016  300 €  1600 €  1352 €
2017  1406 €
2018  1462 €
2019  800 €  2353 €
2020  250 €  2187 €
2021  2274 €
2022 800 €  3197 €
2023  3325 €
2024  250 €  3198 €
2025  800 €  4158 €
2026  4325 €
2027  4498 €

Nach zwölf Jahren (und drei oder vier Notebook-Käufen) habe ich knapp 4500 € mehr auf dem Konto als der MacBook-Käufer und hatte trotzdem über den gesamten Zeitraum immer einen Laptop, der für meine Ansprüche flott genug war. Nach 25 Jahren wächst der Unterschied sogar auf über 10.000 € an. Alleine die Zinsen, die dem MacBook-Käufer jedes Jahr entgehen, betragen dann schon 400 €.

Weil man für neue Produkte (insbesondere Smartphones und Laptops) immer einen exorbitanten „Neuheits-Aufschlag“ bezahlt, der sich in der gebotenen Leistung selten widerspiegelt, kaufe ich fast immer nur Gebrauchtware und bin damit in den letzten Jahren sehr gut gefahren.  Und wie immer gibt es natürlich noch einen weiteren Aspekt: Wusstest du, dass alleine in Deutschland jedes Jahr über eine halbe Million Tonnen Elektroschrott erzeugt werden? Vielleicht sind meine alten Handys und Laptops mittlerweile auch irgendwo darunter. Aber ich versuche meinen Beitrag dazu wenigstens ein bisschen in Grenzen zu halten.

23 Gedanken zu “MacBook vs. FrugalBook: Mein neuer High-End-Laptop für 230 Euro

  1. Die 800 € halte ich für sehr konservativ gewählt, hab da ganz andere Erfahrungen.

    Mal meine Rechnung:
    Macbook Retina 15“, 2012 für 2000 € (Schülerpreis) gekauft, Ende 2015 für 1600 € verkauft.
    -> 400 € für drei Jahre
    -> 400/3 Jahre -> effekt. 134 € im Jahr

    • Da hast du aber tatsächlich Glück (oder Können) gehabt, dass du für diesen Preis einen Käufer gefunden hast, würde ich sagen. Ein 15″ Retina Macbook von 2012 (i7 und 8GB) kriege ich bei eBay zur Zeit für unter 1000 € (z.B. hier: http://ebay.eu/1Q1OXN1). Dass die Preise vor einem halben Jahr großartig höher lagen, kann ich mir eigentlich kaum vorstellen. Bei meinen Notebooks kamen im Laufe der Zeit auch immer eher noch stärkere Gebrauchsspuren oder sogar Beschädigungen hinzu, so dass ich nie den Verkaufswert eines tadellos erhaltenen Geräts erzielen konnte. Bei einem 2000 € Laptop hätte ich mich darüber dann doch ziemlich geärgert, bei einem 250€-Gerät fällt es hingegen kaum ins Gewicht.

  2. Hallo Olli, guter Artikel. Ich mache es immer so: Ich kaufe mir einen Desktop PC mit ordentlich Power (aber nicht zu viel) für 450-550 Euro. Diesen nutze ich ca. 4-6 Jahre (stationär, bin selten auf Reisen) und kaufe mir dann einen neuen Rechner. So komme ich meist auch recht gut klar, und Desktop PCs bieten oft Top Leistung für okaye Preise.

  3. Die gute alte Mac vs PC-Diskussion. 😉

    Bei meinem wichtigsten Arbeitsgerät, mit dem ich etwa 95% meines Lebensunterhalts verdiene, gehe ich selbst keine Kompromisse ein.
    Deshalb käme für mich auch ein Rückschritt auf einen anderen Laptop als einen Mac nicht mehr in Frage, selbst wenn die Kosten geringer sein mögen. Die gesparten Nerven, die vielseitige Verwendung (u.a. auch von Linux und Windows auf dem Mac) sind mir persönlich das allemal wert 🙂
    Ich gebe mein Geld lieber für etwas aus, von dem ich weiß, dass es gut ist und mit dem ich gerne jeden Tag meine Zeit verbringe.
    Was nicht heißt, dass ein anderer Laptop nicht gut sein kann, aber ich liebe die nahtlose Integration meines neuen MacBooks in ein bestehendes, in sich schlüssiges System.
    Sparfüchsin, nicht Pfennigfuchserin 😉

    Liebe Grüße
    Andrea

    • Hi Andrea,
      ich wollte eigentlich keine Windows vs. Mac-Diskussion lostreten. 🙂 Schließlich kann man auch in der Windows-Welt für einen qualitativ hochwertigen neuen Laptop (Thinkpad T-Serie, HP Elitebook, Dell Latitude) gute 1500 € bis 2500 € bezahlen. Letzten Endes ist es, wie du schon sagst, Geschmackssache ob man sich eher bei Windows oder eher bei Apple zuhause fühlt (ich bin ja eher der Windows-Mensch – ich würde sogar einen Windows-PC kaufen, wenn diese teurer wären als Macs, bzw. dann Windows auf dem Mac installieren). Trotzdem kann man auch innerhalb dieser Welten finanziell sinnvolle oder weniger sinnvolle Entscheidungen treffen. Es gibt durchaus Leute, die kaufen sich ein 2500 € teures MacBook (mit i7 und 16GB RAM), mit dem sie dann lediglich E-Mails schreiben oder auf Facebook surfen. Da hätte es dann bestimmt auch ein Gebraucht-Mac von 2010 oder 2011 für 400-500 € getan. Dass mein Vergleich jetzt zufällig zwischen Windows und Mac stattfand, ist einfach der Tatsache geschuldet, dass mich dein Budget-Artikel zu dieser Rechnung inspiriert hat. Das Ergebnis wäre vermutlich aber sehr ähnlich gewesen, wenn ich meine Taktik z.B. damit verglichen hätte, alle drei Jahre das jeweils aktuelle T-Serie-Thinkpad zu kaufen.

  4. Hi Olli,

    ja, SSD rulez!! Mein Schreibtisch ist ja so groß, dass ich mir neben meinem Desktop-PC (acht Jahre alt und seit 3 Jahren dank SSD wieder eine „Höllenmaschine“ 😉 ) auch noch einen Laptop (Lenovo Thinkpad) angeschafft habe. Letzteren brauche ich gelegentlich beruflich (komischer Arbeitgeber – ich weiß), ersteren will ich nicht verscherbeln, da er ja noch prima funktioniert. Bei beiden Rechnern ist neben einer herkömmlichen Festplatte (aka „Datengrab“) eine SSD mit Betriebssystem und Standardsoftware verbaut. Da ist der Prozessor eher zweitrangig – zumal ich keinen Videoschnitt mache und die Leistungsbremse eher vor dem Bildschirm zu finden ist. Ansonsten ist vermutlich noch ausreichend viel RAM ein Aspekt, den man beachten sollte. Mit einem 64-Bit-Betriebssystem sollte man hier eher mal ein wenig aufrüsten – oder wie sind da Deine Erfahrungen?

    Lieben Gruß
    Dummerchen

    • Hi Dummerchen,
      welches Thinkpad nennst du denn dein Eigen, wenn ich fragen darf? Mein T420s habe ich unter anderen auch danach ausgesucht, dass ich dort sowohl eine Festplatte (im regulären 2,5″-Schacht) als auch eine SSD (als mSATA-Version) einbauen konnte, damit ich nicht mit einer externen Festplatte herumhantieren muss.
      Was den RAM angeht, würde ich eigentlich immer 4 GB als Grundausstattung empfehlen, wenn das Notebook DDR3 unterstützt. 2×2 GB DDR3-RAM kriegt man, wie im Artikel erwähnt, ja schon recht günstig (ca. 15 €) und 4 GB bekommt man mit einigen offenen Tabs im Browser und vielleicht noch Skype und Spotify auch schon ausgelastet. Zum Surfen, Youtube, Musik hören usw. braucht man dann aber auch nicht mehr. Wenn man noch Videoschnitt, Programmieren, InDesign/Illustrator oder dergleichen benutzt, machen 6 oder 8 GB dann auch noch Sinn . Mehr als 8 GB sind meines Erachtens nur bei sehr professionellen Anwendungen wie AfterEffects/3D-Animation oder anderen Anwendungen, die von mehr Speicher deutlich profitieren, sinnvoll. Wenn das Notebook von 2006/2007 stammt und damit wahrscheinlich nur DDR2-Speicher unterstützt, würde ich für eine Surf-/Office-Maschine wahrscheinlich eher auf nur 3 GB aufrüsten.

      • Hi Oliver,
        ich habe mir ein L540 gegönnt. Das ist von der Verarbeitung unterhalb der T-Serie einzuordnen, aber für meine Zwecke reicht es. Bei mir ist die SSD anstelle eines möglichen UMTS-Moduls verbaut und so zusätzlich zur HDD und dem DVD-Laufwerk vorhanden. Den von Dir eher belächelten Fingerabdruckleser wollte ich auch unbedingt haben – so ist das Gerät schnell gelocked und wieder freigegeben. Das kann mitunter ganz praktisch sein.
        Beim RAM decken sich unsere Einschätzungen – die 4GB mehr habe ich mir auch im Hinblick aufs Programmieren gegönnt. Ich muss aber zugeben, dass ich den Effekt sicherlich eher selten merken werde. Aber bei rund 30€ Unterschied finde ich, dass man sich das durchaus gönnen kann.

        LG
        Dummerchen

  5. Ich hatte vor einigen Jahren auch mit dem Gedanken gespielt, mir ein gebrauchtes Laptop zu kaufen, mich dann aber für ein neues Gerät entschieden. Mittlerweile ist es auch schon ca. 9 Jahre alt und läuft noch ganz gut.
    Meinen festen Rechner hat mir mein Freund vor zwei Jahren zum Geburtstag geschenkt.
    Da er Fachinformatiker ist, hat er den Rechner aus verschiedenen Altteilen aus seiner eigenen Sammlung und Resten der Firma zusammengestellt.
    Ich war total begeistert. Viele meiner Freunde und Bekannten waren eher entsetzt.
    Ob er zu Geizig sei, mir ein neues Gerät zu kaufen und ähnliche Kommentare.
    Dabei brauchte ich einen „neuen“ Rechner und habe ja auch noch andere Dinge geschenkt bekommen.
    Ich hoffe ja immernoch meiner Umwelt ein anderes Weltbild zu vermitteln.

  6. Es ist eigentlich unfassbar was Leute heutzutage für Laptops ausgeben. Die haben keine Ahnung, wollen auch niemanden fragen sondern schalten den Gehirn aus und kaufen den letzten Apple computer. Nichts gegen Apple user. Wer mit sein Laptop richtig arbeitet und weiss genau was er braucht ist ein MacBook sicherlich eine technisch nicht schlechte Entscheidung. Aber mal ehrlich: ist einfach viel zu teuer.
    Ich kaufe maine laptops auch gebraucht aber normalerweise von händler mit garantie (refurbished). Vorteil: da ich selbständig bin, kriege ich den MwSt zurück + ich habe auch noch Garantie.
    Ohne SSD würde ich nie mehr arbeiten wollen. Es mach ein riesen Unterschied. Ein SSD austausch muss dabei gar nicht aufwändig sein. Man kann die alte Festplatte auf ein SSD clonen und so eine neuinstallation sparen.
    Mein altes Sony mit I3 Prozessor ist immer noch bei meinen Vater im einsatz. Einfach Fesptplatte durch SSD ausgetauscht und es läuft wie geschmiert. Reicht völlig aus für Skype, Facebook und Word.
    Mein voriger laptop war ein Toshiba R830 (i3 CPU, 128 GB SSD, 4 Gb Ram, und 1.4kg) Das alles für ca 150€ auf ebay! nur weil ein Ecke der Gehäuse leicht gebrochen war… Reicht völlig aus.
    Wenn man ein ganz leichtes notebook braucht und an keine Schnittstellen verzichten möchte (1.12 kg!): Toshiba Portege Z830 (i5 CPU, 128 SSD, 13″ Bildschirm). So eins habe ich auf ebay für einen Kumpel gekauft für 260€ gebraucht mit Garantie vom Händler, inkl MwSt UND inkl ein Docking Station was gebraucht ca 50-60€ kostet. DAS war ein guter Deal. Das Ding wiegt gar nichts.
    Also, wenn ihr Garantiebedenken habe, schaut nach Händlergeräte (Refurbished). Die beschreiben i.d.R die Laptops sehr genau, mit vielen Bildern und geben 1 Jahr Garantie.

  7. Hast alles richtig gemacht! Ich habe mir Ende 2015 auch einen gebrauchten ca. 5 Jahre alten 15 Zoll Laptop von Samsung für ca. 145 € bei ebay geholt (extra billig, denn schmutzig-rosa wollte offenbar niemand!) Da ich weder der große Schrauber (SSD selber einbauen) noch der große Windows-Installierer bin, habe ich das schon recht langsam laufende Windows 7 durch eine Kubuntu-Installation (und nein: ich bin kein Linux-Nerd) ersetzt und jetzt läuft die Kiste tadellos. 90% der Tätigkeiten auf dem Rechner bestehen aus Firefox / LibreOffice und schonmal wird ein Bild mit GIMP bearbeitet.

    Kurz darauf musste ich in meiner Firma einen uralten Windows XP-Tower ersetzen. Da habe ich das gleiche gemacht und die Kiste diesmal mit Linux Mint aufgesetzt und jetzt haben die Kinder einen 1a „echten großen PC“ für qausi null Euro, denn der Rechner war natürlich schon 10x abgeschrieben.

    Ich bin wahrlich kein Fetischist, was solche Sachen angeht, aber ich mag es sehr, diese „alten“ Rechner wieder fit zu machen und dann hoffentlich noch für mehrere Jahre sinnvoll nutzen zu können.

  8. Ich gebe rund 200€ im Jahr für meine Laptops aus und nutze meine Laptops meist ca. 3 Jahre. Die Gewohnheit einer guten Grafikkarte als Gelegenheits-Zockerin bekomme ich einfach nicht weg. Da ich damit auch mal unterwegs bin, soll es auch kein Betonklotz sein. Ich denke, dass man als normaler Internet&Office-Nutzer viele günstige Angebote auf dem Markt findet. Aber sobald man hohe Anforderungen an die Grafik hat, wirds schnell teuer.

  9. Hey,
    super Artikel. Bei der schnelllebigen Technik heute kann man echt viel Geld ausgeben. Aber viele wollen sich halt auch keine Mühe geben. Pc zu langsam -> Neuer Pc, Handy zu langsam -> Neues Handy… . Wie dein gutes Beispiel mit dem Betriebssystem, man hat zwar damit etwas Arbeit, aber so kann man das Gerät vllt noch ne Zeit weiterbenutzen.
    Meinen Pc habe ich selber gebaut. Viele Komponenten wie das Mainboard, 1155 Sockel, 12 Gig Ram und ein ausgemusterten i7 konnte ich kostenfrei auf der Arbeit mitnehmen. Einzig eine Grafikkarte, Netzteil, SSD und nen Gehäuse waren noch fällig.
    Grüße
    Benedikt

  10. Ich habe mir auch vor 2-3 Jahren für 230 Euro ein Lenovo Thinkpad gekauft (T410), so wie Mr. W beschreibt „refurbished“ (aufbereitet, gesäubert) und mit einem Jahr Garantie. Das sind einfach solide Geräte.
    Nach einer Weile musste der Lüfter getauscht werden, ansonsten war ich immer zufrieden.

    Neulich schaute ich mit meinem Freund was auf Google Maps nach, er nutzte irgendwelche Einstellungen die ich nicht nutze (reinzoomen ins Gelände oder sowas) und beim Laden/Anzeigen der Bilder wurde der gute Thinkpad doch sehr langsam.
    „Muss halt ein neuer Gebrauchter her bei Gelegenheit“ dachte ich mir, hatte aber auch im Hinterkopf mich mal umzuhören und zu -sehen was es für Möglichkeiten gibt, den Kauf noch etwas rauszuzögern.
    Vielen Dank deshalb für diesen Artikel und die Kommentare hier! Windows-Neuinstallation oder so eine SSD werde ich dank euch als mögliche Lösungen definitiv in Betracht ziehen.

    Übrigens habe ich auch mein Smartphone gebraucht gekauft. Viel viel günstiger als neu und vieles an den neueren Geräten ist ohnehin Schnickschnack. Habe mich mal mit meinem Bruder unterhalten, der ein neueres Modell vom selben Hersteller hat. Einige Funktionen die mein Modell noch nicht hat stellt er ab – um den Batterieverbrauch zu senken.

    Neues Handy für 600+ Euro, neuer Laptop für 1000+ Euro und das alle 2 Jahre? Nein danke. Bei mir sieht die Rechnung eher so aus: gebrauchtes Handy 120 Euro, gebrauchter Laptop 250 Euro alle 3-4 Jahre.

    • Hi Julia,
      da haben wir ja wirklich eine ganz ähnliche Rechnung 🙂
      Die 3D-Funktion von Google Maps braucht ziemlich viel Rechenleistung, vielleicht meinst du ja die? Die fordert allerdings auch neueren Geräten einiges ab. Für die meisten alltäglichen Dinge sollte dein T410 noch mehr als ausreichend schnell sein (von der Leistung her findet sich das etwa zwischen meinem alten X200 und neuem T420s wieder, sofern du kein T410i mit Core i3-Prozessor hast, sondern ein Modell mit Core i5). Eine SSD und Windows-Neuinstallation ist aber trotzdem immer eine gute Idee, kann ich nur empfehlen.
      Ein neues Handy musste ich mir neulich übrigens auch zulegen, da ich mein altes leider verloren hatte. Ich hab natürlich auch gebraucht gekauft, ein Motorola Moto G vom eBay-Händler für gerade mal 62 € 🙂

      • 😀
        Rate mal, welches Smartphone vor mir liegt…
        Parallelen über Parallelen.

        Vor zwei Wochen hat es sich mit einer Boot-Loop im Garten von Freunden „verabschiedet“. Selbst ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen hat den Dauerreset nicht beenden können. Reaktion der Freunde: Muss man wohl ein neues kaufen…

        Es war jedoch noch innerhalb der Gewährleistung und ich habe es eingeschickt. 10 Tage ohne Smartphone sind schon ungewohnt. Nun ist es wieder da. Die Platine wurde komplett getauscht und die Neuinstallation lässt es besser laufen als je zuvor. Die gleiche Anzahl Apps verbraucht 2 GB weniger Speicher. Das ständige updaten scheint also auch nicht perfekt zu funktionieren.

        Ach, und ich habe 0€ bezahlt!

      • Haha, tatsächlich, es wird langsam unheimlich. 😉
        Jetzt hast du mich aber neugierig gemacht. 0 € für ein Smartphone, wie hast du das denn angestellt?

      • Ups, Oliver. Ich fürchte, ich habe das etwas zweideutig formuliert. Nicht das Smartphone hat 0€ gekostet. Die Reparatur war kostenlos.
        Ich hatte erwartet, dass mich die Gewährleistung nicht notwendigerweise wie bei der Garantie automatisch von Kosten befreit. Daher meine Freude, dass ich so günstig ein „neues“ altes Smartphone (zurück-) erhalten habe.

    • Super gut, ist ein top Teil! 🙂
      Schade, dass es für eine SSD nicht mehr gereicht hat. Da hätte ich glaube ich lieber ein T400 oder T410 mit SSD genommen als ein T420 ohne. 😀
      Vielleicht kannst du ja zu einem späteren Zeitpunkt noch eine nachrüsten.

  11. Toller Artikel, nachdem der Finanzwesir so oft zu dir verlinkt werde ich jetzt auch mal abonnieren 😉 Ich habe ein ‚altes‘ 2008 MacBook von meiner Mutter dass sie nicht mehr benutzt hat (!?) mit einer SSD ausgestattet und bin super zufrieden! Einzig schade ist die fehlende Hardware Beschleunigung für HTML5 auf Netflix/YouTube, weswegen mir der Prozessor da immer etwas viel Hitze produziert.. Aber mit SD kann ich auch leben bis die aktuell ’neue‘ Technik zur ‚alten‘ geworden ist.

    • Hi Adam,

      freut mich, dann mal herzlich willkommen hier auf dem Blog! 🙂

      Cool dass du dem alten MacBook wieder Leben eingehaucht hast – für Alltagsaufgaben ist der Core 2 Duo Prozessor ja auch wirklich noch flott genug.

      Was du ansprichst bezeichnet Mr. Money Mustache übrigens als den „Trailing Edge of Luxury“. Im Gegensatz zum „Cutting Edge“ (wörtlich „Schneidkante“ – gemeint ist der „neuste Stand der Technik“) ist der Trailing Edge quasi die Hinterkante, also der nicht mehr ganz so neuste Stand der Technik. Die Idee ist, dass man immer einigermaßen aktuelle Technologie besitzt, aber eben Geräte kauft, die schon 3-4 Jahre alt sind und sie dann noch ein paar Jahre weiter nutzt. So ist man technisch immer recht gut ausgestattet, kann aber sehr viel günstigere Gebrauchtgeräte kaufen. Ich gucke mir ganz gerne mal an, was aktuell für neue Handys oder Laptops rauskommen. Dann denke ich mir: „Cool, das wäre doch was in 4-5 Jahren.“ 🙂

  12. Das klassische „Ich will“ gegen „Ich brauche“.

    Augen auf und abwägen – in diesem frugalen Preisbereich kann man wunderbare (Arbeits-)Notebooks kriegen, auch neu.
    Man muss sich nur von Lifestyle-Geräten und unsinnigen Zusammenstellungen (bspw. 1TB HDD, 4 GB Ram, i7) fernhalten.

Schreibe einen Kommentar