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Aktiendepot selbst gebaut

@absprung_2020 Danke, für die ausführliche Darstellung.

Also ich bin zunächst einmal nicht der Meinung, dass es soetwas wie einen Investitionsstau geben kann. Selbst wenn der Markt für ein bestimmtes Produkt gesättigt ist. Das liegt aus meiner Sicht nur am Unvermögen oder Unwillen des Managements. Wenn der Gewinn nicht zur klassischen Expansion verwendet werden kann, so kann er doch immer in Produktverbesserungen, Marketing, Gehaltserhöhungen (bessere Arbeiter), neue Produkte, u.s.w. fließen. Der Fantasie und Kreativität sind da kaum Grenzen gesetzt. Leider denken die meisten Manager nur an ihre Boni und kaufen lieber durch Aktienrückkäufe den Kurs ihrer Unternehmen hoch. Bei der Dividendenausschüttung fallen jedesmal zusätzliche Steuern ab, zum Nachteil des Aktionärs. Also selbst wenn er seinen Ausschüttung reinvestiert geht da ein Teil an das Finanzamt verloren, der bei Nicht-Ausschüttern voll zur Verfügung steht. Das ist auch deutlich in meinem Rechenbeispiel zu sehen. Und dann kommt eben noch hinzu, dass eine Dividendenpolitik möglichst immer konstant gehalten werden muss um die Aktionäre bei Laune zu halten. Man bedenke, das in solche Dividenden-Aktien oftmals große Institutionen und Behörden investieren, die diese Ausschüttungen gern für ihre eigene Haushaltsbewirtschaftung nutzen. Un die mögen gar keine Kürzungen, wenn es mal nicht so gut läuft. Also wird die Dividende, dann lieber aus der Substanz gezahlt. Nun hat man aber - insbesondere bei zyklischen Werten - das Problem, das hin und wieder Flaute-Jahre dabei sind, wo der Gewinn auch mal sinkt. Das muss aber noch lange nicht heißen, dass das Unternehemen schlecht ist. Aus den Gründen sehe ich einfach Dividenden als ungünstige Firmenpolitik, die dem Investor auf lange Sicht schadet.

Die Sache mit der Aktienbewertung ist eigentlich gar nicht so schwierig, wenn man sich ein paar Dinge vergegenwärtigt. Wer macht die Kurse? Das sind in der Regel große Investmentbanken und Fonds. Dort steht ein Investitionsgut wie Aktien in Konkurrenz zu anderen, meistens Anleihen. Der Fondmanager oder Investor überlegt also nur, 'was soll ich kaufen? Was bringt mir das beste Gewinn/Risiko-Verhältnis'. Das ist meistens von den Zinsen abhängig. Bei steigenden Zinsen werden Kredite für Unternehmen teuer, die Investitionen werden zurück gefahren, die Gewinne sinken und Anleihen und fest verzinsliche Papiere werden für Investoren attraktiv. Die Leute sparen lieber, als ihr Geld auszugeben, was wiederum schlecht für die Unternehmen ist. Das wiederum wird durch den Leitzins beeinflusst und hat im Endeffekt auch wieder Auswirkungen auf die Inflation. Den Fehler, den viele bei der Aktienbewertung machen, ist zu meinen, dass es eine wahren (richtigen) Aktienwert gibt und eine über- oder untertriebenen Börsenwert. Das ist grundsätzlich falsch und betrifft eigentlich nur kurzfristige, oft durch politische Ereignisse bestimmte Zeitspannen. Zu denken die Aktie XY müsste eigentlich da oder da stehen, heißt im Endeffekt: 'ich bin schlau und die anderen sind blöd'. Dieses Spiel braucht man an der Börse nicht zu spielen. Wenn ein Aktienkurs völlig von seinem angeblich wahren Wert abweicht, sollte man eher überlegen 'was wissen die anderen, was ich nicht weiß?' Es gibt an der Börse kein verstecktes Geheimwissen oder unterbewertete Aktien. Die Kurse pendeln immer um den wahren Wert einer Aktie. Und dies kann man bei entsprechen groß gewählten Zeiträumen auch rechnerisch nachweisen.

Was Sie machen, ist klassisches Stock-Picking, also die "Buffett-Methode", oder was auch Fondmanager tun. Der Haken ist nur, dass es auf lange Sicht keine bessere Performance liefert, als z.B. eine saisonale Strategie, bei der die Werte nach dem Zufallsprinzip ausgewählt werden, oder ein ganzer Index als ETF gekauft wird. Das zeigt z.B. auch eine klassische Studie der Cass Business School in London, bei der simulierte Affenhirne gegen Fondsmanager verglichen wurden. Die Fondsmanager haben verloren! Man bekommt bei diesem Stock-Picking schnell einen Tunnelblick, weil man von seinem Tun überzeugt ist und aufgrund des Erfolges sich bestätigt sieht. Aber, auch Warren Buffett hätte, über den gesamten Zeitram seiner Investment-Tätigkeit, gegen eine Saisonale-Strategie schlechter abgeschnitten. Man kann den Markt nur durch die Ausnutzung statistischer Gegebenheiten schlagen, für alles andere reicht Buy-and-Hold und ein Index-ETF. Stock-Picking ist leider die Mühe eigentlich nicht wert, denn auch scheinbar gute und profitable Unternehmen, entwickln sich z.T. schlechter, als sie sollten, weil da vielleicht plötzlich ein Skandal um die Ecke kommt. Bestes Beispiel ist Porsche in den 2000er Jahren. Zum damaligen Zeitpunkt der weltweit profitabelste Hautohersteller, bis ein Herr Wiedekind kam.... Der Rest ist Geschichte.

Gruß F.

Zitat von Fritz am 24. März 2019, 13:05 Uhr

Du wiedersprichst dich in deiner Ausführung selbst.

Erst sagst du "Bei der Dividendenausschüttung fallen jedesmal zusätzliche Steuern ab, zum Nachteil des Aktionärs." und später empfiehlst du "eine saisonale Strategie".
Bei beiden "Strategien" fallen ständig Steuern an.

Das die handelnen Markteilnehmer die Kurse machen ist schon klar, dennoch muß ich dieses Spiel nicht mitspielen.
Dein Vergleich mit den Anleihen ist nicht schlecht, Buffett sieht in Aktien, Anleihen mit steigendem Kupon.

Im Gegensatz zu den meisten Anlegern, sehe ich den Gewinn nicht in der Kurssteigerung, sondern in der langfristigen Steigerung der Ausschüttung, welche natürlich auf steigenden Gewinn beruht. Also keine Kategorie A - Aktie, sondern Kategorie C2.

Was Sie machen, ist klassisches Stock-Picking, also die "Buffett-Methode", oder was auch Fondmanager tun. Der Haken ist nur, dass es auf lange Sicht keine bessere Performance liefert

So etwas behaupten nur Index-Anleger, welche zu faul sind sich selbst Gedanken zu machen.

Wie schon mal geschrieben, wurde Stock-Picking, Buy & Hold, sowie die Dividende schon vor 20 Jahren zerissen und wenn ich mir mein Depot ansehe, kann ich darüber nur lächeln.

Noch mal mein Denkanstoß:
Wenn ich eine Aktie kaufe, welche eine Einstiegsdividendenrendite von über 4% hat und diese Firma die Dividende durch Gewinnsteigerung regelmäßig über Inflation steigern kann, dann ist das eine automatische 4%-Regel ohne Entnahmestrategie .

Oder wie Buffett mal sagte, eine Anleihe mit steigendem Kupon.
Und falls es dir nicht aufgefallen ist, in diesem Denkanstoß kommt kein Aktienkurs vor.

 

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Bitte! Das ist oberpeinlich, was du von dir gibst. Bitte geh dich informieren! Bitte! Bitte! Bitte!

Zitat von FrugalistMitHaus am 24. März 2019, 18:06 Uhr

Bitte! Das ist oberpeinlich, was du von dir gibst. Bitte geh dich informieren! Bitte! Bitte! Bitte!

Wenn ich in eine nicht börsennotierte Firma investiere bzw. mich beteilige, bekomme ich auch nicht jede Sekunde einen Preis zugeworfen, sondern orientiere mich an der Bilanz und dem Geschäftsverlauf.

Wieso sollte ich bei börsennotierten Firmen anders investieren?

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

@stoliver, 12:38

Ggf. gab es ein Missverständndis: Das Thema "Aktiendepot selbst gebaut" soll genau und nur dazu ermutigen. Es geht mir nicht darum irgendeinen Index out-zu-performen oder ETFs abzulehnen. Outperformance: Das wurde von mir manchmal geschafft, oft aber auch nicht im Jahresvergeich. Ich bin aber der Meinung dass wir alle zumindest in Betracht ziehen sollten auch Aktien direkt zu halten. Dazu mus man sich nur mit "seinen" Firmen etwas auseinandersetzen.

Es geht um Finanzbildung und ggf. wer will, auch etwas zu tun für eine Finanzwende (Finanzwende mit Herrn Schick gern mal im Netz suchen); weg von Blackrock, Goldman,  und Co. Ich traue den Brüdern nicht und gebe denen keine 0,4 %/a meines Geldes für nix. Ggf. ein Argument für Sie, da Sie ja auch andere companies wie Unilever.... nicht so toll finden und sich dort nicht beteiligen wollen. Wie dann ETF -Kauf von Boni-Bankern?

Weitere Motivation ist flexibel zu sein mit diversen Positionen und regelmäßiger Einnahme von Dividenden.

Meine Infos: Ich war früher mal Mitglied beim Börsenclub (Stuttgart) und habe deren Anlageform übernommen. Kurzusammenfassung siehe Thema ganz oben. Die Einzelaktien werden dann über Zeitreihen der üblichen Anbieter gecheckt.

Viel Gück auf Ihrem Weg!

Zitat von Viktor am 23. März 2019, 0:04 Uhr

Das Thema Dividend Payer vs Non Payer scheint recht gut untersucht zu sein.
Die Ausschütter haben in der Vergangenheit, im durchschnitt wohl weit aus besser abgeschnitten.

z.B. https://mr-uploads.s3.amazonaws.com/uploads/2015/05/dividend-stocks.png

Hier eine kurze Info zu diesem Chart:

https://mebfaber.com/2017/04/26/dividend-growth-myth/

Oder um es kurz zusammenzufassen, der Dividend-Growth-Ansatz war sogar praktisch der schlechteste in der Vergangenheit.

Zu dem Rest hat Oliver ja schon eine Menge geschrieben, prima:

https://frugalisten.de/forum/topic/wie-und-worin-investiert-ihr/?part=3#postid-1580

Leider kam danach wieder nur Quark. 🙁

Zitat von FrugalistMitHaus am 24. März 2019, 22:08 Uhr
Zitat von Viktor am 23. März 2019, 0:04 Uhr

Das Thema Dividend Payer vs Non Payer scheint recht gut untersucht zu sein.
Die Ausschütter haben in der Vergangenheit, im durchschnitt wohl weit aus besser abgeschnitten.

z.B. https://mr-uploads.s3.amazonaws.com/uploads/2015/05/dividend-stocks.png

Hier eine kurze Info zu diesem Chart:

https://mebfaber.com/2017/04/26/dividend-growth-myth/

Oder um es kurz zusammenzufassen, der Dividend-Growth-Ansatz war sogar praktisch der schlechteste in der Vergangenheit.

Hindsight-Bias vs. Real-Depot

Mich wirst du von meiner Strategie nicht abbringen, denn die Rendite von deiner ist halt geringer als meine bisher erreichte, trotz der nachteiligen Dividende und  gezahlter Steuern.

Lesetip: Buffettology

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Um Himmels willen, ich möchte dich nicht von deinem Hobby abbringen. Jeder soll prinzipiell alles mit seinem eigenen Geld machen, was er möchte. Morgen alles auf Rot im Casino? Bitteschön.

Du darfst auch weiterhin keine Ahnung vom Kapitalmarkt haben. Auch prinzipiell deine Entscheidung, dir nicht grundlegendes Wissen anzueignen.

Aber hier lesen auch andere Leute und die sollten erfahren dass du, freundlich formulierst, ziemlich großen Quatsch erzählst. Die meisten deiner Aussagen sind faktisch falsch. Wenn das Leute hier lesen, glauben und danach handeln, dann verlieren diese Leute Geld. Und da wird es dann asozial. Du kannst mit deinem Geld machen was du willst, aber Leuten hier aufgrund von Unwissen falsche Ratschläge zu geben, da hört der Spaß auf.

Kurz bevor wir uns das Haus gebaut haben, habe ich auch einen großen Teil vom Eigenkapital in DAX-Firmen investiert. In solche "Value"-Aktie mit hoher Dividende. Und nach nicht mal einem Jahr Anlagehorizont wieder alles verkauft mit über 20% Rendite und den DAX geschlagen. Weil ich es damals auch nicht besser wusste und halt Glück hatte. Durch Zufall gerade die richtigen Aktien erwischt. Habe ich Gewinn gemacht? Habe ich den Index geschlagen? Ja. War das klug oder intelligent? Nein, auf keinen Fall. Würde ich es weiterempfehlen? Nie und nimmer, zum Glück für uns ist es gut gegangen.

Unser Grundstück ist auch schon in wenigen Jahren um 75% im Preis gestiegen. Könnte ich jetzt auch behaupten, dass man mit klugem Überlegen blabla usw. - Ne, Bullshit. Dass der Markt sich gerade die letzten Jahre extrem weiter in diese Richtung bewegt, konnte damals auch keiner voraus sehen.

Zitat von FrugalistMitHaus am 24. März 2019, 22:08 Uhr
Zitat von Viktor am 23. März 2019, 0:04 Uhr

Das Thema Dividend Payer vs Non Payer scheint recht gut untersucht zu sein.
Die Ausschütter haben in der Vergangenheit, im durchschnitt wohl weit aus besser abgeschnitten.

z.B. https://mr-uploads.s3.amazonaws.com/uploads/2015/05/dividend-stocks.png

Hier eine kurze Info zu diesem Chart:

https://mebfaber.com/2017/04/26/dividend-growth-myth/

Oder um es kurz zusammenzufassen, der Dividend-Growth-Ansatz war sogar praktisch der schlechteste in der Vergangenheit.

 

Hi danke für den Link,

ich muss nur leider zugeben, dass ich nicht verstehe wie diese unterschied da entstanden ist.
Also diese Begründung mit "geometrisch gewichteten Indizes und arithmetische Indizes" das sagt mir leider nichts.

Auch interessant ist der Link zu O Shaugnessy, hab sein Buch gelesen und fand es echt gut.
Aber in diesem Fall hat er Dividend Grower so definiert:

"We define dividend growth as the rate of change or slope of dividends paid by a company over the most recent three-year period. "

Ich weiß ja nicht. Ich persönlich hatte da eher so die Aristocraten vor Auge die 25 Jahre und mehr erhöht haben.
Denn auch der Global Dividen Aristocrate hat nur als Kriterium "increasing or stable dividends for at least 10 years."

Das sollte eigentlich so ziemlich jedes beliebige 0815 Unternehmen in den letzten 10 Jahren geschafft haben.

 

 

Jedes beliebige 08/15-Unternehmen? Amazon hat noch nie Dividende gezahlt, Berkshire Hathaway hat nie Dividende gezahlt, Apple bringt auch keine 10 Jahre Dividenden-Historie zusammen. Alphabet/Google hat nie eine Dividende gezahlt. Facebook hat auch noch nie Dividende gezahlt. Na gut, die haben sich in sieben Jahren im Wert auch nur verfünffacht und haben in der Liste mit Amazon, Alphabet oder Apple eigentlich nichts zu suchen (Amazon hat sich mehr als verhundertfacht).

Im Grunde hast du Recht, die Dividendenzahler sind eher die 08/15-Unternehmen. Die großen Gewinner sind meist eher die Nicht-Dividendenzahler. Wobei das kein Aufruf zum Stock-Picking von Nicht-Dividendenzahlern ist (außer, als Hobby). Ein marktbreiter ETF erwischt aber alle diese großen Gewinner, so kann man von deren Performance partizipieren.

Entschuldigung, da habe ich mich offensichtlich falsch ausgedrückt.
Worauf ich hinaus wollte ist, dass ein Kriterium von 3 bzw 10 Jahren Dividendenwachstum für mich kein ausreichendes Qualitätskriterium ist um jetzt als "Grower" zu gelten.
Das sollte für viele Unternehmen machbar sein, einfach nur weil die Konjunktur an sich gut läuft. Für mich persönlich sind Dividend Grower ab 25 Jahre aufwärts, also wenn mann nur der US Dividend Aristocrates. Aber das kann natürlich jeder anders sehen.

Ja, auch die haben gegen den Markt verloren, historisch gesehen. Siehe weiter oben.

Der Markt lässt sich ohne Insiderinformationen, politische Einflussnahme etc. nicht schlagen. Punkt, aus, Ende.

Was du machen kannst, wenn du die erwartete Rendite erhöhen willst, du kannst das Marktportfolio hebeln. (P.S. Don't do it).

Es mag langweilig klingen, aber mehr als zwei-fünf Stunden solltest du dich im Jahr nicht mit der Anlage beschäftigen, wenn du erst mal die Grundlagen gelernt hast. Du kannst gerne in das oft erwähnte Wertpapier Forum gehen und dir mal alle Grundlagen antun.

Nutze die so frei gewordene Zeit dafür, dein Einkommen zu steigern. Think Sidepreneur & Co. Das bringt viel, viel, viel, viel mehr.

Oder eben dafür, worauf ein Frugalist hin arbeitet. Freizeit!

Warren Buffet selbst empfiehlt schon seit Jahren Index-Fonds als beste Anlage. Sein Unternehmen underperformt gegenüber dem Index in den letzten 10-20 Jahren fast konstant.

Im Pre-Internet-Zeitalter, 60er, 70er Jahre, damals waren die Märkte vermutlich nicht so informationseffizient wie heute. Schau dir halt Wolf of Wall Street an und dann das ganze noch 10x simpler und einfacher. Entscheidungen wurden damals über Wochen getroffen.

Heute, ja ernsthaft, liefern sich die großen Anleger einen Wettstreit, wer die schnellere Anbindung hat, damit seine Order zuerst an der Börse ist, um vielleicht doch noch 0,01 USD günstiger zu kaufen. Es geht um Zeiten unterhalb einer Milisekunde. Investmententscheidungen treffen längst Computer, KI und neuronale Netzwerke. Gab es zu Buffets Erfolgszeiten nicht.

Zitat von FrugalistMitHaus am 24. März 2019, 22:59 Uhr

Um Himmels willen, ich möchte dich nicht von deinem Hobby abbringen. Jeder soll prinzipiell alles mit seinem eigenen Geld machen, was er möchte. Morgen alles auf Rot im Casino? Bitteschön.

Eure Handelsstrategienen beruhen aufs handeln, das ist Casinomentalität.

Meine Startegie beruht auf das Investieren in Wachstumsfirmen mit Dividende, möglichst nur ein mal investieren und dann vom Wachstum und der wachsenden Dividende profitieren. ( möglichst, weil nicht viele Geschäftsmodelle über Jahrhunderte funktionieren )

Anderes reales Beispiel, schau Dir mal die Geschichte der Großaktionäre von BMW an. Haltedauer über Jahrzehnte und soweit ich Infos gefunden habe, wird schon sehr lange Dividende gezahlt. Inzwischen ist die Dividende für Erben unvorstellbar hoch, so das die Pöbelmedien regelmäßig die Neiddebatte befeuern können.
Wenns mal wieder crasht, berichten die Pöbelmedien immer, wieviel Buchverluste diverse Großaktionäre mal wieder hatten.

Zitat von FrugalistMitHaus am 24. März 2019, 22:59 Uhr

Kurz bevor wir uns das Haus gebaut haben, habe ich auch einen großen Teil vom Eigenkapital in DAX-Firmen investiert.

Aua, ja da hast du wirklich sehr viel Glück gehabt. Ich investiere mein Kapital viel langfristiger.

Zitat von FrugalistMitHaus am 24. März 2019, 22:59 Uhr

Unser Grundstück ist auch schon in wenigen Jahren um 75% im Preis gestiegen. Könnte ich jetzt auch behaupten, dass man mit klugem Überlegen blabla usw. - Ne, Bullshit. Dass der Markt sich gerade die letzten Jahre extrem weiter in diese Richtung bewegt, konnte damals auch keiner voraus sehen.

Es ist schon ein Unterschied ob man sich ein Haus kauft oder sich überlegt, in ein stetig steigenden Kapitalstrom zu investieren.

Zitat von FrugalistMitHaus am 24. März 2019, 23:44 Uhr

Apple bringt auch keine 10 Jahre Dividenden-Historie zusammen.

Apple hatte vor seiner langen Dividendenpause mal Dividende gezahlt, dann aber einige Fehler gemacht, die dazu führten das der Gewinn eingebrochen ist und somit wurden die Dividendenzahlungen eingestellt.

Zitat von FrugalistMitHaus am 25. März 2019, 0:42 Uhr

Der Markt lässt sich ohne Insiderinformationen, politische Einflussnahme etc. nicht schlagen. Punkt, aus, Ende.

Heute, ja ernsthaft, liefern sich die großen Anleger einen Wettstreit, wer die schnellere Anbindung hat, damit seine Order zuerst an der Börse ist, um vielleicht doch noch 0,01 USD günstiger zu kaufen. Es geht um Zeiten unterhalb einer Milisekunde. Investmententscheidungen treffen längst Computer, KI und neuronale Netzwerke.

Wenn man mit einer Casinostrategie investiert um in ein paar Monaten das Eigenkapital aufzubesssern, mag das so sein.

Bei einer langfristigen Investition, in langfristig wachsende Firmen, bei der man keine Mondpreise zahlt und somit von Anfang an eine jährliche Rendite erhält, ist es ein wenig anders. ( Kategorie C2 zum vernünftigen Preis )

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Bist du wirklich so **** oder trollst du nur? Wenn es sicher wäre, dass eine Firma langfristig wächst, dann wäre das im Aktienkurs bereits eingepreist.

Ist es aber nicht, viele dieser ehemaligen Dividenden-Aristokraten sind abgestürzt. Diese Value-Methode, welche du bei deinem einen Glücksgriff ja nicht mal angewendet hast, schlägt den Markt nachweislich nicht, wie ja schon weiter oben verlinkt.

Du willst den Markt schlagen, weil du mit deinem Taschenrechner ein paar Kennzahlen berechnen kannst, während die großen Investoren Mathematiker und Informatiker haben, welche KI-gestützte Entscheidungen treffen innerhalb Millisekunden? Wie kann man nur so eingebildet sein?

Ich hoffe echt, dass du ein Troll bist. Sonst tust du mir jetzt ganz doll Leid.

Zitat von FrugalistMitHaus am 25. März 2019, 7:42 Uhr

Wenn es sicher wäre, dass eine Firma langfristig wächst, dann wäre das im Aktienkurs bereits eingepreist.

Die Zukunft ist alles andere als sicher, deshalb stochern alle im Nebel der Zukunft.

Zitat von FrugalistMitHaus am 25. März 2019, 7:42 Uhr

Ist es aber nicht, viele dieser ehemaligen Dividenden-Aristokraten sind abgestürzt. Diese Value-Methode, welche du bei deinem einen Glücksgriff ja nicht mal angewendet hast, schlägt den Markt nachweislich nicht, wie ja schon weiter oben verlinkt.

Merkwürdige Aussage. Ich habe also etwas nicht angewendet, das nachweislich nicht funktioniert. Hmm, scheint dann nicht so falsch gewesen zu sein.

Zitat von FrugalistMitHaus am 25. März 2019, 7:42 Uhr

Du willst den Markt schlagen, weil du mit deinem Taschenrechner ein paar Kennzahlen berechnen kannst, während die großen Investoren Mathematiker und Informatiker haben, welche KI-gestützte Entscheidungen treffen innerhalb Millisekunden?

Ich bin übrings Informatiker, dev wie Developer und investiere langfristig für die Zeit danach.

Zur Treffsicherheit von KIs:

Eigentlich wollte Amazon eine Software entwickeln, die unter Bewerbern automatisch die besten findet. Der Algorithmus hatte aber unerwünschte Nebenwirkungen. Link

 

P.S. Als es die sogenannte Deutschland AG noch gab, war die Deutsche Bank eine sehr erfolgreiche Bank, aber seitdem sie diese Langfristbeteiligungen gegen das Casino Investmentbanking getauscht hat, hat sie nur noch Skandale und Probleme. ( als Denkanstoß )

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

@Fritz, 24.3., 13:05.

Nur als kurze Anmerkung: Wenn eine Firma viel Gewinn generiert hat und das Konto pumpvoll ist, muss sich das Mangement überlegen was damit zu machen ist. Den Mitarbeitern mehr Geld geben? Mit Verlaub, das erhöht die Betriebskosten. Auch Investitionstau ist etwas anders als das was Sie meinen. Wer einen Investstau hat, hat entweder kein Geld oder er ist sich nicht sicher ob er aus anderen Gründen nicht investieren sollte. Wir reden hier aber von viel cash und keiner Investmöglichkeit mit entsprechend akzeptablem Return on Invest. Daher kann eine Ausschüttung sinnvoll sein, weil man akzeptieren kann, dass der Anleger mit dem Geld (derzeit) besser was anfangen kann als die company.

Nein, ich mach kein Stock-picking (Trading Chance nutzen und billig einsteigen) sonder buy and hold. Companies werden immer dann gekauft wenn ich Geld "übrig" habe. Das durchschnittliche Alter meiner Positionen ist ca. 10 Jahre (Schätzung), meine erste ist ProcterGamble und Medtronic  seit 2000; zwei damals schon und (immer noch!) Dividendenaristokraten. (Und an dieser Stelle noch eine Anmerkung an die ganzen kostenlosen links die hier oft geteilt werden: Denken Sie, dass die Protagonisten der Finanzindustrie keine eigenen Ziel verfolgen sondern allein nur ihr Geld vermehren wollen? Daher mein Lieblingszitat von Miraculix: "Der Mensch glaubt was geschrieben steht. Eine komische Entwicklung!" so in etwa.... (Aus Asterix bei den Pikten).

Meine neueste Position ist ein Zock-Versuch mit KraftFoods seit 2 Wochen :-), in der Tat (!) zwei % Stockpicking mach ich dann doch!

Höhere Gehälter gehen einher mit besser qualifizierten Mitarbeitern. Daher wollen ja auch alle gut ausgebildeten Absolventen lieber zu Audi, Porsche oder Siemens und nicht zu der kleinen Klitsche in Hinterkleinkleckersdorf. Weil die eben mehr zahlen...

@alle Mitdiskutanten: Zunächst vielen Dank für die ETF Sparer-Fraktion, die mich dazu gebracht hat mich zumindest etwas mit dem Thema zu beschäftigen (ich habe das sogar mittlerweile einer Verwandten als Hinweis gegeben sich da mal sparplanmäßig zu beschäftigen).

Bei mir konrekt hat das dazu geführt mich mit meiner Performance zu Vergleichsindizes auseinanderzusetzen. Ist die eigene "Idee" die ich hier an mehereren Stellen beschreibe wirklich vergleichbar? Die übergeordneten Kriterien hatte ich ja ausführlich beschrieben, die performance aber noch nicht, da ich sie, zumindest vergleichend nicht kannte. Klar war immer: Auch wenn ich etwas schlechter wäre, Hauptsache selbtsbestimmt und keine Finanzheinis in Haus lassen oder zur Bank dackeln.

Wie auch immer: Seit 2003 führe ich mein Depot auch im Exel, und das sehr detailliert. Davor eher gefühlte Realität. Mein Guthaben war in 2003 geringer als das von Oliver Nölting heute: 53.000 € alles eigene, selbst ausgewählte Aktien, ca 15 Titel. Mein Vergleich war immer: 60 % US; also S+P500 sowie 40% Europa mit dem Stoxx50. Mein pers. Vergleichsindex an dem ich mich messen will ist also eine 60% S+P500 und 40%Stoxx50 gewichteter Index.

Dieses Verhältnis habe ich nun über die letzten 16 Jahre recherchiert und ausgewertet. Here we go:

Das Ergebnis halte ich für sehr interessant, insbesondere über die mittlerweile lange Zeitreihe. Was ggf. sehr ermutigend ist, ist das Ergebnis nach 16 Jahren, obwohl die jährliche performance zu den Vergleichsindizes eher als durchwachsen zu bezeichnen ist: In 2003 habe ich den Vergleichsindex um 15 % geschlagen, im Folgejahr war ich um 10 % schlechter. Ich intrepretiere das so, dass bei nur 15 Titeln die Schwankungen einzelner Positionen deutlich mehr ins Gewicht fälllt als bei breit gestreuten Indizes mit über 500 Titeln. Das gleicht sich aber über die Laufzeit immer wieder aus. Die Zeit bringt das Wunder, das ist nix Neues, aber schön, wenn man das dann selbst bestätigt bekommt. Insgesamt habe ich (obwohl das nie das Ziel war) nach 16 Jahren alle Indizes die ich für relevant halte geschlagen; mein pers. Vergleich S+P500 inkl. Stoxx50 um über 2 %/a. (plus Dividende, der ja z.B. im Dax performance inkludiert wäre).

Auch darüber kann man jetzt philosophieren: Warum?

Meine Interpretation ist zu diesem Punkt mittlerweile gefestigt: Die Börsenwelt basiert nicht auf dem Erfolg der Gesamtwirtschaft sondern auf dem der Marktführer; wo die Großen der Branchen teils bis zweistellige Anteil am Gesamtindex stellen. Ein Index mit z.B. 3000 Titeln (bei dem sowieso monatlich Dutzende schlechte durch andere Hoffnunsgträger ersetzt werden) schwächt die Performance; eben zu viele schlechte Titel.

Es gilt die Wachstumsperlen zu finden in den Zukunftsbranchen (die in der Regel ja alle bekannt sind). Eine Definition über die Marktführerschaft kann dabei ein Parameter sein; wie hier schon eingangs beschrieben. Meine konkreten Outperformer im Depot heißen: Starbucks, ITW, Disney, Amgen, jenseits der 400 % (nach den ca. 10 - 16 Jahren) und gleichen dann schwächere Titel mehr als aus. Wichtig aber, und das ist der Unterscheid zu den Indizes mit vielen Titel: Die müssen mit ihren 400 % und mehr nur etwa die gleiche Anzahl schwächerer Titel ausgleichen und nicht hunderte. Ich denke, dass das den Unterscheid ausmachen kann. Ein Denkmodell meinerseits, kein wissenschaftlicher Beweis!

In diesem Sinne: Good luck, Rückschläge gehören zum Geschäft.

Gruß Absprung_2020

Deine Performance pro Jahr war 7,2 Prozent, nicht 8,3. Du musst das geometrische Mittel berechnen. Zum Vergleich, 20 Prozent runter und im Folgejahr 20 Prozent rauf sind nicht 0, sondern - 4 Prozent.

Ebenso stimmen deine Daten für den MSCI World nicht, der hatte in der Vergleichsperiode 8,3 Prozent Rendite nach geometrischem Mittel.

Du hast also eine Underperformance gegenüber dem Markt.

Der Euro Stoxx 50 hat hier schon gar nichts zu suchen, das nur am Rand.

Der eigentliche Punkt ist die Underperformance gegenüber dem MSCI World bei deutlich höherem Risiko und deutlich höherem Zeiteinsatz.