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Aktiendepot selbst gebaut

Eine falsche Annahme ist es auch, dass Firmen die nicht ausgeschütteten Dividenden unter das Kopfkissen packen. Das passiert in seltenen Fällen und hat dort, vgl. Apple, unter Umständen auch gute Gründe.

Kleinere Summen werden bei uns bspw. in Verbesserungsprojekte gesteckt, wobei der jährliche ROI dort begründbar mindestens 25 Prozent, besser deutlich mehr sein muss, damit investiert wird. Firmen haben im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit wesentlich bessere Investoptionen als private Personen.

Größere Summen werden in strategische Firmenzukäufe mit Synergieeffekten investiert. Auch hier ist das Ergebnis am Ende mehr als die Summe der Einzelteile.

Drittens, Thema Stock-Picking vs ETF. Die großen Gewinne des Marketes werden idR von wenigen Unternehmen getragen. Wenn sich Unternehmen wie Amazon verhundertfachen, partizipiert man davon mit einem ETF. Auch wenn dort paar Nieten drin sind, die Chancen sind asymmetrisch.

Beispiel, Aktie A und B. Beide 1 Euro. Aktie A geht komplett pleite, was muss Aktie B machen, um den Verlust auszugleichen? Richtig, sich verdoppeln.

Kann sich Aktie B mehr als verdoppeln? Ja. Kann A mehr als pleite gehen? Nein.

Diese asymmetrische Verteilung von Gewinnen und Verlusten ist ausnahmsweise mal ein Black Swan zu unseren Gunsten. In einem breiten ETF-Portfolio profitiert man maximal davon.

Wer dagegen nur Stock Picking bei Blue Chips und Mid Caps betreibt, verzichtet auf einen guten Teil der Marktrendite. Nur bei den Small Caps gibt es ja diese hohe Chance, dass kurze um Faktor x100 und mehr steigen (was quasi mehr als 100 Vollnieten ausgleicht).

Schlussendlich muss man sich noch ehrlich die Frage stellen, habe ich den Markt wirklich langfristig geschlagen? Oder bin ich einfach nur bei guten 8% p.a. aber der Markt hat 10% p.a. gemacht?

Und hätte ich die tausenden Stunden Beschäftigung mit den Geschäftsberichten von Firmen, Wissensaneignung, Überprüfung von Aktienkursen usw. in produktive Arbeit gesteckt, wie viel zehntausende/hunderttausende Euro hätte ich zusätzlich sparen können und marktbreit investieren können?

Zitat von FrugalistMitHaus am 22. März 2019, 16:20 Uhr

Größere Summen werden in strategische Firmenzukäufe mit Synergieeffekten investiert. Auch hier ist das Ergebnis am Ende mehr als die Summe der Einzelteile.

Immer? Nö: Daimler-Chrysler, Bayer-Monsanto, ...

Zitat von FrugalistMitHaus am 22. März 2019, 16:20 Uhr

Schlussendlich muss man sich noch ehrlich die Frage stellen, habe ich den Markt wirklich langfristig geschlagen? Oder bin ich einfach nur bei guten 8% p.a. aber der Markt hat 10% p.a. gemacht?

Ja, ich habe seit 2000 den Markt im Schnitt geschlagen, trotz Dividende und Steuern oder kennst du einen Fonds/ETFs der seit 1.1.2000 über 11% p.a. geschafft hat?
Ach ja, die meisten nutzen das Tief um besser dazustehen, gut kann ich auch, seit 1.1.2009 über 20% p.a.

 

 

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Das Thema Dividend Payer vs Non Payer scheint recht gut untersucht zu sein.
Die Ausschütter haben in der Vergangenheit, im durchschnitt wohl weit aus besser abgeschnitten.

z.B. https://mr-uploads.s3.amazonaws.com/uploads/2015/05/dividend-stocks.png

Ein gutes Beispiel für falsch angewandte Statistik. 🙂

Ich mag das jetzt nicht lang erklären, wer möchte? Stichwort Hindsight-Bias.

Zitat von FrugalistMitHaus am 23. März 2019, 0:51 Uhr

Ein gutes Beispiel für falsch angewandte Statistik. 🙂

Ich mag das jetzt nicht lang erklären, wer möchte? Stichwort Hindsight-Bias.

Ich habe kein Problem damit das manche nur den Durchschnitt haben wollen und sich viele Gedanken zur Entnahme machen wollen, aber bitte nicht behaupten das es der Königsweg wäre und das es nicht anders ginge.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Du verstehst den Hindsight-Bias nicht, gut. Noch ein Tipp, die Aktienauswahl in der Realität erfolgt ex ante, nicht ex post.

Oder hier der absolute Geheimtipp: Aktien mit steigenden Gewinnen haben in der Vergangenheit besser abgeschnitten, als Aktien mit sinkenden Gewinnen.

Noch besser: Aktien mit den Anfangsbuchstaben App, Ama, Goo oder Mic haben in der Vergangenheit besser abgeschnitten.

Das passiert ohne perfect Hindsight:

https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/IE00B9CQXS71,IE00B4L5Y983

Den Chart kopiere ich nicht wegen Urheberrecht, bitte selbst nachschauen. Nur soviel, aktuell auf die letzten fünf Jahre gewinnt der MSCI World gegen die sog. Dividende Aristocrats mit 72% vs 52%.

Wie gesagt, in der Realität erfolgt die Aktienauswahl ex ante.

Zitat von FrugalistMitHaus am 23. März 2019, 9:01 Uhr

Du verstehst den Hindsight-Bias nicht, gut. Noch ein Tipp, die Aktienauswahl in der Realität erfolgt ex ante, nicht ex post.

Doch ich verstehe ihn, aber ich halte mich an dem nicht fest, um mir meine durchschnittliche Strategie schön zu reden.

Zitat von FrugalistMitHaus am 23. März 2019, 9:01 Uhr

Oder hier der absolute Geheimtipp: Aktien mit steigenden Gewinnen haben in der Vergangenheit besser abgeschnitten, als Aktien mit sinkenden Gewinnen.

Nicht unbedingt, es kommt auch auf den Einkaufpreis an, man kann auch gute Firmen zu teuer kaufen und dann keine gute Rendite haben.

Siehe das Beispiel von Fritz, 3% Wachstumsrate mit KGV 33 gekauft - da kann nichts bei rumkommen, das wird wahrscheinlich im Minus enden, denn ein 33er KGV bei 3% Gewinnwachstum ist sowas von Überteuert.

Ich bin übrings mit Buy & Hold, Home-Bias,  Dividende und ohne Diversifizierung unterwegs. Alle diese "Fehler" wurden schon zur Jahrtausendwende als veraltet oder gefährlich angesehen, dennoch kenne ich keinen Fond oder ETFs der eine höhere Rendite nach Steuer hatte. 75% meines Depots sind Altbstände von vor 2001, ich schaue also auf etwas Reales zurück.

Der absolute Geheimtipp: Das Buch Buffettology lesen, dann kauft man schon mal keine zu teuren Aktien. Aber der Nebel der Zukunft wird sich nicht lichten, da stochern alle drin rum. Aber aus der Vergangenheit kann man lernen, wenn man denn will.

 

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von FrugalistMitHaus am 23. März 2019, 9:11 Uhr

Das passiert ohne perfect Hindsight:

https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/IE00B9CQXS71,IE00B4L5Y983

Den Chart kopiere ich nicht wegen Urheberrecht, bitte selbst nachschauen. Nur soviel, aktuell auf die letzten fünf Jahre gewinnt der MSCI World gegen die sog. Dividende Aristocrats mit 72% vs 52%.

Wie gesagt, in der Realität erfolgt die Aktienauswahl ex ante.

Dennoch bescheiden, siehe ( reiner Kurschart, die Dividenden gab es noch oben drauf) .

P.S.

Dividenden-Aristokraten. Das sind Aktien von Unternehmen, die ihre Dividendenausschüttung an Investoren im Laufe der Jahre kontinuierlich steigern konnten, streng genommen mindestens 25 Jahre hintereinander.

Auch so eine lausige Strategie, wenn es einer Firma wegen der Resession mal schlecht geht und diese die Dividende auf ein erträgliches Niveau hält, ist sie kein Dividenden-Aristokrat mehr. Wenn es aber eine wirtschaftlich starke Firma ist, dann erholt sie sich wieder und zahlt auch wieder mehr Dividende.

Bsp aus meinem Depot, Sixt Vz

Finanzkrise ab 2007/8
2007 bisher höchster Jahresgewinn
2008 leichter Einbruch
2009 starker Einbruch
2010 mehr Gewinn als 2008
2011 bisher höchster Jahresgewinn
2012 leichter Einbruch
2013 bisher höchster Jahresgewinn
jedes Jahr bis 2018 den Jahresgewinn vom Vorjahr übertroffen

Sicherlich konnte ich das nicht wissen, aber ich habe mit den Jahren ein gewisses Wissen und Vertrauen entwickelt, das das Geschäftsmodell funktioniert, aber es nicht viele Firmen gibt, welche eine Wirtschaftkrise ohne Einbußen überstehen.

Und bei Einbußen die Dividende wegen dem Label "Dividenden-Aristokrat" hoch zu halten, obwohl man sich das nicht leisten kann, ist auch eine bescheidende Strategie.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Erzählt in Post 1 davon, dass er weiß, was Hindsight-Bias ist um in Post 2 zu beweisen, dass er es nicht weiß. *facepalm*

Zitat von FrugalistMitHaus am 23. März 2019, 9:46 Uhr

Erzählt in Post 1 davon, dass er weiß, was Hindsight-Bias ist um in Post 2 zu beweisen, dass er es nicht weiß. *facepalm*

https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckschaufehler

Ich hatte mich 2000 mit Sixt und der Vergangenheit beschäftigt und hatte mir ausgerechnet das der Gewinn weiterhin durchschnittlich über 10% p.a. steigen wird ( ja, weils in der Vergangenheit so war - gezweifelt hab ich auch*). Also keine Rückschau, sondern eine Spekulation auf die Zukunft, so wie die Anlage in ETFs.

Spoiler
Das Glück war auf meiner Seite, der Gewinn von Sixt ist stärker gestiegen als angenommen.

*Wenn das so einfach wäre, würde es jeder machen - nö manche zweifeln nur und handeln nie.

P.S. Wie bin ich auf Sixt gekommen:

Ich hatte 98 aus Spekulationsgeschäften mit Optionsscheinen viel Gewinn gemacht und wollte es sicherer investieren. Hatte aber so wenig Ahnung vom investieren in Aktien wie so manch anderer hier. Somit war durch das Buch Buffettology und nach über 50% Kursverlust die Frage, nachkaufen oder nicht.

Auch dieser Nachkauf war zu früh, nach weiteren 20% Verlust noch mal zugegriffen, weil das Problem nicht die Firma, sondern der Markt war.

Auch dieser Nachkauf war zu früh, nach weiteren 15% Verlust noch mal zugegriffen, weil das Problem nicht die Firma, sondern der Markt war.

Ich habe nicht in eine zufällige Vergangenheit geschaut, sondern hatte sehr bewusst für diese Firma entschieden und wenn sie nicht schon so einen großen Depotanteil hätte, dann hätte ich zu diversen Zeitpunkten ( KGV niedrig ) weitere Nachkäufe getätigt.

Im Schnitt hatte ich für alle Aktien 7,60 EUR ausgegeben und hatte 2001, dann 0,44 Dividende erhalten.
Für jede Aktie hatte ich 2018 durch eine Sonderdividende 4,09 Dividende erhalten und 2019 wird es 2,17 geben.

Inzwischen hat mir Sixt 12,73 EUR pro Aktie in Netto-Dividenden ausgeschüttet, das sind 167% der Kaufsumme.
D.h. selbst wenn Sixt auf Null fällt - kann ich keinen Verlust mehr machen!

Noch ein Denkanstoß:
Wenn ich in eine Aktie kaufe, welche eine Einstiegsdividendenrendite von über 4% hat und diese Firma die Dividende durch Gewinnsteigerung regelmäßig über Inflation steigern kann, dann ist das eine automatische 4%-Regel ohne Entnahmestrategie .

Und wenn die Firma den Gewinn weit über Inflation steigern kann, wird über die Jahre daraus ein sehr stattliches Dividenden-Einkommen.

Keiner kann die Zukunft vorraus sagen, weder für den allgemeinen Markt, noch für Einzelaktien. Aber wenn ich nur wenige Aktien habe, kann ich die regelmäßigen Berichte lesen und mir somit ein Bild machen, ob die Aktien noch zu meiner Strategie passen.

Aber man kann auch das Haar in der Suppe suchen.

Nun komme ich noch mal zu den Nachkäufen:
1. 8,24 > 158% Netto-Dividende > 12,61% p.a. für Kurs + Netto-Dividende
2. 6,54 > 190% Netto-Dividende > 14,25% p.a.
3. 5,57 > 224% Netto-Dividende > 15,36% p.a.

Keiner der Nachkäufe war schlechter als ein Index/Fonds/ETFs.

Erstkauf von 1998 20,28 > 68% Dividende > 6,71% p.a.
Wie vorhin geschrieben, wenig Ahnung und viel zu teuer gekauft - aber die selbe Firma, nur der falsche Zeitpunkt.

( falls jemand die Kurse nachvollzieht, bitte die Splits & Gratisaktien beachten )

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

@absprung_2020  Wo sind denn diese Zusammenhänge linear? Wenn ein Unternehmen jedes Jahr seine Gewinne reinvestiert, erzeugen diese wieder einen Mehrwert. Das ganze funktioniert im Prinzip so wie der Zinseszins beim Sparkonto. Sie können sich die Daten auch gern mal als Diagramm darstellen lassen, dann werden sie es sehen, dass das nicht linear ist. Ich habe nur eine sehr niedrige Rendite gewählt, daher sieht das so aus. Und, selbstverständlich ist das Modell stark vereinfacht, habe ich ja auch geschrieben. Es ging mir auch nur darum das Grundprinzip zu verdeutlichen. Man kann das gerne noch weiter an die Realität anpassen. Da wird sich nur nichts wesentlich ändern. Ein komplexeres Model mit mehr Parametern, verschiebt sogar z.T. das Endergebnis in Richtung nicht-ausschüttende Aktie.

Es ist normalerweise nicht Sinn- und Zweck unternehmerischer Tätigkeit, den Gewinn auf irgendeinem Konto zu parken. Reinvestieren bedeutet, dass ein Unternehmen dann mehr (und damit günstigere) Rohstoffe einkaufen kann, mehr Arbeiter einstellt, bessere und effizeintere Maschinen kauft und damit seinen Output steigert, ebenso seine Produktionskosten senkt und Marktanteile gewinnt. Damit steigen dann natürlich auch wieder der Gewinn.

Der Wert einer Aktie ergibt sich aus der Summe der abgezinsten zukünftigen Gewinne. Das ist immer so, auch wenn den Beteiligten, dass nich unbedingt klar ist. Kein Investor kauft eine Aktie für das, was sie in der Vergangenheit verdient hat. Das ist "Kriegsgeschichte". Diese Gewinne wiederum setzen sich zusammen aus Inflation, Produktivitätssteigerung und dem Marktzins (resp. Leitzins). Diese drei Größen korrelieren immer mit den Börsenkursen. Man kann das anhand der bisherigen Entwicklung nachweisen. Aktuell haben wir einen Marktzins von Null, die Produktivitätssteigerung ist in den letzten Jahren auch gegen Null gegangen und die Inflation pendelt um die 1,5%. Im gleichen Atemzug bewegen sich auch die Aktienkurse kaum noch von der Stelle. Natürlich ist bei einer Einzelbetrachtung die Zuverlässigkeit des Managements bedeutsam, aber das impliziert noch lange keine hohen oder kontinuierlichen Gewinne. Es gibt Untersuchungen z.B. bei nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen. Es zeigt sich da keine bessere Performance.

Aber man muss mir natürlich nichts glauben, auch wenn ich vielleicht ein bisschen mehr Ahnung habe als der Durchschnitt. Den meisten hier fehlt das fachliche Hintergrundwissen um diese Dinge zu verstehen. Bedauerlich ist nur, dass manche statt dessen lieber die eigene, auf Halbwissen beruhende Meinung beharren, anstatt neues zu lernen. Aber ich bin das gewohnt. Man zweifelt ja heutzutage auch Luftschadstoffen an, deren Gefährlichkeit über Jahrzehnte und in hunderten Studien nachgewiesen wurde. Iss halt so....

Zitat von Fritz am 23. März 2019, 12:39 Uhr

Es ist normalerweise nicht Sinn- und Zweck unternehmerischer Tätigkeit, den Gewinn auf irgendeinem Konto zu parken. Reinvestieren bedeutet, dass ein Unternehmen dann mehr (und damit günstigere) Rohstoffe einkaufen kann, mehr Arbeiter einstellt, bessere und effizeintere Maschinen kauft und damit seinen Output steigert, ebenso seine Produktionskosten senkt und Marktanteile gewinnt. Damit steigen dann natürlich auch wieder der Gewinn.

Theoretisch schon, daß schafft aber nicht jede Firma und manche kaufen sich Markanteile und die Fusion geht schief.
Somit wäre eine Ausschüttung für den Aktionär eventuell effektiver gewesen.

Gleichzeitig hat jede Expansion ihre Probleme ( z.B. genug fähige Mitarbeiter zu finden ) & auch diverse Risiken.

Pauschal zu sagen eine Aktie ohne Dividende ist besser, ist genauso bescheiden, wie eine Aktie mit Dividende ist besser.
Es kommt darauf an, das Firmenkapital wirtschaftlich so einzusetzen, das langfristig eine guten Rendite erwirtschaftet wird, ist es nicht der Fall, sollte die Firma die nicht benötigten Überschüsse ausschütten.

Zitat von Fritz am 23. März 2019, 12:39 Uhr

Der Wert einer Aktie ergibt sich aus der Summe der abgezinsten zukünftigen Gewinne.

Wenn du mit Wert den Kurs meinst, ja die Zukunftsgewinne werden geschätzt und dann wird darauf spekuliert, das diese eintreten.

Wenn diese besser werden, steigt der Kurs schneller, wenn sie ausbleiben, gibt es eine kurzfristige Kurskorrektur - also wird sich auch am letzten Quartal orientiert.
Auch Sonderdividenden, welche nicht mit den Zukunftsgewinnen zu tun haben, haben einen Einfluß auf den Kurs.

Also doch ein wenig mehr als nur die abgezinsten zukünftigen Gewinne!

 

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Dev, du hast wirklich keine Ahnung. Nahezu jede Aussage ist sachlich falsch. Oliver hat ja schon mehrfach auf das Wertpapier-Forum hingewiesen. Bitte geh dort hin mit deiner Sammlung kruder Thesen, dort wird man dir Schritt für Schritt deine Denkfehler aufzeigen. Dort gibt es Leute, welche die Muße dazu haben. Habe ich im Moment leider nicht. Entweder so oder halte dich bitte ab sofort fern von Investment-Themen. Einige deiner Thesen sind gefährlicher Unsinn. Bitte geh in das Wertpapier Forum und lerne.

Zitat von FrugalistMitHaus am 23. März 2019, 17:32 Uhr

Dev, du hast wirklich keine Ahnung. Nahezu jede Aussage ist sachlich falsch. Oliver hat ja schon mehrfach auf das Wertpapier-Forum hingewiesen. Bitte geh dort hin mit deiner Sammlung kruder Thesen, dort wird man dir Schritt für Schritt deine Denkfehler aufzeigen. Dort gibt es Leute, welche die Muße dazu haben. Habe ich im Moment leider nicht. Entweder so oder halte dich bitte ab sofort fern von Investment-Themen. Einige deiner Thesen sind gefährlicher Unsinn. Bitte geh in das Wertpapier Forum und lerne.

Na, wenn du das sagst. Wie hoch ist deine Durchschnittrendite seit 2000?
Was sollte ich im WPF lernen? Wie man in ETFs investiert - tut mir leid, aber ich möchte meine Rendite nicht auf den Durchschnitt senken.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Oh man, das ist echt traurig. *facepalm*

Bitte... nimm eine kleine Auswahl deiner kruden Thesen und stell sie dort rein. Jeder weitere Kommentar hier ist zum Fremdschämen.

@dev und frugalistmitHaus: Bitte bei Gelegeneheit reflektieren, ob der Diskussionsstil nicht doch etwas müßig ist, insbesondere für die meisten anderen Leser.

@Fritz: Ich habe den Eindruck, dass die Meinung (teilweise auch in Ihren Ausführungen) vorherrscht, dass es bestimmte Kennzahlen gibt die eine Aktienwert und dessen Entwicklung festlegen. Das ist aber genau so nicht berechenbar oder beweisbar.

Wir reden an der Börse über zwei recht schwammige Dinge:

1.) Bewertung einer Aktie (eben nicht Wert) und 2.) die Wahrscheinlichkeit wie die Bewertung sich aus Sicht der Investoren ändert: täglich, stündlich, sekündlich. Die Aussage über eine Wahrscheinlichkeit wie sich  eine Aktie entwickelt wird umso sicherer, je länger man den Betrachtungszeitraum also den Anlagezeitraum wählt. Hier ist ein Blick auf verschiedene Parameter hilfreich; und genau darüber, welche Parameter die richtigen sind gibts halt ständig Streit, oft Besserwisserei. Man kann es vorwegnehmen: Wissen tut das keiner, jeder tut aber so. Deswegen oft unversönliche Diskussionen wie auch hier zum Teil im Forum.

Ich bevorzuge es, mir bei Aktien anzuschauen, und ich hatte das ganz oben schon geschrieben: Produktart und Position im Markt (unverzichtbar, Marktführer im Segment?), wie lange gibts die company (>10 a), wie nachhaltig ist deren Gewinnentwicklung, wie sieht die Dividendenpolitik aus.

Wenn das im beschrieben Sinne gut aussieht schau ich mir an ob dieser Branchevertreter bei mir ins Depot passt. Streiten tun wir uns alle gern über die Dividendenpolitik vs. Aktienbewertung; hierzu meine Meinung: Das Ausschütten einer Dividende kann ein Zeichen von Stärke, teilweise aber eines von Schwäche:

A: Jemand der sehr hohe Dividenden ausschüttet (z.B. mehr als den eigenen Gewinn!), oder monatich gar, hat wohl Grund anzunehmen, dass die Investoren das brauchen, auch auf Kosten einer ruhigen und nachhaltigen Firmenpolitik. Meine Beschreibung hierzu: Schwache companies brauchen wohl schwache Investoren, mit zittrigen Händen, die letztlich ungesund und auf Kosten der positiven Firmenentwicklung befriedet werden müssen. Folge:  Keine gute langfritsige Geschäftspolitik möglich auf Kosten des Eigenkapitals und oft ohnenadäquate Forschung und Entwicklung. Solche companies kommen mir nicht ins Depot! Zu riskant! Quasi Bestechung zum Invest  durch (zu) hohe Dividende.

B: Companies die keine Dividende ausschütten und dauerhaft keinen Gewinn machen: Quatschaktien für Start up- Investor-Milliardäre. Die sollen Ihre Kohle dort riskieren und noch mehr Milliarden haben wenns dann mal gut geht. Auch nix für mich!

C: Erfolgreiche companies mit hohen Umsatz und oder stetigen Gewinnzuwächsen; jedes Jahr. Zwei Unterscheidungen:

C1: Die, die in der massiven Expansion Ihres schon erfolgreichen Geschäftsmodells stecken. Nur bei diesen bin ich Ihrer Meinung: Ja, das macht Sinn, das die ihre Überschüsse  in weiteres Wachstum stecken. Hier  investiertes Geld macht umso mehr Gewinn in der Zukunft aus. Der Kursgewinn wenn das weiter gut läuf ist viel interessanter als das Ausschütten einer Dividende auf Kosten Liquiditätsmangel und langsamer Markterschließung usw.  Amazon und Kollegen!

C2: Ihre Aussage, dass jeder Euro, egal ob als Dividende auf dem Konto des Aktionärs oder in der company verbleibt (für planbares beliebiges Wachstum) und stabiler Teil des Kurs ist oft nicht haltbar. Viele, und zwar die allermeisten companies können aus unterschiedlichen Gründen nicht beliebig (schnell) wachsen und keinesfalls ist Geld das Problem: So nach dem Motto, wir haben 10 Mrd Dollar Gewinn, schnell 100 Fabriken bauen, dann haben wir nächste Jahr 100 Mrd mehr. So läuft das nicht: Märkte, Produkte, Vertrieb...müssen entwickelt werden und Ressourcen gezielt eingesetzt werden. Im Sinne einer dauerhaften Margen- und Gewinnentwicklung. Das ist eine Kunst und eben kein lineares Rechenmodell. Man nennt das im Volksmund: Gesundes Wachstum. Es gibt comapnies, die das seit 50 Jahren beweisen, dass die das können. Eine gute Balance zwischen Produktentwicklung, Marktanpassung, Vertrieb, Qualität,... mit stabilen, wachsenden Gewinnen. Die Margen sind da so gut und dauerhaft, das immer genug für Forschung, Entwicklung neuer Märkte usw.... erwirtschaftet wird UND für die Aktionäre 30-50 % des Gewinns ausgeschüttet werden kann OHNE dass das eigene Geschäft leidet. Für diese companies macht es eben keinen Mehrwert nix auszuschütten und sinnlos 10 weitere Fabriken in die Gegend zu stellen und Überproduktionen zu schaffen mit Margenverlust fürs eigene Produkt.

Diese dauerhaft wachsenden companies stehen bei mir im Fokus, oft mit dauerhaft steigenden Dividenden, hier für mich als Faktor für meine Entscheidung eben der Blick zurück: Oh, seit 60 Jahren zahlen die lückenlos Didenden, seit 40 jährich Erhöhung; Dividende nur kleiner Teil des Firmengewinns. Das zeigt dann für mich, dass das Produkt und Firmenpolitik offensichtlich erfolgreich ist und das Management auch. Also: Einstieg! Zumindest wenn die anderen Faktoren auch positiv ausehen;  Marktführerschaft usw.

Gruß Absprung

Zitat von Absprung_2020 am 24. März 2019, 11:27 Uhr

Diese dauerhaft wachsenden companies stehen bei mir im Fokus, oft mit dauerhaft steigenden Dividenden, hier für mich als Faktor für meine Entscheidung eben der Blick zurück: Oh, seit 60 Jahren zahlen die lückenlos Didenden, seit 40 jährich Erhöhung; Dividende nur kleiner Teil des Firmengewinns. Das zeigt dann für mich, dass das Produkt und Firmenpolitik offensichtlich erfolgreich ist und das Management auch. Also: Einstieg! Zumindest wenn die anderen Faktoren auch positiv ausehen;  Marktführerschaft usw.

Wobei ich kein Problem mit einer Dividendenlücke habe, denn eine Firma kann eine noch so große Markführerschaft besitzen, eine Resession wird die Gewinne beeinflussen. Wenn sich die Dividende am Gewinn orientiert, dann sollte auch die Dividende mit dem gesunkendem Gewinn sinken, sonst landet die Firma in Kategorie A ( Dividende > Gewinn ).

Siehe https://frugalisten.de/forum/topic/aktiendepot-selbst-gebaut/?part=2#postid-2483

Kleine Lücke wegen der Finanzkrise und dann geht swieder zurück auf den alten Wachstumspfad.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Ich finde das Thema sehr interessant, vielen Dank dafür an die Beteiligten, insbesondere @Absprung_2020.

Da merke ich, dass ich selber auf jeden Fall nicht die Muße und das Interesse habe, mich dermaßen in die Finanzwelt einzuarbeiten. Mir erscheint das sehr anstrengend. Daher die Frage: @Absprung_2020 was sind deine Quellen für die "jährlich steigende Gewinne (& bestenfalls jährlich steigende Dividenden)"? Liest du da die von den Firmen selbst veröffentlichten Geschäftsberichte oder gibt es eine Art Webseite/Sekundärquelle, auf der das alles schon aufbereitet dargestellt ist?

Dem Gegenüber steht die Tatsache, dass mir persönlich ein ethisch/ökologisch vertretbares Investment wichtig ist. Da möchte ich beispielsweise möglichst keine Firmen, die sich direkt oder indirekt durch Bau oder Vertrieb von Waffen, fossilen Brennstoffen, Tabak, Alkohol finanzieren oder unter unakzeptablen Arbeitsbedingungen produzieren.

Da wären für mich für dein Portfolio mindestens schon mal folgende Positionen nicht mit vereinbar, jeweils nur kurze Stichworte dazu:

  • Nestlé (Wasserprivatisierung)
  • L'oreal (gehört (soweit ich weiß) zu 1/4 zu Nestlè)
  • Exxon (Erdöl)
  • PetroFuchs (Erdöl)
  • Unilever (Regenwaldrodung für Palmölplantagen, Kartellabsprachen)
  • Procter & Gamble (In der Historie: Tierversuchen, Regenwaldrodung für Palmölplantagen, Mikroplastik, Kartellabsprachen u.a. mit Unilever)
  • Amazon (fragwürdiger Umgang mit Arbeitern im Lager/Vertrieb)

Das ist auch das große Problem für mich, wenn man die Welt ein bisschen besser machen möchte und trotzdem am Markt profitieren möchte, ist das sehr sehr [sehr, sehr, ...] schwierig, genug akzeptable Firmen zu finden, sodass das Portfolio auch nicht zu klumpig wird. Und dann müssen diese Firmen möglichst noch gesund sein. Das kann ich (als den Anfänger, als den ich mich bezeichnen würde) selber nicht leisten. Dafür bezahle ich momentan noch Fonds-Manager, die diese Untersuchungen für mich machen und eine entsprechende Auswahl treffen. Ich kann mir nur vorstellen, nebenbei noch langsam damit anzufangen, solche Firmen selbst herauszusuchen und darin zu investieren.

Zur Klarstellung: Ich erwarte von den Fonds nicht höhere Rendite als "der Markt" macht oder als "Absprung_2020" oder als "dev" machen, aber für mich ethisch & ökologisch vertretbare Investments.

Es würde mich freuen zu hören, ob ihr da eine Strategie habt, ähnliches umzusetzen.

Liebe Grüße,

Oliver

Zitat von Stoliver am 24. März 2019, 12:38 Uhr

gibt es eine Art Webseite/Sekundärquelle, auf der das alles schon aufbereitet dargestellt ist?

Ich nutze für eine kurze Einzelanalyse die Webseiten von Ariva:

Kompakte Übersicht über den Umsatz & Gewinn Gesamt & pro Aktie
Übersicht der Bilanz, Aktien, Personal & Bewertung, sowie weitere Kurzinformationen

Wenn ich dann noch interesse an dieser Firma habe, dann gehe ich auf die Firmenwebseite und schaue mir die Geschäftsberichte an.

Zitat von Stoliver am 24. März 2019, 12:38 Uhr

Da möchte ich beispielsweise möglichst keine Firmen, die sich direkt oder indirekt durch Bau oder Vertrieb von Waffen, fossilen Brennstoffen, Tabak, Alkohol finanzieren oder unter unakzeptablen Arbeitsbedingungen produzieren.

Rüstungsunternehmen möchte ich auch nicht.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett