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Wie steht ihr zum Euro als Währung ?

Zitat von American Eagle am 11. Dezember 2019, 23:00 Uhr

@peter45

Das ist so keinesfalls richtig. [...] Der Verlust des Euro gegen Gold um 80% in lediglich nur 20 Jahren (1999-2019) ist allerdings dagegen absolut rekordverdächtig. Und das ist sehr wohl ein "spezifisches Problem des Euro".

Nein, das stimmt nicht, da es fuer den Dollar genauso gilt:

Am 4.1.1999 kostetet eine Feinunze Gold 287 US Dollar, am 24.10.2019 1491 Dollar. Also ist auch der Dollar gegenuber Gold um 81% "gefallen". Fuer den Schweizer Franken finde ich die alten Goldpreise auf die Schnelle nicht, aber in den letzten Jahren sieht das auch aehnlich aus.

Da sich dieser Preisanstieg nur auf Goldes nicht auf alle Produkte bezieht, ist es korrekter, hier von der Preissteigerung von Gold zu reden, anstelle von Wertverlust des Dollars oder Euros.

Man muss bei solchen Statistiken sehr aufpassen. Der Betrachtungszeitraum ist oft entscheident (und immer willkuerlich).

Oder anders gesagt: Was hilft mir der VPI und dessen "offiziell" niedrige Inflation, wenn ich werthaltige Gegenstände wie Gold, Immobilien, Uhren, Kunst, Oldtimer usw. erwerben will oder muß ?

Ich wuerde sagen, dass die genanten Gegenstaende (ausser Immobiline vielleicht) Spekulationsobjekte sind; ich muss sie nicht erwerben. Die Preissteigerungen kommen zum Teil auch von dem billig verfuegbaren Geld und koennten eine Spekulationsblase sein. "Nicht beliebig vermehrbar" gilt sich nur innerhalb der Kategorie. Stattdessen laesst die Mode einfach neue Kategorien entstehen, und andere werden wertlos: Neu sind zB Bitcoins, und inzwischen wertlos sind ehemals teure Briefmarkensammlungen und Tulpenzwiebeln. Ich habe auch noch eine Sammlung Telefonkarten im Angebot (Sammlerobjekte aus den 1990ern).

Gold kaufe ich auch aus Umweltschutzgruenden nicht, da die Produktion ziemlich dreckig ist, besonders fuer ein Produkt, welches im Gegensatz zu anderen Bodenschaetzen keinen unmittelbaren Nutzen hat.

@american-eagle Deine Behauptung, ich würde bestimmte Basics nicht wissen, möchte ich an der Stelle mal entschieden zurückweisen. Das ist arrogantes Geschwafel, nur weil ich nicht deine Meinung vertrete.

Ich muss Peter45 eindeutig zustimmen. Du kannst Kunst, Uhren, Oldtimer, usw. nicht als Wertmaßstab setzen, nur weil sie sehr begrenzte Güter sind. Sprich mal bitte mit einem Antiqutätenhändler. Der wird dir genau sagen, dass auch dieser Markt seine Zyklen und Moden hat. Vor 25 / 30 Jahren z.B., sind alte Möbel weg gegangen wie warme Semmeln, heute sind das Ladenhüter. Das gleiche gilt für Briefmarken. Kunst und Schmuck unterliegen ebenfalls einer sich wandelnden Mode. Die Preisentwicklung dieser Dinge sagt rein gar nichts über die Wertstabilität einer Währung aus.

Das der Euro keine positive Realverzinsung und gegen das Gold 80% oder mehr abgewertet hat, ist irrelevant. Du musst das einfach mal ins Verhältnis zu deinen Lebenshaltungskosten setzen. Wie stark sind die in den letzten Jahren gestiegen? Ich habe meine genauen Haushaltsdaten seit 2005 akribisch gesammelt und kann sagen, dass die normalen Lebenshaltungskosten in Summe nicht sonderlich stark gestiegen sind. Die mieten sind heute höher, ja, aber dafür sind die Sprit- und Ölpreise gefallen. Die Lebensmittelpreise haben sich in den letzten 15 Jahren kaum verändert. Mobilfunk- und Telekommunikationspreise sind kontinuierlich zurück gegangen. Es gleicht sich im Endeffekt vieles aus.

Wenn du wissen willst, was eine "Schrottwährung" ist, dann sieh dir bitte mal den Rubel oder die türkische Lira an. Die haben eine galoppierende Inflation und enteignen tatsächlich ihre Besitzer. Der Euro ist davon weit weg. Also sorry, wem fehlen hier eigentlich die fachlichen Basics?

@peter45

Bei Gold von einer "Mode" oder einem "Spekulationsobjekt" zu sprechen (da wären die allermeisten Notenbanken mit ihren großen Goldbeständen ja alle Spekulanten 😛 ) scheint mir nach einer mehreren Jahrtausenden andauernden Historie als Geld etwas gewagt. Da würde ich eher sagen, daß ein auf ungedecktem Papier- sprich Zettelgeld basierendes Geldsystem (übrigens erst seit 1971) vielleicht eine "Mode" oder noch treffender ein "Experiment" sein könnte.

Wenn Du Gold aus Umweltgründen nicht kaufst wegen der "dreckigen Produktion": Findest Du denn die Euro-Produktion aus dem Nix in Billionenhöhe der EZB "sauberer" ? Vor allen Dingen vor dem Hintergrund der Geldwertstabilität (die eigentlich für jeden Frugalisten eine Bedeutung hat, will er doch von seiner "gespeicherten Kaufkraft" seinen Lebensunterhalt bestreiten).

@fritz

Da der Euro seine wichtigste Geldfunktion (Wertaufbewahrungsmittel) längst verloren hat, liegt es auf der Hand, daß hierfür dann eben andere Dinge verwandt werden. Geld erhält seinen Wert durch die Knappheit. Wird es aber in beliebiger Höhe aus dem Nix geschaffen (in Billionenhöhe durch die EZB) verwässert bzw. verschwindet sukzessive mit der Knappheit auch der Wert. Logisch, daß derjenige, der an Werterhalt interessiert ist, dann auf andere nicht beliebig vermehrbare Güter ausweicht. Bestimmte Uhren etwa (um nur ein Beispiel zu nennen) sind - wie Gold auch - dann eher als Wertspeicher geeignet als dieses nicht mehr knappe (und noch dazu zinslose) Geld.

By the way: Wenn der Rubel oder die türkische Lira Deine Benchmark ist, nun gut. Meine wäre eher die Deutsche Mark oder der Schweizer Franken - sicherlich auch tendenziell eher schlechtes Geld (Papiergeld eben) aber von den Papiergeld-Währungen noch die am wenigsten schlechten. Jedenfalls im Vergleich zu Franc, Lira, Drachmen usw.

Eine dauerhaft zinslose Währung (wie der Euro) ist - selbst bei moderater (zumindest "offizieller") Inflation - in praxi und de facto Schwundgeld. Was denn sonst ?

Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 11:12 Uhr

@peter45

Bei Gold von einer "Mode" oder einem "Spekulationsobjekt" zu sprechen (da wären die allermeisten Notenbanken mit ihren großen Goldbeständen ja alle Spekulanten 😛 )

Moment, es ging um die von dir genannten Beispiele "Kunst", "Oldtimer" und "Uhren".

Gold ist sicher wertstabiler, aber auch ein Spekulationsobjekt, weil die meisten Besitzer auf eine Wertsteigerung hoffen, es aber kein Produktionskapital ist.

Wenn Du Gold aus Umweltgründen nicht kaufst wegen der "dreckigen Produktion": Findest Du denn die Euro-Produktion aus dem Nix in Billionenhöhe der EZB "sauberer" ?

Definitiv!

Meines Wissens graebt die EZB keine Tagebaue im Regenwald oder verseucht Fluesse mit Zyanid und Quecksilber um Euros zu produzieren. Vereinfacht gesagt wird der Goldpreis beim Schuerfen 1:1 in Umweltschaeden umgesetzt. Da Gold teuer ist, sind diese riesig. Darum kaufe ich kein Gold.

Bestimmte Uhren etwa (um nur ein Beispiel zu nennen) sind - wie Gold auch - dann eher als Wertspeicher geeignet als dieses nicht mehr knappe (und noch dazu zinslose) Geld.

Uhren sind nicht gerade eine liquide Geldanlage. Und eine Mode. Meine Mutter z.B. hat vor ca 50 Jahren Zinn-Geschirr gesammelt, was damals auch eine Geldanlage war. Heute bekommt man noch den Schrottwert dafuer.

 

Eine dauerhaft zinslose Währung (wie der Euro) ist - selbst bei moderater (zumindest "offizieller") Inflation - in praxi und de facto Schwundgeld. Was denn sonst ?

  1. Wenn du deine Euros nicht moechtest, gib sie doch mir!
  2. Eine moderate Inflation ist fuer die Wirtschaft noetig.
  3. Geld wurde nicht erfunden, um dauerhaft Wert auzubewahren, sondern um eine Wirtschaft zu ermoeglichen.

@peter45

Zur Klarstellung: Bei Gold habe ich noch nie auf eine Wertsteigerung gehofft, sondern immer nur auf einen Werterhalt (im Sinne von Kaufkrafterhalt). Gold kaufe ich seit 1967. Bislang hat das ausgezeichnet funktioniert. Vor Euroeinführung habe ich meine Bestände deutlich ausgebaut. In der Retrospektive war das "goldrichtig".

Die EZB mag keine "Flüsse mit Zyanid und Quecksilber verseuchen" - dafür "verseucht sie massiv den Geldwert" der Euro-Währung. Hat auf mich die deutlich direkteren und unmittelbareren Auswirkungen als Tagebau in einem fernen Regenwald ...

By the way: Uhren sind übrigens eine hochliquide Anlageklasse. Mit gewissen Modellen von bestimmten Marken ist man rund um den Globus sozusagen - und im wahrsten Sinne des Wortes - auch rund um die Uhr flüssig. Und die Wertentwicklung ist schon bei den normalen Exemplaren gut - bei Sammlerstücken teilweise exorbitant. Mir wären - so wie früher - Sparbriefe, Pfandbriefe, Bundeswertpapiere usw. auch lieber. Zinsen verträgt der Euro bzw. die Länder der nicht eurotauglichen Südschiene aber nicht mehr … so sind eben andere Dinge mehr und mehr zum Ersatz-Wertaufbewahrungsmittel geworden, da der zinslose Euro diese Funktion verloren hat.

Deine letzte Aussage (zur Erfindung des Geldes) ist natürlich - bei allem Respekt - völliger Quark. Schon ein kurzer Blick in die Geschichte des Geldes zeigt, daß (neben der Tausch-/Zahlfunktion und der Recheneinheit/Wertmaßstab) die Wertaufbewahrungsfunktion (Wertspeicher, Schatzcharakter) eine ganz entscheidende bei der Entstehung des Geldes war. Schon immer ging es auch und vor allen Dingen dem einzelnen Individuum darum, Kaufkraft zu konservieren und in die Zukunft zu transportieren (etwa für Zeiten der Krankheit, des Alters, für günstige Kaufgelegenheiten, für seine Nachkommen und seine Angehörigen usw.). Deshalb waren über Jahrtausende Gold und Silber das natürliche und beste Geld, weil eben u. a. nicht verderblich und unvergänglich. Zu behaupten, "Geld wurde nur erfunden, um Wirtschaft zu ermöglichen" und nicht auch um Werte aufzubewahren, geht an der Geschichte des Geldes komplett vorbei.

Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 12:36 Uhr

Die EZB mag keine "Flüsse mit Zyanid und Quecksilber verseuchen" - dafür "verseucht sie massiv den Geldwert" der Euro-Währung. Hat auf mich die deutlich direkteren und unmittelbareren Auswirkungen als Tagebau in einem fernen Regenwald ...

Ist dir klar, was du hier vergleichst? Du bekommst weniger Zinsen und vergleichst das ernsthaft mit der Tatsache, dass durch Goldfoerderung Menschen und Umwelt zu Schaden kommen und sterben?

DAS nenne ich mal menschenverachtende Profitgier...

Zitat von Peter45 am 12. Dezember 2019, 12:56 Uhr
Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 12:36 Uhr

Die EZB mag keine "Flüsse mit Zyanid und Quecksilber verseuchen" - dafür "verseucht sie massiv den Geldwert" der Euro-Währung. Hat auf mich die deutlich direkteren und unmittelbareren Auswirkungen als Tagebau in einem fernen Regenwald ...

Ist dir klar, was du hier vergleichst? Du bekommst weniger Zinsen und vergleichst das ernsthaft mit der Tatsache, dass durch Goldfoerderung Menschen und Umwelt zu Schaden kommen und sterben?

DAS nenne ich mal menschenverachtende Profitgier...

Zur Klarstellung: Ich bekomme (auf große Teile meiner Liquidität) nicht weniger sondern gar keine Zinsen mehr - in zwei konkreten Fällen drohen mir sogar Negativzinsen. So viel Zeit muß sein, um da präzise zu bleiben.

Meines Wissens sind Goldkäufe (noch jedenfalls) nicht gesetzlich verboten. Schon allein deshalb werde ich mir kein schlechtes Gewissen einreden lassen.

Zudem: So gut wie alles von dem je in der Geschichte geförderten Gold ist noch vorhanden. Insoweit also ein äußerst nachhaltiges Produkt. 😉

Übrigens: Auf Gold würde ich gerne und sofort verzichten - wenn wir solides Geld hätten und man Politik und Notenbanken vertrauen könnte. Das kann man aber seit 1971 (Nixon-Schock, Dollar nicht mehr in Gold konvertierbar) und erst recht seit 2002 (Einführung der Einheitswährung Euro als Bargeld) nach meinem Dafürhalten weniger denn je. Bisher haben mir die Zahlen (z. B. Gold/Euro-Ratio 1999-2019) vollumfänglich recht gegeben ...

Wenn meine (bescheidenen) Goldbestände Dich schon so ereifern (für mich schlicht eine Art der "finanziellen Notwehr" gegen den Euro- und EZB-Irrsinn): Was mußt Du dann erst über die EZB (und andere Notenbanken) denken mit ihren Tausenden von Tonnen an Goldbeständen und auch den jährlichen Goldkäufen ... 😛  DAS nenne ich dann wahre "menschenverachtende Profitgier" ...

Wenn Du bei Deiner Aktienauswahl ähnlich zimperlich vorgehst (Tabak, Alkohol, Öl, Edelmetalle, Nahrungsmittel, Rüstung, Waffen, Medikamente usw.), dann könnte es ziemlich eng mit der Zusammenstellung eines Depots werden … und von irgendwas muß ja auch der Frugalist leben.

Oder ?!

Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 13:56 Uhr

Zur Klarstellung: Ich bekomme (auf große Teile meiner Liquidität) nicht weniger sondern gar keine Zinsen mehr - in zwei konkreten Fällen drohen mir sogar Negativzinsen. So viel Zeit muß sein, um da präzise zu bleiben.

Nichts anderes habe ich gesagt: -0,5% Zinsen sind nach meinem mathematischen Verstaendnis weniger als +1% Zinsen.
Nebenbei ist es im Ergebnis egal ob die Zinsen von 3% auf 1,5% sinken, oder vom 1% auf -0,5%. Du hast in beiden Faellen den gleichen Betrag weniger als in der alten Situation.

Bei echten (nicht nur drohenden) Negativzinsen, kannst du das Geld immernoch umparken. Wenn dir der Euro sowieso nicht gefaellt, solltest du das Geld besser in anderen Waehrungen parken, bei denen es auch keine Negativzinsen gibt.

Wenn Du bei Deiner Aktienauswahl ähnlich zimperlich vorgehst (Tabak, Alkohol, Öl, Edelmetalle, Nahrungsmittel, Rüstung, Waffen, Medikamente usw.), dann könnte es ziemlich eng mit der Zusammenstellung eines Depots werden … und von irgendwas muß ja auch der Frugalist leben.

In der Tat habe ich Lockheed (Waffen), BAT (Tabak) und Shell (Fossile Energie) vor einiger Zeit aus dem Depot geworfen.
Sicher sind diese Anlagen, wie auch Gold, legal, aber ich persoenlich moechte mich da nicht schuldig machen. Das redet mir niemand ein, sondern ist meine eigene Erkenntnis. Besonders als Frugalist hat man da Verantwortung - wenn ich aus eingenem Wunsch nicht arbeite, dann kann ich dieses Luxusleben doch nicht durch menschenunwurdige Arbeitsumstaende anderer oder anderes Elend finanzieren.

Gluecklicherweise gibt Tausende von Aktien, da nehme ich doch besser weniger kritische!

Je hoeher der Goldpreis, je tiefer werden die Minen um Neues zu foerdern, weil sich dann auch schlechte Lagerstaetten lohnen.

Nebenher habe ich eine Freundin (mit-)ueberzeugt, ihren Job bei BAT (Tabak) zu kuendigen. Ich glaube, dass Konsumenten und Arbeitnehmer viel Einfluss haben, wenn sie durchdachter einkaufen, anlegen und arbeiten.

Finanziell gesehen, kann sich das sogar auszahlen. Der Trend oder die Notwendigkeit zu "Nachhaltigkeit" kann fuer ebensolche Unternehmen positiv wirken.

Zitat von American Eagle am 11. Dezember 2019, 23:00 Uhr

Das ist so keinesfalls richtig. Klar: Alle Papiergeldwährungen devaluieren - in the long run - gegen Gold. Der Dollar hat beispielsweise auch > 95% seines Wertes gegenüber Gold eingebüßt. Allerdings in > 100 Jahren, also gerechnet seit Einführung der Fed im Jahre 1913. Der Verlust des Euro gegen Gold um 80% in lediglich nur 20 Jahren (1999-2019) ist allerdings dagegen absolut rekordverdächtig. Und das ist sehr wohl ein "spezifisches Problem des Euro".

Oder du hast dir die besten Jahre des Goldes herausgesucht:

 

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»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 11:12 Uhr

Da der Euro seine wichtigste Geldfunktion (Wertaufbewahrungsmittel)

Wer sein Kapital in Geld aufhebt, hat vergessen das Geld nur ein Tauschmittel ist.

Das die EZB dafür sorgt das genug Tauschmittel im Umlauf ist, kann ich nur begrüßen.
Stell dir vor alle produzieren Waren und alles Geld liegt unterm Kopfkissen der oberen 1%.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von dev am 12. Dezember 2019, 14:42 Uhr

Oder du hast dir die besten Jahre des Goldes herausgesucht:

Darum mag ich Wirtschaft! Oder wie ein alter Werbesolgan sagt "Nichts ist spannender als Wirtschaft".

Ist der aktuelle Kurs der Anfang eines jahrelangen Hoehenflugs oder der Anfang eines jahrelangen Kursverlustes? Niemand weiss es.

Uebrigens das Top-Argument gegen irgendwelche "sicheren" Boersentipps: wenn der Tipp stimmen wuerden, wuerde man doch selber heimlich damit Kasse machen, anstatt den Tipp anderen zu erzaehlen.

 

Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 13:56 Uhr

Was mußt Du dann erst über die EZB (und andere Notenbanken) denken mit ihren Tausenden von Tonnen an Goldbeständen und auch den jährlichen Goldkäufen ... 😛  DAS nenne ich dann wahre "menschenverachtende Profitgier" ...

Bitte nenne Quellen fuer diese Behauptung.

Meines Wissens haelt die EZB seit Jahren 504,8 Tonnen Gold (unveraendert seit 2015), wobei sie 2010 noch 747 Tonnen hatte. Wie kommst du angesichts dieser Zahlen auf "jaehrliche Goldkaeufe"? Auch sind das keine "Tausenden von Tonnen".

 

Zitat von dev am 12. Dezember 2019, 14:49 Uhr
Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 11:12 Uhr

Da der Euro seine wichtigste Geldfunktion (Wertaufbewahrungsmittel)

Wer sein Kapital in Geld aufhebt, hat vergessen das Geld nur ein Tauschmittel ist.

Das die EZB dafür sorgt das genug Tauschmittel im Umlauf ist, kann ich nur begrüßen.
Stell dir vor alle produzieren Waren und alles Geld liegt unterm Kopfkissen der oberen 1%.

Nochmal: Geld ist keinesfalls nur Tauschmittel sondern für das Individuum auch Wertaufbewahrungsmittel (zumindest sollte solides Geld das sein; siehe die drei Geldfunktionen).

Wenn die EZB Billionen (!) aus dem Nix erschafft (!) und in die Märkte verklappt (z. B. via QE also Käufen von Staatsanleihen) dann sorgt das ganz offensichtlich nicht dafür, daß "genug Geld im Umlauf ist" (die EZB hat trotz dieser seit Jahren andauernden ultra expansiven Geldpolitik ihr eigenes Inflationsziel bis heute nicht erreicht - wie Lagarde gerade selbst in ihrer ersten EZB-PK erklärte) - sondern bislang immer nur für ein signifikantes Ansteigen der Vermögenspreise (Vermögenspreisinflation).

Darüber könnte ich mich freuen (da ich z. B. auch einige Immobilien habe), denn die Geldflut hebt ja alle Boote (Sachwerte) tendenziell an. Für gesund - im Sinne eines stabilen und soliden Geldes - halte ich dies aber nicht. Und die verteilungspolitische (gesellschaftliche) Wirkung ist auch eine nicht unbedenkliche.

Aus meiner Sicht interessiert mich übrigens mein Vermögen (im Sinne von Kontoständen oder Gesamtvolumen) eher weniger. Mir kommt es nicht darauf an viel Vermögen zu besitzen sondern hohe und regelmäßige Einnahmen zu generieren. Dies ist u. a. durch meine Vermietungen sichergestellt.

Zitat von Peter45 am 12. Dezember 2019, 15:05 Uhr
Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 13:56 Uhr

Was mußt Du dann erst über die EZB (und andere Notenbanken) denken mit ihren Tausenden von Tonnen an Goldbeständen und auch den jährlichen Goldkäufen ... 😛  DAS nenne ich dann wahre "menschenverachtende Profitgier" ...

Bitte nenne Quellen fuer diese Behauptung.

Meines Wissens haelt die EZB seit Jahren 504,8 Tonnen Gold (unveraendert seit 2015), wobei sie 2010 noch 747 Tonnen hatte. Wie kommst du angesichts dieser Zahlen auf "jaehrliche Goldkaeufe"? Auch sind das keine "Tausenden von Tonnen".

 

Die EZB selbst hält nach meiner Erinnerung einige Hundert Tonnen Gold (Deine Zahlen könnten also durchaus stimmen), die einzelnen Notenbanken der Länder der Eurozone (wie Deutschland, Italien, Frankreich) aber jeweils Tausende Tonnen Gold. Darauf wollte ich nur hinweisen, weil Du dies (Goldbesitz) ja quasi a priori als  "unmoralisch", "unethisch", "profitgierig" etc. bezeichnet hast. Und Goldkäufe, Goldverleih usw. findet im Notenbanksystem ständig statt. Auch in nennenswerten Umfängen. Nochmal: Hätten wir solides Geld, würde ich sofort und gerne auf Gold verzichten. Aber Geld (wie der Euro), welches man ständig retten muß, ist für mich kein Geld.

Mein aufrichtiges Kompliment für Deine Kriterien an die eigenen Geldanlagen. Um ehrlich zu sein: Das wäre mir persönlich zu anspruchsvoll. Sein Vermögen gut zu managen ist heutzutage schon schwer genug. Zusätzliche Kriterien oder Kautelen würden mich da wohl überfordern. Nichtsdestotrotz meine Anerkennung, wenn Dir das - unter diesen selbst auferlegten strengen Voraussetzungen - noch gelingt.

Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 15:07 Uhr

Aus meiner Sicht interessiert mich übrigens mein Vermögen (im Sinne von Kontoständen oder Gesamtvolumen) eher weniger. Mir kommt es nicht darauf an viel Vermögen zu besitzen sondern hohe und regelmäßige Einnahmen zu generieren. Dies ist u. a. durch meine Vermietungen sichergestellt.

Dein Immobilienvermögen ist stark mit den Mieteinnahmen korrelliert. Wenn Du also hohe Mieteinnahmen generierst, dann geht damit ein hohes Immobilienvermögen einher. Man kann jetzt lange über die Stärke der Korrelation bzw. die etwaige anteilige Entkoppelung von Immowert und Mieteinnahe diskutieren, aber das ist in einem Forum wie diesem definitiv nicht möglich.

Zitat von MFZ73 am 12. Dezember 2019, 16:08 Uhr
Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 15:07 Uhr

Aus meiner Sicht interessiert mich übrigens mein Vermögen (im Sinne von Kontoständen oder Gesamtvolumen) eher weniger. Mir kommt es nicht darauf an viel Vermögen zu besitzen sondern hohe und regelmäßige Einnahmen zu generieren. Dies ist u. a. durch meine Vermietungen sichergestellt.

Dein Immobilienvermögen ist stark mit den Mieteinnahmen korrelliert. Wenn Du also hohe Mieteinnahmen generierst, dann geht damit ein hohes Immobilienvermögen einher. Man kann jetzt lange über die Stärke der Korrelation bzw. die etwaige anteilige Entkoppelung von Immowert und Mieteinnahe diskutieren, aber das ist in einem Forum wie diesem definitiv nicht möglich.

Nun ja, früher hat man stets jede Mieteinnahme (sowie den Aufwand, das Risiko, die Instandhaltung usw.) mit alternativen Anlagen verglichen, also mit Pfandbriefen, Kommunalobligationen, Staatsanleihen, Bundeswertpapieren usw. Deshalb war da bei Immobilien auch bei Kaufpreisen vom 10, 12 oder dem 15fachen der JNK das Ende der Fahnenstange irgendwann erreicht. In einer (fast) zinslosen Welt gelten diese Parameter so nicht mehr, weil eben die Alternativen entweder gar nicht mehr existieren (Beispiel Bundeswertpapiere), sie keine risikoadäquaten Zins mehr generieren (Beispiel Staatsanleihen) oder sie teilweise mit noch mehr Risiken verbunden sind als vermietete Immobilien (Beispiel Aktien, Dividenden). Deshalb wird hier vor Ort inzwischen auch das 35, 40 oder noch mehrfache der JNK bezahlt. Eine weitere Nebenwirkung (Verzerrung) der ultra lockeren und extremen EZB-Geldpolitik ...

Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 15:07 Uhr

Nochmal: Geld ist keinesfalls nur Tauschmittel sondern für das Individuum auch Wertaufbewahrungsmittel (zumindest sollte solides Geld das sein; siehe die drei Geldfunktionen).

Das kannst du gerne so sehen, deshalb hast du auch das Problem mit dem EURO.
Ich bekomme das als Tauschmittel und kann dieses "überall" in Waren und Dienstleistungen tauschen oder investieren, mehr ist nicht nötig.

Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 15:07 Uhr

Wenn die EZB Billionen (!) aus dem Nix erschafft (!) und in die Märkte verklappt (z. B. via QE also Käufen von Staatsanleihen) dann sorgt das ganz offensichtlich nicht dafür, daß "genug Geld im Umlauf ist" (die EZB hat trotz dieser seit Jahren andauernden ultra expansiven Geldpolitik ihr eigenes Inflationsziel bis heute nicht erreicht - wie Lagarde gerade selbst in ihrer ersten EZB-PK erklärte) - sondern bislang immer nur für ein signifikantes Ansteigen der Vermögenspreise (Vermögenspreisinflation).

Wenn man das Geld den Falschen gibt, dann landet es nun mal nicht im Konsum, sondern bei den Wertanlagen.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von dev am 12. Dezember 2019, 18:31 Uhr

Ich bekomme das als Tauschmittel und kann dieses "überall" in Waren und Dienstleistungen tauschen oder investieren, mehr ist nicht nötig.

Darum ist auch eine gewisse Inflation wuenschenswert (die EZB zielt auf 2%). Die fuehrt naemlich dazu, dass Leute das Geld auch in Produkte eintauschen, weil diese mit der Zeit teurer werden. Das Gegenteil, Deflation waere fuer die Wirtschaft laehmend: wenn Produkte mit der Zeit guenstiger werden, kaufe ich nie, sondern warte immer. Das gab es z.B. in Japan und hat zu einer langen Wirtschatskrise gefuehrt.

Die EZB muss viele Interessen unter eine Hut bringen und macht das meiner Meinung nach ganz passabel. Allen kann man es nie recht machen.

 

Zitat von dev am 12. Dezember 2019, 18:31 Uhr
Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 15:07 Uhr

Nochmal: Geld ist keinesfalls nur Tauschmittel sondern für das Individuum auch Wertaufbewahrungsmittel (zumindest sollte solides Geld das sein; siehe die drei Geldfunktionen).

Das kannst du gerne so sehen, deshalb hast du auch das Problem mit dem EURO.
Ich bekomme das als Tauschmittel und kann dieses "überall" in Waren und Dienstleistungen tauschen oder investieren, mehr ist nicht nötig.

Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 15:07 Uhr

Wenn die EZB Billionen (!) aus dem Nix erschafft (!) und in die Märkte verklappt (z. B. via QE also Käufen von Staatsanleihen) dann sorgt das ganz offensichtlich nicht dafür, daß "genug Geld im Umlauf ist" (die EZB hat trotz dieser seit Jahren andauernden ultra expansiven Geldpolitik ihr eigenes Inflationsziel bis heute nicht erreicht - wie Lagarde gerade selbst in ihrer ersten EZB-PK erklärte) - sondern bislang immer nur für ein signifikantes Ansteigen der Vermögenspreise (Vermögenspreisinflation).

Wenn man das Geld den Falschen gibt, dann landet es nun mal nicht im Konsum, sondern bei den Wertanlagen.

Das sehe nicht nur ich so (und die Lehrbücher Stichwort "Geldfunktionen") sondern auch sehr viele andere Menschen. Das ist ja u. a. der Grund warum Ersatz-Wertaufbewahrungsmittel wie Uhren, Kunst, Oldtimer usw. so erheblich im Preis angestiegen sind.

Und nochmals: Es kann sehr wohl "nötig" sein, größere Beträge nicht nur "in Dienstleistungen zu tauschen" oder "zu investieren", sondern einfach zu haben bzw. zu halten - sei es aus taktischen und/oder strategischen Gründen (das Szenario Deflation ist nur eine von mehreren Varianten).

By the way: Wie sollte man denn das Geld nicht "den Falschen" sondern "den  Richtigen" geben ? Zentralistische, planwirtschaftliche Geldzuteilung ? Und wer legt fest, wer die "Richtigen" und die "Falschen" sind ?

Das extreme Zinsniveau in der Eurozone kann zudem nur der optimal nutzen, der kreditwürdig ist (Bonität) und/oder über entsprechende Sicherheiten (Pfänder) verfügt. Dann kann man sogar via Kredithebel (Leverage) relativ gute Renditen auf das Eigenkapital erzielen - Know-How vorausgesetzt.

Von derartigen Geldflutungen profitieren immer nur die, die zuerst an die frischen Mittel kommen - bevor die Geld-Flutung die Verbraucherpreise (oder die Vermögenspreise) auf breiter Front hochgespült hat (sog. Cantillon-Effekt).

Zitat von Peter45 am 12. Dezember 2019, 18:39 Uhr
Zitat von dev am 12. Dezember 2019, 18:31 Uhr

Ich bekomme das als Tauschmittel und kann dieses "überall" in Waren und Dienstleistungen tauschen oder investieren, mehr ist nicht nötig.

Die EZB muss viele Interessen unter eine Hut bringen und macht das meiner Meinung nach ganz passabel. Allen kann man es nie recht machen.

 

Eine Zentralbank mit einer Geldpolitik für derart viele und völlig heterogene Länder wie in der Eurozone kann schon theoretisch nicht funktionieren - und funktioniert ja auch in praxi nicht. Das wäre wie ein einziger Anzug für einen Mann mit 60kg und einen anderen Mann mit 120 kg. Dieser Anzug wird keinem von beiden  passen. Die EZB macht nur Geldpolitik für die schwächsten Glieder in der Kette, damit die Eurozone nicht kollabiert - das wird auf Dauer schwer durchhaltbar sein.