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Wie steht ihr zum Euro als Währung ?

Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 19:26 Uhr

Eine Zentralbank mit einer Geldpolitik für derart viele und völlig heterogene Länder wie in der Eurozone kann schon theoretisch nicht funktionieren - und funktioniert ja auch in praxi nicht.

Wie gesagt, ich sehe das anders und finde dass die Vorteile der Gemeinschaftswaehrung Euro insgesamt ueberwiegen.

Sicher fuer mich persoenlich, als auch fuer die gesamte Wirtschaft. Ich moechte nicht zu Peseten und Mark zurueck. Es ist bezeichnent, dass in der Politik nur einge Verwirrte von der AfD den Euro abschaffen moechten. Und einige Untergangspropheten, die mit Angst Geld verdienen  (Dirk Mueller etc.).

Zudem erscheint die Vergangenheit (hier die Mark) im Nachhinein immer rosiger als sie damals wirklich war.

Zitat von Peter45 am 13. Dezember 2019, 12:40 Uhr
Zitat von American Eagle am 12. Dezember 2019, 19:26 Uhr

Eine Zentralbank mit einer Geldpolitik für derart viele und völlig heterogene Länder wie in der Eurozone kann schon theoretisch nicht funktionieren - und funktioniert ja auch in praxi nicht.

Ich moechte nicht zu Peseten und Mark zurueck.

Es ist bezeichnent, dass in der Politik nur einge Verwirrte von der AfD den Euro abschaffen moechten. Und einige Untergangspropheten, die mit Angst Geld verdienen  (Dirk Mueller etc.).

Zudem erscheint die Vergangenheit (hier die Mark) im Nachhinein immer rosiger als sie damals wirklich war.

Also zu Peseten (Drachmen, Franc, Lira und andere Weichwährungen) möchte ich auch nicht zurück …!

Von der AfD ??? Da kann man mit den diversen Ökonomen-Aufrufen von Hunderten von Professoren vor Euroeinführung (z. B. 1992 und 1996) und mit der (noch heute) lesenswerten Studie von Dr. Jens Erhardt aus dem Jahr 1997 anfangen und bei den Kritikern und Euro-Klägern wie Prof. Hankel, Prof. Starbatty, Prof. Kerber, Prof. Schachtschneider usw. weitermachen und bei den aktuellen Kritikern wie Jürgen Stark (Ex-EZB-Chefvolkswirt) oder Prof. Sinn enden. Ob es sich dabei - wie von Dir formuliert - "nur um einige Verwirrte von der AfD" sowie "Untergangspropheten" handelt, die "mit Angst Geld verdienen" scheint mir fraglich. Mit einigen konnte ich sprechen - ein Produkt verkaufen wollte mir kein einziger von ihnen …?

Mir würde schon reichen, wenn ich a) wieder ein Geld verwenden könnte, daß man nicht ständig retten muß und b) wieder eine Währung hätte, die auch die Geldfunktion "Wertaufbewahrungsmittel" halbwegs (so gut das eben Papiergeld kann) gewährleistet.

Ein erster Schritt könnte sein, daß die EU mal anfängt sich an die eigenen (!) diesbezüglichen Verträge zu halten von den Maastricht-Kriterien (EU-Wachtsums- und Stabilitätspakt) bis bin zu dem Vertrag über die Arbeitsweise der EU (z. B. Art. 125 AEUV Nichtbeistandsklausel). Das würde nicht nur dem Euro dienen, sondern auch der Rechtsstaatlichkeit in der EU ...

 

Der Euro hat nachweislich erheblich an Wert verloren, die DM war eine starke Währung. Diese Währung ist ein politisches Projekt, da wundert es nicht, dass mit die einzigen, die dieses Projekt nicht kritisieren die sogenannten Volksvertreter sind. Hier sind ja viele Rechner im Forum: macht mal euren eigenen Warenkorb auf und vergleicht diesen mit dem offiziellen als Grundlage der Inflation. Im Grunde scheitert jede Fiat Papierwährung einmal, alles eine Frage der Zeit, mit dem Euro wird es viel schneller gehen als mit der DM, die jahrzehntelang stabil war. Aber dies sind ja alles keine Geheimnisse. Von daher war es ein politisches Verbrechen, diese Währung einzuführen. Zu den Verträgen: die sind natürlich Makulatur, wenn es keine wirksamen Sanktionen gibt, braucht sich auch keiner an Verträge zu halten. Die Sanktionen könnten höchstens die Leute an der Wahlurne erbringen, aber auch das funktioniert noch nicht richtig, dazu muss erst erst noch weiter abwärts gehen mit der EUdSSR. Aber freut euch doch: ihr müsst im Urlaub kein Geld mehr umtauschen :o)) Wahrlich ein hoher Preis für solch einen läppischen Vorteil.

Zitat von Fitzi am 25. Januar 2020, 11:47 Uhr

Der Euro hat nachweislich [...]

Die Umstände sind heute anders und niemand weiß, wie sich die DM weiterentwickelt hätte. Weil es sie seit 20 Jahren nicht mehr gibt. Muessige Diskussion.

Ich jedenfalls bin mit dem Euro im allgemeinen zufrieden. Ungekannt lang anhaltendes Wirtschaftswachstum, niedrige Inflation (bei der DM stark schwanked bis zu 7%) und er ermöglicht meinen (internationalen) Lebensstil. Wer nie laenger aus Deutschland rauskommt, verpasst was und tut mir leid.

Insgesamt verdanken ich den Euro einen Großteil meines Reichtums.

Für Frugalisten: ich kann dank Euro ein niederländisches Girokonten (kostenlose Geldabheben in der Eurozone) mit einem deutschen Broker (günstige Transaktionen) koppeln, und P2P-Kredite in Lettland vergeben. Versuch das mal mit der DM...

Deine Wortwahl ist interessant; muss aber jeder selbst wissen. ("sogenannte Volksvertreter", "Fiat Papierwaehrung", "politisches Verbrechen", "EUdSSR"). Warum dieser Groll?

Zitat von Fitzi am 25. Januar 2020, 11:47 Uhr

Hier sind ja viele Rechner im Forum: macht mal euren eigenen Warenkorb auf und vergleicht diesen mit dem offiziellen als Grundlage der Inflation.

Diese Inflationsdiskussionen sind auch immer völliger Unsinn.

Ich habe gerade die Tage alte Aktenordner ausgemistet.

Beispiel:

1997 Handy-Rechnung knapp 300 DM = 150 Euro

2020 Handy-Rechnung für LTE 50, Telekom Netz, 6GB Datenvolumen 18 Euro

Zitat von Privatier am 25. Januar 2020, 17:42 Uhr

2020 Handy-Rechnung für LTE 50, Telekom Netz, 6GB Datenvolumen 18 Euro

Übrigends eine Frechheit, was sowas in Deutschland kostet! Meine Rechnung 2020 bisher (gerade nicht in D): LTE verbrauchtes Datenvolumen 502GB, Kosten 15€. Internet/Datenvolumen ist so krass teuer in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern, für mich auch nicht mehr nachvollziehbar.

Gehörte hier nicht zum Thema, Sorry. Aber Internet in Deutschland regt mich echt immer mehr auf, sowohl Kosten als auch Leistung/Empfang bzw. Geschwindigkeit. Aber immer was von digitaler Zukunft und Ausbau und tollem Standort seit 15 Jahren quaken...

 

Daher zum Euro: wer in Europa mehr unterwegs ist als einmal im Jahr in den Urlaub zu fahren, bemerkt schon erhebliche Vorteile gegenüber nicht-€-Ländern. Also ich möchte den Euro nicht zurück gegen die DM tauschen...aber das ist nur meine persönliche Meinung

Zitat von Fitzi am 25. Januar 2020, 11:47 Uhr

Der Euro hat nachweislich erheblich an Wert verloren, […]

Das sind alles eine Menge rechter Verschwörungstheorien. Mich wundert, dass das so viele Leute glauben und so unermüdlich nachplappern. Es ging uns noch nie so gut wie jetzt, die Kriminalität ist in den letzten 20 Jahren fast kontinuierlich gesunken, unsere Währung ist stabil, der Wirtschaft geht es gut, der Komfort und die Lebensqualität steigen stetig, die Arbeitslosigkeit ist seit Jahren auf einem konstant sehr niedrigen Niveau. Warum wird ständig so ein irrationaler Unsinn und solche Lügen verbreitet? Das einzige was uns wirklich bedroht ist die fortschreitende Umweltverschmutzung und der Klimawandel. Nur seltsamerweise werden genau diese, ganz realen Probleme von den rechten Angstmachern immer wieder in Frage gestellt und geleugnet. Wer solche Sachen glaubt und weiter verbreitet, kann nicht erwarten ernst genommen zu werden.

Zitat von Fritz am 25. Januar 2020, 18:39 Uhr
Zitat von Fitzi am 25. Januar 2020, 11:47 Uhr

Der Euro hat nachweislich erheblich an Wert verloren, […]

Das sind alles eine Menge rechter Verschwörungstheorien. Mich wundert, dass das so viele Leute glauben und so unermüdlich nachplappern. Es ging uns noch nie so gut wie jetzt, die Kriminalität ist in den letzten 20 Jahren fast kontinuierlich gesunken, unsere Währung ist stabil, der Wirtschaft geht es gut, der Komfort und die Lebensqualität steigen stetig, die Arbeitslosigkeit ist seit Jahren auf einem konstant sehr niedrigen Niveau. Warum wird ständig so ein irrationaler Unsinn und solche Lügen verbreitet? Das einzige was uns wirklich bedroht ist die fortschreitende Umweltverschmutzung und der Klimawandel. Nur seltsamerweise werden genau diese, ganz realen Probleme von den rechten Angstmachern immer wieder in Frage gestellt und geleugnet. Wer solche Sachen glaubt und weiter verbreitet, kann nicht erwarten ernst genommen zu werden.

JA! Genau meine Meinung!

Ich wollte bewusst nichts von "rechts" oder "Verschwoerungstheorie" schreiben, obwohl ich es natuerlich gedacht habe.

Mir ist ein wirklich Raetsel, warum Leute das ernsthaft glauben. Besonders, weil das frueher, als es den Menschen gemittelt schlechter als heute ging, nicht der Fall war. Ich fuerchte, dass das Internet diesen Trend gefoerdet hat.

es gab Preissteigerungen, aber v.a. bei Vermögenswerten, bei Konsumgütern ist das weniger, als zu DM-Zeiten üblich. NB: Allen Meldungen über die Mietenexplosion zum Trotz sind auch die Mieten in den letzten 20 Jahren nur marginal mehr gestiegen, als die Verbraucherpreise (mag örtlich anders aussehen).

 

Bei den Mieten muss man genau hinsehen. Da stehen immer nur die großen Metropolen und Städte im Fokus, wo die Immobilienpreise und Mieten durch die Decke gehen. Auf dem Land und in Kleinstädten sieht es schon wieder ganz anders aus. Auch bei den Bestandsmieten gab es in den letzten Jahren kaum Erhöhungen, sondern vorrangig bei Neuvermietungen. Daher ist das Bild in der öffentlichen Wahrnehmung verzerrt - teilweise auch durch einseitige Berichterstattung.

Infaltion ist halt meistens "gefuehlt".

Ich sehe aber keinen Grund, warum die offiziellen Inflationszahlen grundsaetzlich in Frage zu stellen sind. Wenn man zurueck schaut, gab es bei der DM auch mal eine offizielle Inflation von 7%. Dieser unschoene Wert spricht stark dagegen, dass da etwas manipuliert wurde.

Plastisch finde ich Aufstellungen zur Kaufkraft, wie hier: http://finanzwertig.de/kaufkraft-vergleich-frueher-war-mitnichten-alles-billiger-95

Es erscheint mit plausibel, dass man fuer einen Fernsehen nur noch 1/10 der Zeit arbeiten muss, aber der noch viel groessere Unterschied bei Bohnenkaffee hat vielleicht eher mit Versorgungsschwierigkeiten nach dem 2. Weltkrieg zu tun.

Fuer "Wohnen" zahlt man ganz grob oft 1/3 des Netto-Einkommens. Das ist seit Jahren ziemlich aehnlich. Viele andere Dinge sind guenstiger geworden.

Zitat von Fritz am 26. Januar 2020, 11:08 Uhr

Bei den Mieten muss man genau hinsehen. Da stehen immer nur die großen Metropolen und Städte im Fokus, wo die Immobilienpreise und Mieten durch die Decke gehen. Auf dem Land und in Kleinstädten sieht es schon wieder ganz anders aus. Auch bei den Bestandsmieten gab es in den letzten Jahren kaum Erhöhungen, sondern vorrangig bei Neuvermietungen. Daher ist das Bild in der öffentlichen Wahrnehmung verzerrt - teilweise auch durch einseitige Berichterstattung.

14 Jahre in einer Mietwohnung, 1 Erhöhung von 3%...

Zitat von Peter45 am 25. Januar 2020, 19:03 Uhr

Mir ist ein wirklich Raetsel, warum Leute das ernsthaft glauben. Besonders, weil das frueher, als es den Menschen gemittelt schlechter als heute ging, nicht der Fall war. Ich fuerchte, dass das Internet diesen Trend gefoerdet hat.

 

Nicht das Internet im Allgemeinen, sondern die sogenannten "sozialen Medien" im Speziellen (Facebook, Google, Twitter), deren Geschäftsmodell auf (Verhaltens-)Manipulation basiert.

Zitat von Privatier am 26. Januar 2020, 11:56 Uhr
Zitat von Fritz am 26. Januar 2020, 11:08 Uhr

Bei den Mieten muss man genau hinsehen. Da stehen immer nur die großen Metropolen und Städte im Fokus, wo die Immobilienpreise und Mieten durch die Decke gehen. Auf dem Land und in Kleinstädten sieht es schon wieder ganz anders aus. Auch bei den Bestandsmieten gab es in den letzten Jahren kaum Erhöhungen, sondern vorrangig bei Neuvermietungen. Daher ist das Bild in der öffentlichen Wahrnehmung verzerrt - teilweise auch durch einseitige Berichterstattung.

14 Jahre in einer Mietwohnung, 1 Erhöhung von 3%...

8 Jahre, 2x Erhöhung um jeweils knapp 10% (zuletzt 2019). Kleinstadt. Vermieter Genossenschaft. Aber da sehr klein ist auch die Miete sehr gering -> sieht prozentual viel aus, ist in EUR nicht viel...Ursache ist aber nicht der Euro.

Hallo zusammen,

Naja, ich denke, auch wenn es uns in Deutschland gut geht, sind ein paar Überlegungen zur aktuellen Situation bzw. Zur Zukunft nicht verkehrt. Denn nur wenn ich alle vorhandenen Risiken kenne, kann ich mich darauf vorbereiten. Und schließlich wollen hier viele FI erreichen und haben da Zeitreihen von 40-50 Jahren im Blick in denen das Ersparte reichen soll...

Die folgenden Ausführungen sind meine Meinung. Dem muss man nicht zustimmen:

Die Einführung des Euro ist auch von vielen renommierten Ökonomen kritisch gesehen worden. Deutschland hat davon profitiert. Wirtschaftlich schwächere Staaten hingegen i.d.R weniger bzw. haben darunter gelitten.

Seit der Finanzkrise werden jedoch viele Stabilitätsregeln missachtet. Es wird durch die EZB massiv Geld geschaffen und in den Kreislauf gepumpt. Die Märkte sind stark manipuliert (z.B. negativer Zins!) Das führt unter anderem zu steigenden Immobilienpreisen und Aktien. Jetzt profitieren hauptsächlich die vom Euro, die schon einiges besitzen.

Und nun einige Fragen wie es wohl weitergehen könnte: Wie lange kann die EZB mit der massiven Geldmengenausweitung noch weiter machen? Was passiert, wenn sie aufhört? Wie verhalten sich so stark manipulierte Märkte, wenn die Manipulation eingestellt wird? Muss man das Geld wieder verringern und wie geht das? Und was passiert bis dahin beispielsweise mit den riesigen privaten Altersvorsorgevermögen (Versicherungen, Pensionskassen usw. die ihr Geld häufig in Euro-Anleihen halten und die schon heute nach wenigen Jahren Niedrigzins einige Schwierigkeiten haben.)? Und natürlich: Wird der Euro dieses riesige Experiment  unbeschadet überstehen?

Und noch ein paar Sätze zur Inflation: Aktuell haben wir in der Tat eine relativ niedrige Inflation (auch wenn sie nicht so niedrig ist, wie die Inflationsrate sagt). Vergleichbar mit der DM Zeit ist sie aber nur bedingt, da 2002 die Berechnung ‚inflationsdämpfend’ geändert wurde. Mal sehen, ob nicht gerade Frugalisten an der ‚hedonistischen Berechnungsweise‘ demnächst ein wenig ‚knabbern’ werden. Denn selbst wenn die Inflation heute relativ niedrig ist, in diesem Forum sollte es doch um die Zukunft gehen, denn ihr rechnet doch aus, wie Eure Ausgaben in der Zukunft sind bzw. dass sie sich nicht extrem verändern um entscheiden zu können, ob ihr Euren Job an den Nagel hängt...

By the was: Ich meine, dass ich schon in der Schule gelernt habe, dass die Geldmenge langfristig im Gleichklang mit der Wirtschaft wachsen muss um z.B. Inflation zu verhindern. Mag sein, dass das veraltet ist, aber mal sehen ob das nicht doch mal irgendwann wieder hervorgeholt wird.

Fazit: Das ich den einen oder anderen Punkt hier kritisch sehe hat m.E. nichts mit Schwarzmalerei zu tun sondern mit dem Erkennen und Hinterfragen möglicher Risiken. Das muss man natürlich nicht, allerdings glaube ich, dass einige hier mit einem fast 12 jährigen Aktienaufschwung und ggf sehr positiver eigener aktueller finanzieller Situation im Rücken die Zukunft vielleicht ein wenig zu blauäugig sehen.

Mein Antrieb:
Wenn ich mich mit den obigen Fragen auseinandergesetzt habe und alles wird nicht so kritisch, dann habe ich ein paar Renditepunkte ‚liegen gelassen‘. Wenn es hingegen zu Schwierigkeiten kommt, habe ich die Risiken minimiert.

und noch etwas: Ich bin kein AfD Wähler und war auch nie einer. Auch als die AfD noch nicht so von den Rechten beherrscht wurde (sie wurde ja unter anderem vom ehemaligen CDU Mitglied und als neoliberal geltenden Bernd Lucke gegründet), habe ich sie nie gewählt bzw als wählbar gesehen.

So, und damit ihr auch etwas zum weiter nachdenken habt (wenn ihr das denn überhaupt wollt) mal ein paar weitergehende Informationsquellen:

Kritiker der EZB Politik (unter anderem unser aktueller Bundesbankpräsident)

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mayers-weltwirtschaft/die-kritik-an-der-geldpolitik-der-ezb-sollte-man-ernst-nehmen-16429985.html

https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-09/anleihekaeufe-ezb-jens-weidmann-bundesbank-geldpolitik

Berechnung der Inflationsrate:

https://www.focus.de/finanzen/news/preise-irrtum-1-der-warenkorb_id_3441911.html

https://www.nzz.ch/finanzen/notenbanken-hausgemachtes-dilemma-der-niedrigen-inflationsrate-ld.1478160

Ach ja, ein aktuelles Buch hätte ich auch noch. War spannend. Die Autoren gehören aber eher zu den ‚Crash-Propheten‘, die hier nicht so wohl gelitten sind. Aber immer nur so positiv ist auch langweilig 😉

Klaus Vogt, Roland Leuschel ‚Die Wohlstandsvernichter‘

Ich fand im übrigen auch den Film ‚The big short‘ über die Finanzkrise von 2008 ganz interessant. Wie die Masse bis zum bitteren Ende dem Trend hinterherläuft. Heute sagen alle: ‚Das konnte ja auf Dauer nicht gut gehen‘ 😀

Mal schauen...

 

Zitat von Portfolio2025 am 26. Januar 2020, 17:35 Uhr

und noch etwas: Ich bin kein AfD Wähler und war auch nie einer. Auch als die AfD noch nicht so von den Rechten beherrscht wurde (sie wurde ja unter anderem vom ehemaligen CDU Mitglied und als neoliberal geltenden Bernd Lucke gegründet), habe ich sie nie gewählt bzw als wählbar gesehen

...

Ich fand im übrigen auch den Film ‚The big short‘ über die Finanzkrise von 2008 ganz interessant. Wie die Masse bis zum bitteren Ende dem Trend hinterherläuft. Heute sagen alle: ‚Das konnte ja auf Dauer nicht gut gehen‘ 😀

Danke fuer den sachlichen Beitrag mit ordentlichen Quellen.

Niemand hat dir eine Naehe zur AfD unterstellt!
Aus Erfahrung unterstelle ich die jedoch, wenn Schluesselwoerter wie "sogenannte Volksvertreter" oder "Merkel-Regime" etc auftauchen (die du nicht benutzt).

Natuerlich kann man ueber die Art und Weise, wie Inflation berechnet wird und die Geldpolitik diskutieren.

Den Film fand ich auch prima. Ich habe meine Lektion an der Boerse bereits im "Neuen Markt" gelernt. Durch Schmerz lernt man effizientesten.

@Portfolio2025

Ich als buy and hold Anleger liebe den 2008er Crash. Ich habe keine Chance ohne Risiko. Bin seit 1996 dabei. Da gab es noch Zinsen.

Weltweit investieren, mtl. Sparpläne. Mietfreies Wohnen im Eigentum, frugale Ausgaben... gut gerüstet für schlechte Zeiten.

Denn die Alternative ist Minuszins und stille Inflationsenteignung ! Aufwachen.

3 Tage Woche. Teilzeitarbeit.

@49er

Vielen Dank für Deinen Weckruf re „Aufwachen.“(Dachte vorher, dass mein Posting eher so etwas war, aber so kann man sich täuschen. 😉 )

Ich glaube wir haben ungefähr die gleiche Börsenhistorie. Naja, vielleicht ist meine ein Ticken länger, aber tut ja nichts zur Sache.

Weltweit investiert bin ich auch. Mietfrei wohne ich auch. Und einigermaßen frugal - naja 3 Kinder eben. Und beim Vermögensaufbau ist gegen Buy and Hold auch überhaupt nichts einzuwenden (vielleicht nicht mit 100% sondern auch noch ein bisschen Cash in der Hinterhand).
Aber ob der nächste Crash, wenn er denn zusammen mit erheblichen Turbulenzen im Währungssystem kommt, deine nächste ‚große Liebe‘ wird ... Na da wünsche ich viel Glück.
Aber vielleicht haben wir ja beide Glück und es passiert nicht so viel. Nur ein Crash und Rezession und die Europäische Notenbank bringt die Konjunktur - wie 2008 - mit ihren Instrumentarien (z.B. Zinssenkung, Versorgung mit Liquidität - sprich Flutung mit Geld) schnell wieder ans laufen.... hmmm. Na ja, vielleicht habe ich auch einfach nur zu wenig Phantasie wie die EZB das bei 0% Zinsen und mehrere Jahre ‚QE’ dann wohl macht.

Ach so und: Minuszins und Inflationsenteignung sind nicht die Alternative sondern Realität.

So, jetzt lege ich mich wieder hin und nehme mir vor, etwas relaxter in die Zukunft zu schauen. 😀

Zunächst mal etwas zum Thema Inflation: Man kann ja durchaus darüber geteilter Meinung sein, ob diese nun korrekt berechnet wird oder ein geschöntes Bild darstellt. Allerdings muss man dabei bedenken, dass sie aus ca. 300.000 Waren und Dienstleistungen ermittelt wird und eine sogenannten Durchschnittswarenkorb abbildet. Die tatsächliche Inflation kann also bei jedem Einzelnen erheblich abweichen, da es ja bekanntlich nicht "den Durchschnittsbürger" gibt. Jeder hat ein eigenes Konsumverhalten und nimmt andere Waren und Dienstleistungen in Anspruch. Ein alleinstehender Single-Student von 20 Jahren hat mit Sicherheit einen völlig anderen Warenkorb, als der 40jährige Familienvater mit Eigenheim.
Des Weiteren würde ich es mir als Laie nicht unbedingt anmaßen oder zutrauen die Berechnung in Frage zu stellen. Da gehört schon ein gewisses volkswirtschaftliches Fachwissen dazu und ich glaube, dass die Berechnung keines Wegs das Ziel verfolgt im politischen Sinne etwas schön zu rechnen.

Darüber hinaus gibt es die sogenannte "gefühlte Inflation", die teilweise erheblich von der Tatsächlichen abweicht. Jeder geht mehrmals im Monat einkaufen und merkt sofort, wenn die Äpfel teurer geworden sind. Aber z.B. Energiekosten, Versicherungsbeiträge und Abos, die regelmäßig vom Konto abgebucht werden, hat man nicht ständig auf dem Schirm. Auch wird wohl kaum einer die Supermarktpreise ständig tracken. Man glaubt eben, dass die Nudeln teurer geworden sind, obwohl sie in Wahrheit billiger geworden sind. Da steckt ein Haufen Wahrnehmungsverzerrung und Psychologie drin.
Die Inflation liefert eine Kennzahl, die allein nicht viel aussagt. Sie kann nur mit sich selbst (der Vergangenheit) verglichen werden, oder mit anderen Währungen, deren Inflation auf gleiche Weise berechnet wurde.
Da ich meine eigenen Lebenshaltungskosten kenne und auch seit Jahren abgespeichert habe, kann ich sagen, dass meine persönliche Inflation schon sehr niedrig ist, denn meine Kosten haben sich in den letzten 15 Jahren nur unwesentlich gesteigert.

Ich glaube jedoch, dass in der Bevölkerung eine übertriebene Inflationsangst, bzw. eine nicht gerechtfertigte Skepsis gegenüber der Berechnung herrscht. Die Inflation ist sehr niedrig, man möge sich nur mal die Entwicklung der Spritpreise in den letzten Monaten ansehen. Ich glaube sogar, dass sie negativ ist. Was kostet z.B. heute Kleidung und was hat sie vor 25 Jahren gekostet? Kleidung ist zur Wegwerfware geworden. Das gleiche gilt für Elektronikartikel. Wie viel hat man in den 90ern für einen 32-Zoll Fernseher bezahlt, und was hat man dafür bekommen? Einen riesigen, "zentnerschweren" Kasten mit einem dermaßen unscharfen Bild, das würde heute keiner mehr akzeptieren. Heute sind Fernsehgeräte so billig, dass man sie gebraucht nicht mehr verkaufen kann. Also für die Tonne. Ein Computer hat zu meiner Jugendzeit 3 bis 4.000 DM gekostet. Ein 386er Prozessor, Desktop mit ein paar MB RAM. Heute bezahlt man für ein Notebook nicht mal die Hälfte in Euro und hat eine Rechenleistung, die sich früher nur Rechenzentren leisten konnten. Auch was die Miet- und Immobilienpreise angeht, ist das Bild verzerrt. Die Preise haben zwar angezogen, aber die Ansprüche sind auch gestiegen. Die deutsche Durchschnittsfamilie, lebt heute auf 150 qm Wohnfläche (Neubauten). in den 1980ern waren es vielleicht 90 und der Komfort ist erheblich gestiegen. Die Fenster sind dicht, die Dämmung ist um ein Vielfaches besser, viele haben Fußbodenheizung, was es früher auch kaum gab. Das muss man eben alles ins Verhältnis setzen, bevor man über das Thema Inflation diskutiert.

Was die Politik der EZB angeht: Aktuell kann diese vom eingeschlagenen Kurs nicht weg. Eine Zinsanhebung würde die Südeuropäischen Staaten, insbesondere Italien, massiv in Bedrängnis bringen. Allerdings habe ich in einem Artikel neulich gelesen, dass die neue EZB-Chefin Lagarde eine gründliche Überprüfung angeordnet hat und höchst wahrscheinlich die Politik ihres Vorgängers nicht fortsetzen werde. Bis eine Wende eingeleitet ist, kann es allerdings noch einige Jahre dauern und wie diese vollzogen werden soll, steht wohl auch noch in den Sternen.

Die Einführung des Euros habe ich damals auch sehr kritisch gesehen. Aber mittlerweile brauchen wir uns über das Thema keine Gedanken mehr zu machen. Egal, ob man den Euro nun mag oder nicht, wir haben ihn und er wird bleiben, egal was kommt. Der Euro ist eine Schicksalsgemeinschaft, da kann niemand austreten. Denn das wäre für das jeweilige Land der Todesstoß - selbst wenn eine theoretische Zahlungsunfähigkeit vorliegen sollte. Griechenland wird nicht zur Drachme zurückkehren, Italien nicht zur Lira und Deutschland nicht zur DM. Währungen werden gerettet, so wie es in der Geschichte schon immer gewesen ist, egal ob Reichsmark, Argentinischer Peso oder Rubel, "what ever it takes". Von daher ist es höchst unwahrscheinlich, dass der Euro wieder auseinander bricht. Aber auch wenn die Inflation wieder ansteigen sollte, die Gemeinschaftswährung hat doch eine ganz erheblich positiven Nebeneffekt: Staaten, die dieselbe Währung benutzen, können keinen Krieg gegeneinander führen. Das ist unmöglich! Das wird sich insbesondere in den heutigen Zeiten, wo Nationalismus und Abschottung wieder zunehmen, auszahlen.

Und auch was das Thema "Enteignung durch Inflation" angeht: Es wird übersehen, dass wir in den letzten hundert Jahren fast nie eine positive Realverzinsung hatten. Selbst, als es noch 3 bis 4% auf das Tagesgeld/Sparkonto gab, lag die Inflation meistens höher. Diese Inflation ist ja auch gewollt, um die Wirtschaft in Schwung zu halten. Denn wenn die Leute nur noch sparen und anlegen, verkaufen die Unternehmen weniger und das lähmt die Wirtschaft. Eine Deflation droht, mit den Konsequenzen wie wir sie nach 1929 gesehen haben.

Dazu:

https://www.neuwirth.de/images/zinskommentar/20160503_Graphik.pdf