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FFFs Diskussionsthread: Immobilien, Politik und mehr

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Zitat von Cepha am 18. Mai 2023, 12:28 Uhr
Zitat von FredFinanzFuchs am 9. Mai 2023, 9:07 Uhr

Aber die Eigentumsbildung kam dann in der Sendung nicht mehr vor. Nicht ein einziges Mal wurde gesagt, dass 84% der Bürger im Eigentum wohnen wollen und nicht ihr Leben lang Miete zahlen wollen. Obwohl im Koalitionsvertrag steht:

Aus meiner Sicht ist das einfach nur eine dumme Frage.

Wenn man mich fragt, ob ich mein Leben lang keine Miete mehr zahlen möchte sage ich auch "ja". Wenn man mir zwei Bilder zeigtm, eins die 60m² Platte und eins das freistehende Eigenheim mit 1000m² zugewachsenem garten im Grünen (und der s-bahn-Haltestelle neben dran), dann zeige ich auch auf "Eigenheim".

Ich würde die Frage ganz anders stellen: Angenommen Du bekommst morgen 200.000 Euro geschenkt: was würdest du damit machen?

Ich weiß nicht, wie die Frage genau gestellt wurde, das wurde z. B. in dem Spiegel Artikel nicht zitiert. Aber mit Sicherheit wird jeder Befragte wissen, dass ihm die Wohnung nicht (vom Staat) geschenkt wird. Er weiß auch, dass er dafür sparen muss. Im Artikel wird auch dargestellt, dass nur ein geringer Prozentsatz der Befragten wirklich sucht. Denn das Entscheidende ist doch: Ist die gekaufte Wohnung bezahlbar, kann ich auch in Notzeiten die Belastung tragen, kann ich sie auch relativ leicht wieder verkaufen, wenn ich z. B. umziehen will.

Ich konzentriere mich in meinen Empfehlungen zur Politik auch auf die 80% Mieterquote in den Städten, nicht die Luxus-Eigengheimbauer. Und da in der Stadt sollte sich der Bürger mit Normaleinkommen auch eine normale, meist gebrauchte Eigentumswohnung leisten können.

Ich stimme Dir aber zu 100% zu, das ist alles eine Frage der Zahlen und des Wissens. Es muss sich rechnen, nur dann wird der Bürger sich informieren und ist bereit, auch die Verantwortung zu übernehmen. Denn darum geht es auch, die Verantwortung. Sie ist die andere Seite der Rechte als Eigentümer.
Wenn wir eine breitere Streuung des Eigentums wollen, dann muss eine normale Wohnung in der Stadt die genannten Voraussetzungen erfüllen.

- Deshalb sollte bei eigengenutzten Wohnungen auf die Grunderwerbsteuer verzichtet werden, vielleicht bis zu einem Kaufpreis von 300.000 plus 150.000 je zusätzlicher Person,
- Die Notar- und Grundbuchkosten sollten auf je 500€ gedeckelt werden.
- Eine eventuelle Courtage muss der Verkäufer bezahlen.
Dann würden die Erwerbsnebenkosten drastisch reduziert und man wäre mobiler, könnte leichter wieder verkaufen ohne verlorene Erwerbsnebenkosten.

Und der Einstieg muss erleichtert werden,
- Durch das Eigenkapital ersetzende zinsgünstige Darlehen
- Durch eine monatliche Förderung ähnlich dem Wohngeld oder durch Gleiches per Abschreibung.

Ziel muss es sein, dass die Miete nahezu gleich hoch ist wie die monatliche Belastung bei Kauf. Beim Kauf wird jedoch jeden Monat getilgt und damit Vermögen aufgebaut.

Mit diesen Maßnahmen würden die Bürger motiviert zu rechnen, sich zu informieren, sich mit der relativ komplexen Materie zu befassen. Man muss sich ja auch noch über den Markt ähnlich schlau machen, wie man es jetzt bei Gebrauchtwaren macht. Also großer Aufwand, der sich lohnen muss. Anreiz dafür kann staatliche Förderung sein, die man sonst verschenken würde.

Zitat von Cepha am 18. Mai 2023, 12:37 Uhr
Zitat von FredFinanzFuchs am 9. Mai 2023, 9:07 Uhr

 

Keiner kam darauf, dass man mit den Mitteln des Sozialen Wohnungsbaus auch Eigentum fördern könnte und damit dem Willen des Bürgers entsprechen würde, zu einer tragbaren Belastung im Eigentum zu wohnen mit monatlicher Tilgung statt zur Miete.

Du meinst sowas wie subprime? Leute, die in 20 Jahren Erwerbsarbeit nicht einen Euro gespart haben aber gerne im Eigentum möchten sollten auch eins haben können durch Kredit und staatliche Förderung?

Mir erscheint das gleich in vielerlei Hinsicht recht unklug, mal advaon abgesehen, dass ich nicht wüsste, wie genau das gehen soll.

Nehmen wir mal eine/n 30-jährige/n Single mit 2000€ Netto, die/der gerne in München oder Frankfurt eine kleine Wohnung für 400.000 Euro kaufen möchte und kein nennenswertes Eigenkapital besitzt. Wie genau soll das gehen?

 

Für den Single in München wird das schwierig werden. Aber nehmen wir mal eine 60qm-Wohnung, gebraucht in Hamburg als Beispiel. Denn die eigentumsbildung sollte nach meiner Auffassung vornehmlich im Bestand gefördert werden, nicht im Neubau, der wäre zu teuer.

In HH werden Sozialwohnungen gefördert mit einem Darlehen von bis zu 2.000€/qm Wohnfläche zu 1% Zinsen. Außerdem bekommt der Vermieter monatlich bis zu 10€/qm Mietzuschuss - für 30 Jahre.
Mit der gleichen Förderung würden die Zahlen für einen Käufer wie folgt aussehen:

Sozial-Eigentumswohnungen statt Sozial-Mietwohnungen!

Kaufpreis 60qm Wohnung gebraucht                        300.000
(5.000€/qm) Nebenkosten                                             10.000

Summe                                                                              310.000

Förderbank Darlehn als Eigengeld 1% plus 1%         120.000
Baudarlehen zu 4% plus 1% Tilgung                           190.000
Summe                                                                              310.000

Belastung Förderbank monatlich                  200
Belastung Bankdarlehen                                 790
Summe 16,50/qm                                             990 (darin Tilgung 258€)

Lastenzuschuss 6€/qm (360€), Belastung dann        630 (je qm  10,50)
Die 10,50/qm würde er auch für eine Mietwohnung bezahlen. Im Beispielfall würde er jedoch monatlich 258€ (da Annuitat steigend) Vermögen aufbauen.

Statt des Lastenzuschusses könnte man mit Steuervorteilen helfen, z. B. einer Neuauflage der 7b-AfA: 5% auf 248.000  (80% des Aufwandes) = 12.400 * 30% Steuersatz = 3.720 p.a. oder monatlich 310, Belastung dann 680€ (wird 8 Jahre gewährt, danach ggf. Lastenzuschuss), dann wäre die Belastung tragbar.

Übrigens sind 50% der Bürger in HH sozialwohnungsberechtigt und kämen somit für die obige Förderung infrage. Die städtische hamburger SAGA könnte so ihre über 100.000 Wohnungen an die Mieter verkaufen und Geld für Neubau in die Kasse bekommen. Für die klamme Vonovia wäre das auch ein Verkaufsschub. Und die Verkäuferseite wird aktiv die Mieter ansprechen und sie intensiv informieren. Die Verbraucherzentralen werden aktiv werden und die Mieter warnen, auch die Mietervereine. So ist dann sichergestellt, dass die Mieter sich nicht in ein Abenteuer begeben, z.B. eventuelle Modernisierung etc. berücksichtigen.

Denn ganz klar: Eigentum bedeutet Verantwortung. Den Rechten auf Nutzung, der Sicherheit vor Kündigung, den weiteren eigentümerrechten steht die Verantwortung gegenüber, die man übernimmt. Der Eigentümer muss sich um die Wohnung kümmern, er muss auch das Gemeinschaftseigentum im Blick haben. Das kostet alles Zeit und Mühe und Nerven.
Ich sehe es aber so, dass die Verantwortung für Wohnraum möglichst beim Nutzer und nicht beim Staat liegen sollte. Der Nutzer ist näher dran, betroffen, an sparsamen Lösungen interessiert, kümmert sich sofort, muss nicht für das Kümmern bezahlt werden.
Ich erinnere immer noch die Reportage über monatelang leerstehende schöne Wohnungen in Hamburg und in anderen Städten einer Bundesanstalt, die nicht vermietet wurden, da man noch nach Handwerkern zur Modernisierung suchte. 20% Leerstand!

@masterolm Es geht ja bei uns nicht um den Neubau sondern um Bestand.
Bezüglich der ganzen Energie- und Heizthematik verhalte ich mich eher abwartend und reaktiv. Ich denke, da ist noch viel Bewegung drin.
Wir haben in der Politik ja keine optimalen Kompromisse in der Sache sondern eine Art Kuhhandel. Du verlangst keine Steuererhöhungen - dafür stimme ich dem Atomausstieg und dem Heizungskram zu.

Wir sehen ja, wie es beim Heizungsmarkt aussieht: Material hat Lieferfristen, Handwerker fehlen. Die Stromtrassen fehlen, die Windkraftwerke... Aktuell fahren unsere E-Autos praktisch mit fossiler Energie.

Generell bauen wir neue Fenster ein und schließen uns wenn es geht der Fernwärme an. Bei den Fassaden warten wir eher ab, dämmen mal die fensterarme Nordseite. Nach Süden vielleicht später mal von innen mit Silikatplatten. Zum Keller wird gedämmt, das Dach meist an einen Ausbauer verkauft, der neu dämmt.

Bei der Heizung warte ich mal die Zukunft ab. Und der Wärmepumpe stehe ich sehr kritisch gegenüber. Gerade im Winter hat sie einen schlechten Wirkungsgrad. Und ich war gerade in Edingurgh und habe dort in der "Neustadt (1890)" neue Wärmepumpen gesehen - die reinsten Krachmacher trotz Schalldämmung.

Ich bin der Meinung, dass der Atomausstieg ein großer Fehler ist. Mal sehen, was die anderen Länder machen werden, China ist da ja sehr aktiv. Ich denke, dass die Kernkraft und kleine Kraftwerke in Serie die Zukunft sind und für hunderte Jahre ist genügend Brennstoff da und der Atommüll kann verwertet werden und strahlt später nur 300 Jahre, das Gau-Problem steht auch vor der Lösung. Später dann mal die Kernfusion.
Insofern wird die E-Heizung eine Zukunft haben, eventuell mit sogar wieder Nachtspeicher. Ist ja auch CO2-arm. Wenn der Strom billiger wird, lohnt sich die Wärmepumpe nicht. Sie verbraucht Strom, muss installiert und gewartet und abgeschrieben werden.
Bei der nächsten Bundestagswahl wird wohl die CDU wieder rankommen - dann wird es wohl wieder etwas ruhiger.

Da sind andere im Forum sicher anderer Meinung, wollen Vorreiter sein. Ich empfehle denen bevor sie antworten sich ein Beispiel zu nehmen an @cepha, der zwar (in anderer Hinsicht) nicht meiner Meinung ist. Er hat aber - sofern er sich über mich und meine Meinung aufgeregt hat - sich erst einmal beruhigt. Und dann ganz sachlich und ausführlich seine Position dargelegt. Ein super Beispiel für eine kritisch-konstruktive Diskussion. Wer in diesen Stil antworten will: Willkommen!! Die anderen bitte erst mal beruhigen und dann ganz sachlich die Gegenargumente vorbringen. Oder: Gerne nur mitlesen.

Jede bestehende Wohnung in Hamburg gehört aber nun mal jemandem. Wenn die Mieter diese Wohnung kaufen wollen muss sie logischerweise auch jemand verkaufen wollen. Warum genau sollten die Besitzer dieser Wohnungen das tun, wenn sie es die letzten 30 Jahre auch nicht wollten?

Im Grunde ginge das nur, wenn man das vermieten von wohnungen deutlich unattraktiver machen würde als heute, so dass sehr viele Investoren die Lust verlieren.

Ich verstehe Deinen Ansatz als Immobilienbesitzer, dass Du so viel wie möglich an Fördergeld vom Staat einforderst, direkt und indirekt.

Bei den Kaufnebenkosten gehe ich sogar mit, denn das reduziert sicherlich die Flexibilität. Aber dafür sollten dann andere Steuern hoch. Ich z.B. bin der Ansicht, dass Wertzuwachs immer besteuert werden sollen, auch nach 10 Jahren und auch bei Eigennutzung und auch bei irendwelchen Firmenkonstrukten die das verhindern sollen. Dasslebe mit erbschaftssteuer. beim Vererben sollen die Wertsteigerungen angrechnet werden und die Freibeträge erheblich reduziert werden.

Auch das kann den Verkauf gerade in Ballungsräumen "anreizen".

Eigenkapital durch 1% subventionierte Kredite zu ersetzen halt ich für den extrem falschen Weg. wer nicht in der Lage ist, in 5-10 Jahren wenigstens 10% EK (KNK wollen wir ja deutlich reduzieren)  anzusparen, der ist idR auch stark gefährdet, dass der Kredit schon bei kleinen Problemen nicht bedient werden kann. Solchen Leuten one Sparfähigkeit sollte man keine potentiell ruinösen Kredite andienen, in den USA hat sich gut gezeigt, wohin das führt.

Wer Eigenheimbesitzer ist muss auch Rücklagen bilden können.

Am Rande: Ein Kredit mit 1% Zins und 1% Tilgung braucht 70 (siebzig!) Jahre um zurück gezahlt zu werden.

Den Staat sehe ich mehr in der Pflicht, sich direkt um den Sozialwohnungsbau zu kümmern. Der Staat ist in der Lage Krankenhäuser, Kläranlagen, Straßen, Brücken usw zu bauen, warum sollte er keine Wohnungen bauen können?

Die kann er dann funktional und nach Bedarf, aber ohne Luxus und preiswert bauen und ggf quersubventionieren. Wozu braucht es da eine dritte Partei, die möglichst hohe Redite einfahren will? Der deuzsche Staat kann sich nach wie vor zu moderaten Zinsen verschulden. wenn es viele sunventinierte Wohnungen gibt, entspannt sich auch der Mieetrmarkt, es gibt mehr Flexibilität, mehr Angebot, billigere Preise, zufriedenere Menschen, weniger Angst.

Was ich mir auch vorstellen kann ohne es genauer durchdacht zu haben wäre Grundstücke in mittlerweile "unbezahlbaren Regionen" nur zu verpachten statt zu verkaufen.

das wäre für 80% der Leute gut, die eben Mieter sind. Für die Selbstbewohner wäre es egal, aber für die 5%(?) der Menschen, die mit dem Vermieten maximale Rendite machen möchten wäre es halt schlecht. Die wünschen sich lieber, dass der Staat rieisge Summen rein buttert um die Mieten und Verkaufspreise immer weiter und weiter und weiter zu steigern...

Wir werden uns in München anschauen können, wie lange das gut gehen kann. Rund 100.000 Leute in München sind jetzt schon überschuldet und ich gehe mal davon aus, dass das in Zukunft noch weiter zunimmt, wenn die Mieten weiter stärker steigen als die Löhne.

 

MfG

Zitat von FredFinanzFuchs am 19. Mai 2023, 12:36 Uhr

.Wir sehen ja, wie es beim Heizungsmarkt aussieht: Material hat Lieferfristen, Handwerker fehlen. Die Stromtrassen fehlen, die Windkraftwerke... Aktuell fahren unsere E-Autos praktisch mit fossiler Energie.

Aktuell haben wir ca. 60-70% EE Strom im Netz, die Steinkohlekraftwerke sind derzeit nahezu aus, selbst die Braunkohle fährt halbwegs flexibel und keineswegs mehr "stupide Vollgas in der Grundlast".

Daher muss man sich in Diskussionen um den Austsieg aus der Kohleverstromung auch nicht verkämpfen. Das regelt der Markt schon jetzt ganz gut und in der Dunkelflaute sind wir dann froh, sie noch zu haben.

Bei der Heizung warte ich mal die Zukunft ab. Und der Wärmepumpe stehe ich sehr kritisch gegenüber. Gerade im Winter hat sie einen schlechten Wirkungsgrad. Und ich war gerade in Edingurgh und habe dort in der "Neustadt (1890)" neue Wärmepumpen gesehen - die reinsten Krachmacher trotz Schalldämmung.

Die Zukunft ist vermutlich, dass man auch Brennstoffe für Gebäude (und Fahrzeuge) in den EU-ETS für CO2 mit aufnimmt. da sind wir jetzt bei grob 100€/t CO2, sollten sich Knappheiten einstellen, geht der Preis halt exorbitant in die Höhe. Da wird man dann vemrutlich noch eine Dämpfungskomponenten einbauen, aber in so einem System haben es die allermeisten nach spätestens 3-4 Jahren Preisexplosion kapiert, dass Heizen mit Erdgas und Heizöl keine Zukunft mehr haben wird.

Ob das jetzt in 2 Jahren kommt oder in 5 Jahren wage ich nicht zu prognostizieren, aber es wird nicht mehr ewig dauern.

Ich bin der Meinung, dass der Atomausstieg ein großer Fehler ist. Mal sehen, was die anderen Länder machen werden, China ist da ja sehr aktiv. Ich denke, dass die Kernkraft und kleine Kraftwerke in Serie die Zukunft sind und für hunderte Jahre ist genügend Brennstoff da und der Atommüll kann verwertet werden und strahlt später nur 300 Jahre, das Gau-Problem steht auch vor der Lösung. Später dann mal die Kernfusion.

In China hat die Stromerzeugung aus Wind+Solar die Stromerzeugung aus Kernenergie längst überholt und der Vorsprung wird rapide immer größer. China ist da schon weiter als das alte Europa. Wind und Solar lassen sich halt vergleichsweise schnell und billig bauen und die Technologien sind auch einfach skalierbar. Eine Fabrik zur Produktion weitere Solarmodule ist ratzfatz errichtet. Um große Reaktordruckbehälter zu bauen gibt es noch nicht mal die hoch spezialiserten Schweißer mit sehr, sehr langer Berufsausbildung und -erfahrung.

Außer chiensischen und russischen statalichen Akteueren gibt es akteull so gut wie keine Aktivitäten beim tatsächlichen Baubeginn neuer Reaktoren. Die meisten anderen reden zwar viel und machen Pläne und Ankündigungen, tatsächlich gebaut wird aber nicht.

Das ist auch nachvollziehbar, da die Anlagen einfach irre teuer geworden sind und von Bau bis Inbetriebnahme heute eher 15 als 10 Jahre realistisch sind. Alleine was da jetzt wieder an Zinsen anfällt schreckt fast jeden Investor ab. (kein Wunder dass Frankreich so darauf gedrängt hat, dass man AKW über die EU massiv fördern kann) Sieht man ja gut an den Kernkraftstratgeie in UK. 6 große AKW waren geplant, gebaut wurden dann 3, abgebrochen 2. Es blieb Hinkley C und das hat jetzt in 15 Jahren Abermilliaren gekostet und noch nicht 1kWh erzeugt. dafür hat UK die Windkraft sehr massiv ausgebaut und ist mal eben so ohne großes Trara und Tamtam in 5 Jahren aus der Kohleverstromung mehr oder weniger ausgestiegen.

Die kleinen Reaktoren sind ebenfalls zu teuer. Was es im Ensatz gibt sind die militärischen Teile, gerade die Russen haben damit auch gerne mal massive Probleme, aber wenns im Meer versinkt bekommen das die wenigsten mit... 😉

Die Idee der industriellen Massenproduktion mit Kostensenkung braucht laut Expertenschätzung Stückzahlen im Bereich von ca. 10.000 Stück. Und jeder dieser Reaktoren braucht dann trotzdem ein Sicherheitskonzept mit Wachpersonal, Überwachung der radioaktiven Stoffe, usw...

Bei den großen kommt noch das Kühlproblem dazu. Die Franzosen kochen sich mit ihren AKW ja schon die Flüsse kaputt. Mal abwarten, wie es mit dem Wasser in den Flüssen dort diesen Sommer aussehen wird.

Ich bin, auch wenn es anders klingen mag,nicht grundsätzlich gegen AKW, aber in Deutschland bin ich sehr froh, dass wir die Dinger endlich abgeschalten haben. Ich sehe bei uns weitaus mehr Nach- als Vorteile. Wenn die Amis, Chines oder Russen welche bauen ist das okay für mich. Den allermeisten Nationen gehts eh nur um Prestige und um Bombenmaterial. Aus Wirtschaftlichkeitsgründen ist der Neubau - Stand heute - schlichtweg nicht sinnvoll. Nirgends auf der Welt.

Bzgl Fusion will man mit dem künftigen ITER erstmal ein vernüftiges Plasma hinbekommen. 20 Jahre später soll es dann DEMO geben, wo man die Stromproduktion "testet". Bis mindestens 2050 ist also auf diesem technologischen Pfad kein kommerzielles Kraftwerk geplant und bis dahin sollten wir hier bei uns eigentlich 95-100% unseres Strom aus EE erzeugen. was der Strom aus einem Fusionskraftwrek eines tages mal kosten würde ist derzeit nicht mal abschätzbar.

Dennoch begrüße ich die Forschung und würde die auch beschleunigen wollen, eines Tages wollen wir ja villeicht doch mal ins Weltall aufbrechen.

Insofern wird die E-Heizung eine Zukunft haben, eventuell mit sogar wieder Nachtspeicher. Ist ja auch CO2-arm. Wenn der Strom billiger wird, lohnt sich die Wärmepumpe nicht. Sie verbraucht Strom, muss installiert und gewartet und abgeschrieben werden.
Bei der nächsten Bundestagswahl wird wohl die CDU wieder rankommen - dann wird es wohl wieder etwas ruhiger.

Die CDU/CSU+SPD hat die Klimaschutzverpflichtungen gegenüber der EU in nationales Gesetz gegossen und Sektorenziele definiert. Werden diese verfehlt drohen sehr hohe Strafzahlungen, weil dann die Zertifkate über das ETS gekauft werden müssen. Wenn die knapp werden kann das nahezu beliebig teuer werden. Wir reden hier von evtl zweistelligen Milliardenbeträgen an Strafzahlungen.

Auch die CDU wird nicht mal eben so die EU Gesetzgebung kippen können und wollen.

Ich finde daher die Idee gut, die Immobilienbesitzer diese Zertifikate einfach direkt zahlen zu lassen. Wer CO2 in die Luft pustet zahlt eben was es kostet. Wenn alle weiter mit Gas und Öl heizen wird es dann eben ganz schnell  sehr teuer.

Das regelt dann vermutlich der Markt.

Für die Immobilientehmatik wäre ds natürlich ein Drama, wenn die Heizkosten dann dauerhaft extrem ansteigen würden. Habeck versucht das Problem zu lösen, gedankt wird es ihm derzeit nicht. 98% der Leute wissen ja nicht mal die Zusammenhänge und glauben, das wäre irgendeine "grüne Idee".

MfG

@cepha
1. Vermieter müssen verkaufen wollen, Preiszuwachs besteuern
Es gibt ständig Mehrfamilienhäuser, die an den Markt kommen. Und es gibt Umwandler, die daraus Eigentumswohnungen machen. So gibt es ständig ein Angebot.
Sollte man den Preiszuwachs (durch Inflation) besteuern, würde der Anreiz zum Verkauf vernichtet. Dann behält man lieber seine Immobilie und realisiert Liquiditätsbedarf durch Beleihung. Es ist ja auch kein "Wertzuwachs", der Wert ist gleich geblieben. Nur der Preis ist wegen Inflation gestiegen.
Für Eigennutzer wäre es eine Katastrophe und würde die Mobilität stark beeinträchtigen. Denn die Wohnung, die man bei einem Umzug kaufen will, ist ja auch in Laufe der letzten 10 Jahre teurer geworden - und auf den Preiszuwachs der zu verkaufenden Wohnung soll man nun Steuern zahlen? Das will nicht einmal die SPD.

Man sollte zusätzlich die Vermieter motivieren, einzelne Wohnungen zu verkaufen - falls sie Liquiditätsbedarf haben. Dafür muss man ihnen die aktuelle Rechtslage deutlich machen: Nach mehr als 10 Jahren im Bestand darf man aufteilen und einzelne Wohnungen verkaufen. Man beginnt damit keinen gewerblichen Handel, muss keine Steuern zahlen. Die Aufteilung ist ein reiner Verwaltungsakt, um statt des Paketes an Wohnungen einzelne verkaufen oder verschenken oder vererben zu können. (Wer zwingt analog einen Aktienbesitzer, immer alle Aktien zu verkaufen?)

2. Eigenkapital
Ich habe nur das aktuelle Modell aufgezeigt: Als Bauherr von Sozialwohnungen bekommt man die das Eigenkapital ersetzenden Darlehen. Die Förderbank sieht ausreichend Sicherheit durch die sicheren Mieteinnahmen und die staatlichen Zuschüsse.
Analog soll bei einem Wohnungserwerb die Förderbank prüfen, ob die Belastung tragbar ist. Das setzt natürlich ein ausreichendes Einkommen voraus - aber es berücksichtigt auch die günstigen Mittel der Förderbank und die Zuschüsse des Staates (Wohngeld, Lastenzuschuss). Die sollen ja auch in Krisenlagen fließen und ggf. mehr - so wie auch Mietern geholfen wird, ihre Wohnung zu behalten.

3. Der Staat soll Sozialwohnungen bauen
Aktuell wird ein Bauherr von Sozialwohnungen nur gefördert, wenn die kalkulierten Preise marktgerecht sind. Der Staat würde mit Sicherheit nicht billiger bauen. Es gäbe also keine Ersparnis. Der Unterschied wäre nur, dass der Vermögenszuwachs durch Tilgung nun beim staat liegt und nicht beim Vermieter.
Da empfehle ich, dass besser gleich die Bewohner als Eigentümer gefördert werden. So könnte ein Schuh draus werden. Ein vom Staat beauftragtes Unternehmen organisiert den Neubau und die Nutzer werden als neue Eigentümer gefördert.

4. Viele subventionierte Wohnungen entspannen den Markt
Wir sehen es z. B. in Wien, dass viele subventionierte Wohnungen zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft führen. Dort 50% der Mieter zu Billigmieten, dort die andere Hälfte zu Marktmieten. Und das ohne Ansehen der Bedürftigkeit! Das ist ungerecht. Da ist die gezielte Förderung mit Wohngeld gerechter und kostengünstiger.
Aber insgesamt sollte das Ziel ein entspannter Markt sein. Ich habe ja oben Empfehlungen zitiert, wie man den Mietmarkt in Bewegung bringen könnte - besonders, indem den Altmietern ihr Recht auf Billigmiete genommen wird und Umzüge in kleinere Wohnungen wirtschaftlich werden - Solisteuer vom Vermieter auf die Mehreinnahmen.

5. Grundstücke nur verpachten
Wir haben 700.000 genehmigte Wohnungen, die aktuell nicht gebaut werden. Eine Eigentümerförderung würde den Absatz verbessern und den Wohnungsmarkt entspannen. Zusätzlich sollte moderat neues Bauland ausgewiesen werden, damit auch dort ein Angebotsüberschuss bewirkt wird. Denn die Knappheit von Bauland ist auch ein Grund für die hohen Grundstückspreise. Der Bürger will die Verantwortung als Eigentümer nur übernehmen, wenn ihm alles gehört. Erbpachtgrundstücke sind extrem unbeliebt. Zum einen muss man ewig eine Pacht bezahlen, einen Zins, zum anderen endet dann irgendwann der Pachtvertrag und man muss ggf. irre Preise für das Grundstück bezahlen.

Bezüglich der Energiewende hast Du eine andere Meinung. Ich kann das alles so stehen lassen und bedanke mich für den sachlichen Stil. Mal sehen, wie sich alles entwickelt. Aktuell hat D sehr hohe Strompreise und energieintensive Betriebe wandern ab. Die meisten Bürger sind unzufrieden mit den hohen Energiekosten. Aber ich sehe es so: Wenn bei uns die Versorgung aus eigener Produktion nicht klappt, werden wir den Strom importieren - machen wir bei fossiler Energie ja auch.

Zitat von Cepha am 19. Mai 2023, 22:34 Uhr

Aktuell haben wir ca. 60-70% EE Strom im Netz, die Steinkohlekraftwerke sind derzeit nahezu aus, selbst die Braunkohle fährt halbwegs flexibel und keineswegs mehr "stupide Vollgas in der Grundlast".

 

Die Zahl hört sich gut an. Das Probleme ist jedoch, dass die gesamte Primärenergie durch Erneuerbare ersetzt werden soll. Und da liegen wir derzeit nur bei etwas über 17% laut Umweltbundesamt. Davon ist ein Großteil Biomasse. Windenergie ist daran nur mit 3,3% beteiligt (Endenergie 4,7%). "Experten" meinen nun, dass neue Windräder effektiver wären und wir keine Verzehnfachung der Windräder benötigen. Heute brachte Die Zeit die gute Nachricht, dass die Niederlande seine Windräder stoppt wegen der Zugvögel. Bei einer Vervielfachung der Windräder wird später wohl ein Großteil der Vögel erreicht werden...

Ich hoffe da doch eher auf eine technische Fortentwicklung der Kernenergie. Da wird von anderer Seite viel geforscht und ich sehe da größeres Potential als bei der Konstruktion von Windrädern. Deshalb warte ich ab, wie alles sich weiter entwickelt.
Und was die EU betrifft: Wir sind der größte Einzahler. Und wenn unsere Autonomie bei einer neuen Regierung zu stark beeinträchtig wird, gibt es auch die britische Lösung. Und vielleicht ändert sich die Regierung in den USA und der Ukraine-Krieg wird beendet und ein neue Ära der Entspannung  startet. Nordstream wird repariert. Da kann sich in wenigen Jahren hier sehr viel ändern - und alle Gesetze halten nur bis zur nächsten Regierung.

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Die Mietpreisbremse fördert speziell die Einkommensstarken, da genau diese bei vielen Bewerbern um eine günstige Wohnung den Zuschlag bekommen. Dass nicht die Marktmiete genommen werden darf, führt z. B. zu einer Mindereinnahme beim Vermieter von 200€. Er würde darauf z.B. 40% Steuern zahlen - so fördert der Steurzahler den Gutverdiener mit monatlich 80€ dank Mietpreisbremse.

Zusätzlich wird der Vermieter gezwungen, auf monatlich 120€ zu verzichten zugunsten eines Besserverdieners.

Die ca. 4 Mio. Vermieter zu belasten, um 40 Mio. Bürgern in Mietwohnungen zu helfen, das hört sich gut an. Aber nicht alle Vermieter sind reich. Viele haben finanziert, es ist ihre Altersversorgung, sie haben nur eine oder wenige Wohnungen. Warum sollen sie mit Preisdeckeln - das ist die Bremse praktisch- allen Mietern helfen, auch wenn sie nicht bedürftig sind?

Wenn man jemanden fördern will oder ihm Kosten ersparen will, dann muss das zu Lasten der gesamten Solidargemeinschaft gestaltet werden und nicht zu Lasten einer Gruppe angeblich Reicher. Das Prinzip der Verhältnismäßigkeit ist verletzt. Aber von uns befragte Juristen haben von einer Klage vorm Verfassungsgericht abgeraten. Teuer und wird nichts bringen - denn es wird von denselben Parteien besetzt - die gerade diese Mietendeckelgesetze beschlossen haben.

Hier zeigt sich auch, dass wir in einer Neidgesellschaft leben. Anstatt Leistung zu bewundern und nachzuahmen wird versucht, den Erfolg zu unterbinden und Leistung zu bestrafen. Dass aktuell kaum neue Wohnungen gebaut werden, das ist der Kollateralschaden.

Es besteht noch immer die falsche Vorstellung, dass Reiche nur reich werden, weil sie anderen etwas wegnehmen. Richtig ist jedoch, dass sie aktiv sind und Dinge bewegen, von denen alle profitieren. Zitelmann hat das aktuell im Focus zutreffend thematisiert.

Zitat von FredFinanzFuchs am 20. Mai 2023, 16:02 Uhr

Die Zahl hört sich gut an. Das Probleme ist jedoch, dass die gesamte Primärenergie durch Erneuerbare ersetzt werden soll. Und da liegen wir derzeit nur bei etwas über 17% laut Umweltbundesamt. Davon ist ein Großteil Biomasse.

Deshalb die schnelle Elektrifizierung der Sektoren Verkehr und Gebäude (Raumwärme). Durch e-Motoren und Wärmepumpen gewinnt man "nebenbei" bezogen auf den eingestezten Energieträger auch noch um ca. Faktor 3 in der Effizienz.

Beim Ersatz von themrischen Kraftwerken durch Solar- und Widnstrom ersetzt man ebenfalls ca. 1,5-3kWh Primärenergie Kernenergie, Kohle, Gas,... durch 1kWh Primärenergie Solar- und Windenergie.

Die Zahlen für Primärenergie schauen daher deutlich schlechter aus als sie tatsächlich sind.

Umgekehrt wäre es hingegen bei synthetischen Brennstoffen, hier hat man deutlich höhere Verluste als bisher und damit auch einen deutlich höheren Primärenergieaufand.

Aber ja, es ist die nächsten Jahre noch sehr viel zu tun, insbeodneer die Solar- und Windstromerzeugung muss massiv ausgebaut werden und Gebäude brauchen eben Wärmepumpen statt Gas- und Ölheizungen.

Zitat von FredFinanzFuchs am 3. Juni 2023, 9:20 Uhr

Die ca. 4 Mio. Vermieter zu belasten, um 40 Mio. Bürgern in Mietwohnungen zu helfen, das hört sich gut an. Aber nicht alle Vermieter sind reich. Viele haben finanziert, es ist ihre Altersversorgung, sie haben nur eine oder wenige Wohnungen. Warum sollen sie mit Preisdeckeln - das ist die Bremse praktisch- allen Mietern helfen, auch wenn sie nicht bedürftig sind?

Ich sehe es anders herum. Seit Jahrzehnten fließen Abermilliarden an Fördergeld vom Steuerzahler zu den Immobilienbesitzern. Dazu kommt noch die steuerliche Besserstellung von Eigenheimen in Deutschland sowie der Verzicht auf die Besteuerung von Wertsteigerungen nach einer Haltedauer. Ingesamt sehe ich in Deutschland Abermilliarden Euro vom Durchschnittsbürger zu den überdurchschnittlich wohlhabenden Immobilienbesitzern und erst recht noch wohlhabenderen Immobilienvermietern fließen.

Das Narrativ mag sein, dass halt irgendwer die Wohnungen bauen muss, denn wohnen wollen ja alle, aber mir wäre weitaus lieber, wenn der Staat diese "fehlenden" Wohnungen *) bauen würde. Genauso wie ich froh bin, dass bei uns der Staat (überwiegend) die Straßen baut und die Krankenhäuser.

MfG

*) es ist noch keine 15 Jahre her, da hat es derselbe Staat ebenfalls mit Steuergeld bezahlt, hier in meiner Stadt massenhaft billige Wohnungen abzureissen, um dem Leerstand zu verringern.

Zitat von FredFinanzFuchs am 20. Mai 2023, 16:02 Uhr

Ich hoffe da doch eher auf eine technische Fortentwicklung der Kernenergie. Da wird von anderer Seite viel geforscht und ich sehe da größeres Potential als bei der Konstruktion von Windrädern. Deshalb warte ich ab, wie alles sich weiter entwickelt.

Kernneergie hat kein relevantes Potenzial. Schon seit vielen Jahren nicht mehr. Die heute  tatsächlich verfügbare  technologie ist nicht ausreichend skalierbar und viel zu teuer. wir erleben viel Gerade, wenig reale Aktion. Die wenigsten börsnenotierten Unternehmen sind heute so wahsninnig, noch in neue Kernkraftwerke zu investieren. Im wesentlichen sind das russische, chinesische und südkoreanische Staatskonzerne. Es hat schon seine Gründe, warum Frankreich so sehr darauf drängt, dass künftig die EU Kernkraftwerke fördern soll, denn der Strom aus jetzt neu geplanten Kernkraftwerken wird das 4-5-fache im Vergleich zu Strom aus neuen Windkraftanlagen kosten. Diese Schätzung ist optimistisch und gilt für hohe Auslastung.

neue Kernkraftwreke will man global vor allem, wenn man auch Atombomben haben will. Da spielen Kosten dann ja keine so große Rolle mehr.

Was die künftige Skalierung betriftt so ist die Sache auch weltweit doch sonnenklar, siehe Anhang.

In ein paar Wochen kann ich die Grafik dann für 2022 aktualisieren, denn bei Sonne und Wind sind wir gerade mitten in der Exponentialfunktion. In 2023 wird man global 1 Gigawatt PV-Leistung jeden TAG neu dazu bauen.

Bei Kernkraft passiert außer Reden hingegen fast garnix. Die letzten 1 1/2 Jahre wurden weltweit genau 4 Bauvorhaben tatsächlich begonnen.

Man nehme die große Kernenergieoffensive aus UK von vor 15 Jahren. Von den 6 Megaprojekten ist genau eins übrig geblieben (Hinkley C) und das bricht den Unternehmen fast das Genick. Die produzierte Strommenge bisher nach 15 Jahren: Null. Nada.

Und das war noch zu überwiegend Niedrigzinszeiten. Heute machen alleine die Zinsen über 15 Jahre Bauzeit jede Kalkulation für solche neuen KKW in Europa zunichte. Da das eine Hochrisikotechologie für Investoren ist (viele Bauvorhaben führen nämlich niemals zu einem fertigen Kraftwerk, in UK wurden z.B. zwei Projekte nach Milliardeninvestitionen abgebrochen) sind die Zinsen auch entsprechend sehr hoch.

Und was willst Du dann in 15 Jahren dann mit dem Ding machen? Es gibt schon heute in D keinen Bedarf für Grundlastkraftwreke mehr. (von bestimmten Netzdienstleistungen mal abgesehen). Wenn wir in 10 Jahren 200GW PV bei uns haben müsste man die AKW quasi jeden Tag hoch und runter fahren.

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Das Narrativ mag sein, dass halt irgendwer die Wohnungen bauen muss, denn wohnen wollen ja alle, aber mir wäre weitaus lieber, wenn der Staat diese "fehlenden" Wohnungen *) bauen würde. Genauso wie ich froh bin, dass bei uns der Staat (überwiegend) die Straßen baut und die Krankenhäuser.

Kriegt der Staat doch gar nicht auf die Reihe und wenn doch, dann kostet es drei Mal mehr als wenn Privatpersonen bauen, das können die nicht effizient leisten. Zudem will das beim Staat auch keiner. Das Vermietungsrisiko überlassen sie lieber der freien Wirtschaft. Die Mehrkosten zahlen letztlich auch wieder die Steuerzahler.

Aber ich bin ja auch bald einer dieser reichen Vermieter. Wenn mein Mehrfamilienhaus fertig ist, stehe ich aber auch mit 2 Millionen Euro in der Kreide und muss zusehen, wie ich das bei allen Risiken innerhalb von 30 Jahren irgendwie wieder erwirtschaften kann. Viel Mut und Fleiß bei hohem Risiko und krasser Verschuldung dürfen letztlich auch belohnt werden, meinst du nicht? Oft genug gehts dennoch schief.

Der Privatmann baut, solange es sich rechnet. Ohne Zuschüsse und gleichzeitiger Einführung von Mietbremsen etc. tut eben keiner mehr was der klar denken kann. Von Supermarktketten erwartet auch niemand dass sie ihre Produkte günstiger verkaufen als einkaufen denn sonst sind sie pleite und machen dicht, dann muss mam in die nächste Stadt fahren und alle schimpfen. Bei Immobilien ist es doch nicht anders. Alle wollen tollen Neubauwohnraum, nur bezahlen mag ihn keiner und der Staat kriegts selbst nicht auf die Reihe. So ist es also wie immer im Leben: wenn man selbst nichts kann, dann muss man dafür bezahlen dass andere es für einen erledigen 🤷

@cepha Zur Atomkraft: "Weltweit sind derzeit laut der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) 422 Reaktoren in Betrieb, die zusammen zehn Prozent des weltweit produzierten Stroms liefern. 57 neue Meiler befinden sich in Bau und etwa 100 sind geplant – hauptsächlich in China, Russland und Indien."
Also passiert da viel. Wenn es bei uns mit den Erneuerbaren nicht klappt, werden wir wohl importieren, machen wir bei fossiler Energie ja auch, notfalls aus China.

Und Neues zur Kernfusion: "TAE ist mit 250 Mitarbeitern eines der größten auf Kernfusion spezialisierten privaten Unternehmen. Zu den Investoren der 1998 gegründeten Firma gehören neben dem 2018 verstorbenen Microsoft-Mitgründer Paul Allen auch der Ölriese Chevron, die Google-Mutter Alphabet, Staatsfonds und große Wagniskapitalgeber." Man hofft, in neun Jahren starten zu können. Dann werden die Vögel schreddernden Windkraftwerke Sondermüll.

Zitat von Cepha am 3. Juni 2023, 11:10 Uhr

 

Ich sehe es anders herum. Seit Jahrzehnten fließen Abermilliarden an Fördergeld vom Steuerzahler zu den Immobilienbesitzern. Dazu kommt noch die steuerliche Besserstellung von Eigenheimen in Deutschland sowie der Verzicht auf die Besteuerung von Wertsteigerungen nach einer Haltedauer. Ingesamt sehe ich in Deutschland Abermilliarden Euro vom Durchschnittsbürger zu den überdurchschnittlich wohlhabenden Immobilienbesitzern und erst recht noch wohlhabenderen Immobilienvermietern fließen.

Das Narrativ mag sein, dass halt irgendwer die Wohnungen bauen muss, denn wohnen wollen ja alle, aber mir wäre weitaus lieber, wenn der Staat diese "fehlenden" Wohnungen *) bauen würde. Genauso wie ich froh bin, dass bei uns der Staat (überwiegend) die Straßen baut und die Krankenhäuser.

MfG

*) es ist noch keine 15 Jahre her, da hat es derselbe Staat ebenfalls mit Steuergeld bezahlt, hier in meiner Stadt massenhaft billige Wohnungen abzureissen, um dem Leerstand zu verringern.

Eventuelle andere Fehler oder Fehlsubventionen gleichen die falsch konstruierte Mietpreisbremse nicht aus. Sie sind keine Entschuldigung, dass die Bremse falsch konstruiert ist. Und dass die Vermieter hier belastet werden ist kein Ausgleich führ ihre Förderung an anderer Stelle.

Die Fördergelder fließen, damit Bauen und Vermieten überhaupt wirtschaftlich sind. So werden jetzt Vermieter von Sozialwohnungen mit über 10€/qm monatlich staatlich gefördert. Besser wäre es da, stattdessen die Eigentumsbildung bei den Bewohnern zu fördern. Steht eigentlich so im Koalitionsvertrag, wird aber nicht angepackt.

@cepha will doch gar kein Eigentum, weil er wie anderswo vorgerechnet günstiger mietet.
Den Spread zahlt dann wohl sein Vermieter oder der Steuerzahler über die „Anreize“.

Gut für Cepha!

Schön, von dir zu lesen, @muslime_frugi! 🙂

Zitat von Noordlicht am 3. Juni 2023, 11:36 Uhr

Das Narrativ mag sein, dass halt irgendwer die Wohnungen bauen muss, denn wohnen wollen ja alle, aber mir wäre weitaus lieber, wenn der Staat diese "fehlenden" Wohnungen *) bauen würde. Genauso wie ich froh bin, dass bei uns der Staat (überwiegend) die Straßen baut und die Krankenhäuser.

Kriegt der Staat doch gar nicht auf die Reihe und wenn doch, dann kostet es drei Mal mehr als wenn Privatpersonen bauen, das können die nicht effizient leisten. Zudem will das beim Staat auch keiner. Das Vermietungsrisiko überlassen sie lieber der freien Wirtschaft. Die Mehrkosten zahlen letztlich auch wieder die Steuerzahler.

Nun, diese These liest man ja öfter. Der Staat ist zu bldö, zu träge, zu ineffektiv. Verkaufen wir doch die Straßen, die Wasserleitungen, Gefängnisse und Krankenhäuser an private Investoren, denn die können das alles im Wettbewerb des Marktes doch so viel besser und effektiver.

Sonderlich oft ging das bisher noch nicht gut, manchmal sogar katastrophal schlecht, Ausnahme bei uns z.B. Telekommunikation.

Umgekehrt gibt es Beispiele für Wohnungsbau in staatlicher Hand, z.B. Wien:

Wien: 5 Euro pro Quadratmeter - warum Wiener Mieten so niedrig sind | STERN.de

Das sollt man auch in Deutschland nachmachen, auch wenn das natürlich nicht von heute auf morgen geht.

Private Investoren geht logischerweise das Gemeinwohl immer sonstwo vorbei, die optimieren idR nur die eigene Rendite.

Zitat von FredFinanzFuchs am 3. Juni 2023, 12:04 Uhr

Die Fördergelder fließen, damit Bauen und Vermieten überhaupt wirtschaftlich sind. So werden jetzt Vermieter von Sozialwohnungen mit über 10€/qm monatlich staatlich gefördert. Besser wäre es da, stattdessen die Eigentumsbildung bei den Bewohnern zu fördern. Steht eigentlich so im Koalitionsvertrag, wird aber nicht angepackt.

Ich halte das auch für falsch, denn wieder dient Steuergeld einzig und alleine dazu, die Renditen der Vermieter noch weiter zu erhöhen.

Der Staat sollte meiner Meinung nach deshalb die Wohnungen besser selber bauen.

Aber nun zu Deinem Vorschlag: Wie sollen Leute in Sozialwohnungen mit - als Beispiel- 1500€ netto im Monat (ca. Mindestlohn bei SK1 und 40h/Woche, ob man damit überhaupt schon einen wohnberechtigungsschein bekommt weiß ich nicht: Sozialwohnung: Wer hat Anspruch darauf? | DAHAG) , 50 Jahre alt und exakt 0 Euro Vermögen sich eine 60m² Wohnung für 300.000 Euro kaufen?

Würde mich schon sehr interessieren, wie Du Dir die Mathematik dahinter vorstellst, so dass das funktionieren soll.

Zitat von Muslime_Frugi am 3. Juni 2023, 16:02 Uhr

@cepha will doch gar kein Eigentum, weil er wie anderswo vorgerechnet günstiger mietet.
Den Spread zahlt dann wohl sein Vermieter oder der Steuerzahler über die „Anreize“.

Gut für Cepha!

Ich habe keine Ahnung, wann das Haus gebaut wurde, in dem ich lebe. Vielleicht vor 100 Jahren? Saniert wurde es vermutlich mal in den 90ern oder Anfang er 2000er, wie soviele Gebäude in der ehemaligen DDR.

Vermieter ist jetzt die Vonovia (davor deutsche Wohnen), die hat das vor wenigen Jahren erst erworben, ich nehme mal an, die sind professionell genug, sich schon ausgerechnet zu haben, dass die dabei nicht drauf zahlen und wenn, wäre es unternehmerisches Risiko.

Die Bewertung für solche Häuser muss einfach wieder fallen, die Bewertungen der letzten Jahre sind dank Minizinsen halt unnatürlich hoch aufgeblasen worden und aus der Blase ist die Luft immer noch nicht raus.

@cepha Wer nur 1.500€ netto hat, der hat Anspruch auf eine Sozialwohnung. Und die sollte gleich ihm gehören, er sollte mit 10€/qm monatlich gefördert werden und nicht ein Vermieter. Der Mieter zahlt dann noch 7€/qm netto, das ist für ihn machbar.

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