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Derzeitige Kurseinbrüche

Zitat von MFZ73 am 7. März 2020, 22:01 Uhr
Zitat von Christine am 7. März 2020, 13:21 Uhr

[...] ich gehe bei den Ansparern hier im Forum davon aus, dass sie hohe persönliche Steuersätze haben und deshalb den maximalen Pausch-Steuerbetrag zahlen müssen [...]

Genau davon gehe ich in diesem Forum nicht aus:

https://www.google.com/search?q=Spitzensteuersatz+2020&rlz=1C1RNVG_enDE535DE540&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=2ahUKEwi85aaVnonoAhUGyaYKHdGyAk4Q_AUoAnoECA8QBA&biw=1920&bih=937#imgrc=pC1908CyFBAMXM

Wie man sieht, ist der durchschnittliche Steuersatz von +25% erst weit oberhalb von 60T€ Bruttojahreseinkommen erreicht, abhängig natürlich immer von der familiären Situation. Ich mag falsch liegen, aber ich glaube, dass hier im Forum nur eine Minderheit deutlich über 60T€ im Jahr verdient. Was aber im Umkehrschluss bedeuten würde, dass überdurchschnittlich viele Foristen von der realen Besteuerung unterhalb von 25% profitieren würden.

und ob es b) ein Programm gibt, das mir sowas, auf mein Depot "aufgesetzt", eine solche Berechnung machen würde, die auf meine persönliche Situation abgestimmt ist. Der eine hat Aktienverluste, die er gegenrechnen kann, der andere hat womöglich noch aus früheren Zeiten steuerfreie Altbestände usw.

Läuft am Ende des Tages auf eine Günstigerprüfung hinaus. Das Problem ist, dass ein solches Programm vom Finanzamt anerkannt werden müsste, ansonsten wäre es auch wieder nur eine (zugegeben hilfreiche) Unterstützung, aber nicht rechtsverbindlich. Das hieße aber auch, dass das Programm sämtliche Käufe und Verkäufe zumindest halbautomatisiert erfassen können müsste. Alternative wäre ein Steuerberater oder das System des Widerspruchs gegen den Steuerbescheid mit pauschaler Besteuerung.

Da die Gewinne zum Einkommen gerechnet werden, kommt man da aber Recht schnell hin.

"Liegt dein persönlicher Steuersatz für dein Einkommen unter 25 Prozent, kannst du eine Günstigerprüfung beantragen. Dabei werden deine Kapitalerträge zu deinem Gehalt addiert und nach dem daraus resultierenden Einkommensteuertarif besteuert"

Das geht alles an meinem ursprünglichen Gedanken vorbei und gehört wohl auch nicht in den Thread. Daher schlage ich vor, wir kehren zum Fadenthema wieder zurück.

Die kommende Woche wird interessant werden. Die Volatilität ist hoch wie selten, schön am VDax zu sehen. Mir ist's egal wohin die Reise geht. Ich werde mich drehen wie ein Fähnchen im Wind. Jedoch immer mit engen Stopkursen. In den vergangen Wochen hat das gut funktioniert. War sicher auch eine Portion Glück dabei. Stopkurse  halte ich gerade jetzt für sehr wichtg. Niemals ohne!

Bei Buy and Hold bin ich erst wieder dabei wenn die Volatilität im Keller ist.

Meine Güte es ist doch wirklich nocht nicht viel passiert. Wir sind auf dem Niveau von vor einem Jahr. Ein Crash sieht anders aus.

Ich bleibe in meinem Aktien investiert und werde mit kleinen Beträge Aktien kaufen.

Im Gesamten betrifft mich der Kursrückgang wenig, da ich in der Hauptsache in Immobilien investiert bin. Grundsätzlich werde ich wenn die Kursrückgange sich dieses Jahr noch fortsetzen Aktien auch im größeren Maße nachkaufen.

Zitat von Lex am 8. März 2020, 14:52 Uhr

Im Gesamten betrifft mich der Kursrückgang wenig, da ich in der Hauptsache in Immobilien investiert bin.

Wenn man den aktuellen täglichen Marktwert einer Immobilie so gut wie bei Aktien ermitteln könnte, würde man wahrscheinlich einen vergleichbaren Verlust sehn*. Kann man aber für konkrete Objekte nicht, und ebenso wenig kann man auf Kursstürze mit Stops noch günstigem Nachkauf reagieren. Für die Markettimer hier wäre das vielleicht ein Nogo, für konsequentes Buy&Hold ein praktischer Schutz vor Panikaktionen und unruhigem Schlaf.

* bei REIT ETFs auch gut sichtbar, z.B.: https://www.justetf.com/de/etf-profile.html?isin=IE00B8GF1M35&tab=chart

 

 

Zur Absicherung meines Depots halte ich immer eine kleine Short-Position.
Diese habe ich in letzter Woche weiter ausgebaut da ich denke dass die Talfahrt bei DAX, Dow... noch nicht ganz beendet ist.

Auch wenn mich die Absicherung einiges an Rendite kostet, halte ich Moneymanagement für sehr wichtig. Ich kann mich noch
gut an den "Neuen Markt" oder die Finanzkrise 2008 erinnern. Da hatte ich öfter mal schlaflose Nächte...

Momentan wäre ein Put auf Rohöl wohl auch nicht verkehrt.
Da die Saudis eine höhere Ölproduktion angekündigt haben und die momentane Ölnachfrage stark fällt, soll es ein "Blutbad" geben.

Was man an den US-Futures schon sieht...

Zitat von TheWanderer am 8. März 2020, 16:07 Uhr
Zitat von Lex am 8. März 2020, 14:52 Uhr

Im Gesamten betrifft mich der Kursrückgang wenig, da ich in der Hauptsache in Immobilien investiert bin.

Wenn man den aktuellen täglichen Marktwert einer Immobilie so gut wie bei Aktien ermitteln könnte, würde man wahrscheinlich einen vergleichbaren Verlust sehn*.

Gäbe es zb aktuelle Notierungen von Immobilien in Norditalien, so würde ich mal davon ausgehen, dass die Preise 30 - 40% im Minus notieren würden.

Zitat von Privatier am 9. März 2020, 9:49 Uhr

Gäbe es zb aktuelle Notierungen von Immobilien in Norditalien, so würde ich mal davon ausgehen, dass die Preise 30 - 40% im Minus notieren würden.

In D gibt es das (Kaufpreissammlung), in I vermutlich auch. Vereinzelt wird man auch Immobilien günstig kaufen können, aber 30-40% generell? Das käme einer Pleite von ganz Norditalien gleich.

@ Privatier und gordon

Ich verfolge die Immobilenpreisentwicklung über die gängigen Immoplattformen in den Gebieten wo ich mit Wohungen investiert bin und ich muss sagen da steigen die Preise bei den aktuellen Angeboten eher weiter. Doch selbst wenn die Preise kurzfristig sinken würden, meine Mieteinnahmen tun dies sicher nicht.  Klar reagiert der Immobilienmarkt träger und ich kann keine täglichen Stand abrufen. Ein Nachteil ist dies aktuell sicher nicht.

 

 

 

 

Klar sind die Mieteinnahmen aktuell stabil. Das ist aber zum Teil bei Aktien nicht anders. Die Deutsche Post hat heute ganz gute Zahlen gemeldet, die Dividende wurde von 1,15 auf 1,25 (also fast 9%) erhöht und trotzdem ist der Kurs massiv runtergerauscht. Oder was glaubst du, wie sich der Preis einer Gastronomie-Immobilie in Venedig im letzten halben Jahr nach Hochwasser und Virus entwickelt hätte?

Meine Lage derzeit sind 20% Verlust über  alle Positionen in meinem Depot.

Ich bin psychologisch sehr dankbar das mehr von meinem Geld in meiner Wohnung steckt, sonst würde ich sicherlich nervös werden. Zu dem Thema habe ich seit längerem  eine habe eine Frage zum Blick in die Vergangenheit:

Wenn wir den Dow Jones nach 1927 betrachten brauchte es 25 Jahre bis er wieder den Stand erreicht hatte. Verstehe ich das falsch?

Wenn sich so eine Situation wiederholt, wie kann man damit seine finanzielle Unabhängigkeit planen?

Zitat von Cricetus am 10. März 2020, 9:50 Uhr

Die Situationen lassen sich nicht so pauschal vergleichen. Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 hatten wir auch noch den 2. Weltkrieg, der schwer auf den Kursen gelastet hat.

Außerdem ist es ein Worst-Case-Szenario, dass einer zu Höchstkursen einsteigt und dann abwartet. Normalerweise investieren die Meisten kontinuierlich in monatlichen oder jährlichen Tranchen oder Sparraten. Somit ergibt sich dann ein niedrigerer Mittelwert, da man ja auch zu niedrigeren Kursen kauft und dann auch mehr Anteile, sofern man immer den Gleichen Geldbetrag investiert.

Ich habe jetzt nicht auf die Indexwerte 1927 und 1952 gesehen, aber wahrscheinlich betrifft das nur den Dow Jones Index Stand. Wenn du die Dividenden zwischendurch immer fleißig reinvestiert hättest, hättest du 25 Jahre später einen ganz andere Stand gehabt.

Mit Unsicherheiten muß man immer umgehen, deshalb soll man ja auch streuen. Da hilft dir im Extremfall auch deine Wohnung nicht. Die hätte dir 1944, nachdem eine Bombe auf dein Haus gefallen wäre, auch nicht geholfen. Die hilft dir auch nicht, wenn du zB aus politischen Gründen dein Land verlassen musst etc pp.

@privatier

Was würde mir jetzt helfen?

Die Wohnung ist für mich finanzielles Valium, macht die Lage für mich nicht besser, aber lässt mich besser schlafen.

@fritz

Der Dow Jones ist doch ein Performenzindex, damit sind die Dividenden schon "eingepreist"?

Und wenn ich auch regelmäßig kaufe, der Buchwert den ich jetzt stehen habe wird um diesen Wert reduziert. Wenn ich 2020 aussteigen will, wird es keine großen Nachkäufe mehr geben.

 

Beides falsch:

Der Dow Jones ist ein Kursindex.

Es gibt genug Berechnungen, was für eine erstklassige Performance man unter Berücksichtigung der Dividenden-Nachkäufe erreicht hätte.

Ich will dir deine Wohnung nicht ausreden. Der gedankliche Vorteil entsteht aber zumeist durch mangelndes Know-How und Vorstellungskraft der handelnden Protagonisten...

Zur Frage, was würde mir jetzt helfen:

Wohnung weiter tilgen und regelmässig in Aktien /ETFs investieren

Wieder etwas gelernt: Es gibt den DJITR (Dow Jones Industrial Average Total Return Index, Performance Index)  und den DJIA (Dow Jones Industrial Average, Kursindex). Letzterer ist tatsächlich der Chart den ich gesehen habe, damit lag ich in der Einschätzung falsch. Vermutlich wird fast immer über den zweiten gesprochen wenn vom "Dow Jones" die Sprache ist.

Zum Thema Berechnungen bezüglich Reinvestment der Dividenden: Gibt es dazu zufällig etwas online?

 

 

Das weiss ich nicht, aber ich habe es in diversen Büchern gelesen. Es ist ja auch plausibel und du kannst es, wenn du dich mal einen Nachmittag hinsetzt, mit Excel durchexerzieren. Simulieren mal einfach einen deutlichen Kursverlust über mehrere Jahre, nimm einfach an, dass sich die Dividenden im Schnitt 50% reduzieren und du immer wieder reinvestierst. Dann wirst du sehen, was sich über die Jahre durch die deutlichen Kursrückgänge für ein Performance-Turbo ergibt.

Was sagt der Großmeister:

https://www.marketwatch.com/story/warren-buffett-on-the-one-two-punch-market-panic-it-took-me-89-years-to-experience-something-like-this-2020-03-11?mod=mw_quote_news

Und was sagt Goldman Sachs:

https://www.cnbc.com/2020/03/11/goldman-sachs-the-bull-market-will-end-with-stocks-down-another-15percent.html

@ Privatier:

Was ist Deine Strategie?

Ich habe mein Handeln weitestgehend offen gelegt und immer gerne Deine darauf folgenden kritischen Worte gelesen. Das ist ja der Sinn eines Forums. Willst Du es mir nicht gleich tun?

Ich oute mich mal konkret für heute, gleichwohl wir noch nicht in einer Baisse sind (S+P 500 minus 20 % per Schlusskurs) und ich  mir vorgenommen hatte erst bei diesem Punkt einzusteigen:

Praktisch alle Titel bei denen ich im Minus bin heute nachgekauft und Einstandskurse verbilligt, alles übrigens Europäer: Fresenius, BASF, Reckitt, Hexagon (AS), Novozymes, AB InBev.

Bei den US Aktien bin ich praktisch überall im Plus, dennoch werde ich da in der nächsten Runde wenn der US Markt noch etwas nachgibt meine Einstiegskurse nach oben treiben. Alle die jetzt ggf. lachen, denen sei gesagt: In 10 Jahren lache ich! 🙂