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Derzeitige Kurseinbrüche

Zitat von Absprung_2020 am 11. März 2020, 17:53 Uhr

Ich oute mich mal konkret für heute, gleichwohl wir noch nicht in einer Baisse sind (S+P 500 minus 20 % per Schlusskurs)

Stand heute abend schon

Sollte es zu einer globalen Rezession kommen - ich meine damit nicht die üblicherweise angehaltenen 2 % Wachstum für die Weltwirtschaft - sondern echtes Minuswachstum, haben die Märkte sicherlich noch eine Menge Luft nach unten. Insbesondere in den USA ist der Markt ja immer noch sehr hoch bewertet. Und ob sich dann die europäischen, z.T. inzwischen ok bewerteten Unternehmen, diesem Abwärtssog entziehen könnte, bleibt mal in Frage zu stellen.

Was ich sehe, sind viele Analystenhäuser zz noch recht entspannt und gehen von einer eher schnellen konjunkturellen Erholung im 2. Halbjahr aus. Das passt irgendwie nicht zu den Aussagen renommierter Virus-Experten (z.B. Prof. Drosten), wonach der Virus auch noch im 2. Halbjahr anhalten, ggf. sogar noch massiv ansteigen dürfte. Es bleibt spannend. Cash ist jetzt nicht so schlecht. Kaufgelegenheiten werden kommen und sind z.T. schon da.

Saudi-Arabien manipuliert ja gerade absichtlich/zusätzlich den Ölpreis, das wird auch noch Auswirkungen haben.

Grundsätzlich ist das natürlich eine gute Situation, um in den Aktienmarkt einzusteigen bzw. zu reinvestieren, aber ich konzentriere mich immer noch darauf, in den kommenden 2-3 Jahren Kredite zu tilgen. Zins-Swap kann man natürlich immer durchrechnen, ist in meiner Situation aber Kinderkram. Subprime-Krise hat uns ca. 2009/10 erwischt, Umsatzrückgang um ca. 20-30% in einem Jahr, das war trotz Kurzarbeit heftig und ging am Ende nicht ohne Arbeitsplatzabbau aus. Wenn ich aktuell 25% Umsatzrückgang hätte, würde trotzdem keiner seinen Job verlieren, obwohl ich mehr AN beschäftige als 2010 und wir müssten nicht auf Kurzarbeit, sondern kämen endlich mal dazu, Auftragsüberhänge abzuarbeiten.

Insofern kann in den letzten 10 Jahren nicht so viel verkehrt gelaufen sein und ich gucke mir daher das Schauspiel gerade ganz entspannt aus sicherer Distanz an.

Wenn sich das in 2-3 Monaten alles halbwegs sortiert hat, steige ich eventuell sogar ins ETF-Geschäft ein. Kann aber auch sein, dass ich mir 'ne schöne Ducati o.ä. aus "Insolvenzmasse" kaufe.

Schau'n mer mal.

Wir als Einsteiger sehen die Situation ziemlich gelassen, haben aber auch noch nicht vor, demnächst in den Ruhestand zu gehen sondern planen über einen Zeitraum von 20+ Jahren zu halten. Momentan haben wir unsere Sparraten erhöht und sehen die Kursrückgänge als gesunde Einkaufschance an 🙂
mal schauen wie es in einigen Monaten aussieht 😀

Tja, die Markteinbrüche sind aktuell schon heftig. Schnellster Bärenmarkt vom Markthoch seit den 30er Jahren.

Ich hatte die letzten 2 Jahre, nachdem ich aufgehört hatte zu arbeiten, kaum noch nachgekauft, sondern die Kurse laufen lassen und meinen Cash-Bestand erhöht. Jetzt kann ich 10 Jahre Bärenmarkt durchstehen (oder auch 15).

Das letzte für Investitionen in Aktien verfügbare Cash hatte ich die letzten Tage investiert. Verkäufe habe ich keine durchgeführt. Werde ich vielleicht vereinzelt machen, um mein Depot zu bereinigen und Verluste zu realisieren. Reinkommende Dividenden werden aber laufend bei Gelegenheit reinvestiert.

Ansonsten Yoga und Laufen zur Entspannung der Nerven.

Szenario 1: Der Boden ist bald gefunden.

Da ich derzeit zu 100% in Cash, mit ein paar Spielereinen in Shortbereich, bin, kann ich das Geschehen halbwegs entspannt verfolgen. Situationen wie diese wollte ich unbedingt von der Seitenlinie aus beobachten. Und das mache ich jetzt. Spannend dürfte die Gegenbewegung werden. Ist das dann Dead-cat-bouncing, Teil eines Salami Crashs oder der Beginn einer Erholung?

Szenario 2: Systemreboot

Wie in Dirk Müllers (Mr. Dax) letztem Buch geraten werde ich bei 65, 75 und 85% Minus zu je einem Drittel auch "in's fallende Messer" kaufen. Ergänzend dazu bei 85, 90 und 95% auch mit Auflösung meiner Goldbestände. Sozusagen nach Onassis art.

Mag man alles lächerlich finden. Ich versuche nur auf jede Situation vorbereitet zu sein.

 

LBBW Fundstück vom 04.03.2020

 

3 Tage Woche. Teilzeitarbeit.

Der Dow steht sehr gut da:

Kein Verlust. Ein Teil der Kursgewinne der letzten Jahre ist weg.

3 Tage Woche. Teilzeitarbeit.

Schon heftig aktuell. Da ärgert man sich tatsächlich ein bisschen, dass man einfach blind geholdet hat und nicht noch schnell verkauft hat, als es den 10% Crash in einer Woche gab vor 3 Wochen. Aber hinterher ist man immer schlauer. Da ich schon quasi komplett investiert war, heißt es jetzt erst mal die nächsten 5-10 Jahre im roten Bereich rumkrebsen und hoffen, dass es nicht so schlimm wird wie in den 20er/30er Jahren. Mit dem letzten Cash eventuell nachkaufen in kleinen Chargen.

Wieso etwas für Pessimisten?

Nach der Dax Kurve ist der Dax mit aktuell 9200 ja nur noch ca. 10% von der Buchwertkurve entfernt. Sollte also bald wieder aufwärts gehen!

Zitat von PanameraFlow am 12. März 2020, 20:02 Uhr

Schon heftig aktuell. Da ärgert man sich tatsächlich ein bisschen, dass man einfach blind geholdet hat und nicht noch schnell verkauft hat, als es den 10% Crash in einer Woche gab vor 3 Wochen. Aber hinterher ist man immer schlauer. Da ich schon quasi komplett investiert war, heißt es jetzt erst mal die nächsten 5-10 Jahre im roten Bereich rumkrebsen und hoffen, dass es nicht so schlimm wird wie in den 20er/30er Jahren. Mit dem letzten Cash eventuell nachkaufen in kleinen Chargen.

Das geht viel schneller wieder aufwärts. Bin auch mit 40k hinten, aber voll des Mutes 🙂

Würd auch sagen, am besten Kasten zu und die nächsten Monate nicht ins Depot schauen. Nicht verkaufen! Drück euch allen die Daumen, dass ihr gut durch die nächsten Monate kommt.

Zitat von PanameraFlow am 12. März 2020, 20:02 Uhr

Schon heftig aktuell. Da ärgert man sich tatsächlich ein bisschen, dass man einfach blind geholdet hat und nicht noch schnell verkauft hat, als es den 10% Crash in einer Woche gab vor 3 Wochen. Aber hinterher ist man immer schlauer.

Die Sache mit der richtigen Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt ist nicht so einfach, wie sie aussieht. Es gibt dazu schöne Videos von Doug Polk auf YT - mehrfacher bracelet-Gewinner im Poker - wo er der gesamten Pokergemeinde den Spiegel vorhält, wenn mal wieder Spieler für ihren "read" gefeiert werden und eine starke Hand aufgeben, wenn der Gegner eine noch stärkere Hand hält.

Das Problem dabei: die Zuschauer kennen beide Blätter und kennen daher auch die korrekte Entscheidung. Der Spieler jedoch kann die Karte des Gegners nicht kennen, sondern nur eine Range, also eine Auswahl von Kartenkombinationen, die der Gegner sinnvollerweise in der Situation halten kann. Und wenn es statistisch korrekt ist, die schwächere Hand durchzuziehen, weil sie eben statistisch dauerhaft gewinnt - dann muss man das tun, sonst verliert man auf lange Sicht Geld.

Es passiert aber häufig, dass diese falschen statistischen Entscheidungen als korrekte Entscheidungen viral abgefeiert werden.

Beim Aktienmarkt ist das ganz ähnlich, insofern würde ich den Kopf auch in Deiner Situation nicht grundsätzlich in den Sand stecken.

Ich sehe das ganze weiterhin sehr positiv. Es gibt derzeit sehr günstige Kaufgelegenheiten und ich bin fest davon überzeugt, wer jetzt kauft, wird sich in den nächsten Jahren über eine schöne Rendite freuen.

Kann ausserdem empfehlen, da der DAX nur ein Perfomanceindex ist, sich den DAX-K (Kursindex) anzuschauen. Da sind wir, wie schon  in der Vergangenheit öfter passiert, aus dem Bereich bei über 6000 nun gefallen Richtung 4000. Da sehe ich immer noch 1000 Punkte Luft nach unten, erfolgt eine maßlose Übertreibung (wie die aktuelle Panik an den Märkten es tlw. erahnen lässt) ggf. auch kurzzeitig mehr.

Aber damit möchte ich nicht sagen, dass jetzt jemand verkaufen sollte, tu ich auch nicht, im Gegenteil, ich habe diese Woche einige Zukäufe getätigt. Langfristig sind es denke ich immer besser werdende Kaufkurse.

Im Ölbereich kommt der OPEC+ Streit noch dazu. Die  Ölwerte sind doppelt gestraft und teilweise schon unter Kurse von 2008/2009 gefallen. Natürlich ist absehbar, dass 2020 nicht das grosse Rekordgewinnjahr wird. Aber gehen die Öl-Konzerne Shell, BP, Exxon und wie sie alle heissen jetzt pleite, fährt die Welt nicht weiter Auto, stoppt dauerhaft die Schiffahrt, werden die Flughäfen für immer geschlossen, wird im Winter nicht mehr geheizt usw.? Der Ölpreis wird auch nicht dauerhaft so niedrig bleiben, so billig kann fast niemand fördern. Wie lange die Erholung dauert weiss ich sicher nicht, aber das wir auf dem Niveau dauerhaft verbleiben halte ich für sehr unrealistisch, was z.B. diesen Sektor betrifft.

Und das kann man auf die gesamte globale Wirtschaft beziehen. Es gibt über 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Und die Wirtschaft kann nie still stehen. Immer wird etwas produziert, gekauft, verkauft. Und je besser die Bedingungen wieder werden, desto schneller und desto mehr wird das von ganz allein. Die Welt wird sich nicht 20 Jahre in Quarantäne begeben und stillhalten.

Möge dies einigen, die Bauchschmerzen beim Anblick ihres Depots haben, ein wenig Trost spenden und weiterhelfen. Der mediale Weltuntergang wird alle paar Jahre zelebriert und die Börse reagiert mal mehr mal minder stark. In der Realität wird er so nie kommen. Und wenn, dann weil ein Meteorit o.ä. den Planeten zerstört - und dann ist eh alles egal 😉

Halten, wer mag zukaufen, abwarten. Schlimmstenfalls ein paar Jahre. Im Vergleich zur erwarteten Lebenserwartung für fast jeden hier machbar.

@Michael321

Sehe ich 100 % genauso.

Ölindustrie bewerte ich jedoch anders. Eine Industie, bei der man weiß, dass die in 30 Jahren keiner mehr haben will (zumindest in dieser Art) sieht sich vollkommen unklaren Bewertungen gegenüber. Da hilft auch ein 7 % Dividende nix, wenn ich  nicht sicher sein kann, dass es die Company in 10 oder 20 Jahren überhaupt noch gibt.  Und ob alle Ölförderer den Sprung in eine zukünftige Energiebereitstellung erfolgreich schaffen bleibt äußerst fraglich. Das ist wie bei Start ups...wenn Sie den richtigen Titel erwischen ist das super; für viele wird der Weg ins Tal der Tränen führen; bzw. erfolgt derzeit und in den nächsten Jahren.

Zitat von 49er am 12. März 2020, 18:38 Uhr

DAX-Buchwert als Worst Case

Danke für die Grafik.

Sie zeigt aber, wie wichtig es ist, keine Einzeltitel, sondern einen Index zu kaufen.

Denn natürlich ändert sich auch ein Buchwert in einer Krise, aber die Unternehmen, die in einer Krise bspw. krass verlieren (Beispiel: Reiseveranstalter bei Corona), fallen ggf. aus dem Index raus und Krisengewinnler rücken in den Index nach. Dadurch bleibt der Buchwert aller Indexmitglieder bei einer kleinen Delle.

Man kann sich die Welt natürlich auch schön rechnen. Der Buchwert einer Aktie (oder eines Index) ist für den Anleger völlig uninteressant. Eine Aktie hat nur einen Ertragswert. Wenn die Geschäfte nicht mehr laufen, steigt als erstes die Verschuldung und danach wird das Investment wertlos. Seht euch z.B. mal in der Historie die Karstadt-Aktie an. Da hat man damals auch behauptet, die könne ja gar nicht unter 560 DM fallen, weil allein die Immobilien, die der Konzern in den Innenstadtlagen hatte, schon so viel Wert sind. Wer diesen Unsinn geglaubt hat, der war sein Geld los. Wenn die Geschäfte nicht mehr laufen wird ja nicht das Unternehmen verkauft und der Erlös an die Aktionäre ausgezahlt. Zunächst steigt die Verschuldung massiv an und danach irgendwann sinkt mit fallenden Ertragsaussichten auch die Aktie ins Bodenlose. Das trifft natürlich auch für einen Index zu.

Zitat von Fritz am 13. März 2020, 11:40 Uhr

Man kann sich die Welt natürlich auch schön rechnen. Der Buchwert einer Aktie (oder eines Index) ist für den Anleger völlig uninteressant. Eine Aktie hat nur einen Ertragswert. Wenn die Geschäfte nicht mehr laufen steigt als erstes die Verschuldung und danach wird das Investment wertlos. Seht euch mal in der Historie die Karstadt-Aktie an. Da hat man damals auch behauptet, die könne ja gar nicht unter 560 DM fallen, weil allein die Immobilien, die der Konzern in den Innenstadtlagen hatte, so viel Wert sind. Wer diesen Unsinn geglaubt hat, der war sein Geld los. Wenn die Geschäfte nicht mehr laufen wird ja nicht das Unternehmen verkauft und der Erlös an die Aktionäre ausgezahlt. Zunächst steigt die Verschuldung massiv an und danach irgendwann sinkt mit fallenden Ertragsaussichten auch die Aktie ins Bodenlose. Das trifft natürlich auch für einen Index zu.

Ich würde das nicht vorschnell abtun. Natürlich werden bei einer Liquidation die Fremdkapitalgeber zuerst bedient, die Eigenkapitalgeber bekommen nur, was evtl. noch übrig ist.

Die Frage ist aber, wie man die Kenngröße Buchwert definiert. Und wenn dieser definiert wird als Eigenkapital je Aktie, dann ist das Eigenkapital Vermögen abzüglich Schulden. Die Schulden sind also damit bereits berücksichtigt.

Wie der Buchwert bei den AG im DAX wirklich errechnet wird, weiß ich allerdings nicht.

Zitat von Christine am 13. März 2020, 12:01 Uhr

Wie bitte? Hattest du nicht BWL studiert? Dann müsstest du eigentlich genau wissen, was der Buchwert ist. Was meinst du mit "Eigenkapital je Aktie"? Die Summe der Aktien sind gleich das Eigenkapital einer AG. Wie eine Bilanz aussieht ist doch Grundwissen für BWLer, oder?

Zitat von Fritz am 13. März 2020, 12:11 Uhr

Wie bitte? Hattest du nicht BWL studiert? Dann müsstest du eigentlich genau wissen, was der Buchwert ist. Was meinst du mit "Eigenkapital je Aktie"? Die Summe der Aktien sind gleich das Eigenkapital einer AG.

Ich möchte Deinen Tonfall nicht spiegeln.

Das gezeichnete Kapital einer AG ist nur ein Bestandteil des Eigenkapitals.

Wie eine Bilanz aussieht ist doch Grundwissen für BWLer, oder?

Ja.