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Derzeitige Kurseinbrüche

Zur Ergänzung meines Posts:

Ich habe zwischenzeitlich fast alles wieder reinvestiert. Mir ging es wirklich nur darum, diesen Panik-Crash letzte Woche auszunutzen, und dabei gleich umzuschichten. Hätte mich auch gefreut, wenn er sich diese Woche fortgesetzt hätte und ich zu noch tieferen Kursen hätte kaufen können. Allerdings "drohen" Politiker und Notenbanker schon alle mit Maßnahmenpaketen zur Wirtschaftsstützung, fallende Aktienmärkte sind einfach nicht mehr erwünscht, die Angst aus der Vergangenheit (Lehmann) wohl zu gross?

Wie auch immer, ich habe ein wenig meine Rendite erhöhen können an einem Punkt letzte Woche wo das Risiko falsch zu liegen m.E. so gering war, dass ich handeln musste, bei der Panik Anfang letzte Woche war ein grösserer Abrutsch einfach unausweichlich. Damit bin ich als privater Kleinanleger völlig zufrieden, das grosse Trading-Spekulationsrad wollte ich nicht drehen (und den perfekten Hoch- und Tiefpunkt erwischt man sowieso niemals).

Ob es das schon war und alles erholt sich, oder es geht die nächsten Tage/Wochen/Monate im zickzack noch runter - ich weiss es nicht, und es ist mir nun auch wieder egal. Es sei denn, es entsteht nochmals so eine riesige Panik die absehbar zu grossen tagelangen Verlusten führt. Sehe ich aber derzeit nicht.

@michael321

Der Abrutsch wie Sie schreiben letzte Woche war nicht groß; irgendwie 10-15 %, sondern nur wahnsinnig schnell. Oder andersrum: Wegen 10-15% Kursschwankung halte ich ein Umschichten einzelner Positionen nicht für angemessen. Das ist nicht signifikant, weder als Entscheidung für den Verkauf/Kauf einer Einzelaktie noch für ein Marktsegment. Das würde ich eher Trading nennen und keinesfalls strukturiertes Investieren.

Richtig toll hat sich meine Short Aktion ja nicht entwickelt. Dafür hätte es jetzt noch weiter nach unten gehen müssen. Habe damit einen kleinen Gewinn eingefahren und sortiere mich jetzt wieder neu. An der Aussage daß fallende Aktienmärkte nicht mehr erwünscht sind ist schon was dran. Ich frag mich halt wenn die Notenbanken ihr Pulver verschossen haben.

Zum normalen strukturierten Investieren gehört das nicht, dem stimme ich zu.

Da das nicht Teil von buy&hold ist, mag das gerne als Trading bezeichnet werden. Normalerweise bin ich reiner buy&hold Anleger. Mag man nun glauben oder nicht.

Im weiteren Absatz gehst du jedoch scheinbar von der falschen Begründung aus. Das teilweise Umschichten war nur ein positiver Nebeneffekt für mich, teilweise habe ich auch 1:1 Positionen zurückgekauft. Hätte ich auch komplett 1:1 machen können. Dem übrigen Absatz muss ich widersprechen, aus folgendem Grund:

Die Entscheidung letzte Woche war nicht damit begründet, dass 10-15% Kursverlust erfolgen. Aus dem logischen Grund, dass das niemand vorhersagen kann und niemand weiss, ergibt die Formulierung auch keinen Sinn. Wenn man darüber diskutieren möchte, kann man nur die Argumente ansetzen, die zum Zeitpunkt des Verkaufs letzte Woche auch vorlagen. Da war mir weder klar um wieviel, noch wie schnell der Kursverlust erfolgt, das spielte auch gar keine Rolle für die Entscheidung. Diesen Gedankenfehler, hinterher die Charts anzuschauen und hin-und her zu rechnen wieviel, wie schnell, wohin usw., ist die Differenz angemessen, sollte man nicht machen.

Mein Entscheidungsgrund war, mit Erfahrung von Kursrutschen in der Vergangenheit: der Markt war in Panik. In Panik werden keine rationalen Entscheidungen mehr getroffen, die Marktteilnehmer stecken sich gegenseitig an, es ist ein selbsterfüllendes Ereignis nach unten.

Ich habe letzte Woche weder gewusst wie schnell, noch wie gross der Sprung nach unten wird. Es war aber, und das ist für mich das entscheidende, eine so extrem hohe Wahrscheinlichkeit dass es (weiter) runter gehen wird, dass ich diese Chance nicht liegenlassen wollte. Der Markt gerät in Panik und rollt von selbst in eine Richtung, Nachrichten waren da kurzzeitig völlig irrelevant, höchstens das wundersame Finden eines Impfstoffs hätte einen positiven Effekt gehabt. Und damit habe ich kaum Risiko für dieses Handeln gesehen, im schlechtesten Fall wäre die Panik schon einen Tag später erledigt gewesen und ich hätte quasi preisgleich zurückgekauft. 1-2% Kosten schlimmstenfalls, das war es mir wert. Denn der Weg nach unten war völlig offen und versprach wesentlich mehr als 1%. Und ob da nun am Ende 5, 10, 15 oder 50% Gewinn/Rendite rauskommen - das entscheide nicht ich, das entscheiden die anderen Marktteilnehmer. Es gab kein Renditeziel. Nur eine hervorragende Chance auf Rendite X.

Wie lange, wie schnell und wie weit es runter ging, wissen wir erst heute. Das war und kann nie eine Kauf/Verkaufsentscheidung sein. Der Argumentation "für 10-15% ist Handeln nicht angemessen" kann ich aus diesem Grund nicht folgen. Nicht wegen dem Zahlenwert, sondern weil man das zum Zeitpunkt der Entscheidung gar nicht abschätzen/wissen kann.

Früher habe ich solche (m.E. nach klaren) Chancen liegengelassen. Doch wenn der Einsatz so gering ist, das Risiko niedrig, und die Gewinnchance vielfach höher ist - dann halte ich es für angemessen. Und bin bei der nächsten Panik in X Jahren wieder dabei, und zu ein paar % Mehr-Rendite sage ich da nicht nein. Bis dahin ist wieder buy&hold angesagt 😉

(nur meine persönliche Meinung)

Zitat von Absprung_2020 am 3. März 2020, 15:26 Uhr

@michael321

Der Abrutsch wie Sie schreiben letzte Woche war nicht groß; irgendwie 10-15 %

Habe gerade gesehen, bei der FED schellten deswegen aber offensichtlich alle Alarmglocken und sie haben eben erstmal den Leitzins gleich um 0.5% gesenkt 😀

In was für einer Welt wir heutzutage leben, von so einem Hoch nach nur ein paar Tagen Kursrückgang wird schon so heftig in den Markt eingegriffen...

 

Sorry @Absprung fürs zitieren, bitte nicht böse nehmen, dieser Post ist nur scherzhaft weil ich gerade doch etwas den Kopf schütteln muss über diese (in meinen Augen) gewaltig verfrühte und übertriebene Maßnahme der FED 😉

Zitat von Michael321 am 3. März 2020, 17:31 Uhr

Zum normalen strukturierten Investieren gehört das nicht, dem stimme ich zu.

Da das nicht Teil von buy&hold ist, mag das gerne als Trading bezeichnet werden. Normalerweise bin ich reiner buy&hold Anleger. Mag man nun glauben oder nicht.

Im weiteren Absatz gehst du jedoch scheinbar von der falschen Begründung aus. Das teilweise Umschichten war nur ein positiver Nebeneffekt für mich, teilweise habe ich auch 1:1 Positionen zurückgekauft. Hätte ich auch komplett 1:1 machen können. Dem übrigen Absatz muss ich widersprechen, aus folgendem Grund:

Die Entscheidung letzte Woche war nicht damit begründet, dass 10-15% Kursverlust erfolgen. Aus dem logischen Grund, dass das niemand vorhersagen kann und niemand weiss, ergibt die Formulierung auch keinen Sinn. Wenn man darüber diskutieren möchte, kann man nur die Argumente ansetzen, die zum Zeitpunkt des Verkaufs letzte Woche auch vorlagen. Da war mir weder klar um wieviel, noch wie schnell der Kursverlust erfolgt, das spielte auch gar keine Rolle für die Entscheidung. Diesen Gedankenfehler, hinterher die Charts anzuschauen und hin-und her zu rechnen wieviel, wie schnell, wohin usw., ist die Differenz angemessen, sollte man nicht machen.

Mein Entscheidungsgrund war, mit Erfahrung von Kursrutschen in der Vergangenheit: der Markt war in Panik. In Panik werden keine rationalen Entscheidungen mehr getroffen, die Marktteilnehmer stecken sich gegenseitig an, es ist ein selbsterfüllendes Ereignis nach unten.

Ich habe letzte Woche weder gewusst wie schnell, noch wie gross der Sprung nach unten wird. Es war aber, und das ist für mich das entscheidende, eine so extrem hohe Wahrscheinlichkeit dass es (weiter) runter gehen wird, dass ich diese Chance nicht liegenlassen wollte. Der Markt gerät in Panik und rollt von selbst in eine Richtung, Nachrichten waren da kurzzeitig völlig irrelevant, höchstens das wundersame Finden eines Impfstoffs hätte einen positiven Effekt gehabt. Und damit habe ich kaum Risiko für dieses Handeln gesehen, im schlechtesten Fall wäre die Panik schon einen Tag später erledigt gewesen und ich hätte quasi preisgleich zurückgekauft. 1-2% Kosten schlimmstenfalls, das war es mir wert. Denn der Weg nach unten war völlig offen und versprach wesentlich mehr als 1%. Und ob da nun am Ende 5, 10, 15 oder 50% Gewinn/Rendite rauskommen - das entscheide nicht ich, das entscheiden die anderen Marktteilnehmer. Es gab kein Renditeziel. Nur eine hervorragende Chance auf Rendite X.

Wie lange, wie schnell und wie weit es runter ging, wissen wir erst heute. Das war und kann nie eine Kauf/Verkaufsentscheidung sein. Der Argumentation "für 10-15% ist Handeln nicht angemessen" kann ich aus diesem Grund nicht folgen. Nicht wegen dem Zahlenwert, sondern weil man das zum Zeitpunkt der Entscheidung gar nicht abschätzen/wissen kann.

Früher habe ich solche (m.E. nach klaren) Chancen liegengelassen. Doch wenn der Einsatz so gering ist, das Risiko niedrig, und die Gewinnchance vielfach höher ist - dann halte ich es für angemessen. Und bin bei der nächsten Panik in X Jahren wieder dabei, und zu ein paar % Mehr-Rendite sage ich da nicht nein. Bis dahin ist wieder buy&hold angesagt 😉

(nur meine persönliche Meinung)

Genau das hätte ich auch geschrieben und habe es auch so gemacht. Zusätzlich habe ich noch Pulver liegen, um nachzukaufen. Buy and hold in normalen Zyklen okay, aber ein paar % Mehrrendite sollte man mitnehmen.

Lese schon, hier gehts ums Zocken.

Nach meinen Rechergen finde ich den Aktienmarkt nicht überbewertet. Aufgrund der Aktienrally hatte ich auch an ein Heißlaufen gedacht. Konnte ich aber so nicht unbedingt bestätigen. Das es immer Anläße geben wird die die Kurse einbrechen lassen ist doch klar. Hier wars Corona und die wirtschaftlichen Auswirkungen.: Gerechtfertigt !

Ja, bin auch der Meinung es könnte weiter nach unten gehen. Dann auch wenn es erstmal in USA massive Engpässe und Einmschränkungen geben könnte.

Aber m.M ist die grundsätzliche Ausgangslage eine Andere wie 2001 oder 2008.

Eine grundsätzliche Angst scheint im Markt zu sein. Es wird auch darauf ankommen ob jetzt noch weitere negative Vorfälle jeglicher Art parallel dazu kommen: Türkei, Syrien, Iran, Atomunfall, Handelsbeschränkungen, ect. ect.

Auch ich bin in Wartestellung und hab mir erstmal Kohle vom Tagesgeld geholt. Aber wegen 15% werde ich meinen reichlichen Puffer nicht schmälern. Ich bin reichlich "long" investiert und werde wegen einem "kleinen" möglichen Gewinn die grundsätzliche Allokation nicht aufgeben. Wenns weiter abwärts gehen sollte schon.

Habter schon mal gerechnet? Interessant !

10% runter : ca. 11,2% Gewinn bis Ausgangswert wieder erreicht ist

20% runter : ca. 25%

30% runter: ca. 43%

40% runter : ca. 66%

50% runter : 100%

 

Schicke Tabelle von Schweinegrippe bis Ebola: https://www.morningstar.com/articles/964960/the-impact-of-coronavirus-for-investors

Die FED senkt die Zinsen und die Kurse fallen. Meine Skepsis hat sich verstärkt, bin nur bei Gold und Goldminen long, bei DAX und S&P 500 werde ich Shortpositionen aufbauen sollten die Kurse weiter fallen. Ich rechne mit einem Salami-Crash der sich über die nächsten 2-4 Monate zieht.

Natürlich weiß auch ich nicht was die Zukunft bringt. Aber ich kann mir kaum vorstellen daß Aktien jetzt wieder fröhlich nach oben klettern.

 

 

Zitat von vodef72 am 5. März 2020, 18:46 Uhr

Die FED senkt die Zinsen und die Kurse fallen. Meine Skepsis hat sich verstärkt, bin nur bei Gold und Goldminen long, bei DAX und S&P 500 werde ich Shortpositionen aufbauen sollten die Kurse weiter fallen. Ich rechne mit einem Salami-Crash der sich über die nächsten 2-4 Monate zieht.

Natürlich weiß auch ich nicht was die Zukunft bringt. Aber ich kann mir kaum vorstellen daß Aktien jetzt wieder fröhlich nach oben klettern.

 

 

Ich bin heute, nach dem Kursrutsch, allin gegangen. Depot 170k Einstiegswert (frisch umgeschichtet) ~ Zeitwert 164k und mit 30k als Notgroschen.

Zitat von vodef72 am 5. März 2020, 18:46 Uhr

Die FED senkt die Zinsen und die Kurse fallen.

Das ist ja erstmal nicht ungewöhnlich und war zu erwarten. Erstens dauert es immer etwas, bis Zinssenkungen ihre Wirkung entfalten, zweitens denken jetzt alle, dass die Situation noch viel schlimmer sein muß, als sie sich bis jetzt nach den Zahlen darstellt.

An Stop-Kurse glaube ich prinzipiell nicht. Auf den ersten Blick klingt es einleuchtend, weil man die Verluste auf z.B. 10% begrenzt. Aber was macht man mit dem Geld, nachdem man verkauft hat? Wieder Aktien kaufen und einen neuen Stop-Kurs setzen? Na dann kann man doch wieder 10% verlieren, und wieder und wieder usw., also man kann auch mit Stop-Kursen alles verzocken.

Bei Corona stellt sich für mich die Frage, ob der Virus die Ursache für den Crash ist oder nur der Anlass für das Platzen einer Blase.

Wenn Corona die Ursache ist, dann würde ich langsam daran denken wieder zu kaufen, wenn sich die Kurse ein bisschen stabilisieren. Sicher wirkt sich der Virus negativ auf die Wirtschaft aus, aber doch nur temporär. Spätestens in einem Jahr gibt es einen Impfstoff, und vielleicht reicht schon wärmeres Wetter um die Ausbreitung vorher zu stoppen. Und an der Börse wird doch die Zukunft gehandelt, oder?

Zitat von TrES-4 am 7. März 2020, 10:03 Uhr

Aber was macht man mit dem Geld, nachdem man verkauft hat? Wieder Aktien kaufen und einen neuen Stop-Kurs setzen? Na dann kann man doch wieder 10% verlieren, und wieder und wieder usw., also man kann auch mit Stop-Kursen alles verzocken.

Klassisch setzt man ein Kauflimit, zu dem man wieder einsteigt. Man kann auch einen Put verkaufen und noch Prämie kassieren.

Für die Altersvorsorge bin ich persönlich dennoch bei buy and hold.

 

Zitat von Jan am 5. März 2020, 19:00 Uhr

Ich bin heute, nach dem Kursrutsch, allin gegangen. Depot 170k Einstiegswert (frisch umgeschichtet) ~ Zeitwert 164k und mit 30k als Notgroschen.

Mich würde mal interessieren, wieviel Steuerabzug Du damit ausgelöst hast (ehrlich, nicht ironisch gemeint). Sprich: Wenn ich ein Depot von 170k hätte, davon 15 % Kursgewinne, wie hoch müsste (Kauf- und Verkaufsgebühren ebenfalls berücksichtigt) der Kursrückgang sein, dass ich mit der Aktion sagen wir mal netto 10 % Gewinn machen kann? Schließlich will ich mein volles Risiko auch anständig "vergütet" haben, sonst kann ich's lassen. Gibt's vielleicht sogar ein Programm, das mir das ausrechnet - mein Gewinnanteil im Depot ändert sich ja täglich durch neue Sparraten und durch Kursveränderungen und damit absolute Kursgewinne.

Zitat von Christine am 7. März 2020, 10:51 Uhr
Zitat von Jan am 5. März 2020, 19:00 Uhr

Ich bin heute, nach dem Kursrutsch, allin gegangen. Depot 170k Einstiegswert (frisch umgeschichtet) ~ Zeitwert 164k und mit 30k als Notgroschen.

Mich würde mal interessieren, wieviel Steuerabzug Du damit ausgelöst hast (ehrlich, nicht ironisch gemeint). Sprich: Wenn ich ein Depot von 170k hätte, davon 15 % Kursgewinne, wie hoch müsste (Kauf- und Verkaufsgebühren ebenfalls berücksichtigt) der Kursrückgang sein, dass ich mit der Aktion sagen wir mal netto 10 % Gewinn machen kann? Schließlich will ich mein volles Risiko auch anständig "vergütet" haben, sonst kann ich's lassen. Gibt's vielleicht sogar ein Programm, das mir das ausrechnet - mein Gewinnanteil im Depot ändert sich ja täglich durch neue Sparraten und durch Kursveränderungen und damit absolute Kursgewinne.

Die Steuern ergeben sich als prozentualen Anteil vom Gewinn und sind abhängig von deinem persönlichen Steuersatz, maximal jedoch 25%. Wenn du also 15% Gewinn machst und den maximalen Satz von 25% bezahlen würdest, dann wären das 3,75%.

Bsp. 170k * 0,15 = 25.500 * 0,75 = 19,125 EUR Nettogewinn (entspr. 11,25%) und Steuern i.H.v. 6.375 EUR (oder 3,75% von 170k)

Der Kurs müsste also um >3,75% (bzw. das Kapital um mehr als 6.375 EUR) zurück gehen, damit sich die Aktion lohnt. Ist jetzt nicht so viel. Wenn du weniger Steuern zahlst, lohnt sich das natürlich schon eher. Die Transaktionsgebühren fallen bei dem Betrag kaum ins Gewicht, aber kannst ja noch 50,- EUR abziehen.

Zitat von Fritz am 7. März 2020, 11:54 Uhr

Die Steuern ergeben sich als prozentualen Anteil vom Gewinn und sind abhängig von deinem persönlichen Steuersatz, maximal jedoch 25%. Wenn du also 15% Gewinn machst und den maximalen Satz von 25% bezahlen würdest, dann wären das 3,75%.

Hallo Fritz, danke Dir für die Erläuterung.
Als Betriebswirtin kann ich die grundsätzliche Rechnung schon selbst aufstellen, aber es hätte mich interessiert, was a) Jan tatsächlich an Gewinn gemacht hat, wenn er seine Steuern und Kosten abzieht - ich gehe bei den Ansparern hier im Forum davon aus, dass sie hohe persönliche Steuersätze haben und deshalb den maximalen Pausch-Steuerbetrag zahlen müssen - und ob es b) ein Programm gibt, das mir sowas, auf mein Depot "aufgesetzt", eine solche Berechnung machen würde, die auf meine persönliche Situation abgestimmt ist. Der eine hat Aktienverluste, die er gegenrechnen kann, der andere hat womöglich noch aus früheren Zeiten steuerfreie Altbestände usw.

Ich hab das aber oben schlecht/unklar formuliert, sorry.

Zitat von Christine am 7. März 2020, 10:51 Uhr
Zitat von Jan am 5. März 2020, 19:00 Uhr

Ich bin heute, nach dem Kursrutsch, allin gegangen. Depot 170k Einstiegswert (frisch umgeschichtet) ~ Zeitwert 164k und mit 30k als Notgroschen.

Mich würde mal interessieren, wieviel Steuerabzug Du damit ausgelöst hast (ehrlich, nicht ironisch gemeint). Sprich: Wenn ich ein Depot von 170k hätte, davon 15 % Kursgewinne, wie hoch müsste (Kauf- und Verkaufsgebühren ebenfalls berücksichtigt) der Kursrückgang sein, dass ich mit der Aktion sagen wir mal netto 10 % Gewinn machen kann? Schließlich will ich mein volles Risiko auch anständig "vergütet" haben, sonst kann ich's lassen. Gibt's vielleicht sogar ein Programm, das mir das ausrechnet - mein Gewinnanteil im Depot ändert sich ja täglich durch neue Sparraten und durch Kursveränderungen und damit absolute Kursgewinne.

Da ich die letzten Jahre auch mit Einzelaktien gehandelt habe, habe ich den Gewinn ja auch immer automatisch versteuert. Muss leider immer die kompletten 25% zahlen, da unser Sternsatz zu hoch ist. Für  die letzten Jahre waren ist immer über 5000 Euro im Jahr an Kapitalertragsteuer. Dieses Jahr noch so gut wie gar nichts. Nur ca. 1000 Euro Kapitalertragsteuer. Und das kann ich ja mir ja Ende des Jahres zurück holen. Was ich aber nicht hoffe ...

Zitat von Christine am 7. März 2020, 13:21 Uhr

Ein derartiges Programm ist mir nicht bekannt. Allerdings kann man sich das mit Excel sehr leicht selbst stricken, ist halt nur recht aufwändig. Nach steuerlichen Aspekten sollte man aber seine Transaktionen möglichst nicht ausrichten. Der Markt interessiert sich nicht für Steuern und so kann man leicht auch mal Rendite verschenken, nur weil man glaubt Steuern zu sparen.

Zitat von Fritz am 7. März 2020, 17:16 Uhr

Ein derartiges Programm ist mir nicht bekannt. Allerdings kann man sich das mit Excel sehr leicht selbst stricken, ist halt nur recht aufwändig. Nach steuerlichen Aspekten sollte man aber seine Transaktionen möglichst nicht ausrichten. Der Markt interessiert sich nicht für Steuern und so kann man leicht auch mal Rendite verschenken, nur weil man glaubt Steuern zu sparen.

Man sollte sie nicht nach der Steuer ausrichten, aber ich möchte mal behaupten, dass viel weniger Leute jetzt so hektische Depotumschichtungen machen würden, wenn sie den echten Nettogewinn (oder womöglich sogar einen Nettoverlust, der als Bruttogewinn getarnt ist) sehen würden.

Ich musste gestern so schmunzeln, als ich des Finanzwesirs Beitrag zu Corona las:

Was macht der Finanzwesir? Er hält sich an die Worte der Encyclopedia Galactica und greift zur Fernbedienung. Auf Amazon laufen "Carnival Row" und "Treadstone". [...] Für alle, die trotzdem in Sorge sind: Hier sind 34.834 "leckere Nudelrezepte". Damit müsste es sich eine Weile aushalten lassen im Bunker.

Zitat von Christine am 7. März 2020, 13:21 Uhr

[...] ich gehe bei den Ansparern hier im Forum davon aus, dass sie hohe persönliche Steuersätze haben und deshalb den maximalen Pausch-Steuerbetrag zahlen müssen [...]

Genau davon gehe ich in diesem Forum nicht aus:

https://www.google.com/search?q=Spitzensteuersatz+2020&rlz=1C1RNVG_enDE535DE540&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=2ahUKEwi85aaVnonoAhUGyaYKHdGyAk4Q_AUoAnoECA8QBA&biw=1920&bih=937#imgrc=pC1908CyFBAMXM

Wie man sieht, ist der durchschnittliche Steuersatz von +25% erst weit oberhalb von 60T€ Bruttojahreseinkommen erreicht, abhängig natürlich immer von der familiären Situation. Ich mag falsch liegen, aber ich glaube, dass hier im Forum nur eine Minderheit deutlich über 60T€ im Jahr verdient. Was aber im Umkehrschluss bedeuten würde, dass überdurchschnittlich viele Foristen von der realen Besteuerung unterhalb von 25% profitieren würden.

und ob es b) ein Programm gibt, das mir sowas, auf mein Depot "aufgesetzt", eine solche Berechnung machen würde, die auf meine persönliche Situation abgestimmt ist. Der eine hat Aktienverluste, die er gegenrechnen kann, der andere hat womöglich noch aus früheren Zeiten steuerfreie Altbestände usw.

Läuft am Ende des Tages auf eine Günstigerprüfung hinaus. Das Problem ist, dass ein solches Programm vom Finanzamt anerkannt werden müsste, ansonsten wäre es auch wieder nur eine (zugegeben hilfreiche) Unterstützung, aber nicht rechtsverbindlich. Das hieße aber auch, dass das Programm sämtliche Käufe und Verkäufe zumindest halbautomatisiert erfassen können müsste. Alternative wäre ein Steuerberater oder das System des Widerspruchs gegen den Steuerbescheid mit pauschaler Besteuerung.