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Aktuelles zum Immobilienmarkt

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Zitat von Silberstreif am 28. Juni 2023, 21:14 Uhr

Naja bei "du redest so einen Quark" bin ich raus....

Wer hat denn damit angefangen und behauptet, dass 1+1=3 sei, hmm?

 

 

"Preisfrage: warum bricht bei nahezu Vollbeschäftigung wohl die Kreditvergabe  um 50%-60% ein? Weil die Gehaltszugewinne die Kosten mehr als ausgleichen? Weil sich da ein neues Gleichgewicht einstellt?

Wohl kaum."

 

Du beschreibst den Istzustand, mir ist klar dass es zur Zeit einen Zinsschock am Markt gibt und gehebelte Anleger Objekte verkaufen um die Bilanzen wieder in den Griff zu bekommen und das sich derzeit potenzielle Käufer weniger leisten können wegen der Zinsbelastung, deshalb gibt es Preisrückgänge, mein Fokus lag eher auf dem mittelfristigen Szenario mit steigemden Gehältern bei gefallenen Preisen, das sich halt ein neues Gleichgewicht einstellt. Du bezeichnest das als Quark, OK.

Wie ist denn Dein Szenario zu den Preisrückgängen auf Sicht von 3 Jahren in A Lagen (bei kaum Neubau und evtl. weiteren Zuwanderung)? Vielleicht kannst Du das ja mal versuchen nett zu beschreiben ohne andere anzufeinden?

Neubau ist nach der ganzen Energie- und Heizungsdebatte sehr gefragt. Kommt in den nächsten Jahren zudem bei steigender Zuwanderung und sinkenden Neubauzahlen "Neubaunotstand" hinzu, so werden diese teurer werden. Ergo würdsn dann auch höhere Mieten gezahlt, zumindest bei Neuvermietung aber wohl auch im Bestand, zumindest dort wo es keine Mietlreisbremse gibt. Wird immer Leute geben die sowas wollen und es sich leisten können. In der Praxis bleibt die Miste dann selbst bei sinkendem Faktor wertstabil oder zieht sogar an. Bei Altbau sehe ich da andere Szenarien. Darauf beziehen sich auch die meisten Artikel in denen von Preisrückgängen die Rede ist...🤷

Zitat von MFZ73 am 28. Juni 2023, 19:21 Uhr

Aus einem SPON+-Artikel (Bezahlschranke) von heute:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/immobilien-kaufen-wie-der-zinsschock-den-immobilienmarkt-trifft-a-ec570d24-f064-4dd8-86b1-a6c9a0c54e26

 

Von 2023 bis 2030 summieren sich die auslaufenden Immobilienkredite laut Barkow Consulting auf insgesamt 764,7 Milliarden Euro. [...]

 

 

Bezieht sich diese Summe von 764 Mrd Euro auslaufende Kredite auf Deutschland? Bezieht sich diese Summe "auslaufender Kredite" nur die Summe der notwendigen Neufinanzierungen?

Die meisten Marktteilnehmer erwarten wohl, dass die FED dieses Jahr noch 2x 0,25% dazu gibt und ich nehme mal an, auch die  EZB wird die Leitzins in Europe erstmal noch weiter erhöhen.

400.000€ Kredit bei 4% Zins und 30 Jahren Laufzeit sind über 1927€ mtl. Rate. Das dürfte für viele deutsche Haushalte mit Leuten Anfang der 30er so ein realistische Rate sein, wenn ,man sich streckt. Um bei 5% Zins nicht darüber zu kommen dürfte der Kredit nur noch bei 355.000 Euro liegen. 100.000e EK angenommen wäre das ein nominaler Preisrückgang von weiteren knapp 10%. (real entsprechend mehr)

Für 40jährige mit 20 Jahren Kreditlaufzeit würde bei 200.000€ EK (die muss man erst mal haben) bei 300.000€ Kredit zu 4% eine Rate von 1840€. Äquivalent dazu ginge bei 5% Zins dann noch ein Kredit von 275.000 Euro. Da wäre der erforderliche Preisrückgang geringer.

MfG

Zitat von Silberstreif am 29. Juni 2023, 0:11 Uhr

Du beschreibst den Istzustand, mir ist klar dass es zur Zeit einen Zinsschock am Markt gibt und gehebelte Anleger Objekte verkaufen um die Bilanzen wieder in den Griff zu bekommen und das sich derzeit potenzielle Käufer weniger leisten können wegen der Zinsbelastung, deshalb gibt es Preisrückgänge, mein Fokus lag eher auf dem mittelfristigen Szenario mit steigemden Gehältern bei gefallenen Preisen, das sich halt ein neues Gleichgewicht einstellt. Du bezeichnest das als Quark, OK.

Ich bin das wirklich leid, Silberstreif. Ich habe in der Schule nicht nur zum Spaß und hinten gesessen, meine Lesekompetenzen sind so weit ich das selbstreflexiv beurteilen kann, noch so einigermaßen auf akzeptablen Stand. Also versuch' bitte nicht, mich mit Anlauf zu verar****en, denn:

https://frugalisten.de/forum/topic/aktuelles-zum-immobilienmarkt/?part=30#postid-33679

Bei steigenden Mieten und eher sinkenden Kaufpreisen lohnt sich das jetzt schon oft. Ich gehe davon aus dass die derzeitige Zinsentwicklung noch einige Jahre so anhält (Hypothekenzinsen zwischen 3-4%), die Kaufpreise sich aber stabilisieren in 6-12 Monaten, da dann immer mehr Lohnsteigerungen in Kraft treten (öffentlicher Dienst z.b. 10% +x, Mindestelöhne steigen, Renten steigen weiter...).

Deine Worte, kaum 48h her. Sorry, nicht mein Fehler.

"Jetzt" ist nicht mittelfristig.

"6-12 Monate" ist nicht mittelfristig.

Max_aus_E hat Dir - wie ich - auch schon direkt darauf kritisch geantwortet, alles plausibel und gut begründet. Deine Reaktion? Theoretisches Beispiel rausgehauen, was als Diskussionsgrundlage dienen soll und ... bulletproof ... keine 3s standhält, weil massive Rechen-, Denk- und Plausibilitätsfehler beinhaltend.

Und dann berschwerst Du Dich, dass Du "angefeindet" werden würdest.

Bei allem Respekt. DEIN Diskussionsstil ist anmaßend bis übergriffig, weil Du Nullkommanull auf das gibst, was Dir offensichtlich versierte Diskussionsteilnehmer als Argumentation erwidern und zwar so lange, bis man Dir richtig auf den Kopf haut. Mit Freundlichkeit/Appeasement erreicht man bei Betonköpfen wie Dir gar nichts, sondern dann fühlt Ihr Euch nur darin bestätigt, den gleichen falschen Sermon immer wieder zu wiederholen.

Und wenn man dann mal deutsch spricht und der Groschen dann doch mal ganz langsam gefallen ist, soll man es dann wieder ganz langsam vorrechnen.

Perlen vor die Säue. Wer in der aktuellen Situation noch ernsthaft von einem kurz- bis mittelfristigen (an der Stelle bin ich gnädig ggü. Deiner tatsächlichen Formulierung, s.o.) Szenario ausgeht, dass die paradiesischen Finanzierungsgesamtkonstellationen von ~2009 bis ~2017 und die immer noch guten Konditionen bis 01/2021 in absehbarer Zeit wiederkommen, der lebt - sorry - entweder in einer Traumwelt, kann nicht rechnen oder beides.

Und wenn Du nur eine kleine empathische Antenne gepaart mit ein wenig Fachwissen hättest, dann hättest Du bis jetzt auch schon längst gemerkt, dass ein User mit gerade mal 18 Beiträgen wie Max_aus_E ziemlich plausible Dinge schreibt und vermutlich über das Thema Immo nicht nur schreibt, sondern auch in irgendeiner Weise fundiert im realen Leben aktiv ist. So zumindest mein Eindruck, ohne alles komplett von ihm gelesen und plausibilisiert zu haben.

 

Zitat von Cepha am 29. Juni 2023, 12:43 Uhr

Bezieht sich diese Summe von 764 Mrd Euro auslaufende Kredite auf Deutschland? Bezieht sich diese Summe "auslaufender Kredite" nur die Summe der notwendigen Neufinanzierungen?

Ja, bezieht sich auf D. Es sind ca. 100Mrd pro Jahr, die erwartbar nachfinanziert werden müssen, wobei man natürlich nicht bei jedem Schuldner weiß, ob er in der Lage ist anderweitig Kapital zur Tilgung einzusetzen. Speist sich offensichtlich aus Erfahrungswerten.

Die meisten Marktteilnehmer erwarten wohl, dass die FED dieses Jahr noch 2x 0,25% dazu gibt und ich nehme mal an, auch die  EZB wird die Leitzins in Europe erstmal noch weiter erhöhen.

400.000€ Kredit bei 4% Zins und 30 Jahren Laufzeit sind über 1927€ mtl. Rate. Das dürfte für viele deutsche Haushalte mit Leuten Anfang der 30er so ein realistische Rate sein, wenn ,man sich streckt. Um bei 5% Zins nicht darüber zu kommen dürfte der Kredit nur noch bei 355.000 Euro liegen. 100.000e EK angenommen wäre das ein nominaler Preisrückgang von weiteren knapp 10%. (real entsprechend mehr)

Für 40jährige mit 20 Jahren Kreditlaufzeit würde bei 200.000€ EK (die muss man erst mal haben) bei 300.000€ Kredit zu 4% eine Rate von 1840€. Äquivalent dazu ginge bei 5% Zins dann noch ein Kredit von 275.000 Euro. Da wäre der erforderliche Preisrückgang geringer.

MfG

Es gibt dazu reichlich Statistiken mit Grafiken, sodass man das eigentlich nicht immer mit eigenen Beispielen durchhampeln muss. Vor allem ... wenn man sich denn mal auf _ein_ exemplarisches Beispiel einigen wollte ... dann müsste da mindestens plausibel rein:

  1. BRW Grundstück
  2. Unterscheidung ETW/1-2FMH, also Haustyp
  3. Wohnfläche
  4. Ek-Quote
  5. Unterscheidung Neubau/Bestand und wenn Bestand
    1. ... dann Alter/Instandhaltungsstau/Rücklagen/Energie-Klasse

Alles andere bleibt immer nur bruchstückhafte Stümperei, die wie gesagt auf Grund reichlich vorhandener öffentlich zugänglicher Daten, Studien und publizistischer Veröffentlichungen redundant und damit wenig zielführend ist. Über Deine beiden og. Szenarien kann man natürlich diskutieren, aber da sind so viele Varianzen drin, das sich die Diskussion sehr schnell in Nebenschauplätzen verlieren wird.

Meine persönliche Einschätzung ist, dass der Erwerb einer Immo für den Durchschnittsverdiener in den nächsten 5-10 Jahren definitiv schwieriger sein wird als in den letzten 10-15 Jahren und sich das ergo nicht mal eben in 6-12 Monaten einpendeln wird.

Im post prozessing kann man jetzt natürlich schön eruieren, ob Oliver Nölting mit Miete/ETF besser gefahren ist, als Menschen, die im entsprechenden Zeitraum Eigentum erworben haben und sich darauf aufbauend überlegen, ob die Situation aktuell Parallelen zum Zeitraum ca. 2000 - 2012 hat, also der letzten Dekade mit vergleichbar hohen Zinsen wie jetzt. Meines Erachtens gibt es da aber - zB im Bereich Sanierung Altbau - nicht vergleichbare Randbedingungen, ergo hilft die Betrachtung dieser Phase vermutlich nicht wirklich weiter.

In Ergänzung, Artikel von heute. Kann sich ja jeder selbst überlegen, was das bedeutet:

Deutschland baut viel weniger Wohnungen als im Nachkriegsschnitt - DER SPIEGEL

Das soll keine Prognose sein, sondern einfach nur eine examplarische Betrachtung an einem fiktiven Fallbeispiel.

Ich hab z.B. mal geschaut, dass Paare mit kleinen Kindern deutschlandweit mit 6000€ netto Haushaltseinkommen bereits zum oberen Viertel gehören und dafür mal eine "passende" Tilgungsrate gewählt. Signifikante Nebenkosten, Sanierungskosten/Rücklagen kommen ja oft noch oben drauf.

Es wird spannend, wo sich der Markt hinbewegt. Geben die Käufer nach und verschulden sich bis zur Oberkante fürs Eigenheim (und die Banken machen mit?) Geben die Verkäufer nach weil gut (statt sehr gut) verkauft ist besser als garnicht verkauft oder findet einfach über Jahr kaum mehr Handel statt?

Sind ja alles mögliche Optionen und wahrscheinlich auch vom Segment abhängig. Bei den Luxusimmobilien wird vermutlich oft ohne Kredit finanziert, da können die Preise ja weiter steigen.

Spannend wäre auch noch, wie die Kaufwilligen ihr Eigenkapital angelegt haben. Auf dem Tagesgeld bei -7%/a real? In Aktien bei ca. -10%/a real in den letzten 1,5 Jahren oder..?

Zitat von Cepha am 29. Juni 2023, 14:07 Uhr

Das soll keine Prognose sein, sondern einfach nur eine examplarische Betrachtung an einem fiktiven Fallbeispiel.

Ich hab z.B. mal geschaut, dass Paare mit kleinen Kindern deutschlandweit mit 6000€ netto Haushaltseinkommen bereits zum oberen Viertel gehören und dafür mal eine "passende" Tilgungsrate gewählt. Signifikante Nebenkosten, Sanierungskosten/Rücklagen kommen ja oft noch oben drauf.

Wie gesagt, schon an der Stelle kann sich die Diskussion schnell in viele Richtungen verlieren, denn:

  1. Das obere Viertel hat kein Problem, da bekommt man immer irgendwie eine Finanzierung
  2. was aktuell wegbricht, sind aber nicht die Käufer mit ausreichend finanziellem Background, sondern eben die Masse im unteren und mittleren Einkommens/Vermögensbereich. Das sind die 40-50%, die aktuell einfach nicht mehr finanziert werden - ein paar Angsthasen mit Geld werden auch dabei sein, aber die gehen in der Masse unter. Diese Masse ist es aber, die - wenn man über generelle Fragen zur Effizienz/Rendite/Vermögensaufbau mit Immos spricht - betrachtet werden muss. Die Einschränkung auf das obere Viertel ist also nicht mit der allgemeinen Entwicklung kongruent und prinzipiell beweist schon die gesonderte Betrachtung dieser Gruppe, dass es beim Rest ganz offensichtlich eine andere Situation gibt.

Wenn man aber zu allgemeinen Aussagen kommen will, muss man diese Gruppe eben auch adressieren.

Es wird spannend, wo sich der Markt hinbewegt. Geben die Käufer nach und verschulden sich bis zur Oberkante fürs Eigenheim (und die Banken machen mit?) Geben die Verkäufer nach weil gut (statt sehr gut) verkauft ist besser als garnicht verkauft oder findet einfach über Jahr kaum mehr Handel statt?

Sind ja alles mögliche Optionen und wahrscheinlich auch vom Segment abhängig. Bei den Luxusimmobilien wird vermutlich oft ohne Kredit finanziert, da können die Preise ja weiter steigen.

Spannend wäre auch noch, wie die Kaufwilligen ihr Eigenkapital angelegt haben. Auf dem Tagesgeld bei -7%/a real? In Aktien bei ca. -10%/a real in den letzten 1,5 Jahren oder..?

Finde ich auch spannend, definitiv. Und muss auch bei der Frage, ob sich Immo lohnt oder nicht, unweigerlich mit durchgeschleppt werden. Hat Kommer auch gezeigt, wie es gemacht wird, deswegen verweise ich immer wieder auf ihn, auch wenn man von ihm halten kann, was man will. Fällt hier im Forum aber immer wieder unter den Tisch und ich weiß wirklich nicht, wie oft ich das hier schon angemahnt habe, die Opportunitätskosten nicht zu vergessen und wenn sie aufgeführt sind, diese auch korrekt zu berechnen.

Gefühlt sicherlich hundertmal. Vermutlich sogar real.

Ohne diese Betrachtung führt aber fast jede generelle Aussage zu Kosten/Effizienz eines Immo-Invests in die Irre.

Zitat von MFZ73 am 29. Juni 2023, 15:50 Uhr

Wie gesagt, schon an der Stelle kann sich die Diskussion schnell in viele Richtungen verlieren, denn:

  1. Das obere Viertel hat kein Problem, da bekommt man immer irgendwie eine Finanzierung
  2. was aktuell wegbricht, sind aber nicht die Käufer mit ausreichend finanziellem Background, sondern eben die Masse im unteren und mittleren Einkommens/Vermögensbereich. Das sind die 40-50%, die aktuell einfach nicht mehr finanziert werden - ein paar Angsthasen mit Geld werden auch dabei sein, aber die gehen in der Masse unter.

 

Hat erst vor wenigen Tagen ein längeres Gespräch mi8t einem Kollegen. Ingenieuersgehalt, 33, mit Freundin (arbeitet auch) und Kind. Die sind hier in den oberen 25% beim Haushaltseinkommen. Die Freundin will jetzt gerne eine Immobilie, bevorzugt kleines Häuschen (auch unter 100m² wäre okay)

Der sieht sich dazu aktuell nicht imstande.

"Irgendwie" mags ja vielleicht gehen, aber da bleibt kein Leben übrig. Oder halt ne 3-Zi Wohnung, aber was genau gewinnt man da gegenüber 3-Zi Wohnung mieten?

Frugalisten werden die beiden nicht sein, aber Verschwender auch nicht. Die nutzen z.B. Carsharing statt eigenem Auto.

Ist halt auch kein Geld von den Eltern da, dafür waren/sind Studienkredite abzuzahlen.

Das ist aktuell leider so, die Randbedingungen haben sich massiv verschoben.

Eigentlich haben sie das nicht wirklich. Historisch betrachtet baut man immer noch günstig. Das merkt man nur nicht wirklich da unsere Ansprüche an Qualität, Ausstattung und Wohnfläche immer weiter ansteigen.

Hier mal ein meiner Meinung nach guter Artikel der da etwas aufräumt.

https://app.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilien-was-am-maerchen-der-hohen-eigenheim-preise-wirklich-dran-ist/29243708.html

Artikel ist leider hinter einer Bezahlschranke.

Destatis zeigt aber schon, dass die Baupreise in den letzten 8 Quartalen deutlich über der Inflation angestiegen sind.

Preise - Statistisches Bundesamt (destatis.de)

Dazu kommt, dass die Menschen natürlich die Preise und deren Entwicklung der letzten 10-15 Jahre im Kopf haben. Was vor 30 oder 60 Jahren normal war, dafür hat doch kaum jemand ein Gefühl. Dass sich 2022/23 etwas ggü. 2021 verändert hat, das hat mehr oder weniger jeder auf dem Schirm.

Das kriegt man also nicht weggebügelt, indem man sich historisch gemittelte und dann auch noch internationale Preise ranzieht. Natürlich kann man Abstriche beim Luxus und bei der Fläche machen, aber das ist eben auch ein Prozess, der erst jetzt einsetzt, weil erst jetzt sehr viele Bauinteressenten merken, dass sie entweder gar keine Finanzierung bekommen oder das Kapital nur für ein deutlich kleineres Haus reicht oder man 30-35 Jahre von der Hand in den Mund lebt. Dazu sind längst nicht mehr alle - verständlicherweise - bereit. Auch weil noch keine Erfahrungswerte vorliegen, ob sich die Steigerung der Immopreise im Bestand wieder an die Inflation anpassen.

Die warten eben ab und deswegen ist bei mir das Geschäft mit 1-2-Fam.-Häusern komplett am Boden. Letztes Jahr hatten wir noch ca. 3-4 Anfragen pro Woche, weil das bereits finanzierte Objekte waren - jetzt noch eine Anfrage im Monat. Zum Glück bin ich von dem Geschäft aktuell nicht abhängig, sonst müsste ich Leute entlassen.

Es wäre aber nicht verwunderlich, wenn wie im Zuge der Finanzkrise 2007ff und auf Grund der klimatischen Veränderungen ein Trend zum Downsizing einsetzt und der Flächenverbrauch insgesamt optimiert wird. Also kleinere Grundstücke, bessere Ausnutzung und eher MFH als EFH.

 

So, es gibt mal wieder neuen Input zur erwarteten Gesamtsituation. Die Betrachtung ist grds. weltweit und - gaz wichtig - üerb alle Wohnimmobilienklassen, -lagen und -zustände gemittelt, D wird aber auch speziell genannt:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/oekonomen-erwarten-neuen-weltweiten-immobilienboom-a-edbb3699-ddbe-4824-ae7f-a75c38ad4702

Es gibt ergänzend dazu Aussagen für Deutschland, dass der Tiefpunkt für Immopreise (ebenfalls ganz generell und über alle Wohnimmobilien d-weit gemittelt, s.o.) in Q4/2023 erreicht wird. Ob das tatsächlich so ist und wenn ja, wie lange der Markt braucht, um das zu realisieren, wird man dann sehen. Ich kann's aktuell aus meinem Auftragsaufkommen noch nicht ableiten/verifizieren, da passiert noch nichts.

Dazu passt aber die aktuelle Entwicklung der Inflation, sowohl in den USA als auch D, die sich durch die letzten Zinsanhebungen der FED/EZB jeweils stabilisiert haben, wenn auch bei noch relativ hohen 5% Kernquote. Die EZB strebt nach wie vor 2% an.

Passen würde das in D auch zur Sachlage, dass 2022 und 2023 viel weniger Neubau entstanden ist, als erforderlich. Das hat eine Nachfrage von grundsätzlich Kaufinteressierten im Mietmarkt als auch im Bestand zur Folge, was dort die Preise treibt oder zumindest stabil hält. Wenn nun absehbar ist/wird, dass Bestand samt Sanierung auch nicht günstiger als ein Neubau wird, werden mehr Leute das Risiko Neubau eingehen - fraglich ist, wann und wie schnell sich die Banken dran gewöhnen, dass im Kleinstkreditbereich für ein EFH künftig wenig unter 500T€ zu +5% Zins laufen wird. Klar, hatten wir historisch betrachtet schon - das wird zudem aber nur funktionieren, wenn auch die Einkommen entsprechend wachsen.

Überblick zu Mietererhöhung: Anstieg alarmiert die Politik (faz.net)

Die Mieten steigen und steigen. Das war aber abzusehen, da die Renditen durch die hohen Zinsen andernfalls nicht mehr gegeben wären um noch sinnvoll in Wohnraum zu investieren.

destatis 

Pressemitteilung Nr. 498 vom 22. Dezember 2023

Preise für Wohnimmobilien im 3. Quartal 2023: -10,2 % zum Vorjahresquartal

Wohnimmobilienpreise sinken nach Höchststand im 2. Quartal 2022 weiter

Na dann mal Frohe Weihnachten! 🙂

Frage an die Leute hier mit zweistelliger Immo-Anzahl: Wie reagiert ihr auf das zu erwartende höhere Zinsniveau der Anschlussfinanzierung? Ich habe nur ein Objekt in Abzahlung, aber schon das führt in den nächsten Jahren voraussichtlich zu einer Planänderung, weg vom Aktien-ETF-Sparplan "auf Pump" und hin zu schnellerer Tilgung. Müsste der Effekt bei den Immo-Schwergewichten unter euch nicht noch stärker sein?

Ich mache mir überhaupt keine Gedanken. Meine Anschlussfinanzierung ist noch fast 7 Jahre hin. bis dahin ist die Restschuld im Verhältnis zum Wert der Wohnungen doch sehr überschaubar. Mit einem Zinsniveau um die 4% käme ich dann aber immer noch sehr gut zurecht. Wer in den nächsten 2-5 Jahren mit dem Thema Anschlussfinanzierung konfrontiert wird, hat aber " seinerzeit" eben auch zu sehr guten Zinssätzen erstfinanziert und idr. auch entsprechend getilgt. Bei einer Anschlussfinanzierung wird ja "nur noch" die Restschuld "neuverzinst". Letztlich steigen die Realkosten der Finanzierung auch inflationsbedingt kaum bzw. kann man da recht viel umherspielen. Mieterträge steigen ja ebenfalls im Laufe der Jahre.

Alles was weiter als 5 Jahre in der Zukunft liegt lässt sich heute kaum erahnen. Mich interessiert das Thema erst wieder 2030 und eigentlich auch dann nicht wirklich, da ich dann alle bis auf meine eigene Wohneinheit verkaufen werde und dafür nur eine Zwischenfinanzierung benötigen werde. Restschuld dann ca. 850k bei voraussichtlich 120k Mieteinnahmen p.a. Wenn ich da mit. Selbst wenn ich da mit jeweils 5% Tilgung und Zins kalkuliere, so ist das auch nach Steuer und Rücklage gut zu machen, zumal der Tilgungsanteil ja auch in den Topf mit dem Vermögenszuwachs wandert. Der Zinsanteil sinkt zudem beständig ab während Mieteinnahmen regelmäßig angepasst werden.

Ich denke nicht, dass es viele "gewerbliche Vermieter" geben wird, die da in die Falle tappen werden. Es gibt eine breite Auswahl an Instrumenten um langfristig zu agieren und kalkulieren. Das regelt der Markt schon ganz gut selbst wenn man auf Zack ist...und das sollte man schon irgendwie sein wenn man zweistellig Wohneinheiten sein Eigen nennt...

Zitat von Max aus E am 26. Dezember 2023, 0:37 Uhr

Ich denke nicht, dass es viele "gewerbliche Vermieter" geben wird, die da in die Falle tappen werden. Es gibt eine breite Auswahl an Instrumenten um langfristig zu agieren und kalkulieren. Das regelt der Markt schon ganz gut selbst wenn man auf Zack ist...und das sollte man schon irgendwie sein wenn man zweistellig Wohneinheiten sein Eigen nennt...

Hat René Benko nicht geschafft und es wird weitere kleine wie große Investoren geben, die wie Benko und zB auch die relativ kleine Silicon-Valley-Bank abgewickelt wurden/werden. Die bekommen alle Probleme, wenn das billige Geld nicht mehr nachfließt. Habe auch Kunden/Geschäftspartner, die so denken und Probleme bekommen werden, bereits haben oder auch schon liquidiert wurden. Logisch nachvollziehen kann ich das auch nicht, aber es passiert immer wieder.

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