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Aktuelles zum Immobilienmarkt

Angeregt von exit tetra hydro ... im Paralellfaden "Aktuelles zum Aktienmarkt" möchte ich gerne einen ähnlichen Faden für Immobilien eröffnen für allgemeine Themen und Ereignisse wie:

  • Häuserpreisindex
  • Zinstendenzen
  • Marktbewertungen
  • Fördermöglichkeiten (KfW, Mietzuschuss etc.)
  • Kennzahlen
  • demografische Entwicklung und Auswirkung
  • regionale Verschiebungen
  • politische Regulierungen
  • Mietmarkt

Nicht gedacht ist der Faden für ausführliche Behandlung von spezifische Fragen oder User bezogene Themen und Bitte um Einschätzungen.

@Oliver: Wäre klasse wenn du den Faden auch pinnen könntest

Ich greife gleich mal Exits Thema auf und verlinke einen Kommentar, dem ich zustimme:
https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/regulierung-ueberzogene-kritik-die-bafin-bremst-zu-recht-bei-immobilienkrediten/27972430.html?ticket=ST-1554994-cnGnCSHkIUFbQb6wEPRa-ap2

Ich finde es richtig, dass die Banken nach Basel 2 weiter und verschärfter dazu angehalten werden nicht zu sehr riskante Finanzierungen zuzulassen. Gerade ein Erstkäufer sollte mehr Sicherheiten (Liquidität) mitbringen. Zum Wohle aller, also des gesamten Marktes und seinem eigenen. Das hält den Markt stabil und verschont ihn vor größeren Ausfällen.

Teurer wird die Finanzierung vor allem für die Risiko Finanzierer. Wer eine Grundschuldsicherung bestehender Immobilien mitbringen kann neue Objekte natürlich voll Beleihen und ist dennoch erstrangiger Schuldner.

Hi Muslime_Frugi: Wenn ich das richtig verstanden habe wird statt der üblichen 80% Finanzierung bei der ca. 30% des Nettokaufpreise aus EK zu finanzieren ist künftig 2,75% Mehr also 32,75% EK verlangt. Oder geht es hier um das EK das die Bank als Sicherheit zu hinterlegen hat und selbst schauen muss wo sie das Geld herbekommt? Hört sich für mich nach Peanuts an. Es spricht demnach auch zukünftig nichts gegen 110% Finanzierungen oder? Die Bank muss nur etwas mehr EK hinterlegen was sie doch sowieso von vielen anderen Kunden leicht einsammeln kann.

Zum Punkt riskante Erstfinanzierungen kann ich nur sagen das mein Gefühl ist das wir hier in Deutschland sehr übervorsichtig agieren. Die erste Immobilie ist wirklich sehr schwer zu bekommen und danach wird es immer leichter ist doch irgendwie Strange oder? Bei Immobilien ist eigentlich immer ein Wert vorhanden. Es gibt jetzt bereits so viele Auflagen um einen Kredit zu bekommen das ich mich eher freuen würde wenn hier wieder etwas Bürokratie abgebaut werden würde.

@jan-veerman Das hast Du falsch verstanden.

Erstens: Eine Bank kann sich kein Eigenkapital von den Kunden einsammeln. Das sind Kundengelder (Girokonto, Festgeld) die mit dem Eigenkapital der Bank nichts zu tun haben. Bspw. hat die Bank eine gewisse Anzahl an Aktien ausgegeben, welche das Eigenkapital darstellen (bspw. 100 Aktien zum Nennwert von 1 €, dann sind das 100 € EK).

Zweitens: Es geht hier, wie im zweiten Satz richtig vermutet, um das Eigenkapital der Bank.

Nach den Basel-Regularien muss jede Bank für diverse Geschäfte Eigenkapital als Sicherheit "hinterlegen". Nach Basel III soll das harte Kernkapital (Tier 1a) auf 4,5 % steigen. Von dem oben erwähnten Beispiel sind also von den 100 € EK gleich einmal 4,50 gebunden -> ergo kann ich nur noch 95,50 € EK als Sicherheiten hinterlegen.

Natürlich kommt hier noch der Zusatz, dass auch der jeweilige Kunde entsprechend eingewertet werden muss, was unterschiedliche EK-Hinterlegungen zur Folge hat. Beispielsweise ist das Risiko bei einer Privatperson (Zahlungsausfall) größer, als bei einem Unternehmen. Denn bspw. kann eine Privatperson schneller seinen Job verlieren und somit bricht die Zahlung ein, als bei einem Unternehmen, das mehrere Produkte vertreibt.

Nun ist es so, dass für jedes Geschäft ein gewisser Prozentsatz an EK hinterlegt werden muss. Wenn die Bank nun bspw. für einen privaten Immobilienkredit über 100 € anstelle von 8 € nun 10,50 € hinterlegen muss, wird sie sich das Geschäft noch genauer ansehen. Denn die 2,50 € hätte sie ja auch für ein anderes Geschäft, das eventuell lukrativer sein könnte, verwenden können.

Das hat jetzt mehrere mögliche Auswirkungen... Es werden vielleicht keine 110% Finanzierungen mehr durchgeführt; Die Finanzierungszinsen werden angehoben; Langfristige Zinsbindungen wird es nicht mehr geben; ....

Unabhängig davon könnte es einfach schwieriger werden, Geld von der Bank zu bekommen.

Hoffentlich habe ich es soweit einigermaßen verständlich und korrekt dargestellt, aber sooo tief bin ich da auch nicht in der Materie.

 

Nehmt es mir nicht übel. Aber wie wenig Wissen teilweise vorhanden ist, vor allem bei Leuten, die relativ kurz im Geschäft sind und dann teilweise ihre Investments deutlich hebeln, ist schon erstaunlich (erschreckend).

Zitat von Jan Veerman am 14. Januar 2022, 23:47 Uhr

Bei Immobilien ist eigentlich immer ein Wert vorhanden.

Klar, aber vielleicht auf einmal nur noch 50%. Oder noch weniger. Und dann wird es auf einmal sehr eng. Hast du dich schon mal mit den diversen Finanz- und Immobilienkrisen der letzten Jahrzehnte beschäftigt? Wahrscheinlich nicht. Wäre aber vielleicht hilfreich.

Hi @privatier mag sein das bei uns noch wenig Wissen vorhanden ich bemühe mich aber etwas dazuzulernen. Danke @lostoi für deine Ausführungen. Zum Thema Wertverlust ich habe in der Vergangenheit bei Immobilien selten große Rücksetzer erlebt und selbst 50% ist ja noch deutlich mehr als bei Aktien wo Firmen tatsächlich Pleite gehen und dann gar nichts mehr vorhanden ist. Zurück zu Immobilien: Aus meiner Sicht wurden Immobilien früher sehr stark durch Abschreibungen 7b oder so was gepusht als auch die Eigenheimzulage weggefallen ist war ein Tiefpunkt erreicht ab da konnte der Markt gesund nach oben wachsen 🙂

Zitat von Privatier am 15. Januar 2022, 12:04 Uhr

Nehmt es mir nicht übel. Aber wie wenig Wissen teilweise vorhanden ist, vor allem bei Leuten, die relativ kurz im Geschäft sind und dann teilweise ihre Investments deutlich hebeln, ist schon erstaunlich (erschreckend).

Zitat von Jan Veerman am 14. Januar 2022, 23:47 Uhr

Bei Immobilien ist eigentlich immer ein Wert vorhanden.

Klar, aber vielleicht auf einmal nur noch 50%. Oder noch weniger. Und dann wird es auf einmal sehr eng. Hast du dich schon mal mit den diversen Finanz- und Immobilienkrisen der letzten Jahrzehnte beschäftigt? Wahrscheinlich nicht. Wäre aber vielleicht hilfreich.

Nachschussforderungen der Banken sind allerdings nur bei hohem Hebel und gleichzeitig auch nominal deutlich sinkenden Kaufpreisen möglich. Nominale Rückgänge der Kaufpreise oder gar Mieten waren allerdings in D historisch eher selten, nicht zu vergleichen mit dem Aktienmarkt. Außer man nimmt einen weiteren Weltkrieg in die eigene Risikobetrachtung. Andere Länder wie die USA sind volatiler, aber von den Rahmenbedingungen kaum mit D vergleichbar (hohe Kaufnebenkosten und die Haftung mit sämtlichem Vermögen für den Kredit).

@jan-veerman: Ich finde deinen Ansatz spannend und die starke soziale Komponente darin super, ich wünsche dir, dass alles weiter gut geht. Ich persönlich könnte mit deinem Konstrukt nicht gut schlafen, für mich wäre der Hebel zu groß und die Zentrierung auf den Raum Stuttgart ein zu hohes Klumpenrisiko. Einzelne Städte können sich ja schon stark negativ entwickeln. Hast du mal überlegt deine Immos räumlich auszuweiten?

*Update* Sorry, wenn das etwas offtopic war, wähnte mich hier gerade in Jans Thread mit der hübschen Grafik. 🙂

Zitat von Jan Veerman am 15. Januar 2022, 12:27 Uhr

... Zum Thema Wertverlust ich habe in der Vergangenheit bei Immobilien selten große Rücksetzer erlebt und selbst 50% ist ja noch deutlich mehr als bei Aktien wo Firmen tatsächlich Pleite gehen ...

Wie haben sich die regionalen Immobilienpreise in Duisburg oder Völklingen zu Zeiten der Stahlkrisen/ Hüttenschliessungen entwickelt? Oder in Detroit?

Kann mir so ein Szenario in Wolfsburg, Ingolstadt oder Stuttgart auch gut vorstellen...
(und helfen Dir die steigenden Preise in Berlin und Heidelberg nix)

@exit-tbd die Regionalen Preisschwankungen sind tatsächlich etwas über das ich mir vor ein paar Jahren mal Gedanken gemacht habe. TheWanderer denkt ja in die gleiche Richtung. Die Region Stuttgart ist durch Daimler/Bosch und Porsche sehr stark geworden und ich merke es deutlich wenn die mal wieder Einstellungsstops/keine Praktikanten etc. mehr beschäftigen. (Auf die Standardvermietung hat das keinerlei Einfluss nur auf die Sondervermietung). Das sind bis jetzt immer Wellen an die man sich gewöhnen kann. Allerdings sind die Regionen heute viel diverser aufgestellt als noch vor 50 Jahren. Wir haben in Deutschland super ausgebildete Menschen die sehr fleißig sind darum wird eine Technologie auch schnell durch eine andere ersetzt ohne gleich alle Beschäftigte auf die Straße zu setzen.

Warum Duisburg so unterbewertet ist ist mir tatsächlich ein Rätsel, wenn ich dort wohnen würde hätte ich vermutlich alles aufgekauft :-). Von Detroit wurde die Produktion verlagert diese Gefahren sehe ich bei uns nur für kleiner Städte die überproportional viel Produktion von nur einer Branche haben. Unsere Großstädte sind wie gesagt aus meiner Sicht sehr breit aufgestellt bis vielleicht auf Wolfsburg und Ingolstadt wobei dort ja auch sehr viel Entwicklung ist. Fazit ein zweites Detroit in Deutschland ist sehr unwahrscheinlich.

Eine Investition in andere Regionen macht aus meiner Sicht nur Sinn wenn man die Zeit und Lust hat sich mit diesen zu beschäftigen. Bei mir fehlt es momentan an beidem :-). Klumpenrisiko sehe ich eher wenn ich alle Wohnungen in einem Haus hätte oder nur sehr wenige Optionen bei der Vermietung hätte. Ein Haus in einem Dorf wäre mir tatsächlich zu riskant.

Zitat von Jan Veerman am 15. Januar 2022, 12:27 Uhr

Hi @privatier mag sein das bei uns noch wenig Wissen vorhanden ich bemühe mich aber etwas dazuzulernen. Danke @lostoi für deine Ausführungen. Zum Thema Wertverlust ich habe in der Vergangenheit bei Immobilien selten große Rücksetzer erlebt und selbst 50% ist ja noch deutlich mehr als bei Aktien wo Firmen tatsächlich Pleite gehen und dann gar nichts mehr vorhanden ist. Zurück zu Immobilien: Aus meiner Sicht wurden Immobilien früher sehr stark durch Abschreibungen 7b oder so was gepusht als auch die Eigenheimzulage weggefallen ist war ein Tiefpunkt erreicht ab da konnte der Markt gesund nach oben wachsen 🙂

Kleiner Scherz am Rande? Aktien schwanken teilweise 50% ohne (!) das es irgendwelche nennenswerten Nachrichten gibt. Und das selbst bei großen, stabilen Unternehmen. Selbst große, eigentlich noch stabile Unternehmen können in krisenhaften Zeiten bis zu 90% an Wert verlieren. Wenn es dann wirklich dem Ende entgegengeht, sind es 95 bis 99% und zu guter letzt dann eben 100%.

@privatier zurück zum hebeln. Es ist doch aktuell so das für unter 1% Zinsen für 10 Jahre Geld für eine Immo plus allen Nebenkosten bekommen können. Die Inflation liegt bei über 2%. Das ist doch absolut einmalig das die Zinsen weniger als halb so hoch sind wie die Inflation und das recht sicher für die nächsten 10 Jahre. Da Immobilien bei ordentlicher Instandhaltung auch einigermaßen mit der Inflation mithalten können scheint es auf den ersten Blick eine Gelddruckmaschine. Durch die Miete kommen weitere Einnahmen hinzu mit denen die Instandhaltung deutlich überkompensiert wird.

In der Vergangenheit waren die Parameter der Erfolgsformel ganz andere darum haben einen damals 4% er beim Hebeln auch in guten Lagen in den Ruin getrieben während sie einen heute zur FI verhelfen. Sicherlich kann sich auch alles wieder ändern und dann muss es neu betrachtet werden. Ich sehe aber gerade keine dunklen Wolken vorbeiziehen wenn du etwas wahrnimmst gib uns schnell bescheid damit wir nachjustieren können und unsere FI nicht gefährden.

Ob es moralisch in Ordnung ist diese Chance zu nutzen ist eine andere Sache der ich auch an anderer Stelle nachgehen möchte.

Noch etwas zur aktuellen Lage am Mietmarkt: Von April 2020 bis Oktober 2021 ist der Markt für WG Vermietung ziemlich eingebrochen. Hatte davor immer eine Warteliste und jetzt erstmals auch wieder eine. In letzter Zeit zieht es wieder ziemlich an, fast überall sind die WGs wieder voll und das obwohl noch immer geschätzt 20% weniger WG Mieter vor Ort sind. Jede Woche schreiben mich, ohne das ich Anzeigen aktive habe, ein paar Leute an ob ich noch ein Zimmer frei hätte. Was wird erst passieren wenn in einem halben Jahr alles wieder auf ist (Endemie)? Aus meiner Sicht wird die Nachfrage dann noch größer sein als vor der Pandemie und das bei einem noch kleinerem Angebot. Viele werden ihr Studium/Praktikum einfach nicht mehr antreten können weil sie schlicht kein Zimmer finden. Das hilft mir zwar als Vermieter aber die Studenten tun mir jetzt schon leid. Fazit: für Mieter sehr angespannt.

@muslime_frugi

Das Thema EK Erhöhung für die Banken um 2,75 % (auf dann knapp 11%) ist für mich ein Politikum, also von 8 auf 11,75 % sind das mal eben über 25% und daher keinesfalls "Peanuts" wie hier oben auch jemand geschrieben hatte!! Absoljut sind das beim aktuellen Kreditvolumen geschätzt zusätzlich 22 Mrd Euro! Meine Einschätzung rührt daher, da die Banken derzeit sowieso über EK-Rücklagen auf das Kreditgeschäft von ca. 15 % verfügen (Quelle: Bundesfinanzministerium auf deren Homepage). Das heißt konkret, dass numerisch nix passiert, jedoch der Spielraum für Kreditvergaben sinkt. Auch verfügen nicht alle Banken über die 15% , sondern es gibt auch viele mit unterdurchschnittlicher EK Ausstattung.

Was heißt das für den Markt: Banken müssen auf Kreditgeschäft verzichten wenn sie die EK Anforderungen erfüllen müssen. Wie oben gesagt: Es geht um 22 MrD Euro die die Banken vorrätig halten müssen und zwar nicht als Liquidität o.ä sondern EK (also Stammkapital plus Gewinn(-vorträge)! Mögliche Folgen: Es werden Margen und somit Zinsen erhöht um die eigene Kapitaldecke qua Gewinnen zu stärken; es wird mehr EK vom Kreditnehmer verlangt also deren Kreditrahmen verkleinert damit anteilig die eigene EK Rücklage nicht so hoch ausfällt.  Banken könnten Kapitalerhöhungen durchführen. Banken EK muss in der Regel dem Kapitalgeber verzinst werden, was wiederuum die Kreditvergabe beeinflusst. ... und tausend andere Gründe und Effekte.

Kurzum: Für mich ist das ein Warnsignal: Die Politik nimmt über diesen Umweg Luft aus der Immoblase oder sie befürchtet dass es zu einer ungesunden kommt. Oder sie denkt, dass bei weiter steigenenden Krediten im Immobereich  bei zu wenig Häuslebauer-EK irgendwann die Kredite faul werden und Rückzahlungssschwierigkeiten drohen. Ursache für mich: Erwartete steigende Zinsen im Eurorau werden hier politisch vorweggenommen um die Leute vor dem eigenen Wahn zu schützen. Aber auch hier sind tausend andere Interpretationen möglich.

Fazit: Augen auf beim Immokauf und langjährig denken wann welche Rate bei welcher Zinslast nicht mehr bedient werden kann. An Kredite zu kommen wird definitiv schwerer, wieviel, das weiß ich nat. auch nicht.

Und nat. hat @Privatier oben recht mit der Bemerkung (gleichwohl eher Jahrundereignis): Was, wenn mal irgendwie 1 Mio Immos von den Banken eingezogen werden wegen fauler Kredite und dann die 1 Mio Immos einen neuen Besitzer suchen. Da gehts dann mit der Bewertung mal "leicht" abwärts.

Diese Einschätzung teile ich und für D wird es auch der Weg sein, ohne nominelle Zinserhöhung der EZB die Kreditzinsen im Immobilienmarkt zu erhöhen, um die Preisentwicklung zu dämpfen. Jedenfalls ist es dann nicht mehr möglich, mit den letzten zusammengekratzten Euro das überteuerte Traumhaus mit massivem Renovierungsbedarf für den "kreativen Gestalter" zu vermarkten.

Im Bereich der Kapitalanlagen rechnen die Leute anders, je nach Erfahrung und Renditeanspruch ist das Preisniveau jetzt schon "surreal". Momentan steht der Kernschrott im Regal von Immobilienscout und stinkt vor sich hin, aber die Preise werden immer noch als marktgerecht dargestellt.

Eigennutzer sind dann anders, sozialer Druck und Nestbautrieb, habe auch schon Aussagen gehört wie "dann finanzieren wir halt 30 bis 40 Jahre, Hauptsache keine Mieterhöhung mehr" (der Renovierungsbedarf und die grüne energetische Zwangsbeglückung nicht berechnet). Da wird dann alles mobilisiert, bis zur Teilverpfändung des Hauses der Eltern.

Zitat von Jan Veerman am 15. Januar 2022, 23:44 Uhr

Da Immobilien bei ordentlicher Instandhaltung auch einigermaßen mit der Inflation mithalten können

 

Und das ist eben mal wieder so eine Fehleinschätzung. Den nachfolgenden Artikel der FAZ werde die meisten nicht lesen können. Er enthält eine schöne Grafik, da kann man gut erkennen, dass zB von ca. 1992 bis 2010 die reale Wertentwicklung von Immobilien praktisch in jedem Jahr negativ war!

Zitat von Jan Veerman am 15. Januar 2022, 23:44 Uhr

Ich sehe aber gerade keine dunklen Wolken vorbeiziehen wenn du etwas wahrnimmst gib uns schnell bescheid damit wir nachjustieren können und unsere FI nicht gefährden.

Ich bin ja ein Aktieninvestor und verfolge das nur am Rande. Deshalb wird es von mir keine Warnung geben. Aber natürlich mit einem gewissen Interesse, weil das Platzen von Immobilienblase auf auch deutliche Auswirkungen auf die Wirtschaft und Finanzmärkte im Allgeneinen hatte.

Zitat von Privatier am 16. Januar 2022, 17:18 Uhr
Zitat von Jan Veerman am 15. Januar 2022, 23:44 Uhr

Da Immobilien bei ordentlicher Instandhaltung auch einigermaßen mit der Inflation mithalten können

 

Und das ist eben mal wieder so eine Fehleinschätzung. Den nachfolgenden Artikel der FAZ werde die meisten nicht lesen können. Er enthält eine schöne Grafik, da kann man gut erkennen, dass zB von ca. 1992 bis 2010 die reale Wertentwicklung von Immobilien praktisch in jedem Jahr negativ war!

Hier fehlt noch der Link? Falls Bezahlschranke, wär eine kurze Info nett, was da wie bewertet wird.

Kommer geht dagegen von einer leichten realen Wertsteigerung aus. Hier gleich von "Fehleinschätzung" zu sprechen scheint mir darum arg übertrieben.

Ich habe eine Gegenthese zu den Anmerkungen von @privatier:

https://www.kreditvergleich.net/statistiken/immobilienpreise-deutschland/

  1. Laut diesen Graphiken waren Immobilien nur in der Zeit von 2003 bis 2019 erschwinglicher als jetzt. In der ganzen Zeit davor waren Immobilien nie so erschwinglich wie jetzt. D.h. wir können uns mit unserem Einkommen verhältnismäßig sehr viel Wohnraum leisten im Gegensatz zu allen Generationen die vor 2003 gekauft haben. => Jammern auf hohem Niveau
  2. Inflationsbereinigt als Basis Jahr 2005 lag die Immobilienpreisentwicklung (Realindex) nur in den Jahren 2005 bis 2013 leicht unter 100 und damit etwas unter der Inflationsrate in all den anderen Jahren immer deutlich über 100 also über die Inflationsrate und das seit 1975.

Ob die Banken 8% oder 11% Eigenkapital (Geld der Anteilseigner und der Anleger!) einsetzen müssen, das ist für sie nicht entscheidend bei einer Kreditvergabe. Schließlich schaffen sie bei der Kreditvergabe dann immer noch 89% des verliehenen Geldes neu und verlangen dafür Zinsen ohne Refinanzierungskosten zu haben. (Zur Geldschöpfung durch Kredit siehe hier)

Für einen Kredit von 100.000€ kassieren sie also bei 1% Hypozins 1.000€ jährlich.
Sie haben aber nur Refinanzierungskosten für 11.000€ - bei  heute 1% wären das 110€ jährlich.
Teilweise haben sie heute keine Refinanzierungskosten sondern verlangen sogar eine Aufbewahrungsgebühr von 0,5%.

Auch wenn sich die Refinanzierungkosten auf 3% und dann 330€ verdreifachen würden, dann bliebe noch ein interessanter Ertrag für die Bank.

Deshalb macht sie so gerne Immobilienfinanzierungen. Kaum Ausfallwagnis und große Beträge gleich großer Ertrag.

Kleine Bemerkung nebenbei: Die Hypobanken bräuchten auch keinesfalls den Hypozins auf 3% erhöhen, wenn sie 3% Refinanzierungskosten haben - also der Marktzins auf 3% für Anleger steigen würde. Sie könnten auch auf einen Teil des Gewinns verzichten. Ich warte sehnsüchtig auf eine Discountbank, die das macht und heute z. B. nur 0,6% Zinsen für 10 Jahre fest nimmt.

Genau so wie @fredfinanzfuchs das beschrieben hat habe ich mir das auch vorgestellt also statt Refinanzierungskosten von 8k jetzt 11k bei 1% also statt 80€ kosten jetzt 110€ bei Einnahmen von 1000€ jährlich das ist immer noch ein Gewinn von knapp Faktor 10. Die Differenz scheint mir also immer noch "Peanuts" zu sein. Oder was ist unser Denkfehler @absprung_2020?

@jan-veerman

Sie müssen sich klar machen was da gerade verlangt wird von den Banken, gültig ab 1.1.2023 (wenn ich mir das richtig gemerkt habe). Kreditvergabe an Häuslesbauer und EK-Vorräte der Bank haben nur mittebar mit Kosten der Bank zutun oder dass da irgendwas auf die Marge drückt.

Eigenkapital ist ein Bilanzposten des Jahresabschlusses der Bank und besteht aus: Stammkapital plus Gewinnvorträge. Stammkapital einer Bank ist zunächst eine fixe Größe und kann nur durch Kapitalerhöhungen erhöht werden. Gewinnvorträge können nur erhöht werden, wenn man keinen Gewinn mehr ausschüttet und/oder der Gewinn gesteigert wird und abenfalls NICHT ausgeschüttet wird. Nix ausschütten an die Owner ist nicht sehr beliebt und bei AGs kanns da schon mal zu Kursverlusten kommen, die kein Bankvorstand gerne sehen will. Bei Genossenschaftsbanken dito.

Jetzt kommt der Häuslesbauer Veermann und hätte mal gerne 500.000 €. Die Bank muss nun also bilanziell ca. 50.000 € EK als Rücklage nachweisen, bisher eben nur 40.000 €. Wenn die Bank ihre Bilanz nicht verändern kann weil meinetwegen die Margen nicht ausdehnbar sind über das hinaus was derzeit machbar ist, was ist dann die logische Konsequenz? Häuslesbauer Veermann bekommt eben nur noch knapp 400.000 €, denn dann sind bei knapp über 10% EK die Anforderung an die Bank nominal die gleichen wie bei 8% und 500.000€ Kreditvolumen. EK - Anforderungen an Häuslesbauer werden steigen. Zumindest die vordergründigste Lösung. Margenausdehnung,Stammkapitalerhöhungen der Aktionäre/Genossen durch neue Anteilsscheine sind nat. auch möglich.

Andere Möglichkeiten sind natürlich denkbar. Es wird aber sehr wahrschenlich verschärftere Anforderungen geben, da die Banken das nicht auffangen können aus dem aktuellen Betrieb! Stellen Sie sich einfach vor, dass Sie Bankvorstand sind und eben jetzt oben genanntem Betäge für Ihre Haääuslesbauerkunden zukünftig rückhalten müssen im 500.000 € Kreditanfragespiel.