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Aktuelles zum Immobilienmarkt

Dass mit sowas nicht immer korrekt umgegangen wird ist ja klar, ich würde jetzt aber nicht von einer Hand voll persönlicher Beobachtungen darauf schließen dass das allgemein immer so ist.

Zitat von PanameraFlow am 2. Juni 2022, 10:02 Uhr

Dass mit sowas nicht immer korrekt umgegangen wird ist ja klar, ich würde jetzt aber nicht von einer Hand voll persönlicher Beobachtungen darauf schließen dass das allgemein immer so ist.

Vor allem macht sowas extrem schlechte Laune, weil es den natürlichen Neid Reflex und Missgunst in uns aktiviert. Gesteht man sich natürlich nicht ein... es geht uns allen ja nur um Gerechtigkeit. Ist ja die Methode mit der die BILD Zeitung ihren Erfolg sucht.

Zitat von Frugi85 am 1. Juni 2022, 21:18 Uhr

Moin,

Bei mir ist das "erst" in 8 Jahren - bis 2030 ist durchaus mit wachsenden Sollzinsen zu rechnen - wird sich wohl irgendwo um die 4-4,5% stabilisieren. Wer jetzt noch weniger als 5 Jahre bis zur Verlängerung hat, ist gut beraten, sich zügig um ein Forward-Darlehen zu kümmern um "schlimmeres zu verhindern".

Wir haben jetzt bei den Zinsen eine Seitwärtsbewegung. Die EZB will erst im Herbst was machen und jetzt abwarten. Die Inflation, die als Ursache für die Zinsen genannt wird, ist auf Sondereffekten zurückzuführen.

Es kann durchaus sein, dass die Zinsen bald wieder sinken. Zumal die Staatsfinanzierung nicht mit 3-4% Zinsen machbar ist und die EZB ihre Anleihenbestände wertberichtigen müsste. Die EZB wird einfach weiterhin die Zinsen niedrig halten, und auch deshalb werden die Hypozinsen wieder zurückgehen. Aktuell war das eher eine hysterische Reaktion.

@fredfinansfuchs:

Ich sehe das ähnlich. Es bleibt die nächsten Monate spannend zu beobachten

Ich weiß nicht... das mit den Sondereffekten die bald wieder verschwinden sagt man jetzt schon länger eigentlich

Viele Gründe für diese derzeit stark erhöhte (Sonder-) Inflation sind glaube unstrittig: Zero COVID China. Ukraine Krieg, Nachwirkungen Pandemie.

Einige haben das Pferd zusätzlich geritten. S an la ein Beispiel nenne ich die Erdbeeren, die dieses Jahr deutlich teurer waren aber kaum von den o.g. Ursachen betroffen sind. In Folge wurden weniger gekauft und einiges weggeschmissen.

In den Medien wird berichtet dass die Inflation auch nächstes Jahr und darüber hinaus erhöht sein wird. Das kann so gut sein, bis sich die gestörte Wirtschaft sortiert hat.
Aber Angebot und Nachfrage wird dann den Markt zunehmend regeln. Nicht bei allen Waren funktioniert der Rolex Effekt.

Auch wenn es vom Thema abdriftet, aber warum sollten gerade Erbeeren davon nicht betroffen sein? Die brauchen ja auch Dünger und Pflanzenschutzmittel, beides istdeutlich teurer geworden. Einerseits durch die gestiegenen Energiepreis (Herstellung & Transport), aber auch durch den Krieg in der Ukraine.

Dazu kommen noch die gestiegenen Heizkosten für die Gewächshäuser (Energie), natürlich weniger in D aber in manch anderen Ländern aus denen viele Erdbeeren kommen und das es besonders problematisch ist Erntehelfer zu finden.

Hier bei uns sind Erbeeren (ähnlich wie Spargel) allerdings günstiger als in den letzten Jahren, das Problem ist eher das es sich für viele Landwirte nicht lohnt. Diejenigen die viel angebaut haben bekommen Sie nicht los da man an sowas eben leicht sparen kann und das Konsumklima halt schon trübe ist...

ich glaube das die Banken die Gunst der Stunde nutzen und die Konditionen anheben um etwas höhere Margen durchzuholen. Das kann auch wieder anders aussehen wenn das Neugeschäft deutlich zurückgeht. Bei dem Dispo sind sich bspw. alle Banken einig, den bei 10% und mehr zu belassen um Geld zu verdienen, da hackt keine Krähe der anderen ein Auge aus. Der ist während der gesamten Nullzinsphase nicht gesenkt worden.

Ich bin zwar Umweltschützer aber die Preissteigerung von Strom/Gas und Öl war mir jetzt auch too much. Mit LNG Terminals und neuen Gasbohrungen (was ich eigentlich nicht gerne mag) wird man wohl in ca. 2-3 Jahren unabhängiger sein können und die Preise könnten sich dann wieder stabilisieren. Strom sehe ich langfristig durch regenerative als vollständig günstig herstellbar an. Das sollte die Nebenkosten und Inflation auch wieder dämpfen. Darum gehe ich auch davon aus das die Zinsen sobald die Entwicklung sich deutlich abzeichnet also in spätestens 3 Jahren wieder unter 3% liegen werden. Aber mal schauen es kommt ja bekanntlich immer anders als man denkt. 🙂

Hallo zusammen, die Förderungen für energetische Maßnahmen werden meines Wissens nach nicht aus Steuergeldern finanziert sondern aus einem aus dem Verkauf von Verschmutzungszertifikaten und der CO2 Steuer. Finde ich persönlich auch gut: wer viel Dreck in die Luft lässt muss viel zahlen, wer energetisch optimiert baut oder saniert wird belohnt da er ja weniger verbraucht. Leider hat man sich noch nicht dazu durchgerungen den Vermieter mit der CO2 Steuer zu belasten so bleibt zur Zeit der Mieter auf den hohen Kosten sitzen ohne eine Chance zu haben was dagegen tun zu können.

Der vorgenannte Missbrauch der Förderungen zum Beispiel fürs neue Bad die neue Beleuchtung oder Elektrik und so weiter ist meiner Meinung schon fast üblich. Stelle ja beruflich einiges an diesen Anträgen und man wundert sich schon.

Spezielle die KfW 55 Förderung für Neubauten  (meiner Meinung nach eine total unsinnige Förder Maßnahme für eine energetisch minderwertige Bauweise) diente überwiegend Der Gewinnmaximierung diverser Bauträger. Glaube kaum dass die 15 % Förderung dem Käufer eine Eigentumswohnung in irgendeiner Form gutgeschrieben wurde.

Zitat von Energiefuchs am 8. Juni 2022, 10:28 Uhr

Spezielle die KfW 55 Förderung für Neubauten  (meiner Meinung nach eine total unsinnige Förder Maßnahme für eine energetisch minderwertige Bauweise) diente überwiegend Der Gewinnmaximierung diverser Bauträger. Glaube kaum dass die 15 % Förderung dem Käufer eine Eigentumswohnung in irgendeiner Form gutgeschrieben wurde.

Genau das denke ich auch. Wie bei der Elektrofahrzeug Förderung hat dadurch der Hersteller einfach mehr Gewinn. Bin gespannt, welche Preise die Bauträger in nächster Zeit verlangen können und werden. Wenn in ländlichen Gegenden teilweise bereits über 5.000€ für den Quadratmeter verlangt wurden, fragt man sich wer das noch zahlen will?

Zitat von Muslime_Frugi am 5. Juni 2022, 9:44 Uhr

Viele Gründe für diese derzeit stark erhöhte (Sonder-) Inflation sind glaube unstrittig: Zero COVID China. Ukraine Krieg, Nachwirkungen Pandemie.

Einige haben das Pferd zusätzlich geritten. S an la ein Beispiel nenne ich die Erdbeeren, die dieses Jahr deutlich teurer waren aber kaum von den o.g. Ursachen betroffen sind. In Folge wurden weniger gekauft und einiges weggeschmissen.

In den Medien wird berichtet dass die Inflation auch nächstes Jahr und darüber hinaus erhöht sein wird. Das kann so gut sein, bis sich die gestörte Wirtschaft sortiert hat.
Aber Angebot und Nachfrage wird dann den Markt zunehmend regeln. Nicht bei allen Waren funktioniert der Rolex Effekt.

Die wichtigste Ursache fehlt meiner Meinung nach in deiner Liste. Die extreme Geldvermehrung der FED und EZB, die Druckerpressen liefen ja heiß ohne Ende. Das ist keine Sonderinflation oder besondere inflationäre Effekte. Inflation war vor Ukraine und den jüngsten China Lockdowns sehr hoch, weit über allen Zielmarken.

Das sind strukturelle Fehlstellungen, insbes bei der EZB seit Jahren mit verdeckter Staatsfinanzierung durch extreme Anleihekäufe. Wusstet ihr das inzwischen ca 50% der ital Staatsanleihen von der EZB gehalten werden??? Fast alle neuen Anleihen kauft die EZB komplett selber.. Platz 2 im EZB Anleihen Ranking ist Spanien. Dieses Video gibt einen guten Überblick: https://youtu.be/wDwSLaaB-C0

Kam zu dem Video über Fugmann von finanzmarktwelt, dessen 2 Videos pro Tag morgens und abends ich immer anschaue.

EZB News kriegen wir ja morgen. Lagarde sagte noch Ende 2021, sie schließt Zinserhöhungen in 2022 komplett aus. Wir haben alle kurze Gedächtnisse. Ich glaube, wir werden sehen wie die FED und EZB versuchen werden langsam die Geldmenge zu reduzieren. Vermögenspreise für Aktien, Immos usw werden fallen,  best case leicht fallen bis stagnieren.

Wie die EZB die Insolvenz von Hochschulden Ländern und Kollaps vom Euro verhindern will und gleichzeitig die Inflation bekämpfen (was nur durch höhere Zinsen geht, um Nachfrage zu zerstören) , ist mir rätselhaft. Wir stehen viel schlechter da als die Amerikaner, unsere Notenbank Politik ist komplett verantwortungslos. Die Börsen Hausse der letzten 10 Jahre sehe ich nicht für die nächsten 10 Jahre. Sorry falls ich so negativ erscheine, aber so legen sich mir die monetären Tatsachen dar und die Geldpolitik und QE Ausweitung seit der Finanzkrise 2008, hat v a  die Märkte befeuert.

Angebot an verfügbaren Wohnungen bei immobilienscout24 ist weiter am steigen, die Preise bis jetzt stabil 😀

In meiner Stadt, wo immer das auch ist, hat sich das Angebot an Wohnungen in den letzten Monaten auch ungefähr verdreifacht. Preise würde ich auch noch als stabil einschätzen.

Zitat von kano am 8. Juni 2022, 23:20 Uhr
Zitat von Muslime_Frugi am 5. Juni 2022, 9:44 Uhr

Die wichtigste Ursache fehlt meiner Meinung nach in deiner Liste. Die extreme Geldvermehrung der FED und EZB, die Druckerpressen liefen ja heiß ohne Ende. Das ist keine Sonderinflation oder besondere inflationäre Effekte. Inflation war vor Ukraine und den jüngsten China Lockdowns sehr hoch, weit über allen Zielmarken.

Das sind strukturelle Fehlstellungen, insbes bei der EZB seit Jahren mit verdeckter Staatsfinanzierung durch extreme Anleihekäufe. Wusstet ihr das inzwischen ca 50% der ital Staatsanleihen von der EZB gehalten werden??? Fast alle neuen Anleihen kauft die EZB komplett selber.. Platz 2 im EZB Anleihen Ranking ist Spanien. Dieses Video gibt einen guten Überblick: https://youtu.be/wDwSLaaB-C0

Kam zu dem Video über Fugmann von finanzmarktwelt, dessen 2 Videos pro Tag morgens und abends ich immer anschaue.

EZB News kriegen wir ja morgen. Lagarde sagte noch Ende 2021, sie schließt Zinserhöhungen in 2022 komplett aus. Wir haben alle kurze Gedächtnisse. Ich glaube, wir werden sehen wie die FED und EZB versuchen werden langsam die Geldmenge zu reduzieren. Vermögenspreise für Aktien, Immos usw werden fallen,  best case leicht fallen bis stagnieren.

Wie die EZB die Insolvenz von Hochschulden Ländern und Kollaps vom Euro verhindern will und gleichzeitig die Inflation bekämpfen (was nur durch höhere Zinsen geht, um Nachfrage zu zerstören) , ist mir rätselhaft. Wir stehen viel schlechter da als die Amerikaner, unsere Notenbank Politik ist komplett verantwortungslos. Die Börsen Hausse der letzten 10 Jahre sehe ich nicht für die nächsten 10 Jahre. Sorry falls ich so negativ erscheine, aber so legen sich mir die monetären Tatsachen dar und die Geldpolitik und QE Ausweitung seit der Finanzkrise 2008, hat v a  die Märkte befeuert.

So ist es, die Inflation ist ganz eindeutig von der EZB gewünscht und herbeigeführt worden um die Staaten zu entschulden. Bereits der Nullzins bzw. Negativzins war das Vehikel um die drückende Schuldenlast nach der Finanzkrise 2008 zu mindern. Ich hatte es bereits an anderer Stelle geschrieben, nennt sich finanzielle Repression und ist bereits mehrfach in der Geschichte angewendet worden so bspw. nach dem 2. Weltkrieg in den USA, weil diese den Krieg über Schulden finanziert hatten.

Wie Du sagst hat die EZB jetzt ihr Pulver verschossen, das wird schwierig wieder einzufangen. Eigentlich hätte nach der Finanzkrise 2008 ein Schuldenschnitt stattfinden und die Großkapitalisten hätten bluten müssen, stattdessen wurde es mit Nullzinsen auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben. Jetzt ist langsam Ende der Fahnenstange und bluten muss wie immer der "kleine Mann'". Jetzt wird natürlich der Ukraine Krieg als Ursache herangezogen, weil es so schön einfach ist.

Auf jeden Fall profitiert der Staat von der Inflation, die steigenden Preise bescheren bei Verbrauchssteuern automatisch ein höheres Steueraufkommen und wenn erstmal die ganzen Tarifabschlüsse mit +5% und mehr durch sind rutschen alle in der Steuertabelle nach oben, sowohl absolut als auch relativ und die kalte Progression kann ihre ganze Wirkung bei der Einkommensteuer entfalten. Dann werden bestimmt wieder vollmundig irgendwelche Steuererleichterungen angekündigt und wir zahlen trotzdem mehr als vorher oder die stecken sich andere wie jetzt die Mineralölkonzerne in die Tasche.

Zitat von konsument am 11. Juni 2022, 19:20 Uhr

erstmal die ganzen Tarifabschlüsse mit +5% und mehr durch sind ...

Bin sehr gespannt was die IGM für die Automobilbranche im Juli für Forderungen für den Herbst aufstellen werden. In den letzten Jahren war ja die Transformation ein großes Thema, jetzt dürften die Löhne wieder in den Fokus geraten. Ich gehe mal von 6-8% Forderung für eine Laufzeit von 2 Jahren aus. Wenn dies durchsetzbar wäre,  dürfte dies auch den Immobilienmarkt stabilisieren.

Daß Immobilien zu den zinssensibelsten Assets gehören ist eine Binse.

Für meinen Teil habe ich schon > 11% Zinsen für Immobiliendarlehen gezahlt, das war Ende der  70er Jahre (selbstgenutztes EHF) aber auch schon mit < 0,5% finanziert, das war erst im vierten Quartal 2020 (vermietete Wohnungen).

Und über die Jahrzehnte auch heftige Schwankungen am Immobilienmarkt erlebt. Beispielsweise Zwangsversteigerungen in den ganze vier Leute saßen, davon waren drei Zuschauer (Zuschauer oder präziser "Gaffer") und die Immobilie ging selbst für nur 73% des (defensiv) im Gutachten genannten Verkehrswertes nicht weg - aber auch Zwangsversteigerungen in denen um die 200 Leute saßen (und standen, weil der Saal zu klein war), so gut wie alle echte Interessenten (also mit Scheck) und die Immobilie ging dann mit 185% des (bereits sportlich im Gutachten angesetzten) Preises über den Tisch.

Da der Wert (Barwert) von Vermögenspreisen (wie Immobilien) aufgrund der zukünftigen Erträgen berechnet wird, die mit einem Zins diskontiert werden, ist klar, daß Vermögenspreise (theoretisch) gegen unendlich laufen können, wenn dieser Zins null oder sogar negativ ist (was in meiner Gegend sprich einem großen Ballungsraum bei Immobilien auch in praxi (fast) so war). Klar ist damit aber auch, daß der Wert (von Immobilien) sinkt, wenn mit Zinsen von drei, vier oder fünf Prozent gerechnet (diskontiert) werden muß. Daher sollte man bei der Kreditfinanzierung von Immobilien stets eine gewisse Vorsicht walten lassen - Hebelung (sprich Leverage) funktioniert nach oben - aber eben auch nach unten.

Auf Statistiken (Beispiel: Demographische Entwicklung, Bevölkerungszuwachs etc.) gebe ich nicht mehr allzu viel. Vor einigen Jahrzehnten hieß das Credo hierzulande noch "wir haben genug Wohnraum". Dann kamen Menschen aus Osteuropa (EU-Osterweiterung), dann aus Südeuropa (Eurokrise), dann kam die Flüchtlings- bzw. Migrationskrise (2015) - nun könnten oder kommen schon Menschen aus der Ukraine (Krieg, Einmarsch von Russland). Keine Ahnung, wer oder was als nächstes kommt (Klimaflüchtlinge ?).

Allerdings haben auch die staatlichen Eingriffe (und Vorgaben) in den Immobilienmarkt (teilweise fraglich, ob man da überhaupt noch von einem "Markt" sprechen kann) immer weiter zugenommen. Das könnte sich - also die Regulatorik - noch weiter verschärfen (Stichwort: Klimaschutz).

Eine ganz entscheidende Frage ist aber, wo das Ganze aus dem Nix geschaffene frische Geld der ECB (ihre Bilanz hat die ECB inzwischen auf fast neun Billionen (!) aufgebläht), welches via Anleihekäufe (insbesondere von Staatsanleihen) in die Märkte verklappt wurde (auch hier kann man nur noch ganz bedingt von "Märkten" sprechen) hin soll - da bleiben (neben Gold) eigentlich nur Aktien und/oder Immobilien übrig ...

Bei derart negativen Realzinsen in der Eurozone wie inzwischen (Leitzins = Null, Einlagezinssatz = minus 0,5% - bei einer gleichzeitigen Inflation um die acht Prozent) bleiben ja kaum Alternativen. Tages- und Festgelder, Sparbücher, Sparbriefe, Pfandbriefe, Bundeswertpapiere (m. W. abgeschafft sprich längst den Zinstod gestorben), Kommunalobligationen, Lebensversicherungen usw. dürften wohl eher nicht in Frage kommen. Auch nicht für ausstiegswillige Frugalisten.

An der Situation (negative Realzinsen) wird sich - nach meinem Dafürhalten - auch nix groß ändern. Die sog. "Zinswende" der ECB ist ja bislang eine rein "semantische" - der Leitzins steht in praxi und de facto immer noch bei Null. Und der von der ECB angekündigte Ausstieg aus der "ultima ratio" (Anleihekäufe) - als selbst definierte Voraussetzung für eine erste Zinserhöhung (nach 11 Jahren ...) - könnte vor dem Ende schon wieder beendet werden. Wie die gestrige Notsitzung der ECB (wegen der wachsenden Zins-Spreads) bestätigt. Frau Isabel Schnabel (das ist die Dame, der noch vor wenigen Monaten die "Inflation zu niedrig" war ...) kündigte bereits "grenzenloses" Vorgehen und "grenzenloses Engagement" an ... gegen eine "Fragmentierung" der Eurozone ...

Nur so am Rande: Wenn es in der Eurozone 19 unterschiedliche, teilweise sehr diverse und teilweise sogar disparate  Länder gibt mit völlig unterschiedlichen Schuldenständen, unterschiedlichem Wirtschaftswachstum, unterschiedlicher Produktivität usw. und auch die Wirtschafts-, Sozial- und Fiskalpolitik fragmentiert ist - sind doch fragmentierte Zinssätze für diese unterschiedlichen Länder logisch und nur eine Sachgesetzlichkeit ?! Wie auch immer ...

Wie eine Notenbank allerdings mit einem Fuß auf dem Gaspedal stehen kann (angekündigte Zinserhöhung(en) und zeitgleich auf die Bremse tritt (erneute Staatsanleihekäufe, Geldschwemme, Drücken der Zinsen auf Staatsanleihen für einzelne Länder) erschließt sich mir eher nicht. Präziser gesagt, nicht ansatzweise. Und was bedeutet so ein bizarres Autofahrer-Verhalten für das Auto (Eurozone) und den ordnungspolitischen Rahmen ?!

Meine bescheidene Conclusio: Die weitere "Finanzielle Repression" (Zins wird weit unter die Inflationsraten gedrückt) ist ziemlich wahrscheinlich - sonst gibt es massive Probleme mit der Schuldendiensttragfähigkeit (insbesondere in Südeuropa siehe Italien aber auch inkl. France). Hierbei hat für die Protagonisten (ECB und Politik) längst Systemstabilität Priorität vor Kaufkraftstabilität.

Der Anlagenotstand bleibt also wohl bestehen (gut möglich in noch verschärfterer Form - Realzinsen sind in der Eurozone seit 2009 negativ und immer noch negativer geworden). Was bleibt da schwerpunktmäßig übrig, wenn Renten ((Staats)Anleihen) keinerlei Sinn mehr ergeben (jedenfalls für Private; Institutionelle haben oft keine Wahl): Immobilien und Aktien.

Insofern bin ich da den Immobilienmarkt betreffend halbwegs entspannt.

Meine Immobilien hätte ich nichtsdestotrotz aber lieber in einem Land mit ausgeprägter Rechtsstaatlichkeit, stabilem Schutz von Eigentumsrechten, einer eher markt- und wettbewerblichen Ausrichtung usw. sprich in den USA, in der Schweiz, in UK etc. - um nur einige Beispiele zu nennen. Dafür (also für eine solche große Umstrukturierung) bin ich aber nun (leider) schon zu alt.

 

In den USA ist auch auch nicht anders:

Fed’s biggest rate hike since 1994 means millions more homebuyers may be priced out of housing market, as 30-year mortgage rate spikes - MarketWatch

Ich habe von einer recht glaubwürdigen Quelle aus unserer Stadt, dass viele Bauvorhaben inzwischen gestoppt wurden oder verzögert werden. Die Handwerksbetriebe haben wohl deutlich weniger zu tun, teilweise wird für den Sommer schon Kurzarbeit vorbereitet.

Zitat von Privatier am 16. Juni 2022, 21:38 Uhr

In den USA ist auch auch nicht anders:

Fed’s biggest rate hike since 1994 means millions more homebuyers may be priced out of housing market, as 30-year mortgage rate spikes - MarketWatch

Mit dem - nicht ganz zu vernachlässigenden - Unterschied, daß es in den USA nie möglich war unterhalb von 2,5% Immobilienkredite einzusammeln. Haben mir zumindest einige Leute gesagt, die drüben leben und arbeiten. Hier war das ja noch vor kurzer Zeit (bei passenden Rahmenbedingungen vom Objekt sprich Immobilie und Subjekt sprich Kreditnehmer) für knapp < o,5% möglich (siehe auch das Angebot der Allianz für um die 0,8% bis 0,9% bei 30jähriger Zinsfestschreibung; war glaube ich Anfang 2021 rum). Ein solches absurdes Zinsniveau hat natürlich entsprechenden Auswirkungen auf die Immo-Preise. So eine bizarre Zinswelt wie hierzulande (bei Immobilienkrediten) gab es in den USA m. W. jedenfalls nicht.

Finde ich putzig, daß die ECB nun die von ihr selbst zuvor (mit)aufgepumpten Vermögenspreisblasen im Auge behalten will/muß. Stichwort: Finanzmarktstabilität. Und - nach dem Motto: "Haltet den Dieb !" - die Warnung ausstößt, daß die Immobilienpreise in manchen Gegenden um bis zu 60% überbewertet wären. An wem oder was könnte das u. a. wohl liegen ... ?!

Aus meiner Sicht hat die ECB selbst und damit jedenfalls mindestens (mit)ursächlich die Grundlage für diese Vermögenspreisblasen gelegt - mit ihrer ultra-expansiven Geldpolitik (der Realzins in der Eurozone ist seit dem Jahr 2009 negativ - und immer noch negativer geworden) und mit ihren Billionen schweren Anleihekäufen mit aus dem Nix geschaffenen frischen Geld (Geldschwemme).

Das leicht entzündliche Luft/Gasgemisch hat die ECB also selbst geschaffen - fehlte einzig nur noch der Funken, der das Ganze (Inflation) entzündet. Mit Corona und dem Ukraine-Krieg war für diese Funken gesorgt.

Die Zinsplanwirtschaftler und Zauberlehrlinge in der ECB könnten einem fast leid tun - wenn sie sich nicht derart übergriffig zeigten und auch zur ständigen Selbstermächtigung neigten. Die Prognosen der ECB (eher wohl Beruhigungspillen für die breite Masse) kann man getrost auch knicken. Noch vor wenigen Monaten sah man ECB seitig die Inflation im Jahre 2024 (!) wieder bei 1,9% ... Und Frau Isabel Schnabel war die Inflation Ende 2021 noch "zu niedrig" ...

In deren Haut möchte ich nicht stecken: Auf der einen Seite die Inflation - auf der anderen Seite die hoch fragile Schuldendiensttragfähigkeit des ClubMed inkl. France.

Da in der Eurozone längst Systemstabilität Vorrang vor Kaufkraftstabilität geht, dürfte klar sein, wohin der Zug rollt (Endstation: Finanzielle Repression ad infinitum).

Kann und will man so offen natürlich nicht kommunizieren. Also bekämpft man die Inflation eher "semantisch" sprich mit Ankündigungen - während alle Notenbanken weltweit längst an der Zinsschraube drehen.

Realsatire ...