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Rücklagen für die Instandhaltung beim Einfamilienhaus zu hoch angesetzt?

Hallo Energiefuchs,

das ist ja auch grundsätzlich völlig in Ordnung, wie dein Nachbar das bewertet. Natürlich kann ich eine Investition in eine Immobilie auch nach anderen Kriterien als Wirtschaftlichkeit betrachten. Viele mixen das aber. Die sagen, das hat sich wirtschaftlich super gelohnt und wenn man dann bei den Zahlen nachbohrt, werden auf einmal  andere Kriterien betrachtet.

Eine neue Diskussion wolle ich auch nicht anstoßen, ich habe nämlich von Immobilien keine Ahnung, bestimmt weniger als du (circle of ceompetence), und bleibe deshalb bei meinen Aktien.

Zitat von Energiefuchs am 6. Mai 2020, 14:22 Uhr

Natürlich kann man es auch machen wie MFZ73 der alle Entscheidungen bezüglich der eigenen Immobilie von der Wirtschaftlichkeit abhängig macht, aber das ist nicht unseres.

Jein.

Was ich hier im Allgemeinen darstelle, ist die rechtlich verbindliche Berechnungsgrundlage aus der Immobilienbewertung. Da gibt's diverse Richtlinien, die man sich im Detail auch gern selbst reinziehen kann, da muss man aber schon bisschen meschugge im Kopf, beruflich vorbelastet und/oder extrem interessiert sein, obendrein schadet eine gewisse Vorbildung in Mathematik nicht. Das ist im Raum D/A/CH aber nun mal das, was als Berechnungsgrundlage für Immo-Bewertung Phase ist und auch gerichtsfest zB bei Bewertungen für Zwangsversteigerungen Anwendung findet. Daran herumzukritteln - was ja selbst in diesem überschaubaren Forum schon mehrere User versucht haben - hat in etwa so viel Sinn, wie sich gegen die Rechts-vor-Links-Regel im Straßenverkehr zu echauffieren, wenn von rechts ein voll geladener 40-Tonner kommt.

Bei der eigenen Immo wäge ich das kaum ab. Wir nutzen die Bude voll durch, ergo wird instandgesetzt, Lage/Nachfrage ist auch sehr gut, also einfach machen und nicht lange drüber nachdenken. Ich führe dazu auch kein Buch und lege keine Rücklagen an, allenfalls wenn der Verkauf faktisch ansteht werde ich wohl mal die  durchschnittlichen Instandhaltungskosten aus der Literatur über die Laufzeit ansetzen und dann ex post überschlagen (!), was mich denn X Jahre Wohnen im Eigentum tatsächlich im Vergleich zu einer Miete gekostet haben. Grob kann man dann auch mal die realen Instandhaltungskosten nachhalten, aber im Detail werde ich das sicher nicht tun. Das ist was für Pfennigfuchser und daher überhaupt nicht mein Ding.

Wenn der Verkauf meiner Immo tatsächlich näher rücken sollte, kann man sich überlegen, dann fällige Investitionen zu schieben, weil man Gefahr läuft, dass man das Invest nicht voll im Kaufpreis realisieren kann. Selbst abnutzen geht ja dann nicht mehr. Das ist dann aber spekulativ, wobei ich selbst lieber selbst renoviere/saniere als alles in vermeintlich perfektem Zustand zu kaufen/mieten.

Fazit (und das kann man auch bei Kommer nachlesen bzw. in seinen Videointerviews nachschauen): der durchschnittliche Laie ist mit der Berechnung der Instandhaltungskosten in Verbindung mit der Rendite über die Laufzeit einer Immobilie in aller Regel überfordert - und das ist noch wohlwollend formuliert. Aber - und das ist ein sehr großes ABER: die allermeisten Immo-Eigentümer stehen trotz teils hanebüchener Sachkenntnis als Rentner besser da als die meisten Mieter. Was nur beweist, welche Macht das Sparen hat.

Zitat von Fritz am 5. Mai 2020, 11:14 Uhr

Reparatur und Sanierungskosten kalkuliere ich als Rücklagen mit ein. Ich mache aber auch viel selbst und mein Haus hat keine sehr teure Ausstattung, so dass Reparaturen überschaubar bleiben.

Es ist aber im allgemeinen eine Milchmädchenrechnung nur die scheinbar geringen Unterhaltskosten eines Eigenheims zu betrachten. Tatsächlich erfolgt die größte "Kapitalvernichtung" durch die Kapitalbindung, die beim Bau entsteht. 1972 lagen die Baukosten für ein Einfamilienhaus mit 2 Wohnungen bei umgerechnet etwa 461 EUR je qm. Das waren also ungefähr 82.980 EUR. Die durchschnittliche Rendite deutscher Aktien liegt bei etwa 5% p.a.. Hätte man das Geld angelegt, wären bis heute (nach 48 Jahren), 863.097 EUR daraus geworden.

In Deutschland lag der durchschnittliche Mietpreis von Wohnungen von 120 qm Größe in den 1970er Jahren bei durchschnittlich 2,78 EUR. Das waren also bei 180 qm etwa 500 EUR (wahrscheinlich eher weniger, aber für 180 qm lagen mir keine Zahlen vor). Heute bezahlt man für die gleiche Größe etwa 1.500 EUR kalt. Das wäre also in 48 Jahren eine Kaltmiete von insgesamt ca. 576.000 EUR, wenn man hier (der Einfachheit halber) mal einen linearen Anstieg der Mieten annimmt (bei verstärktem Anstieg in den letzten Jahren wird die Gesamtmiete eher noch geringer). Man läge also 287.097 EUR im Plus.

Selbst wenn man jetzt davon ausgeht, dass das Haus über 15 Jahre finanziert wurde und, sagen wir (der Einfachheit halber) das Geld hätte nur 38 Jahre am Kapitalmarkt gearbeitet, dann wären das immer noch 529.866 EUR. Hinzu kommen noch die 20.000 EUR Werterhalt, die man ebenfalls über die Jahre hätte angelegen können. Das wäre dann also locker über 580.000 EUR.

Berücksichtigt man jetzt noch eventuelle Anlagestrategien, d.h. eine Durchschnittsrendite von > 6% p.a. (was keine große Kunst ist), verschiebt sich das Ergebnis immer weiter zu Gunsten des Mieters. Fazit: Ein Eigenheim lohnt sich nicht wirklich und ist reiner Luxus.

Hallo,

ich habe hierzu eine Frage: Laut der Rechnung hätte ich beim Mieten in dem Zeitraum unterm Strich 287.000 € mehr als beim Kaufen. Habe ich aber nicht beim Kaufen dann auch noch den Wert des Hauses zusätzlich, den ich beim Mieten nicht habe und würde es sich dadurch nicht wieder zugunsten des Hauskaufes verschieben?

Gruß
Coffee

Zitat von Coffeehouse am 20. Juli 2020, 10:52 Uhr
Zitat von Fritz am 5. Mai 2020, 11:14 Uhr

Es ist aber im allgemeinen eine Milchmädchenrechnung nur die scheinbar geringen Unterhaltskosten eines Eigenheims zu betrachten. Tatsächlich erfolgt die größte "Kapitalvernichtung" durch die Kapitalbindung, die beim Bau entsteht. 1972 lagen die Baukosten für ein Einfamilienhaus mit 2 Wohnungen bei umgerechnet etwa 461 EUR je qm. Das waren also ungefähr 82.980 EUR.

In Deutschland lag der durchschnittliche Mietpreis von Wohnungen von 120 qm Größe in den 1970er Jahren bei durchschnittlich 2,78 EUR. Das waren also bei 180 qm etwa 500 EUR (wahrscheinlich eher weniger, aber für 180 qm lagen mir keine Zahlen vor). Heute bezahlt man für die gleiche Größe etwa 1.500 EUR kalt. Das wäre also in 48 Jahren eine Kaltmiete von insgesamt ca. 576.000 EUR, wenn man hier (der Einfachheit halber) mal einen linearen Anstieg der Mieten annimmt (bei verstärktem Anstieg in den letzten Jahren wird die Gesamtmiete eher noch geringer). Man läge also 287.097 EUR im Plus.

Selbst wenn man jetzt davon ausgeht, dass das Haus über 15 Jahre finanziert wurde und, sagen wir (der Einfachheit halber) das Geld hätte nur 38 Jahre am Kapitalmarkt gearbeitet, dann wären das immer noch 529.866 EUR. Hinzu kommen noch die 20.000 EUR Werterhalt, die man ebenfalls über die Jahre hätte angelegen können. Das wäre dann also locker über 580.000 EUR.

Berücksichtigt man jetzt noch eventuelle Anlagestrategien, d.h. eine Durchschnittsrendite von > 6% p.a. (was keine große Kunst ist), verschiebt sich das Ergebnis immer weiter zu Gunsten des Mieters. Fazit: Ein Eigenheim lohnt sich nicht wirklich und ist reiner Luxus.

Hallo,

ich habe hierzu eine Frage: Laut der Rechnung hätte ich beim Mieten in dem Zeitraum unterm Strich 287.000 € mehr als beim Kaufen. Habe ich aber nicht beim Kaufen dann auch noch den Wert des Hauses zusätzlich, den ich beim Mieten nicht habe und würde es sich dadurch nicht wieder zugunsten des Hauskaufes verschieben?

Gruß
Coffee

Der Beitrag von @Fritz ist leider vollkommen unbrauchbar, weil grundlegend falsch.

Die durchschnittliche Rendite deutscher Aktien liegt bei etwa 5% p.a.. Hätte man das Geld angelegt, wären bis heute (nach 48 Jahren), 863.097 EUR daraus geworden.

Der Rechenansatz wäre nur korrekt, wenn man das Geld für den Bau in Cash hätte, würde dann aber auch zu anderen Ergebnissen führen, weil man aus dem Kapitalertrag auch die Baufinanzierung hätte leisten können. Grundsätzlich ist der Ansatz verkehrt, und zwar massiv, weil man nicht die hier angesetzten 83T€ anlegen kann, wenn man weiter mietet, sondern nur die Differenz zwischen Miete und Kosten der Baufinanzierung. Genau dies hat Kommer in seinem Standardwerk beschrieben und ausgewertet und kommt zu völlig anderen Ergebnissen.

Ein weiterer Fehler im Beitrag von Fritz ist, dass er nach Ablauf der Finanzierung das freigewordene Kapital nicht am Aktienmarkt investiert, was man aber tun muss, wenn die Rechnung korrekt sein soll.

Beides sind massive Fehler, die über lange Laufzeiten zu großen Summen auflaufen.

Kommer in Kurzversion bleibt aber korrekt: der disziplinierte Mieter ist bei Finanzierungen über Laufzeiten von +25 Jahren in Bezug auf die letzten 30-40 Jahre in aller Regel knapp (!) vorn gewesen. Ein undisziplinierter Mieter hat keine Chance. Ob das noch für kommende Jahrzehnte weiter gilt, ist zudem zumindest diskutabel - das Pendel kann aber sowohl für den Mieter als auch für den Eigenheimbesitzer ausschlagen.

Zitat von Coffeehouse am 20. Juli 2020, 10:52 Uhr
Zitat von Fritz am 5. Mai 2020, 11:14 Uhr

Reparatur und Sanierungskosten kalkuliere ich als Rücklagen mit ein. Ich mache aber auch viel selbst und mein Haus hat keine sehr teure Ausstattung, so dass Reparaturen überschaubar bleiben.

Es ist aber im allgemeinen eine Milchmädchenrechnung nur die scheinbar geringen Unterhaltskosten eines Eigenheims zu betrachten. Tatsächlich erfolgt die größte "Kapitalvernichtung" durch die Kapitalbindung, die beim Bau entsteht. 1972 lagen die Baukosten für ein Einfamilienhaus mit 2 Wohnungen bei umgerechnet etwa 461 EUR je qm. Das waren also ungefähr 82.980 EUR. Die durchschnittliche Rendite deutscher Aktien liegt bei etwa 5% p.a.. Hätte man das Geld angelegt, wären bis heute (nach 48 Jahren), 863.097 EUR daraus geworden.

In Deutschland lag der durchschnittliche Mietpreis von Wohnungen von 120 qm Größe in den 1970er Jahren bei durchschnittlich 2,78 EUR. Das waren also bei 180 qm etwa 500 EUR (wahrscheinlich eher weniger, aber für 180 qm lagen mir keine Zahlen vor). Heute bezahlt man für die gleiche Größe etwa 1.500 EUR kalt. Das wäre also in 48 Jahren eine Kaltmiete von insgesamt ca. 576.000 EUR, wenn man hier (der Einfachheit halber) mal einen linearen Anstieg der Mieten annimmt (bei verstärktem Anstieg in den letzten Jahren wird die Gesamtmiete eher noch geringer). Man läge also 287.097 EUR im Plus.

Selbst wenn man jetzt davon ausgeht, dass das Haus über 15 Jahre finanziert wurde und, sagen wir (der Einfachheit halber) das Geld hätte nur 38 Jahre am Kapitalmarkt gearbeitet, dann wären das immer noch 529.866 EUR. Hinzu kommen noch die 20.000 EUR Werterhalt, die man ebenfalls über die Jahre hätte angelegen können. Das wäre dann also locker über 580.000 EUR.

Berücksichtigt man jetzt noch eventuelle Anlagestrategien, d.h. eine Durchschnittsrendite von > 6% p.a. (was keine große Kunst ist), verschiebt sich das Ergebnis immer weiter zu Gunsten des Mieters. Fazit: Ein Eigenheim lohnt sich nicht wirklich und ist reiner Luxus.

Hallo,

ich habe hierzu eine Frage: Laut der Rechnung hätte ich beim Mieten in dem Zeitraum unterm Strich 287.000 € mehr als beim Kaufen. Habe ich aber nicht beim Kaufen dann auch noch den Wert des Hauses zusätzlich, den ich beim Mieten nicht habe und würde es sich dadurch nicht wieder zugunsten des Hauskaufes verschieben?

Gruß
Coffee

Ich stimme dir da zu, aber das ist auch Ansichtssache , und jeder hat da seine Schwerpunkte. Ich nehme z.b. grundsätzlich im Leben keine Kredite auf , auch nicht für einen Hauskauf. entweder ich hab das Geld , oder ich lasse es. Und , seit dem Crash des "New Market" Anfang 2000 sind Aktion für mich gestorben. Ich hab einfach zu viel hart erarbeitetes Geld verloren, obwohl mit Banken und Berater versichert haben, das ich nur gewinnen kann. D.h. ich lebe mit den 0-1 % Zinsen die man so bekommt.

Das mag nicht viel abwerfen, aber dafür habe ich auch keine Alpträume vom nächsten Wirecard Skandal.Das ist mir persönlich wichtiger.

Und, in der Situation ist einfach Fakt, das Miete rausgeschmissenes Geld ist, denn das Geld ist unwiederbringlich weg. Ein Haus hält größtenteils den Wert oder steigt, d.h. die Wertsteigerung ist langfristig wesentlich höher als die Instandhaltungskosten. Verkaufen werde ich Immobilien ab einem gewissen Alter , denn dann kann man das Geld halt noch verleben ( nicht mehr anlegen, oder investieren) , und man wird auch nicht mehr mit der Unterhaltung belastete.

Das ist eben keine Ansichtssache.

Und, in der Situation ist einfach Fakt, das Miete rausgeschmissenes Geld ist, denn das Geld ist unwiederbringlich weg.

Das ist - bei allem nötigen Respekt - so falsch wie etwas nur falsch sein kann. Und das sage ich als Eigenheimbesitzer. Lies' Kommer, wenn Du mir nicht glaubst. Gibt Kurzrezensionen dazu, hat man in 5 Minuten durch, wenn's sein muss.

Ein Haus hält größtenteils den Wert oder steigt, d.h. die Wertsteigerung ist langfristig wesentlich höher als die Instandhaltungskosten.

Das ist keinesfalls sicher, sondern mindestens genauso volatil wie Aktien. Falsche Lage, falscher Kaufzeitpunkt oder (!) falsche Immobilienklasse - und schwupps - ist die Wertsteigerung auf Jahrzehnte dahin.

Verkaufen werde ich Immobilien ab einem gewissen Alter , denn dann kann man das Geld halt noch verleben ( nicht mehr anlegen, oder investieren) , und man wird auch nicht mehr mit der Unterhaltung belastete.

Gute Entscheidung. Widerspricht aber schon wieder logisch dem, was Du nur drei Zeilen vorher schreibst, denn wenn Miete grundsätzlich rausgeschmissenenes Geld wäre, dürftest Du nie verkaufen. Und das ist grundsätzlich falsch, weil es um die Betrachtung von Opportunitätskosten geht. Das kann sowohl pro Miete als auch pro Eigenheim ausgehen.

@mfz73

Du warst hier nicht angesprochen, und ich antworte hierauf auch nicht mehr. Ich bin es leid, das du absolut jeden Kommentar und jede Meinung von mir , ob es dich etwas angeht oder nicht, mit deinen negativen Sprüchen kommentierst.

 

Vielleicht noch mal eine ganz einfache Rechnung, die auf die ursprüngliche Frage antworte, die Coffeehaus gestellt hat.

Sagen wir mal, ich habe 360.000 Euro da liegen.

Wenn ich mir für 1000 Euro im Monat plus Nebenkosten eine Wohnung miete, und das für 30 Jahre, so kostet mich das 360.000 Euro. Dieses Geld ist weg.

Zinsen gibt es bekanntlich fast keine, und wem Aktien zu unsicher sind, der hat defakto vielleicht gerade mal die Inflationsrate on top.

Wenn ich mir für die 360.000 die gleiche Immobilie kaufe, und sie nach 30 Jahren wieder für den gleichen Preis + Inflation verkaufe, habe ich letztendlich mein Geld wieder raus, und an Kosten nur die Instandhaltung gehabt, die mit Sicherheit geringer sind als die Miete. Ich habe also, bis auf die Instandhaltungskoten praktisch um sonst gewohnt, und keine 360.000 Euro Miete gezahlt.

 

Zitat von MFZ73 am 5. Mai 2020, 22:30 Uhr

Mal ehrlich: darum geht's hier gar nicht. Ihr wollt alle immer vergleichbare Werte haben zu den faktischen Instandhaltunskosten einer Immobilie, ist hier Dauerthema. Und dann wird regelmäßig seitenlang irgendeine Lebensgeschichte aufgetischt, die - Entschuldigung und bei allem Respekt - keine Sau interessiert. Die durchschnittlichen Instandhaltungskosten kann man anhand des Alters, des Typs und des Ausstattungstandards einer Immo jederzeit abschätzen, ohne die Immo jemals gesehen zu haben. Dazu gibt's auch reihenweise verfügbare Quellen, alles maximal drei Clicks entfernt.

@MFZ73

Ich halte nichts von durchschnittlichen Instandhaltungskosten.

Wir haben ein Passivhaus, da gibt es wenig brauchbare Infos zu den üblichen Instandhaltungskosten bzw. fehlt auch die Erfahrung. Das System gibt es ja erst rund 25 Jahre zu kaufen.  Dann noch Schiefer im und am Haus, Holzalufenster und keine gängige WW-Heizung. Da wird auch die Energieeffizienzklasse in 50 Jahren noch A+ sein. Außerdem: je älter unser Schieferboden im EG wird, desto besser gefällt er uns 😆

Zitat von Achim_Global am 20. Juli 2020, 14:45 Uhr

@mfz73

Du warst hier nicht angesprochen, und ich antworte hierauf auch nicht mehr. Ich bin es leid, das du absolut jeden Kommentar und jede Meinung von mir , ob es dich etwas angeht oder nicht, mit deinen negativen Sprüchen kommentierst.

Ich bin Ingenieur im Bereich Bau und zum ersten mal mit 14 bezahlt auf einer Baustelle rumgelaufen - wenn Du mehr als Jahre 30 Berufserfahrung als Ingenieur/Gutachter bei über 1000 Bauvorhaben als "negative Sprüche" abtun willst, steht Dir das natürlich frei.

 

Vielleicht noch mal eine ganz einfache Rechnung, die auf die ursprüngliche Frage antworte, die Coffeehaus gestellt hat.

Sagen wir mal, ich habe 360.000 Euro da liegen.

Wenn ich mir für 1000 Euro im Monat plus Nebenkosten eine Wohnung miete, und das für 30 Jahre, so kostet mich das 360.000 Euro. Dieses Geld ist weg.

Zinsen gibt es bekanntlich fast keine, und wem Aktien zu unsicher sind, der hat defakto vielleicht gerade mal die Inflationsrate on top.

Wenn ich mir für die 360.000 die gleiche Immobilie kaufe, und sie nach 30 Jahren wieder für den gleichen Preis + Inflation verkaufe, habe ich letztendlich mein Geld wieder raus, und an Kosten nur die Instandhaltung gehabt, die mit Sicherheit geringer sind als die Miete. Ich habe also, bis auf die Instandhaltungskoten praktisch um sonst gewohnt, und keine 360.000 Euro Miete gezahlt.

Sorry, wenn ich für eine ausführliche Erklärung gerade keine Zeit habe, aber die Rechnung geht nicht auf. Besorg' Dir ne Kurzversion von Kommer oder guck' Dir einige Videos von ihm auf YT an, der erklärt das hervorragend.

Das hat mit unserem kleinen Singapur-Disput auch gar nichts zu tun, jeder andere hätte die gleiche Antwort erhalten.

Zitat von Energiefuchs am 20. Juli 2020, 15:21 Uhr
Zitat von MFZ73 am 5. Mai 2020, 22:30 Uhr

Mal ehrlich: darum geht's hier gar nicht. Ihr wollt alle immer vergleichbare Werte haben zu den faktischen Instandhaltunskosten einer Immobilie, ist hier Dauerthema. Und dann wird regelmäßig seitenlang irgendeine Lebensgeschichte aufgetischt, die - Entschuldigung und bei allem Respekt - keine Sau interessiert. Die durchschnittlichen Instandhaltungskosten kann man anhand des Alters, des Typs und des Ausstattungstandards einer Immo jederzeit abschätzen, ohne die Immo jemals gesehen zu haben. Dazu gibt's auch reihenweise verfügbare Quellen, alles maximal drei Clicks entfernt.

@MFZ73

Ich halte nichts von durchschnittlichen Instandhaltungskosten.

Ohne konkrete Infos zum speziellen Objekt geht es halt nur so.

Wir haben ein Passivhaus, da gibt es wenig brauchbare Infos zu den üblichen Instandhaltungskosten bzw. fehlt auch die Erfahrung. Das System gibt es ja erst rund 25 Jahre zu kaufen.  Dann noch Schiefer im und am Haus, Holzalufenster und keine gängige WW-Heizung. Da wird auch die Energieeffizienzklasse in 50 Jahren noch A+ sein. Außerdem: je älter unser Schieferboden im EG wird, desto besser gefällt er uns 😆

Ich habe einen Geschäftskunden, der schon in den 70ern Häuser mit Wärmepumpen/Erdwärme samt entspr. Dämmung geplant und realisiert hat. Seit 30 Jahren baut der eigentlich nur noch Plus-Energiehäuser für entspr. Klientel mit Kleingeld. Gibt's also schon länger. 😉

Grundsätzlich sind Passivhäuser in der betriebswirtschaftlichen Betrachtung aber kein Problem, das kann man schon darstellen, sowohl gesamt/gemittelt als auch individuell. Bei der Gesamtbetrachtung ist der energetische Ausbau ja nur ein Teilbereich des Hauses und es baut sich halt niemand (Ausnahmen bestätigen die Regel) ein Haus mit hohem Energieeinsparpotential A++, um den Rest des Hauses in Stufe E auszubauen, d.h., der rein energetische Anteil ist am Ende nur ein Bestandteil der gesamten Instandhaltungskosten. Was ja Dein Haus beweist - gute Energetik und relativ hohe Ausstattung, geht halt meistens Hand-in-Hand und damit sind dann auch wieder Deine Instandhaltungskosten greifbar.

Zitat von MFZ73 am 20. Juli 2020, 16:21 Uhr

 

 

Vielleicht noch mal eine ganz einfache Rechnung, die auf die ursprüngliche Frage antworte, die Coffeehaus gestellt hat.

Sagen wir mal, ich habe 360.000 Euro da liegen.

Wenn ich mir für 1000 Euro im Monat plus Nebenkosten eine Wohnung miete, und das für 30 Jahre, so kostet mich das 360.000 Euro. Dieses Geld ist weg.

Zinsen gibt es bekanntlich fast keine, und wem Aktien zu unsicher sind, der hat defakto vielleicht gerade mal die Inflationsrate on top.

Wenn ich mir für die 360.000 die gleiche Immobilie kaufe, und sie nach 30 Jahren wieder für den gleichen Preis + Inflation verkaufe, habe ich letztendlich mein Geld wieder raus, und an Kosten nur die Instandhaltung gehabt, die mit Sicherheit geringer sind als die Miete. Ich habe also, bis auf die Instandhaltungskoten praktisch um sonst gewohnt, und keine 360.000 Euro Miete gezahlt.

Sorry, wenn ich für eine ausführliche Erklärung gerade keine Zeit habe, aber die Rechnung geht nicht auf. Besorg' Dir ne Kurzversion von Kommer oder guck' Dir einige Videos von ihm auf YT an, der erklärt das hervorragend.

Hat bei mir in der Praxis bisher problemlos mehrmals funktioniert. Haus gebaut, drin gewohnt, verkauft mit Gewinn, und praktisch um sonst gewohnt. Dann noch mal , diesmal Haus gekauft, das selbe Spiel, trotz Grunderwerbssteuer, u.s.w.   Eigene Erfahrungen sind mir da wichtiger als Berater auf YouTube. Ich habe mir den Herrn Kommer aber trotzdem mal angesehen. All die tollen Tips basieren auf  der Annahme, das du 5 % Zinsen für der flüssiges Kapital bekommst, und das du ca. 70% Kredit für die Immobilie aufnehmen musst.  Die Zinsen sind bekanntlich fast gleich null. Und was so mit Aktien passieren kann, haben wir ja bei Wirecard gesehen...oder auch schon bei der Telekom , VW u.s.w.  Die Immobilienpreise in Deutschland sind über Jahrzehnte stabil mit positiver Tendenz. Das wird sich meiner Meinung nach auch irgendwann ändern, und zwar wenn die geburtenstarken Jahrgänge ( zu denen ich mich auch zählen muss) ihre Eigenheime verkaufen oder wegsterben.

Wenn man die 5% Verzinsung ( durch Aktiengewinne oder wie auch immer) annimmt, und auch annimmt, das du einen Kredit für einen Immobilien Kauf aufnimmst, dann gebe ich dir recht, und auch dem Herrn Kommer. Wenn ich aber erstens, mein Geld zu 0.5% auf der Bank lasse, und zweitens keinerlei Kredite aufnehme und meine Immobile in Bar bezahle, dann bin ich bei der Immobilie besser dran. Noch einem weiteren Punkt bei Herrn Kommer kann ich nicht  zustimmen. Er redet von einem Cashflow Vorteil bei Mietern. Das sehe ich nicht so. Als Mieter habe ich die Miete + Nebenkosten als Ausgaben, als Eigentümer habe ich die Nebenkosten + Instandhaltungskosten, und da ist mein Cashflow besser, denn meine monatlichen Ausgaben sind viel geringer. Ich habe ja keine Instandhaltungskosten, die einer monatlichen Miete entsprechen. Die Annahme von Herrn Kommer besteht wieder darin, das man die Immobilie finanziert, und den Kredit abtragen muss. Bei Bar Bezahlung stimmt das halt nicht.

Auch Herr Kommer sagt in seinem Interview , das es wesentlich mehr Sinn macht, eine Immobilie bar zu kaufen, als das Geld auf einem Konto liegen zu lassen.

So falsch sind meine Aussagen also garnicht.

Zitat von Achim_Global am 20. Juli 2020, 17:01 Uhr

Als Mieter habe ich die Miete + Nebenkosten als Ausgaben, als Eigentümer habe ich die Nebenkosten + Instandhaltungskosten, und da ist mein Cashflow besser, denn meine monatlichen Ausgaben sind viel geringer. Ich habe ja keine Instandhaltungskosten, die einer monatlichen Miete entsprechen. Die Annahme von Herrn Kommer besteht wieder darin, das man die Immobilie finanziert, und den Kredit abtragen muss. Bei Bar Bezahlung stimmt das halt nicht.

Bei der Berechnung der Opportunitätskosten ist danach zu gehen, was der allgemeine Marktteilnehmer, also Monika Mustermann oder John Doe, iA tun wird. Alles andere ergibt bei allgemeinen Betrachtungen keinen Sinn und zudem hat sich @coffeehouse eindeutig auf die Berechnung von @Fritz bezogen, Zitat: "Laut der Rechnung ...".

Wenn Du Dich nicht wie der durchschnittliche Marktteilnehmer verhältst, kann die Rechnung anders aussehen - muss aber nicht. Die meisten Foristen werden hier auch anderer Meinung sein, weil sie nun mal zu einem Großteil in Aktien investiert sind und das Teil des Plans ist. Das ist eine intersubjektive Plausibilitätsprüfung dafür, dass Dein Weg ganz offensichtlich ein anderer ist - und ich bitte inständig, daraus keine wie auch immer geartete Beleidigung oder Missbilligung abzuleiten. Was Du tust, ist schlicht nicht der Weg der Masse und was Du aus Deinen Handlungen ableitest daher auch nicht für die Masse aussagekräftig.

Im Übrigen gibt es auch das andere Extrem: betuchte Leute, die mit voller Absicht mieten, auch im Luxussegment.

Richtig? Falsch? Rausgeschmissenes Geld? Ganz sicher keine Frage, die man in einem Satz beantworten sollte.

Zitat von Achim_Global am 20. Juli 2020, 17:01 Uhr
Zitat von MFZ73 am 20. Juli 2020, 16:21 Uhr

 

 

Vielleicht noch mal eine ganz einfache Rechnung, die auf die ursprüngliche Frage antworte, die Coffeehaus gestellt hat.

Sagen wir mal, ich habe 360.000 Euro da liegen.

Wenn ich mir für 1000 Euro im Monat plus Nebenkosten eine Wohnung miete, und das für 30 Jahre, so kostet mich das 360.000 Euro. Dieses Geld ist weg.

Zinsen gibt es bekanntlich fast keine, und wem Aktien zu unsicher sind, der hat defakto vielleicht gerade mal die Inflationsrate on top.

Wenn ich mir für die 360.000 die gleiche Immobilie kaufe, und sie nach 30 Jahren wieder für den gleichen Preis + Inflation verkaufe, habe ich letztendlich mein Geld wieder raus, und an Kosten nur die Instandhaltung gehabt, die mit Sicherheit geringer sind als die Miete. Ich habe also, bis auf die Instandhaltungskoten praktisch um sonst gewohnt, und keine 360.000 Euro Miete gezahlt.

Sorry, wenn ich für eine ausführliche Erklärung gerade keine Zeit habe, aber die Rechnung geht nicht auf. Besorg' Dir ne Kurzversion von Kommer oder guck' Dir einige Videos von ihm auf YT an, der erklärt das hervorragend.

Hat bei mir in der Praxis bisher problemlos mehrmals funktioniert. Haus gebaut, drin gewohnt, verkauft mit Gewinn, und praktisch um sonst gewohnt. Dann noch mal , diesmal Haus gekauft, das selbe Spiel, trotz Grunderwerbssteuer, u.s.w.   Eigene Erfahrungen sind mir da wichtiger als Berater auf YouTube. Ich habe mir den Herrn Kommer aber trotzdem mal angesehen. All die tollen Tips basieren auf  der Annahme, das du 5 % Zinsen für der flüssiges Kapital bekommst, und das du ca. 70% Kredit für die Immobilie aufnehmen musst.  Die Zinsen sind bekanntlich fast gleich null. Und was so mit Aktien passieren kann, haben wir ja bei Wirecard gesehen...oder auch schon bei der Telekom , VW u.s.w.  Die Immobilienpreise in Deutschland sind über Jahrzehnte stabil mit positiver Tendenz. Das wird sich meiner Meinung nach auch irgendwann ändern, und zwar wenn die geburtenstarken Jahrgänge ( zu denen ich mich auch zählen muss) ihre Eigenheime verkaufen oder wegsterben.

Wenn man die 5% Verzinsung ( durch Aktiengewinne oder wie auch immer) annimmt, und auch annimmt, das du einen Kredit für einen Immobilien Kauf aufnimmst, dann gebe ich dir recht, und auch dem Herrn Kommer. Wenn ich aber erstens, mein Geld zu 0.5% auf der Bank lasse, und zweitens keinerlei Kredite aufnehme und meine Immobile in Bar bezahle, dann bin ich bei der Immobilie besser dran. Noch einem weiteren Punkt bei Herrn Kommer kann ich nicht  zustimmen. Er redet von einem Cashflow Vorteil bei Mietern. Das sehe ich nicht so. Als Mieter habe ich die Miete + Nebenkosten als Ausgaben, als Eigentümer habe ich die Nebenkosten + Instandhaltungskosten, und da ist mein Cashflow besser, denn meine monatlichen Ausgaben sind viel geringer. Ich habe ja keine Instandhaltungskosten, die einer monatlichen Miete entsprechen. Die Annahme von Herrn Kommer besteht wieder darin, das man die Immobilie finanziert, und den Kredit abtragen muss. Bei Bar Bezahlung stimmt das halt nicht.

Auch Herr Kommer sagt in seinem Interview , das es wesentlich mehr Sinn macht, eine Immobilie bar zu kaufen, als das Geld auf einem Konto liegen zu lassen.

So falsch sind meine Aussagen also garnicht.

Wenn du für dich Aktienbesitz ausschließt, ist die Immobilie gegenüber dem Halten eines größeren Cashanteils vermutlich die bessere Wahl. Vom Risiko her ist eine Immobilie aber am Aktiendepot näher dran als am Cash, darum vergleicht auch alle Welt mit dem Depot. Wer weltweit gestreut investiert, hat auch kein Risiko a la Wirecard im Depot. Selbst wer all sein Vermögen in einem DAX ETF hält, hätte davon wenig gespürt.

Zitat von TheWanderer am 20. Juli 2020, 17:41 Uhr

Wenn du für dich Aktienbesitz ausschließt, ist die Immobilie gegenüber dem Halten eines größeren Cashanteils vermutlich die bessere Wahl.

Genau so sehe ich das. Geld das ich jetzt in eine Immobilie investier und selber bewohne, bekomme ich in den allermeisten Fällen wieder raus, und habe letztendlich um sonst gewohnt. Ich habe das schon 2 mal im Leben durchgespielt, und bin bis jetzt mit dem Model für mich zufrieden.

Vermuten ist so eine Sache. Ich vermiete zur Zeit auch, und habe Glück mit dem Mieter. Aber das kann halt auch ganz anders laufen. Ausserdem steck sich der Staat von der Miete relativ viel Steuern ein .

Ich habe einen Geschäftskunden, der schon in den 70ern Häuser mit Wärmepumpen/Erdwärme samt entspr. Dämmung geplant und realisiert hat. Seit 30 Jahren baut der eigentlich nur noch Plus-Energiehäuser für entspr. Klientel mit Kleingeld. Gibt's also schon länger. 😉

Grundsätzlich sind Passivhäuser in der betriebswirtschaftlichen Betrachtung aber kein Problem, das kann man schon darstellen, sowohl gesamt/gemittelt als auch individuell. Bei der Gesamtbetrachtung ist der energetische Ausbau ja nur ein Teilbereich des Hauses und es baut sich halt niemand (Ausnahmen bestätigen die Regel) ein Haus mit hohem Energieeinsparpotential A++, um den Rest des Hauses in Stufe E auszubauen, d.h., der rein energetische Anteil ist am Ende nur ein Bestandteil der gesamten Instandhaltungskosten. Was ja Dein Haus beweist - gute Energetik und relativ hohe Ausstattung, geht halt meistens Hand-in

@mfz73

Sorry aber ich glaube da hat dir dein Geschäftskunde einen Bären aufgebunden mit seiner Aussage ab 1990 nur noch Plusenergiehäuser gebaut zu haben🤥. Dazu braucht es neben ein bisschen mehr Dämmung eine Photovoltaikanlage mit 6-10Kwp auf einem Einfamilienhaus zu kosten von 180.000 - 300.000 DM in 1990. selbst gut betuchtes Klientel wird da nicht nur gezuckt habe. Zumal die 180 bis 300 m2 Dachfläche in Südausrichtung bei Einfamilienhäusern eher selten sind bei den damaligen Wirkungsgraden. Und die Einspeisevergütung stellte gerade mal den Durchnitt desdamaligen  Strombezugpreises da. Die PV Anlagen aus dem 1000 Dächer Programm die ich kenne hatten max. 1,5 Kwp laufen aber teilweise heute noch.

Sicherlich gab es in den 70 Jahren Häuser mit Wärmepumpe und Dämmung die dein Geschäftskunde gebaut hat, die hatten  aber nichts mit einem Passivhaus gemeinsam. Passivhäuser haben in der Regel kein aufwendiges Heizsystem und schon gar keine Erdwärmepumpe weil viel zu teuer, das solltest du als Bausachverständiger eigentlich wissen. Wozu auch wenn die maximale Heizlast bei -10 grad draußen in unser Region bei 2 kW für 200 qm Wf beträgt. Abgesehen davon gab es in den 70er Jahren keine KWL Anlagen mit WRG zu kaufen, und ohne macht viel Dämmung dann wenig Sinn.

Auch wenn der energetische Ausbau nur ein Teilbereich ist in den Instanhaltungskosten, so Sehe ich bei meine beruflichen  Projekten die größten Summen genau dort: Dach, Fenster, Fassade und Heizung (Schwimmbäder und ähnliches lasse ich mal außen vor, oder die Fliesen für 300 EUR/m2).

In der Betriebswirtschaflichen Betrachtung sehe ich Passivhäuser eigentlich als einfacher an, kaum komplizierte teure Technik und geringste Energiekosten machen über Jahrzehnte energetische Sanierungen überflüssig. Aber das spiegelt sich eben nicht in den von dir genannten Quellen in drei Klicks zu erreichen wieder. Mein Nachbar wird seine 20 Jahre alte ungekämmte Schieferfassade in dem nächsten Jahrzent runter reißen müssen obwohl noch in Ordnung, passiert im niedrigstenergiehaus halt überhaupt nicht.

Zitat von Energiefuchs am 20. Juli 2020, 21:39 Uhr

Ich habe einen Geschäftskunden, der schon in den 70ern Häuser mit Wärmepumpen/Erdwärme samt entspr. Dämmung geplant und realisiert hat. Seit 30 Jahren baut der eigentlich nur noch Plus-Energiehäuser für entspr. Klientel mit Kleingeld. Gibt's also schon länger. 😉

Grundsätzlich sind Passivhäuser in der betriebswirtschaftlichen Betrachtung aber kein Problem, das kann man schon darstellen, sowohl gesamt/gemittelt als auch individuell. Bei der Gesamtbetrachtung ist der energetische Ausbau ja nur ein Teilbereich des Hauses und es baut sich halt niemand (Ausnahmen bestätigen die Regel) ein Haus mit hohem Energieeinsparpotential A++, um den Rest des Hauses in Stufe E auszubauen, d.h., der rein energetische Anteil ist am Ende nur ein Bestandteil der gesamten Instandhaltungskosten. Was ja Dein Haus beweist - gute Energetik und relativ hohe Ausstattung, geht halt meistens Hand-in

@mfz73

Sorry aber ich glaube da hat dir dein Geschäftskunde einen Bären aufgebunden [...]

Ja, das ist Möglichkeit A.

[...] mit seiner Aussage ab 1990 nur noch Plusenergiehäuser gebaut zu haben🤥. Dazu braucht es neben ein bisschen mehr Dämmung eine Photovoltaikanlage mit 6-10Kwp auf einem Einfamilienhaus zu kosten von 180.000 - 300.000 DM in 1990. selbst gut betuchtes Klientel wird da nicht nur gezuckt habe. Zumal die 180 bis 300 m2 Dachfläche in Südausrichtung bei Einfamilienhäusern eher selten sind bei den damaligen Wirkungsgraden. Und die Einspeisevergütung stellte gerade mal den Durchnitt desdamaligen  Strombezugpreises da. Die PV Anlagen aus dem 1000 Dächer Programm die ich kenne hatten max. 1,5 Kwp laufen aber teilweise heute noch.

Ich wills mal so sagen: das EFH-Projekt (schlappe 500m² Wohnfläche), bei dem wir aktuell involviert sind hat ein Autarkieziel von 4 Wochen, d.h., wenn bei mir der Strom weg ist, weil das komplette Netz der Stadtwerke zusammenbricht, hat die Bude noch für 4 Wochen Licht. Ich muss Dir vermutlich nicht erklären, was da an Batterien/Speichern verbaut sein muss, damit das funktioniert. Und das ist für den nur ein Rentner-Projekt, zu dem er sich noch hat breitschlagen lassen. Ich bin auch nicht so leicht von meinem Schreibtisch wegzulocken, aber in der Bude hatte ich schon 3 Besichtigungen - schon allein aus eigenem Interesse. Für seine Verhältnisse ist das ein Kleinstobjekt, der hat in seinem Berufsleben schon ganze andere Gebäude-Dimensionen - auch weltweit - betreut.

Das wäre mein Vorschlag für Option B.

Sicherlich gab es in den 70 Jahren Häuser mit Wärmepumpe und Dämmung die dein Geschäftskunde gebaut hat, die hatten  aber nichts mit einem Passivhaus gemeinsam.

Ich habe ja auch nicht behauptet, dass er schon seit den 70er Jahren Passivhäuser gebaut hat, sondern nur, dass aus der Zeit immer noch von ihm geplante/beteeute Objekte bestehen, die damals schon mit Wärmepumpen ausgestattet wurden. Das war damals komplett irre, andererseits aber auch nicht völlig abwegig. Mein Elternhaus wurde 1979 (Neubau) mit einem Kamin mit Warmwasseraufbereitung ausgestattet - funktioniert heute noch und das war der Zeit schon weit voraus. Meine eigene Immo Bjhr 1918, die ich 2011 erworben habe, wurde 1978 massiv erweitert/umgebaut und renoviert/saniert, aber quasi mit Null Wärmedämmung versehen und daran hatte sich bis 2011 nichts - aber wirklich gar nichts - geändert.

Passivhäuser haben in der Regel kein aufwendiges Heizsystem und schon gar keine Erdwärmepumpe weil viel zu teuer, das solltest du als Bausachverständiger eigentlich wissen.

Als Sachverständiger solltest Du wissen, dass man aufmerksam lesen muss.

Auch wenn der energetische Ausbau nur ein Teilbereich ist in den Instanhaltungskosten, so Sehe ich bei meine beruflichen  Projekten die größten Summen genau dort: Dach, Fenster, Fassade und Heizung (Schwimmbäder und ähnliches lasse ich mal außen vor, oder die Fliesen für 300 EUR/m2).

In der Betriebswirtschaflichen Betrachtung sehe ich Passivhäuser eigentlich als einfacher an, kaum komplizierte teure Technik und geringste Energiekosten machen über Jahrzehnte energetische Sanierungen überflüssig.

Völlig d'accord. Aber das stützt nur meine These.

 

Aber das spiegelt sich eben nicht in den von dir genannten Quellen in drei Klicks zu erreichen wieder. Mein Nachbar wird seine 20 Jahre alte ungekämmte Schieferfassade in dem nächsten Jahrzent runter reißen müssen obwohl noch in Ordnung, passiert im niedrigstenergiehaus halt überhaupt nicht.

Doch, @Energiefuchs, man kommt da in drei Klicks dran. Das kann nicht jeder, weil die meisten nicht wissen, wie es geht und was sie mit den Daten anfangen können - aber das schreitet voran. Das wird immer weiter automatisiert, zumindest dann, wenn es einen betriebswirtschaftlichen Nutzen für die Anwender hat.

@mfz73

Guten Morgen,

Ich klick halt immer noch nicht, ich bin da etwas Detailverliebt und schaue etwas genauer hin. Allein für die energetische Betrachtung eines Einfamilienhauses brauchte ich beruflich in der Regel rund 20 Stunden mit Software für mehrere tausend Euro. Aber natürlich gibt es auch die Möglichkeit den Uwert einer Außenwand nach Baujahr zu bestimmen, das wäre die Klickvariante mit  200 % Unsicherheit, aber nicht meine Herangehensweise. Und automatisieren ist nichts wenn es keine Pläne der Bestandsimmobilie gibt, wir scheinen da unterschiedliche Level zu haben. Natürlich kann man sagen "alte Ölheizung raus neue Ölbrennwertheizung rein, kostet bei uns hier ca 7,500-9000 EUR, wird in den meisten Wertgutachten mit ein paar Klicks auch so gemacht. Aber ist das für die nächsten 25 Jahre die günstigste Variante ? Zumal für regenerate Heiztechnik bis zu 45 Prozent Zuschüsse gewährt werden, und da können im Bestand auch der Estrich mit den neuen Fliesen dazugehören.

Für 500 m2 und 4 Wochen Autarkie brauchts meiner Meinung nach keine große Batterie sondern ein Hybridsystem aus gängigen günstig Komponenten. Wäre deutlich wirtschaftlicher und ökologischer und der Sprung von 4 Wochen auf 1 Jahr autarkie kostet auch nur ein paar 100 Euro. Aber so ist das in der Gebäudetechnik, je mehr und aufwendiger desto lukrativer für den Planer, aber natürlich gibt es auch Bauherrn die auf sowas stehen.

Zitat von Coffeehouse am 20. Juli 2020, 10:52 Uhr
Zitat von Fritz am 5. Mai 2020, 11:14 Uhr

Reparatur und Sanierungskosten kalkuliere ich als Rücklagen mit ein. Ich mache aber auch viel selbst und mein Haus hat keine sehr teure Ausstattung, so dass Reparaturen überschaubar bleiben.

Es ist aber im allgemeinen eine Milchmädchenrechnung nur die scheinbar geringen Unterhaltskosten eines Eigenheims zu betrachten. Tatsächlich erfolgt die größte "Kapitalvernichtung" durch die Kapitalbindung, die beim Bau entsteht. 1972 lagen die Baukosten für ein Einfamilienhaus mit 2 Wohnungen bei umgerechnet etwa 461 EUR je qm. Das waren also ungefähr 82.980 EUR. Die durchschnittliche Rendite deutscher Aktien liegt bei etwa 5% p.a.. Hätte man das Geld angelegt, wären bis heute (nach 48 Jahren), 863.097 EUR daraus geworden.

In Deutschland lag der durchschnittliche Mietpreis von Wohnungen von 120 qm Größe in den 1970er Jahren bei durchschnittlich 2,78 EUR. Das waren also bei 180 qm etwa 500 EUR (wahrscheinlich eher weniger, aber für 180 qm lagen mir keine Zahlen vor). Heute bezahlt man für die gleiche Größe etwa 1.500 EUR kalt. Das wäre also in 48 Jahren eine Kaltmiete von insgesamt ca. 576.000 EUR, wenn man hier (der Einfachheit halber) mal einen linearen Anstieg der Mieten annimmt (bei verstärktem Anstieg in den letzten Jahren wird die Gesamtmiete eher noch geringer). Man läge also 287.097 EUR im Plus.

Selbst wenn man jetzt davon ausgeht, dass das Haus über 15 Jahre finanziert wurde und, sagen wir (der Einfachheit halber) das Geld hätte nur 38 Jahre am Kapitalmarkt gearbeitet, dann wären das immer noch 529.866 EUR. Hinzu kommen noch die 20.000 EUR Werterhalt, die man ebenfalls über die Jahre hätte angelegen können. Das wäre dann also locker über 580.000 EUR.

Berücksichtigt man jetzt noch eventuelle Anlagestrategien, d.h. eine Durchschnittsrendite von > 6% p.a. (was keine große Kunst ist), verschiebt sich das Ergebnis immer weiter zu Gunsten des Mieters. Fazit: Ein Eigenheim lohnt sich nicht wirklich und ist reiner Luxus.

Hallo,

ich habe hierzu eine Frage: Laut der Rechnung hätte ich beim Mieten in dem Zeitraum unterm Strich 287.000 € mehr als beim Kaufen. Habe ich aber nicht beim Kaufen dann auch noch den Wert des Hauses zusätzlich, den ich beim Mieten nicht habe und würde es sich dadurch nicht wieder zugunsten des Hauskaufes verschieben?

Gruß
Coffee

Also ich versuch es mal einfach zu halten: Zunächst einmal ist die Wertsteigerung eines Eigenheimes nicht unbedingt garantiert. Je nachdem wo das Haus steht, kann es sogar im Wert fallen. Weiterhin ist die Wertsteigerung von Immobilien im allgemeinen viel geringer, als von Aktien. Auch dafür gibt es belastbare statistische Zahlen, die im Internet verfügbar sind. Den Wert des Hauses hat man zwar dann in seiner Bilanz stehen, aber die Wertsteigerung zzgl. nicht bezahlte Miete ist geringer, als die Summe aus Wertsteigerung eines gleichgroßen Aktienportfolios abzüglich Miete.

Wenn man das Thema Finanzierung noch mit einberechnet, also der übliche Fall, dass ein Haus zu einem großen Teil mit Kredit gebaut wird, sieht die Rechnung sogar noch schlechter aus. In dem Fall müssen noch die Zinsen für den Kredit abgezogen werden und es bleibt auch noch weniger bis gar nichts für Investitionen am Kapitalmarkt übrig.

Wer jetzt nur einen Teil seines Vermögens in das Haus steckt und dieses dann mit Kredit finanziert und einen anderen Teil gleichzeitig am Aktienmarkt anlegt, steht zwar etwas besser da, als einer der alles ins Eigenheim steckt und evtl. noch einen Kredit bedienen muss - so wie die meisten Häuslebauer. Aber trotzdem noch schlechter, als einer, der alles am Aktienmarkt investiert und weiterhin Miete zahlt. Entscheidend ist am Ende immer der Saldo und der ist bei Immobilien nicht immer positiv.

Wenn man die Sache aber realistisch betrachtet, dann ist der Wert eines Eigenheims eher theoretisch, denn kaum einer verkauft sein Eigenheim nach 30 Jahren und verlebt dann das Geld. Eigenheime werden üblicher Weise vererbt. Egal wie viel das Haus also wert ist, für den Erbauer ist es meist irrelevant, da kein Nutzen daraus gezogen wird. Man kann ja auch schlecht nur ein kleines Stück von seinem Eigenheim verkaufen um von der Wertsteigerung zu profitieren. Bei Aktien geht das. Der einzige Wert ist also nur der Ertragswert in Form einer nicht bezahlten Miete.

Rein wirtschaftlich betrachtet ist ein Eigenheimbau gegenüber einem Aktieninvestment klar im Nachteil. Auch wenn man die Mietkosten und (durchschnittliche) Wertsteigerung mit einberechnet. Ein Eigenheim ist nur eine rein emotionale Angelegenheit, so wie ein Sportwagen oder eine Yacht.

Zitat von Energiefuchs am 21. Juli 2020, 7:08 Uhr

[...] aber natürlich gibt es auch Bauherrn die auf sowas stehen.

Das ist der Punkt. Alles andere spielt da keine Rolle.

Allein für die energetische Betrachtung eines Einfamilienhauses brauchte ich beruflich in der Regel rund 20 Stunden mit Software für mehrere tausend Euro.

Solange man das bezahlt bekommt, ist es ja ok. Ich kenne örtliche Makler, die machen für umme Bewertungsgutachten, nur um die Objekte vermakeln zu können. Über Wert- und Sinnhaftigkeit kann man natürlich lange streiten, aber das bringt das ja nicht aus der Welt.

Zitat von Fritz am 21. Juli 2020, 11:43 Uhr

Wenn man die Sache aber realistisch betrachtet, dann ist der Wert eines Eigenheims eher theoretisch, denn kaum einer verkauft sein Eigenheim nach 30 Jahren und verlebt dann das Geld. Eigenheime werden üblicher Weise vererbt. Egal wie viel das Haus also wert ist, für den Erbauer ist es meist irrelevant, da kein Nutzen daraus gezogen wird. Man kann ja auch schlecht nur ein kleines Stück von seinem Eigenheim verkaufen um von der Wertsteigerung zu profitieren. Bei Aktien geht das. Der einzige Wert ist also nur der Ertragswert in Form einer nicht bezahlten Miete.

Rein wirtschaftlich betrachtet ist ein Eigenheimbau gegenüber einem Aktieninvestment klar im Nachteil. Auch wenn man die Mietkosten und (durchschnittliche) Wertsteigerung mit einberechnet. Ein Eigenheim ist nur eine rein emotionale Angelegenheit, so wie ein Sportwagen oder eine Yacht.

Jetzt misst du aber mit zweierlei Maß: Entweder wir gehen von rationalen Investoren aus, die wirtschaftlich vernünftig handeln und falls sinnvoll auch ihr Eigenheim verkaufen.

Oder wir nehmen "realistische" Leute, die sentimental ihre Bude abrocken, aber dann bitte auch vergleichen mit dem "realistischen" Mieter, der weder langfristig und diszipliniert hohe Sparquoten erreicht noch eine gesteigerte Affinität zu Aktieninvests zeigt.

Zitat von Fritz am 21. Juli 2020, 11:43 Uhr

Rein wirtschaftlich betrachtet ist ein Eigenheimbau gegenüber einem Aktieninvestment klar im Nachteil.

Abgesehen davon, dass Kommer für die letzten 10 Jahre einen leichten Vorteil für die Häuslebauer errechnet hat, sei doch mal so gut und stell' uns eine kleine Exceltabelle zur Verfügung, die Deine Behauptung rechnerisch unterstützt. Kannst gern meine Zahlen nehmen: Kaufpreis Mitte 2011 all inclusive 360T€ (KNK 24T€), EK 90T€, 185m² Wohnfläche. Örtliche Vergleichsmiete, kalt ohne Betriebskosten aus örtlichem Grundstücksmarkbericht 2011/2020 = 6€/8€. Restkredit aktuell 175T€, Kreditkosten zu Beginn ~4%, aktuell ~2,5%, Tendenz fallend, Tilgungsrate kannst Du als Konstante ansetzen. Beim Wertzuwachs kannst Du von mir aus mit 1% (Wert kann man bei Kommer entlehnen) nach Inflation rechnen, da kommen mit Basis 345T€ (ohne KNK) heute 377T€ raus. Miet- und Hausnebenkosten bitte plausibel schätzen, mit Quellenangabe.

Brauchst Du sonst noch Daten? Müsste eigentlich reichen.