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Rücklagen für die Instandhaltung beim Einfamilienhaus zu hoch angesetzt?

Ich will ja nicht mal sagen, dass Variante A oder B über 50 Jahre prognostiziert besser oder schlechter ist - wer sowas sagt, hat eh nicht begriffen, worum es geht. Aber wenn man schon die Daten und Analyse von Kommer zur Verfügung hat und das auch mit realen Daten untermauern kann, dann ist es halt granatenmäßig unschlau, permanent das Gegenteil zu behaupten und zu völlig anderen Ergebnissen zu gelangen, ohne das zu hinterfragen.

Und obwohl Kommer ausdrücklich generell Recht hat, wenn er das auf einen knappen Ausgang pro Mieter rechnet, darf man nicht vergessen, dass er damit über ganz D und alle Wohn-Immobilientypen glättet. Ausdrücklich: das ist nicht falsch und er erklärt auch sauber, dass er das tut und welche Daten er benutzt - aber man kann daraus keine Aussage zu einem Einzelobjekt ableiten.

Eine Aussage wie die, dass mein Haus in 16 Jahren (resp. 25 Jahre nach Kauf) X Euro wert sei, ist daher nur absurd zu nennen. Und das ist noch wohlwollend formuliert.

Was hier noch gar nicht zur Sprache kam, ist der nicht in Zahlen zu messende Faktor des Wohlfühlens. Ich bin so froh, ein Haus zu haben, reichlich Grund drumherum, ich kann tun und lassen, was ich will, nachts baden, Musik aufdrehen, ohne daß ich jemanden fragen muß oder belästige. Keiner tanzt mir auf dem Kopf rum, kein Gestreite, ich muß mich nicht mit einem Vermieter rumärgern, wenn die Miete steigt, oder die Bude schimmelt. 

Und da ist es mir sowas von egal, ob ich evtl. als Mieter am Ende 100, 200 oder was weiß ich wie viel k€ mehr auf dem Konto hätte. Fakt ist, man muß irgendwo wohnen, und wenn ich es mir aussuchen kann, dann ist für mich das Eigenheim schon aus o.g. Gründen alternativlos.

Sehe das ähnlich wie du, das Thema Psychologie wurde hier meine ich früher schon in beiden Richtungen diskutiert. Manche genießen den Full-Service eines ordentlichen Vermieters, oder ihnen machen die höhere Eigenverantwortung oder auch die Schulden ein negatives Gefühl (Gibt einen Finanzwesir + Finanzrocker Podcast darüber, eine Stunde fiesestes Geläster :mrgreen: ). Wobei ich das von dir beschriebene positive Gefühl von Eigentümern kenne, die negative Seite eher von Leuten, die kein Eigenheim haben und auch nicht wollen, weil sie meinen, dass es sich für sie so anfühlen müsste.

Ich habe den Thread mal in das passende Unterforum verschoben.

Zitat von Roger am 28. Juli 2020, 17:03 Uhr

Was hier noch gar nicht zur Sprache kam, ist der nicht in Zahlen zu messende Faktor des Wohlfühlens.

Indirekt schon. Dem HC-Frugalisten ist die "zu große Bude" mindestens suspekt, auf jeden Fall aber ganz generell (und ohne differenzierte Prüfung) zu teuer und fällt damit unter Lifestyle-Inflation, was ein eindeutig negativ besetzter Begriff ist. Ebenso wird von Frugalisten die Vokabel "Lifestyleentscheidung" negativ interpretiert, das ist zumindest nicht neutral/ergebnisoffen, sondern wird so verwendet, dass die Entscheidung pro Lifestyle als Fehler betrachtet wird.

Dabei stimmt das nur bedingt, vor allem im alleinigen Bezug zur eigengenutzten Immobilie, denn ein anderer Grundsatz ist viel richtiger: die Bude muss zum Portemonnaie passen. Wer zu teuer kauft oder mietet, bekommt immer ein Problem, aber nicht jede große Wohnung/Immobile ist in diesem Sinne zu groß/teuer.

Zitat von TheWanderer am 28. Juli 2020, 18:18 Uhr

(Gibt einen Finanzwesir + Finanzrocker Podcast darüber, eine Stunde fiesestes Geläster :mrgreen: ). Wobei ich das von dir beschriebene positive Gefühl von Eigentümern kenne, die negative Seite eher von Leuten, die kein Eigenheim haben und auch nicht wollen, weil sie meinen, dass es sich für sie so anfühlen müsste.

Sowohl F-Wesir als auch -Rocker geben zu, dass sie nicht besonders immo-affin sind. Was soll da schon rauskommen?