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PKV-Verbleib oder freiwillig GKV

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Ich war früher selbst in der GKV und kenne daher beide Systeme. Meine persönliche Meinung und Erfahrungen: Die GKV ist für mich eine "Blackbox". In den letzten 30 Jahren sind die Leistungen immer mehr eingedampft worden und die Beiträge trotzdem gestiegen. Erst wurde die Zuzahlung für Brillen gekürzt, dann wurden Brillen überhaupt nicht mehr bezahlt, dann kam die Praxisgebühr, Zuzahlungen für Dies und Jenes, und und und... Wenn man noch dazu in einer Gegend lebt, wo es zu wenig Ärzte gibt, wird man als Kassenpatient eiskalt abgewiesen. Ich habe das mehrmals erlebt. Als Privatpatient passiert das nicht und die Leistungen können auch nicht einfach gekürzt werden, die sind vertraglich festgeschrieben. In meinem persönlichen Fall ist die PKV (inkl. Selbstbehalt) auch ab einem Jahreseinkommen von über 30 k€ günstiger, als die GKV. Da komme ich bei weitem drüber. Erstattungen bei der Steuer muss man hier ebenfalls berücksichtigen. Ich bin ehrlich gesagt kein Freund des dualen (deutschen) Systems, aber aktuell sehe ich die PKV als die bessere Wahl.

@Fritz das hast du treffend zusammengefasst. Zu ergänzen wäre noch die Beitragsrückerstattung. Vieles ist manchmal nur Panikmache, oder sind wir Deutschen besonders empfänglich dafür, weil wir gerne alles von anderen und vor allem vom Staat für uns regeln lassen wollen. Aber bitte ohne Risiko.

 

Ich werde auch in der PKV bleiben.

Die Krankenkassenbeiträge bei der Auszahlung der Direktversicherung ist zudem auch noch zu berücksichtigen.

Ich setze auch auf einen höheren Selbstbehalt. Mir ist bei der Krankenversicherung wichtig das ich bei einer schweren Erkrankung die bestmöglichste Behandlung bekommen kann. Letztlich muss die finanzielle Situation meiner Meinung nach so sein, dass der PKV-Beitrag keine Rolle spielen darf bei der finanzieller Unabhängigkeit.

Spielt der Monatsbeitrag doch eine signifikante Rolle dann ist einfach die Finanzielle Unabhängigkeit einfach noch nicht erreicht.

So...ich habe mal etwas gerechnet.

Ich bin übrigens bei der HUK privat krankenversichert. In der Retrospektive sicher nicht die allerbeste Wahl.

Aktuell im Bi-Sex-Tarif mit der bestmöglichen Absicherung bei 0€ SB zahle ich 560€ ohne Krankentagegeld plus 47,08€ Pflegeversicherung.

Bei Wechsel in die GKV und Buchung einer privaten Zusatzversicherung bei der HUK, kann ich die Altersrückstellungen im Stationär-Tarif  (und nur da) mitnehmen. Dies würde Stand heute eine sofortige Reduzierung  auf die Höhe des (stationären) Beitrags von 44 auf 31 bedeuten.

Wenn ich jetzt in die GKV wechseln würde und dazu noch einen 451€ Job ausführen würde, wäre ich günstig möglich krankenversichert. Der günstigste Tarif in der PKV wäre in der Bi-Sex-Welt der Grundabsicherungstarif - bei 1.000€ SB wären das heute 139,52€  ohne Krankentagegeld plus Pflegeversicherung (47,08€)

Ohne 451€ Job muss ich meine Erträge so steuern, dass diese möglichst steuergünstig fallen. Bei Verbleib in der PKV wäre das wurscht.

In die GKV der Rentner werde ich es aufgrund meines frühen Starts ins Berufsleben nicht mehr schaffen.

Die Entscheidung fühlt sich gerade wie Roulette an.

Zitat von Lex am 31. März 2021, 20:11 Uhr

Spielt der Monatsbeitrag doch eine signifikante Rolle dann ist einfach die Finanzielle Unabhängigkeit einfach noch nicht erreicht.

Ich stimme hier Lex absolut zu!

@Geldanleger:

Mein Beitrag wäre ohne SB höher. Ich verstehe nicht weshalb du nicht einfach ab FIRE den SB erhöhst und in der PKV bleibst.

Mit dem Midijob erscheint mir auch nicht schlüssig, zumindest wenn es bei dem Midi rein Geld bestimmt ist.

@muslime_frugi

Na, mit Umstellung auf 1500 SB wären die Kosten Stand heute rund 380 incl PV...bei einem Krankheitsfall eben signifikant teurer als GKV bei einem MIDI-Job....

Vor allem die extrem ungewisse Entwicklung der Beiträge stimmt mich sehr nachdenklich.

Dann ist es so wie Lex schrieb. Letztendlich ist es dann auch egal ob tatsächlich nicht erreicht oder nur mental nicht erreicht

Ein gutes & wichtiges Thema, das mich auch schon lange beschäftigt. Ich war 25 Jahre in der GKV und jetzt 20 Jahre in der PKV. Neben den rein finanziellen Erwägungen (die für die kommenden Jahrzehnte auch gar nicht vollständig abschätzbar sind), sind für mich auch immer die bestmöglichen Leistungen im Vordergrund gestanden - und zwar nicht nur für mich persönlich, sondern gerade auch für meine Kinder. Entsprechend habe ich einen Tarif mit bestmöglicher Abdeckung.

Meine aktuellen Gedanken zum Thema:

  • Beitragserhöhungen betreffen sowohl die PKV, als auch die GKV - auch wenn diese sich unterschiedlich äussern und ggf. zu unterschiedlich Zeitpunkten wirken. Ich hatte schon Jahre mit ca. 40% Beitragserhöhung und man kann fast nichts dagegen unternehmen. In der GKV wirkt das fast noch willkürlicher.
  • In der PKV habe ich einen vertraglich vereinbarten Leistungsumfang, der nicht einfach geändert werden kann (manchmal gibt es aber Formulierungen, die auf den Leistungsumfang der GKV abstelllen, hier muss man seinen individuellen Vertrag genau kennen); im Graubereich gibt es allerdings teilweise Auseinandersetzungen & Diskussionen über die Erstattung.
  • In der PKV bekomme ich meist sehr kurzfristig Facharzttermine und brauche keine Überweisung. Dafür muss man manchmal aufpassen, dass keine unnötigen Behandlungen durchgeführt werden ('Melkkuh").
  • Ich gehe davon aus, dass das aktuelle duale System mittelfristig keinen Bestand haben wird ("Bürgerversicherung"). Bestandskunden wird man vermutlich nicht einfach zu einem Wechsel zwingen können, d.h. vor allem neue Verträge werden betroffen sein und Zahler hoher Beiträge werden ggf. eine Möglichkeit zum Wechsel in Erwägung ziehen. Beides dürfte längerfristig zu noch höheren Beiträgen führen.
  • In der Rente muss man auf sehr hohe PKV-Beiträge gefasst sein. Ich persönlich rechne mit ca. 1.500 Euro pro Monat nur für mich selbst in 20 Jahren (grobe Extrapolation der Beitragserhöhungen abzgl. Krankentagegeld und Altersrückstellung).
  • Dafür hat man keine negativen Auswirkungen durch Kapitalerträge und ist voraussichtlich bestmöglich abgesichert.
  • Ich konnte bereits durch einen Wechsel des Selbstbehalts und Umstellung auf jährliche Beitragszahlung erhebliche Einsparungen erzielen. Dies muss man auch laufend prüfen, hier ändern sich ständig die Verhältnisse. Das Potential ist aber begrenzt sobald man bei hohen SB angekommen ist, zu niedrigeren SB kommt man nur mit Gesundheitsprüfung.
  • Sollte man für die KVdR in Frage kommen, mag das eine Erwägung sein. Ansonsten ist die GKV für mich nach wie vor trotz möglicherweise geringerer Beiträge nicht attraktiv und man weiss noch weniger, was die Zukunft bringt. Fehlende Leistungen lassen sich nur teilweise mit Zusatzversicherungen ausgleichen (Zahn, Krankenhaus etc.) und dann landet man wieder bei entsprechend höheren Beiträgen.

Für mich ist die Qualität in der ärztlichen Leistung, die die PKV ermöglicht, im Vordergrund. Zweimal hatte ich in meinem Leben in meinem engsten Familienkreis erlebt, dass die Privatversicherung lebensrettend bzw. erhebliche gesundheitliche Lebensbeeinträchtigungen verhindert hat.

Vor diesem Hintergrund ist für mich die Preisfrage damit irrelevant (dies mag sich drehen, wenn die Beiträge sich bei mir verzehnfachen würden.)

Hallo,

ich wollte ursprünglich einen eigenen Beitrag erstellen, denke aber es macht Sinn wenn ich mich hier anhänge.

Nachdem meine PKV in diesem Jahr mal wieder deutlich die Beiträge erhöht hat, habe ich angefangen über verschiedene Szenarien nachzudenken, wie ich in Zukunft mit meiner Krankenversicherung verfahren sollte.

Mein Hintergrund: ich bin 50 Jahre alt und ich plane spätestens mit 53-54 Privatier zu werden oder zumindest meine Arbeitszeit per Teilzeit drastisch zu verkürzen.

Für meine PKV zahle ich in Summe mittlerweile 950 EUR/Monat.

Das setzt sich wie folgt zusammen: KV: 750 EUR, PV: 50 EUR, Gehaltsfortzahlung: 50 EUR und Beitragsermäßigung im Alter: 100 EUR.

Wenn ich die zuletzt durchschnittlichen 7% jährlichen Beitragserhöhungen der PKV bis zum 63 Lebensjahr hochrechne, werde ich als Rentner ca. 1800 EUR allein für die PKV zahlen.

Abzüglich 300 EUR aus der Beitragsermäßigungsversicherung bleiben dann ca. 1500 EUR übrig.

Was mir unklar ist, ist wie sich die angesammelten Rücklagen evtl. noch beitragssenkend auswirken werden. Der Einfachheit halber nehme ich erstmal an, dass 1500 EUR mein Beitrag im Alter sein wird.

Das würde mich nicht unbedingt in eine finanzielle Notlage bringen, ist aber trotzdem eine Hausnummer.

Geht man mal davon aus, dass die GKV in 13 Jahren 1000 EUR im Monat kosten wird, zahle ich mindestens 500 EUR im Monat mehr. Wahrscheinlich sogar mehr; ich denke 7% Beitragssteigerung waren eher konservativ gerechnet.

Wie soll ich mit diesem Wissen umgehen?

Folgendes ist mir bisher durch den Kopf gegangen.

  1. Einfach alles laufen lassen. Die Mehrkosten im Alter könnten mir das eine oder andere Extra an Lebensqualität im Monat kosten, ich hätte aber auch eine Top Krankenversicherung.
  2. Wie 1), aber in den Standardtarif wechseln wenn mir die Kosten zu hoch werden.
  3. Vor den 55. Lebensjahr zurück in die GKV wechseln.  Entweder indem ich meinen Plan vom Privatier mit 53-54 umsetze oder aber durch ein Teilzeit, um unter die Bemessungsgrenze zu kommen. Im Falle des Privatiers hätte ich dann auch keine Einnahmen mehr, sodass mich die GKV nur den Mindestbetrag von rund 170 EUR kosten würde. Im Vergleich zu meiner jetzigen PKV würde ich in 10 Jahren 80k-100k an Beiträgen sparen. Damit könnte man einen Haufen Zusatzversicherungen finanzieren, um auf ein ähnliches Leistungsniveau wie in der PKV zurückzukehren.

Ab 63, als freiwillig versicherter als Rentner, müsste ich dann aber auf alle meine Einkünfte den GKV Betrag zahlen, womit ich dann beim (fiktiven) Höchstbetrag der GKV von 1000 EUR landen würde.

Einerseits denke ich mir, dass es kein Risiko ist, in der PKV zu bleiben, weil ich im Notfall immer in den Standardtarif wechseln kann. Spätestens als Rentner muss ich aber ohnehin auf alle Einkünfte den GKV Beitrag zahlen, sodass ich in beiden Varianten gleich viel zahlen würde.

Bliebe ich aber in der PKV hätte ich aber noch die Option, im teureren Tarif zu bleiben und von dessen Leistungen zu profitieren (z.B. wenn es meine gesundheitliche Situation erfordern würde). Je nach dem was man da in Anspruch nimmt, kann das einen Mehrbetrag beim Beitrag locker Wert sein…

Andererseits ist der deutlich geringere Beitrag in der GKV in den 10 Jahren vor meiner Rente auch verlockend; wie gesagt kann man Teile der Ersparnis gezielt in Zusatzversicherungen stecken und hat wahrscheinlich trotzdem noch was übrig.

Ich bin sicher nicht der Einzige, der schon mal solche Abwägungen getroffen hat.

Wie denkt ihr über die Optionen von oben oder wir habt ihr euch in einer ähnlichen Lage entschieden?

 

Ich freue ich auf eure Gedanken,

fafnir

 

Hi Fafnir

wir sind in der gleichen Alterskohorte, sowohl beim aktuellen als auch Wunsch Ausstiegsalter.

Du bist gut informiert und hast das gut zusammengefasst

Auch ich bin Privat versichert. Allerdings zu einem Jahresbeitrag von 5.500€, mit 1.700€ Selbstbehalt.
Den Beitrag zahle ich jährlich und spare so schon 3%.

Einen sog. Beitragsentlastungstarif hab ich auch  Bei ab 65 200€ Entlastung zahle ich flat 65€  Dies  ist in meinem genannten Jahresbeitrag inkludiert.

Auch ich würde spätestens mit dem Bezug der Renten in einem Wechselfall zur GKV Höchstbetrag bezahlen.

Als Notanker würde ich den Standardtarif gehen. Besser als der Basistarif.

Was du noch vergessen hast: Bei einem Wechsel in die GKV würdest du nicht mehr in die KdR kommen.

P.S.: Hab gesehen das ist dein erster Beitrag. Mach doch mal ne Vorstellung 😊

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