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Klimawandel

Mehrere Gutachten stufen Klimapaket als verfassungswidrig ein

https://www.welt.de/wirtschaft/article203455132/CO2-Abgabe-Mehrere-Gutachten-stufen-Klimapaket-als-verfassungswidrig-ein.html

"Beim Strompreis sollen die Bürger entlastet werden"

Hab heute Post bekommen, mein Strompreis steigt zum 1.1. erst einmal um 8,6%, zum Glück verbrauche nur wenig....aber die Entlastung wird vermutlich umso grösser sein

Anspruch und Wirklichkeit:

https://www.wiwo.de/strompreis-strom-wird-teurer-verbraucherschuetzer-warnen-vor-falschem-signal/25236104.html

ich zahle ab januar 2 cent/kwh mehr für Strom (letztes Jahr gut 1 cent mehr) aber werde ja durch das Klimaschutzpaket 2021 um 0,25 cent entlastet, da darf man sich freuen, ich sehe schon im Wahlkampf vor der nächsten Bundestagswahl bildlich vor mir, wie die Politiker das dann für sich nutzen und sich dafür auf die Schulter klopfen...

die Gelbwestenproteste in Frankreich sind entstanden weil die Benzinpreise erhöht worden sind, in Deutschland demonstriert man für höhere Benzinpreise, es scheint halt vielen noch zu gut zu gehen

Für mich hat die ganze Sache etliche Aspekte.

Erster Apspekt: Das Argument, dass Deutschland nur 2% des CO2 Ausstoßes verursacht ist erst einmal schlecht, denn erstens verursachen wir pro Kopf mehr als der Schnitt und zweitens gibt es auf staatensicht nicht den Verursacher, der die Mehrheit raus pustet. Will man weniger, müssen alle mitmachen, auch wir. Allerdings tun wir das, schon seit Jahrzehnten. Es gibt keinen Grund nachzulassen, aber es gibt auch keinen Grund die Sache so darzustellen, dass wir die Hauptschuldigen sind und nichts tun. Denn es werden ja gerne die Erfüllung der Ziele genannt und dazu gibt es nur zu sagen, dass diese Ziele sich jedes Land selbst stecken konnte. Unsere waren mehr als ambitioniert, fast alle anderen Länder haben da viel weniger sich gesteckt und das ist der einzige Grund, warum wir deshalb so "schlecht" da stehen. Daher weiter machen, aber nicht mit Panik.

Zweiter Aspekt: Das Grundproblem Überbevölkerung auf diesem Planeten. Ohne dieses Problem zu lösen, werden alle anderen Maßnahmen ins Leere laufen. Es nutzt nichts, wenn die Afrikaner sich weiter wie die Kanickel vermehren, aber dabei nur halb so viel pro Kopf ausstoßen, wie ein Deutscher. Und da sind wir am Punkt, Deutschland allein wird die Welt nicht retten.

Dritter Aspekt: Es braucht eine ehrliche Kommunikation. Klimaschutz wird Geld kosten, viel Geld, also richtig Wohlstand, Wohlstand von jedem.

Vierter Aspekt: Dieses Geld sollte meiner Meinung in Technologie gehen und nicht irgendwo versenkt werden. Erhebt man also Steuern z.B. auf Methan (meist Erdgas) sollte dieses Geld direkt in die Förderung von klimaneutralem Methan fließen und nicht zur Finanzierung einer Grundrente oder was auch immer dienen. Denn wir werden nicht mit persönlichem Verzicht klimaneutral werden, sondern nur mit Technologie.

Fünfter Aspekt: Persönlicher Verzicht ist sicher kein komplett zu vernachlässigender Aspekt. Aber hier sollte sich jeder bewusst werden, was denn eigentlich wirklich der Fall ist und was "böse" ist. In tausend Foren lese ich gerne immer wieder irgendwelche Peanuts, so auch hier.

Zu 90% sind Wohnen (vor allem Heizung), Konsum, Mobilität und Reisen die zentralen Themen. Natürlich ist so ein neues Handy Teil des Konsums, aber ein unglaublich kleiner Teil. Den PC laufen zu lassen, hey ich tippe hier und das Ding hat eine Leistung von 5W. Das sind selbst wenn es rund um die Uhr laufen würde grade mal 44kWh/Jahr = nichts. Hier muss man sich Dimensionen bewusst werden, um an der richtigen Stelle anzusetzen. Was soll ein Plastiktütenverbot z.B.? Der letzte Unsinn ist das. Bringt nichts fürs Klima und übrigens auch nichts für den Plastikmüll in den Weltmeeren, denn Deutschland trägt dazu genau 0,0% zu (gerundet auf die angegebene Stelle).

Ich möchte mal bezweifeln, dass der Klimaschutz sehr viel Wohlstand kostet. Wir müssten nur einfach mal wieder auf den Teppich zurück kommen und uns von unserer Verschwendungssucht verabschieden. SUV fahren hat nichts mehr mit Wohlstand zu tun, sondern ist reiner Luxus. Es ist auch nicht normal, dass sich der Durchschnitt-Deutsche 60 Teile Oberbekleidung im Jahr kauft oder dass eine 3-köpfige Familie auf durchschnittlich 150 qm wohnt. Man brauch auch nicht jedes Jahr ein neues Smartphone und niemand muss über 80 kg Fleisch im Jahr fressen. Wir sind einfach nur extrem maßlos geworden. Wenn man all diese Dinge lassen würde, wäre schon viel für unser Klima getan und niemand müsste dabei viel verzichten.
Neue Technologien werden uns leider nicht retten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass neue Technologien auch immer neue Probleme schaffen. Es wird niemals irgend eine Wundertechnologie geben, durch die die Probleme gelöst werden und wir gleichzeitig unser bisheriges Leben so weiterführen könnten. Wir müssen lernen mit unseren Ressourcen schonend umzugehen. Aber davon sind wir sehr weit entfernt und der Trend zeigt leider noch immer in die falsche Richtung. Viele sind da noch immer in der Phase des nicht-wahr-haben-wollens und der Verdrängung.
Ich bezweifle auch, dass Deutschland angeblich nur für 2% des CO2 Ausstoßes verantwortlich ist. Wir haben den Großteil unserer Produktion ins Ausland verlagert, insbesondere die dritte Welt, wo auf Umweltschutz nicht viel Wert gelegt wird. Nur deshalb sieht unsere Bilanz so harmlos aus. Aber rechnen wir mal unsere Kleidung aus Bangladesh, Rindfleisch aus Argentinien, Soja aus Brasilien, Elektronik aus China, Kautschuk und Palmöl aus Südostasien usw. mit dazu. Dann sieht die ganze Rechnung bestimmt nicht mehr so harmlos aus.
Auch unsere Ziele beim Thema Klimaschutz und Energiewende waren gar nicht so abitioniert, wie immer dargestellt. Sie waren nur ein Rohrkrepierer, so wie die meisten Projekte von Frau Merkel. Im internationalen Vergleich haben uns viele Industrienationen längst abgehängt. Selbst Umweltverschmutzer wie China und USA bauen (prozentual gesehen) mehr Solar und Windkraft zu als Deutschland. Auch von unseren europäischen Nachbarn haben uns viele bereits überholt. Was ist da ambitioniert? Schweden hat kaum noch Öl und Gas-Heizungen. Auch die Elektrormobilität ist in vielen Ländern wesentlich weiter als in Deutschland. Während man in Deutschland noch auf Pkw und Lkw setzt, ist in unseren europäischen Nachbarländern schon das doppelte an Güterverkehr auf der Schiene und in vielen Großstädten gibt es Fahrverbote oder sie sind bereits autofrei. Deutschland hat schwach angefangen und stark nachgelassen. Die anderen machen nur nicht so ein Bohei, deshalb scheint es so als machen die nichts. Das Gegenteil ist aber der Fall.
Und nein der Plastikmüll, der bei uns entsteht trägt definitiv nicht 0,0% zum Müll in den Weltmeeren bei. Denn unser Müll wir auch zu einem sehr großen Teil in die dritte Welt exportiert, wo er in (vorsichtig formuliert) weniger fach- und umweltgerechter Form "verschwindet" - aus den Augen- aus dem Sinn.
Auch auf das Problem mit der Überbevölkerung haben wir indirekt Einfluss. Wohlstand und Bildung sind die besten Mittel dagegen. Aber statt dessen ist Deutschland fleißig damit beschäftigt afrikanische Länder in Armut und Abhängigkeiten zu halten. Insbesondere durch unfaire Freihandelsabkommen, Waffenexporte und falschen Mitteleinsatz von Entwicklungshilfen.
Es nützt nichts, Deutschland hat einfach viel mehr Schuld und Verantwortung, als es gern zugibt und als das den meisten Bürgern klar ist.

  • das Thema Überbevölkerung wird sich schnell von selbst lösen durch Geburtenrückgang (Peak Child usw.), das haben viele noch nicht so auf dem Schirm, meiner Meinung nach wird da langfristig so eine Art Glockenkurve im Chart entstehen wo sich die Weltbevölkerung in 100 Jahren vielleicht schon halbiert hat (Panikschiebern wird das vermutlich nicht reichen), bei einer Geburtenrate von 1-1,5 Kindern/Frau kann man sich den Rückgang dann mathematisch relativ einfach ausrechnen (Statistik: Geburtenraten Europa 2015: 1,58, Singapur 2015: 0,82, Weltweit 1950: 4,96, 1990: 3,02, 2010: 2,47, für heute geborene Mädchen könnte (wird wahrscheinlich) der Schnitt schon unter 2 liegen, der ja dann erst in 40-50 Jahren "abgerechnet" wird) , der "Wohlstand" in  den armen Ländern wächst und die Geburtenraten gehen auch da zurück. (wobei ich glaube, dass man Kinder in 20-30 Jahren schon ausserhalb der Gebährmutter heranziehen könnte (6 von 9 Monaten kann man glaub ich heute schon). Ausserdem ist man dem Altern auf der Spur und könnte dies auch bald verhindern)
  • die hohen Strompreise haben auch einen guten Effekt, irgendwann sind sie jenseits von gut und böse, bzw nicht mehr bezahlbar ( und wettbewerbsnachteile trotz EEG Befreiung in der Industrie), ab einer gewissen Schwelle machen die Leute da nicht mehr mit, Eigenversorgung und disruptive Technologien setzen sich durch, so dienen Autos dann z.b. als Pufferspeicher für "erneuerbare Energieen" wo man dann mit seinem Speicher sich selbst Geld dazuverdienen kann, d.h. bei Überfluss (viel Sonne oder viel Wind) kann man den eigens erzeugten oder Netzstrom günstig speichern und bei Notstand wird wieder teurer  abgegeben -  anstatt das Geschäft dem Ausland und den Atomkraftwerken in Frankreich oder Kohlekraftwerken in Polen oder Wasserkraftwerken in Norwegen zu überlassen - man wird selbst zum Unternehmer und vermarkten den Strom privat, leider gibt es da aber zu viel Regulierung und Bürokratie in Deutschland die das ganze ausbremsen aber letztendlich nicht aufhalten
  • den Deutschen wird die Schuld doch schon in die Wiege gelegt durch den Zweiten Weltkrieg und der Nazidiktatur, also ich denke es gibt kein Land auf diesem Planeten wo die Menschen mehr Schuld empfinden und wo es den Leuten weniger eingeimpft wird

 

Zum Thema hohe Strompreise und erneuerbare Energien vielleicht mal eine Nachricht außerhalb der Filterblase mancher Teilnehmer hier: https://www.deutschlandfunk.de/strompreissteigerung-erneuerbare-energien-wirken-an-der.694.de.html?dram:article_id=463606

Die Frage ist nur wer in der Filterblase lebt, wenn Frau Kemfert, die ich übrigens schon seit 10-15 Jahren beobachte (auf klimaretter.info usw) und die wirklich sehr viel Blödsinn verzapft  behauptet dass nur die bösen raffgierigen Stromanbieter an den hohen Strompreisen schuld sind (Zitat:„Stromkonzerne lassen keine Gelegenheit aus, um die Strompreise nach oben zu treiben“) und das man ja einfach nur wechseln müsse, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Also wenn die erneuerbaren preissenkend wirken (warum steigen dann die EEG umlage und die netzentgelte), müsste es da doch sicherlich clevere Anbieter geben, die die enttäuschten Kunden den anderen abjagen wollen, das nennt sich Marktwirtschaft.

Zitate:  "Ich kann mir vorstellen, dass man es begründet mit den gestiegen Stromhandelspreisen, wo aufgrund der gestiegenen CO2-Preise in Europa deutliche Anstiege zu verzeichnen waren. "

stimmt nicht, die Strompreise an den Börsen sind im letzten jahr gefallen, kann man z.b. hier ablesen

https://www.bhkw-infozentrum.de/statement/ueblicher_preis_bhkw.html

letztendlich steigt die EEG Umlage weil die strompreise an der Börse gefallen sind, höhere Strompreise wirken hier degressiv, weil weniger differenz zwischen Förderung und Strompreis an der Börse bezahlt werden muss

Ich bin eindeutig für "erneuerbare", allein schon aus dem Aspekt der Energieunabhängigkeit....ausserdem brauchen wir auch ein autarkes Internet usw. dass uns die Amis im Zweifel nicht abstellen können, vor allem wenn darüber in Zukunft immer mehr Prozesse gesteuert werden...

EEG Umlage 0,06756 EUR pro kw/h ziemlich stabil die letzten Jahre. Bitte die Kirche im Dorf lassen. Eine Umlage mit vielen Ausnahmen, die nichts bezahlen.

https://www.netztransparenz.de/EEG/EEG-Umlagen-Uebersicht

So setzt sich der Strompreis zusammen:

https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/PreiseUndRechnungen/WieSetztSichDerStrompreisZusammen.html

Reine Abzocke: Netzentgelte für uralte Netze. Steuern die prozentual wirken. Unverändert hohe Kosten für Beschaffung,Vertrieb, Marge trotz immer größerem erneuerbaren Anteil. . .

3 Tage Woche. Teilzeitarbeit.

Der durchschnittliche Strompreis lag 2019 also bei 30,86 Cent/kwh (im Jahr 2000 <14 Cent) und dürfte im nächsten Jahr deutlich weiter ansteigen, früher (d.h. vor 10 Jahren) dachte ich immer das bei 30 Cent das Maximum erreicht sei und das es da so eine Art Peak gibt, weil das Gross der Förderung der Anlagen ja irgendwann ausläuft und ab dann würde die Preise wieder abfallen wenn der grüne Strom den die Erzeuger nicht selbst verbrauchen können dann ohne Ausgleich (EEG) zu Marktpreisen ins Netz gespeist wird, dem ist aber wohl nicht so. Es wurden immer neue Gebühren und Steuern gefunden /erfunden. Bei den Bezinpreisen ist es ja ähnlich, Ökosteuer hatten wir ja schon, jetzt kommt noch CO2 Steuer dazu, nur in Deutschland fehlt halt trotzdem der Anreiz um auf Elektroautos umzusteigen. In den Niederlanden z.b. kostet Strom nur 17 Cent/kwh, da ist das dann ein Selbstläufer und rechnet sich viel schneller.

Mein persönlicher Strompreis wird nächstes Jahr auf unter  20 Euro /Monat fallen, Kühlschrank seit Monaten nicht im Gebrauch...

 

Waehrenddessen zahle ich hier 8,9 Cent/kWh bei jetzt auch schon 30% Erneuerbaren und gesetzlich verankerten 50% bis 2030 und 100% bis 2050.

Private Foerderung gibt es durch 1:1 Gutschrift des eingespeisten Stroms, aber nur zum eigenen Verbrauch und ca. 30% Steuergutschrift fuer die Investition. Trotzdem rechnet sich Solar und wird weiter viel ausgebaut. Wind haben wir hier nicht viel, aber einige hundert Megawatt Geothermie und viel Hydro.

Die Abgaben dafuer sind 0,3 Cent pro kWh:

Temp. Green Power Financing 0.00093 $ / kWh
Renewable Energy Program     0.00026 $ / kWh
Energy Efficiency Charge          0.00209 $ / kWh

Dadurch werden die Finanzierungskosten der neuen Anlagen getragen. Der Erzeugungskosten muessen jedoch konkurrenzfaehig sein. Und das sind sie auch.

Man mag sich mal ueberlegen was eigentlich mit all den Abgaben und Steuern finanziert wird… Die Energiewende wohl eher nicht.

Auf der einen Seite verbietet man Plastiktüten (meiner Meinung nach zurecht, weil unnötiger Müll), auf der anderen Seite wird die Bonpflicht eingeführt:

https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/wegen-kassenzettel-pflicht-bon-und-muellwahnsinn-baeckereien-warnen-vor-5-milliarden-kassenbons/25232236.html

 

Zitat von Waermflasche am 18. November 2019, 0:07 Uhr

Der durchschnittliche Strompreis lag 2019 also bei 30,86 Cent/kwh (im Jahr 2000 <14 Cent)

CO2 & Atomfrei für unter 30cent/kwh  https://www.ews-schoenau.de/ - beziehe ich schon einige Jahre.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von dev am 18. November 2019, 6:52 Uhr
Zitat von Waermflasche am 18. November 2019, 0:07 Uhr

Der durchschnittliche Strompreis lag 2019 also bei 30,86 Cent/kwh (im Jahr 2000 <14 Cent)

CO2 & Atomfrei für unter 30cent/kwh  https://www.ews-schoenau.de/ - beziehe ich schon einige Jahre.

ähm, kostet 33,97 cent/ kwh falls ich exemplarisch für meine plz und 2500 kwh im jahr eingebe, Du hast die Grundgebühr vergessen einzurechen 😉  (, andere Ökostromanbieter (exklusive Boni) sind 1,5-2 cent günstiger, z.b. mainova Novanatur (100% Ökostrom) 32,29 cent)

für mich persönlich kostet ews sogar 53 cent/kwh

 

Die Einzigen, die von der Energiewende wirklich profitieren sind energieintensive Unternehmen, wie z.B. die Stahl- und Aluminiumindustrie. Durch die Einspeisung von erneuerbaren Energien sind die Strompreise an der Börse in den letzten Jahren kontinuierlich gefallen. Da diese Unternehmen jedoch von der EEG-Umlage befreit sind, zahlen die nur noch einen Spottpreis für Strom und haben demzufolge auch kaum Anreize effizient und wirtschaftlich zu arbeiten. Die Bürger finanzieren diesen Irrsinn mit ihrer Stromrechnung. Wer das OK findet, der möge sich bitte nicht beschweren, dass die Chinesen ihre Solarproduktion staatlich subventioniert haben und damit unsere Solar-Unternehmen mit unfairen Mitteln platt gemacht haben. Wir machen nämlich genau dasselbe.

Die Energiewende ist wichtig, für unsere Versorgungssicherheit in der Zukunft und um die Klimaprobleme in den Griff zu bekommen. Allerdings wird durch diese aberwitzige und ungerechte Finanzierung kaum Akzeptanz in der Bevölkerung geschaffen, sondern nur Unmut.

Industriestrompreisentwicklung:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/252029/umfrage/industriestrompreise-inkl-stromsteuer-in-deutschland/

im vergleich:

https://oesterreichsenergie.at/files/Downloads%20Grafiken/Daten%20und%20Fakten%20zum%20Strompreis/Industriestrompreise_europ%C3%A4ischen_Vergleich.jpg

Zitat von Fritz am 16. November 2019, 23:31 Uhr
Neue Technologien werden uns leider nicht retten.

Ich rede nicht von neuen Technologien, sondern von bereits vorhandenen Technologien. CO2 Neutralität ginge bereits heute, es ist nur sehr teuer diese herzustellen. Aber eines geht heute nicht, mit den heute installierten Technologien selbst bei max. Verzicht CO2 neutral zu werden. In dem Moment, wo ich das hier schreibe, ist das nicht CO2 neutral. Das kann es aber werden, sofern dahinter die Technik stimmt, aber auch nur dann. Nur leider geht das Deutschland von heute weg von der Technik, hin zur Selbstgeißelung. Die "Grüne-Ausrichtung" meine ich damit.

Ansonsten finde ich die 2% durchaus realistisch. Klar importieren wir richtig viel, aber wir exportieren noch mehr (wertmäßig). Und in der ersten Näherung ist es bei den meisten Gütern gar nicht so falsch, Energieaufwand und Wert gleich zu setzen.
Die Frage ist aber tatsächlich, sollte man mittels z.B. hoher Strompreise (indem man die EEG-Abgabe umlegt) stromintensive Betriebe vergraulen, die in aller Regel wesentlich CO2 ärmer hier arbeiten, als im Ausland? Da muss man sich entscheiden. Umlage bedeutet sie sind weg und das hilft nur der eigenen Bilanz, dem Weltklima ist ein Bärendienst erwiesen.

Und nein, auch der exportierte Plastikmüll wird nicht in entsprechenden Ländern verklappt. Gut gesammelt (was er ja schon ist), macht das überhaupt keinen Sinn diesen ins Meer zu kippen. Da ist es wesentlich wirtschaftlicher diesen einfach thermisch nach zu nutzen. Mehr als 90% des Plastikmülls gelangt über 10 große Flüsse ins Meer, 8 asiatische und 2 afrikanische. Und auch hier werden nicht große Sammlungen rein gekippt, sondern es wird der Müll der Milliarden Menschen, die an diesen Flüssen leben dort entsorgt. Plastikmüll ist nicht gut, aber der Plastikmüll im Meer ist das Paradebeispiel, wo sich der deutsche Gutmensch immer noch selbst geißelt, obwohl Deutschland da 0,0% zu beiträgt.

 

Zitat von 49er am 17. November 2019, 17:03 Uhr

EEG Umlage 0,6756 EUR pro kw/h ziemlich stabil die letzten Jahre.

Da ist eine Kommastelle schief. Die EEG Umlage pro kWh beträgt rund 6,7 Cent. Und diese Umlage wird auf jede kWh fällig, also auch auf konventionelle kWh. Da aber nur ca. 1/3 des Stroms aus Erneuerbaren stammt, ist diese mit ca. Faktor 3 zu bewerten. Eine erneuerbare kWh kostet also ca. 20 Cent/kWh, rein in der Herstellung. Zum Vergleich: Eine konventionelle kWh liegt an der Börse im Mittel bei ca. 5 Cent. Und mit steigendem Anteil wird es nicht billiger (auch wenn die Technologien billiger werden). Es findet vor allem eine Verlagerung auf die Netzentgelte statt. Über die werden Kosten abgefahren wie Reservekraftwerke (die keiner mehr betreiben will, aber die weiter vorgehalten werden müssen, wenn Wind und Sonne mal wieder nicht wollen) oder Abschaltungen von Wind und Sonne, wenn die zu viel machen (denn die Betreiber werden trotzdem bezahlt). Die EEG Umlage wird deshalb in den kommenden Jahren eher kaum steigen, dafür wird es bei den Netzentgelten rasant aufwärts gehen und damit auch bei den Strompreisen.

Und übrigens, die Preise an der Börse sind längst wieder steigend. Das Minimum gab es im Jahr 2016.

"Und übrigens, die Preise an der Börse sind längst wieder steigend. "

Kommt auf den Betrachtungszeitrsum an , dieses Jahr sind sie im Vergleich zum letzten Jahr  gefallen, hauptsächlich deshalb steigt jetzt auch die EEG Umlage (Summe der Ausgleichszahlungen zwischen Börsenstrompreis und Förderungspreis (Einspeisevergütung)) wieder an.

https://www.netztransparenz.de/EEG/EEG-Konten-Uebersicht

(das Kontoguthaben ist um knapp 2 Mrd. Euro in den letzten 12 Monaten auf 1,74 Mrd geschrumpft)

 

Zitat von Waermflasche am 18. November 2019, 20:59 Uhr

Kommt auf den Betrachtungszeitrsum an , dieses Jahr sind sie im Vergleich zum letzten Jahr  gefallen

 

Klar, wählt man den Betrachtungszeitraum nur kurz genug, bekommt man auch fallende Preise hin.

Aber der Strommarkt ist insgesamt sehr gut vorhersehbar. Ich errinnere mich gut ins Jahr 2012 zurück, da wussten alle großen Versorger, dass im Jahr 2016 der Tiefpunkt da sein wird und es kam genau so. Und heute weiß man, dass es in den nächsten Jahren aufwärts gehen wird und auch das wird so kommen. Natürlich wird man auch da mal zwischendurch mit entsprechend kleinem Zeitraum eine fallende Tendenz sehen können, aber die 2016er Preise werden wir wohl nie wieder sehen.

Da ist eine Kommastelle schief. Die EEG Umlage pro kWh beträgt rund 6,7 Cent. Und diese Umlage wird auf jede kWh fällig, also auch auf konventionelle kWh. Da aber nur ca. 1/3 des Stroms aus Erneuerbaren stammt, ist diese mit ca. Faktor 3 zu bewerten. Eine erneuerbare kWh kostet also ca. 20 Cent/kWh, rein in der Herstellung. Zum Vergleich: Eine konventionelle kWh liegt an der Börse im Mittel bei ca. 5 Cent.

@jupp78

Also mal ehrlich, das ist die seltsamste Berechnung des Preises einer regenerativen kWh, die ich je gesehen habe. Das EEG und die damit verbundene Berechnung der EEG-Umlage ist ein komplexes Gebilde und zudem noch für jede Art von regenerativer Energie unterschiedlich. Die letzte Ausschreibung im Bereich PV-Anlagen über 750 kWp hat Einspeisetarife von unter 5 Cent hervorgebracht, bei Windkraft sogar noch einen Cent weniger. Das sind Preise bei denen keine konventionelle Energieform mehr unter Berücksichtigung aller Kosten mithalten kann.

Was bei aller Diskussion um den Preis einer kWh Strom in den Beiträgen leider zu kurz kommt ist ja auch eine entsprechende Senkung auf der Verbrauchsseite. Ich habe mal nachgeschaut, die monatlichen Kosten für Strom lagen bei uns zu Beginn des EEG vor 18 Jahren bei ca. 50 Euro im Monat. Zur Zeit lägen sie immer noch bei 50 Euro im Monat (PV-Anlage mal nicht berücksichtigt).  Einige Beispiele für Effizienz:

Hallogenlampe 35 Watt jetzt 9 Watt

Kühlschrank 400 kWh/a jetzt 137 kWh/Jahr

Heizungspumpe 60 Watt jetzt 11 Watt  usw. ......

Wer also der Lifestyleinflation nicht erlegen ist und z.B. das Kühlschrankvolumen verdoppelt hat, ist von den Kostensteigerungen eigentlich nicht betroffen. Die meisten Geräte wurden in diesem Zeitraum ja eh durch den Verschleiß ersetzt. Bei uns waren das z.B. die Beleuchtungskörper, der Kühlschrank, die Spülmaschine, die Waschmaschine und die Heizungspumpe usw..

Einige dieser Neuanschaffungen sind ja schon gesetzlich vorgeschrieben (z.B. eine energiesparende Heizungspumpe) andere Dinge per Verordnung aus dem Handel genommen worden (z.B. Glühlampen usw. )

Was auch in dieser Diskussion vergessen wurde ist die normale Inflation, die ja auch die Strompreise betrifft. In welchem Bereich kann man diese schon durch den Einsatz von effizienteren Techniken so einfach deckeln.