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Einzelaktien, wie gehst Du vor?

@vodef72

Um welche Größenordnung handelt es sich bei den oben genannten Beispielen. Geht es pro Position um 1.000 oder 10.000 oder 50.000 €?

Erst dann kann ich mir eine Meinung bilden. Danke für die Info.

 

Zitat von Andre am 10. Januar 2021, 21:34 Uhr
Zitat von Privatier am 5. Januar 2021, 9:55 Uhr

Zahlen kommen zumindest heute nicht gut an, Kurs 36, knapp minus 5%

Lieber Privatier,

die Zahlen sind der Corona Logik geschuldet:

  • Kleinticketfinanzierungen und dort eine Marktstellung, die den Gesamtmarkt in Europa widerspiegelt, führen Coronabedingt zu Einbußen beim Neugeschäft.
  • Interessanterweise ist das Neugeschäft in der DACH Region stabiler als beispielsweise in Südeuropa. Hier sieht man, das DACH deutlich mehr Coronahilfen auch für die kleinen Gewerbetreibenden und Selbständigen bereit gestellt hat.
  • Europa trägt 96 % zum Geschäft von Grenke bei. Der Rest der Welt 4 %. Der Rest der Welt wächst mit Wachstumsraten, die ordentlich sind.
  • Das Vorcoronaniveau in Europa beinhaltete Wachstumsraten von 15 % oder mehr.
  • Die entscheidende Frage ist, ob Grenke auf das Vorcoronaniveau geschäftstechnisch zurück kehrt?
  • Zumindest die Politik aber auch die Notenbanken wollen genau das. Dafür tun sie eine ganze Menge. Irgendwer muß diese Liquidität -wenn es Finanzierungen sind- verteilen. Dies ist für Kleinticketfinanzierungen bislang Grenke.
  • Europa hat gemeinsam Impfstoff bestellt und wird mit deutscher Hilfe auch noch mehr von den exzellenten Impfstoffen bekommen. Ist im Laufe des Jahres 2021 mit dem Eintritt von normalen Verhältnissen zu rechnen?
  • Das Gesamtgeschäft ist derzeit margenträchtiger geworden, weil Sie weniger Geschäft zu höheren Preisen abwickeln. Sie arbeiten (auch derzeit) profitabel und könnten die Krise locker noch ein zwei Jahre oder mehr durchstehen.
  • Ich habe obige Fragen für mich mit ja beantwortet.
  • Vor Corona hat Grenke 3,23 Euro pro Aktie verdient. Bei den von Dir richtig zitierten Preisen und der Annahme, dass die Wachstumsraten von Vor-Corona wieder kommen stellt sich die Frage, ist dies ein attraktives Investment? Auch diese Frage habe ich offensichtlich mit ja beantwortet. ;-)

Wenn meine Überlegungen nicht aufgehen, dann sieht es natürlich anders aus.

Da hat es ihn zerbröselt: Grenke minus 30%, aktuell noch -24%

GRENKE AKTIE | Aktienkurs | Kurs | (A161N3,GKSGF,DE000A161N30) (finanzen.net)

AKTIE IM FOKUS: Erneuter Kurseinbruch bei Grenke - 08.02.2021 (wallstreet-online.de)

Vorstands-Rücktritt lässt Grenke-Aktienkurs einbrechen (faz.net)

Es gilt eben auch hier wie sonst zumeist: wo Rauch ist, ist auch Feuer

@absprung_2020

Derzeit etwa 5000,- pro Position. Damit fühle ich mich gerade am wohlsten. Hab's mit 10000- versucht, aber das ist mir zu aufregend. Und alles unter 3000.- nehme ich nicht ernst genug. Ist aber eine Momentaufnahme. Als ich vor 2 Jahren nach langer Pause wieder angefangen habe, da waren 2000.- für mich gerade richtig.

Bitte bedenke aber, daß diese Summen für Dich evtl. einen ganz anderen Wert haben als für mich. Ich habe ein Durchschnittseinkommen und kann von 1000,- gut und zufrieden leben. Wenn das bei dir anders ist, dann setz die Summen in passende Relation.

Mein "Spielgeld" beträgt in Summe gerade etwa 50000.-. Und ich achte sehr darauf, daß das nicht weniger wird. Manchmal bin ich komplett investiert, und ein paar Tage später ist alles Cash. Gerade hab ich auch etwas in einem ETF geparkt. Etwas spekulativer als andere ETFs, aber immer noch stabiler als die wilden Einzelaktien. (WKN A2PLDF) Auch hier, wie immer bei mir, mit Stoporder.

Auch wichtig: Bei manche Aktien ist der Markt sehr eng. Z.B. bei der oben genannten Sovereign Metal wird man nur schwer mit 100.000.- auf einen Schlag rein kommen. Und noch schwerer wieder raus.

@vodef72

Das ist (aus meiner Sicht) irgendwo zwischen Fisch und Fleisch, aber mehr als ich dachte; würde ich mir nicht zutrauen in der Anzahl und Volumen, bzw. wenn ich mal "zocke" und der Überzeugung bin zu einem Tiefpunkt zu kaufen (ohne langfristge Halteabsicht) sinds auch nur ca. 10.000 die ich mal setze. Ich wähle aber einen "Zock" immer so aus, dass ich die im dümmsten Fall auch aussitzen kann. Es gibt stets genug große Werte, weitgehend ohne totales Absturzrisiko, die man immer mal einsammeln kann, nicht 100 % in die Strategie passen aber momentan reizvoll sind. Mein letzter "Fall" war Exxon, zu 29 rein zu 37 raus, 20 % nach Steuer in 2 Monaten.

Das heißt, wenn mal 20 % gezogen werden hat man ein nettes Zubrot, für eine deutlich schnelleren Vermögensaufbau aber nicht unbedingt die große Abkürzung. Nervenzehrung dagegengestellt, dann relativiert sichs nochmal. Dennoch good luck, aber mit dem "Sperrvermerk" nur Zubrot, keinesfalls strategischer Vermögensaufbau; soweit meine Einschätzung zu der genannten Titelauswahl.

Zitat von Absprung_2020 am 8. Februar 2021, 16:20 Uhr

Mein letzter "Fall" war Exxon, zu 29 rein zu 37 raus, 20 % nach Steuer in 2 Monaten.

Das heißt, wenn mal 20 % gezogen werden hat man ein nettes Zubrot, für eine deutlich schnelleren Vermögensaufbau aber nicht unbedingt die große Abkürzung.

Solche 20%-Zocks mache ich inzwischen überhaupt nicht mehr und blende ich komplett aus.

@absprung_2020

Bei Deinem letzten Satz bin ich voll dabei. Bei mir sind ja Immobilien der viel größere Posten. Daß man auch mit den Aktien-Schwergewichten gut Geld verdienen kann stellst Du, und einige Andere, ja unter Beweis. Meine "Spezialität" sind eben die Stopporders. Und dabei können Aktien nicht volatil genug sein. Sonst fressen einen die Transaktionskosten auf. Hin-und-her macht ja eigentlich Taschen leer....

@privatier

Ich mache das geschätzt 1 mal pro  Jahr, mit der Kernaussage: Titel die ich aber auch aussitzen könnte.

Das ist natürlich ok...

Zitat von Privatier am 8. Februar 2021, 15:27 Uhr

Vorstands-Rücktritt lässt Grenke-Aktienkurs einbrechen (faz.net)

Es gilt eben auch hier wie sonst zumeist: wo Rauch ist, ist auch Feuer

Lieber Privatier,

ja, das haben auch die meisten Anleger gedacht, die hier in Panik verkauft haben. Die entscheidende Frage ist, wer hat Recht?

Hier der link zu den näheren Erläuterungen des Rücktritts: https://www.grenke.de/grenke-aktuell/news-meldungen/2021/09.02.2021---brief-des-aufsichtsratsvorsitzenden-an-investoren.

Die für mich entscheidenden Sätze sind folgende:

" Unmittelbarer Anlass für die Niederlegung von Mark Kindermann waren Kritikpunkte der BaFin an Prozessen der Internen Revision und der Compliance im Rahmen der laufenden Prüfungen durch Mazars.

Wichtig ist mir zu betonen: Keiner dieser Kritikpunkte der BaFin lässt auf unmittelbare Auswirkungen auf die Bilanz oder die GuV des Unternehmens schließen. Auch stellen die Aussagen der BaFin in keinem Punkt die am 16.12.2020 veröffentlichten Informationen über die gutachtliche Stellungnahme durch Warth & Klein Grant Thornton und die gesonderte Prüfung durch KPMG in Frage."

Mazars ist die WP Gesellschaft, die von der BaFin beauftragt wurde, zu untersuchen, ob an den Vorwürfen von viceroy etwas dran ist. Um es deutlich zu sagen, viceroy hat genau so wie Trump durch bewußtes Weglassen, Verdrehungen der Fakten etc. (gelogen haben sie im Gegensatz zu Trump bei den wenigen Darstellungen (durch viceroy) von eindeutigen Fakten nicht (Sonst wären sie schadensersatzpflichtig wegen Rufmord)) und geschickten Interpretationen und Fragen, die wie Fakten daherkommen ein aus meiner Sicht vollkommen falsches Bild von Grenke gezeichnet. Siehe den Thread zu Grenke. Interessant ist, dass dies zu einem Kritikpunkt von Mazars an Kindermann wurde:

"Im Bereich der Internen Revision betraf die Kritik der BaFin ... die Tatsache, dass die Innenrevision keine eigene Untersuchung der Viceroy-Vorwürfe initiierte, ..."

Und diese Aussage ist der Hammer und bezeichnend, was nun passiert: Aus lauter Angst will die BaFin, veranlaßt durch Mazars, dass Unternehmen Arbeit für den Mülleimer produzieren und damit unnütz Geld ausgeben:

  1. Grenke hat umfassend zwei WP Gesellschaften beauftragt dezidiert die Vorwürfe von Viceroy zu untersuchen. Die BaFin hat eine dritte Gesellschaft genau damit auch beauftragt (Mazars). Warum soll man noch die interne Revision damit beschäftigen (selbst wenn Grenke eine Wirecard wäre)?
  2. Als Unternehmen, bei denen man nur im normalen Rahmen eines gut geführten Unternehmens etwas findet, stellt sich nach dieser Logik die Frage, dass die interne Revision verpflichtet ist, jeden haltlosen Vorwürfen nachzugehen, auch wenn diese offensichtlich falsch sind und zudem von externen WP-Gesellschaften geprüft werden. Im Ernst? So kann man jedes Unternehmen kaputt machen, es werden genug haltlose Vorwürfe produziert, damit das Unternehmen durch die notwendigen Prüfungskosten erdrückt werden! Gutes Konzept für Shorties!

Ich weiß, dass ich das sehr pointiert beschrieben habe. Ich wollte nur die Absurdität darstellen.

Faktisch bleibt es für mich bei meinen bisherigen Analysen. Ich bin vielmehr nur bestätigt worden: Das einzige was bisher gefunden worden ist, ist folgendes:

  • Es wurden zu wenig Menschen in der internen Revision eingestellt!
  • Es wurde zu wenig dokumentiert (sprich zu wenig Papier produziert)!
  • Es wurde zu wenig untersucht!
  • Dunnerlittchen, das sind ja Megafeststellungen!

Super Feststellungen vor folgendem Hintergrund:

  • "Keiner dieser Kritikpunkte der BaFin lässt auf unmittelbare Auswirkungen auf die Bilanz oder die GuV des Unternehmens schließen. Auch stellen die Aussagen der BaFin in keinem Punkt die am 16.12.2020 veröffentlichten Informationen über die gutachtliche Stellungnahme durch Warth & Klein Grant Thornton und die gesonderte Prüfung durch KPMG in Frage."
  • Und das nach 5 Monaten Prüfungsarbeit, wo ich als WP aus eigener Erfahrung weiß, dass man da jeden Kekskrümmel bei Grenke in dieser Zeit umgedreht hat.

Ich weiß aus eigener Arbeit mit den Forensischen WP-Methoden, die man in der heutigen Zeit anwendet, dass in dieser Zeit die dicken (aber auch die kleineren) Bolzen entdeckt worden wären (wenn es denn welche gäbe).

Für mich zeigt dieser Vorgang nur eins:

Mark Kindermann hat hervorragend gearbeitet und er hat vor allen Dingen effizient gearbeitet: Aufgabe der internen Revision ist es, kosteneffizient sicher zu stellen, dass alles ordnungsgemäß läuft sprich keine unplanmäßigen Löcher in der Bilanz und GuV (oder Handlungen, die dazu führen) übersehen werden.

Das ist geschehen.

Ich habe zu Tiefstkursen nachgekauft.

Lass uns noch mal in 3-5 Jahren widersprechen. Alles was zwischendurch passiert, ist für mich das typische Börsenverhalten, was manchmal passiert: "manisch-depressiv (Zitat Warren Buffet)"

Zitat von Andre am 12. Februar 2021, 20:59 Uhr

Lass uns noch mal in 3-5 Jahren widersprechen. Alles was zwischendurch passiert, ist für mich das typische Börsenverhalten, was manchmal passiert: "manisch-depressiv (Zitat Warren Buffet)"

Das machen wir, wir bleiben dran. Ich hatte mir schon gedacht, dass du nachkaufst!

Zitat von Privatier am 12. Februar 2021, 21:05 Uhr
Zitat von Andre am 12. Februar 2021, 20:59 Uhr

Lass uns noch mal in 3-5 Jahren widersprechen. Alles was zwischendurch passiert, ist für mich das typische Börsenverhalten, was manchmal passiert: "manisch-depressiv (Zitat Warren Buffet)"

Das machen wir, wir bleiben dran. Ich hatte mir schon gedacht, dass du nachkaufst!

Wenn ich daneben liege, gebe ich einen aus, dann kann ich mich zumindest darüber freuen.

Wenn ich recht habe, gebe ich auch einen aus (ich kann es mir dann sehr gut leisten):-) ;-).

Ich freue mich schon auf das Bier!

Zitat von Privatier am 12. Februar 2021, 22:06 Uhr

Ich freue mich schon auf das Bier!

Geht klar!

@privatier: Du schriebst irgendwo (finde die Stelle nicht), dass Du "Einzelaktien präferierst und so gut wie nie Kapitalabgeltungssteuer zahlst". Das habe ich nicht verstanden, wie ist hier der Zusammenhang?

@robert Das ist schon etwas länger her. Sinngemäß hatte ich das so geschrieben, das bezog sich auf die Steuer auf Kursgewinne, nicht auf Dividenden.

Gemeint war damit eher meine persönliche Historie, so dass ich eben bisher so gut wie keine Steuer auf Kursgewinne gezahlt habe. Ein Teil der Maßnahmen hätte sich genauso auch mit Fonds / ETFs umsetze lassen. Mir fällt die Feinsteuerung mit Aktien aber leichter. Insofern ist meine Formulierung nicht völlig präzise.

Maßnahmen waren (grob):

  • bis 2008 hat man nach 1 Jahr Haltezeit keine Steuern gezahlt.
  • bis Ende 2008 habe ich mein damaliges Portfolio so aufgebaut, dass es Aktien / ETFs enthält, die ich möglichst immer halten möchte. Bei einem Verkauf hieraus muß ich keine Steuern zahlen
  • bis Ende 2008 habe ich durch Verkauf von Aktien, die im Minus waren, einen ordentlichen Verlustvortrag aufgebaut, den ich dann bis 2014 (?) nutzen musste. Dadurch konnte ich ordentlich Aktien, die im Plus waren, verkaufen
  • Aktien, die ich aktuell kaufe, will ich möglichst langfristig halten. Solange ich keine verkaufe, zahle ich keine Steuern
  • Sollten einzelne Aktienpositionen ins Minus rutschen und ich die Aktien nicht mehr als aussichtsreich ansehen, verkaufe ich und realisiere die Verluste. Dadurch konnte ich bereits wieder einen umfangreichen Verlustvortrag aufbauen

Fazit: bisher, und wahrscheinlich auch die nächsten Jahre, habe  ich auf Kursgewinne keine Steuern gezahlt. Das würde nur dann anstehen, wenn ich jetzt auf einmal alle Positionen verkaufe.

Zitat von Privatier am 15. Februar 2021, 9:51 Uhr

... bisher so gut wie keine Steuer auf Kursgewinne gezahlt habe. ...

Maßnahmen waren (grob):

  • bis 2008 hat man nach 1 Jahr Haltezeit keine Steuern gezahlt.
  • bis Ende 2008 habe ich mein damaliges Portfolio so aufgebaut, dass es Aktien / ... enthält, die ich möglichst immer halten möchte. Bei einem Verkauf hieraus muß ich keine Steuern zahlen
  • ...
  • Aktien, die ich aktuell kaufe, will ich möglichst langfristig halten. Solange ich keine verkaufe, zahle ich keine Steuern

das gilt für mich auch

stehe eh nicht auf Intrayear-Trading!

einziges Problem:
mittlerweile habe ich ein paar Posten, die ich ab 2009 gekauft habe ... die gut im Plus sind ... und die so langsam verkaufsreif werden ...
(sprich: gut, aber nach meinem Gefühl etwas überbewertet - oder sollten z.T. einfach für die "Privatier-Phase" durch dividendenträchtige cash cows ersetzt werden!)

--> es stellt sich zunehmend die Frage, wie ich die anstehenden Umschichtungen vornehmen kann?!

einzige Idee:
wenn ich die nächsten ein oder zwei Jahrzehnte eh den größeren Teil des Jahres auf Reisen verbringe - will noch möglichst viel von der Welt und insbesondere Europa sehen bevor ich reif für eine "Seniorenresidenz" bin - dann wäre der Wohnsitz eh eine Variable ...

also richte ich mir mein dann sporadisch besuchtes (und vielleicht 3 oder 4 Monate im Jahr bewohntes) Basislager vielleicht am besten in einem Land ein, in dem Veräußerungsgewinne steuerfrei sind?

Danke für die ausführlichen Erläuterungen. Jetzt kann ich es nachvollziehen.

Ich hab' schon immer auch einen Posten an Aktien, die ich immer wieder kurzfristig mit Verlust oder Gewinn verkaufe, muss ich mir mal genauer angucken.

Zitat von Andre am 12. Februar 2021, 22:19 Uhr
Zitat von Privatier am 12. Februar 2021, 22:06 Uhr

Ich freue mich schon auf das Bier!

Geht klar!

Wir sind dem Bier ein Schritt näher (siehe meinen letzten Post bei Grenke). Liebe Grüße

André

Plus 20% gestern abend. Sieht so aus, dass wird aber ein großes Bier!