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Einzelaktien, wie gehst Du vor?

Und übrigens, Nachtrag @cepha oder auch @muslime_frugi

Ich bin mittlerweile stets davon überzeugt, dass die Leute dass was sie schreiben auch tun. Nicht unbedingt im Detail, sondern von der grundsätzlichen Gedankenstruktur. Wenn ich hier Prosus lese oder Grenke oder weiß der Geier, dann spiegelt das doch auch die Umsätze an der Börse wieder. Langweileraktien von Multi Mrd Dollar Konzernen werden in DE teils mit nur wenigen tausend € pro Tag gehandelt. Grenke, Wirecar, hellofresh jeden Tag mit Millionenumsätzen. Kein Wunder kommt das Land nicht in eine gepflegte Aktienkultur. Leider wohl deswegen, da die Kurzfrist- vor der Langfristblickweise liegt. Wie hier eben auch zu beobachten. Wer nicht nach 6 Monaten im plus ist hat was falsch gemacht oder spricht abgeblich eben nur über seine Gewinneraktien? Vielleicht hat der ja nur eine gute Anlagestrategie! Könnte ja sein 🙂

 

Zitat von Cepha am 8. Februar 2022, 17:32 Uhr

Welche Formulierung findest Du denn oberlehrerhaft?

(das ist für mich ein sehr seltsamer Vorwurf, weil ich selber überhuapt keine Einzeltitel kaufe, weil ich mir das stockpicking nämlich selber überhaupt nicht zutraue und weil ich mir die Mühe auch nicht machen will)

Hi Cepha

mit oberlehrerhaft meinte ich dein akribisches aufzählen der Nachkommastellen der Kauf- und IST Kurse der genannten Einzeltitel, bei gleichzeitigem Herauskehren des MSCI. Verstehe mich nicht falsch, ich wollte dich nicht angreifen. Es kommt bei mir nur so an, dass du zu Lasten der aufgezeigten Misserfolge deine Überzeugung des ETF Ansatzes bestätigt haben wolltest. Zudem ist es nunmal so, dass wenn jemand detaliert sein Depot mit Kaufzeitpunkt etc. aufzeigt immer irgend was zu finden ist das man dann schön herausarbeiten kann. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sich sowas anbietet.

Andres Depot Zusammenstellung ist auch überhaupt nicht meins. Viel zu Risiko behaftet, zu wenige Titel und auch für einen Ende 50 Jährigen Anleger eher untypisch.

In Sachen Zeitraum Fragen sehe ich das ganz so wie Absprung_2020.

Um zurück zum Thema "Einzelaktien wie gehst du vor" zurückzukommen, ist es mir gerade im Vergleich zur breiten ETF Strategie wichtig zu erwähnen, dass Andres Depot dann eher mit Themen ETF´s oder Nasdaq/ Small Caps / Nischen ETF´s standhalten müsste.

Mein Einzelaktien Depot halte ich z.B. für defensiver als den MSCI World. Habe 2021 leicht underperformed dafür aber zu Beginn 2022 weniger nachgegeben.

 

Zitat von Absprung_2020 am 9. Februar 2022, 9:41 Uhr

Wer nicht nach 6 Monaten im plus ist hat was falsch gemacht oder spricht abgeblich eben nur über seine Gewinneraktien? Vielleicht hat der ja nur eine gute Anlagestrategie! Könnte ja sein 🙂

 

So ist es natürlich nicht, @absprung_2020. Also wer nach 6 Monaten im Minus ist, kann auch eine Top-Anlage Strategie und Aktienauswahl auf lange Frist haben. Und zumindest wir beide sind ja nun Langfristanleger.

Ich kann natürlich nur für mich sprechen: Ich habe hier im Forum ja auch schon oft genug geschrieben, dass einige meiner Top Investments zunächst deutlich nach unten gegangen ist. Das ist auch völlig ok. Auch fand ich die Anlagestrategie von Andre sehr interessant. Allerdings die Aktienauswahl für eine solche Strategie, d.h. fokussierte Investition in wenige Titel, am besten auch noch gehebelt, nach meiner Sicht zumindest bemerkenswert.

Wie immer gilt: vielleicht liege ich hier falsch. Allerdings habe ich in den 35 Jahre, in denen ich investiere, doch schon einiges gelernt und bin recht treffsicher geworden. Deshalb habe ich nach langem Überlegen zu den Aktien kurz etwas geschrieben gehabt. Ich habe nicht geschrieben, dass ich in die Aktien nie investieren würde, aber dass ich zumindest vorsichtig wäre und bei der Auswahl erhebliche Risiken sehe. Und der Verlauf der Ergebnisse und / oder Kurse zumindest eines nicht unwesentlichen Teils der Aktien scheint das auch zu bestätigen.

Langfristanlage bedeutet ja nicht, kaufen und dann 5 Jahre sich das Portfolio nicht ansehen. Selbst wenn ich der größte Investor der Welt wäre, müsste ich mir die Entwicklung der Unternehmen zwischendurch ansehen und ggfs. auch entsprechende Aktionen durchführen, d.h. zB auch nach recht kurzer Frist verkaufen.

@privatier

Satzzeichen retten leben! Komm wir essen Opa! 🙂

Ich habe ein Fragezeichen hinter die Aussage gemacht. Und deswegen gibt auch keine Divergenz zwischen unseren Aussagen. Genau so ist es, jede meiner Aktien war im Minus, auch die die heute super dastehen. Die Qualität der Aktien muss aber stimmen! Kein Hoffnungswert, kein Zufallskauf.

Dann habe ich mich undeutlich ausgedrückt. Ich hatte das so verstanden und wollte dir zustimmen.

Zitat von Absprung_2020 am 9. Februar 2022, 9:41 Uhr

Wie hier eben auch zu beobachten. Wer nicht nach 6 Monaten im plus ist hat was falsch gemacht oder spricht abgeblich eben nur über seine Gewinneraktien? Vielleicht hat der ja nur eine gute Anlagestrategie! Könnte ja sein 🙂

Das leigt in der natur eines Forums.

Man könnte in diesem Thread ja auch erstmal 10 Jahre abwarten und dann kommentieren, nur wäre bis dahin das Forum tut, wenn keiner kurzfristige Bemerkungen macht.

Ich würde meine Einzeltitel auch schreiben, aber ich hab halt keine, weil ich damit früher keine gute Erfahrung gemacht habe. Ich hab offenbar halt nicht das Zeug zu stockpicker, so wie die meisten andere auch.

das heißt nicht, dass mich das Thema deswegen nicht interessiert, vor allem auch von einer akadamiecshe Warte aus, ob die leute, die sich für Überperfomer halten tatsächlich auch welche sind. Die betrachtung geht halt nur rückblicken und glaubwürdig nur bei denen, die eine eigene Auswahl zum Startzeitpunkt tatsächlich offen gelegt haben.

Wenn ansonsten einer sagt, mit xy hab ich nen super Deal gemacht, +517% in 8 Jahren, und mit der abc habe ich auch 388% gemacht ist das halt nicht interessant, wenn man nicht weiß, was er/sie sonst noch so getan hat bzw ob das überhaupt stimmt.

Für mich sind daher die mit Abstand besten beitrge hier die, wo leute sagen: ich habe heute die Aktie X für xy Euro gekauft, weil ich glaube, dass....

Und ja, wenn man das rein stellt ist es doch klar, dass das in der Rückschau dann auch analysiert wird.

und wenn jmd schreib, meine Erwartung ist +15%/a, dann würde ich das auch als maßstab nehmen. Was denn sonst?

Wer so selbstbewusst agiert hält doch meine Meinung dazu ganz sicher auch aus, denn dass ich das stockpicking nicht gut kann, gebe ich ja selber auch zu.

MfG

Zitat von Absprung_2020 am 9. Februar 2022, 9:25 Uhr

Die Bewertung unter dem Titel "Einzelaktien wie gehst du vor" sprengt nach meiner Meinung dann den zeitlichen Rahmen, wenn man eine Fallbetrachtung nach wenigen Monaten glaubt anstellen zu müssen. Der zeitliche Rahmen kann und sollte nur mehrjährige Zeiträume umfassen. Nur weil jemand nach einem Jahr im Minus steht? Wenn jemand vor 3 Jahren Sartorius gekauft hat und im Oktober 2021 seine Bewertung anstellt. Genialer Investor? Und jemand der im September gekauft hat und heute bilanziert bei Sartorius derjenige der nix kann? 

Ich denke schon, dass man das selbstverständlich sehr unterschiedlich bewerten muss, ob man Sartorios vor 5 Jahren gekauft hat oder vor 5 Monaten.

Der eine war dem Trend voraus, der andere versucht eine bestehende Welle noch höher mit zu reiten.

Oder andersrum: wenn ich mich auf Betrachtungsräume von 6 Monaten beziehe, dann komme ich um Grenke, Sartorius oder derzeit auch Meta oder Paypal nicht herum. Da ich aber 30 Jahre (durchaus möglichst konstante Aufwärtsbewegung gewünscht) plane, muss ich meine Vorgehensweise anders strukturieren. Grenke als aktuell Dysfunktionsaktie gar nicht, Paypal als Bewegungsübung und 95% in Basisinvests wie General Mills, Amgen, Novo.....

Daher ist es auch allein sinnvoll und logisch, @cepha , dass man eben stets über Aktien schreibt, die man mehr als 5 Jahre im Depot hat. Denn nur hier ist eine qualitative Aussage der gewählten Strategie möglich. Dass da auch schlechte dabei sind, da habe zumindest ich kein Problem drüber zu schreiben. Derzeit und seit Jahren im Minus: Gilead, Fresenius, Ab Inbev. Zur Wahrheit gehört dann aber auch: Disney, ITW, Microsoft, Stryker, ... mit hunderten %-ten im Plus, wo jeder einzelne Titel den Verlust meiner drei Sorgenkinder ausgleicht.

Ich habe Mühe, das inhaltlich zu verstehen. Du hast also eine 30 jahres-horizont.

Paypal ist aber eine "Bewegungsübung"? Was ist damit gemeint. Doch keine 30 Jahre?

Wieso darf über einen Zeitraum von 5 Jahren bewertet werden, aber nicht über einen Zeitraum von 5 Monaten? Müsstest Du da nicht 30 Jahre abwarten, viele Trends drehen nach 5 Jahren, zumindest war es in der Vergangenheit so?

Aber was hilft es 30 Jahre zu warten, bis man über etwas diskutieren darf? Bis dahin ist das Anlegerleben wieder vorbei und in der Zwischenzeit wurde das Internet erfunden.

Die wertvollsten börsennotierten Unternehmen waren im Jahr 1990: IBM, Exxon, GE, Bristol-Myers, Merck, sclumberger, Cevron, AT&T, BP, DuPont, ...

-30% in 5 Monaten ist ja auch nicht ohne (als Besipiel) und zumindest für mich auch kein "kleiner unbedeutnder Zuck", für den passiven Anleger wäre das der Verlust der erwarteten Durchschnittsrendite von rund 4 Jahren. Ich sehe mit einer gewissen faszination zu, welche Volatilität manche Leute heute so lässig schulterzuckend hin nehmen und weiß noch nicht, ob das jetzt gut ist oder schlecht.

MfG

Zitat von Cepha am 10. Februar 2022, 15:54 Uhr

Wenn ansonsten einer sagt, mit xy hab ich nen super Deal gemacht, +517% in 8 Jahren, und mit der abc habe ich auch 388% gemacht ist das halt nicht interessant, wenn man nicht weiß, was er/sie sonst noch so getan hat bzw ob das überhaupt stimmt.

Aus der Erfahrung lernt man ja nun einmal. Ich zumindest.

Natürlich kannst du hier auch einfach behaupten, was ich und andere hier so schrieben ist alles nicht richtig. Oder ich habe 1 Top-Aktie, dafür habe ich aber 10 andere Positionen versenkt. Auch gut, dann brauchen wir hier ja nicht mehr zu schreiben. Kein Erfahrungsaustausch und gut ist es. Vielleicht stimmt das ja bei vielen auch nicht mit den Immobilien? Vielleicht haben die nicht 10 sondern nur 2 Wohnungen und ständig mit Mietnomaden zu tun? Vielleicht stimmt es ja auch gar nicht, das ich nicht mehr arbeite. Ich sitze hier irgendwo als Pförtner und schreibe mir was zusammen. Es ist einfach so langweilig, aber irgendwie muß ich mich ja beschäftigen.

RWE: Schöner Turn-Around Kandidat:

RWE Aktie: Energiekonzern erhöht die Jahresprognose deutlich (handelsblatt.com)

Hatte ich vor ein paar Jahren bei 12,5 gekauft und zieht seitdem kontinuierlich nach oben

@cepha

Hier im Forum unter dem Grundsatzprogramm FIRE und das dann bis zum weit entfernten Lebensende. Welchen Bewertungszeitraum einer erfolgreichen oder nicht erfolgreichen Geldanlage soll man denn anlegen wenn nicht 30 Jahre und länger?

Somit gilt es Companies zu finden die das irgendwie ermöglichen oder einen Index finden "der beweist", dass er das kann. Die Börse z.B. in der Türkei scheidet daher aus, zumindest für mich, auch wenn die sich z.B. von 2014 auf 2015 wertmäßig verdoppelt hat. Politische Unvorhersehbarkeiten, Währungsrisiken sind hier über längere Zeiträume nicht überschaubar. Der DowJones in den USA scheint deutlich stabiler, so ca. 130 Jahre eben. Oder der S+P500. Titel die dort gelistet sind weisen einen gewissen Standard auf. Ob man dann einen ETF auf derlei INdizes kauft oder eben noch detaillierter hinschaut, welche Einzeltitel dort seit wie langer Zeit welchen Indexbeitrag leisten, oder wie Titel sich seitens Dividendenzahlungen entwickelt haben kommt hinzu (so man Dividenden haben will).

Und dann liegt es eben nahe sich bei einigen Titeln direkt zu beteiligen. Das habe ich gemacht; seit 1999 ProcterGamble im Depot. Inkl. acht Nachkäufen (zuletzt 2018)  oder auch Verschmelzung mit Gillette (die ich auch direkt hielt) kann ich mittlerweile auf einen Dividendesumme von knapp 10.000 € schauen. Kursgewinn, 130 %, also inkl. der von 2018! Ob das jetzt besser oder schlechter ist als der DowJones als ETF habe ich nicht betrachtet. Anderen Titel im DowJones oder S+P500 seheich in gleicher Qualität, wie oben geschrieben: Amgen, usw. Haltedauer: Idealerweise bis zum letzten eigenen Atemzug. Einfach deswegen, da ich mir ggf. nicht zumuten will im Pflegeheim darauf angewiesen zu sein, jeden Monat 3000 € durch gute Aktiendeals reinholen zu müssen. Daher scheiden eben highflyer wie Peloton oder Wirecard (die ja durchaus gute Jahren hatten) aus.

Eine Bewertung, warum ich nicht nach 5 Jahren bewertet werden will, oder ein noch kürzerer Zeitraum ist der zuvor geschriebene Grund. Ich muss aus heutiger Sicht für hoffentlich 30 oder 40 Jahre planen. Was nützt es, wenn ich mal mobilcom oder Em-TV gehabt hätte und in 2001 Bewertungs-Millionär gewesen wäre und mich in den Ruhestand verabschiedet hätte? Nix. Ich hätte ein Jahr später wieder anfangen müssen zu arbeiten! Nur was ich zum Zeitpunkt der FIRE-Entscheidung habe und wie stabil ich das für die Zukunft einschätze und darüber auch frei verfügen kann, und das bis zum 95-sten Lebensjahr, das ist das Ziel. Und über die Aktien die das leisten können, darüber schreibe ich gern. Das Gute: Derlei Aktien zu finden ist gar nicht so schwer wie immer alle tun. Sehen zumindest ein paar Leute hier auch so.

Zitat von Privatier am 10. Februar 2022, 16:12 Uhr
Zitat von Cepha am 10. Februar 2022, 15:54 Uhr

Wenn ansonsten einer sagt, mit xy hab ich nen super Deal gemacht, +517% in 8 Jahren, und mit der abc habe ich auch 388% gemacht ist das halt nicht interessant, wenn man nicht weiß, was er/sie sonst noch so getan hat bzw ob das überhaupt stimmt.

Aus der Erfahrung lernt man ja nun einmal. Ich zumindest.

Die Energieversorger Turnaround Geschichte hatte ich vor ein paar Jahren gut beschrieben bei Peter Lynch gelesen, dann etwas später auf RWE angewendet und zugeschlagen. So lernt man aus Erfahrungen, jedenfalls wenn man intellektuell dazu in der Lage ist.

Fresenius weiter im Gurkenmodus:

Nach Beeinträchtigungen: Fresenius-Aktie sackt ab: Fresenius & FMC wollen Aktionäre nach Zahlen Dividenden erhöhen - FMC-Aktie stärker | Nachricht | finanzen.net

Zitat von Absprung_2020 am 17. Februar 2022, 13:29 Uhr

Und dann liegt es eben nahe sich bei einigen Titeln direkt zu beteiligen. Das habe ich gemacht; seit 1999 ProcterGamble im Depot. Inkl. acht Nachkäufen (zuletzt 2018)  oder auch Verschmelzung mit Gillette (die ich auch direkt hielt) kann ich mittlerweile auf einen Dividendesumme von knapp 10.000 € schauen. Kursgewinn, 130 %, also inkl. der von 2018! Ob das jetzt besser oder schlechter ist als der DowJones als ETF habe ich nicht betrachtet.

Hast Du denn nur Procter&Gamble gekauft in 1999 und sonst nichts? Ansonsten macht der Vergleich mit einem ETF ja keinen Sinn.`, sondern man müsste das Gesamtdepot vergleichen.

Die Perfromance dieser Aktie darfst Du mit Deiner Argumentation heute noch nicht bewerten, sondern erst im Jahr 2029 bzs 2048 nach mindestens 30 Jahren Haltedauer.

ich halte das zwar für Unfug, aber wenn es so Deine Meinung ist solltest Du Dich doch auch dran halten?

Viele Aktien wie Meta, Alphabet, Tesla, netflix, Amazon usw dürfte man heuet auch nicht bewerten, denn die gab es ja vor 30 Jahren noch garnicht.

MFG

@cepha

Es geht nicht um eine Einzelaktienbewertung von einem Wert nach 30 plus x Jahren, sondern um eine Strategie über diesen Zeiraum und länger. Die Strategie wiederum macht sich, bzw.  kann sich auch an Einzelaktien festmachen. Und da hatte ich Procter (als Beispiel) genannt. Amgen nachfolgend ja auch. In meinem Prä-Abgeltungssteuerdepot (vor 2009) sind natürlich mehr Aktien drin: Die Titel nenne ich regelmäßig: Starbucks, L'Oréal, itw, Disney,  Amgen, SAP, Heineken, Cisco, Intel, Microsoft... und auch z.B. Wholefoods Markets, die ich leider an Amazon verkaufen musste oder EMC2 die an Dell gingen oder Worldcom die bei 0€ stehen. Wie die Kurse in den letzten Jahren performant haben können Sie leicht recherchieren.

Das Depot ist US lastig, zwischen Industrie, Handel, Marken, Hightech, Konsum ausgewogen. Eben, weil sich das seit 10-30 Jahren damals schon bewährt hatte mit den jeweiligen Marktführer. Und so wird das auch weitergeführt. Marktführer, mehr als 2 Mrd Marktkapitalisierung, mindestens 10 Jahre stabile Kursentwicklung sind die Kriterien.

Sie können das jetzt gerne wieder sezieren und aus Ihrer Sicht unlogische Punkte benennen, bedenken Sie aber zwei Dinge: Eine komplexe Strategie in 15 Zeilen zu schreiben ist natürlich nicht zu 100% ein Todsichernachmachrezept, sowie, dass ich dank dieser Strategie sowohl gestern, heute und auch morgen keinem wie auch immer biorhythmisch aus dem Takt geratenem Chef oder Kunden oder Kollegen was erklären, überzeugen oder verkaufen muss. Das hat dann eben doch einen Wert ansich, in Rendite schwer auszudrücken, eher in Glückspunkten auf der Stirn. 😀

Zitat von Privatier am 11. September 2021, 18:43 Uhr
  • Zu deinen Werten (Einzelaktien): würde ich Stand heute in diese investieren? Bei chinesischen Aktien bin ich zur Zeit recht vorsichtig. Und mit Alibaba habe ich mich noch nicht hinreichend beschäftigt. Bei Grenke schrieb ich schon mal vor einem Jahr, dass ich von der Aktienstory nicht so überzeugt bin. Hier würde ich weiterhin nicht investieren. Facebook und Google sind Top Aktien aber schon zu hoch bewertet. Die können schon noch steigen, so habe ich vor ein paar Monaten erstmals Facebook Aktien gekauft. Sind es meiner Ansicht nach aber Top Aktien in die ich 15% meines Portfolios investieren würde? Nein, denn ich denke bedingt durch die hohe Marktkapitalisierung ist vielleicht noch eine Verdopplung oder etwas mehr möglich. Aber eine Verfünffachung oder Verzehnfachung kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Aber wie immer gilt: vielleicht liege ich - wie so oft - völlig daneben

Mein Einschätzung aus dem September hat sich (bis jetzt) (leider) voll bestätigt. Heute hat es auch Alibaba, Tencent und Prosus noch einmal deutlich getroffen.

Mein Portfolioupdate zum 7.7.2022

Hier ist mein Portfolio zum 7.7.2022 (als Familie inkl. meiner Frau)

Berkshire 1,55%
Alphabet C+A 11,99%
Fonds Schweden 1,27%
Grenke 3,68%
Facebook 9,45%
Fonds Verm. 1 33,04%
Fonds Verm. 2 7,74%
Alibaba 10,77%
Prosus 14,52%
ASA International Group 5,99%
Gesamt 100,00%

 

Zwischenzeitlich ist eine ganze Menge passiert:

  • Im Betrieb gab es eine Krise und
  • Ich hatte am Jahresanfang realisiert, dass die Kreditlaufzeiten von 3 Kreditpaketen (ca. 75 % des Gesamtvolumens) ausliefen und eine Verlängerung (so) nicht möglich war (Die Bankengespräche waren insoweit klar).

Beides waren Krisensituationen, die glücklicherweise (bislang) zu guten Ergebnissen geführt haben:

  • Im Betrieb werden wir, wenn das Jahr so weiter geht, das beste Jahr unserer Geschichte schreiben. Die Krise wurde als Chance positiv genutzt.
  • Ich habe nahezu am Höhepunkt (10 % darunter) so viele Facebook und Alphabetaktien verkauft, dass zwei Kredite nebst Nebenkosten getilgt werden konnten und erheblich Liquidität aufgebaut wurde. Gleichzeitig wurde auf die verbliebenen Facebook und Alphabetaktien Kursabsicherungsgeschäfte (Kauf von Putoptionen) abgeschlossen. Dann erfolgten massive Kursrückgänge.
  • Der dritte Kredit wurde dann neu als Verbraucherkredit (!) ohne Besicherung bei einem guten Zinssatz über die Restlaufzeit fixiert. Die Grundschulden am Haus werden auch zurückgegeben.
  • Kredite mit einer Besicherung durch Aktien ohne die typische Lombardfunktion sind nicht mehr möglich.

Zuvor hatte ich Grenke gegen Prosus getauscht und meine Position in Grenke erheblich reduziert. Durch die ausgelösten Steuern, Verkäufe und Kursrückgänge einerseits, durch Steuerrückerstattungen, Liquidität, die dann doch nicht benötigt worden ist sowie durch die Auflösung der Absicherung mit Gewinn und Reinvestition zu Kurstiefständen andererseits betragen die Kursverluste zum Vergleich der Kursstände zum Jahresanfang ca. 18 % (ähnlich, wie der DAX).

Insgesamt ist dies zwar enttäuschend, aber für mich eine gute Entwicklung. Bei meinem Techschwerpunkt wäre auch ein deutlich höherer Kursverlust möglich gewesen. Netto habe ich nach Schuldentilgung somit keine Aktie verkauft und durch die oben dargestellten Effekte zu Kurstiefständen nachinvestiert.

 

Prosus

Prosus ist eigentlich Tencent und mehr.

Tencent ist neben Alibaba die Internetplatform in China. Tencent mit der Superapp wechat hat in einer App folgende Funktionen: google Search, youtube, whattsapp, Instagram, Facebook, paypal etc. Wer in China Geschäft machen will und hierbei über das Internet gehen will kommt an den Plattformen von Tencent und Alibaba nicht vorbei.

Daneben ist Tencent der größte Spieleanbieter weltweit (mit Abstand) und gleichzeitig die Nummer 2 im Cloudgeschäft in China. Neben Alibaba ist Tencent die KI Macht in China. (Baidu dürfte an 3. Stelle sein).

Interessant ist hier die Analyse von Monish Pabrai über Tencent und Naspers mit der Tochtergesellschaft Prosus. Demnach ist das Geschäftsmodell von Tencent wie folgt zu sehen (https://www.youtube.com/watch?v=_7UfqjD3IEg&t=5588s ab Minute 24):

  • Mit dem eigenen Internetbusiness erzielt Tencent eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von über 60 % p.a.
  • Alle Überschüsse, die Tencent nicht in das eigene Geschäft von Tencent investieren kann, investiert Tencent in start ups und Internetunternehmen, die die erfolgreichsten sind (aufgrund der Datenanalysen, die Tencent reichlich zur Verfügung stehen). Dies erwirtschaftet eine Rendite von über 30 % p.a.. Tencent ist beispielsweise einer der größten Investoren in JD.com und Pinduoduo, die beiden erfolgreichsten Konkurrenten zu Alibaba.
  • Er nennt deshalb Tencent auch eine „Berkshire Hathaway on steroids“

Meine Bewertung von Tencent sieht als Bierdeckelkalkulation wie folgt aus:

  • Das eigene Geschäft erwirtschaftet einen Gewinn (ohne Investmenterträge) von ca. 3,7 Euro pro Aktie (Stand 2021 mit dem Umrechnungskurs vom 7.7.2022). Bei einem KGV von 10 ist das Geschäft damit mit ca. 37 Euro pro Aktie zu bewerten. Die Wachstumsaussichten, das Cloudgeschäft etc. sind geschenkt.
  • Der Wert der Beteiligungen war in 2021 irgendwann mal ca. 40 Euro pro Aktie wert (Umrechnungskurs 7.7.2022). Selbst wenn diese nur 50 % Wert heute haben würden, wäre eine Tencent Aktie somit mit 57 Euro oder 77 Euro zu bewerten. Per 7.7.2022 notierte Tencent mit 45 Euro pro Aktie.

Diese Berechnung ist eher konservativ, da Tencent einer der besten VC Investoren weltweit ist, da sie konsequent Ihre Daten für die richtigen Investments nutzen und diese Investments noch über ihre Plattform vertriebsmäßig pushen. Weil sie auf diese Weise ihre Überschüsse immer wieder reinvestieren, ist Tencent mittlerweile ein riesiger VC Fonds mit einem hervorragenden Internetgeschäft, der von den besten VC Investoren der Welt verwaltet wird.

Naspers hat Anfang 2000er Tencent für ca. 30 Mio US$ von LiKashing (einem der reichsten Hong Kong Chinesen) erworben. Naspers hat dann die Tencentbeteiligung auf die Tochter Prosus übertragen, die wiederum in Amsterdam an die Börse gebracht worden ist.

Neben Tencent hat Prosus noch eine Reihe weiterer Internetfirmen, die sehr erfolgreich sind und teils börsennotiert sind. Per 31.12.2021 betrug der Wert dieser Firmen ca. 30 Euro pro Prosus Aktie. Durchgerechnet hat man mit jeder Prosusaktie über 1,9 Aktien an Tencent. Je nachdem, wie man rechnet, hat eine Prosusaktie somit einen Wert irgendwo zwischen 110 bis 170 Euro nach den obigen Berechnungsmaßstäben. Sie notiert derzeit mit 70 Euro pro Aktie und war im Tief auf etwas über 40 Euro gefallen.

 

Grenke

Das Geschäft von Grenke ist kräftig und profitabel gewachsen (https://www.grenke.de/grenke-aktuell/news-meldungen/2022/grenke-beschleunigt-wachstum-erneut-starker-anstieg-des-leasingneugeschaefts/). Grenke plant in 2024 wieder ein Ergebnis wie in 2019 oder besser zu erzielen. Aktionäre von Wirecard würden sich freuen, wenn sie so etwas sehen würden.

 

Soweit mein update.

Zitat von Privatier am 14. März 2022, 14:16 Uhr
Zitat von Privatier am 11. September 2021, 18:43 Uhr
  • Zu deinen Werten (Einzelaktien): würde ich Stand heute in diese investieren? Bei chinesischen Aktien bin ich zur Zeit recht vorsichtig. Und mit Alibaba habe ich mich noch nicht hinreichend beschäftigt. Bei Grenke schrieb ich schon mal vor einem Jahr, dass ich von der Aktienstory nicht so überzeugt bin. Hier würde ich weiterhin nicht investieren. Facebook und Google sind Top Aktien aber schon zu hoch bewertet. Die können schon noch steigen, so habe ich vor ein paar Monaten erstmals Facebook Aktien gekauft. Sind es meiner Ansicht nach aber Top Aktien in die ich 15% meines Portfolios investieren würde? Nein, denn ich denke bedingt durch die hohe Marktkapitalisierung ist vielleicht noch eine Verdopplung oder etwas mehr möglich. Aber eine Verfünffachung oder Verzehnfachung kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Aber wie immer gilt: vielleicht liege ich - wie so oft - völlig daneben

Mein Einschätzung aus dem September hat sich (bis jetzt) (leider) voll bestätigt. Heute hat es auch Alibaba, Tencent und Prosus noch einmal deutlich getroffen.

Das letzte Jahr hat mich eins gelehrt: Demut 😉 !

Schauen wir mal, wie die Reise weiter geht.

 

Das letzte Jahr hat mich eins gelehrt: Demut 😉 !

Schauen wir mal, wie die Reise weiter geht.

Das ist am Aktienmarkt immer angebracht! Und auch danke für dein offenes und ehrliches Update.

Soll ich zu deiner Aufstellung oben was schreiben (oder es lieber für mich behalten)?

Zitat von Privatier am 11. Juli 2022, 13:23 Uhr

 

Soll ich zu deiner Aufstellung oben was schreiben (oder es lieber für mich behalten)?

Vielen Dank für Deinen Kommentar und Deine Frage.

Die Frage würde ich auf folgenden Ebenen verstehen und beantworten:

  1. Ist es generell ok, wenn meine Darstellung kommentiert wird? Antwort: Klares ja!
  2. Welche Kommentare/Antworten würden mir helfen? Antwort: tiefe analytische Fakten zu den Einzeltiteln, die meine bisherigen Fakten ergänzen, bestätigen oder widerlegen: Beispiele: die Downloadzahlen von Tiktok app im Verhältnis zu den Downloadzahlen von facebook, Instragram und Youtube wie auch Zahlen über die Zeit, die die Menschen auf diesen apps verbringen, haben mir sehr geholfen. Hier sehe ich sowohl Meta als auch abgeschwächt Alphabet mittlerweile in einem anderen Licht. Meta hätte ich beispielsweise vor diesen Zahlen bei Kursen von 150-160 Euro/Aktie gekauft. Jetzt sehe ich das anders. Alphabet ist für mich davon nicht so betroffen, weil Alphabet eben nicht nur aus youtube besteht.
  3. Welche Kommentare/Antworten würden anderen helfen? Antwort: Hier ist das Feld sehr breit, da die Teilnehmer in diesem Forum doch sehr heterogen aufgestellt sind. Insofern sind alle Antworten willkommen.

Generell hat mir die Frage von Dir und die Gedanken, die ich mir dazu gemacht habe und mache schon weiter geholfen. Dazu gleich mehr.

 

Folgende Punkte waren für mich weiterführend, als ich den Kommentar zu Privatier geschrieben habe.

  1. Seit 2015 investiere ich in Einzelaktien.
  2. Der Hauptfokus waren Wachstumsaktien. In den Anfangsjahren hatte ich die Erfahrung gemacht, dass die von mir angenommenen (aus meiner Sicht konservativen) Wachstumsraten durch die Unternehmen überschritten wurden. Sie waren erfolgreicher als geplant.
  3. Seit Covid mache ich auch umgekehrte Erfahrungen. Meine Erwartungen an die Wachstumsraten werden unterschritten! (nur Alphabet hat mich in 2021 positiv überrascht).
  4. Die Kraft von Sentiments sowohl in positiver Hinsicht als auch in negativer Hinsicht ist für mich deutlich unterschätzt worden.
  5. Die Konsequenz für mich: Der Punkt, wo eine Aktie extrem preiswert ist, ist deutlich niedriger anzusetzen, als ich es bislang getan habe.
  6. Eine weitere Konsequenz für mich: Bei hervorragenden Geschäftsmodellen mit fähigem Management & einer Größe, dass diese in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden,  kommen auch Kurse, die deutlich übertrieben sind. Es ist einfach eine Frage der Zeit.
  7. Hervorragende Geschäftsmodelle mit (hohem) Wachstum mit fähigem Management führen automatisch zu hervorragenden Börsenentwicklungen. Es ist einfach nur eine Frage der Zeit (hier können es auch schon mal 10 Jahr oder deutlich mehr werden).