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Der Immobilien-Crash kommt nun doch! 40% Preisrückgang auch in guten Lagen werden normal sein!

Wie soll so eine Finanzierung ein Stressszenario mit 6% Zins in 20 Jahren überleben? Da müsste es schon ein krasse Inflation geben.

Das wird bei den wenigsten Objekten funktionieren bzw. nur solchen mit sehr überschaubarer Restvershuldung. An einen finanzierten Neubau auf aktuellem  Kostenniveau ist da nicht zu denken. 6% Zins, dazu Tilgung NACH Steuer - da müsste die Jahresmieteinnahme etwa 15% des Gebäudewertes betragen - das funktioniert natürluch nicht, Rücklagenbildujg ebenfalls Fehlanzeige. Anpassen kann man die Mieten auch nicht so flott, jedenfalls nicht überinflationär. Wenn der Staat dann keine ganz! kräftigen Förserprogrammw rauskramt wird keiner mehr einen Neubau errichten, Wohnungsnor haben wir aber jetzt schon und in wenigen Jahren sicher immer noch. Bezahlbsr soll er auch noch sein, der neugebaute Wohnraum. Das passt natürlich nicht zusammen. Irgendwo wird also irgendwas passieren müssen!

Ich habe mich nicht für "Panikverkäufe" ausgesprochen. Ich empfehle nur, geplante Verkäufe jetzt voranzubringen. Noch ist der Markt gut. Es sind noch immer genügend Leute unterwegs, die noch Negativzinsen zahlen und dringend Geld anlegen wollen - oder etwas zur Eigennutzung kaufen wollen. Sie sehen auch die Inflation - und Immobilien sind Sachwerte, die zwar auch durch Alterung an Wert verlieren, aber  nicht so viel wie das Geld. Wir verkaufen aktuell zur Eigennutzung weiterhin zu den alten Preisen.
Aber unübersehbar: Hypozinsen jetzt schon bei 80% Finanzierung auf 3,4% 10 Jahre fest. Staatsanleihen lagen gestern bei 1,6% Zinsen, Anleihen geben stark nach. EZB hat weitere Zinssteigerungen angesagt, die Fed auch. Die 4% Zinsen kommen noch im Sommer und zum Herbst gibt es auch wieder Zinsen für Tagesgeld. Mal sehen, ob diese Einschätzung stimmt. Sie wird sich auf jeden Fall auf Immobilien auswirken, A-Lagen werden am längsten resistent bleiben.

Zitat von FredFinanzFuchs am 15. Juni 2022, 20:41 Uhr

Ich habe mich nicht für "Panikverkäufe" ausgesprochen. Ich empfehle nur, geplante Verkäufe jetzt voranzubringen. Noch ist der Markt gut. Es sind noch immer genügend Leute unterwegs, die noch Negativzinsen zahlen und dringend Geld anlegen wollen - oder etwas zur Eigennutzung kaufen wollen. Sie sehen auch die Inflation - und Immobilien sind Sachwerte, die zwar auch durch Alterung an Wert verlieren, aber  nicht so viel wie das Geld. Wir verkaufen aktuell zur Eigennutzung weiterhin zu den alten Preisen.
Aber unübersehbar: Hypozinsen jetzt schon bei 80% Finanzierung auf 3,4% 10 Jahre fest. Staatsanleihen lagen gestern bei 1,6% Zinsen, Anleihen geben stark nach. EZB hat weitere Zinssteigerungen angesagt, die Fed auch. Die 4% Zinsen kommen noch im Sommer und zum Herbst gibt es auch wieder Zinsen für Tagesgeld. Mal sehen, ob diese Einschätzung stimmt. Sie wird sich auf jeden Fall auf Immobilien auswirken, A-Lagen werden am längsten resistent bleiben.

sehe ich ähnlich, gut zusammengefasst (bin aber ja wie bekannt kein Immobilieninvestor)

Dazu:

Zinswende: Bauzinsen für zehnjährige Kredite über 3-Prozent-Marke (faz.net)

Falls jemand kaum tilgt und nach 10 Jahren übersteigen die Zinsen die Mieteinnahmen (nach Kosten), bleibt einem kaum anderes übrig als die Immo zu verkaufen, oder? Sinken dann noch die Marktpreise, sitzt man in der Falle...

Hier in Duisburg ist die Anzahl der Verkaufsanzeigen zuletzt um 20% angestiegen, manche möchten halt noch schnell raus.

Handwerker wird man wohl auch bald schneller wieder bekommen, wenn der Immoboom beendet ist....

Die Marktlagen Zusammenfassung von @FredFinanzFuchs teile ich auch, ist sie doch geradezu all zu logisch und schlüssig alleinig was die Zinskosten betrifft.

Im Detail ist es dann doch spannender wie sich die Marktlage mittel- und vor allem langfristig entwickeln wird. Ich meine damit die gestiegenen Neubaukosten, welche so dramatisch und schwer kalkulierbar sind, dass Projekte in der Breite auf Eis gelegt werden.
Wie wird sich diese Verknappung auswirken auf:

  1. Die Mieten
  2. Auf die Preise

Was günstiger werden kann sind die Grundstückspreise, aber die Ressource ist einfach viel zu knapp.

@silberberstreif: Ich beobachte meine Gegend auch. Das Angebot hat sich nicht verändert. Handwerker werden sicher besser verfügbar sein. Aber werden sie signifikant billiger?

Bei den Problemen von Leuten die zu hoch verschuldet sind und kaum tilgen können bin ich bei dir. Die werden Probleme bekommen und verkaufen müssen. Die letzten 10 Jahre haben bei vielen halt zu einer Realitätsverzerrung geführt. Bei meiner ersten Wohnung Mitte der 90er war es bei 6,5% völlig normal, dass die Miete noch nicht mal zur Deckung der Zinsen ausreichte und ich einen kleinen Teil dieser und die Tilgung aus eigener Tasche zahlte. So wurde mit eigener Sparrate auch Vermögen aufgebaut.
In den letzten 10 Jahre musste ja jede Finanzierung von Beginn nach Z&T Cashflow positiv sein.

@fredfinanzfuchs:

Was ich bei deiner Sicht nicht verstehe ist, warum du vor wenigen Tagen noch zu variablen Finanzierungen geraten hast? Was hat zu dem Bewusstseinswandel geführt?

 

Zitat von Muslime_Frugi am 16. Juni 2022, 8:08 Uhr

@fredfinanzfuchs:

Was ich bei deiner Sicht nicht verstehe ist, warum du vor wenigen Tagen noch zu variablen Finanzierungen geraten hast? Was hat zu dem Bewusstseinswandel geführt?

 

Inzwischen verlangt eine uns schon länger finanzierende Bank 2,4% über Euribor statt bisher 1,5% drüber. Das war uns zu hoch. Außerdem kann die Bankpolitik sich ändern, ggf. nach 4 Jahren den Kredit kündigen...

Zitat von Silberberstreif am 16. Juni 2022, 2:09 Uhr

Falls jemand kaum tilgt und nach 10 Jahren übersteigen die Zinsen die Mieteinnahmen (nach Kosten), bleibt einem kaum anderes übrig als die Immo zu verkaufen, oder? Sinken dann noch die Marktpreise, sitzt man in der Falle...

Hier in Duisburg ist die Anzahl der Verkaufsanzeigen zuletzt um 20% angestiegen, manche möchten halt noch schnell raus.

Handwerker wird man wohl auch bald schneller wieder bekommen, wenn der Immoboom beendet ist....

Ich habe eine Immobilie, bei der die Miete nicht ausreicht, die Rate zu bedienen. Sprich ich „muss“ jetzt schon selbst drauflegen. Das war aber bewusst von mir bei dieser Immobilie so gewählt um schneller zu tilgen und nach der Zinsbindung schuldenfreier zu sein.
In meiner Gegend wurden innerhalb der letzten 4-6 Wochen auch überdurchschnittlich viele Immobilien angeboten, doch jetzt in den letzten 1-2 Wochen kommt kaum noch etwas nach. Evtl. haben hier ein paar Leute Panik bekommen?

Zitat von Muslime_Frugi am 16. Juni 2022, 8:08 Uhr

Die Marktlagen Zusammenfassung von @FredFinanzFuchs teile ich auch, ist sie doch geradezu all zu logisch und schlüssig alleinig was die Zinskosten betrifft.

Im Detail ist es dann doch spannender wie sich die Marktlage mittel- und vor allem langfristig entwickeln wird. Ich meine damit die gestiegenen Neubaukosten, welche so dramatisch und schwer kalkulierbar sind, dass Projekte in der Breite auf Eis gelegt werden.
Wie wird sich diese Verknappung auswirken auf:

  1. Die Mieten
  2. Auf die Preise

Was günstiger werden kann sind die Grundstückspreise, aber die Ressource ist einfach viel zu knapp.

@silberberstreif: Ich beobachte meine Gegend auch. Das Angebot hat sich nicht verändert. Handwerker werden sicher besser verfügbar sein. Aber werden sie signifikant billiger?

Bei den Problemen von Leuten die zu hoch verschuldet sind und kaum tilgen können bin ich bei dir. Die werden Probleme bekommen und verkaufen müssen. Die letzten 10 Jahre haben bei vielen halt zu einer Realitätsverzerrung geführt. Bei meiner ersten Wohnung Mitte der 90er war es bei 6,5% völlig normal, dass die Miete noch nicht mal zur Deckung der Zinsen ausreichte und ich einen kleinen Teil dieser und die Tilgung aus eigener Tasche zahlte. So wurde mit eigener Sparrate auch Vermögen aufgebaut.
In den letzten 10 Jahre musste ja jede Finanzierung von Beginn nach Z&T Cashflow positiv sein.

@fredfinanzfuchs:

Was ich bei deiner Sicht nicht verstehe ist, warum du vor wenigen Tagen noch zu variablen Finanzierungen geraten hast? Was hat zu dem Bewusstseinswandel geführt?

 

Preise und Mieten sind bei Immobilien zum großen Teil Nachfrage-getrieben. Durch Zuwanderung (Ukraine etc.) und weniger Neubauten sehe ich mittel- bis langfristig keinen Preisverfall bei gut gelegenen Häuschen und Wohnungen.

Ich finde aber auch, dass hier die Immobilieneigentümer relativ blauäugig dargestellt werden. Dass die Zinsen nicht immer im 0 Komma Bereich bleiben dürfte doch jedem logisch denkenden Individuum klar gewesen sein. Ich kann natürlich nur von mir selbst ausgehen, habe aber entweder den Großteil der Zinsen über den gesamten Zeitraum gesichert oder wenn das nicht der Fall war, die Tilgung so gewählt, dass mir höhere Zinsen keine Zahlungsunfähigkeit bescheren.

Zitat von Rente2027 am 16. Juni 2022, 10:59 Uhr

 

Ich finde aber auch, dass hier die Immobilieneigentümer relativ blauäugig dargestellt werden. Dass die Zinsen nicht immer im 0 Komma Bereich bleiben dürfte doch jedem logisch denkenden Individuum klar gewesen sein. Ich kann natürlich nur von mir selbst ausgehen, habe aber entweder den Großteil der Zinsen über den gesamten Zeitraum gesichert oder wenn das nicht der Fall war, die Tilgung so gewählt, dass mir höhere Zinsen keine Zahlungsunfähigkeit bescheren.

Das ist sicher auch bei vielen so (langfristige Zinsbindung etc). Aber ich kenne auch genügend Leute, die einfach die Zusammenhänge nicht kennen und sich damit auch nicht auseinandersetzen woll(t)en. Wenn ich denen versucht habe, was zu erklären, das wollten die gar nicht hören. Wieso, die Immobilienpreise steige doch immer weiter? Die Zinsen bleiben doch niedrig? Dann verkaufe ich in ein paar Jahren eben die Wohnung/das Haus. etc...Und das sind zumeist die Leute, bei denen die Kalkulation sowieso schon sehr knapp ist und durch die steigende Inflation noch knapper wird.

Aber wie sagte Buffett einst: "Man sieht erst, wenn die Ebbe kommt, wer die ganze Zeit über ohne Badehose geschwommen ist.“

Zitat von Rente2027 am 16. Juni 2022, 10:59 Uhr
Zitat von Silberberstreif am 16. Juni 2022, 2:09 Uhr

Dass die Zinsen nicht immer im 0 Komma Bereich bleiben dürfte doch jedem logisch denkenden Individuum klar gewesen sein.

Vor einem Jahr gab es noch Hypozinsen 30 Jahre fest zu 0,9% bei der Allianz. Die Experten dort hatten sich offensichtlich darauf eingestellt, dass es die nächsten zig Jahre keine Zinsen mehr über 1% geben wird. Die Kurse solcher Hypoanleihen derzeit im freien Fall.

Ich hatte mich auch geirrt. Ich hatte gedacht: Wie sollen sich die Staaten bei 6% Zinsen finanzieren? Was passiert bei einer Wertberichtigung der von der EZB gekauften Anleihen in Billionenhöhe? Habe nur die Zahlen von 11/21, da waren es schon 4,5 Bio. darunter auch jede Menge Unternehmensanleihen. Bei fallenden Kursen müsste die EZB wertberichtigen und wäre bei nur 11 Milliarden gezeichnetem Kapital schon jetzt pleite. Denn 1% auf 4.500 Milliarden sind 45 Milliarden. Und um die haben die gekauften Anleihen garantiert an Wert verloren. Aber alles Schnee von gestern: Die werden die EZB retten und mit einem "EZB-Einlagensicherungsgesetz" die Berichtigung der Werte der erworbenen Anleihen einfach aussetzen. Da können die Volkswirte jammern, das ist Politik.

Gestern hat die Fed den Zins um 0,75% erhöht auf jetzt 1,5 - bis 1,75. Und sie planen bis Jahresende weitere Erhöhungen auf 3,4%!

Heute halte ich 6% Hypozinsen Ende des Jahres für durchaus realistisch. Und das ganz große Problem: Die hohe Inflation ist nicht auf kreditfinanzierte hohe Nachfrage zurückzuführen. Es sind die gestiegenen Energiepreise und die Lieferengpässe durch zusammengebrochene Lieferketten. Die bekommt man also mit Zinserhöhungen nicht gesteuert. Also wird man den Zins weiter erhöhen - und die Inflation steigt trotzdem.

die chancen für eine marktbereinigung mit neuen preisen dürften hoch stehen. die prozente bleiben abzuwarten. bei den prognosen der jeweiligen protagonisten kommt es drauf an, in welchem asset jemand investiert ist. genauso unterschiedlich auch die meinungen zum evtl. platzen der immo-blase.

ich denke, da herrscht folgendes vor: was nicht sein darf, kann nicht sein... soll heißen, man will es nicht wahrhaben, dass es bald sehr bröckeln wird im gebälk (und auch nicht wenig), wenn man in immos investiert ist.

wir besitzen ausschließlich schuldenfreie immos aus prinzip. also sind uns buchwerte eher egal.

uns kann ein lastenausgleich, eine zwangsabgabe, enteignung, leerstandsabgabe, einquartierung von "geflüchteten" ohne aufwandsentschädigung uvam drohen. und noch viel mehr ungemach. ebenso egal. da müssen wir durch, wenn dem so sein sollte. und die chancen stehen nicht schlecht für dieses szenario.

wir werden einst womöglich sehr günstig und vor allem viel nachkaufen, wenn mancher ertrinkt. ebenso eine möglichkeit, die sich auftun könnte.

ps der makler-marktführer unserer bis dato boomenden stadt teilte mir neulich mit, dass die nachfrage nach immos um 25 - 30 prozent eingebrochen sei, was auch immer dies bedeuten möge.

Die Preisentwicklung mag für alle egal sein, die nicht finanzieren und die nicht an einen Verkauf denken. Aber alle diejenigen, die finanzieren oder verkaufen wollen, für die sind die Zinsen und deren Einfluss auf die Preise wichtig.

Zunächst stellt sich die Frage, wie hoch die Zinsen gehen können. In den letzten 50 Jahren hatten wir Zinsspitzen von bis zu 11,5%. Bis 1996 waren 6% Zinsen günstig.
Gehen wir mal davon aus, dass die Zinsen in absehbarer Zeit auf diese 6% steigen werden. Dann wird die Finanzierung von 100.000€ bei 1% Tilgung 7% ausmachen oder monatlich 583€.
Zu Zeiten der Niedrigzinsen waren es 1% Zinsen und 2% Tilgung waren es 250€ monatlich. Da wir bis zu den 6% noch eine gewissen Inflationsentwicklung haben und einen Lohnausgleich, kann man vereinfacht sagen, die Finanzierungskosten haben sich verdoppelt. Die Preise müssten sich also halbieren, damit die Belastung gleichbleibt.
Und das ist bei aktuellen Neubaupreisen von 8.000€ und mehr durchaus möglich. Denn die Baukosten betragen maximal 3.000€, der Rest ist Grundstück. Und es werden also die anteiligen Grundstückkosten sinken pro qm Wohnfläche.

Bei Anlageimmobilien (Zinshäuser zur Vermietung) hatten wir bei nachgefragten Lagen einen Faktor von 30, wenn Mietreserven da waren oder die Lage absolut super, vielleicht auch bis zu 40-fache Jahresmiete. Gehen wir von 30-fach aus, brachte das Zinshaus ca. 3% mehr Rendite als festverzinsliche Wertpapiere.
Wenn der Zinssatz auf 6% im Hypobereich steigt, dann bringen Hypo- und Staatsanleihen 5%. Um mit diesen gleichzuziehen, müssen die Vermietrenditen bei 8% liegen. Das wäre 11-fach. Schließlich hat man Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfallwagnis, Neuvermietungskosten und ist finanziell wenig mobil. Kleiner Bonbon: Inflationsstabilität - aber dagegen Risiko, dass ein Wohngebiet im Ansehen fällt oder der Markt mal gesättigt ist und dann nur zu niedrigeren Mieten vermietet werden kann.
Im Zinshausbereich ist es also durchaus möglich, dass die Preise sich halbieren werden oder sogar um 60 bis 70% nachgeben. Das ist auch nachzuvollziehen: Vor 10 Jahren lag der Kaufpreis bei ca 1.200€/qm und 15-fach. Damals lagen die Hypozinsen bei 4-5%.

 

 

Zitat von FredFinanzFuchs am 19. Juni 2022, 15:30 Uhr

Gehen wir mal davon aus, dass die Zinsen in absehbarer Zeit auf diese 6% steigen werden. Dann wird die Finanzierung von 100.000€ bei 1% Tilgung 7% ausmachen oder monatlich 583€.
Zu Zeiten der Niedrigzinsen waren es 1% Zinsen und 2% Tilgung waren es 250€ monatlich. Da wir bis zu den 6% noch eine gewissen Inflationsentwicklung haben und einen Lohnausgleich, kann man vereinfacht sagen, die Finanzierungskosten haben sich verdoppelt.

 

Rechnen ist noch so deins, oder?

1% Zinsen und 2% Tilgung = 3%

6% Zinsen und 2 % Tilgung = 8%

Ist für mich eine (fast) Verdreifachung

Hi @Privatier: Bei 6 % Zinsen bekommt man leicht Darlehen mit 1% Tilgung. Bei 1 % Zinsen haben die Banken meist 2% Tilgung verlangt. Bei Annuitätendarlehen sind es tatsächlich Raten von 583€ zu 250€ und die Tilgung wird bei Hohen Zinsen über die Gesamtlaufzeit stärker steigen wegen Zinseszinseffekt. Die Laufzeit kommt am Ende fast auf das gleiche raus.
Nach Abzug der Inflation geht Fred von einer Verdopplung aus.

Meine These ist jedoch das bei derart hohen Zinsen die Lohnentwicklung nicht bei 1-2% jährlich stecken bleibt sondern das da mit gewisser Verzögerung ordentlich nachgelegt wird und die Inflation ausgeglichen wird. => Ein Nullsummenspiel. Die Rate ist zwar höher es kann sich aber jeder ohne weiteres die höhere Rate leisten sofern er in Lohn und Brot steht.
Früher gab es auch noch Bodenrichtwerte von 10€/qm jetzt sind es locker 1000€/qm trotzdem können es sich so viele wie eh und je leisten.

Zitat von Jan Veerman am 19. Juni 2022, 22:50 Uhr

Meine These ist jedoch das bei derart hohen Zinsen die Lohnentwicklung nicht bei 1-2% jährlich stecken bleibt sondern das da mit gewisser Verzögerung ordentlich nachgelegt wird und die Inflation ausgeglichen wird. => Ein Nullsummenspiel.

Das wird mit Sicherheit nicht so sein...

Zitat von Jan Veerman am 19. Juni 2022, 22:50 Uhr

Hi @Privatier: Bei 6 % Zinsen bekommt man leicht Darlehen mit 1% Tilgung. Bei 1 % Zinsen haben die Banken meist 2% Tilgung verlangt. Bei Annuitätendarlehen sind es tatsächlich Raten von 583€ zu 250€ und die Tilgung wird bei Hohen Zinsen über die Gesamtlaufzeit stärker steigen wegen Zinseszinseffekt. Die Laufzeit kommt am Ende fast auf das gleiche raus.
Nach Abzug der Inflation geht Fred von einer Verdopplung aus.

Meine These ist jedoch das bei derart hohen Zinsen die Lohnentwicklung nicht bei 1-2% jährlich stecken bleibt sondern das da mit gewisser Verzögerung ordentlich nachgelegt wird und die Inflation ausgeglichen wird. => Ein Nullsummenspiel. Die Rate ist zwar höher es kann sich aber jeder ohne weiteres die höhere Rate leisten sofern er in Lohn und Brot steht.
Früher gab es auch noch Bodenrichtwerte von 10€/qm jetzt sind es locker 1000€/qm trotzdem können es sich so viele wie eh und je leisten.

Lohn-Preis-Spirale: Die unbegründete Angst vor der Lohn-Preis-Spirale | ZEIT ONLINE

Zitat von Rente2027 am 20. Juni 2022, 8:51 Uhr
Zitat von Jan Veerman am 19. Juni 2022, 22:50 Uhr

Hi @Privatier: Bei 6 % Zinsen bekommt man leicht Darlehen mit 1% Tilgung. Bei 1 % Zinsen haben die Banken meist 2% Tilgung verlangt. Bei Annuitätendarlehen sind es tatsächlich Raten von 583€ zu 250€ und die Tilgung wird bei Hohen Zinsen über die Gesamtlaufzeit stärker steigen wegen Zinseszinseffekt. Die Laufzeit kommt am Ende fast auf das gleiche raus.
Nach Abzug der Inflation geht Fred von einer Verdopplung aus.

Meine These ist jedoch das bei derart hohen Zinsen die Lohnentwicklung nicht bei 1-2% jährlich stecken bleibt sondern das da mit gewisser Verzögerung ordentlich nachgelegt wird und die Inflation ausgeglichen wird. => Ein Nullsummenspiel. Die Rate ist zwar höher es kann sich aber jeder ohne weiteres die höhere Rate leisten sofern er in Lohn und Brot steht.
Früher gab es auch noch Bodenrichtwerte von 10€/qm jetzt sind es locker 1000€/qm trotzdem können es sich so viele wie eh und je leisten.

Lohn-Preis-Spirale: Die unbegründete Angst vor der Lohn-Preis-Spirale | ZEIT ONLINE

Na, wenn das Marcel Fratzscher vom DIW sagt, dann muß man sich ja keinerlei Sorgen mehr machen ...

Dieser "Experte" hat noch vor kurzer Zeit (Ende 2021) alle heftig beschimpft, die vor einer kommenden hohen Inflation warnten und dies wörtlich als "Populismus" bezeichnet präziser diskreditiert ... (dabei war übrigens die Inflation de facto schon längst vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine massiv angesprungen) - um nur ein Fratzscher-Beispiel zu nennen.

Fratzscher verteidigt auch seit ewigen Jahren selbst noch die schrägsten Äußerungen und Aktionen der ECB - sicherlich muß man ihn unter die linken Ökonomen subsumieren (hohe Staatsquote, (noch) höhere Steuern, Vermögenssteuern, Interventionismus, Dirigismus, staatliche Konjunkturprogramme (Deficit Spending) als Strohfeuer - im Zweifel zudem eben auf Pump, noch mehr Bürokratie, Regulatorik usw. usw.).

Kein Wunder also, daß er an der "Zinsplanwirtschaft" samt dem "Zins- und Geldsozialismus" der ECB und der real existierenden Eurozone seinen Gefallen findet.

Wenn es um das eigene Vermögen, dessen (Wert)Erhalt und die Ruhestandsplanung geht, wage ich zu bezweifeln, daß es schlau oder gar zielführend ist, ausgerechnet auf Äußerungen von Herrn Fratzscher zu vertrauen.

Nur meine bescheidene persönliche Meinung.

Ich schließe mich Deiner Meinung zu M. Fratscher an. Ziemlich viel Umverteilungs- und Staatsdirigismus Prosa....ein Fakt, woran es hierzulande noch zu tun gibt.

(Mittleres Off-Topic)

Bin aus dem Urlaub aus Spanien zurück und einen aufgeblähten Sozialhaushalt für die Langzeitalimentation wie bei H4 gibt es dort nicht. Dann muss man selbst Erwerbsquellen auftun oder der Familie auf der Tasche liegen. Von Einreise in die Sozialsysteme kann man da im Vergleich zu D auch nicht wirklich reden.

Für mich spielt es keine Rolle von wem ein Argument kommt ob von Herrn M. Fratscher (den ich überhaupt nicht kenne), den Linken der AFD, der SPD oder der FDP. Entweder überzeugt mich ein Argument Inhaltlich oder nicht. In meinem Umfeld sehe ich das tatsächlich Lohnerhöhungen von über 1-2% stattfinden insofern bin ich guter Dinge das langfristig die Inflation auch wieder ausgeglichen wird.
Wenn im Gegenzug die Löhne nicht mit der Inflation steigen stellt sich die Frage wo das ganze Geld dann landet und ob das wirklich besser ist. Ich sehe nicht das es die Sozialsysteme aufbläht wenn die Löhne mit der Inflation steigen (in absoluten Zahlen zwar schon aber relativ nicht)

Hallo Jan

du kannst es an der aktuellen Forderung der IG Metall sehen. Sie fordern 7-8% und sind so mit der Forderung gerade mal in der Höhe der Inflation.
Wir wissen wie solche Verhandlungen nach gegenseitigem Jammern ausgehen. Man einigt sich dann auf 3,4% oder so und das mit komischer Laufzeit von 20 Monaten oder so ähnlich. Das ist doch die gegenwärtige Realität von real Kaufkraft Verlusten.

Und wohin das Geld geht? In die Unternehmen, zu den Erzeugern und den verschuldeten Staaten (höheres Steueraufkommen durch höhere Preise).

Das Ende der Nahrungskette bilden die Erwerbsabhängigen mit geringen Gehältern ab. Auch ich werde Realgehalt einbüßen, habe aber genug Fleisch auf den Knochen um die gestiegenen Preise zu kompensieren und die Sparquote dennoch hoch zu halten.