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Der Immobilien-Crash kommt nun doch! 40% Preisrückgang auch in guten Lagen werden normal sein!

Die aktuell noch hohen Immobilienpreise sind nur dadurch zu erklären, dass sich der Markt auf nahezu Nullzins eingestellt hatte. Das ist aber jetzt vorbei. Der Hypothekenzins hat sich auf 3% verdreifacht, wird sich ggf. verfünffachen. Deshalb werden die Immobilienpreise zwangsläufig purzeln.

Zwei Faktoren sind für die Immobilienpreise maßgeblich: Die Nachfrage und der Zins. Die Nachfrage bleibt aktuell konstant. Welche Rolle spielt nun der Zins?

1. Bei Eigennutzung
Die meisten Immobilien werden finanziert. Zins und Tilgung des Darlehens bestimmten die monatliche Belastung, die bei Wohnimmobilien mit einer Miete verglichen wird. Die Zinsen für 10-jährige Festschreibung sind von 1 auf 3% gestiegen, bei 2% Tilgung also von 3% auf 5%. Kostete früher ein Objekt mit einem Darlehen von 300.000 monatlich 750€, sind es jetzt 1.250€. zzgl. Betriebskosten, Verwaltung, Instandhaltung werden das schnell 1.600€ - zumal die Energiekosten steigen.
Das ist für viele nicht mehr erschwinglich. Und der Zins wird voraussichtlich noch weiter steigen.

2. Anlageobjekte
Ihre Rendite wird mit der von Aktien und Anleihen verglichen.
Immobilien bringen generell eine höherere Rendite als Anleihen, da sie höhere Risiken haben, außerdem Verwaltungs-, Instandhaltungs- und hohe Vermarktungskosten. In guten Lagen brachten sie deshalb auch bei Null Anleihezins in etwas das 30-fache der Jahresmiete also 3,3% mehr als Anleihen. Bei heute 2% Anleihezins müssten sie 5,3% bringen also nur noch das 18,8-fache, das sind 40% weniger! Ein "Kursverlust" von 40% kommt auf Anlageobjekte zu!

Die EZB versuch zwar verzweifelt, die Zinsen niedrig zu halten, aber die Hypothenanleihen bringen schon 2% und stehen in Konkurrenz zu Staatsanleihen. Da die EZB ab 1. Juli keine neuen Staatsanleihen kaufen wird, müssen die dann ähnlich hohe Zinsen bringen, um wettbewerbsfähig zu sein. Die EZB wird den Zinssatz in nächster Zeit auch deshalb weiter steigern.

Der Markt neigt gerne zu Übertreibungen. Deshalb ist es durchaus wahrscheinlich, dass die Hypothekenzinsen in den nächsten Monaten superschnell weiter steigen. Den bisherigen exponentiellen Anstieg hat auch niemand vorhergesagt. So sind sogar 5% bis Jahresende möglich.

Und bis Jahresende wird es dann wohl auch der Letzte mitbekommen haben, dass Immobilien finanzierbar sein müssen oder attraktive Rendite bringen müssen. Und das geht nur bei sinkenden Preisen.

Den letzten großen Preiseinbruch bei Immobilien hatten wir Mitte der 80er Jahre, er endete mit der Wiedervereinigung. Der Preisverfall damals von bis zu 50% dauerte damals Jahre. Bei den heutigen Medien und bei der exponentiellen Zinssteigerung wird es diesmal viel schneller gehen. Ich denke, schon in 3 Monaten wird der Preisverfall generell erkannt werden. Es dauert bei einem Immobilienpreisverfall immer etwas länger als bei Aktien und Anleihen, deren Kurs kann man sekündlich an den Börsen ablesen. Die Vermarktungsdauer bei Immobilien wird in Monaten gerechnet.

Meine Empfehlung: Verkäufe vorziehen, jetzt schnellstmöglich verkaufen, auch Konzessionen beim Preis machen. Und beim Einkauf abwarten, die Preise können druchaus um 50% sinken.

Ob es nun wirklich zu einem Crash in der Höhe kommen wird, weiss ich nicht. Aber grundsätzlich stimme ich der Analyse zu (obwohl der Kollege und ich ja sonst oft unterschiedlicher Meinung sind).

Hinzu kommt, dass die typischen Mittelklassehaushalte, die bisher mit 2 mittleren Einkommen und 3 Kindern einigermaßen locker ein Häuschen am Stadtrand finanzieren konnten, jetzt durch die Inflation massiv gebeutelt werden. Freies Budget für den hohen Zins wird nicht mehr vorhanden sein.

Auch wenn ich oft eine ähnliche Meinung wie Kollege Fred vertrete bin ich diesmal anderer Meinung. In den 80er Jahren gab es Darlehenszinsen von knapp 10% und kurz zuvor in den 70er Jahren einen Bauboom unvorstellbaren Ausmaßes. Nichts dergleichen ist momentan in Sicht. Deiner Rechnung stimme ich jedoch zu das die Preise jetzt für Investoren 40% günstiger als zuvor sein müssten bei gleicher Rendite. Die Frage ist nur was eine ausreichende Rendite ist. Man könnte ja auch behaupten das die Preise in den letzten 20 Jahren einfach viel zu günstig waren bzw. die Renditen Exorbitant hoch. Mit anderen Worten vielleicht sind die Preise jetzt endlich da angekommen wo sie auch sein sollten und können jetzt gemächlich mit der Inflation ansteigen. 🙂

Der Markt wird sicher nicht auf der Breite 40% ins Minus gehen. Klar werden Eigennutzer mit wenig Eigenkapital erst mal vom Markt ausgeschlossen. Gleichzeitig haben wir aber ein geringeres Neubauaufkommen und zumindest lokal immer noch ein zu geringes Wohnungsangebot. Zudem die Neubaupreise ! Da wird dann doch eher wieder der Bestand gesucht.

Aktuelle Situation an meinem Beispiel:

Ich habe nur einen auslaufenden Kredit dieses Jahr und den habe ich bereits im letzten Jahr mit einem Forwarddarlehnen gefixt. Die Kredite die in den nächsten 5 Jahren auslaufen sind überschaubar. Hier werde ich dennoch die eine oder andere Sondertilgung leisten um meinen künftigen Cashflow zu steigern.

Bisher rechne ich meine Immowerte mit Faktor 20, als0 4% Bruttomieteinahme. Der lokale Markt hier lässt zudem Raum für weitere Mietsteigerungen. Der Bestandswert wird meiner Meinung nach nur temporär schwanken und künftig moderat weiter steigen. Klar, wer mit zu hohen Faktoren seinen Bestand reich gerechnet hat der hat Verluste.

Mein eigenes Fazit: Es passiert nix, zumindest an meinem Standort und für meinen Bestand.

Allgemein wird die Notenbank den Leitzins nur solange erhöhen bis wir in der Rezession sind. Spätestens dann wird wieder das QE-Programm zur Staatsfinanzierung ausgeweitet und die Zinsen eingefroren oder wieder gesenkt. Klar muss man mit höheren Zinsen in der Anschlussfinanzierungen rechnen, aber wer da die 2-5% Zins nicht verträgt, der hat das falsche Projekt realisiert.

 

 

@Privatier: Es wird aktuell noch genügend Leute mit viel Kapital geben, die von den Finanzierungszinsen nicht abgeschreckt werden. Zinshäuser in guten Lagen wurden bisher "verteilt" oder versteigert wegen der hohen Nachfrage. Aber wenn die bedient sind und an Leute verkauft werden muss, die finanzieren müssen (wie bei Deinem Beispiel), dann geht das nur über Preisnachlässe. Die Preise werden also jetzt erst stagnieren und dann langsam fallen. Es sei denn, die Zinsen fallen wieder.

@Jan Veerman: Den Artikel aus den 80er Jahren hatte ich nur verlinkt, um zu zeigen, dass es überhaupt schon einmal derartige Preisrückgänge bei Immobilien gegeben hat. Es ist richtig, die Verhältnisse waren damals ganz andere. Es gab damals Leerstand - sogar bei Sozialwohnungen.
Übrigens hatten wir 2004 bis 2012 auch stagniernde bzw. fallende Immobilienpreise auch in Wachstumsregionen. Die Hausse beginnt 2012. Bis 2010 hatten wir 4% Zinsen, sie kamen langsam runter von 6% aus 1998. 2012 hatte man sich auf die seit 2007 fallenden Zinsen eingestellt. So sieht man, dass die Entwicklung der Immobilienpreise hoch (umgekehrt) korreliert mit den sinkenden Zinsen. Nun steigen die Zinsen, die Preise werden mit einer Zeitverzögerung also sinken.

Heute ist es die also Zinsentwicklung, die den Preisfall einläutet - so wie es in den letzten Jahren die Zinsentwicklung war, die zu den enormen Preissteigerungen geführt hat. Diese Zinssteigerung von 200% kam abrupt, der Immobilienmarkt ist aber recht träge.

Was eine ausreichende Rendite bei Immobilien ist, das hat der Markt in der Niedrigzinsphase gezeigt. Man zahlte noch immer die 30-fache Nettomiete bei ordentlichen Lagen in Berlin bei Zinshäusern aus dem Bestand. Es gab also 3,3% Immobilienrendite bei 0% für Anleihen. Wenn Anleihen nun auf 2% steigen, wie geschehen, dann müsste die Immobilienrendite bei 5,3% liegen - wegen der aktuell hohen Inflationsrate vielleicht bei 4,5%. Denn Immobilien sind nicht so leicht handelbar, haben Instandhaltungs- und Verwaltungsaufwand, Mietausfall etc. Die Preise müssten jetzt eigentlich Richtung 4,5% also. 22-fach langsam fallen.

Bei frei lieferbaren Immobilien: Wenn die kapitalstarken Eigennutzer bedient worden sind, dann bleiben diejenigen über, die finanzieren müssen. Und bei 8.000€/qm bringt eine 80qm Wohnung und damit 640.000 Darlehen (Nebenkosten aus Eigenkapital) bei 3% Zinsen und 2% Tilgung eine Belastung von monatlich 2.666 zzgl. Betriebskosten. Bisher waren es bei 1% Zinsen nur zusammen mit Tilgung 3% und damit 1.600. Das war für Gutverdiener noch erschwinglich. Da die Baukosten nur 2.500 bis 3.000€ betragen, sind Preisreduzierungen ohne weiteres verkraftbar, im Bestand sowieso. Die Preisreduzierungen müssten 40% betragen, um zur gleichen Belastung von 1.600€ zu führen - es geht also von 8.000 auf 5.000€ in kleinen Schritten. Beschleunigt wird es, wenn die Zinsen weiter steigen.

 

 

I.d.Z. möchte ich den VONOVIA Vorstand zitieren:

„Wir haben erst ein Problem wenn die Nachfrage sinkt„

Wie war das mit den rückläufigen Neubauten und stark gestiegen Baukosten?

Für alle solide Finanzierer: Halten!

Blöd für die fix&flip Influenzer mit riesigem Hebelbestand und kaum Tilgung. Das ist das eigentliche Drama der letzten 10 Jahre Schlaraffenland.
… und ein paar arme Familie die zu naiv waren mit ihrem Häuschen

In unruhigen Zeiten mit Inflation, evtl. Rezession und Stagflation ist doch "vernünftiger" Immobilienbesetz einer der Felsen in der Brandung, der einen über diese Zeit retten sollte. Vernünftig hinsichtlich Lage (Gegend wohl auch zukünftig gefragt) und Größe (lieber klein - da wird es immer Interessenten geben)

In was sollte ich denn mein Geld stecken, wenn ich jetzt meine Immos verkaufen würde? Ich bin gerne in allen Anlageklassen unterwegs. Sollte es wirklich alle Assets zerbomben, so werden alle, oder zumindes einige wieder auferstehen. 'Wenn nicht, hab ich ja noch ein paar Konserverndosen.... und danach haben wir alle andere Sorgen....

Ich rechne auch nicht mit einem großen crash. Denke es kann schon 20% runtergehen und dann stagnieren was bei hoher Inflation eine langsamer Entwertung wäre. Aber auch dss die preise wegen inflstionsangst nochmals steigen halte ich für möglich (kaum verkäufe, warum verkaufen wenn man dafür geld bekommt wass imme weniger wert ist). Als Eigennutzer ist mir das aber im Moment fast komplett egal, ich muss irgendwo wohnen und somit kommt ein Verkauf aktuell nicht in Frage.

Zitat von Muslime_Frugi am 12. Juni 2022, 9:48 Uhr

… und ein paar arme Familie die zu naiv waren mit ihrem Häuschen

Wie meinst du das mit naiv? Zu früh verkauft oder den Kauf zu lange hinausgezögert oder zu kurze Darlehenslaufzeiten oder zu alten Bestand gekauft?
Ich zähle mich auch zu den Einkommens-"armen" Familien mit Häuschen war ich vielleicht auch zu naiv? Hab ja viel alten Bestand (>100 Jahre) bei dem die Renovierung jetzt sehr teuer geworden ist und die Energiekosten sehr hoch werden. Da muss ich mir definitiv noch was einfallen lassen. Eigentlich bin ich ja gegen das Dämmen gewesen aber so langsam arbeitet es in mir und ich fange an mich damit anzufreunden wenn die Dämmstoffe mal endlich umweltfreundlicher werden.

es werden sich wieder die alten Weisheiten bewahrheiten, Lage, Lage, Lage. Bei einer guten Immobilie in guter Lage wird der Preis nicht plötzlich von 500k auf 300k runtergehen, das wird nicht passieren, zu dem Kurs würde auch niemand verkaufen, wenn er denn nicht muss. Wenn in Neubaugebieten in der Pampa plötzlich alle ihr Häuschen verkaufen müssen, weil sie die Anschlussfinanzierung nicht mehr wuppen können, kann es schon mal deutlicher runtergehen. Aber die meisten Finanzierungen laufen noch und wer einen guten Berater hatte und selbst ein bisschen clever war, hat den niedrigen Zins für eine hohe Tilgung genutzt und kann, wenn der Zins bei der Anschlussfinanzierung deutlich höher liegt, eben den Tilgungssatz senken. Ich vermute das die Preise stagnieren, ggf. leicht nachgeben werden im Bestand.

Bei Neubauten bin ich gespannt, ob sich die Eigentumswohnungen hochkant (schmale Reihenhäuser) ab 600k aufwärts noch so einfach verkaufen lassen. Bei mir in unmittelbarer Nähe sind zwei Neubaugebiete mit dieser Form der Bebauung, in einem haben sie bereits die Bautätigkeiten vorerst eingestellt bzw. gar nicht erst angefangen. Dasselbe vermute ich für neue ETW in den Top 8 Städten mit den in der Vergangenheit krassen Preisentwicklungen, da ist die Party erstmal vorbei.

Selbst bin ich froh, dass ich einen ollen, unsexy Bausparvertrag habe, denn der sichert mir 1,95% Darlehenszins für 2/3 der restlichen Finanzierungssumme. Genau zu diesem Zweck habe ich den abgeschlossen vor 15 Jahren, mir würde auch ein Darlehenszins von 8% nicht das Genick brechen.

Wenn man sich nur die Zinsen in der Zukunft sichern könnte. Wir hatten hier ja das Thema Bausparvertrag in einem anderen Thread schon 😜

Spaß beiseite. Denke nicht, dass man die Rendite von Anleihen so einfach auf die Immobilien umlegen kann. Was ist mit dem hebeleffekt bei Immobilien etc.?

Denke auch nicht, dass mit der hohen Inflation die Preise so stark fallen wie prognostiziert.

Zitat von Rente2027 am 12. Juni 2022, 19:33 Uhr

Wenn man sich nur die Zinsen in der Zukunft sichern könnte. Wir hatten hier ja das Thema Bausparvertrag in einem anderen Thread schon 😜

Du meinst wahrscheinlich ein Forward Darlehen, das geht nur bis 5 Jahre und da bist Du aktuell schon weit über 1,95%.

Zitat von konsument am 12. Juni 2022, 20:30 Uhr
Zitat von Rente2027 am 12. Juni 2022, 19:33 Uhr

Wenn man sich nur die Zinsen in der Zukunft sichern könnte. Wir hatten hier ja das Thema Bausparvertrag in einem anderen Thread schon 😜

Du meinst wahrscheinlich ein Forward Darlehen, das geht nur bis 5 Jahre und da bist Du aktuell schon weit über 1,95%.

Ja Forward Darlehen für den eher kurzfristigen Bereich, m.M.n. ist aber auch ein Bausparer geeignet, die niedrigen Zinsen in die 8-10 jährige Zukunft mitzunehmen. Ob es Sinn macht oder nicht, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Da man die Sparrate für den BSV nicht in z.B. den Aktienmarkt investieren kann, müsste man die entgangenen Gewinne gegenrechnen und zum Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung schauen, wie man besser gefahren wäre. Das ist aber im Vorhinein schwierig abzuschätzen. Wenn man auf den Aktienzug setzt und genau während einer Hochzinsphase inklusive Börsenbaisse anschlussfinanzieren muss, wird es bei mancher knapp kalkulierten Finanzierungen in Zukunft bestimmt auch mal eng.

Was ist das hier überhaupt für ein Faden 😀

Also -40% und Crash das klingt schon etwas Polemisch, daran glaube ich nicht. Auch wenn ich es gut finden würde

Zitat von Jan Veerman am 12. Juni 2022, 14:17 Uhr

Wie meinst du das mit naiv?

Hi Jan,

halt die üblichen Fehler von unerfahrenen Immo Eigennutzer Erstkäufer.
Wie z.B.:

…zu teuer gekauft, …Gehalt beider Partner kalkuliert und dann kommen Kinder, … Garten und Einrichtungen vergessen zu kalkulieren und dann teuer nachfinanzieren, …zu geringe Tilgung, … zu kurze Laufzeit bei 0,xx Zins usw.

Zitat von FredFinanzFuchs am 11. Juni 2022, 13:13 Uhr

Meine Empfehlung: Verkäufe vorziehen, jetzt schnellstmöglich verkaufen, auch Konzessionen beim Preis machen. Und beim Einkauf abwarten, die Preise können druchaus um 50% sinken.

Panikverkäufe bringen m.M.n. in den seltensten Fällen etwas. Natürlich kann man in dem ein oder anderen Fall den Kopf aus der Schlinge ziehen, aber gerade bei Immobilien sollte man in den seltensten Fällen überhaupt den Kopf aus der Schlinge ziehen müssen. Die Selbstnutzer haben sowieso kein Problem mit dem Preis ihrer Immobilie, da die Immobilie hier nicht wegen Zahlen, sondern Emotionen gekauft werden. Auch weiter steigende Zinsen sind nicht das Problem, es gibt immer Mittel und Wege: Baufinanzierung: Das bedeutet die Rückkehr zur Ein-Prozent-Tilgung - FOCUS Online

Und auch die Kapitalanleger sollten hier die Ruhe bewahren. Wenn die Finanzierung noch läuft und festgeschrieben, warum sollte ich dann mit Abschlag und evtl. sogar Vorfälligkeitsentschädigung verkaufen? Die meisten Immos tragen sich doch sowieso von selbst mit der Miete. Und wenn die Immobilie dann einmal Anschlussfinanziert werden muss, ist doch sowieso schon 25-30% getilgt.

Ein kurzfristiger "Dip" für die Fix & Flipper mag möglich sein, aber definitiv nicht 40%.

Szenarien, die in den USA zur "Housing Bubble" geführt haben (Variable Zinsen in der breiten Masse, zu geringe Einkommen bei Eigennutzern etc.) sind in Deutschland durch die hohen Anforderungen sowieso nicht möglich. Die meisten Banken rechnen schon seit Jahren mit Stressszenarien um die 6-7% Zinssatz. Wenn ein Haushalt diesen "Test" nicht bestehen würde, dürfte die Bank die Immobilie gar nicht finanzieren.

Zitat von Muslime_Frugi am 13. Juni 2022, 10:41 Uhr

halt die üblichen Fehler von unerfahrenen Immo Eigennutzer Erstkäufer.
Wie z.B.:

…zu teuer gekauft, …Gehalt beider Partner kalkuliert und dann kommen Kinder, … Garten und Einrichtungen vergessen zu kalkulieren und dann teuer nachfinanzieren, …zu geringe Tilgung, … zu kurze Laufzeit bei 0,xx Zins usw.

Achso solche Leute sind bei uns im Schwabenland absolut selten bzw. habe ich fast noch nie gesehen. Hier sind alle extrem konservativ und rechnen ständig mit dem worst case. Sehr viele könnten sich ohne weiteres Häuser für 1 Mio leisten aber zerbrechen sich unendlich den Kopf darüber ob ein Haus für 800k für sie zu teuer ist und warten, warten, warten bis es noch teurer wird. Die Leute verdienen zwar extrem gut leben aber in ständiger Unsicherheit ob es auch so weiter geht. In den Konzernen wird ihnen ständig eingeredet sie sind zu teuer und wir müssen sparen, sparen und sparen. Statt dieses sparen auf die Prozesse und Abläufe im Unternehmen zu beziehen denken sie das sie selbst zu teuer sind und ihr Arbeitsplatz unsicher wäre was aus meiner Sicht jedoch keineswegs zutrifft.
Fazit meiner Beobachtung: Die Leute zögerten in der Vergangenheit einen Kauf viel zu lange hinaus.
Mit steigenden Zinsen kann sich das Blatt jedoch wenden und ein hoher EK Anteil absolut Sinn machen. Es bleibt spannend.

Zitat von Rente2027 am 13. Juni 2022, 11:26 Uhr

Panikverkäufe bringen m.M.n. in den seltensten Fällen etwas. Natürlich kann man in dem ein oder anderen Fall den Kopf aus der Schlinge ziehen, aber gerade bei Immobilien sollte man in den seltensten Fällen überhaupt den Kopf aus der Schlinge ziehen müssen. Die Selbstnutzer haben sowieso kein Problem mit dem Preis ihrer Immobilie, da die Immobilie hier nicht wegen Zahlen, sondern Emotionen gekauft werden. Auch weiter steigende Zinsen sind nicht das Problem, es gibt immer Mittel und Wege: Baufinanzierung: Das bedeutet die Rückkehr zur Ein-Prozent-Tilgung - FOCUS Online

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Szenarien, die in den USA zur "Housing Bubble" geführt haben (Variable Zinsen in der breiten Masse, zu geringe Einkommen bei Eigennutzern etc.) sind in Deutschland durch die hohen Anforderungen sowieso nicht möglich. Die meisten Banken rechnen schon seit Jahren mit Stressszenarien um die 6-7% Zinssatz. Wenn ein Haushalt diesen "Test" nicht bestehen würde, dürfte die Bank die Immobilie gar nicht finanzieren.

Wenn jmd. heute nur mit 1% tilgt dann ist das doch im Grunde eine Kalkulation auf Wertsteigerung in Zukunft als Sicherheit, also doch ziemlich genau das, was subprime in den USA war. Der Wert der Immobilien geht immer nach oben, also kann sich jeder alles leisten, solange man gerade so den heute niedrigen Zins bedienen kann. Was soll da schon schief gehen?

Wenn ich in D heute eine 100% Finanzierung mache (EK geht für Nebenkosten und Einrichtung drauf) und mir die aktuellen 3% Zins für 20 Jahre sichere, dann haben ich nach 20 Jahren noch 80% der Hypothek übrig (oder ein bissl weniger falls Annuitätendarlehen).

Wie soll so eine Finanzierung ein Stressszenario mit 6% Zins in 20 Jahren überleben?

Da müsste es schon ein krasse Inflation geben.

Hi @cepha schon bei 2% Inflation wären 80% Hypothek nur noch 38% Wert (mit der dann vorhandenen Kaufkraft) da (1,02)^20=1,48 und 0,48*0,8=0,38
Wäre die Inflation aber nur 2% dann würden die Zinsen auch nicht bei 6% liegen.
Die Differenz von Zinsen minus Inflation kann bei den aktuell hohen Staatsschulden kaum mehr als +2% betragen. Aktuelle liegt es sogar bei (3%-6%) = -3% und macht damit Darlehen extrem günstig.

Zitat von Cepha am 13. Juni 2022, 11:48 Uhr
Zitat von Rente2027 am 13. Juni 2022, 11:26 Uhr

Panikverkäufe bringen m.M.n. in den seltensten Fällen etwas. Natürlich kann man in dem ein oder anderen Fall den Kopf aus der Schlinge ziehen, aber gerade bei Immobilien sollte man in den seltensten Fällen überhaupt den Kopf aus der Schlinge ziehen müssen. Die Selbstnutzer haben sowieso kein Problem mit dem Preis ihrer Immobilie, da die Immobilie hier nicht wegen Zahlen, sondern Emotionen gekauft werden. Auch weiter steigende Zinsen sind nicht das Problem, es gibt immer Mittel und Wege: Baufinanzierung: Das bedeutet die Rückkehr zur Ein-Prozent-Tilgung - FOCUS Online

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Szenarien, die in den USA zur "Housing Bubble" geführt haben (Variable Zinsen in der breiten Masse, zu geringe Einkommen bei Eigennutzern etc.) sind in Deutschland durch die hohen Anforderungen sowieso nicht möglich. Die meisten Banken rechnen schon seit Jahren mit Stressszenarien um die 6-7% Zinssatz. Wenn ein Haushalt diesen "Test" nicht bestehen würde, dürfte die Bank die Immobilie gar nicht finanzieren.

Wenn jmd. heute nur mit 1% tilgt dann ist das doch im Grunde eine Kalkulation auf Wertsteigerung in Zukunft als Sicherheit, also doch ziemlich genau das, was subprime in den USA war. Der Wert der Immobilien geht immer nach oben, also kann sich jeder alles leisten, solange man gerade so den heute niedrigen Zins bedienen kann. Was soll da schon schief gehen?

Wenn ich in D heute eine 100% Finanzierung mache (EK geht für Nebenkosten und Einrichtung drauf) und mir die aktuellen 3% Zins für 20 Jahre sichere, dann haben ich nach 20 Jahren noch 80% der Hypothek übrig (oder ein bissl weniger falls Annuitätendarlehen).

Wie soll so eine Finanzierung ein Stressszenario mit 6% Zins in 20 Jahren überleben?

Da müsste es schon ein krasse Inflation geben.

Wir hatten jetzt über 10 Jahre eine "Niedrigzinsphase", wer sagt, dass es in den nächsten 10 Jahren keine "Hochinflationsphase" gibt? Mehr als 7 Prozent Inflation: Prognose der Bundesbank (faz.net) 7% über die nächsten 10 Jahre, da muss ich sagen würde ich trotzdem lieber in Immobilien investieren, als in Bargeld 😉