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Der Gebert Indikator

@kalimero

Ob sich das wirklich rechnet möchte ich bezweifeln. Das Problem bei ausschüttenden ETFs ist die Schwierigkeit der Wiederanlage. Die Performance beim DAX geht ja davon aus, dass die Ausschüttungen wieder angelegt werden. Bei relativ kleinen  Beträgen sthen die Kosten nicht wirklich im Verhältnis zum Anlagebetrag, d.h. es wird ggf. teuer. Außerdem kannst du keine Teilstücke erwerben und musst darauf achten, dass du bei deinem Broker die Mindestordergröße nicht unterschreitest. Wenn das Gebert-Signal nun wirklich in einem Jahr durchgängig auf grün steht, kannst du natürlich auch bei entsprechend aufgelaufenen Gewinnen, den ETF ganz oder in Teilen davon verkaufen und kurz darauf wieder zurückkaufen. Wenn du Pech hast, macht der DAX aber vielleicht an diesem Tag einen Satz nach oben und du musst teurer nachkaufen. Man sollte sich schon überlegen, ob man solche Spielchen betreiben möchte und sich das tatsächlich lohnt...

Zitat von Fritz am 5. Mai 2021, 17:01 Uhr

@vision2020 Der Indikator wird seit 1996 regelmäßig veröffentlicht. Was das Thema "Diversifikation" angeht, auch dazu hat Gebert in seinen Büchern einiges geschrieben. Ab einem gewissen Punkt macht das keinen Sinn mehr, da man das Portfolio nur komplexer macht, aber nicht wirklich diversifiziert. Wer seine Investition auf 500 Aktien "diversifiziert", hat keinen wesentlichen Vorteil gegenüber einem Portfolio, das nur auf 50 Aktien gestreut ist. Der Grund ist einfach: Zunächst geht der Einfluss einzelner Aktien mit steigender Anzahl der Unternehmen asymptotisch gegen null. Der Unterschied zwischen 30 und 50 ist noch relativ groß, nicht aber der Unterschied zwischen 100 und 150. Man hat dann nur höhere Kosten.  Des Weiteren sind große Unternehmen meist global aufgestellt und auch global abhängig, so dass Nationen hier keine große Rolle mehr spielen. Die Abhängigkeiten und Korrelationen verstärken sich eher und es gibt auch da keinen Vorteil mehr. Die Renditen gleichen sich mit zunehmender Anzahl der Unternehmen immer mehr an einen weltweiten Durchschnittswert an, so dass es von der Seite auch keinen Vorteil gibt. Es bringt nichts in zig Aktien des MSCI-World, anstatt nur in den DAX zu investieren. Das ist wieder nur etwas für das ruhige Gewissen und die Psychologie. Bei einer echten Diversifikation müsste man auch auf verschiedene Anlageklassen streuen.

Der Dollar ist übrigens nicht nur für den amerikanischen Markt relevant. Seine Bedeutung ist viel größer, da er die Welt-Handelswährung ist. Sämtliche Rohstoffe werden in Dollar gehandelt. Auch der Warenverkehr zwischen Drittländern, die gar nicht mit den USA handeln erfolgt meist in US-Dollar (bsp. Emerging-Markets). Länder mit schwachen Währungen müssen ihre Anleihen oft in Dollar begeben um sie am Finanzmarkt los zu kriegen (auch die aufstrebenden Wirtschaftsmächte wie Indien oder Brasilien). Ich glaube es war ein bekannter amerikanischer Notenbanker, der mal sagte: "Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem."

Ich stimme zu, dass man es mit der Diversifikation auch übertreiben kann. Dennoch ist manchmal zu beobachten, dass gelegentlich der DAX schwächelt, obwohl in Asien und/oder in den USA die Post abgeht und das obwohl deutsche DAX Unternehmen international ausgerichtet sind und in diese Regionen exportieren. Diversifikation dient letztendlich der Risikominimierung und da muss man wissen, auf was man mehr Wert legt und in welcher Anlegerphase man ist: Vermögensaufbau mit höherem Risiko und dem Faktor Zeit, um Rückschläge ggf. wieder aufzuholen oder Vermögenserhalt, um das Erreichte weitgehend zu erhalten und vor größeren Rückschlägen abzusichern. Vor allem beim Vermögenserhalt spielt dann die Diversifikation eine größere Rolle vor allem wenn der Faktor Zeit dann gegen einen läuft. Ich bin mittlerweile eher im Bereich Vermögenserhalt angekommen und stelle seit geraumer Zeit meine Vermögensklassen um. Ich teile die Meinung, dass Diversifikation vor allem durch verschiedene Assetklassen angegangen werden sollte und nicht vornehmlich innerhalb der Klasse Aktien.

Stimmt natürlich, dass der Dollar mit seiner Eigenschaft als Leitwährung eine weitergehende Bedeutung hat als nur für die reine USD-EUR Beziehung. Hatte ich bisher noch nicht so direkt auf dem Schirm.

Hier übrigens noch ein ganz guter Artikel zum saisonalen Signal:

https://www.onvista.de/news/sell-in-may-and-go-away-454263181

Was vielen nicht so bewusst ist, ist die Schwierigkeit, derartige Einflussfaktoren auf Preisbewegungen statistisch nachzuweisen. Dafür sind die Zeitreihen dann doch zu kurz und die Abweichungen zu groß. Das kann man natürlich in Kauf nehmen, muss dann aber wissen, dass man sich hier nicht guten Gewissens darauf verlassen kann.

@vision2020 Interessant. Ich glaube ich hatte vor längerer Zeit schon mal etwas zu dem Thema Saisonalität geschrieben. Herr Riße hat da in einigen Punkten allerdings unrecht. Es gibt sehr wohl wissenschaftliche Untersuchungen, die auch statistisch relevante Daten zu Tage gebracht haben. Eine der bekanntesten und umfangreichsten Studien ist die von  Ben Jacobsen und Cherry Yi Zhang von der Massey University. Die haben tatsächlich Daten seit 1693 in 108 Ländern ausgewertet. Das Ergebnis war ein Nachweis der Saisonalität in etwa 75% der Fälle. Im folgenden Link ist ein kurzer Vortrag zu dieser Studie (bitte zum Zeitindex 2:40 springen). https://www.youtube.com/watch?v=dv2Lud0GmVA

Natürlich können da auch in einigen Jahren deutliche Abweichungen vorhanden sein. Daher kann man sich da in seinen Beobachtungen leicht täuschen, wenn man das nicht akribisch untersucht. Ich beobachte solche statistischen Abweichungen selbst regelmäßig, um Änderungen frühzeitig feststellen zu können. Meine eigenen Daten und Untersuchungen reichen hier bis 1978 zurück und ich kann auch innerhalb dieser Zeitreihe keine signifikanten Änderungen oder Tendenzen feststellen. Die Saisonalität ist nach wie vor intakt. Nachfolgend sind die Ergebnisse für die Phasen 01.Oktober bis 30 April und 01.November bis 30.April (so wie das im Gebert-Indikator auch genutzt wird) dargestellt:

Phase:                                        01.Okt. bis 30.Apr.      01. Nov. bis 30.April

Durchschnittliche Rendite:                9,89 %                                8,97 %

Maximaler Verlust:                          -29,67%                             -15,71 %

Trefferquote:                                       74,4 %                              72,09 %

(positive Phasen/Gesamtanzahl der Phasen):

Zitat von Vision2020 am 11. Mai 2021, 12:12 Uhr
Zitat von Fritz am 5. Mai 2021, 17:01 Uhr

@vision2020 Der Indikator wird seit 1996 regelmäßig veröffentlicht. Was das Thema "Diversifikation" angeht, auch dazu hat Gebert in seinen Büchern einiges geschrieben. Ab einem gewissen Punkt macht das keinen Sinn mehr, da man das Portfolio nur komplexer macht, aber nicht wirklich diversifiziert. Wer seine Investition auf 500 Aktien "diversifiziert", hat keinen wesentlichen Vorteil gegenüber einem Portfolio, das nur auf 50 Aktien gestreut ist. Der Grund ist einfach: Zunächst geht der Einfluss einzelner Aktien mit steigender Anzahl der Unternehmen asymptotisch gegen null. Der Unterschied zwischen 30 und 50 ist noch relativ groß, nicht aber der Unterschied zwischen 100 und 150. Man hat dann nur höhere Kosten.  Des Weiteren sind große Unternehmen meist global aufgestellt und auch global abhängig, so dass Nationen hier keine große Rolle mehr spielen. Die Abhängigkeiten und Korrelationen verstärken sich eher und es gibt auch da keinen Vorteil mehr. Die Renditen gleichen sich mit zunehmender Anzahl der Unternehmen immer mehr an einen weltweiten Durchschnittswert an, so dass es von der Seite auch keinen Vorteil gibt. Es bringt nichts in zig Aktien des MSCI-World, anstatt nur in den DAX zu investieren. Das ist wieder nur etwas für das ruhige Gewissen und die Psychologie. Bei einer echten Diversifikation müsste man auch auf verschiedene Anlageklassen streuen.

Der Dollar ist übrigens nicht nur für den amerikanischen Markt relevant. Seine Bedeutung ist viel größer, da er die Welt-Handelswährung ist. Sämtliche Rohstoffe werden in Dollar gehandelt. Auch der Warenverkehr zwischen Drittländern, die gar nicht mit den USA handeln erfolgt meist in US-Dollar (bsp. Emerging-Markets). Länder mit schwachen Währungen müssen ihre Anleihen oft in Dollar begeben um sie am Finanzmarkt los zu kriegen (auch die aufstrebenden Wirtschaftsmächte wie Indien oder Brasilien). Ich glaube es war ein bekannter amerikanischer Notenbanker, der mal sagte: "Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem."

Ich stimme zu, dass man es mit der Diversifikation auch übertreiben kann. Dennoch ist manchmal zu beobachten, dass gelegentlich der DAX schwächelt, obwohl in Asien und/oder in den USA die Post abgeht und das obwohl deutsche DAX Unternehmen international ausgerichtet sind und in diese Regionen exportieren. Diversifikation dient letztendlich der Risikominimierung und da muss man wissen, auf was man mehr Wert legt und in welcher Anlegerphase man ist: Vermögensaufbau mit höherem Risiko und dem Faktor Zeit, um Rückschläge ggf. wieder aufzuholen oder Vermögenserhalt, um das Erreichte weitgehend zu erhalten und vor größeren Rückschlägen abzusichern. Vor allem beim Vermögenserhalt spielt dann die Diversifikation eine größere Rolle vor allem wenn der Faktor Zeit dann gegen einen läuft. Ich bin mittlerweile eher im Bereich Vermögenserhalt angekommen und stelle seit geraumer Zeit meine Vermögensklassen um. Ich teile die Meinung, dass Diversifikation vor allem durch verschiedene Assetklassen angegangen werden sollte und nicht vornehmlich innerhalb der Klasse Aktien.

Stimmt natürlich, dass der Dollar mit seiner Eigenschaft als Leitwährung eine weitergehende Bedeutung hat als nur für die reine USD-EUR Beziehung. Hatte ich bisher noch nicht so direkt auf dem Schirm.

Hier übrigens noch ein ganz guter Artikel zum saisonalen Signal:

https://www.onvista.de/news/sell-in-may-and-go-away-454263181

Was vielen nicht so bewusst ist, ist die Schwierigkeit, derartige Einflussfaktoren auf Preisbewegungen statistisch nachzuweisen. Dafür sind die Zeitreihen dann doch zu kurz und die Abweichungen zu groß. Das kann man natürlich in Kauf nehmen, muss dann aber wissen, dass man sich hier nicht guten Gewissens darauf verlassen kann.

@vision2020

Die Dividenden würde ich gar nicht reinvestieren  wollen. Mir ginge einzig um den steuerlichen Vorteil gegenüber dem thesaurierenden ETF,

indem ich den jährlichen Sparer-Freibtetrag von 1602 Euro jährlich nutzen kann und nicht quasi nach 3 jahren alles versteuern muss.

Aber ob das wirklich so ist,ist genau meine Frage. 2018 wurde anscheinend einiges geändert.Ich steig durch diese Steuergeschichte bei den ETFs nicht durch,

deswegen meine Frage nach Erfahrungswerten.

https://www.justetf.com/de/news/etf/etf-und-steuern-das-neue-investmentsteuergesetz-ab-2018.html

 

@fritz

Oft wird missverstanden, was es mit statistischer Relevanz auf sich hat. Es geht hier nicht darum, einfach die Jahre zu zählen, in denen es funktionierte und wenn die Gesamtzahl über 50% liegt, ist es bewiesen. Hier müssen geeignete biometrische (also statistische Tests) angewendet werden, denn nur so kann differenziert werden, ob das Eintreten eines Ereignisses zufallsbedingt oder statistisch signifikant (üblicherweise 5% Irrtumswahrscheinlichkeit) ist. Im Fall der Saisonalität scheinen die Beobachtungsjahre nicht ausreichend zu sein, um diesen Beleg zu erbringen. Es folgt dann aber auch nicht der Umkehrschluss, also dass die Saisonalität nicht funktioniert. Es lässt sich nur nicht statistisch nachweisen.

Noch was Persönliches: Investierst du du eigentlich strikt nach Gebert und wenn ja, ist das dann ein wesentlicher Anteil deines Aktieninvestments oder verfolgst du noch weitere Strategien?

 

@kalimero

In dem link von justetf ist ja die derzeitige steuerliche Situation zu ETFs erklärt. Wenn das nicht reicht, kannst du ja auch bei anderen Brokern oder Banken nachsehen. Meistens haben die einen allgemein zugänglichen Bereich auf ihren Webseiten, die steuerliche Fragen erläutern.

Zurück zu deinem Fall: Wenn du ausschüttende ETFs nimmst, werden die Ausschüttungen zuerst auf den Freistellungsauftrag angerechnet. Erst wenn dieser erschöpft ist, kommt es tatsächlich zu einer steuerlichen Abführung ans Finanzamt. Falls gegen Ende des Jahres absehbar ist, dass der Freistellungsauftrag nicht voll genutzt wird, könntest du natürlich auch einen Teil eines ETF verkaufen und später wieder nachkaufen. Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht, dass dich das ärmer oder reicher macht...

Die Saisonalität ist mit der genannten wissenschaftlichen Studie hinreichend belegt, von daher habe ich es nicht als notwendig erachtet weiter in die Vergangenheit zu gehen, als bis 1979. Außerdem hat das Gebert selbst ja auch schon untersucht und ist zu dem selben Ergebnis gekommen. Bei einer solchen statistischen Betrachtung sind im Wesentlichen zwei Größen wichtig. Die erste ist die statistische Durchschnitts-Rendite, also wieviel, hätte man im Schnitt gewonnen, die zweite ist die sogenannte Trefferwahrscheinlichkeit, also wie viele Investitionsphasen werden tatsächlich mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen und wie viele mit einem negativen oder mit null. Das vermag die Durchschnitts-Rendite nicht aufzuzeigen, von daher muss das extra betrachtet werden, denn extreme Ausreißer, die die Durchschnitts-Rendite nach oben treiben können u.U. ein falsches Bild vermitteln. Die Aussage, dass die Beobachtungsjahre nicht ausreichen kann nicht mathematisch belegt werden. Worauf begründest du dass. Nochmal, es liegen Daten aus 108 Ländern und einem Zeitraum von über 300 Jahren vor. Wieso sollte das statistisch nicht ausreichen? Das ist mathematisch sauber nachgewiesen.

Zu deiner zweiten Frage: Ich investiere für gewöhnlich einen selbst zusammen gestellten Aktienkorb nach der 1/n-Ausfteilung strikt nach den Gebert-Signalten. Diesen kombiniere ich z.T. noch mit Index-ETF. Den ETF nutze ich vor allem zur Nachinvestition, wenn der Kurs z.B. unter die Einstiegsmarke gefallen ist, so wie das bspw. beim Corona-Crash oder im Nov./Dez. 2018 passiert ist. Des Weiteren investiere ich einen Teil in Bonus-Zertifikate auf Indizes (DAX, NASDAQ, EURO-Stoxx). Insbesondere in den "Gebert-Rotphasen", kann man da noch mit überschaubaren Risiko Gewinne einfahren. Der Vorteil liegt hier darin, dass man Risiko und Rendite sehr gut steuern und an die Marktlage anpassen kann. Auch in seitwärts- und rückläufigen Märkten lässt sich so Geld verdienen, ohne dass man in spekulative Short-Instrumente einsteigen muss. Sie sind allerdings recht komplex was die Auswahl der Randparameter angeht (Puffer, Rendite, Restlaufzeit, Aufgeld, usw.).

Gut, du scheinst das ja im Detail überprüft zu haben. Dann wird es wohl so sein :-). Ist nicht so, dass ich selbst die Daten überprüft hätte. Es war eher meine Interpretation der Aussage von Riße. Aber bei Daten aus 108 Ländern aus 300 Jahren, das sollte wohl reichen.

Interessant dein Ansatz, vor allem mit den Bonuszertifikaten während der Rotphasen. Ich war mit Zertifikaten nie sehr erfolgreich und seit der Finanzkrise ließ ich dann ganz die Finger davon, vor allem wegen dem Emmitentenrisiko.

Wenn du so diszipliniert die letzten 20 Jahre vorgegangen bist, müsstest du finanziell ja vermulich über dem Berg sein.

@vision2020 Ja, es gibt tatsächlich nur sehr wenige Zertifikate, die gut sind. Meistens sind sie so konstruiert, dass es einen "Bankvorteil" zu Lasten des Anlegers gibt. Der ist nur meistens nicht so leicht zu entdecken und man muss da schon sehr genau hin sehen und sich in die Thematik einlesen. Das macht halt alles Arbeit und kostete viel Zeit, aber ich sehe das ganze auch so ein bisschen als Sport. Als Anfänger kann man sich höllisch die Finger verbrennen, da man die Risiken oft nicht sieht. Das Emittentenrisiko ist m.E. mehr so eine Art Damoklesschwert. Man muss es zwar im Hinterkopf behalten, aber dass es tatsächlich eintritt habe ich noch nie erlebt, nicht einmal während der Finanzkrise. Wenn man bei sehr großen Geldhäusern kauft, die "systemrelevant" sind, kann man im Zweifelsfall auch davon ausgehen, dass sie gerettet werden (nicht, dass ich das gut heiße...).

Nun ja, ganz so diszipliniert bin ich noch nicht immer vorgegangen und ich habe in den Jahren der Finanzkrise auch eine ganze Menge verloren. Damals kannte ich den Gebert-Indikator noch nicht und habe eine ganze Menge Strategien ausprobiert. Aber tatsächlich bin ich nun schon seit einigen Jahren über den Berg. Auf meinen Job, den ich noch in Teilzeit ausübe, bin ich nicht mehr wirklich angewiesen 🙂

stimmt, das Emittentenrisiko ist vermutlich überschaubar. Wenn man vor der Finanzkrise seine ganze Kohle in Lehmann Zertifikate angelegt hatte, sieht das natürlich anders aus, aber das sind ja auch immer Extrembeispiele. Wer Einzelaktien kauft, kann ja auch mal auf die Nase fallen, siehe Wirecard. Wenn dein System mit den Zerfitikaten funktioniert, ist doch gut. Ich habe schon früh angefangen über den Bereich Edelmetalle zu diversifizieren. Das klappt ganz gut und hat mindestens soviel einbracht wie mit meinen Aktienengagements.

Ich wundere mich nicht, dass der Gebertindikator auf Rot gesprungen ist und habe ebenfalls erste Teilverkäufe getätigt. Bei den anderen Positionen bleibe ich in Wartestellung. Bei Unterschreitung von 20% vom letzten Top werden Verkäufe getätigt. Man mag das Market Timing nennen, ich nenne das Vermögenssicherung.

Der Gebertindikator war ja bereits lange vor der Finanzkrise auf Rot gesprungen. Ist nicht leicht, bei weiter steigenden Märkten die Füße still zu halten. Damals konnte man sich leicht die Finger verbrennen. Ich hatte da eher Glück gehabt und bin noch frühzeitig raus. Naja, du hast es ja dann doch noch hinbekommen. Teilzeit ist ja auch nicht schlecht. Ich habe mich letzten Oktober (vermutlich) vom Arbeitsleben verabschiedet und es noch nicht bereut.

Welcher ist für euch der beste Dax ETF zum investieren Gebert-Indikator ?

 

Bin diverse Seiten  (justetf etc..)durchgegangen..TER,Tracking-Differenzen,Rendite der letzten Jahre

verglichen. Je mehr Seiten man sich anschaut, desto mehr verschiedene Ergebnisse bekommt man.

Mal ist ishares vorne, mal lyxor, mal amundi usw..

 

Mich interessiert nur die Rendite was nach Abzug aller Kosten aufm Konto ist...

@kalimero

Das gibt sich vermutlich nicht viel, vor allem wenn du nach Gebert alle paar Monate oder Jahre ohnehin wieder austeigst. Die Konkurrenz unter den Anbietern ist mittlerweile groß. Ich hatte in der Vergangenheit den von ishares (ISIN DE0005933931). Deren ETFs haben eben eine entsprechende Größe, dass die entsprechende Liquidität gewährleistet und der spread nicht allzu groß ist. Neben der Größe spielen dann eben die Kosten die entscheidende Rolle bei gleichem Index.

Überlegenswert ist natürlich auch, in einen MSCI Deutschland oder eine gleichzeitige Investition in den DAX, MDAX und SDAX zu investieren. In der Vergangenheit hatte der MDAX die bessere Performance bei vermutlich höherer Volatilität. The choice is yours ...

Zitat von Vision2020 am 19. Mai 2021, 9:10 Uhr

@kalimero

Das gibt sich vermutlich nicht viel, vor allem wenn du nach Gebert alle paar Monate oder Jahre ohnehin wieder austeigst. Die Konkurrenz unter den Anbietern ist mittlerweile groß. Ich hatte in der Vergangenheit den von ishares (ISIN DE0005933931). Deren ETFs haben eben eine entsprechende Größe, dass die entsprechende Liquidität gewährleistet und der spread nicht allzu groß ist. Neben der Größe spielen dann eben die Kosten die entscheidende Rolle bei gleichem Index.

Überlegenswert ist natürlich auch, in einen MSCI Deutschland oder eine gleichzeitige Investition in den DAX, MDAX und SDAX zu investieren. In der Vergangenheit hatte der MDAX die bessere Performance bei vermutlich höherer Volatilität. The choice is yours ...

Ok,danke.Ich habe selbst noch mal die Charts übereinandergelegt, die Unterschiede sind wirklich gering und wechseln sich oft ab.

Mal ist der eine besser,mal der andere..sehe ich auch so,dass sich das nicht viel gibt.

Ja der Mdax ist in der Langfrist-Performance besser. Ich habe vorher eigentlich fast nur Mdax Einzelwerte gehandelt. Bei der Dax-Reform werden vermutlich einige gute Unternehmen an den Dax abgegeben (Sartorius,Hannover Rück, Symrise), aber es bleiben noch viele gute drin.

Mir schwebt vor so zu investieren:

Dax  40 %

Mdax 40 %

Sdax 10-20 %

Wobei ich beim Sdax am unschlüssigsten bin ob ich den mit reinnehme. Die letzten Jahre waren extrem stark, aber es gab auch genug Phasen, wo er schlechter läuft als der Dax.

Zudem kosten die ETFS 0,7% TER, was ziemlich teuer ist und sind relativ klein vom Volumen her. Man wär aber breiter aufgestellt und in guten Phasen kann er die Rendite noch mal verbessern.

Den TecDax werde ich nicht mit reinnehmen, da die meisten Werte eh im Dax+Mdax sind..

 

Ich habe gerade mal bei justetf geschaut: Da gäbe es noch einen Vanguard Germany All Cap (IE00BG143G97 . Der deckt dann theoretisch in einem Fonds eine höhere Bandbreite ab und wäre mit 0,1% laufende Kosten überaus günstig. Wenn man allerdings genauer hinschaut, erkennt man, dass die 10 größten Einzelpositionen (insgesamt etwa 50% des Portfolios) alle aus dem DAX kommen. Er ist eben gewichtet nach Marktkapitalisierung und da bleibt dann für die kleineren Unternehmen nicht mehr viel übrig. Ist vergleichbar mit dem MSCI ACWI. Dessen Spektrum ist zwar ebenfalls weit gefasst, die kleineren Unternehmen haben aber eher einen geringen Einfluss. Fazit: wer kleinere/mittlere Unternehmen mit abdecken möchte, macht das besser über spezielle ETFs in diesem Sektor.

Dein Ansatz, nur in den DAX und MDAX zu investieren macht durchaus Sinn. Beim SDAX ist eben auch viel Müll dabei, den man mitkauft. Ich würde den MDAX übergewichten, aber das ist persönliche Geschmacksache.

Ich habe mal einen "Quick-Vergleich" der Indizes Dax+Mdax+Sdax gemacht für die Zeiten wo der Gebert-Indikator grün Phasen hatte in den letzten 20 Jahren.

Um die genaue Rendite und Tagesgenau das genau das auszurechnen fehlt mir die Zeit.

"1." bedeutet beste Performance

"2." zweitbeste Performance

"3." drittbeste Performance

Mit dem mir zur Verfügung stehenden Tool ist das teilweise nicht auf den Tag genau gemessen,da ich mit der Maus im Schnelldurchgang die Zeitabschnitte ausgeschnitten habe, deshalb übernehme ich für die Ergebnisse keine Gewähr, dass es 100%ig stimmt.

Aber auch so ist das Ergebnis ziemlich eindeutig. Bis auf den Zeitraum 1.6.2016-1.7.2017 war der Dax immer schlechtester Index.

Beim 1. Platz wechseln sich MDAX + SDAX ab, wobei der MDAX den 1. Platz oft nur knapp verfehlt hat und insgesamt ziemlich sicher die Beste Performance hat.

Es hat halt den Haken, dass der SDAX in Crash Phasen besonders schwach ist und auf die Mütze bekommt. Und beim Gebert Indikator gibt es ja auch hier und da "grüne" Crash Phasen. Das dürfte beim Dax schon psychologisch schwer durchzustehen sein, beim SDAX aber besonders.

Mein FAZIT, ich werds mal hiermit probieren beim nächsten Kaufsignal:

MDAX 50 %

DAX 30 %

SDAX 20%

 

Hier der Quick-Performance-Test:

1.11.2018 - 03.05.2021

1. SDAX
2. MDAX+DAX (fast gleich)

1.3.2018 - 1.7.2018

alle ungefähr gleich(marginaler unterschied)

1.6.2016 - 1.7.2017

1. DAX
2. MDAX
3. SDAX

02.01.2012 - 02.05.2016

1. MDAX
2. SDAX
3. DAX

03.11.2008 - 03.05.2010

1. MDAX
2. SDAX
3. DAX

01.11.2004 - 02.05.2006

1. SDAX
2. MDAX
3. DAX

01.12.2003 - 01.07.2004

1. MDAX + SDAX (praktsich gleich)
3. DAX

01.11.2002 - 02.05.2003

1. SDAX
2. MDAX
3. DAX

 

01.11.2001 - 02.05.2002

1. MDAX
2. SDAX
3. DAX

 

Warum ist denn der Fritz gesperrt?

Achte auf deine Gedanken! Sie sind der Anfang deiner Taten.
Zitat von Ernst am 20. Mai 2021, 0:31 Uhr

Warum ist denn der Fritz gesperrt?

Würde mich auch mal interessieren. Thread verschwunden, User gesperrt. Alles sehr merkwürdig hier...

Das ist ja der Hammer! Nur weil er mal Klartext geredet hat? Schade, schade, so langsam geht es hier den Bach runter ...

@ernst @privatier @vision2020

Leider ist es in dem betreffenden Thread zu Äußerungen gekommen, die der Grenze zu Beleidigung und übler Nachrede sehr nahe gekommen sind oder diese vielleicht sogar überschritten haben (zur Erklärung: Beleidigung und üble Nachrede sind nicht nur "Gemeinheiten", es sind Straftatbestände).
Als Forenbetreiber bin ich auch rechtlich verpflichtet, Beleidigungen und falsche/unbewiesene Tatsachenbehauptungen anderen Teilnehmern gegenüber zu unterbinden oder zu löschen, da ich mich bei Untätigkeit mit haftbar mache.
Und ganz unabhängig davon dulde ich in diesem Forum natürlich auch keine Diskussionskultur, in dem andere Teilnehmer diffamiert oder mit unbewiesenen Tatsachenbehauptungen persönlich öffentlich angegriffenen werden – und zwar unabhängig davon, welche Position die Teilnehmer vertreten oder was ich persönlich von ihnen halte.

Die betroffenen Nutzer habe ich vorübergehend gesperrt, bis wir den Sachverhalt mit den Beteiligten klären können. Den betroffenen Thread habe ich aus dem öffentlichen Forenbereich entfernt.

Wenn "Klartext reden" heißt: (Bewiesene) Tatsachen offenlegen, diskutieren, Meinungen äußern, Forderungen stellen: Sehr gerne.
Beleidigung anderer User, das Aufstellen unbewiesener Tatsachenbehauptungen oder Unterstellung böser Absichten toleriere ich (und das Gesetz) dagegen nicht.

Ich hoffe, dass auch ihr das im Grundsatz so seht und die Maßnahmen zumindest nachvollziehen könnt.

So, und nun bitte back to topic, in diesem Thread geht es schließlich um den Gebert-Indikator.

 

@oliver, ich sehe das natürlich wie du. Persönliche Beleidigungen sind nicht akzeptabel.

Allerdings solltest du vielleicht auch mal überlegen, wie es zu den recht unschönen Szenen hier im Forum in den letzten Wochen kommen konnte...

Das wäre vielleicht auch zu vermeiden gewesen?

Zitat von Oliver am 20. Mai 2021, 12:31 Uhr

@ernst @privatier @vision2020

Ich hoffe, dass auch ihr das im Grundsatz so seht und die Maßnahmen zumindest nachvollziehen könnt.

So, und nun bitte back to topic, in diesem Thread geht es schließlich um den Gebert-Indikator.

 

Danke für die Info, ja ist verständlich. Wenn er bis zum 31. Mai wieder schreiben darf, ist alles ok (war jetzt on topic gemeint 😉

Fritz hat das Thema hier sehr gut aufgearbeitet, und lag vor allem im letzten Jahr sehr richtig - im Gegensatz zu mir.

Ich hätte nicht erwartet, dass der Gebert Indikator so gut auch in einer harten Krise funktioniert, ich bin nun gespannt, ob das Ausstiegssignal funktioniert.

Achte auf deine Gedanken! Sie sind der Anfang deiner Taten.