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Wieviel ist genug für mich? Und wann habe ich das?

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Hallo, ich bin Hermine, 49 Jahre alt, und ich möchte nicht arbeiten bis ich 67 bin. Auch nicht bis 63 odes 60. 55 wäre mein Wunsch-Alter für das Ende der Berufstätigkeit. Sommer 2029 wäre das Ziel.

Warum:
(1) Zeit. Lebenszeit. Mein Mann ist 10 Jahre älter als ich, und wenn ich in 5,5 Jahren frei wäre, hätten wir wahrscheinlich noch längere gemeinsame Zeit in der wir beide möglichst fit sind. Auch meine Eltern leben dann hoffentlich noch und ich kann einfacher mehr Zeit mit ihnen verbringen, als es jetzt neben der Arbeit möglich ist.
(2) Der Job. Ich arbeite seit 29 Jahren in der IT, habe vor 10 Jahren meine Arbeitszeit auf 80% reduziert. Ich mag meine Arbeit. Noch. Ich bemerke bei mir aber mittlerweile sowas wie Abnutzungserscheinungen, dass ich es nicht mehr so toll finde wie früher. Es gab Zeiten, da konnte ich mich für technische Neuerungen und Herausforderungen immer wieder begeistern, aber das hat arg nachgelassen. Ich denke immer öfter, lasst mir doch einfach die Ruhe mit eurem KI und Web 4.0 Kram. Und all die ach so wichtigen aufregenden Projekte, nee... Es interessiert mich irgendwie nicht mehr so richtig. Keine guten Voraussetzungen um das jetzt noch 10 oder 15 Jahre weiter zu machen.

Ich habe jetzt eine Weile hier gelesen, und bei vielen Zahlen die so im Raum stehen komme ich mir ganz armselig klein vor. Ich schwanke zwischen "ich kann's kaum erwarten bis ich in 5 Jahren den Job kündige" und "das wird eine irrsinnige Kamikaze-Aktion, wie kann ich sowas auch nur in Betracht ziehen".

Hier sind die also Zahlen mit denen ich rechne:

Einkommen:
netto 3.200€ im Monat.

Wohnen:
zu zweit im schuldenfreien EFH 100m². Wert der Immobilie ca. 300.000€.

Ausgaben:
eigene Kosten 900€ im Monat.
gemeinsame Kosten 1.100€ im Monat, davon trage ich momentan 700-800€.

Altersvorsorge:
GRV derzeit 39,8 Punkte. Bis 2029 werden noch 7 bis 8 Punkte dazukommen. Ich möchte durch freiwillige Zahlungen noch paar Punkte dazu kaufen. Konnte mich aber noch nicht entscheiden wann und wieviele.
VBL aktueller Anspruch 280€ ab 67.
BAV aus früheren Firmen Anspruch 960€ ab 63.

Vermögen:
Depot (nur ETFs) 148.000
Festgeld 50.000
Tagesgeld 9.000
Fondsgebundene Lebensversicherung, steht aktuell bei ca. 45.000 - Auszahlung ab Alter 65.

Plan:
Wenn ich nicht mehr arbeite wird mein Mann bereits Rente beziehen und davon komplett unsere gemeinsamen Kosten tragen.
Für meine eigenen Kosten plane ich mit 15.000 für jedes Jahr, das ich bis zum Renteneintritt mit hoffentlich 63 überbrücken möchte. Bei 8 Jahren wären das dann 120.000, die ich "sicher" mit niedrigen Zinsen parke, um sie zu verbrauchen.
Zusätzlich möchte ich zu dem Zeitpunkt 50.000 auf dem Tagesgeld haben für größere Ausgaben hauptsächlich rund ums Haus. Heizung zum Beispiel.
Das Depot möchte ich dann bei 200.000 haben und in Ruhe lassen. Bei Bedarf eine Entnahme von 2 bis 3% im Jahr wäre ok. Mit 65 kommt da noch die Auszahlung der Lebensversicherung dazu. Das Geld soll primär dafür liegen bleiben, wenn das Leben im hohen Alter irgendwann teurer wird und die Kosten nicht mehr durch meine Rente zu decken gehen. Ab 85 oder so würde ich dann den Verbrauch dieses Kapitals zulassen. Und hoffen das ich nicht viel älter als 100 werde.

Nach meiner naiven Rechnung würde das bedeuten, falls ich mit 55 die angestrebten 370.000 habe, kann ich aufhören zu arbeiten. Das wäre im Vergleich mit vielen anderen Zahlen hier ja lächerlich wenig, und ich frage mich, ist das wirklich genug, oder habe ich irgendwo noch einen entscheidenden Denkfehler?

Hallo Hermine,

herzlich willkommen im Forum.

Wenn ich Dich richtig verstehe willst Du in 6 Jahren, also bis 55, 120.000 sicher in niedrigen Zinsen angelegt haben um sie zu verbrauchen. Dazu 52.000 ins Depot und 41.000 ins Tagesgeld ansparen, in Summe sind das 213.000, welche Du in 6 Jahren sparen willst, wären im Monat rd. 3.000 Euro. Das wäre eine Herkulesaufgabe bei 3.200 netto 3.000 zu sparen. Da würde ich mich fragen, wie denn der Lebensstandard bis 55 aussieht, das sind die guten Jahre die man nutzen sollte, es wird jedenfalls nicht besser von der körperlichen Verfassung ab 55. Stichwort Lebensqualität.

120.000 Euro für 8 Jahre zum Verbrauchen erscheinen mir auch recht wenig, fraglich ob die Verzinsung die Inflation ausgleichen wird, wahrscheinlich nicht.

Sie hat die 200T€ doch jetzt schon ... !???!

 

so wie ich das lese soll das Depot von 148 auf 200, Tagesgeld von 9 auf 50 und dann noch 120 zum verbrauchen von 55 bis 63, in Summe 213. Das Depot soll nicht verbraucht werden.

Möglich wäre das das Festgeld vorgesehen ist für die 120, da hätte sie bereits 50, wären nur noch 70 zu sparen, in Summe dann 163. Bedeutet aber immer noch rd. 2.200 im Monat.

@hermine kläre uns bitte auf 😉

Was ist mit der Krankenkasse zwischen 55 und 63?

Zitat von konsument am 11. Februar 2024, 20:12 Uhr

so wie ich das lese soll das Depot von 148 auf 200, Tagesgeld von 9 auf 50 und dann noch 120 zum verbrauchen von 55 bis 63, in Summe 213. Das Depot soll nicht verbraucht werden.

Möglich wäre das das Festgeld vorgesehen ist für die 120, da hätte sie bereits 50, wären nur noch 70 zu sparen, in Summe dann 163. Bedeutet aber immer noch rd. 2.200 im Monat.

@hermine kläre uns bitte auf 😉

Das geht knapp auf so wie sie das beschrieben hat, aber stark abhängig von der Entwicklung des Depots. Wenn das 5 Jahre seitwärts läuft, wird's so nicht klappen.

 

Zitat von Hermine am 11. Februar 2024, 18:00 Uhr

Nach meiner naiven Rechnung würde das bedeuten, falls ich mit 55 die angestrebten 370.000 habe, kann ich aufhören zu arbeiten. Das wäre im Vergleich mit vielen anderen Zahlen hier ja lächerlich wenig, und ich frage mich, ist das wirklich genug, oder habe ich irgendwo noch einen entscheidenden Denkfehler?

KV fehlt, wie schon angemerkt.

Eigentum der Immobilie fehlt. Wenn Dir die Hälfte gehört, sind das aktuell ca. 150T€, wobei Dir die andere Hälfte noch (steuerfrei) zufällt, wenn Dein Ehemann vor Dir verstirbt. Hinterbliebenenrente würde für den jeweils anderen ja auch noch zur Verfügung stehen.

Wenn Du die Immo mitrechnest, hättest Du mind. eine halbe Mio an Kapital, müsstest Dich dann allerdings vermutlich mit einer Verwertung der Immo auseinandersetzen.

Zitat von MFZ73 am 11. Februar 2024, 21:00 Uhr
Zitat von konsument am 11. Februar 2024, 20:12 Uhr

Möglich wäre das das Festgeld vorgesehen ist für die 120, da hätte sie bereits 50, wären nur noch 70 zu sparen, in Summe dann 163. Bedeutet aber immer noch rd. 2.200 im Monat.

@hermine kläre uns bitte auf 😉

Das geht knapp auf so wie sie das beschrieben hat, aber stark abhängig von der Entwicklung des Depots. Wenn das 5 Jahre seitwärts läuft, wird's so nicht klappen.

ja, sie hat jetzt 148 + 50 + 9 = 207 + den obigen 163 = 370, so wie von ihr angestrebt.

@hermine das Depot von  T€ 200 willst Du erst ab 85 verbrauchen? bis dahin ist der Drops doch gelutscht, da freut sich dann eher das Pflegeheim oder die Erben. Mit 85 ist man doch froh wenn man noch halbwegs geradeaus gehen kann 😉 ich persönlich würde das Geld aufbrauchen wenn ich fit bin und noch was erleben kann.

Zitat von Hermine am 11. Februar 2024, 18:00 Uhr

Es gab Zeiten, da konnte ich mich für technische Neuerungen und Herausforderungen immer wieder begeistern, aber das hat arg nachgelassen. Ich denke immer öfter, lasst mir doch einfach die Ruhe mit eurem KI und Web 4.0 Kram. Und all die ach so wichtigen aufregenden Projekte, nee... Es interessiert mich irgendwie nicht mehr so richtig.

Das stelle ich übrigens auch immer mehr fest, ich bin jetzt 57 und werde noch ein Jahr arbeiten, denke mir aber auch bei vielen neuen Themen ob ich mich damit noch intensiv beschäftigen soll. Oft sage ich mir dann, Du musst im Kopf fit und am Ball bleiben, aber genauso oft denke ich, ach machst das doch ohne mich 😉

Allerdings muss ich, da ich nebenberuflich als Dozent arbeite, in den Themen halbwegs drinbleiben, da werde ich im Ruhestand wahrscheinlich auch irgendwann die Halbwertzeit überschritten haben und nicht mehr up to date sein, Na, mal schauen, Joe Biden ist ja auch schon 81 😉

Zitat von Hermine am 11. Februar 2024, 18:00 Uhr

Ich bin Hermine, 49 Jahre alt, und ich möchte nicht arbeiten, bis ich 67 bin. Auch nicht bis 63 odes 60. ... 55 wäre mein Wunsch-Alter für das Ende der Berufstätigkeit. Sommer 2029 wäre das Ziel. ...

Ich habe jetzt eine Weile hier gelesen, und bei vielen Zahlen, die so im Raum stehen, komme ich mir ganz armselig klein vor. Ich schwanke zwischen "ich kann's kaum erwarten, bis ich in 5 Jahren den Job kündige" und "das wird eine irrsinnige Kamikaze-Aktion, wie kann ich sowas auch nur in Betracht ziehen".

Hier sind die also Zahlen mit denen ich rechne:

Einkommen:
netto 3.200€ im Monat.

Wohnen:
zu zweit im schuldenfreien EFH 100m². Wert der Immobilie ca. 300.000€.

Immobilienwert ist ziemlich egal. Entfall der Kaltmiete zählt - allerdings gehen die "Kalt-Wohnkosten" nicht auf 0, man sollte die Bauerhaltung nicht vergessen.

Ausgaben: eigene Kosten 900 € im Monat.
gemeinsame Kosten 1.100 € im Monat, davon trage ich momentan 700-800€.

Das beides ist eine ganze Menge. Gibt es einen speziellen Grund, daß Ihr nicht halbe/halbe macht?

Altersvorsorge:
GRV derzeit 39,8 Punkte. Bis 2029 werden noch 7 bis 8 Punkte dazukommen. Ich möchte durch freiwillige Zahlungen noch paar Punkte dazu kaufen. Konnte mich aber noch nicht entscheiden, wann und wieviele.
VBL aktueller Anspruch 280€ ab 67.
BAV aus früheren Firmen Anspruch 960€ ab 63.

Vermögen:
Depot (nur ETFs) 148.000
Festgeld 50.000
Tagesgeld 9.000
Fondsgebundene Lebensversicherung, steht aktuell bei ca. 45.000 - Auszahlung ab Alter 65.

Gerade für Leute, die vorzeitig in Ruhestand gehen möchten, lohnt es sich, die gesetzliche Rente vorzuziehen, selbst mit Abschlägen.

Lies mal hier. Auf der Seite findest Du eine Menge Kalkulationen, um Dich in ein früheres Aussteigen einzudenken. Auch eine gute Adresse: https://der-privatier.com/

Wenn ich nicht mehr arbeite, wird mein Mann bereits Rente beziehen und davon komplett unsere gemeinsamen Kosten tragen.

Das darf verwundern. Aktuell trägst Du den Großteil der gemeinsamen Kosten. Wenn er dereinst in Rente ist (und vermutlich weniger Geld verdient als jetzt), wird er komplett die gemeinsamen Kosten tragen?

Für meine eigenen Kosten plane ich mit 15.000 für jedes Jahr, das ich bis zum Renteneintritt mit hoffentlich 63 überbrücken möchte. Bei 8 Jahren wären das dann 120.000, die ich "sicher" mit niedrigen Zinsen parke, um sie zu verbrauchen.

Zusätzlich möchte ich zu dem Zeitpunkt 50.000 auf dem Tagesgeld haben für größere Ausgaben hauptsächlich rund ums Haus. Heizung zum Beispiel.

15.000 im Jahr finde ich etwas knapp. Aber ok: Vielleicht hilft Dir das Arbeitsamt etwas dabei (siehe Privatier). Wie sieht es mit der Krankenversicherung aus?

Festgeld und Tagesgeld halte ich für eine Art deutsche Krankheit. Ohne das geht es in Deutschland wohl nicht.

Das Depot möchte ich dann bei 200.000 haben und in Ruhe lassen.

Du hast jetzt ein Depot von 150 T€. Das soll in 6 Jahren auf 200 T€ stehen (und das willst Du dann nicht anfassen, bis Du 85 bist).

Dazu willst Du eine Barreserve von 120 T€ haben (die ich für zu knapp halte). Davon hast Du aktuell noch nichts, denn die 50 T€ Festgeld, die Du aktuell bereits hast, willst Du ja oben drauf.

Das heißt: Du willst mit Tages- und Festgeld binnen 6 Jahren 170 T€ aufbauen, also grob 30 T€ im Jahr sparen. Das halte ich für ziemlich ambitioniert.

Bei Bedarf eine Entnahme von 2 bis 3% im Jahr wäre ok. Mit 65 kommt da noch die Auszahlung der Lebensversicherung dazu. Das Geld soll primär dafür liegen bleiben, wenn das Leben im hohen Alter irgendwann teurer wird und die Kosten nicht mehr durch meine Rente zu decken gehen. Ab 85 oder so würde ich dann den Verbrauch dieses Kapitals zulassen. Und hoffen, dass ich nicht viel älter als 100 werde.

Nach meiner naiven Rechnung würde das bedeuten, falls ich mit 55 die angestrebten 370.000 habe, kann ich aufhören zu arbeiten. Das wäre im Vergleich mit vielen anderen Zahlen hier ja lächerlich wenig, und ich frage mich, ist das wirklich genug, oder habe ich irgendwo noch einen entscheidenden Denkfehler?

Glaubst Du, daß Du mit Deiner Rente zufrieden bist?

Ich glaube, Du solltest Deinen Plan nochmal durchdenken. Nach meinem Dafürhalten willst Du zuviel auf einmal.

Hallo,

danke für eure Rückmeldungen. Dann versuche ich mal die offenen Fragen zu beantworten.

Wie stelle ich mir die Vermögensentwicklung vor:
Insgesamt habe ich aktuell 207.000. Pro Jahr spare ich aus dem Einkommen ca 20.000. Das wären in 5 Jahren auch nochmal 100.000.
Das Depot soll sich bitte gerne selbstständig ein wenig vermehren. Und ich werde auch die nächsten 2-3 Jahre da noch ETF nach kaufen und dann anfangen umzuschichten Richtung "sicher". Wenn es jetzt die nächsten 5 Jahre seitwärts oder bergab geht, kann das natürlich bis 55 nicht reichen. Dann dauert es halt länger.
Das Festgeld läuft noch bis Oktober diesen Jahres. Ich weiß noch nicht was ich damit als nächstes mache.

Die Immobilie gehört uns jeweils zur Hälfte. Solange wir zu zweit sind werden wir hier bleiben. EFH mit Garten bedeutet für uns viel Lebensqualität. Sollte ich länger leben als mein Mann, dann wäre mir das Haus für mich alleine zu groß. In dem Fall würde ich es verkaufen und wohl in eine kleinere Wohnung ziehen.

Zur Krankenversicherung, ich hoffe sehr dass in 8 Jahren immer noch die Möglichkeit ist, beim Ehepartner in der GKV familienversichert zu sein. Das würde ich dann machen. Ansonsten müsste ich mich freiwillig in der GKV versichern und das Geld dafür müsste zusätzlich vorhanden sein. Dafür würde ich wohl 1 Jahr länger arbeiten.

Die monatlichen Kosten, da sind auch Rücklagen (gesamt 450 pro Monat) drin für Haus, Elektrogroßgeräte, mein Auto, Gesundheitskosten. Derzeit habe ich höhere Einnahmen als mein Mann und trage den größeren Teil der gemeinsamen Kosten. Er hat aber in jüngeren Jahren Rentenansprüche erarbeitet, die für die 8 Jahre ohne mein Einkomen unsere gemeinsamen Kosten plus seine eigenen locker decken.

Mit meiner Rente werde ich schon zufrieden sein, denke ich. Das würde ja jetzt schon reichen für die Kosten die wir monatlich haben. Und ein paar Ansprüche aus GRV und VBL kommen die nächsten Jahre noch dazu.

Das Depot, das ich erst im ganz hohen Alter verbrauchen will: die Rente müsste nach meinen Vorstellungen ja reichen für das normale Leben ohne dass wir uns einschränken würden. Es würde auch noch teilweise Arbeiten rund ums Haus abdecken, die wir vielleicht irgendwann nicht mehr selber machen wollen oder können. Sachen wie Straße kehren, Schnee schippen, Garten pflegen, Fenster putzen usw werden wir sicher irgendwann outsourcen. Spätestens wenn wir bei "Essen auf Rädern" angekommen sind, dürfte die Rente nicht mehr reichen. Dafür darf das Depot dann draufgehen.
Das Thema Pflegebedürftigkeit ist da so ein Schreckgespenst wo ich noch keine richtige Lösung sehe, aber den Gedanken schiebe ich noch weg.

Für mich hört sich das nach einem vernünftigen und gut durchdachten Plan an. Auch die Einstellung "dann dauert es halt noch ein etwas länger"  bei einem schlechter als angenommenen Verlauf, finde ich gut.

Das Thema Pflegebedürftigkeit ist da so ein Schreckgespenst wo ich noch keine richtige Lösung sehe, aber den Gedanken schiebe ich noch weg.

Ist Euer Haus barrierefrei? Wenn nicht, würde ich schauen, das anzugehen. So etwas kann entscheidend dafür sein, ob man später im Fall der Fälle ins Pflegeheim muss, oder ob man es mit ambulanter Hilfe zu Hause schafft. Eine der häufigsten Gründe für Pflegebedürftigkeit/Pflegeheim sind Stürze. Das Risiko zu stürzen steigt im Alter von 70 Jahren signifikant an!

Im Fall von Demenz (kommt im höheren Alter auch sehr häufig vor) bringt auch das barrierefrei nicht viel, aber man kann sich auch nicht gegen alles absichern.

Als Ehepartner ist man im Falle von Pflegebedürftigkeit halt voll in der finanziellen Verantwortung. Da müsste vom Gesetzgeber auch mal was geändert werden!

 

Ahoi Hermine,

ich bin was euer Szenario angeht etwas zuversichtlicher als andere.

Derzeit habe ich höhere Einnahmen als mein Mann und trage den größeren Teil der gemeinsamen Kosten. Er hat aber in jüngeren Jahren Rentenansprüche erarbeitet, die für die 8 Jahre ohne mein Einkomen unsere gemeinsamen Kosten plus seine eigenen locker decken.

Heißt also: zwischen Austreten aus deinem Arbeitsleben und Rente mit 63 ist alles safe. Danach gibts zwei Renten und die Auszahlung eines dicken Batzens BAV.

 

Das Depot soll sich bitte gerne selbstständig ein wenig vermehren. Und ich werde auch die nächsten 2-3 Jahre da noch ETF nach kaufen und dann anfangen umzuschichten Richtung "sicher". Wenn es jetzt die nächsten 5 Jahre seitwärts oder bergab geht, kann das natürlich bis 55 nicht reichen. Dann dauert es halt länger.
Das Festgeld läuft noch bis Oktober diesen Jahres. Ich weiß noch nicht was ich damit als nächstes mache.

Zwei Jahre nun läuft der Markt schon seitwärts. Bis zu deinem Renteneintritt sind es, wenn ich richtig gerechnet habe, dann insgesamt 15 Jahre die der Markt seitwärts oder abwärts läuft. Wie wahrscheinlich ist das? Wenn es so käme, was würde das für die globale Wirtschaft bedeuten wenn Welt-und brachenbreit gestreute Unternehmen mehr als 15 Jahre keine Gewinne einfahren...?! und das soll sich dann noch wie lange fortsetzen...?

Für dieses Szenario legst du bereits jetzt, 13 Jahre vor Renteneintritt große Summen nach Inflation quasi unverzinst auf die Seite. Ist das sinnvoll?

Statistisch betrachtet wird sich dein Anlagekapital im ETF aber eher spätestens alle 10 Jahre verdoppeln. Und selbst wenn der Markt wirklich nur seitwärts läuft dann war das noch immer kein schlechterer Deal als das Tagesgeldkonto.

Ich würde schon noch eine Weile hoch investiert bleiben. Noch arbeitest du ja auch eine Zeit lang und kannst den Prozess verfolgen. Nicht alles muss bereits heute in Stein gemeißelt werden. Ich sehe deinen Plan nicht gefährdet und bin mehr als zuversichtlich dass das wie geplant klappt, sehr vermutlich sogar besser.

VG

Max

Zitat von Steffen am 12. Februar 2024, 8:59 Uhr

Als Ehepartner ist man im Falle von Pflegebedürftigkeit halt voll in der finanziellen Verantwortung. Da müsste vom Gesetzgeber auch mal was geändert werden!

Genau, zum Beispiel die Einkommenssteuern senken, damit Otto Normal sich das leisten kann.

Zitat von Max aus E am 12. Februar 2024, 10:23 Uhr

Statistisch betrachtet wird sich dein Anlagekapital im ETF aber eher spätestens alle 10 Jahre verdoppeln. Und selbst wenn der Markt wirklich nur seitwärts läuft dann war das noch immer kein schlechterer Deal als das Tagesgeldkonto.

Wieso sind 0% Rendite, im seitwärts laufenden Markt, ein besserer Deal als die aktuellen 4% Rendite p.a. aufs Tagesgeld?

 

Wieso sind 0% Rendite, im seitwärts laufenden Markt, ein besserer Deal als die aktuellen 4% Rendite p.a. aufs Tagesgeld?

1. Weil es unter den wirtschaftlichen Umständen unter denen mit einem 15 Jahre lang auftretenden Seitwärtsmarkt zu rechnen ist, sicherlich nicht durchgehend mit 4% Tagesgeld zu rechnen ist..? Nur weil wir das jetzt mal ein, zwei Jahre lang haben.... du glaubst also dass 4% Tagesgeldzinsen nun der neue Standard für die nächsten 15 Jahre ist?

2. weil ich die Kernaussage im Bezug auf die Zusammenhänge auf wenige Sätze beschränken wollte stat 20 Seiten wissenschaftliche Abhandlung bis auf die dritte Kommastelle zu formulieren.

3. weil sie ja noch arbeitet und weiterhin in den Seitwärtsmarkt investieren kann. Irgendwann (und sehr vermutlich nicht erst in 20 Jahren) werden die Kurse schon wieder steigen. Bis es soweit ist, ist das Kapital nach eigener Feststellung ja noch nicht unbedingt notwendig, ust doch also nicht weiter wichtig ob der Zins jährlich kommt oder im Bullenmarkt nach 15 Jahren. Von ATH zu ATH jedenfalls gabs historisch noch keine Spanne größer als 15 Jahre. Wie auch immer - die Wahrscheinlichkeit für so ein Szenario liegt bei deutlich unter einem Prozent - ob man darauf also den Fokus legen bzw. sich auch noch gegen sowas absichern sollte und dafür eine enorme Zinsdifferenz in Kauf nimmt wo man doch eigentlich zeitnah ans Ziel kommen möchte...?

Ich würde den Fokus eher auf realistischere Szenarien legen und mich nicht im worst case Szenario festbeißen, die beiden sind doch schon durch 2 Renten, eine BAV, eine weitere VBL und ein Eigenheim grundlegend abgesichert. Familienversicherung, Witwenrente...die Liste ist ja lang. Man kann sich auch arm rechnen...

Zitat von Max aus E am 12. Februar 2024, 12:49 Uhr

Wieso sind 0% Rendite, im seitwärts laufenden Markt, ein besserer Deal als die aktuellen 4% Rendite p.a. aufs Tagesgeld?

1. Weil es unter den wirtschaftlichen Umständen unter denen mit einem 15 Jahre lang auftretenden Seitwärtsmarkt zu rechnen ist, sicherlich nicht durchgehend mit 4% Tagesgeld zu rechnen ist..? Nur weil wir das jetzt mal ein, zwei Jahre lang haben.... du glaubst also dass 4% Tagesgeldzinsen nun der neue Standard für die nächsten 15 Jahre ist?

Ich denke, dass es grob zwei Möglichkeiten gibt:
1.) Die Inflation sinkt (weiter) in Richtung der von den Zentralbanken angestrebten 2%, erreicht diese und die Zinsen werden wieder gesenkt -> in dem Fall geht es der Wirtschaft wieder besser -> Aktienkurse steigen.

2.) Die Inflation bleibt auf dem aktuellen Niveau, oder eben über den o.g. 2% -> Die Zentralbanken senken die Zinsen nicht -> Aktienmarkt in Seitwärtsbewegung, oder sogar fallend -> Tagesgeld und weiter Zinsmöglichkeiten (Festgeld etc.) bleiben mittelfristig auf dem aktuellen Niveau.

Ob das nun 15 Jahre so geht, oder nur 10 Jahre? Keine Ahnung. Ich halte es jedenfalls für eine realistische Option, dass die Inflation 2024 und 2025 noch nicht wieder im angestrebten Bereich liegt und was danach passiert steht in den Sternen - mit den oben erläuterten Folgen.

Und um deine Frage zu beantworten: Doch, gerade unter den Umständen, die zu einem 15 jährigen Seitwärtsmarkt zu rechnen ist muss man auch davon ausgehen, dass die Zinsen hoch bleiben.

Oder wie stellst du dir Rahmenbedingungen vor, unter denen es zu einer längerfristigen Seitwärtsbewegung kommt?

Zitat von Hermine am 12. Februar 2024, 6:05 Uhr

Wie stelle ich mir die Vermögensentwicklung vor:
Insgesamt habe ich aktuell 207.000. Pro Jahr spare ich aus dem Einkommen ca 20.000. Das wären in 5 Jahren auch nochmal 100.000.

Etwa 1700 € Sparleistung im Monat. 3200 € netto, Ausgaben 2000 €; bleiben 1200 €; dazu möglicherweise 500 € Kapitaleinkünfte pro Monat. Könnte hinkommen.

Das Depot soll sich bitte gerne selbstständig ein wenig vermehren. Und ich werde auch die nächsten 2-3 Jahre da noch ETF nachkaufen und dann anfangen umzuschichten Richtung "sicher".

Wenn Du mit 55 ins Privatiersdasein wechselst, hast Du ja keinen Anlagehorizont mehr bis zu Deinem 85. Lebensjahr. Da solltest Du auf Nummer sicher gehen.

Wenn es jetzt die nächsten 5 Jahre seitwärts oder bergab geht, kann das natürlich bis 55 nicht reichen. Dann dauert es halt länger.
Das Festgeld läuft noch bis Oktober diesen Jahres. Ich weiß noch nicht was ich damit als nächstes mache.

Festgeld, natürlich!

Ich halte es für unzweckmäßig, ein nicht ganz kleines Depot aufzubewahren und nicht anzutasten bis ins höchste Alter. Ich würde das graduell für den Vorruhestand mit einsetzen. Wenn die Rente wirklich reicht, dürfte das im Extremfall bis zu Deinem 63. Lebensjahr weg sein. Auf der anderen Seite bin ich kein Freund dieser Festgelditis.

Ja, ok, wenn das Depot um 25% einknickt und man den gleichen Betrag entnehmen will, dann entspricht das einer Entnahme von 25% über Plan. Sofern das Depot sich generell gut rentiert, mag man sich damit trotzdem besser stellen als mit dem Festgeld, bei dem der negative Realzins eine sichere Bank ist.

Deine Rentenansprüche sind vom Auszahlungsverhalten einem festverzinslichen Wertpapier ähnlich (Du bekommst Monat für Monat sicher Geld, im Fall der gesetzlichen Rente sogar einigermaßen inflationsindexiert, kannst das kalkulatorische Kapital aber nicht herausziehen). Diese Zahlungen sollten die Basisbedürfnisse im Alter abdecken. Deine sind ohnehin deswegen geringer, weil ein abbezahltes, mäßig großes Eigenheim vorliegt, somit kalkulatorisch der Großteil der Kaltmiete bereits bezahlt ist. Auch dieser Nicht-Ausgabeposten entspricht einer festen monatlichen Zahlung.

Nachdem also schon ein ganz erheblicher Block fester Zahlungen vorliegt, braucht man im frei verfügbaren Anlagegeld nicht panisch auf weitere Sicherheit achten, kann also durchaus eine hohe Aktienquote fahren, weil sich das in der Vergangenheit auf längere Sicht immer deutlich mehr rentiert hat als Renten.

Es wäre übrigens interessant zu erfahren, in welche Fonds Deine Lebensversicherung investiert. Mutmaßlich sind das auch gute Rentenfonds mit unterirdischer Rendite. Die FPV (= Finanzprodukteverkäufer) haben solche Policen ja immer angeboten als ideale Mischung zwischen hoher Rendite (Dafür haben sie Renditen von Aktienfonds hergezeigt) und Sicherheit (Dafür haben sie Kursverläufe von Rentenfonds vorgezeigt). Daß beides auch bei Fonds nicht unter einen Hut geht, haben sie listig verschwiegen.

Vermutlich hast Du mit Deiner Lebensversicherung also auch nochmal Renten im Portfolio.

Zur Krankenversicherung, ich hoffe sehr dass in 8 Jahren immer noch die Möglichkeit ist, beim Ehepartner in der GKV familienversichert zu sein. Das würde ich dann machen. Ansonsten müsste ich mich freiwillig in der GKV versichern und das Geld dafür müsste zusätzlich vorhanden sein. Dafür würde ich wohl 1 Jahr länger arbeiten.

Für die Familienversicherung gibt es eine Einkommensgrenze von etwa 500 € im Monat/6000 € im Jahr. Es könnte sein, daß Deine Kapitaleinkünfte drüberliegen, dann müßtest Du Dich freiwillig versichern (wobei dann gleich 1200 € oder so als fiktives Einkommen angenommen wird -  das wären dann bald 250 € Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung, und das für vielleicht 500 € oder 600 € Kapitaleinkünfte). Es lohnt sich also, diesen Punkt im Auge zu behalten und die Kapitaleinkünfte so zu steuern, daß man unter der Grenze bleibt.

Mit meiner Rente werde ich schon zufrieden sein, denke ich. Das würde ja jetzt schon reichen für die Kosten die wir monatlich haben. Und ein paar Ansprüche aus GRV und VBL kommen die nächsten Jahre noch dazu.

GRV ist die gesetzliche Rente. Du meinst vermutlich die zweite betriebliche Altersversorgung.

Das Depot, das ich erst im ganz hohen Alter verbrauchen will ...

Ich halte es für eine unzweckmäßige Planung, daß ein Großteil des Vermögens 20 Jahre lang nicht genutzt werden soll. Aber Du hast für Deine Planung ja noch ein Weilchen Zeit und es gibt viele Internetseiten zum Thema, in die man sich einlesen kann.

Willkommen @hermine

Die Frage wann für dich "genug ist" musst du individuell für dich beantworten. Auf Stolpersteine aufmerksam gemacht zu werden ist hilfreich, ansonsten kann ein Vergleich auch verunsichern. So ist es z.B. eine Frage ob:

  • Vermögen weitestgehend erhalten und vererbt werden soll oder eine Bereitschaft zum Verzehr da ist
  • wie hoch die Ausgaben sind
  • ob man einen Puffer einbauen will, falls sich Konsumgewohnheiten ändern
  • wie sicherheitsbedürftig die eigene Psyche ist
  • wie wichtig es einem ist aus dem Job rauszukommen
  • wie die Situation mit dem Lebenspartner ist (gemeinsame Pläne)
  • welches sind die Risiken und wie kann ich diese steuern

das alles kann man berechnen, für sich klären und dann rational bewerten. Dann muss nur noch die Psyche mitspielen um ins kalte Wasser zu springen.

Das nicht steuerbare Risiko welches ich bei dir/euch sehe ist eine mögliche Trennung. Aber auch dieses Szenario kannst du berechnen und dann für dich bewerten.

Hui, hier ist ja was los. Danke für die vielen Antworten! Bei der Diskussion um Langfrist Prognosen zum Zinsverlauf und Aktienmärkte konnte ich nicht folgen, da bin ich überfordert und höre einfach weg.

Zitat von Max aus E am 12. Februar 2024, 10:23 Uhr

Heißt also: zwischen Austreten aus deinem Arbeitsleben und Rente mit 63 ist alles safe. Danach gibts zwei Renten und die Auszahlung eines dicken Batzens BAV.

Ja, genau, sobald ich kein Einkommen mehr habe, soll die Rente meines Mannes unsere gemeinsamen Kosten (derzeit 1.100 pro Monat) und seine eigenen Kosten tragen. Die 15.000 die ich pro Jahr bis 63 plane, sind nur für meine eigenen Kosten von aktuell 900 pro Monat.

Für dieses Szenario legst du bereits jetzt, 13 Jahre vor Renteneintritt große Summen nach Inflation quasi unverzinst auf die Seite. Ist das sinnvoll?

Da habe ich mich vielleicht blöd ausgedrückt. Den größeren Teil will ich schon weiterhin im ETF lassen, den sollte ich ja noch lange nicht brauchen. Was ich irgendwann zu einem halbwegs passenden Zeitpunkt in den letzten 2 Jahren vor Kündigung auf die sichere, schlecht verzinste Seite ziehen will, ist das Geld das ich während der 8 Jahre aufbrauchen will. Also die 120.000, und das Tagesgeld auf 50.000 auffüllen.

Zitat von Steffen am 12. Februar 2024, 8:59 Uhr

Ist Euer Haus barrierefrei? Wenn nicht, würde ich schauen, das anzugehen. So etwas kann entscheidend dafür sein, ob man später im Fall der Fälle ins Pflegeheim muss, oder ob man es mit ambulanter Hilfe zu Hause schafft. Eine der häufigsten Gründe für Pflegebedürftigkeit/Pflegeheim sind Stürze. Das Risiko zu stürzen steigt im Alter von 70 Jahren signifikant an!

Im Fall von Demenz (kommt im höheren Alter auch sehr häufig vor) bringt auch das barrierefrei nicht viel, aber man kann sich auch nicht gegen alles absichern.

Als Ehepartner ist man im Falle von Pflegebedürftigkeit halt voll in der finanziellen Verantwortung. Da müsste vom Gesetzgeber auch mal was geändert werden!

 

Das Haus ist barrierearm aber nicht -frei. An den entscheidenden Stellen mit überschaubarem Aufwand anpassbar.
Solange nur einer von uns pflegebedürftig wäre, halte ich das im Haus für gut machbar, eventuell mit Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst.

Meine größte Sorge in Sachen Pflegebedürftigkeit ist nicht mal das finanzielle. Sondern dieses hilflos ausgeliefert sein, wenn es denn mal so weit ist. Rein statistisch gesehen ist es ja leider recht wahrscheinlich, dass ich als klapprige alte Frau irgendwann alleine übrig bleibe. Solange ich mein Leben selber einigermaßen geregelt bekomme kann ich damit umgehen. Dann bin ich gerne bereit jemanden zu bezahlen der mir Essen zubereitet und das dreckige Geschirr wieder weg nimmt, die Bude putzt, die Wäsche wäscht. Dafür wird das Depot verbraten im hohen Alter. Paar Jahre wo es noch halbwegs ok ist aber noch nicht richtig schlimm.
Was ich dagegen nicht als Dienstleistung für die letzten Wochen-Monate-Jahre einkaufen möchte ist sowas wie Windeln wechseln. Ich möchte keinesfalls ohne Aussicht auf Besserung dauerhaft bettlägerig gepflegt werden.

Ich durfte alte Menschen kennenlernen, die mir jahrelang erzählt haben, dass sie so alt ja niemals werden wollten. Mit fortschreitendem körperlichen Verfall kamen dann immer öfter so Aussagen, dass sie jetzt genug vom Leben hätten und gerne bald mal sterben würden. In so eine Lage möchte ich nicht geraten. Da braucht es aber die finale Exit-Strategie, die rechtzeitig vorher in die Wege zu leiten ist. In Teilen kann ich das via Patientenverfügung abdecken, aber ich denke nicht dass Sterbehilfe in D legal wird. Da bleibt mir dann nur, das vorab in CH zu buchen und auch die Anreise zu regeln. Dann bräuchte ich das wenn es soweit ist nur noch abrufen, müsste aber nichts mehr organisieren wozu ich nicht mehr in der Lage wäre. Blödes Thema und auch noch nicht alles zu Ende gedacht und ich verdränge das gerne, aber das will ich auf jeden Fall nach meinen Wünschen regeln, bevor es zu spät ist.

Zitat von Achim am 12. Februar 2024, 14:39 Uhr

Wenn Du mit 55 ins Privatiersdasein wechselst, hast Du ja keinen Anlagehorizont mehr bis zu Deinem 85. Lebensjahr. Da solltest Du auf Nummer sicher gehen.

Festgeld, natürlich!

Sofern das Depot sich generell gut rentiert, mag man sich damit trotzdem besser stellen als mit dem Festgeld, bei dem der negative Realzins eine sichere Bank ist.

Nachdem also schon ein ganz erheblicher Block fester Zahlungen vorliegt, braucht man im frei verfügbaren Anlagegeld nicht panisch auf weitere Sicherheit achten, kann also durchaus eine hohe Aktienquote fahren, weil sich das in der Vergangenheit auf längere Sicht immer deutlich mehr rentiert hat als Renten.

Das kapiere ich jetzt nicht.

Es wäre übrigens interessant zu erfahren, in welche Fonds Deine Lebensversicherung investiert. Mutmaßlich sind das auch gute Rentenfonds mit unterirdischer Rendite. Die FPV (= Finanzprodukteverkäufer) haben solche Policen ja immer angeboten als ideale Mischung zwischen hoher Rendite (Dafür haben sie Renditen von Aktienfonds hergezeigt) und Sicherheit (Dafür haben sie Kursverläufe von Rentenfonds vorgezeigt). Daß beides auch bei Fonds nicht unter einen Hut geht, haben sie listig verschwiegen.

Vermutlich hast Du mit Deiner Lebensversicherung also auch nochmal Renten im Portfolio.

Die Fonds der Lebensversicherung musste ich raus suchen, die wußte ich nicht auswendig: 976972, 973280, 984734. Da laufen seit 2001 monatlich 102€ rein und einmal im Jahr schreiben die nen Brief mit Kontostand, ansonsten ignoriere ich die weitestgehend.

Für die Familienversicherung gibt es eine Einkommensgrenze von etwa 500 € im Monat/6000 € im Jahr. Es könnte sein, daß Deine Kapitaleinkünfte drüberliegen, dann müßtest Du Dich freiwillig versichern (wobei dann gleich 1200 € oder so als fiktives Einkommen angenommen wird -  das wären dann bald 250 € Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung, und das für vielleicht 500 € oder 600 € Kapitaleinkünfte). Es lohnt sich also, diesen Punkt im Auge zu behalten und die Kapitaleinkünfte so zu steuern, daß man unter der Grenze bleibt.

Grundsätzlich habe ich das auf dem Schirm, aber mir ist da noch nicht so klar wie das mit der Grenze ist für die Kapitaleinkünfte und wie ich die steuere. Insbesondere bei thesaurierenden ETF und der Vorabpauschale blicke ich da noch gar nicht durch, ob und in welcher Höhe das für die KV relevante Erträge sind. Da werde ich mich noch eingehender mit beschäftigen müssen

Mit meiner Rente werde ich schon zufrieden sein, denke ich. Das würde ja jetzt schon reichen für die Kosten die wir monatlich haben. Und ein paar Ansprüche aus GRV und VBL kommen die nächsten Jahre noch dazu.

GRV ist die gesetzliche Rente. Du meinst vermutlich die zweite betriebliche Altersversorgung.

Doch, ich meinte schon die GRV. Beim aktuellen Arbeitgeber kommen jedes Jahr noch 1,3 oder 1,4 Rentenpunkte für die GRV hinzu, und ein paar Euro für VBL.
Die weiter oben erwähnte betriebliche Altersversorgung ist von einem früheren Arbeitgeber, da kommt nichts mehr dazu.

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