Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Verspätete Vorstellung

Ja @absprung_2020 das ist eine interessante und gut Frage, die ich mir auch schon oft gestellt habe und nicht final beantworten konnte.

Ich sage es mal so, die Konstellation bei uns ist schon sehr ungewöhnlich und irgendwie hatte ich immer mal wieder den Eindruck, dass meine Frau, warum auch immer, mental mit der eigentlich nahezu paradiesischen Situation nicht klarkam. Dann hat es auch immer wieder zu Spannungen geführt, die, wenn ich 60 Stunden im Büro wäre, so sicherlich nicht aufgetreten werden. Vielleicht bin ich da in meinen Anpassungen der Lebensumstände doch zu radikal. Vielleicht wäre ein herkömmliches Rollenmodell stabiler gewesen? Wer kann das sagen. Ich bin etwas ratlos.

Antwort Ja / Nein ? ==> sicherlich beeinflusst durch die Gesamtsituation des FIRE

Oh nein! Immerhin scheint es noch Hoffnung zu geben, dass ihr das gelöst kriegt, sofern ihr denn noch wollt. drücke dir fest die Daumen!

Zitat von TheWanderer am 7. November 2022, 8:39 Uhr

Oh nein! Immerhin scheint es noch Hoffnung zu geben, dass ihr das gelöst kriegt, sofern ihr denn noch wollt. drücke dir fest die Daumen!

Danke!

Nunja, es stimmt natürlich, dass tradierte Rollen Klarheit und dadurch Stabilität erzeugen können, genau wie auch häusliche Hoheitssphären wer für was (zu Hause, Küche, Putzen, Geld Heimbringer....) zuständig ist. Letztlich weil man sich dadurch im Alltag abgrenzt und sich nicht im jeweils individuellen Weg rumsteht. Im 'alltäglichen Alltag' ist nicht der Weg das Ziel...eher ist das Ziel der Weg, ganz individuell, nicht zwingend gemeinsam. Freiraum kann also helfen, wie auch immer. Life will go on.

Übrigens, gab's da nicht mal ein bon-mot: Mein Paradies ist die Hölle der anderen... oder so ähnlich? Auch da nat. ein Stück Wahrheit! 😀

ohje, das ist erstmal bitter, hab ähnliches auch schon ein paar mal durch inkl. Gefühlswirrwarr und verrückten Sachen die man dann vielleicht macht, von mir auch alles Gute

Ich musste oft an Loriot denken. Die ersten paar Monate in Freiheit gab es bei uns zu Hause auch viel Diskussionen ähnlich wie Loriot wollte ich alles besser und effizienter angehen am Ende musste ich einsehen das es meine Frau doch ganz gut gemacht hat. Mit klaren Aufgabenteilungen klappt es momentan schon viel besser.
Ich drücke dir die Daumen @privatier das am Ende alles gut ausgeht und alle Seiten gestärkt und hoffentlich vereint sein werden.

Fühl dich gedrückt. Wenn ich Trennungen im Umfeld miterlebe -vor allem mit Kind und Kegel- geht es mir gelegentlich sehr nahe. Fast wie ein kleines Trauma.

Bin ja dieses Jahr mit der Freundin in mein Haus zusammengezogen. Gott sei Dank sind die Kinder so weit, dass wir uns weitgehend um uns kümmern können.
Das Arbeiten war bei mir dieses Jahr sehr entspannt. Meine Freundin hat keinen Stay@home Job und pendelt jetzt 20Min, länger.
Sie ist sehr neidfrei und dennoch kommen Spitzen, wenn ich morgens schwimmen war und am Nachmittag Radfahren, oder ich mich Mittags etwas schlafen legen konnte.

Da sie jünger ist und finanziell kein FIRE in Sicht ist, ahne ich da schon den ein- oder anderen Konflikt oder Stimmungseintrübung.
Zumal ich eigentlich nicht vor habe zu Hause zu hocken und nur nach der Börse zu gucken. Mach ich ja im Prinzip jetzt schon.

Bin da aber auch nicht unbefleckt. Wenn Spitzen kommen, antworte ich gerne mal mit Sprüchen wie „Augen auf bei der Berufswahl“ oder bzgl. Konsum-/Einkommensverhältnis etc..

Dir alles Gute! Im Zweifel demütigt sein - eigenes Ego zurücknehmen.

Zitat von Muslime_Frugi am 7. November 2022, 12:11 Uhr

Da sie jünger ist und finanziell kein FIRE in Sicht ist, ahne ich da schon den ein- oder anderen Konflikt oder Stimmungseintrübung.
Zumal ich eigentlich nicht vor habe zu Hause zu hocken und nur nach der Börse zu gucken. Mach ich ja im Prinzip jetzt schon.

 

Da kann ich dir nur aus eigener Erfahrung sagen, das ist eine gefährliche Kombination...letztendlich gingen mir auch schon so Gedanken durch den Kopf wie "wenn meine Frau bis zum Rentenalter arbeitet, dann  bin ich..." Alles hat Vor- und Nachteile im Leben!

Zitat von Muslime_Frugi am 7. November 2022, 12:11 Uhr

Fühl dich gedrückt. Wenn ich Trennungen im Umfeld miterlebe -vor allem mit Kind und Kegel- geht es mir gelegentlich sehr nahe. Fast wie ein kleines Trauma.

 

Im Moment geht es fast überall auseinander. Die aktuelle Lage aus erst corona und dann Krieg / Inflation etc macht es nicht einfacher für alle...

Wir waren vor 5 Jahren auch einmal für 2-3 Monate getrennt, das war aber ganz heilsam und hat uns wieder vor Augen geführt was wir aneinander haben. Ich und sie sicher auch war/en vorher teilweise etwas zu egoistisch unterwegs. Seitdem gilt für mich die Maxime "Happy wife means happy life"

Mit ein Grund warum ich dem Hausbau in Thailand "abgesegnet" habe, ich hätte wahrscheinlich eher das Geld aus dem Verkauf der Wohnung angelegt um etwas Reserve zu haben und bei Bedarf immer vor Ort gemietet. Aktuell werden auch jeden Monat Gardinen für jedes Fenster maßgeschneidert und bezahlt anstelle in einen Fonds zu sparen so wie ich es eigentlich vor hatte. Aber alles gut so wie es ist, ich freue mich ebenfalls darüber und mit dem Vorruhestand macht es auch richtig Sinn. Hätte ich aber mein Ding durchgezogen wäre ich jetzt wahrscheinlich Single. Das Leben besteht aus Kompromissen.

Meine Frau ist ja nun zu Hause uns ich seit mittlerweile fast 2 Jahren aufgrund Home Office ebenfalls die meiste Zeit, das ist schon mal ein gutes Training und bis jetzt klappt es gut auch dank genug Ausweichmöglichkeiten.

Ich drücke Dir die Daumen für eine Versöhnung und dem letzten Satz von Muslime_Frugi würde ich mich anschließen.

Hallo privatier,

ich schreibe hier ja nicht oft. Aber vor ziemlich genau 10 Jahren, war ich in einer ähnlichen Situation. Daher schreibe ich einige Anregungen:

  1. Wenn es Dein Wunsch ist wieder mit Deiner Frau und Sohn zusammenzuziehen, dann dücke ich Dir die Daumen. Ich selbst bin inzwischen längst froh, daß meine Ex Frau mit unseren Kinder ausgezogen ist. Damals war das ein Schock für mich, ich hätte meine Familie niemals verlassen. Aber inzwischen sehe ich, welche Erfahrungen als verheirateter Mann ich niemals hätte genießen können. Das Leben als freier Mann ist wunderbar. Und "meine" Jungs / Söhne können längst damit auch gut umgehen. Meine Jungs sind  inzwichen 21 und 26 Jahre alt.
  2. Ich kenne den Kontext nicht: Seid ihr verheiratet, dann hast Du volles Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht für Deinen Sohn. Dafür bist  Du auch unterhaltspflichtig gegenüber Frau und Sohn. Dein Sohn ist noch deutlich minderjährig?
  3. Seid Ihr nicht verheiratet, ist das Thema  Sorgerecht für Deinen Sohn enorm wichtig. Meiner Erfahrung nach versuchen Frauen das Sorgerecht als Hebel einzusetzen. Meine Frau wollte mir als verheiratetem Vater das Sorgerecht entziehen lassen. Die Anwältin kam mit Alkohol und Drogensucht um die Ecke. War nur blöd, daß ich mein ganzes Leben noch nicht mal Gras probiert habe. Ich trinke auch keinen Alkohol, aber die Anwältin wollte probieren, ob sie beim Richter damit durchkommt.
  4. Besteht die Gefahr, daß die Mutter mit eurem Sohn zurück in ihre Urspungsfamilie / Heimat zurückzieht? Das ist  einem Freund passiert... Mutter zog mit beiden Kindern von Berlin nach Süddeutschland- Aufenthaltsbestimmungsrecht- als Vater hat er  kein Einspruchsrecht. Er sieht  seine Kinder nur noch einer Pension nach 600 km Fahrtweg...
  5. Besuchsrecht: Vor  10 Jahren war die übliche Besuchszeit von Vater  und Kindern jedes zweite Wochenende. Besuch unter der Woche selten. Wechselmodell war nur möglich, wenn beide Eltern zustimmen. Meine Ex  Frau wollte damals nicht, damit war das Thema durch. Inzwischen kann auch ein Familienrichter Wechselmodell anordnen. Jedes zweite Wochenende ist natürlich viel zu wenig, um eine Vater / Sohn Beziehung aufrecht zu halten.
  6. Worauf möchte ich hinaus? Wenn ihr Eltern Euch gütlich einigt ist alles gut. Falls nicht, wirst Du Dich in einer neuen Welt wiederfinden. Das Jugendamt und Familiengericht setzen Schriftsätze  auf, die ich nicht für möglich gehalten hätte.  Du wirst Dich um völlig neue Themen kümmern müssen.
  7. Anwälte kennen sich in der Regel nicht mit Steuern, Sozialversicherung, Geldanlage, Altersversorgung aus. Ich habe keinen kompetenten Anwalt während der Trennungsphase kennengelernt. Wenn ich mich nicht selbst  schlau gemacht hätte, wäre ich finanziell ruiniert.
  8. Bei mir waren die Bewertungsspielräume bei der Berechnung des bereinigten Nettoeinkommens entscheidend. Da kam ich  nur durch intensive Recherche drauf.
  9. Du hast ja mehrfach beschrieben, wie wichtig  Dir das Zusammensein mit Deinem Sohn ist. Meine Erfahrung: Als Vater muß man darum kämpfen, sonst kann die Mutter darüber entscheiden, wann Du die Kinder siehst: Kind mit eigenen Smartphone austatten, eigene SIM Karte, sonst wird die Kommunikation mit Dir eingeschränkt.
  10. Meine aktuelle  Freundin ist 15 Jahre jünger als ich. Ich bin 57 Jahre alt. Ich werde nicht mehr heiraten, der Staat hat nix zu suchen in meinem Liebesleben.
  11. Zum Schluß: "Warum sind Scheidungen so teuer? Weil sie es wert sind!" Aus dem Buch von Lodovico Satana- Tägliche freundliche Erinnerung.
  12. Ich wünsche Dir viel Kraft in dieser Phase!

Hallo Fastlane, vielen Dank für deine ausführlichen Anmerkungen. Ich werde mir diese noch einmal genau durchlesen.

Nur ein paar kurze Kommentare vorab: wir sind verheiratet. Ich bin ja praktisch der Hausmann und habe mich fast durchgehend um meinen Sohn gekümmert, meine Frau arbeitet. Bisher haben wir das mit ihm gut geregelt, er ist 50 - 60% der Zeit bei mir. Bezüglich Sorgerecht hat sich wohl in den letzten Jahren einiges zugunsten der Väter verbessert. Meine Nichte arbeitet beim Jungendamt.

Die Idee mit dem Handy ist sehr gut, das werde ich so umsetzen.

Danke!

Alles Gute @privatier, stell ich mir nicht so einfach vor.

Hab ja auch mehrfach hier über meine Scheidung berichtet.
Zusammenfassung in aller Kürze falls es hilfreich sein könnte:

  1. wir hatten einen gemeinsam befreundeten Mediator um alle Dinge wie Sorgerecht, Versorgungs- und Zugewinnausgleich zu klären - Ehevertrag.
  2. Meine Ex hatte die ersten 3 Jahre sich dem Wechselmodell verweigert. Wir hatten eine klassische Versorgerehe. Ich als Hauptverdiener.
  3. Eine Scheidung muss nicht teuer sein. Wir hatten Mediation-und Gerichtskosten von <2.000€ pro Nase.
  4. Wenn das so weitgehend friedlich abläuft, tragen die Kinder kaum bis keinen Schaden davon. Ist mittlerweile psychologisch erwiesen. In einer schwierigen Ehe können Kinder sogar eher leiden.
  5. Weil wir eine klassische Versorgerehe hatten habe ich bis heute immer freiwillig und Unterhalt gezahlt. Trotz Wechselmodell seit 3 Jahren.
  6. Wir und die Kinder haben sehr gute Erfahrungen mit dem Wechselmodell. Haben aber auch beide ausreichend Platz, wohnen in der selben Stadt und nur wenige 100m auseinander. Die Kinder wollten es irgendwann selbst so.
  7. Anfangs wollte ich auch zurück und heile Familie. Im Rückblick war die Trennung gut und richtig. Heute bin ich froh dass es so gelaufen ist und mit der neuen Partnerin viel zufriedener und erfüllter😊

@muslime_frugi Danke auch an dich für deine wertvollen Hinweise!

Der Wahnsinn – frei nach der ersten Strophe eines Rammstein Liedes…

Dieses Jahr war wirklich wild, ich bin aber eigentlich recht guter Dinge und positiv gestimmt.

Finanzen:

Bin mehr oder weniger plus minus Null durch das Jahr gekommen, was real bei der hohen Inflation aber einen Vermögensverlust bedeutet. Aber mein Portfolio habe ich hinsichtlich Aktienumfang, Gewinne und Dividendenausschüttungen deutlich erhöht, so dass ich für die weitere Entwicklung positiv eingestellt bin. Den Cashanteil habe ich ein gutes Stück reduziert.

Ausgaben:

Trotz Inflation sehr gut unter Kontrolle (außer, dass ich die Miete jetzt komplett zahlen muß, aber das ist ein anderes Thema). Konnte meine Mehrausgaben durch Einsparungen an anderer Stelle kompensieren. Werde aus Spaß mal im Januar / Februar meines Ausgaben tracken.

Familie / etc:

Die Geschehnisse hier wurden weiter oben hinreichend diskutiert. Aktuell läuft aber alles soweit recht gut, ohne Eskalation. Meinem Sohn geht es sehr gut.

Freizeit / Reisen:

Diverse Auslandsreisen und sonstige Urlaube ergeben in dieser Hinsicht ein gutes Jahr.

Gesundheit:

Ich war lange nicht mehr so fit wie jetzt mit 55. Vielleicht war ich ganzheitlich betrachtet auch in meinem ganzen Leben noch nie so fit.  Mache jeden Tag Sport und bin ohne jegliche Beschwerden. Außer mal 3 Tage leichten Husten war ich durchgehend gesund und habe mich auch nicht mit  Corona meiner Frau / meines Sohnes angesteckt.

Fazit: In Summe bin ich ganz zufrieden. Dadurch, dass ich nicht arbeite, hatte ich zum Glück genug Zeit, mit den vielfältigen Herausforderungen in diesem Jahr umzugehen. Das nächste Jahr wird nicht weniger herausfordernd werden !

Hey Privater

ha, dein Jahr war wohl ein turbulentes!

Neben den externen Faktoren wie Krieg, Corona Nachwehen und unruhige Märkte samt Inflation in lange ungekannter Höhe vor allem auch die privaten Veränderungen.

Wenn ganze Pflöcke herausgezogen werden dauert es eine Weile bis das Fundament sich wieder setzt. Gut zu hören, dass du stabil im Leben stehst und optimistisch bist!

Um deine Zeit für Sport und Regeneration beneide ich dich wirklich. Ich bekomme das für mich ganz gut hin, aber würde mir hier gerne deutlich mehr Freiräume wünschen. Zu meiner aktiven Triathlon Zeit war ich da eine egoistische Sau zum Leidwesen der Ex Frau und Kinder. Das will ich heute nicht mehr und würde mit der jetzigen Partnerin so auch nicht gehen.
Dazu kommen halt Bequemlichkeit und längere Regenerationszeiten, sodass ich gerne meine Freundin mit Kuss zur Arbeit verabschieden würde um dann 3-4h Rad zu fahren😃

Alles Gute weiterhin und bleib uns hier treu!

 

Zitat von Muslime_Frugi am 31. Dezember 2022, 17:06 Uhr

Hey Privater

ha, dein Jahr war wohl ein turbulentes!

Ja, ohne Ende. Kaum war die eine Herausforderung beendet kam schon die nächste um die Ecke. Ich will das jetzt hier gar nicht auflisten. Vorbei ist vorbei. Nur der Anfang des Sommers war einigermaßen entspannt.

Zitat von Muslime_Frugi am 31. Dezember 2022, 17:06 Uhr

Um deine Zeit für Sport und Regeneration beneide ich dich wirklich. Ich bekomme das für mich ganz gut hin, aber würde mir hier gerne deutlich mehr Freiräume wünschen.

Das ist auch klasse. Letzte Woche hatte ich Zeit und Lust, also: Donnerstag Vormittag eine Stunde joggen, abends Power-Yoga und Sauna, Freitag Vormittag Kurs und Geräte, abends Spinning.

 

Zitat von Muslime_Frugi am 31. Dezember 2022, 17:06 Uhr

Alles Gute weiterhin und bleib uns hier treu!

 

Danke, Dir auch. Werde mich aber an Themen, die mich zu sehr aufregen, nicht mehr beteiligen (nur bei Grundsatz-Diskussionen über Immobilien 😎  ). Dann bleibe ich entspannter!