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Verspätete Vorstellung

Ich bin ja nun schon länger hier unterwegs, habe mich aber nie vernünftig vorgestellt.

Deshalb nachfolgend noch eine kleine Vorstellungsrunde:

Ich habe schon relativ früh angefangen zu arbeiten, mit 12 Zeitungen austragen, mit 14 programmieren, etc. und bis zu meinem Ausstieg immer durchgehend gearbeitet.

Studiert habe ich theoretische Informatik, war eigentlich ein Mathe-Studium. Ich habe bereits während des Studiums festgestellt, dass das Thema Programmieren für mich nicht mehr interessant ist und ich eine besondere Herausforderung brauche. Durch meinen guten Abschluss konnte ich mir meinen Arbeitgeber praktisch aussuchen und bei einer großen Unternehmensberatung anfangen. Dort wollte ich 1,2 Jahre bleiben, es wurden dann 12 Jahre. Danach wurden es dann noch einmal 14 Jahre in der IT einer großen Bank.

Mir war schon relativ früh klar, vielleicht so mit Mitte 20, dass ich nicht mein Leben lang arbeiten möchte. Ziel war es, mit Mitte 40 aufzuhören. Wahrscheinlich steckt es mir in den Genen. Mein Ururgroßvater hatte 40 Kaufhäuser, die er mit Anfang 50 verkaufte, um sich anderen wichtigen Dingen im Leben zuzuwenden.

Mit der Aktienanlage habe ich Anfang 20 angefangen. Genauer gesagt war es ein Gemisch aus Aktien, Anleihen und Fonds. In Fonds investiere ich inzwischen nicht mehr. Anleihen sind aktuell auch nicht interessant, so bleiben Investitionen in Einzelaktien.

Mein für Mitte 40 geplanter Ausstieg hat sich dann durch die diversen Börseneinbrüche in den 2000er Jahren etwas verzögert. Ausserdem bin ich dann mit Mitte 40 Vater geworden, was den Zeitplan bedingt durch lange Elternzeit und das Warten auf einen geeigneten Zeitpunkt – eine hohe Abfindung wollte ich doch noch mitnehmen – nochmals auf dann 50 verschob. Aber 50 ist eine gute Zeit. Ich habe genug gearbeitet, das Thema ist durch und ich haben (hoffentlich) noch viele gute Jahre vor mir.

Frugalist im eigentlichen Sinne bin ich sicherlich nicht. Aber ich war schon immer sparsam und habe nachhaltig gelebt. Geld gebe ich eigentlich nur für Reisen, Sport, meinen Sohn, ab und zu mal Essen gehen und hochwertige Nahrungsmittel aus. Andererseits habe ich seit 27 Jahren kein Auto mehr, fahre noch mit meinem 20 Jahre alten Fahrrad rum und habe inzwischen so gut wie kein Interesse mehr an materiellen Dingen und Statussymbolen.

Nach dem Ausstieg habe ich bestimmt 1 bis 1,5 Jahre benötigt, um aus dem täglichen Ablauf rauszukommen. Vorher war bei mir ca. 30 Jahre jede Minute durchgetaktet. Jetzt habe ich natürlich auch meine Abläufe, ich bin ja nicht alleine, sondern habe Frau und Kind. Aber wie lange war es her gewesen, sich einfach mal Musik in Ruhe anzuhören, Bücher, die ich früher mal gelesen hatte, wieder in die Hand zu nehmen und auch längere Strecken zu Fuß zurückzulegen, weil ich die Zeit dafür habe.

Ich habe mir vorgenommen, mich im Wesentlichen auf die mir wichtigen Dinge zu konzentrieren: ich verbringe viel Zeit mit meiner Frau und vor allem meinem Sohn. Egal was ist, für ihn habe ich immer Zeit. Mache inzwischen fast jeden Tag, genauer 6-mal die Woche, Sport. Sitze jeden Tag mehrere Stunden vor dem Rechner um die Märkte zu beobachten. Und, wenn es wieder gut möglich ist, werde ich auch wieder mehr reisen.

Hallo Privatier!

Interessante Geschichte. Du bist also auch in meinem Alter (+- 3 Jahre).

Vielleicht gehört auch ein wenig Glück zu unsere Glück 🙂 .

Wenn ich mir im nachhinein überlege, wie wir unser Immobilien gekauft haben und wie wir an die Sanierung herangegangen sind....hätte auch mächtig schief laufen können.

Aber ich habe mir noch nie große Gedanken und Sorgen um Geld gemacht. Es war immer genug da. Was nicht heißt, dass immer viel da war. Aber ich war immer versorgt und man hatte nie Geldsorgen. Vielleicht ist das der Grund warum ich mir auch wenig Gedanken/Sorgen um Geld mache. Und vielleicht ist das auch mit ein Grund warum immer genug da ist und hoffentlich zukünftig da sein wird.

Wenn man zu verkrampft an die Sache rangeht, und die Dinge (Vermögenszuwachs) erzwingt, dann wird es vielleicht nichts.

Ich bin/war immer erstaunt, wenn Kollegen/Bekannte auf den Cent genau sagen konnte, wie viel sie verdienen. Ich wußte bis zum Schluß nicht was monatlich auf dem Konto landet. Nur ungefähr. Wichtig war lediglich: es reicht.

Frisa

Hallo Privatier

Danke für deine symphatische Vorstellung. Sowas macht nahbar, Gerade in einem anonymen Forum.

Wenn du schreibst dass du immer gearbeitet hast meinst du parallel zum Studium auch gejobbt oder parallel zum Job studiert?

In gutes Essen zu investieren und in Begegnungen sowie Erlebnisse finde ich gut! So lange kein Auto respektabel! Hat deine Frau eins? Wohnt ihr in der Stadt?

Was machst du sportlich noch außer joggen?

 

Ich habe parallel zum Studium meistens auch gearbeitet. Das bot sich einfach an, um Erfahrungen zu sammeln und wurde einfach zu gut bezahlt.

Ich habe immer in einer Großstadt gewohnt. Mein Frau hat ein paar Jahre gependelt, dann hat sie sich eines gekauft. Ist aber ehrlich gesagt mit Kind auch ganz praktisch. Ich nutze es aber normalerweise max. 1 x Woche, sonst mache ich alles zu Fuß oder mit dem Bus.

Joggen, Radfahren, etwas schwimmen, wandern, Fitnessstudio Geräte und auch härtere Kurse, Yoga im Fitnessstudio und Yin-Yoga zu Hause und seit diesen Sommer SUP

Zitat von Privatier am 22. August 2020, 22:29 Uhr

Mein Ururgroßvater hatte 40 Kaufhäuser, die er mit Anfang 50 verkaufte, um sich anderen wichtigen Dingen im Leben zuzuwenden.

Ist von dem Vermögen noch etwas übrig, das du geerbt hast/noch erben wirst?

40 Kaufhäuser bedeutet ja eigentlich ein Kaufhaus in jeder grossen deutschen Stadt damals. Wahnsinn!

Mit der Aktienanlage habe ich Anfang 20 angefangen. Genauer gesagt war es ein Gemisch aus Aktien, Anleihen und Fonds. In Fonds investiere ich inzwischen nicht mehr. Anleihen sind aktuell auch nicht interessant, so bleiben Investitionen in Einzelaktien.

Weisst du wie deine durchschnittliche Rendite über diesen beachtlichen Anlagezeitraum war?
Entnimmst du auch Anteile, wenn sich etwas grundsätzliches an den Unternehmen/Marktbedingungen/privat ändert, oder bist du streng buy and hold orientiert?

Ausserdem bin ich dann mit Mitte 40 Vater geworden, was den Zeitplan bedingt durch lange Elternzeit und das Warten auf einen geeigneten Zeitpunkt – eine hohe Abfindung wollte ich doch noch mitnehmen – nochmals auf dann 50 verschob.

Kannst du etwas dazu sagen, wie man das angeht? Also wie man seinen Arbeitgeber dazu bringt eine Abfindung anzubieten anstatt zu kündigen? Oder hast du angeboten mit Abfindung zu gehen?

(...) und habe inzwischen so gut wie kein Interesse mehr an materiellen Dingen und Statussymbolen.

War das mal anders und was für Statussymbole hatten es dir angetan?

Nach dem Ausstieg habe ich bestimmt 1 bis 1,5 Jahre benötigt, um aus dem täglichen Ablauf rauszukommen. Vorher war bei mir ca. 30 Jahre jede Minute durchgetaktet. Jetzt habe ich natürlich auch meine Abläufe, ich bin ja nicht alleine, sondern habe Frau und Kind. Aber wie lange war es her gewesen, sich einfach mal Musik in Ruhe anzuhören, Bücher, die ich früher mal gelesen hatte, wieder in die Hand zu nehmen und auch längere Strecken zu Fuß zurückzulegen, weil ich die Zeit dafür habe.

Das hört sich für mich wirklich traurig an, dass diese Zeit früher nicht vorhanden war bzw. du dir diese nicht genommen hast.

Ich habe mir vorgenommen, mich im Wesentlichen auf die mir wichtigen Dinge zu konzentrieren: ich verbringe viel Zeit mit meiner Frau und vor allem meinem Sohn. Egal was ist, für ihn habe ich immer Zeit. Mache inzwischen fast jeden Tag, genauer 6-mal die Woche, Sport. Sitze jeden Tag mehrere Stunden vor dem Rechner um die Märkte zu beobachten. Und, wenn es wieder gut möglich ist, werde ich auch wieder mehr reisen.

Arbeitet deine Frau denn noch?
Wie lange bist du schon privatier?

Es grüsst das Sparschwein

Zitat von Privatier am 25. August 2020, 22:03 Uhr

Joggen, Radfahren, etwas schwimmen, wandern, Fitnessstudio Geräte und auch härtere Kurse, Yoga im Fitnessstudio und Yin-Yoga zu Hause und seit diesen Sommer SUP

Das klingt prima! Auf mehr Zeit und Kontinuität für Sport freue ich mich auch sehr. Meine sportlichen Interessen sind ähnlich gelagert. Ich hatte über viele Jahre aktiv Triathlon gemacht. Heute meditiere ich regelmäßig ergänzend zu leider unregelmäßig Sport.

Ich selbst bin ja noch voll erwerbstätig, fühle mich aber nicht so durchgetaktet wie du deine Erwerbsarbeit beschrieben hast.

So gut wie alles mit dem Rad erledigen zu können ist natürlich ein Traum. Das geht bei mir derzeit nicht und da beneide ich dich schon etwas 😳

Meinen Camper würde ich aber auf keinen Fall hergeben wollen.

Schön dass du hier bist und bleib dem Forum weiter erhalten. Ich schätze deine sachlich- / unaufgeregten Beiträge sehr.

Hallo @privatier,

schön, dass du dich hier auch noch vorstellst. Ich persönlich finde es ja gut, dass es hier auch ein paar alte Hasen im Forum gibt, die hier rege mitdiskutieren und ihre Sichtweise auf die Dinge aufzeigen. Vor allem wenn Sie FIRE und die finanzielle Freiheit, aus welchen Gründen und Motivationen heraus auch immer, schon erreicht haben. Denn praktische Ratschläge zu dieser Thematik gibt es doch seltener (im Internet) zu finden und die wenigsten werden Privatiers in ihrem privaten Umfeld haben.

Die meisten, wie ich auch, sind erst die letzen Jahre auf das Thema Frugalismus und FF in ihren späten Zwanzigern auf die Thematik aufmerksam geworden und versuchen vieles, vielleicht auch zu krampfhaft, zu planen und nur den Ausstieg aus dem Arbeitsleben als Ziel zu formulieren. Dabei können sich die Lebensumstände und Planungen noch x-fach bis dahin ändern, vor allem die persönliche Vermögensplanung mit fixen Zahlen zum Stichtag X. Manchen "Altforisten", die schon mehrere Einbrüche am Aktienmarkt oder schwache Immobilienzeiträume erlebt haben, haben dort auch mehr Gelassenheit und kalkulieren möglicherweise realistischer. Manchmal stört mich ein wenig die "oberlehrerhafte Art" einiger erfahrerer Mitforisten, die vor allem in den Beiträgen zu Immobilien durchkommt, aber das ist ein anderes Thema.

Kein Auto seit 27 Jahren, das finde ich übrigens super, sowohl aus ökonomischer als auch ökologischer Sicht. Ich könnte mir das nur schwer vorstellen. Hätte ich die Berufsaussichten in der IT vor 10 Jahren schon richtig eingeschätzt, hätte ich wohl auch was in diese Richtung studieren sollen, am besten praxisbezogen an einer FH, denn in diesen Branchen wird heute gutes Geld verdient und bereits als Absolvent kann man sich den Job aussuchen.

Gruß

Florian

Schaut euch gerne meine neue Website an: https://frugalisten-spartipps.de/

Hallo Florian,

Zitat von alucard303 am 1. September 2020, 13:24 Uhr

Manchen "Altforisten", die schon mehrere Einbrüche am Aktienmarkt oder schwache Immobilienzeiträume erlebt haben, haben dort auch mehr Gelassenheit und kalkulieren möglicherweise realistischer.

Ambitionierte Ziele setzten ist immer gut. Ein wenig flexibel sollte man aber bleiben. Vor allem, was die eigene Lebensplanung angeht. Kind und Heirat waren bei mir zB nie geplant. Dennoch bin ich sehr froh, dass ich noch Vater geworden bin.

 

Zitat von alucard303 am 1. September 2020, 13:24 Uhr

Manchmal stört mich ein wenig die "oberlehrerhafte Art" einiger erfahrerer Mitforisten, die vor allem in den Beiträgen zu Immobilien durchkommt, aber das ist ein anderes Thema.

Das passiert mir sicherlich auch schon mal, wenn auch nicht bei Immobilie, davon habe ich nun mal keine Ahnung.

Zitat von alucard303 am 1. September 2020, 13:24 Uhr

Hätte ich die Berufsaussichten in der IT vor 10 Jahren schon richtig eingeschätzt, hätte ich wohl auch was in diese Richtung studieren sollen, am besten praxisbezogen an einer FH, denn in diesen Branchen wird heute gutes Geld verdient und bereits als Absolvent kann man sich den Job aussuchen.

Letztendlich sollte man das studieren, was einem Spaß macht. Als bei mir das Studium anstand, war zB Informatik ein eher ungewöhnlicher Studiengang. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich mit der Computer-AG der Schule bei IBM war, IBM war damals absoluter Marktführer im IT Bereich, und die klar kommuniziert haben, dass sie nur Physiker und Mathematiker einstellen. Informatik sei doch kein richtiges Studium. So kann man sich täuschen. Gut, dass ich mich davon nicht habe abbringen lassen.

Hallo Privatier,

auch wenn der Thread nicht mehr neu ist, Glückwunsch, dass du es geschafft hast und in deiner jetzigen Lebensphase so zufriedem bist. Ich wäre glücklich, wenn ich in etwa deinen Weg einschlagen könnte (eher ohne Märkte beobachten und sicher mit weniger Vermögen, aber das sind Details). Machst oder planst du eigentlich irgendwelche Aktivitäten, die dir ein zusätzliches weiteres Einkommen generieren? Also nicht des Einkommens wegen, sondern weil es bei etwas abfällt, was du aus Spaß aus der Freude tust oder tun wirst?

@thewanderer Aktuell ist nichts konkretes geplant. Ich bin da auch grundsätzlich immer ziemlich radikal: entweder richtig arbeiten (>50 Stunden/Woche) oder gar nicht:

  • Mit meinen Aktieninvestments bin ich eigentlich ganz gut ausgelastet
  • Ich hatte mal bezüglich eines Midi-Jobs wegen Krankenkasse überlegt. Aber ich stell mich ja jetzt nicht beim Bäcker 2 Tage in der Woche hinter die Theke um Brötchen zu verkaufen
  • Anderes hatte ich auch mal angedacht. ZB habe ich lange nicht programmiert. Ich war aber früher so gut darin, dass ich mir das in kurzer Zeit wieder aneignen könnte, um dann von zu Hause aus ein bisschen zu arbeiten. Aber auf jeden Euro würde ich dann gut 2/3 Abgaben (Steuer + Krankenkasse) zahlen. Das lohnt sich nicht. Auch wenn es mir vielleicht Spaß machen würde.
  • D.h. aber nicht, dass sich nicht vielleicht nochmal etwas ergibt. Ich halte Augen und Ohren offen. Mit einem kleinen Kind ist man sowieso nicht so flexibel. Ich war die letzten Monate froh, dass ich in der Corona-Zeit keine Verpflichtungen hatte.
Zitat von alucard303 am 1. September 2020, 13:24 Uhr

... und die wenigsten werden Privatiers in ihrem privaten Umfeld haben.

einen hatte ich knapp 10 Jahre lang in meinem engeren Freundeskreis ...

dann war das Geld verbraucht, und er musste sich mit Aushilfsjobs bzw. -aufträgen als Kleinstgewerbetreibender durchschlagen

Die Frage wie viele Privatiers kennst du in deinem Umfeld wäre einen eigen Faden wert. Ich kenne tatsächlich auch nur 2. Einen im Bekanntenkreis mit dem ich mich immer wieder gerne austausche und einen ehemaligen Kollegen. Beide waren Anfang 50. Klassische Altersteilzeit nicht betrachtet...

Thanks for introducing yourself @privatier

Can you explain what is meant by Funds? Were these real estate funds or germany has pension funds in which anyone can contribute regardless of their job?

Thanks

Do you mean " In Fonds investiere ich inzwischen nicht mehr. Anleihen sind aktuell auch nicht interessant, so bleiben Investitionen in Einzelaktien."?

These were equity funds.

Zitat von Muslime_Frugi am 22. Oktober 2020, 16:56 Uhr

Die Frage wie viele Privatiers kennst du in deinem Umfeld wäre einen eigen Faden wert. Ich kenne tatsächlich auch nur 2. Einen im Bekanntenkreis mit dem ich mich immer wieder gerne austausche und einen ehemaligen Kollegen. Beide waren Anfang 50. Klassische Altersteilzeit nicht betrachtet...

Ich kenne  genau einen - hat mit Mitte 50 aufgehört.

Es reden zwar immer viele davon, aber alle machen sich in die Hose und häufen nur mehr Geld an, dass sie nicht benötigen oder für unsinnige Dinge ausgeben.

Zitat von exit-tbd am 22. Oktober 2020, 16:38 Uhr
Zitat von alucard303 am 1. September 2020, 13:24 Uhr

... und die wenigsten werden Privatiers in ihrem privaten Umfeld haben.

einen hatte ich knapp 10 Jahre lang in meinem engeren Freundeskreis ...

dann war das Geld verbraucht, und er musste sich mit Aushilfsjobs bzw. -aufträgen als Kleinstgewerbetreibender durchschlagen

Das kann hier einigen bei den teilweise knappen Berechnungen auch passieren...

Hallo @privatier!
Zitat von Privatier am 22. Oktober 2020, 18:58 Uhr

Das kann hier einigen bei den teilweise knappen Berechnungen auch passieren...

Magst du verraten, wie deine Berechnung zur finanziellen Freiheit aussah, ab welchem Vermögenswert du für dich entschieden hast, dass es jetzt wirklich reicht und mit welchen Szenarien du dabei gerechnet hast?

Vielen Dank! 🙂

Zitat von exit-tbd am 22. Oktober 2020, 16:38 Uhr
Zitat von alucard303 am 1. September 2020, 13:24 Uhr

... und die wenigsten werden Privatiers in ihrem privaten Umfeld haben.

einen hatte ich knapp 10 Jahre lang in meinem engeren Freundeskreis ...

dann war das Geld verbraucht, und er musste sich mit Aushilfsjobs bzw. -aufträgen als Kleinstgewerbetreibender durchschlagen

ich glaube, ich kenne tatsächlich niemanden, der diesen Schritt gegangen wäre.

Ein Vermögen, von dem man zu einem bestimmten Zeitpunkt annimmt, man könnte allein davon leben, ist nicht von heute auf morgen weg. Wenn  man sich verschätzt hat, darf man nicht zu lange warten, und muss anfangen, irgendwelche Jobs zu machen, bevor das Geld weg ist. Auch ein Vermögen, von dem man nicht leben kann, kann das Leben von Scheißjobs deutlich erleichtern. Wenn man z.B. eine eigene Wohnung und dazu noch ein paar hundert Euro monatlich an passivem Einkommen hat, dann kann man z.B. von 20 Stunden die Woche "Tellerwaschen" zum Mindestlohn relativ unfrugalistisch leben.

Zitat von Semifrugalist am 26. Oktober 2020, 22:22 Uhr
Hallo @privatier!
Zitat von Privatier am 22. Oktober 2020, 18:58 Uhr

Das kann hier einigen bei den teilweise knappen Berechnungen auch passieren...

Magst du verraten, wie deine Berechnung zur finanziellen Freiheit aussah, ab welchem Vermögenswert du für dich entschieden hast, dass es jetzt wirklich reicht und mit welchen Szenarien du dabei gerechnet hast?

Vielen Dank! 🙂

Mit sehr konkreten Angaben und Zahlen halte ich mich hier immer etwas zurück. Die Zahl an sich spielt auch keine Rolle.

Insgesamt war die Berechnung nicht übermässig ausgefeilt. Ich habe grob geschätzt, was ich monatlich bis zur Rente benötige, das knapp in Cash angelegt, meinen Bedarf im Rentenalter abgeschätzt, dafür gesorgt, dass das aus verschiedenen Quellen abgedeckt ist und zum Spielen und als sehr großer Sicherheitspuffer dient mein Aktiendepot.

Dazu kam, dass ich immer mit Ende 40 aufhören wollte. Ok, wurde dann 50, weil mein Arbeitgeber wollte, dass ich noch ein Jahr bleibe und ich natürlich auf die Abfindung nicht verzichten wollte. Das heisst, das Datum stand im Vordergrund. Ich wollte mich auch einfach davon überzeugen, dass meine These (Anlageperformance wird besser, wenn ich nicht mehr im Büro rumlungere) so auch stimmt.

Ansonsten ist es so berechnet, dass ich auch dann, wenn eine der Assetklassen (Aktien, Cash, Altersvorsorge) komplett ausfällt, wie geplant leben kann. Bei einem Komplettausfall muß ich dann leider doch wieder arbeiten oder hoffen, dass mir meine Frau ein Taschengeld zuweist.

Mit sehr konkreten Angaben und Zahlen halte ich mich hier immer etwas zurück. Die Zahl an sich spielt auch keine Rolle.

Im Schutze der Anonymität habe ich es mal gewagt, selbst sehr konkrete Zahlen vorzustellen, aber ich verstehe natürlich, wenn du das nicht möchtest. Prozentuale Angaben würden mir aber auch reichen, bzw. sind eh zielführender, auch wenn absolute Werte meist etwas anschaulicher sind.

Insgesamt war die Berechnung nicht übermässig ausgefeilt. Ich habe grob geschätzt, was ich monatlich bis zur Rente benötige, das knapp in Cash angelegt,

D.h. du hast wirklich deinen kompletten prognostizierten Geldbedarf für rund 17 Jahre als Tagesgeld/Festgeld angelegt? Falls ja, hast du diesbezüglich keine Bedenken hinsichtlich der Inflation?

meinen Bedarf im Rentenalter abgeschätzt, dafür gesorgt, dass das aus verschiedenen Quellen abgedeckt ist

Wie sehr baust du hier noch auf die Gesetzliche Rentenversicherung? Und welche anderen Quellen nutzt du, eher die klassischen (bAV, Riester, Rürup, KLV, FLV) oder hast du hier z.B. auch vermietete Immobilien oder ein ETF-Depot, welches du explizit für die Rentenzeit vorhältst?

und zum Spielen und als sehr großer Sicherheitspuffer dient mein Aktiendepot.

Wieviel Prozent von deinem gesamten liquiden Vermögen hältst du in diesem Puffer vor? Und ist das wirklich ein reiner Puffer oder auch bereits irgendwie für später verplant?

Dazu kam, dass ich immer mit Ende 40 aufhören wollte. Ok, wurde dann 50, weil mein Arbeitgeber wollte, dass ich noch ein Jahr bleibe und ich natürlich auf die Abfindung nicht verzichten wollte. Das heisst, das Datum stand im Vordergrund.

Ich bin gerade bei derselben Überlegung, ob ich mich an ein festes Datum binden möchte (ebenfalls wenn ich 50 Jahre alt werde) und alles möglichst darauf ausrichte oder es lieber als grobes Ziel betrachte und dann flexibel (±2 Jahre) aussteige, wenn die Märkte sich entsprechend entwickelt haben und ich mein benötigtes Budget zusammen habe.

Ich wollte mich auch einfach davon überzeugen, dass meine These (Anlageperformance wird besser, wenn ich nicht mehr im Büro rumlungere) so auch stimmt.

Und stimmt deine These? 🙂

Ansonsten ist es so berechnet, dass ich auch dann, wenn eine der Assetklassen (Aktien, Cash, Altersvorsorge) komplett ausfällt, wie geplant leben kann.

Meine Befürchtung ist, dass diese Assetklassen ähnlichen Risiken unterliegen, d.h. wir eine Korrelation bei einer starken Wirtschaftskrise sehen könnten, die Auswirkungen auf Aktienkurse, private und gesetzliche Altersvorsorge und auch deine Bargeldbestände (hohe Inflation oder gar Währungsreform) haben könnten. Sicherst du das irgendwie ab, z.B. durch Anleihen, Rohstoffe/Edelmetalle, Immobilien?

Bei einem Komplettausfall muß ich dann leider doch wieder arbeiten oder hoffen, dass mir meine Frau ein Taschengeld zuweist.

Arbeitet deine Frau weiter oder ist sie auch Privatière? 🙂