Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Verhindert Lohnarbeit den Vermögensaufbau?

Ich als stetiger Lohnarbeiter frage mich, ob Lohnarbeit den Vermögensaufbau eigentlich nur behindert.

Durch die Lohnarbeit lebt man ungesund und kann die für eine ordentliche Verwaltung des Vermögens erforderliche Zeit kaum aufbringen.

Bringt es vielleicht mehr sich 1 Woche übers Geld verdienen Gedanken zu machen anstatt 1 Woche für Geld arbeiten zu arbeiten?

 

 

 

Um auf die Überschrift zurück zu kommen lautet meine Antwort: Nein. Lohnarbeit motiviert total sich über Geld Gedanken zu machen. Ich habe dadurch bemerkt das ich nach Zeit bezahlt werden wenn eine gewisse Leistung erbracht wird. Nach einer Weile habe ich festgestellt das es auch anders geht, die Erfahrung einer Lohnarbeit war aber absolut wichtig für meine Motivation es auch anders zu probieren und zu machen.

Auch stetige Lohnarbeit kann durchaus gesund sein, sie sollte sich aber im Rahmen halten und nur soviel Zeit einnehmen das es dir Freude bereitet und du nicht abhängig vom Lohn bist. Mit Vermögensaufbau und Verwaltung kannst du jederzeit anfangen es sollte kein Hindernis sein wenn du noch in Lohnarbeit bist es sei denn du arbeitest 16 Stunden am Tag dann bleibt wirklich kaum noch Zeit.

Das schöne am frugalen Lebensstiel ist ja gerade das man auch mit geringen Einnahmen schon einiges erreichen kann. Warum dann nicht auch in Lohnarbeit?

@yaleidal ... Die Lohnarbeit behindert nicht den Vermögensaufbau - vielmehr behindert "gar keine Arbeit" den Vermögensaufbau.

Die Aussage, dass man durch die Lohnarbeit ungesund lebt kann ich nicht nachvollziehen. Denn der persönliche Lebensstil (Ernährung, Bewegung, etc.) ist in erster Linie ungesund. Natürlich kommen dann noch "Knochenjobs" dazu, welche den Körper belasten können.

Und "keine Zeit" aufbringen ist eine Sachlage, die ich mit einigen Leuten (eine Kollegin ganz speziell) schon oft diskutiert habe... Denn sie brachte / bringt oft Argumente wie: Ich habe keine Zeit, es ist soooo viel zu tun, ich verdiene so wenig Geld, und und und.... Im Detail waren das aber Aussagen (bspw.) , nachdem sie ab Freitag Abend erst einmal zum Essen ging, danach zum tanzen. Am Samstag war dann lange schlafen angesagt, der Wecker wurde ausgeschaltet und dadurch konnte man nicht einkaufen gehen, denn um 15:00 Uhr hat man sich bereits wieder im Cafe mit Freundinnen getroffen. Da natürlich schnell mit dem Auto hingefahren - einen Strafzettel wegen Handy am Steuer kassiert - um dann einen Kaffee samt Kuchen zu speisen. Nach dem ganzen "Süßkram" bekam man natürlich Hunger - ging mit den Freundinnen dann zum Auto um fest zu stellen, dass der nächste Strafzettel wegen Falschparken fällig ist, um dann zum Italiener zu fahren. Dort eine Pasta gespeist und etwas getrunken, um schliesslich ein Haus weiter zu ziehen, um bis 3 Uhr morgens zu tanzen.

Zu Hause angekommen dann endlich ins Bett gefallen und etwas länger geschlafen, denn man ist ja keine 20 mehr, um dann Nachmittags gegen 15 Uhr endlich auf zustehen. Kurz darauf kam ein Anruf eines Freundes, ob man nicht Lust hätte, eine Kleinigkeit Essen zu gehen... Also unter die Dusche usw. um sich dann ins Auto zu setzen, um das vorgeschlagene Lokal anzusteuern. Dort hat man erneut was gegessen und getrunken um dann kurz vor Mitternacht wieder nach Hause zu fahren um ins Bett zu gehen...

Am Montag folgte dann die Erzählung, dass man für seine Steuererklärung - die letzten vier Jahre sind noch nicht gemacht worden - GAR KEINE ZEIT hat! Im selben Atemzug wird aber erzählt, dass man für seine neuen Zähen extra einen Kredit aufnehmen musste - den Punkt, dass sie die letzten 15 Jahre kein einziges Mal beim Zahnarzt zu Untersuchungen / Vorsorge war... Denn man hat ja keine Zeit - lasse ich hier einmal aussen vor.

Und dann beklagt sie sich, dass alles so teuer ist.... Sie zu wenig verdient und alles überhaupt ungerecht und Bäh und und und ist....

Daher zu Deiner Frage : "Bringt es vielleicht mehr sich 1 Woche übers Geld verdienen Gedanken zu machen anstatt 1 Woche für Geld arbeiten zu arbeiten?"

Mach Dir lieber Gedanken über das Geld AUSGEBEN... Gehen wir einmal davon aus, dass Du auf dem Weg zur Arbeit nur 1 MINUTE über die Ausgaben Gedanken machst - also: kauf ich mir schnell beim Bäcker eine Butterbreze für 1,50 € oder schmier ich mir heute Abend, für morgen eine Stulle und nimm die dann mit - dann machst Du dir ganze 6 Tage Gedanken, von Deiner oben genannten Woche, schon Überlegungen.... WAASSSS ?!??!

Daher meine erste, persönliche Maxime : Kleinvieh macht auch Mist!

Also hinterfrage erst einmal auf dem Weg zum Malochen - bspw. 5 Minuten lang pro Tag - welche Ausgaben absolut unvermeidlich sind und welche zu einem gewissen Grad vermeidbar sind. Aufs Jahr hochgerechnet beschäftigst Du dich somit schon über 1 Tag (!) mit Geldangelegenheiten, beim "Nichtstun" - also auf dem Weg zur Arbeit.

Und als nächstes natürlich: Kümmer Dich um Dinge, die Dir Geld bringen! Um das obige Beispiel meiner Kollegin aufzugreifen - mach Deine Steuererklärung so schnell als möglich! Denn das ist Geld, dass Du dem Staat leihst und nichts dafür bekommst.

Früher habe ich meine Steuererklärung bis zum Maximun hinausgezögert - doch mittlerweile nervt es mich extrem, dass ich meine letzten Unterlagen erst im März bekomme! Ich habe mir mittlerweile ein Sheet erstellt, in welchem ich alle erforderlichen Daten sofort nach Erhalt eintrage. Und wenn endlich alles vollständig ist, mache ich meine Steuererklärung in 2 Stunden und habe vier Wochen später die Rückerstattung auf meinem Konto. (OK, die Aussage war jetzt gelogen... ich brauche 4-5 Stunden, weil ich alle Einträge doppelt und dreifach noch einmal kontrolliere, damit ich nichts übersehen habe, ehe ich es abschicke).

Und um es an dem Beispiel meiner Kollegin nochmals zu verdeutlichen...

Wenn ich mich rechtzeitig um meine Steuer kümmer, dann bekomme ich (lt. Werbung) jedes Jahr an die 1.000,00 € Rückerstattung. Auf die 4 Jahre sind das also 4.000 € - im Gegenzug, nachdem sie sich um die Steuer nicht kümmert, da sie ja keine Zeit (aufgrund des Weggehens und Party-machen hat) - muss sie für dieses Geld eine Kredit zu 7 % aufnehmen. Der hat natürlich zur Folge, dass sie Tilgen muss und somit weiter weniger Geld zur Verfügung hat und ihren Dispo zu 12 % in Anspruch nimmt, und und und und....

Ich weiß, das ist nun wieder viel Geschwafel gewesen (dazu neige ich wohl, mitunter) - aber hoffentlich verdeutlicht es Dir das Thema.

Mit kleinen, kontinuierlichen Schritten beginnt die große Reise.

Und ich kann Dir nur sagen, nachdem ich hier ja schon geäussert habe - nach den Beschreibungen - dass ich beim Frugalisten-Board ebenfalls zur untersten Kategorie zähle.... Man muss nur den ersten Schritt (Gedanklich) machen, dann irgendwann den nächsten... Aber am Ende, ist es eine enorme Reise gewesen, die man während der Zeit gar nicht so wirklich wahr genommen hat.

Meiner Meinung nach verhindert es nicht den Vermögensaufbau, solange du genug verdienst, um das Geld investieren zu können.

Zitat von Lostoi am 22. Januar 2022, 0:03 Uhr

"... ab Freitag Abend erst einmal zum Essen ging, danach zum tanzen. Am Samstag war dann lange schlafen angesagt,... um 15:00 Uhr hat man sich bereits wieder im Cafe mit Freundinnen getroffen. ... um dann zum Italiener zu fahren. Dort eine Pasta gespeist und etwas getrunken, um schliesslich ein Haus weiter zu ziehen, um bis 3 Uhr morgens zu tanzen.... ins Bett gefallen und etwas länger geschlafen, denn man ist ja keine 20 mehr, um dann Nachmittags gegen 15 Uhr endlich auf zustehen. Kurz darauf kam ein Anruf eines Freundes, ob man nicht Lust hätte, eine Kleinigkeit Essen zu gehen... Also unter die Dusche usw. um sich dann ins Auto zu setzen, um das vorgeschlagene Lokal anzusteuern. Dort hat man erneut was gegessen und getrunken um dann kurz vor Mitternacht wieder nach Hause zu fahren um ins Bett zu gehen..."

".. kauf ich mir schnell beim Bäcker eine Butterbreze für 1,50 € oder schmier ich mir heute Abend, für morgen eine Stulle und nimm die dann mit ... Und wenn endlich alles vollständig ist, mache ich meine Steuererklärung in 2 Stunden und habe vier Wochen später die Rückerstattung auf meinem Konto. (OK, die Aussage war jetzt gelogen... ich brauche 4-5 Stunden, weil ich alle Einträge doppelt und dreifach noch einmal kontrolliere, damit ich nichts übersehen habe, ehe ich es abschicke).Mit kleinen, kontinuierlichen Schritten beginnt die große Reise.

Und ich kann Dir nur sagen, nachdem ich hier ja schon geäussert habe - nach den Beschreibungen - dass ich beim Frugalisten-Board ebenfalls zur untersten Kategorie zähle.... Man muss nur den ersten Schritt (Gedanklich) machen, dann irgendwann den nächsten... Aber am Ende, ist es eine enorme Reise gewesen, die man während der Zeit gar nicht so wirklich wahr genommen hat..."

Ist eine interessante Sichtweise.

Wenn ich die Wahl hätte würde ich das Leben Deiner Kollegin wählen und nicht Deins und das obwohl Du versuchst ihr Leben als negativ darzustellen.


 

Zum OP:

Welche Zeit brauchst Du zur "Verwaltung Deines Vermögens"? Was zum Teufel soll das sein? Sich an unednlichen Excel Charts zu "erfreuen" und 17x täglich ins Depot schauen?

Nimm Dir ein Beispiel an Oliver hier. Wieviel Zeit braucht der für die "Verwaltung seines Vermögens"? Vermutlich schaut er alle 3 Monate mal für 15 Minuten ins Depot und kauft dann was nach oder auch nicht.

@cepha : Ich versuchte nicht die Lebensweise meiner Kollegin negativ darzustellen, sondern wollte den Augenmerk darauf richten, welche Prioritäten man setzt. Sie nimmt sich bspw. für das Thema Geld (Steuererklärung) nicht die Zeit, diese zu machen. Aber im Nachgang wird sich immerzu darüber beschwert und beklagt, dass man kein Geld hat. Nutze ich also bspw. 5 Minuten mehr um einen weiter entfernten Parkplatz zu finden und mich nicht ins Halteverbot zu stellen, kassiere ich auch keinen Strafzettel - wenn man eh so wenig Geld hat. Ebenso mache ich mir bspw. am Vorabend eine Brotstulle und spare mir am nächsten Tag die Butterbreze - denn man hat ja so wenig Geld.

Und zur "Verwaltung meines Vermögens" benötige ich ausgesprochen wenig Zeit. Das sind am Tag vielleicht 5 Minuten - vorausgesetzt natürlich, dass ich mich nicht an meinen unendlichen Excel Charts "erfreue" und neue erstelle. 🙂 Aber die Sheets sind eben mitunter ein Hobby von mir - zum einen kann ich da verschiedene Sachen ausprobieren, zum anderen hilft mir das Ausprobieren und Auseinandersetzen mit Excel auch im Job. Denn dort muss ich ebenfalls öfter was in Excel "basteln".

Dies hat nebenbei den Effekt, dass man bspw. "besser qualifiziert" wird / ist und somit ggf. eine gehaltliche Besserstellung bekommt, indem man sein persönliches Einsatzgebiet weiter fächern kann. Es ist also immer nur die jeweilige, individuelle Betrachtung, wie ich die Ressource Zeit verwende und somit monetäre Zusatzmöglichkeiten schaffen kann.

Aber wie gesagt, das liegt immer an einem selber und im Auge des Betrachters.

@lostoi Ich finde beide Lebensweisen bewundernswert:

Deine Kollegin hat es geschafft jede Minute ihres Lebens auszukosten um Party zu machen und ihren Hobbies nachzugehen. Sie verschwendet keine 5 Minuten um einen Parkplatz zu suchen da ihr die Zeit einfach zu kostbar ist. Und dann schafft sie es auch noch von anderen dafür bemitleidet zu werden indem sie über Nebensächlichkeiten "zu wenig Geld" klagt, was ihr vermutlich weitere Vorteile verschafft. In ihrer Freizeit kann sie vollkommen abschalten, da sie sich vermutlich nicht mit xls Sheets beschäftigt => burn out Gefahr = Null. Mit anderen Worten sie hat ihr Leben perfektioniert.

Ebenso hast auch du dein Leben in eine Richtung perfektioniert die es dir ermöglicht sehr zufrieden zu sein.

Fazit: Beides vollkommen ok. Frei ist jedoch nur der, der sich nicht in eine Sackgasse begibt sondern jederzeit wieder umkehren kann.

Zitat von yaleidal am 21. Januar 2022, 18:34 Uhr

Ich als stetiger Lohnarbeiter frage mich, ob Lohnarbeit den Vermögensaufbau eigentlich nur behindert.

Durch die Lohnarbeit lebt man ungesund und kann die für eine ordentliche Verwaltung des Vermögens erforderliche Zeit kaum aufbringen.

Bringt es vielleicht mehr sich 1 Woche übers Geld verdienen Gedanken zu machen anstatt 1 Woche für Geld arbeiten zu arbeiten?

 

 

 

Das eine schließt das andere nicht aus. Es ist eine Frage der Disziplin und selbstorganisation.

Ich hatte ja nun immer sehr herausfordernde Jobs mit mindestens 50 Stunden die Woche. Viel unterwegs.

Dennoch habe ich immer 2 bis 3 mal die Woche Sport gemacht. Ok, manchmal bin ich abends um 9 durch den Wald gelaufen. Und habe mich immer im meine Anlagen gekümmert. War dann eben morgens vorm Büro oder abends im Bett irgendwelche Bücher gelesen. Oder im Zug die faz gelesen, der Kollege dafür kicker.

Zitat von Jan Veerman am 5. Februar 2022, 10:14 Uhr

@lostoi Ich finde beide Lebensweisen bewundernswert:

Deine Kollegin hat es geschafft jede Minute ihres Lebens auszukosten um Party zu machen und ihren Hobbies nachzugehen. Sie verschwendet keine 5 Minuten um einen Parkplatz zu suchen da ihr die Zeit einfach zu kostbar ist. Und dann schafft sie es auch noch von anderen dafür bemitleidet zu werden indem sie über Nebensächlichkeiten "zu wenig Geld" klagt, was ihr vermutlich weitere Vorteile verschafft. In ihrer Freizeit kann sie vollkommen abschalten, da sie sich vermutlich nicht mit xls Sheets beschäftigt => burn out Gefahr = Null. Mit anderen Worten sie hat ihr Leben perfektioniert.

Ebenso hast auch du dein Leben in eine Richtung perfektioniert die es dir ermöglicht sehr zufrieden zu sein.

Fazit: Beides vollkommen ok. Frei ist jedoch nur der, der sich nicht in eine Sackgasse begibt sondern jederzeit wieder umkehren kann.

Vielen Dank @jan-veerman.

Das war zu Beginn so, wenn man sie kennen lernt. Doch im Laufe der Zeit geht sie mittlerweile mit ihrem Gejammer über "zu wenig Geld" und "alle anderen verdienen viel mehr als ich" nur noch auf den Geist. Denn mittlerweile bringt keiner mehr viel Verständnis dafür auf. Denn wie ansatzweise geschildert kann sie - in den Augen von mir und vieler anderer - einfach die richtige "Priorisierung" (privat wie beruflich) nicht setzen. Beziehungsweise setzt sie diese so, wie es jeder andere nicht getan hätte, und jammert dann über die (ausbleibenden) Ergebnisse.

Wenn ich mich ins Halterverbot stelle, um die 5 Minuten optimal zu nutzen -> dann muss ich ggf. mit einem Strafzettel rechnen und darf mich danach eigentlich nicht darüber beschweren oder jammern. Denn das war ja ihre bewusste Entscheidung, zusätzliches Geld für vermeidbare Dinge auszugeben.

Und zu Deinem Fazit : Frei ist jedoch nur der, der sich nicht in eine Sackgasse begibt sondern jederzeit wieder umkehren kann. (finde ich sehr gut!)

In diesem Sinne bin ich frei (nach meiner Ansicht und Verständnis). Denn ich habe keinerlei Probleme meine Ansichten zu überdenken / hinterfragen oder mich auch mal einige Wochen lang mit keinen Sheets zu beschäftigen.

Schade oder traurig ist dahingegen jedoch meine Kollegin - zumindest in meinen Augen - da sie nicht frei ist. Sie fragt und man gibt ihr Ratschläge. Allerdings überdenkt sie m.E. die Sachen nicht und macht in ihrem Trott einfach weiter, um sich danach über all das Übel und die ihr widerfahrende Ungerechtigkeit zu jammern. Sie vergleicht bspw. ihr Einkommen mit denen anderer - dass die aber neben dem Beruf noch Weiterbildungen absolviert haben und und und, die das möglich machten bzw. rechtfertigen, nimmt sie zwar zur Kenntnis - blendet es aber vollkommen aus.

Aber es ist ja bekannt. Man kann nur demjenigen helfen, der sich helfen lassen will. Und nachdem sie jegliche Anregungen / Hinweise ablehnt oder ignoriert, schwindet mit der Zeit einfach jedes Verständnis dafür.

Zitat von Privatier am 5. Februar 2022, 12:05 Uhr
Zitat von yaleidal am 21. Januar 2022, 18:34 Uhr

Ich als stetiger Lohnarbeiter frage mich, ob Lohnarbeit den Vermögensaufbau eigentlich nur behindert.

Durch die Lohnarbeit lebt man ungesund und kann die für eine ordentliche Verwaltung des Vermögens erforderliche Zeit kaum aufbringen.

Bringt es vielleicht mehr sich 1 Woche übers Geld verdienen Gedanken zu machen anstatt 1 Woche für Geld arbeiten zu arbeiten?

 

 

 

Das eine schließt das andere nicht aus. Es ist eine Frage der Disziplin und selbstorganisation.

Ich hatte ja nun immer sehr herausfordernde Jobs mit mindestens 50 Stunden die Woche. Viel unterwegs.

Dennoch habe ich immer 2 bis 3 mal die Woche Sport gemacht. Ok, manchmal bin ich abends um 9 durch den Wald gelaufen. Und habe mich immer im meine Anlagen gekümmert. War dann eben morgens vorm Büro oder abends im Bett irgendwelche Bücher gelesen. Oder im Zug die faz gelesen, der Kollege dafür kicker.

@privatier : Da stimme ich Dir vollkommen zu!

Es kommt eben darauf an, wie man seine Zeit nutzt und was man als Resultat bewirken mag. Der eine investiert eine Stunde in die aktuellen Fussballereignisse durch den kicker, der andere liest in der Zeit bspw. die faz oder irgendwas anderes, was ihn (in seinen Augen) persönlich etwas bringen kann.

Doch viele sehen einfach nicht, was es dem- oder derjenigen im Vorfeld gekostet hat, um dorthin zu gelangen, wo man derzeit ist.

Zitat von Privatier am 5. Februar 2022, 12:05 Uhr

 

….,Das eine schließt das andere nicht aus. Es ist eine Frage der Disziplin und selbstorganisation…..

Dennoch habe ich immer 2 bis 3 mal die Woche Sport gemacht…

….Und habe mich immer im meine Anlagen gekümmert….

Finde auch dass dies eine Frage der Selbstorganisation ist.
Und des richtigen Job😎

Ich mach das alles meist während dem Arbeitstag. Die Abende gehören der Familie oder dem Müßiggang.

vieles hängt in der Tat an der eigenen Organisation, Selbstdisziplin und auch Lernfähigkeit. Das wollte Lostoi wahrscheinlich rüberbringen. Ich gehe neben der Arbeit 3-4 mal die Woche zum Sport, fahre mehrmals im Jahr in den Urlaub (vor Corona jedenfalls), gehe meinen Hobbys nach und lerne auch immer mal was neues. Dann habe ich noch zwei zusätzliche Dozententätigkeiten ausgeübt, die ganzen Skripte und Übungsaufgaben dafür sind nicht vom Himmel gefallen. Und ich arbeite Vollzeit. Wenn ich in den Ruhestand gehe gibt es nichts was ich unbedingt machen will, weil ich es die ganze Zeit aufgeschoben habe, wenn ich etwas machen wollte habe ich es getan. Ich werde dann einfach mehr Zeit haben und 25-50% des Arbeitsspeichers im Kopf sind nicht mehr vom Job belegt.

Ich kenne viele (keine jungen Leute) die jammern über die hohen Immobilienpreise und das sie sich trotz ihres Akademikerjobs kein Haus /Wohnung kaufen können, gleichwohl haben die auch einfach zu lange gewartet und den richtigen Zeitpunkt verpasst. Wenn ich dann teilweise höre was die vor Vorstellungen haben merke ich schnell das die sich nie ernsthaft mit dem Thema beschäftigt und überhaupt keine Ahnung haben was man für sein Geld bekommt, aber dann müsste man ja auch mal Besichtigungstermine vereinbaren, die Inserate studieren und sich kümmern. Oder sie brauchen 3 Tsd. € im Monat zum leben weil sie so oft essen gehen. Coffee to go und jeden Morgen ein Brötchen beim Bäcker kaufen passt gut dazu. Letztens hat mir eine Kollegin erzählt das sie für ihren einwöchigen Robinsonurlaub mit der Familie in Spanien 7.200 Euro bezahlt haben, so what...

Jetzt erzählen mir viele nachdem ich von meinem Vorruhestand erzähle, das sie ebenfalls früher aufhören wollen zu arbeiten, wenn ich dann mal konkret nachfrage wie sie das planen, weil die Altersrente gibt es erst ab 63 und die Zeit bis dahin muss überbrückt werden, auch Krankenversicherung, Altersvorsorge etc. ist das Thema meist schnell beendet. Die meisten haben überhaupt keine Ahnung bzw. haben sich damit ernsthaft beschäftigt. Und ich habe es ja gut mit meinen Haus in Thailand, ne klar, das stand auf einmal da musste ich gar nichts für tun. Oder die ganze Zeit gefragt wo meine Frau denn ist ... die baut unser Haus in Thailand ... oh warum denn so lange... hast Du schon mal ein Haus gebaut und weißt wie das läuft...Ne habe ich nicht ... alles klar 😀

Ich kenne das gut. Im Bekanntenkreis werde ich auch von den selben Leuten mal beneidet und dann wieder bemitleidet - wie es grad am besten passt und das eigene Gejammer am besten untermalt.

Ich habe dann oft versucht Dinge zu erklären aber es hört eh keiner mehr zu wenn auch nur ein Minimum an Kritik enthalten ist.

Ich habe das mittlerweile aufgegeben, es ist verschwendete Lebenszeit. Wenn die Frage kommt was ich beruflich mache, dann ist das bei all meinen Aktivitäten schwer zu erklären und oft fragen die Leute ohnehin nicht aus echtem Interesse sondern wollen nur sicher gehen dass sie selbst "was Besseres" sind und von ihren ganzen Konsumgütern berichten die sie sich leisten können. Mittlerweile sage ich oft einfach dass ich als Kassierer arbeite und nebenbei Ferienwohnungen putze - da gibts dann in der Regel keine weiteren Fragen...

 

Zitat von Muslime_Frugi am 5. Februar 2022, 16:51 Uhr

 

Finde auch dass dies eine Frage der Selbstorganisation ist.
Und des richtigen Job😎

Ich mach das alles meist während dem Arbeitstag. Die Abende gehören der Familie oder dem Müßiggang.

Gerne habe ich immer eine der endlosen Telkos genutzt. Parallel reinkommende Quartalszahlen lesen. Am Schluss konnte ich das sogar, wenn ich die Telko moderieren musste.

Zitat von Frugi85 am 5. Februar 2022, 18:18 Uhr

oft fragen die Leute ohnehin nicht aus echtem Interesse sondern wollen nur sicher gehen dass sie selbst "was Besseres" sind

 

den Eindruck habe ich auch. Deshalb, wenn man dann sagt gar nicht, ist das Gespräch beendet. Die Antwort ist nicht vorgesehen.

was früher Brot und Spiele war ist heute das Konsumhamsterrad, arbeiten, Fußball und RTL gucken und einmal im Jahr Malle, wer mehr Geld hat eben Robinson Urlaub (wie in der Matrix 😉 ). Für 80-90% der Bevölkerung passt das, wer das kritisch hinterfragt oder wie wir anders angeht erntet komische Fragen oder Blicke, weil das würde anderenfalls ja bedeuten, das man selbst etwas vielleicht nicht richtig macht bzw. etwas ändern könnte. Wie oft habe ich gehört, "ne früher aufhören warum, was soll ich den ganzen Tag machen" ... oder "ich brauche den Status zu arbeiten, was denken sonst die anderen". Oder ich muss bis 67 arbeiten die Rente reicht sonst nicht, und das von Leuten mit wirklich guten Einkommen.

Zitat von konsument am 5. Februar 2022, 19:56 Uhr

was früher Brot und Spiele war ist heute das Konsumhamsterrad, arbeiten, Fußball und RTL gucken und einmal im Jahr Malle, wer mehr Geld hat eben Robinson Urlaub (wie in der Matrix 😉 ).

Du hast das Grillen vergessen (jetzt bekomme ich hier hoffentlich keinen Ärger!). Und zum Urlaub neu einkleiden. Muß man ja schick rumlaufen.

Gut, schöne Klamotten trage ich auch gerne, aber immer super im Angebot. Dafür habe ich mein Universal-Urlaubs Portemonnaie, habe ich mal vor 15 Jahren für 5 Euro bei Woolworth oder so gekauft. Das klaut keiner, war schon überall auf der Welt. Aber sehr praktisch.

Oh ja, grillen. Wie war das früher schön. Mit nem 10 Mark-Grill von der Tanke, paar Würsten, Fleisch und nem Kasten Bier an die Isar runter. Und alle paar Meter nette Leute die die selbe Idee hatten. Ein einziges, riesiges Fest. Und gekostet hat's fast nichts.

Heute lass ich mir von den stolzen Besitzern ihre neusten Gerätschaften erklären, wenn ich wo zum grillen eingeladen bin. Achte natürlich darauf, dabei interessiert zu wirken. Will ja nicht unhöflich sein....

Zitat von vodef72 am 5. Februar 2022, 21:34 Uhr

Oh ja, grillen. Wie war das früher schön. Mit nem 10 Mark-Grill von der Tanke, paar Würsten, Fleisch und nem Kasten Bier an die Isar runter. Und alle paar Meter nette Leute die die selbe Idee hatten. Ein einziges, riesiges Fest. Und gekostet hat's fast nichts.

Heute lass ich mir von den stolzen Besitzern ihre neusten Gerätschaften erklären, wenn ich wo zum grillen eingeladen bin. Achte natürlich darauf, dabei interessiert zu wirken. Will ja nicht unhöflich sein....

Das kann man ja selbst steuern. Was du beschreibst, findet ja weiter statt, in Hannover z.B. in den Parks an der Uni, beim Strandleben und am Dreiecksteich, würd mich wundern wenns im Englischen Garten nicht mehr so wäre. Wir sind schon länger keine Studis mehr, aber gesellen uns da immer noch gern zu (ok, wir ersetzen Grillen meist durch Picknick, mit dem Alter wird man wohl doch bequemer). So Freunde mit dem klischeehaften Weber und sündhaft teurer Kaffeemaschine hab ich allerdings auch. Lässt sich dort aber aushalten, schmeckt ja dann wirklich nicht verkehrt. 😉

Zum Thema: Find die Fragestellung komisch. Bei gutem Gehalt (gemeint sind wohl Lohn+Gehalt?) und mäßigem Konsum kann man natürlich ordentlich Vermögen aufbauen, bei niedrigem Gehalt ist es halt schwieriger. Aber das gilt doch bei Unternehmertum ebenso, falls das die Alternative sein soll? Und warum sollte Lohnarbeit jetzt weniger gesund sein?

@lostoi

Ich stimme Deiner ersten, persönlichen Maxime "Kleinvieh macht auch Mist!" vollends zu. Das erlebe ich auch immer wieder im Alltag, egal worum es geht. Der Stoiker Seneca hat auch die Zeit auf diese haushälterische Weise gesehen. Mehr dazu im Stoizismus-Thread hier im Forum. - Deine Kollegin hat sich in einer Lageorientiertheit eingerichtet. Sie sieht sich gar nicht als selbstwirksame, handelnde Person, sondern ist eher jemand, die auf Anreize von außen (z. B. Einladungen) reagiert und sich deshalb auch immer mit anderen vergleicht und sich als Opfer von Situationen wahrnimmt. Es fehlt ihr wahrscheinlich einfach die Motivation, selbst aktiver Part zu werden. Lieber bettet sich sich in eine soziale Unordnung, die sie wärmt. Vielleicht hat sie es nie anders gelernt und/oder sie kann sich selbst nicht so durch den Alltag steuern. Vielleicht könnte sie sich ein Stück weit ändern, wenn sie etwas wirklich ins Auge fasst und dafür brennt.

 

 

Liebe Grüße, Laura Maelle