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Verhindert Lohnarbeit den Vermögensaufbau?

@konsument

Fiel es Dir denn wirklich schwer, Deine individuelle Komfort- oder Gewohnheitszone zu verlassen? Inwiefern musstest Du da über Deinen eigenen Schatten springen? Also das kam eigentlich bisher nicht so rüber aus Deinen Beiträgen, dass Du da irgendwie Schwierigkeiten hattest, Deinen Weg zu gehen. Dein Dozentenjob z. B. macht Dir doch Spaß, das würde ich jetzt nicht als Verlassen der Komfortzone - auch innerhalb Deiner Definition der Selbstüberwindung - bezeichnen.

Also allgemein wird doch dabei eher vom Antrieb gesprochen und von grundlegenden Basisbedürfnissen und minimalistischen Grundstrukturen. Das ist der Grundkomfort.

Liebe Grüße, Laura Maelle
Zitat von konsument am 8. Februar 2022, 12:29 Uhr

dann ist es aber nicht richtig wenn Du schreibst, ich zitiere: "Ich lebe schon mein ganzes Leben lang in meiner Komfortzone"

das ist nicht meine Definition, sondern die allgemein bekannte Definition von Komfortzone, als bevor Du sowas schreibst bitte mal kurz informieren.

Nun, da habe ich Dich wohl falsch verstanden.

Ich dachte, Du meist mit Komfortzone den finanziellen Rahmen, vor allem weil Du explizit auch von "unter "der Komfortzone geschrieben hast und es immer nur ums Geld ging.

Und ich meinte, dass ich nie so gespart habe, dass es "unkomfortabel" wurde und dass Du ein unkomfortables Leben über Jahrzehnte propagierst, um so Vermögen anhäufen zu können.

Ich kenne übrigens Leute, die reich sind ohne aus der Komfortzone jemals raus zu müssen, vor allem betrifft das Leute mit reichen Eltern. Die haben den Lebenslauf durchgezogen, den die Eltern für sie geplant haben und jeder denkbare Stein wurde mit Geld aus dem Weg geräumt.

Wenn erstmal mehrere Millionen Euro in der Familie sind, lösen sich viele Probleme im Leben ganz easy und Risiken geht die mir (u.a. schon aus Schulzeiten) bekannten Leute nur ein, wenn man extra den Kick sucht oder gierig wird.

Zitat von Laura_Maelle am 8. Februar 2022, 17:42 Uhr

@konsument

Fiel es Dir denn wirklich schwer, Deine individuelle Komfort- oder Gewohnheitszone zu verlassen? Inwiefern musstest Du da über Deinen eigenen Schatten springen? Also das kam eigentlich bisher nicht so rüber aus Deinen Beiträgen, dass Du da irgendwie Schwierigkeiten hattest, Deinen Weg zu gehen. Dein Dozentenjob z. B. macht Dir doch Spaß, das würde ich jetzt nicht als Verlassen der Komfortzone - auch innerhalb Deiner Definition der Selbstüberwindung - bezeichnen.

Also allgemein wird doch dabei eher vom Antrieb gesprochen und von grundlegenden Basisbedürfnissen und minimalistischen Grundstrukturen. Das ist der Grundkomfort.

Also ich denke einmal, auch wenn ein Dozentenjob ihm Spass bereitet, dass der erste Schritt ein verlassen der Komfortzone oder Gewohnheitszone bedeutet - mal mehr, mal weniger. Ich weiß noch, wie ich in meiner Ausbildung in den Marketingbereich versetzt wurde - Aufgabe war es hier, Schulklassen rumzuführen und die verschiedensten Inhalte grob zu vermitteln. Auch wenn ich mir die Unterlagen gut zusammen gestellt habe, aber plötzlich vor 30-50 Leuten zu stehen, "zu Fachsimpeln" und danach noch den Lehrern / Begleitpersonen der Schüler Rede und Antwort zu stehen... Beim ersten Mal haben meine Hände vor Aufregung gezittert - vor allem da ich teilweise gerade mal 3-5 Jahre älter als die Schüler war.

Doch mit jedem Mal wurde es einfacher und die Nervosität nahm zusehends ab. Am Ende hat es sogar ziemlichen Spass gemacht.

 

Zitat von Laura_Maelle am 6. Februar 2022, 13:49 Uhr

@lostoi

 Lostoi: Ebenso ist es m.E. auch wichtig, was man bspw. lernt. Wenn ich mich bspw. für Dadaistische Verse brennend interessiere und dort mir weiteres Wissen aneigne, dann ist es für die Person selbst sicher eine Bereicherung. Allerdings bringt das vertiefende Studium der Verse nicht unbedingt mehr Einkommen, wenn ich mit Textverarbeitungsprogrammen oder Excelsheets arbeiten muss.

Bei der Prioritätensetzung musste ich auch viel an mir arbeiten und loslassen, um mich nicht zu verzetteln bei all den Ideen & Interessen, die ich an sich hätte, was allein schon kräftemäßig nicht umsetzbar gewesen wäre. Man kann nicht alles machen! Nur ist das schon eine sehr individuelle Sache und auch nicht immer so klar steuerbar. Wenn es mir zu viel wird, dann kann das durchaus auch in einem Bereich sein, wofür ich mich eigentlich intrinsisch motiviert interessiere. Letztlich ist es am besten, sich nicht zu verausgaben, sondern eine möglichst ausgeglichene Life-Work-Balance zu finden. Es geht also nicht unbedingt darum, mehr zu machen, sondern das Richtige zu tun, Synergien zu nutzen und zu lernen, alles Unnötige loszulassen oder zumindest minimalisierend zu vereinfachen.

Ich persönlich habe immer noch am meisten damit zu kämpfen, fremdbestimmte Aufgaben für mich zu adaptieren und umzusetzen. Bin schon ein äußerst intrinsisch ausgerichteter, eigenwilliger Mensch und kann mich nicht gut einfügen in fremdbestimmtes Funktionieren-Müssen.

Zum einen kann ich es verstehen, fremdbestimmte Vorgaben können auch bei mir ein gewisses "Unbehagen / Abneigung / Vermeidung" auslösen. Aber ich kann es eben einfach nicht nachvollziehen, wie manche Leute unpassende Vergleiche anstellen. Vor allem in Dingen, die sie selbst beeinflussen und steuern können.

Das ist so, als wenn der Nachbar bspw. jeden Tag eine Stunde (Hin- und Rückweg) ins Fitnessstudio geht und eine Stunde seine Übungen zur Konditionsförderung macht. Ich sitze die zwei Stunden daheim auf der Couch, gucke mir irgendwelche Serien im Fernsehen an und esse dabei eine Tüte Chips. Das geht mehrere Monate tagein / tagaus und dann stelle ich mich neben den Nachbarn, blicke vergleichend uns an und sage dann, wie ungerecht doch alles ist. Wir beide nutzen doch jeweils zwei Stunden unserer täglichen Zeit. Er ist konditionell fit, ich habe dagegen einen Bauch, komme beim Treppensteigen in Atemnot habe aber dafür ein super Wissen über die laufenden Fernsehserien im TV.

 

 

Cepha, dann verstehen wir uns ja, Du hast ja defintiv die Komfortzone verlassen bei Deinen ganzen "Abenteuern", wahrscheinlich sogar mehr als Dir lieb ist wenn Du bereits zweimal in Deinem Leben direkt in den Lauf einer geladenen Schusswaffe geblickt hast 😉

Ich würde jedenfalls nicht anfangen unter der Brücke zu schlafen um Geld zu sparen um es mal überspitzt auszudrücken, eine gewisse Lebensqualität ist mir schon wichtig.

Laura, das ist so wie Lostoi es beschrieben hat, ich glaube die meisten kostet es Überwindung sich vorne hinzustellen und etwas zu präsentieren, zu unterrichten ist noch etwas schwieriger weil viele Frage kommen auf die man auch nicht immer gleich eine Antwort hat, aber das geschickt umgehen muss (Politiker können das perfekt). Mir ging das zu Anfang nicht anders. Im Studium habe ich mich immer davor gedrückt und ich weiß noch wie ein Professor gesagt hat, als mal wieder keiner seine Lösung vorne präsentieren wollte "wenn sie weiterkommen wollen, müssen sie aus dem Kämmerlein raus und sich auch mal vorne hinstellen und ihre Arbeit präsentieren". Das trifft es recht gut. Wenn ich bspw. vor einer großen chinesischen Reisegruppe in einem großen Hörsaal mit Dolmetscher etwas zum Steuersystem in Deutschland vortrage befinde ich mich definitiv außerhalb meiner Komfortzone. Aber das trainiert alles und nach einer Weile ist es selbstverständlich sich vorne hinzustellen. Das ist mir zugute gekommen als ich vor kurzem auf unserer Vertriebstagung die Financials präsentiert habe und durch meine Lehrerfahrung gespürt habe, wie ich die Zuhörer erreiche und die Aufmerksamkeit gewinne und das Thema auch verständlich rüberbringe. Am nächsten Tag hat der Vorstandsvorsitzende bei mir angerufen, mich gelobt und sich für den guten Vortrag bedankt.

Zugegeben, mir fehlt diese Angst, vor Publikum zu reden. Schon in der Grundschule trug ich Gedichte von Goethe vor und begeisterte den gefüllten Saal. Schauspielerisch, tänzerisch und entertainmentmäßig war ich in jungen Jahren ein spontanes Naturtalent und konnte damit auch schon fehlendes Wissen überspielen. Deshalb bedeutet für mich das Verlassen der Komfortzone schon eher eine Stresszone und ein von außen gesetzter Druck, der meinem intrinsisch motivierten Antrieb zuwiderläuft, den ich aber vielleicht auf mich nehmen muss, um weiterzukommen, oder weil es nicht vermeidbar ist. Heute hängt das alles meistens mit meiner Schmerzkrankheit zusammen.

Liebe Grüße, Laura Maelle