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My American FIRE-Dream - 110 Monate zur Million

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Momentaner Stand nach der Talfahrt an den Börsen:

$460.000 + ein EFH mit 1100m2 Grundstück in Schleswig-Holstein (mit $120.000 Home-Equity Loan finanziert, Rest bar bezahlt)

Da musste ich zuschlagen, obwohl es nicht meiner Planung entsprach. Acht Kilometer ins Oberzentrum mit guter Busanbindung. Familie nur wenige Kilometer entfernt, kein B-Plan und gepflegtes Grundstück mit Obst- und Nussbäumen, Brunnen, Garagen, Gewächshaus. Bei dem jetzigen Eurokurs ein absolutes Schnäppchen. Ist locker doppelt so viel wert wie ich bezahlt habe. Da kommt jetzt ein WDVS drauf und Wärmepumpe statt Ölheizung in Eigenleistung.

Zitat von Tim am 27. September 2022, 20:22 Uhr

Momentaner Stand nach der Talfahrt an den Börsen:

$460.000 + ein EFH mit 1100m2 Grundstück in Schleswig-Holstein (mit $120.000 Home-Equity Loan finanziert, Rest bar bezahlt)

Da musste ich zuschlagen, obwohl es nicht meiner Planung entsprach. Acht Kilometer ins Oberzentrum mit guter Busanbindung. Familie nur wenige Kilometer entfernt, kein B-Plan und gepflegtes Grundstück mit Obst- und Nussbäumen, Brunnen, Garagen, Gewächshaus. Bei dem jetzigen Eurokurs ein absolutes Schnäppchen. Ist locker doppelt so viel wert wie ich bezahlt habe. Da kommt jetzt ein WDVS drauf und Wärmepumpe statt Ölheizung in Eigenleistung.

Hört sich sehr gut an, wie sind denn die 460k aufgeteilt (Aktien, ETF, 401k etc.)?

Momentan:

$ 180,000 -- Home Equity USA (-$120,000 HELOC, 2,49% Zinssatz)
€ 45,000 -- Home Equity DE (+$120,000) - basierend auf Kaufpreis, nicht auf Marktwert
$ 146,000 -- 401k
$ 60,000 -- Roth IRA
$ 16,000 -- Traditional IRA
$ 32,000 -- Aktien, ETFs taxed
$ 500 -- Cryptos
€ 12,000 -- priv. Rentenversicherung
$ 28,000 -- Cash USD
€ 3,000 -- Cash EUR

Nach dem neuesten Urteil des Bundesfinanzhofs darf der 401k bei Auszahlung in Deutschland nicht nachgelagert besteuert werden wenn man zur Ansparphase nicht im Inland steuerpflichtig war. Das heißt ich kann mir den inkl. der Erträge mit 10% Penalty vor dem 60. Lebensjahr auszahlen lassen ohne Steuern zu zahlen solange ich innerhalb der jährlichen US-Steuerfreigrenzen bleibe. Und darüber hinaus nur die US federal income tax.

Zitat von Tim am 28. September 2022, 9:37 Uhr

Momentan:

$ 180,000 -- Home Equity USA (-$120,000 HELOC, 2,49% Zinssatz)
€ 45,000 -- Home Equity DE (+$120,000) - basierend auf Kaufpreis, nicht auf Marktwert
$ 146,000 -- 401k
$ 60,000 -- Roth IRA
$ 16,000 -- Traditional IRA
$ 32,000 -- Aktien, ETFs taxed
$ 500 -- Cryptos
€ 12,000 -- priv. Rentenversicherung
$ 28,000 -- Cash USD
€ 3,000 -- Cash EUR

Ich bin da nicht ganz in dem Thema aber wie ist das mit Besteuerung vom 401k und Roth IRA? Und wie ist das mit vorzeitiger Entnahme?

Siehe meine Ergänzung.

401k wird wie Einkommen behandelt das zu Zeiten des Auslandsaufenthalts erworben wurde. Da dieses Einkommen einer Steuerfreistellung während der Einzahlung unterlag steht das Besteuerungsrecht ausschliesslich dem US Finanzamt zu. So das aktuellste Urteil.
Die USA ziehen bei vorzeitiger Auszahlung (vor 59,5 Jahren) eine 10% Strafsteuer zusätzlich zur Einkommenssteuer ab.

Roth IRA ist ein Pensionsplan in das versteuertes Geld eingezahlt wird. Nach US-Recht kann die Summe der Einzahlungen jederzeit entnommen werden. Erträge sind ab 59,5 Jahren steuerfrei! Vorher unterliegen sie der Einkommenssteuer + ggf. einer 10% Strafsteuer. Deutschland versteuert immer alle Erträge.

Traditional IRA ist ein Pensionsplan mit unversteuertem Geld, wie 401k aber hier privat und nicht über  den Arbeitgeber und es fallen Steuern auf alle Auszahlungen an. Auch hier 10% Strafsteuer bei vorzeitiger Auszahlung.

Und dann gibt es noch Ausnahmen bei denen keine Strafe anfällt. Z.B. kann man mit dem Geld Krankenversicherung oder medizinische Kosten bezahlen. Man darf auch eine begrenzte Summe entnehmen um Wohneigentum zu erwerben und man darf alles entnehmen wenn man eine Schwerbehinderung hat.

 

Long Term Capital Gains (Haltedauer > 1 Jahr) werden zwischen 0% und 20% besteuert. Liegt das Einkommen verheiratet unter $80,800 im Jahr, dann 0%. Zwischen $80,801 – $501,600 sind es 15%, darüber 20%

Zitat von Tim am 27. September 2022, 20:22 Uhr

Momentaner Stand nach der Talfahrt an den Börsen:

$460.000 + ein EFH mit 1100m2 Grundstück in Schleswig-Holstein (mit $120.000 Home-Equity Loan finanziert, Rest bar bezahlt)

Da musste ich zuschlagen, obwohl es nicht meiner Planung entsprach. Acht Kilometer ins Oberzentrum mit guter Busanbindung. Familie nur wenige Kilometer entfernt, kein B-Plan und gepflegtes Grundstück mit Obst- und Nussbäumen, Brunnen, Garagen, Gewächshaus. Bei dem jetzigen Eurokurs ein absolutes Schnäppchen. Ist locker doppelt so viel wert wie ich bezahlt habe. Da kommt jetzt ein WDVS drauf und Wärmepumpe statt Ölheizung in Eigenleistung.

Ihr lebt aber noch weiter in den USA und das Haus in SH bringt erst einmal kein Einkommen/weniger Ausgaben, oder habe ich das falsch verstanden?
Darüber hinaus: Hast du das über eine US-, oder eine deutsche Bank finanziert?

Grüsse vom Sparschwein

Wir leben erst einmal weiter in den USA, planen aber in den nächsten Jahren nach Deutschland zu ziehen. In der Zwischenzeit nutzen wir es als Ferienhaus und machen die notwendigen (energetischen) Sanierungen. Familie hilft dabei während der Abwesenheit und sind schon fleißig dabei. Hoffe die nächsten Urlaube werden weniger teure spontane Shopping-Trips 😊

Finanziert sind $120k über einen Home Equity Line of Credit auf die US-Immobilie. Geld ist aber noch nicht nach Deutschland überwiesen. Zwischenfinanzierung durch Barmittel der Eltern. Eintragung hatte sich etwas verzögert weil Notar oder Gericht Dokumente verloren haben, aber jetzt ist es eingetragen und es existiert ein Notaranderkonto bis die Grundschuld gelöscht ist. Könnte sich auch weiter zu meinem Vorteil entwickeln bis ich meine Eltern auszahle. Aktuell sind das ja schon 125.600€

Zitat von Tim am 28. September 2022, 10:46 Uhr

Wir leben erst einmal weiter in den USA, planen aber in den nächsten Jahren nach Deutschland zu ziehen. In der Zwischenzeit nutzen wir es als Ferienhaus und machen die notwendigen (energetischen) Sanierungen. Familie hilft dabei während der Abwesenheit und sind schon fleißig dabei. Hoffe die nächsten Urlaube werden weniger teure spontane Shopping-Trips 😊

Finanziert sind $120k über einen Home Equity Line of Credit auf die US-Immobilie. Geld ist aber noch nicht nach Deutschland überwiesen. Zwischenfinanzierung durch Barmittel der Eltern. Eintragung hatte sich etwas verzögert weil Notar oder Gericht Dokumente verloren haben, aber jetzt ist es eingetragen und es existiert ein Notaranderkonto bis die Grundschuld gelöscht ist. Könnte sich auch weiter zu meinem Vorteil entwickeln bis ich meine Eltern auszahle. Aktuell sind das ja schon 125.600€

Finde ich spannend!
Würde es dir etwas ausmachen über die Gründe der Rückwanderung zu berichten?
Was bewertest du an Deutschland angenehmer als an den USA, was ist der Vorteil dort? In den USA hättet ihr auch keine Steuern auf die Kapitalerträge, oder?
Vielleicht habe ich es überlesen, aber in welcher Region in den USA lebt ihr denn? Habe nur etwas von Segelboot gelesen?

Grüsse vom Sparschwein

Zitat von Sparschwein am 28. September 2022, 11:59 Uhr

Finde ich spannend!
Würde es dir etwas ausmachen über die Gründe der Rückwanderung zu berichten?
Was bewertest du an Deutschland angenehmer als an den USA, was ist der Vorteil dort? In den USA hättet ihr auch keine Steuern auf die Kapitalerträge, oder?
Vielleicht habe ich es überlesen, aber in welcher Region in den USA lebt ihr denn? Habe nur etwas von Segelboot gelesen?

Grüsse vom Sparschwein

Hauptgrund für die Rückwanderung ist die Famile. Meine Tochter wird jetzt 3 Jahre alt und wir wollen ihr natürlich die Möglichkeit geben in den Genuss von regelmässigen Kontakt zu kommen, eine natürliche Umgebung und eine gute Schule. Alles ist am Ort des neuen Hauses gegeben. Es ist ländlich (momentan leben wir in einer Großstadt) und der 11.000 Einwohner Ort hat eine hervorragende Gesamtschule und gute Anbindung an die Stadt. Und mehrere Yachthäfen sind nur 10km entfernt. Segeln geht also auch weiterhin.
Zudem planen wir beruflich kürzer zu treten. In der Situation von nicht arbeiten/Teilzeit ist ein Leben in Deutschland einfach deutlich günstiger wenn man die Posten Energie und Abgaben minimiert. Die allgemeinen Fixkosten in den USA sind höher wenn man nicht mehr über einen Arbeitgeber versichert ist, was bei Teilzeit der Fall wäre. Auch die rein vermögensbezogenen Abgaben (property tax z.B.) sind auch höher. Wir haben beide chronische Krankheiten, benötigen also eine gute Krankenversicherung. Andererseits ist die Lebensqualität meiner Einschaetzung nach hier an der Westcoast deutlich höher, nicht nur des Wetter. Insbesondere wenn man einen guten, sicheren Job hat lässt es sich wunderbar leben. Mittlerweile bin ich 5 1/2 Jahre in der Firma und bei $12k netto/Monat als Facharbeiter. Dann fallen die höheren Fixkosten nicht so ins Gewicht.

Es wird sicher schwer fallen wieder in Deutschland Fuss zu fassen, aber Kompromisse müssen eben sein. Die Famile wird ja nicht gesammelt in die USA übersiedeln. Ich werde zu dem Zeitpunkt die US-Staatsbürgerschaft haben und damit ist die Rückkehr gesichert. Unsere Tochter hat die ja sowieso ab Geburt. Ohne diese Option würde ich wohl nicht nach Deutschland gehen. Dazu ist mir die Zunkunft Europas zu ungewiss und spätestens nach der Schulzeit wollen wir die Möglichkeit haben wieder in die USA zu gehen. Nicht nur um Steuer in Deutschland zu umgehen und Geld zu verdienen sondern auch mit dem Gedanken das unsere Tochter evtl. hier leben oder studieren möchte.

Und ja, wenn wir innerhalb der Freigrenzen bleiben dann sind Kapitalerträge steuerfrei. Das klappt natürlich nur wenn man kein zu hohes Erwerbseinkommen hat im Jahr der Entnahmen.

@Tim, hui, das liest sich alles super!

Ich hab in jungen Jahren auch immer an der Verlosung der Green-Card teilgenommen, aber leider wurde das nix. Als es mal die Möglichkeit zu einer Abfindung gab, hab ich überlegt, diese zu nehmen und erstmal in die USA zu gehen, bin dann aber in dem Job geblieben.

Wirklich toll, dass Du dort als guter Facharbeiter so einen hohen Verdienst hast! Bei Dir und Deiner Frau beeindruckt mich auch der Mut, so einen grossen Schritt in die USA gemacht zu haben. 🙂

Allgemein hier im Forum finde ich es sehr interessant und inspirierend, was die Leute alle so zu berichten haben.

 

Zitat von Tim am 29. September 2022, 3:16 Uhr
Zitat von Sparschwein am 28. September 2022, 11:59 Uhr

Finde ich spannend!
Würde es dir etwas ausmachen über die Gründe der Rückwanderung zu berichten?
Was bewertest du an Deutschland angenehmer als an den USA, was ist der Vorteil dort? In den USA hättet ihr auch keine Steuern auf die Kapitalerträge, oder?
Vielleicht habe ich es überlesen, aber in welcher Region in den USA lebt ihr denn? Habe nur etwas von Segelboot gelesen?

Grüsse vom Sparschwein

Hauptgrund für die Rückwanderung ist die Famile. Meine Tochter wird jetzt 3 Jahre alt und wir wollen ihr natürlich die Möglichkeit geben in den Genuss von regelmässigen Kontakt zu kommen, eine natürliche Umgebung und eine gute Schule. Alles ist am Ort des neuen Hauses gegeben. Es ist ländlich (momentan leben wir in einer Großstadt) und der 11.000 Einwohner Ort hat eine hervorragende Gesamtschule und gute Anbindung an die Stadt. Und mehrere Yachthäfen sind nur 10km entfernt. Segeln geht also auch weiterhin.
Zudem planen wir beruflich kürzer zu treten. In der Situation von nicht arbeiten/Teilzeit ist ein Leben in Deutschland einfach deutlich günstiger wenn man die Posten Energie und Abgaben minimiert. Die allgemeinen Fixkosten in den USA sind höher wenn man nicht mehr über einen Arbeitgeber versichert ist, was bei Teilzeit der Fall wäre. Auch die rein vermögensbezogenen Abgaben (property tax z.B.) sind auch höher. Wir haben beide chronische Krankheiten, benötigen also eine gute Krankenversicherung. Andererseits ist die Lebensqualität meiner Einschaetzung nach hier an der Westcoast deutlich höher, nicht nur des Wetter. Insbesondere wenn man einen guten, sicheren Job hat lässt es sich wunderbar leben. Mittlerweile bin ich 5 1/2 Jahre in der Firma und bei $12k netto/Monat als Facharbeiter. Dann fallen die höheren Fixkosten nicht so ins Gewicht.

Es wird sicher schwer fallen wieder in Deutschland Fuss zu fassen, aber Kompromisse müssen eben sein. Die Famile wird ja nicht gesammelt in die USA übersiedeln. Ich werde zu dem Zeitpunkt die US-Staatsbürgerschaft haben und damit ist die Rückkehr gesichert. Unsere Tochter hat die ja sowieso ab Geburt. Ohne diese Option würde ich wohl nicht nach Deutschland gehen. Dazu ist mir die Zunkunft Europas zu ungewiss und spätestens nach der Schulzeit wollen wir die Möglichkeit haben wieder in die USA zu gehen. Nicht nur um Steuer in Deutschland zu umgehen und Geld zu verdienen sondern auch mit dem Gedanken das unsere Tochter evtl. hier leben oder studieren möchte.

Und ja, wenn wir innerhalb der Freigrenzen bleiben dann sind Kapitalerträge steuerfrei. Das klappt natürlich nur wenn man kein zu hohes Erwerbseinkommen hat im Jahr der Entnahmen.

Danke für den ausführlichen Einblick, hat mich gefreut!

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