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Krisenvorsorge - macht ihr da was?

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Hallo zusammen,

in der letzten Zeit gab es hier ja auch den ein oder anderen Threat oder zu mindest in einzelnen Threats  Aussagen zu Wirtschaftskrisen, zum Zusammenbruch der Finanzsysteme oder einer möglich Immobilienblase bzw. der Goldpreisentwicklung. Diese Themen meine ich jetzt nicht wirklich sondern eher mal das decken der Grundbedürfnisse des Menschen mit so Dingen wie Wohnen, Essen, Trinken, Heizen und Hygiene.  Aktien, Geld, Gold oder Immobilien kann man halt nicht essen oder trinken im Falle eines Notfalls. Wir hatten bei Kyrill zum Beispiel in unserer Region in einigen Orten 3 Tage keinen Strom, grundsätzlich bedeutet in einem solchen Fall wenn es z.B. ne Woche dauern und eine größere Fläche betreffen würde, schon einiges im Argen liegen würde. Wie geht ihr damit um ? schließlich hat selbst unsere Landesregierung in NRW die Bürger gebeten eine Krisenvorsorge zu treffen.

In unserem Falle überlege ich gerade zu unserer Photovoltaik-Anlage eine Batteriespeicher zu kaufen, kostet ca. 5000 Euro, würde aber zumindest 80 Prozent unserer Haustechnik im Krisenfall am Leben erhalten und ohne Krise unsere Stromrechnung nochmals drücken. Das rechnet sich zwar nicht mit einer Verzinsung, da wir zur Zeit den überschüssig erzeugten Strom verkaufen und für die Einnahmen den Reststrom kaufen, aber wir würden auch kein Geld dazu tun.

Ansonsten sind wir glaube ich ganz gut aufgestellt:

Wasser könnten wir an einer ergiebigen öffentlich zugänglichen Quelle im Wald in 200 m Entfernung holen.

Heizung brauchen wir kaum in unserem Passivhaus, Warmwasser würde schon schwieriger, aber dank Solarthermie und Wärmepumpe mit PV doch irgendwie umsetzbar. Ein Notstromaggregat aus Bauzeiten ist auch noch vorhanden, und Werkzeug mäßig sind wir sehr gut ausgestattet.

Wir haben Spaß am Garten und daher schon einen gewissen Vorrat im Hause, auch aus dem Urlaub in Südtirol wird immer reichlich für den Rest des Jahres mitgebracht, denke nicht das wir in den ersten zwei Monaten hungern müssten. Ne Flasche Wein für jeden Tag wäre auch noch da.

Wenn die Abwasserbeseitigung dann zum Problem wird (auch Klärwerke laufen ja mit reichlich Strom), muss halt der Garten herhalten bzw. schneiden wir in die Tür des Gartenhauses ein Herzchen.

Wie seit ihr da aufgestellt, macht ihr in der Richtung etwas oder eher nach dem Motto der Staat wird schon ne Lösung finden?

 

 

Ich bin kein Prepper, aber wenn ich im Kopf so durchgehe was ich alles Zuhause habe könnte man fast meinen ich wäre einer:

  • Lebensmittel sind i.d.R. immer ausreichend für 2-4 Wochen im Haus
  • Werkzeuge und Co. habe ich schon berufsbedingt mehr als genug.
  • Taschenlampen und Akkus habe ich auch genügend (klingt komisch, ist aber so ein altes Hobby); die Akkus dürften auch für 2 Wochen ausreichen.
  • Heizen kann ich dank Kachelofen auch mit Holz; Warmwasser ginge dann halt auch über den Kachelofen.
  • Kochen könnte ich im Notfall entweder auf einem unserer Brennstoffkocher oder gar auf einem alten Ofen den wir ausgemustert und eingelagert haben.

Lediglich beim Thema Wasser habe ich mir auch schon Gedanken gemacht und will mir da mal noch ein paar Sawyer Wasserfilter in den Keller legen um im Falle eines Falles die Plörre in der 1000 Liter Regentonne Trinkwasser machen zu können.

 

Ansonsten setze ich dann eher auf die Hilfsbereitschaf, dass der eine dem anderen aushilft.

Es gab mal eine Reportage über die Krise in Griechenland in der etliche Griechen meinten, dass die Krise zwar auf der einen Seite schlecht war; aber auf der anderen Seite das Volk wieder näher zusammengerückt ist.

 

An eine Hilfe vom Staat glaube ich hingegen garnicht.

 

 

Hallo Badner,

ja an Wasserfilter haben wir auch schon mal gedacht, kann ja nicht wirklich die riesen Investition sein. Mit dem Zusammenrücken hast du sicherlich recht, zumindest in unser noch recht ländlich geprägten Struktur sollte das so kommen. Ja und wenn alle nach Vater Staat schreien wird es dann wohl doch besser sein selbst was zu unternehmen.

Hallo Energiefuchs,

ich denke auch, dass wir "Dorfmenschen" da noch im Vorteil sind. Da kennt man sich und hilft sich dann auch.

In Großstädten könnte ich mir schon vorstellen, dass es da auch zu Krawalle und Co. kommt.

Die Wasserfilter sind wirklich keine Anschaffung der von mir genannte Sawyer Filter in der Mini Ausführung die auch für Camping und Co. einsetzbar ist liegen bei ~ 30 € pro Stück und sollen laut Hersteller 360 000 Liter Wasser filtern können. Der Sawyer S3 der auch Schwermetalle, Viren und Chemikalien ausfiltern kann koster ~ 130 € und ist auf 400 Nutzungen beschränkt (da hängt eine ~ 0,7 Liter Flasche dran, also ~ 280 Liter ).

 

 

- Trinkwasser wird wohl das wichtigste erstmal sein in solchen Situation

- mobil zu sein ist sicher auch nicht verkehrt

- Tauschmittel haben (das kann z.b. auch strom vom eigenen eauto sein, falls das dann technisch möglich, siehe sion von sono motors, wenn er denn kommt)

- Lebensmittel für einige Monate

- Beziehungen

- Hygieneartikel

- ein empfangsbereites Radio

- Werkzeug, Waffen?

-Wissen (wie man sich aus der Natur ernährt, Tierfallen inkl Ausweidung, Orientierung....)

Heizung oder Kamin finde ich persönlich jetzt nicht so wichtig, zur not tut es auch ein Wärmflasche, es gibt so günstige Gasbrenner mit Kartuschen (hatte ich gerade fürs Camping besorgt 25 euro mit 8 Kartuschen oder so) wo man sich schnell mal Wasser Erhitzen kann

Ideal wär natürlich, wenn man komplett autark ist, aber wenn das Recht des stärkeren herrscht, dann kann einem das auch schnell genommen werden...

Ich habe mir dazu schon vor einer ganzen Weile Gedanken gemacht und das Ergebnis ist für mich, das man nicht übertreiben muss.
Das einzige wirklich problematische sind Gebäudeschäden durch Frost im Winter. (s. weiter unten)

Relevant ist was man zum Leben braucht und damit sollte man 3-4 Wochen ohne Strom überbrücken können oder dafür sorgen das man an den Stellen, wo man es braucht auf jeden Fall Strom hat. Dann hat man es recht komfortabel.

Bedeutet erstmal Trinkwasser und Essen. 60L Wasser, also 7 6er Träger 1,5L Flaschen von Lidl, pro Person zu lagern sollte machbar sein. (MHD beachten)
Im zweifel ein bis zwei Trinkwasserkanister (20L) und eine  Sackkarre vorhalten, damit aus dem nächsten Fluss/See Wasser holen. Muss man dann halt abkochen. Wobei nicht abgekocht in Deutschland noch deutlich unproblematischer ist als nicht trinken 😉
Ein paar Fertigeintöpfe-Konserven und Reis usw., halt was länger hält ohne Strom, dazu stellen und fertig. Im Zweifel kann man das in den Konserven kalt essen, da es vorgekocht ist.
Und wenn es denn kochen sein soll, eben ein Gaskocher(Gasgrill ist mein Favorit). Mit einer 11Kg Flasche solte man erstmal weit kommen.
Ist schließlich kein Urlaub und dann kommt man schon über die 4 Wochen.
1 Reservekanister (20L) fürs Auto schadet auch nicht. Im Auto kann man dann auch sein Handy aufladen und hat ein Radio.

Ob das Klärwerk läuft wäre mir egal, denn das steht ja nicht bei mir und Wasser läuft ohne Strom bergab. Problematischer ist das es kein Wasser mehr aus dem Hahn gibt ohne laufende Pumpen 😉
Wobei man das Wasser natürlich auch aus einem Flus/See holen könnte und dann einfach reinkippen zum Spülen.

Am problematischsten ist aber der Winter bzgl. Heizung. Wenn ihr es warm habt wegen Kamin oder Strom, stellt euch auf dauerhaften Übernachtungsbesuch eurer Nachbarn ein. 😉
Solange es Strom in der Heizung gibt laufen Gas (solange Druck in der Leitung), Öl, Holz-Heizungen problemlos, die brauchen nur 100-300 Watt je nach Baujahr und Pumpen. Das kann man auch im Winter mit PV oder Generator machen. Sollte man sich aber vorher Gedanken machen, da je nach Aufbau PV ohne öffentliches Stromnetzt nicht funktioniert und ein Generator müsste auch die Möglichkeit haben an die Heizung angeschlossen zu werden. Man sollte sich auch vorher einen Plan machen welche Stromkreise durch die PV dann versorgt werden sollen, da die höchste Priorität die Heizung haben sollte und die auch in der Nacht Strom braucht. Wohingegen ein Kühlschrank nett ist, aber Luxus auf den man verzichten sollte falls die Versorgung der Heizung nicht geklärt ist. Nur um mal ein Beispiel zu nennen.
Denn ohne Heizung wird es nicht nur ziemlich schnell kalt, sondern es gibt ggf. Gebäudeschäden bei Frost im Haus. Daran sollte man auch denken wenn man mit einem Kamin plant, denn je nach Lage des Kamins wird nicht das ganze Haus über der Frostgrenze gehalten.

Grundsätzlich halte ich PV mit Speicher für eine gute Lösung, nicht nur Ökologisch sondern auch für einen solchen Fall. Daher plane ich das aktuell für mich auch.
Das Beste ist halt noch immer, das die Heizung einfach funktioniert wie sie soll.
Ein Generator zum Betrieb der Heizung sollte aber bei jedem Gebäude umsetzbar sein, wie gesagt solange man die Heizung daran anschließen kann.

Mit ersten Unterstützungen von "außen" kann man nach ein paar Tagen bis etwa einer Woche, je nachdem wie groß das betroffene Gebiet ist (kleiner=besser), rechnen.
Ob dann das Stromnetz durch das THW oder dem Versorger temporär mit einem Netzersatzagregat wiederhergestellt wird oder von beliebiger Organisation eine Essens, Wasser und Versorgungsgüter-Ausgabe und einen warmen Platz zum schlafen gibt, ist abhängig von der Lage.
Grundsätzlich wird vom Staat versucht die grundlegenden Bedürfnisse zu erfüllen, nur ggf. eben nicht in gewohnter Qualität.
Bedeutet, gibt eben nur einen Supermarkt, Tankstelle, etc die Strom haben und öffnen können, ggf. eine Kaufbegrenzung pro Artikel, und natürlich ziemlich lange Schlangen.

Grundsätzlich hat man es in solchen Fällen auf dem Land besser als in der Stadt.

PS. man kann einen Generator nicht einfach mit dem Hausnetz verbinden wenn der Strom ausgefallen ist. Stichwort Inselbildung. Das knallt gewaltig auf Grund der Phasenverschiebung, sobald der Versorger den Strom wieder einschaltet, und das wollt ihr nicht in eurem Haus 😉

Zitat von Niels am 26. Juli 2019, 14:21 Uhr

PS. man kann einen Generator nicht einfach mit dem Hausnetz verbinden wenn der Strom ausgefallen ist. Stichwort Inselbildung. Das knallt gewaltig auf Grund der Phasenverschiebung, sobald der Versorger den Strom wieder einschaltet, und das wollt ihr nicht in eurem Haus 😉

Doch kann man, wenn nach dem Hausanschluss hinter dem Zähler (bis dahin hat der Netzbetreiber das Sagen) ein Umschalter existiert der entweder Netz- oder Generatorstrom zulässt und nicht beides verbinden kann. Die Umsetzung sollte auch nicht allzu teuer sein, wird sich ja in der Regel um max 63 A handeln( oder man legt einfach den vorgeschriebenen SLS Schalter unter dem Zähler um, ist aber nur in neueren Anlagen verbaut und nicht die empfehlenswerte Variante) Unser Generator aus Bauzeiten ist dreiphasig mit 5 kW wäre schon etwas sehr überdimensioniert in der Grundlast, aber selbst kochen auf dem Induktionsfeld müsste gehen bei dann sinnvollem nur zeitweisem Betrieb.

Werde aber noch mal in mich gehen ob wir nicht wirklich in den Stromspeicher zur Photovoltaik-Anlage investieren. Damit würde auch die PV-Anlage wieder laufen wenn eine Notstromfunktion integriert ist, wäre blöd wenn der Generator laufen muss, die Sonne scheint aber die PV-Anlage steht weil kein ordentliches Netz da ist.

Ein Szenario wo wir uns wochen- oder monatelang autark versorgen müssen halte ich für unwahrscheinlich. Wir leben in Westeuropa!

Viel wahrscheinlicher halte ich einen Ausfall durch großangelegte Hackerattacken auf das Strom- und Bankensystem. Dabei sollte aber nach einer, maximal zwei Wochen die Versorgung wieder stehen.

Für ein..zwei Wochen habe ich genug Trinkwasser; Nahrung auch, notfalls muss ich Reis oder Nudeln kalt über längere Zeit einweichen um es zu essen. Der Hunger wird es schon reintreiben.

Des weiteren habe ich etwas Geld in kleinen Stückelungen zu Hause. Bei einem großflächigen Ausfall der Banksysteme kann ich dann immer noch problemlos Lebensmittel kaufen.

Ein kleines UKW-Taschenradio und LED-Taschenlampen habe ich zu Hause, auch immer einen kleinen Vorrat an Batterien. Damit sollten sich zwei Wochen überbrücken lassen. Bei längeren Krisensituationen kann man meines Erachtens kaum groß vorbeugen. Eventuell lebt man dann als Prepper zwei..drei Monate länger (bis der Mob ein überrollt).

Zitat von Energiefuchs am 26. Juli 2019, 14:42 Uhr
Zitat von Niels am 26. Juli 2019, 14:21 Uhr

PS. man kann einen Generator nicht einfach mit dem Hausnetz verbinden wenn der Strom ausgefallen ist. Stichwort Inselbildung. Das knallt gewaltig auf Grund der Phasenverschiebung, sobald der Versorger den Strom wieder einschaltet, und das wollt ihr nicht in eurem Haus 😉

Doch kann man, wenn nach dem Hausanschluss hinter dem Zähler (bis dahin hat der Netzbetreiber das Sagen) ein Umschalter existiert der entweder Netz- oder Generatorstrom zulässt und nicht beides verbinden kann. Die Umsetzung sollte auch nicht allzu teuer sein, wird sich ja in der Regel um max 63 A handeln( oder man legt einfach den vorgeschriebenen SLS Schalter unter dem Zähler um, ist aber nur in neueren Anlagen verbaut und nicht die empfehlenswerte Variante) Unser Generator aus Bauzeiten ist dreiphasig mit 5 kW wäre schon etwas sehr überdimensioniert in der Grundlast, aber selbst kochen auf dem Induktionsfeld müsste gehen bei dann sinnvollem nur zeitweisem Betrieb.

Werde aber noch mal in mich gehen ob wir nicht wirklich in den Stromspeicher zur Photovoltaik-Anlage investieren. Damit würde auch die PV-Anlage wieder laufen wenn eine Notstromfunktion integriert ist, wäre blöd wenn der Generator laufen muss, die Sonne scheint aber die PV-Anlage steht weil kein ordentliches Netz da ist.

Naja ein zusätzlich verbauter Schalter am Hausnetzzugang ist ja schon mehr als einfach so 😉
In dem Fall wäre es in der Tat unproblematisch, solange du beim Umschalten vorsichtig bist 😉

Es gibt Speicher, die erfüllen den Anspruch an eine Notstromversorgung.
Dabei wird die Speicher direkt hinter den Stromzähler gesetzt. Funktioniert in etwa so wie eine USV in Rechenzentren.
Der Speicher leitet im Normalbetrieb den Strom durch und wenn auf Netzseite der Strom ausfällt, trennt der Speicher das öffentliche Netz und schaltet der Speicher auf Batterie und erhält damit dein Netz. Wenn der Strom von Netzbetreiber wieder da ist synchronisiert der Speicher zuerst die Phasen bevor er wieder in den Normalbetrieb schaltet. Wenn die PV Anlage (zumindest 1-2 Module) dann noch direkt am DC-Eingang des Speichers sitzt und nicht nur am Hausnetz AC einspeißt, kann der Speicher wenn er mal leer war auch wieder das Hausnetz aktivieren.

Ja einen Generator damit PV läuft wäre irgendwie blöd, wobei 1-2 Plugin Module um Sprit zu sparen wären eine Idee wert.

Zitat von CHRIS-HL am 26. Juli 2019, 14:59 Uhr

Ein Szenario wo wir uns wochen- oder monatelang autark versorgen müssen halte ich für unwahrscheinlich. Wir leben in Westeuropa!

Viel wahrscheinlicher halte ich einen Ausfall durch großangelegte Hackerattacken auf das Strom- und Bankensystem. Dabei sollte aber nach einer, maximal zwei Wochen die Versorgung wieder stehen.

Für ein..zwei Wochen habe ich genug Trinkwasser; Nahrung auch, notfalls muss ich Reis oder Nudeln kalt über längere Zeit einweichen um es zu essen. Der Hunger wird es schon reintreiben.

Des weiteren habe ich etwas Geld in kleinen Stückelungen zu Hause. Bei einem großflächigen Ausfall der Banksysteme kann ich dann immer noch problemlos Lebensmittel kaufen.

Ein kleines UKW-Taschenradio und LED-Taschenlampen habe ich zu Hause, auch immer einen kleinen Vorrat an Batterien. Damit sollten sich zwei Wochen überbrücken lassen. Bei längeren Krisensituationen kann man meines Erachtens kaum groß vorbeugen. Eventuell lebt man dann als Prepper zwei..drei Monate länger (bis der Mob ein überrollt).

Der Mob muss ja auch aus Menschen bestehen, sonst wäre es ja keiner 😀
Also irgendwie geht es halt weiter 😉

Aber Bargeld habe ich meiner Aufzählung vergessen, das sollte man durchaus haben um zu Tanken oder einzukaufen falls man muss und die Gelegenheit hat.

Zum Kochen haben wir mehrere Campimgkocher und immer ein paar Kartuschen in Reserve. Trinkwasser im Normalfall pro Person 10l, dazu noch so um die 5l Milch/Limo/Saft für Nichtalkoholiker, 10l Wein und 10l Bier sind normal auch im Keller. Zur Not überlebt man damit mal 2 Wochen, normal gibt es hier auch Quellen, im Falle einer Belastung der lokalen Quellen müsste man ohnehin schauen, dass man wegkommt.

Zum Essen: So schnell verhungert man nicht. Im Falle eines längeren Stromausfalls müssten zuerst einmal rel. schnell die TK-Sachen aufgegessen werden, und wenn vorhanden auch Fleisch aus dem Kühlschrank. Ein, zwei Tage wäre man damit normal schon versorgt, danach schauen, was sonst aus dem nicht mehr kalten Kühlschrank wegmuss. Minimale Reserven an Reis, Nudeln und Mehl sind meistens zu Hause, ein paar Dosen (Ravioli, Ölsardinen, Sauerkraut...) stehen auch im Keller... und so schnell verhungert man nicht. Nach zwei Tagen Kühlschrank leeren und danach für zwei Wochen täglich nur 0,5l Wein, 0,5l Bier wäre ich ein paar Kilo leichter, aber lange nicht verhungert.

Ein längeres Szenario habe ich nicht im Hinterkopf... wäre mit Vorratshaltung auch stressig.

@namir Wie willst du denn mit 10l Wasser pro Person 2 Wochen hinkommen? Sparsam kalkuliert braucht man ca. 11 l pro Tag/pro Person für Kochen, Trinken, Waschen, usw. (ohne Toilettenspülung) Man kann da natürlich auch viel weglassen und sparen, aber unter 2,5 l geht nichts, vorausgesetzt es ist nicht zu warm. Glaub mir, ich habe das schon ausprobiert. Zzgl. deiner nichtalkoholischen Getränke würdest du vielleicht 5 bis 6 Tage hinkommen, bei absoluter Sparsamkeit. Das heißt Waschen nur noch mit feuchtem Lappen, kein Aufwaschen, keine Toilettenspülung, keine Dusche, kein Wäsche waschen usw. Nur noch Suppe und Eintopf kochen und ja nichts wegschütten. Die alkoholischen Getränke kannst du nicht anrühren. Die löschen keinen Durst, sondern entziehen dem Körper Flüssigkeit und Salze. Außerdem isst du dadurch mehr. Die wenigsten haben wirklich auf dem Schirm, wie viel sie tatsächlich Wasser pro Tag brauchen.

Es geht da v.a. ums Trinken. Kinder bekommt man kaum dazu, mehr als einen Liter am Tag zu trinken, im Fall der Fälle muss das nicht mehr sein, als sonst.

Für Toilettenspülung kann man zur Not mit dem Eimer zum Bach gehen. Klar Waschen und so - es geht in dem Szenario v.a. darum, zu überleben, nicht darum, das Leben so weiterzuführen, wie vorher.

Alkoholhaltige Getränke sind natürlich nicht Durstlöscher erster Wahl - ich kann für mich (aus Erfahrung) sagen, dass ich nicht verdurste, wenn ich mal eine Woche lang nur Bier und Wein trinke, wenn da noch ein halber Liter Wasser am Tag dazu kommt, geht das sicher auch zwei Wochen lang. Es mag Menschen geben, deren Körper da anders reagiert.

Zitat von Fritz am 27. Juli 2019, 10:32 Uhr

@namir Wie willst du denn mit 10l Wasser pro Person 2 Wochen hinkommen? Sparsam kalkuliert braucht man ca. 11 l pro Tag/pro Person für Kochen, Trinken, Waschen, usw. (ohne Toilettenspülung) Man kann da natürlich auch viel weglassen und sparen, aber unter 2,5 l geht nichts, vorausgesetzt es ist nicht zu warm. Glaub mir, ich habe das schon ausprobiert. Zzgl. deiner nichtalkoholischen Getränke würdest du vielleicht 5 bis 6 Tage hinkommen, bei absoluter Sparsamkeit. Das heißt Waschen nur noch mit feuchtem Lappen, kein Aufwaschen, keine Toilettenspülung, keine Dusche, kein Wäsche waschen usw. Nur noch Suppe und Eintopf kochen und ja nichts wegschütten. Die alkoholischen Getränke kannst du nicht anrühren. Die löschen keinen Durst, sondern entziehen dem Körper Flüssigkeit und Salze. Außerdem isst du dadurch mehr. Die wenigsten haben wirklich auf dem Schirm, wie viel sie tatsächlich Wasser pro Tag brauchen.

Bei dem Szenario, dass man so lange von der Versorgung abgeschnitten ist habe ich andere Sorgen als Duschen, Wäsche waschen und Toilettenspülung. Wenn ich Backpacken gehe brauche ich auch nur das Wasser zum trinken (Wasserfilter zum nachfüllen) und ein paar hundert Milliliter für Hygiene und Essen.

Es ist halt immer die Frage, wie lange dauert die Krisensituation und vor allem in welcher Jahreszeit tritt sie ein. Bei einem länger andauernden Stromausfall wird nichts mehr funktionieren. Das Hauptproblem ist 1. Trinkwasser und 2. im Winter Heizmaterial. Campingkocher sind OK, aber damit kann man keine Wohnung heizen. Wer einen Kamin oder Holzofen hat, ist noch im Vorteil, wenn er genügend Holzvorrat hat. Zentralheizungen (Öl, Gas, Pellets) funktionieren nicht, da sie für die Steuerung und die Pumpen Strom brauchen. Ich habe für den Fall einen kleinen Wechselrichter, den man an das Auto anstecken kann. Das reicht zumindest für die Elektronik meiner Gasheizung und die Umlaufpumpe. Soviel Strom zieht die zum Glück nicht. Wenn es länger dauert, muss man halt den Motor laufen lassen, damit die Batterie nicht leer gezogen wird. Aber es ist natürlich auch nur was für ein paar Tage. Im Winter empfiehlt es sich nicht alle Räume im Haus/Wohnung zu benutzen, sondern nur ein/zwei zu beheizen. Der Mensch produziert im Übrigen auch Abwärme. Die Eskimos können Ihre Iglus allein schon dadurch auf fast 20 Grad bringen.
Wie gesagt: alkoholische Getränke sind ein absolutes NoGo in Notsituationen. Da verschätzt ihr gewaltig eure Körperfunktionen. Rein medizinisch gesehen ist es sogar ein karzinogenes Gift, das man grundsätzlich vermeiden sollte. Aber ist halt ein kultureller (dummer) Brauch. Im Winter entzieht es dem Körper sogar noch Wärme (auch wenn es sich anders anfühlt). In Notsituationen sollte man auf jeden Fall Energie sparen. Also keine unnötigen Anstrengungen.
Noch was zum Thema Nahrungsmittel: Wie schon gesagt wurde, kommt man ohne Essen relativ lange aus. Der Mensch kann ca. 4 bis 6 Wochen ohne Nahrung überleben. Allerdings schwindet dann auch zusehens die Kraft und Konzentrationsfähigkeit. Wer längere Zeit hungert, kann nicht mehr klar denken. Insbesondere, wenn man es nicht bereits durch Fasten "trainiert" hat, wird das wohl für die meisten ein echtes Problem. Ein sehr gutes Nahrungsmittel für solche Situationen sind im Übrigen Haferflocken. Die enthalten fast alles was der Mensch zum leben braucht und sind fast unbegrenzt haltbar. Wer hier ein bisschen Vorratswirtschaft betreiben will, kann auch noch Obst trocknen. Das hat den Vorteil, dass ca. 70% der Vitamine erhalten bleiben, man benötigt keinen Kühlschrank und das Zeug ist bei trockener Lagerung fast ewig haltbar. Tee und Kaffe hält sich auch ohne Kühlung. Bei Brot wäre wohl Knäckebrot und Zieback zu empfehlen, da das nicht so schnell schimmelt wie normales Brot. Fleisch kann man auch trocknen, habe ich aber noch nie ausprobiert.
Wer hier mal ein paar echte erprobte und praxistaugliche Ratschläge sucht, dem sei das Buch "Outdoorpraxis" von Rainer Höh empfohlen. Da stehen viele gute Sachen drin, die man auch für solche Fälle nutzen kann. Oder wer es gleich auf die "harte Tour" will, für's Überleben in der Wildnis ist es ebenfalls gut geeignet 😉
Auf jeden Fall sollte man Kontakt zu den Nachbarn und Freunden halten. Oft kann man sich hier gegenseitig helfen und bekommt wichtige Infos mit. Ein batteriebetriebenes Radio sollte auch im Haus sein (mit vollen Batterien), um immer auf dem Laufenden zubleiben und für wichtige Durchsagen der Behörden.
Wer Medikamente benötigt, sollte ausreichend Vorrat haben. In solchen Fällen sind Ärzte und Apotheken mit Sicherheit überlastet oder haben keinen Nachschub.
Wer eine Photovoltaik-Anlage hat oder sich zulegen will, der sollte unbedingt darauf achten, dass diese auch im Inselbetrieb arbeiten kann. Die normalen Anlagen, die ihre Energie ins öffentliche Netz einspeisen, werden bei einem Stromausfall automatisch abgeschaltet und sind demnach auch für den Besitzer nicht mehr nutzbar. Es gibt aber auch kleinere mobile Camping-Anlagen, die zumindest für Smartphone und Laptop ausreichend sind.
Toilette: Das ist vor allem für diejenigen ein Problem, die keinen Garten haben. Bei einem großflächigen Stromausfall, bricht ja auch die Wasserversorgung und Entsorgung zusammen, d.h. WC kann man auch nicht mehr benutzen. Es gibt im Internet diverse Anleitungen, wie man eine Trenntoilette bauen kann. Soll ganz gut mit Katzenstreu funktionieren. Vielleicht geht auch Löschkalk, hab's noch nicht ausprobiert... Wichtig ist nur: Flüssiges und Festes nicht zusammen in einen Eimer! Da entsteht Amoniak und das ist nicht nur giftig, sondern stinkt auch wie die Pest. Ansonsten sollen Trenntoiletten keine große Geruchsbelästigung erzeugen. Wer das mal ausprobiert hat, kann ja seine Erfahrungen hier dazu schreiben.

Im Roman „Blackout“ ist ein worst case Szenario beschrieben. Spannend.  Seither habe ich Trinkwasser und Haferflocken (siehe Info von Fritz) + Esbitkocher im Keller. Ich würde mich mit dem Fahrrad zu meiner Mutter durchschlagen. Da gibts noch einen alten Holzofen zum kochen und notfalls heizen. Vermutlich haben wir dann auch viele Freunde 😄.

Zitat von Niels am 26. Juli 2019, 15:58 Uhr

Es gibt Speicher, die erfüllen den Anspruch an eine Notstromversorgung.
Dabei wird die Speicher direkt hinter den Stromzähler gesetzt. Funktioniert in etwa so wie eine USV in Rechenzentren.
Der Speicher leitet im Normalbetrieb den Strom durch und wenn auf Netzseite der Strom ausfällt, trennt der Speicher das öffentliche Netz und schaltet der Speicher auf Batterie und erhält damit dein Netz. Wenn der Strom von Netzbetreiber wieder da ist synchronisiert der Speicher zuerst die Phasen bevor er wieder in den Normalbetrieb schaltet. Wenn die PV Anlage (zumindest 1-2 Module) dann noch direkt am DC-Eingang des Speichers sitzt und nicht nur am Hausnetz AC einspeißt, kann der Speicher wenn er mal leer war auch wieder das Hausnetz aktivieren.

Ja einen Generator damit PV läuft wäre irgendwie blöd, wobei 1-2 Plugin Module um Sprit zu sparen wären eine Idee wert.

Hallo Niels, wir haben schon eine große Photovoltaikanlage, die erzeugt fast das 8 fache unseres jährlichen Stromverbrauchs. Von so Bastellösungen mit 2 Modulen mit Miniwechselrichtern  oder ähnlichem halte ich nicht wirklich viel. Kommt ja da auch einiges zusammen an kosten, wovon ich nur im eventuellen Krisenfall was hätte. Denke wir entscheiden uns für die professionelle Lösung mit Ladewechselrichter auf allen drei Phassen und einem 12 kWh Batteriespeicher. Das wäre mal ne Investion die nicht wirklich Rendite erwirtschaftet, aber wir tun auch kein Geld dabei. Der Aufpreis für die Notstromversorgung liegt bei ca 1000 Euro, das wäre dann allerdings kein Geschäft mehr. Durch den Akku würde unser Autarkiegrad natürlich deutlich steigen, die Wärmepumpe würde dann meist  über 24 h mit Solarstrom laufen, Geld sparen wir aber nicht wirklich damit.

Da haben wir in der kleinen Stadtwohnung etwas schlechtere Karten. Lebensmittel haben wir genug, wassermäßig können wir die Badewanne und die vorhandenen Gefäße volllaufen lassen (wenn das dann noch geht). Eine gezielte Vorsorge in der Richtung betreiben wir nicht.

Das Ferienhaus meiner Mutter hat einen Holzofen und einen eigenen Brunnen, da wären die Überlebenschancen noch am besten. Falls wir da dann noch hinkommen (etwa 60 km weg, ja, würde wohl schon gehen).

Was sind das denn für Untergangsszenarien hier! Ihr wollt doch alle für später sparen um dann das frugale Leben zu genießen 😊

Ich gebe zu, das würde den Genuß doch erheblich eintrüben ... 😆

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