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Immobilienpreise & Corona

Hi!

Steigende Zinsen halte ich in den nächsten Jahren für sehr unwahrscheinlich. War schon vor Corona nicht wahrscheinlich und ist durch Corona nicht aktueller geworden...

Ein 2. Lockdown mit damit einhergehenden Pleiten und in weiterer Folge höhere Arbeitslosigkeit kann aber aus meiner Sicht mittelfristig ein Faktor werden.

Das eine solche Entwicklung auch Folgen abseits des Immomarktes hätte ist natürlich unbestritten und die Politik wird sich hüten, eine solche Entscheidung leichtfertig zu treffen.

Grüße,

Nyxpriest

Zitat von PanameraFlow am 26. Oktober 2020, 12:40 Uhr
Zitat von exit-tbd am 26. Oktober 2020, 12:37 Uhr

 

über fallende Immobilienpreise kannst Du Dich dann freuen, wenn die Hypothekenzinsen wieder ein Stück steigen

Aber das wird doch die nächsten Jahrzehnte bestimmt nicht passieren

kannst Du mir mal Deine Glaskugel leihen?

ich weiß nicht, ob in 3 Jahren oder in 3 Jahrzehnten - IRGENDWANN wird die "Euroblase" aber mal platzen müssen!

vielleicht irgendwie so, dass Staatsschulden dahinschmelzen ...

... während zur Rettung der Banken deren Forderungen bei Nichtstaaten besser erhalten bleiben?

 

PS:
konnte sich 1988 in der DDR jemand vorstellen, dass der soeben gekaufte Trabbi - auf dessen Auslieferung er gerade 15 Jahre gewartet hat - 3 oder 5 Jahre später als "junger Gebrauchter" kaum noch verkäuflich sein würde ... während er die dafür "verballerten" ca. 15.000,- Ostmark wenig später 2:1 in 7.500 DM hätte umtauschen können ...

Zitat von Muslime_Frugi am 26. Oktober 2020, 13:31 Uhr

... An Fallende Immopreise wegen Corona glaube ich nicht. Sonst hätten sie auch schon im/nach dem ersten Lockdown reagieren müssen.

...

dem Argument kann ich nicht folgen:

Immobilienpreise sind in der Regel sehr träge - eine signifikante Reaktion kann durchaus mehrere Monate wenn nicht 1 oder 2 Jahre dauern ...
(bis in ausreichender Anzahl Verkäufer realisieren, dass die gewohnte Bewertung eine Illusion geworden ist!)

außerdem kommt es auf regionale Effekte an!

z.B. im Flughafenumfeld, wenn Lufthansa an Corona versterben sollte (oder 80 % des Personals entlassen muss)

Ich weiß es ja auch nicht und schreibe nur meine Meinung bzw. Wahrnehmung.

Im Moment (der erste Lockdown ist ja schon ein gutes halbes Jahr her) haben die Märkte in die andere Richtung reagiert und das teils heftiger als vor Corona

Zitat von exit-tbd am 26. Oktober 2020, 15:59 Uhr

außerdem kommt es auf regionale Effekte an!

z.B. im Flughafenumfeld, wenn Lufthansa an Corona versterben sollte (oder 80 % des Personals entlassen muss)

Um Hamburg rum, zB im Süden, wird sich er Effekt, wenn der Abbau bei Airbus und Lufthansa Technik etc. er mal richtig angelaufen ist, mit Sicherheit feststellen lassen.

Je nachdem in welche Mikro-und Makrolagen ich investiert bin steigt der Wert oder es gibt eben mal einen Rücksetzer. Der Trend bleibt wie den meisten Sachwertinvestionen positiv.

Klar ist das z.B Stuttgart und Umfeld eher zu Rücksetzer neigt aufgrund der hohen Kurzarbeitsquote und der hohen Dichte an Automotivzulieferer im Bereich Verbrennertechnik. Im Hamburgern Süden wird das wohl auch so sein aufgrund Luftfahrt, aber es wird eben auch Lagen geben die outperformen.

Bei Immobilien entscheidet eben der Kaufpreis sehr stark über den Gewinn oder Verlust. Wer zu teuer kauft, Sanierungsaufwand falsch bewertet und nicht auf die Mikro/ Makrolage achtet kann sich damit ruinieren. Aufgrund des Hebels bei der Finanzierung kannst du damit aber eben auch recht vermögend bzw. finanziell frei werden. Für eine Passivanlage ist das zumindest nicht geeignet.

 

Die Preisentwicklung ist standortabhängig. Wenn dieser Standort von der Krise schwer getroffen wird (Einzelhandelsmieter ziehen aus, Bewohner verlieren ihren Arbeitsplatz und müssen einen günstigeren Ort finden oder ihr Haus verkaufen) und es nicht viele andere wirtschaftliche Aussichten gibt, wird der Hauspreis definitiv sinken. Ansonsten denke ich, dass Immobilien den Kurs halten werden, da viele Eigentümer glauben, dass diese Pandemie nur ein vorübergehender Rückschlag ist und sich die Dinge bald wieder normalisieren werden. Daher ist es wohl ein guter Schritt, an Ihrem Vermögen festzuhalten. Wenn Sie ein Haus zum Wohnen kaufen möchten, ist es meiner Meinung nach ein guter Zeitpunkt, eine Hypothek aufzunehmen, da die Zinssätze auf dem Tiefststand sind. Sie können frühere Daten zu Häusern in einem bestimmten Viertel verwenden, um festzustellen, ob sich die Preise drastisch geändert haben.

Finde ich ein spannendes Thema - natürlich Standortabhängig

Bin in Wien zuhause und Thema Eigentumswohnung diskutieren wir auch schon länger. Auf der einen Seite ist mieten günstig in Wien. Auf der anderen Seite steigen die Kauf und Mietpreise

Letzte Info von heute sind die Preise um 13% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen

https://kurier.at/wirtschaft/immobilienpreise-in-wien-ziehen-kraeftig-an/401101134

Was ist eure Meinung dazu?

Hi @tom_mai!

Ich habe selbst ein paar Immos in Wien und würde die genannten Zahlen mit etwas Vorsicht betrachten. Vor allem unter dem Aspekt, dass hier nicht die tatsächlich erzielten Verkaufspreise, sondern die Angebotspreise der diversen Portale als Grundlage dienen.

Was aber festgehalten werden kann, wie es hier ja auch schon öfter passiert ist: Die Preise sind auch unter Corona deutlich gestiegen.

Aus meiner persönlichen Sicht hat das folgende Gründe:

  • Geld ist billig (niediger Zins)
  • Zur sinnvollen Geldanlage führt derzeit kein Weg an Aktien oder Immos vorbei
  • Punkt zwei hat mittlerweile sogar "Der Österreicher" verstanden
  • "Der Österreicher" vertraut Aktien nicht
  • Daher kauft "Der Österreicher" Immobilien, weil es mittlerweile jeder macht (und darüber freut er sich sogar, weil Immobilien ja schon so ein kleines Prestigeobjekt sind)

Dieser Zustand wird sich auch so schnell nicht ändern, vermute ich. Bis die Zinsen irgendwann mal wieder steigen und man dann ENDLICH wieder ein Sparbuch besparen kann.

Grüße,

Nyxpriest

Zitat von Nyxpriest am 20. November 2020, 7:49 Uhr

Hi @tom_mai!

Ich habe selbst ein paar Immos in Wien und würde die genannten Zahlen mit etwas Vorsicht betrachten. Vor allem unter dem Aspekt, dass hier nicht die tatsächlich erzielten Verkaufspreise, sondern die Angebotspreise der diversen Portale als Grundlage dienen.

Was aber festgehalten werden kann, wie es hier ja auch schon öfter passiert ist: Die Preise sind auch unter Corona deutlich gestiegen.

Aus meiner persönlichen Sicht hat das folgende Gründe:

  • Geld ist billig (niediger Zins)
  • Zur sinnvollen Geldanlage führt derzeit kein Weg an Aktien oder Immos vorbei
  • Punkt zwei hat mittlerweile sogar "Der Österreicher" verstanden
  • "Der Österreicher" vertraut Aktien nicht
  • Daher kauft "Der Österreicher" Immobilien, weil es mittlerweile jeder macht (und darüber freut er sich sogar, weil Immobilien ja schon so ein kleines Prestigeobjekt sind)

Dieser Zustand wird sich auch so schnell nicht ändern, vermute ich. Bis die Zinsen irgendwann mal wieder steigen und man dann ENDLICH wieder ein Sparbuch besparen kann.

Grüße,

Nyxpriest

Danke für die Antwort und hallo von Wien nach Wien 😉

Den inhaltlichen Punkten zum kaufen stimme ich voll und ganz zu.

Auf der anderen Seite haben sich die Mieten aber nicht erhöht.

Zumindest in Wien gibt es für Buy & Hold kaum mehr Immobilien, die einen vernünftigen Cashflow bringen. Einzig auf den Wertanstieg kann man noch hoffen, finde ich aber zu spekulativ für meine Wertanlage.

Natürlich kann man sich auch mit 3% Bruttomietrendite begnügnen aber sehe hier den Sinn im Vergleich eines ETF nicht

Hi @tom_mai!

Ebenfalls einen schöne  Gruß!

Es ist derzeit sicher nicht so leicht, vernünftige Wohnungen in Wien zu finden, aber das war es vor 5 Jahren auch schon und trotzdem findet man immer wieder gute Objekte.

Falls dich ein Immoinvestment in Wien interessiert würde ich mich nicht vom allgemeinen Tenor ablenken lassen, dass es "ja sowieso unmöglich ist etwas Vernünftiges zu finden." Es gibt mehr als genug gute Angebote - auch auf den einschlägigen Plattformen. Einfach mal eine Wohnung aussuchen und durchrechnen.

Beispiel von letzter Woche: 127k, 39m², 5 min zur U-Bahn, 90% finanziert, 100€ Cashflow.

Und zum Thema Wertsteigerung:

Ich habe mittlerweile lieber eine Wohnung mit kleinerer Mietrendite (4%) und Chancen auf Wertsteigerung aufgrund guter Lage, als hohe Mietrendite (>6%), die dann mit entsprechenden Risiken verbunden ist.

Ist das Spekulation auf Wertsteigerung? Finde ich nicht. Ich versuche wie bei ETFs vorzugehen: Einfach kaufen, egal wie sich die Preise entwickeln.

Grüße,

Nyxpriest

Trotz der Corona-Krise sind die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland im vergangenen Quartal so stark gestiegen wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Von Juli bis September lagen sie im Schnitt um 7,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Damit stiegen die Preise trotz der Corona-Krise durchschnittlich so stark wie zuletzt im 4. Quartal 2016", hieß es dazu. Damals hatte das Plus sogar 8,4 Prozent betragen.

 

Mhh... Mir kann doch keiner erzählen dass sowas gesund ist.

Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/11/PD20_467_61262.html

Spannender werden die regional aufgeschlüsselten Daten Ende Dezember. Eine weitere Steigerung der Top-Städte wäre vermutlich ungesünder als ein Nachziehen der Regionen, die trotz guter Perspektiven bisher nicht stark angezogen haben.

Der weltweite Aktienmarkt kommt mir aber auch gerade nicht gesünder vor als der deutsche Immobilienmarkt. Aber Einen Tod muss man ja sterben. (Wenn man nicht grad in sein eigenes Unternehmen investieren kann und will :-)).

 

Zitat von TheWanderer am 25. November 2020, 10:43 Uhr

 

Der weltweite Aktienmarkt kommt mir aber auch gerade nicht gesünder vor als der deutsche Immobilienmarkt. Aber Einen Tod muss man ja sterben. (Wenn man nicht grad in sein eigenes Unternehmen investieren kann und will :-)).

 

Dem stimme ich zu 😀

Was mich etwas sorgt ist, dass sich die Kaufpreis Steigerungen zunehmend von den Mietpreisen abkoppeln.

Das sind am Immo Markt typische Anzeichen für Blasenbildungen...

Deswegen kaufe ich auch nicht sondern bleibe schön in meiner Mietwohnung (eine 3% Erhöhung in 15 Jahren, ich sage nicht, was ich zahle).

Letzte Woche ging die Waschmaschine im Keller kaputt: 1 Anruf, schon stand ein paar Tage später eine schöne neue von Siemens im Waschkeller.

Wieso sollte ich mir jetzt eine völlig überteuerte Wohnung kaufen?

Zitat von Privatier am 25. November 2020, 17:44 Uhr

Deswegen kaufe ich auch nicht sondern bleibe schön in meiner Mietwohnung (eine 3% Erhöhung in 15 Jahren, ich sage nicht, was ich zahle).

Letzte Woche ging die Waschmaschine im Keller kaputt: 1 Anruf, schon stand ein paar Tage später eine schöne neue von Siemens im Waschkeller.

Wieso sollte ich mir jetzt eine völlig überteuerte Wohnung kaufen?

Das ist zu 100% richtig aus Sicht von jemandem, der schon in einer Mietwohnung wohnt. Das Problem ist, dass (in der Großstadt) aktuell Mietwohnungen so gut wie überhaupt nicht zu bekommen sind, wenn man keine entsprechenden Kontakte und/oder SEHR viel Glück hat. In vielen Regionen bleibt einem da nicht wirklich etwas anderes übrig, als eine Wohnung zu kaufen, wenn man hin ziehen möchte.

Kenne viele die in der Stadt seit über einem Jahr nach einer Wohnung suchen und noch nichts gefunden haben, weil man sich für Wohnungen im normalen Preissegment oft gegen 50-100 Mitbewerber durchsetzen muss. Wenn man dann noch z.B. ein Haustier hat oder es andere Umstände gibt, die Vermieter nicht gerne sehen, wird es noch schwerer.

Zitat von Privatier am 25. November 2020, 17:44 Uhr

Deswegen kaufe ich auch nicht sondern bleibe schön in meiner Mietwohnung (eine 3% Erhöhung in 15 Jahren, ich sage nicht, was ich zahle).

Letzte Woche ging die Waschmaschine im Keller kaputt: 1 Anruf, schon stand ein paar Tage später eine schöne neue von Siemens im Waschkeller.

Wieso sollte ich mir jetzt eine völlig überteuerte Wohnung kaufen?

Auch hier  bitte möglichst beim Thema bleiben, die Basisargumente haben wir ja schon oft genug durchgekaut. Und mein Mieter zahlt seine neue Waschmaschine schön selbst. 🙂

Zitat von Muslime_Frugi am 25. November 2020, 17:03 Uhr

Was mich etwas sorgt ist, dass sich die Kaufpreis Steigerungen zunehmend von den Mietpreisen abkoppeln.

Das sind am Immo Markt typische Anzeichen für Blasenbildungen...

Stimm dir hier voll und ganz zu.

Habe mal geschaut wie die Erhöhungen die letzten Jahre in meinem Wohnbezirk waren die letzten 8 Jahre

  • Erhöhung Miete/m2/Jahr im Schnitt (2012-2020) im Wohnbezirk:<1%
  • Erhöhung Kaufpreis/m2/Jahr im Schnitt (2012-2020) im Wohnbezirk:~8%

 

Ein Stück weit kann man den Spread schon durch die extrem niedrigen Zinsen argumentieren.

Bis jetzt ist es noch ok. Es sollte nur nicht viel länger auseinanderlaufen.

Mein Mieter würde auch gerne Cash kaufen. Bleibt aber weil das Mieten günstiger ist.

Mein Kaufpreis 2011 2.900 p. m2, jetzt in der Nachbarbebauung 5.900 beides Neubau.

Mein damaliger angesetzter Neubau Mietpreis 10€ m2. Heute 15 auch Neubau.

Ich sollte mal auf 12 hoch. Vergleichsobjekte geben es her.