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Höhe des Notgroschen

Meine "eiserne Reserve" liegt auf dem Tagesgeldkonto (oder Giro - da beide 0% Zinsen abwerfen, schichte ich nur gelegentlich um). Für das Verrechnungskonto folge ich der Regel "Time in the market beats timin' the market": sobald sich da 1k angesammelt hat, wird es reinvestiert, wo es gerade kurs- und renditemäßig günstig ist. Ad-hoc-Sparplan, sozusagen. 1k Minimum nehme ich, weil (1) übersichtliche Einheit und (2) auf Käufe/Verkäufe zahle ich bei onvista-bank 7€ flat, macht 0.7%.

Zitat von Oliver am 27. April 2021, 23:37 Uhr

...

  • Der Notgroschen soll vor allem hochliquide sein, um plötzlich auftretende Ausgaben abfedern zu können (z.B. Geld auf dem Girokonto, ...

ist bei mir dadurch abgedeckt, dass ich 2008 bis 2010 aufgrund gewisser Unsicherheiten an den Finanzmärkten ein wenig übriges Geld vom Girokonto abgeschöpft und wo immer welche zu kriegen waren in 10 Euro-Münzen umgetauscht habe
(aus 18 g Stirlingsilber, so dass in jeweils 600 Euro eine unbefristete "Call-Option" auf ein kg Silber enthalten ist)

wenn ich aus irgendeinem Grund plötzlich Cash gebraucht hätte oder brauchen würde, sind die Silber-10er jederzeit verlustfrei in bunt bedruckte Baumwolle gleichen Nennwerts umtauschbar ...
(wäre aber derzeit nicht mehr sinnvoll. da bei 736,07 EUR je 1 Kilogramm Silber der Metallwert den Nominalwert um 23 % übersteigt)

... und wenn der Silberpreis wie zuletzt 1980 einen Peak bildet, kann ich den Gewinn absahnen!

--> ist im Grunde wie eine  unbefristete und unverzinste  Wandelanleihe

Meine ganz persönliche Meinung: 0€

Begründung: wir sind Doppelverdiener und im Notfall würde 1 Gehalt reichen. Beide würden Arbeitslosengeld bekommen, 3-6 Monate Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (individualvertraglich). Eine Stromnachzahlung oder eine kaputte Waschmaschine bliebe problemlos jeden Monat übrig... dann geht halt ein Tausender weniger ins Aktiendepot. Autos sind beide Firmenwägen (also auch kein finanzielles Risiko wegen Defekt / Unfall).

Und wenn alle Stricke reißen (einer wird arbeitslos, fristlos und mit ALG-Sperre, während die Waschmaschine kaputt geht und wir dringend privat ein Auto anschaffen müssten, etc), dann gehen wir halt ans Aktiendepot ran (im Zweifelsfall realisiert man halt notfalls auch mal Verluste) oder nimmt den Dispo in Anspruch (kostet halt Zinsen, aber jahrelang x.000€ zinslos auf dem Tagesgeldkonto rumliegen lassen hat auch Opportunitätskosten).

Von meinem (Ausnahme-)fall mal abgesehen, erachte ich 3 Monatsausgaben als sinnvoll. Ich würde das aber nicht zinslos rumliegen lassen, sondern irgendwo in ETFs investieren. Das Restrisiko, genau da ran zu müssen, wenn der ETF  vielleicht mal im Minus steht, würde ich in Kauf nehmen.

Interessant, wie unterschiedlich hier die Ansätze Meinungen sind.

Ich bin auch einer von denen die sich knappp 20.000€ auf Tasche halten. Das entspricht etwa unseren Jshreshaushaltsausgaben für zwei Personen. Da ich meinen Lebensunterhalt aus insgesamt vier unterschiedlichen Tätigkeiten beziehe und somit eigentlich immer irgendwo gerade etwas Geld rein kommt, fühle ich mich mit diesem Betrag auch ausreichend abgesichert. Sollte es mal richtig doof laufen, kann ich auch Autos oder andere Wertgsgenstände relativ schnell zu Geld machen die sich flott und zuverlässig zu Geld machen lassen (Minibagger, diverse DDR Mopeds, Wohnmobil, Ebike, Klinkersteine).

Da ich nächstes Jahr nochmal bauen möchte und ich noch keine Finaazierungsdetails angefragt habe, werde ich mein Cashpolster dieses Jahr aber etwas vergrößern um, ggf. Vorableistungen wie Baugrundgutachten, Vermessung, Erschließungssatzung, Palnerkosten für die Genehmigungsplanung etc. erstmal stressfrei auslegen zu können.

 

vg

 

Ich habe natürlich auch noch eine Meinung dazu bzw. möchte euch mein Konzept vorstellen. Über Feedback freue ich mich.

Persönlicher Notgroschen:

Obwohl wir bereits ein Kind haben ( ein zweites kommt im Oktober) und Immobilienbesitzer sind, halte ich meinen persönlichen Notgroschen aktuell sehr niedrig (nicht der fürs Haus, der ist deutlich höher). Dieser beläuft sich ziemlich genau auf 1x monatliche Kosten die ich decken könnte. Warum nur so niedrig? Meine Frau und ich haben das Glück, dass wir beide studieren durften und deshalb ein gutes Gehalt beziehen. Dadurch würde ich selbst im Fall der Fälle (Arbeitslosigkeit) durch das ALG meine monatlichen Kosten decken können. Die monatlichen Sparraten für Investition wäre davon betroffen (ich könnte also in der Arbeitslosigkeit keine Aktien kaufen, aber meine monatlichen Kosten decken). Mein Frau verdient selbst in der Teilzeit so gutes Geld, dass wir alle unsere Kosten decken können.

Ich habe aber einen "unsichtbaren" Notgroschen -> Amazon Kreditkarte. Auf dieser Karte halte ich den Kreditrahmen frei und könnte damit im Notfall noch Reparaturen etc. bezahlen. Natürlich sind dort die Zinsen hoch, aber das wäre ja auch nur der absolute Notfall und am Ende würde ich daran auch nicht sterben..

Und im aller größten Notfall hat man auch noch das Aktiendepot

Haus-Notgroschen:

Wir haben den Hauskredit nicht vollständig aufgebraucht und halten deshalb noch eine 5-stellige Summe auf dem Baukonto vor. Des Weiteren sparen wir fleißig die empfohlene Instandhaltungskosten-Pauschale (anhand der qm des Hauses festgesetzt). Ich würde natürlich sinnvolle Investitionen am Haus tätigen, würde aber das Konto nicht für einen neuen Fernseher oder ähnliches plündern.

Sonstiges:

Ich bin mir aktuell nicht 100%ig sicher bzgl. der Autos. Wir wohnen auf dem platten Land und sind definitiv auf Autos angewiesen. Allerdings sind wir keine Menschen die teure Autos brauchen (ich fahre z.B. einen Dacia..). Lege ich noch ein Konto für die Autos an, oder würdet Ihr im Zweifel die Autos günstig finanzieren?

 

Viele Grüße, freue mich über Rückmeldung

Ich habe keinen Notgroschen, ich habe eher eine Budget für unterschiedliche Fälle das ich zurückstelle, und das unmittelbar ( Bar / Tagesgeld) verfügbar ist.

So z.b für ein neues Auto, b.z.w. 2 , falls meine Frau auch eins braucht (ein Unglück kommt ja selten allein) , größere Reparaturen am Haus ,  u.s.w.

Im weiteren gibt es noch eine Sicherheitsreserve für die absolut unvorhersehbaren Fälle ( Kriege, Katastrophen ) , das ist eine kleinere Menge Bargeld ( in verschiedenen Währungen) , sowie 2 Konten mit Fremdwährungen , weit ausserhalb Europas , auf die ich zur Not weltweit zugreifen kann, falls die EU in Schutt und Asche liegt. Das wird natürlich nicht bis zum Ende des Lebens reichen, aber zumindest werde ich nicht unmittelbar verhungern, wenn ich aus unvorhergesehen Gründen das Land oder sogar den Kontinent fluchtartig verlassen müsste.

Die gesamte Reserve, also geplante Rückstellungen + Sicherheitsreserve, ist etwa 1/4 meines Kapitals.

 

Zitat von Achim_Global am 27. April 2022, 15:00 Uhr

Ich habe keinen Notgroschen

Die gesamte Reserve ist etwa 1/4 meines Kapitals.

 

 

Einen Notgroschen fürs Auto halte ich für unnötig. Habe in der Vergangenheit wenn schnell Ersatz her musste immer einen kleinen Renault Twingo gekauft. Kriegtbman schnell und für unter 1000€ mit Tüv und wird ihn auch mit wenig Verlust wieder los. Mittlerweile hab ich so eine Karre in vernünftigem technischen Zustand unter Plane stehen. Passiert ja nix mit und kann im "Notfall" flott angemeldet werden und frisst kein Brot und vor allem gammeln sie nicht. Dann ist man erstmal versorgt und hat Zeit, in Ruhe was neues zu besorgen ohne die Mobilität zu verlieren.

Hatte mehrere Jahre keinen Notgroschen und bin immer wieder mal in den Dispo geraten das war etwas ärgerlich weil recht teuer. Aktuell habe ich knapp 200k auf verschiedenen Girokonten plane aber auch ca. 120k im Sommer für Renovierungen auszugeben. Mein Ziel ist es Langfristig bei ca. 100k Notgroschen zu landen um schnell größere Probleme an den alten Häusern beheben zu können ohne jedes mal die Bank nach einem Kredit fragen zu müssen.

Ich habe 10.000€ Notgroschen.

Dafür kein RK1. RK1 macht für mich keinen Sinn, ich investiere in das wo ich denke das bringt die beste Rendite. Das können mal Aktien, mal Anleihen sein, egal ob RK1 oder RK3.

Wofür man 40% Anleihen haben sollte ist mir ein Rätsel.

Habe in den letzten 3 Monaten meinen RK1 Anteil von 145.000 auf 90.000€ reduziert.
Das Geld ist in Bausparverträgen angelegt und mit 1,5% verzinst. Diese sind zum nächsten Monat auflösbar.

Am liebsten würde ich den Cash Bestand auf 3-4 Monatsausgaben reduzieren. Da ich aber vorbereitet sein will in den nächsten Jahren den Hammer zu schmeißen, will ich nicht weiter reduzieren. Eher bis dahin wieder aufbauen.

40% Anleihen oder Cash ist vielleicht etwas viel. Die Frage ist natürlich ob in der Anspar- oder Entnahmephase.

In der Ansparphase natürlich klar zuviel. In der Entnahmephase kommt es auf das Gesamtvermögen an.
Wer mit 2,5% brutto Entnahme oder Dividenden einem Depot gut und großzügig kalkuliert klar kommt oder entsprechend auch Mieteinnahmen hat braucht sicher keine 40% RK1.

Zitat von Muslime_Frugi am 29. April 2022, 0:03 Uhr

40% Anleihen oder Cash ist vielleicht etwas viel. Die Frage ist natürlich ob in der Anspar- oder Entnahmephase.

 

Das ist in der aktuellen Lage auch in der Entnahmephase eindeutig zu viel. Du kannst dir ja mal ausrechnen, wie hoch bei 7% Inflation der Wertverlust sein würde.

Zitat von Privatier am 29. April 2022, 8:08 Uhr

Das ist in der aktuellen Lage auch in der Entnahmephase eindeutig zu viel. Du kannst dir ja mal ausrechnen, wie hoch bei 7% Inflation der Wertverlust sein würde.

Ja natürlich, das ist ein Drama. Aber was will ein FIRE Kandidat machen der zu knapp kalkuliert hat und Richtung 4% Entnahme braucht und auch bei den Ausgabeeinsparungen wenig Spielraum hat?
Der ist dann halt irgendwo im Trade-off zwischen Renditereihefolgerisiko und Inflationserwartung.

Braucht man eine Rücklage die mehr als 25k€ sind? Damit kann man kurzfristig Auto, Waschmaschine, Spülmaschine, Kühlschrank, Reparaturen an Haus abdecken.

Alles andere würde ich sowieso finanzieren oder nicht? Kredit Zinsen von 2,3% aktuell für 25k€ auf 5 Jahre sind bei der momentanen Inflation geschenktes Geld oder nicht?

Habe ich da einen Denkfehler?

Man könnte auch soweit gehen und sagen dass man einen Sparplan in Aktien ersetzt durch eine Kredit Tilgung. Die Sparsumme aber sofort in einem Stück in Aktien investiert. Würde unterm Strich alleine wegen Inflation und Zins positive Rendite liefern oder?

So machen es ja die Banken auch mit geliehenen Geld zu zocken

Zitat von Frugi85 am 27. April 2022, 15:56 Uhr

Einen Notgroschen fürs Auto halte ich für unnötig. Habe in der Vergangenheit wenn schnell Ersatz her musste immer einen kleinen Renault Twingo gekauft. Kriegtbman schnell und für unter 1000€ mit Tüv und wird ihn auch mit wenig Verlust wieder los. Mittlerweile hab ich so eine Karre in vernünftigem technischen Zustand unter Plane stehen. Passiert ja nix mit und kann im "Notfall" flott angemeldet werden und frisst kein Brot und vor allem gammeln sie nicht. Dann ist man erstmal versorgt und hat Zeit, in Ruhe was neues zu besorgen ohne die Mobilität zu verlieren.

Das halte ich tatsächlich für einen sehr guten Tipp, wenn man den Platz dafür hat das Auto unangemeldet irgendwo stehen zu haben 😀

Zitat von blindesHuhn am 29. April 2022, 10:29 Uhr

 

Alles andere würde ich sowieso finanzieren oder nicht? Kredit Zinsen von 2,3% aktuell für 25k€ auf 5 Jahre sind bei der momentanen Inflation geschenktes Geld oder nicht?

Habe ich da einen Denkfehler?

Naaaaja

"geschenkt" ist das auch bei Inflation nur, wenn das Gehalt mit der Inflation mitwächst, was aber nicht immer automatisch der Fall ist.

Ja gut geschenkt ist etwas übertrieben aber theoretisch geht es doch in diese Richtung oder?

Zinseszins ausnutzen und Stück für Stück abzahlen.Sollte sich lohnen

 

 

3 Monatsausgaben auf dem Haushaltskonto, einen variablen Betrag auf meinem Geschäftskonto, von dem ich mir mein "Gehalt" zahle.

Ansonsten bekomme ich mittlerweile auch schon ganz gut Dividenden, die ich auch verkonsumieren könnte, wenn es nötig wäre.

Auf dem Girokonto liegen ca. 5-6 Monatsausgaben als "Notgroschen" (auf Basis der durchschnitlichen Ausgaben der letzten 12 Monate, wobei ich langlebige Gebrauchsgüter in dieser Rechnung über die Nutzungsdauer "abschreibe").

Sparquote liegt bei über 50%.

Der Rest ist praktisch vollständig am Aktienmarkt investiert.

 

wie von Olli beschreiben, unterscheidet sich der Notgroschen per Definition vom risikoarmen Teil der Assetallokation. Trotzdem gibt es in Deutschland einen wichtigen Unterschied zu den US Blogs, wo diese Definition herkommt. In den US sind manchmal auch risikoarme Portfolioteile in einem steuerverzögerten oder gar steuerbefreiten Mantel gelagert, so dass man als Anleger da nicht gut rankommt - ohne die Steuer zu zahlen - was die Amerikaner meiden wie der Teufel das Weihwasser. Deshalb wird so sehr auf dem Notgroschen-Konzept rumgeritten, da der ja immer schnell zugänglich bleiben muss.

Tja, wir haben gar keinen anlegerfreundlichen Steuersparmantel (hehe, wehe es kommt jemand mit Riester daher).

Deshalb finde ich es legitim, solange man sich der Mischung der Begriffe bewusst ist, auch den risikoarmen sofort verfügbaren Teil hier anzugeben, wenn man das möchte.