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Haupthemmnis, um Frugalist zu werden: Neid statt Bewunderung

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Frugalisten fragen sich, wie sie unnötige Ausgaben vermeiden können. Das ersparte Geld soll dann ertragreich angelegt werden. Bei manchen sogar mit der Zielsetzung, wirtschaftlich unabhängig zu sein, nicht mehr arbeiten zu m ü s s e n.
Aber drei Vierteln der Deutschen fehlt dazu die richtige Einstellung: Nur jeder vierte Deutsche will reich sein. Woher kommt das? Reiche werden in unserer Gesellschaft wenig bewundert, sie werden eher als Schmarotzer oder als Ausbeuter wahrgenommen. "Privat" stammt aus dem Lateinischen privare -rauben. Es besteht die irrige Vorstellung: Reich werden kann man nur zu Lasten anderer, denen man das Geld weggenommen hat. Zitelmann beschreibt das aktuell sehr gut im Focus.

Was können wir dagegen tun? Zuerst gilt es zu erkennen: Wirtschaftlicher Erfolg ist eine Leistung, die man bewundern sollte. Sie sollte uns zur Nachahmung anregen. Wir sollten uns unsere Stärken bewusst machen und uns fragen, ob uns ein (unbewusstes) Minderwertigkeitsgefühl plagt. Das ist die Basis, um dann nach Wegen zu suchen, vermögend zu werden.

 

Reich sein macht nur Spaß, wenn die meisten anderen eben nicht reich sind. Es gibt also nicht den geringsten Grund etwas "dagegen" zu tun.

Im Forum sollte es eigentlich um Frugalismus gehen. Wer reich ist kann sich den Frugalismus auch sparen. Wer frugal lebt braucht keinen Reichtum, um "finanziell frei" werden zu können.

Zitat von Cepha am 3. Juni 2023, 17:01 Uhr

Wer frugal lebt braucht keinen Reichtum, um "finanziell frei" werden zu können.

Ist nicht jeder reich, der für seinen Lebensunterhalt nicht mehr arbeiten muss? Unabhängig davon wie hoch seine Lebenshaltungskosten sind?

Und andere wiederum sind so arm, die haben nur Geld...

Ich denke hier werden Sachverhalte vermischt. Auf Reiche mit einem finanziell ausschweifenden Lebensstil sind sicher einige Menschen neidisch. Doch auch hier schauen nach meiner Erfahrung die Menschen differenzierter hin, wurde hier unter großem persönlichen Einsatz Vermögen und ein Mehrwert geschaffen, oder hat man das Vermögen geerbt oder unter zweifelhaften Umständen erworben?

Auf Frugalisten (auch wenn die meisten den Begriff nicht kennen) und deren Lebensstil werden die wenigsten neidisch sein. Zu mindestens ich kenne niemanden.

Zitat von Phototropic am 3. Juni 2023, 21:37 Uhr

Auf Frugalisten (auch wenn die meisten den Begriff nicht kennen) und deren Lebensstil werden die wenigsten neidisch sein. Zu mindestens ich kenne niemanden.

Auf Frugalisten in der Ansparphase vielleicht nicht, aber wenn du merkst, dass Derjenige wirklich nicht mehr zur Arbeit geht und von den Ämtern in Ruhe gelassen wird, dass es ihm auch noch gut dabei geht - da kann ich mir schon vorstellen, dass man darauf neidisch sein kann.

Zitat von FredFinanzFuchs am 3. Juni 2023, 11:13 Uhr

Was können wir dagegen tun? Zuerst gilt es zu erkennen: Wirtschaftlicher Erfolg ist eine Leistung, die man bewundern sollte. Sie sollte uns zur Nachahmung anregen.

Wirtschaftlicher Erfolg ist leider gar nicht so einfach zu erkennen, wie hier dargestellt. Sehe ich beispielsweise jemanden in einem 250.000€ Auto, so weiss ich nicht, ob derjenige nun extrem wirtschaftlich erfolgreich ist und ich ihm nacheifern sollte, ob derjenige im Lotto gewonnen hat, oder die Kiste für 1000€ für einen Tag gemietet ist und es da gar nichts zum Nachahmen gibt.

Insofern kann ich wirtschaftlichen Erfolg nur in meinem Familien- und Freundeskreis wirklich beurteilen. Hier sind mir andere Eigenschaften der Menschen aber viel wichtiger und für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen viel wichtiger, als ein wirtschaftlicher Erfolg.

Und ob dieser wirtschaftliche Erfolg immer zur Nachahmung anregen sollte? Das bedeutet implizit, dass ich nicht zufrieden sein kann, mit dem was ich habe, so lange ich nicht der wirtschaftlich erfolgreichste (= Vermögendste) bin.
Nehmen wir an ich habe ein siebenstelliges Vermögen angehäuft, finde aber heraus, dass mein Nachbar das Doppelte hat. Regt mich das dann dazu an ihm Nachzueifern und wohlmöglich weitere Jahrzehnte an Lebenszeit an einen Arbeitgeber zu verkaufen? Mich persönlich eher nicht.

 

Zitat von Sparschwein am 5. Juni 2023, 8:16 Uhr

Und ob dieser wirtschaftliche Erfolg immer zur Nachahmung anregen sollte? Das bedeutet implizit, dass ich nicht zufrieden sein kann, mit dem was ich habe, so lange ich nicht der wirtschaftlich erfolgreichste (= Vermögendste) bin.

Es geht mir darum, in mich hineinzuhören. Verspüre ich Neid oder Bewunderung. Neid ist eher destruktiv, motiviert nicht. Interesse, wie er es dazu gebracht hat, Neugierde, ob es Zufall oder Fleiß war und Bewunderung, wenn es Leistung war - das sind Emotionen, die mich eher aktivieren und mich anregen zu kopieren.

Und richtig, es geht auch darum, nicht in ein Hamsterrad zu kommen und ständig unzufrieden zu sein. Ich kann auch bewundern und mit dem, was ich habe zufrieden sein.

Zitat von FredFinanzFuchs am 5. Juni 2023, 19:53 Uhr
Zitat von Sparschwein am 5. Juni 2023, 8:16 Uhr

Und ob dieser wirtschaftliche Erfolg immer zur Nachahmung anregen sollte? Das bedeutet implizit, dass ich nicht zufrieden sein kann, mit dem was ich habe, so lange ich nicht der wirtschaftlich erfolgreichste (= Vermögendste) bin.

Es geht mir darum, in mich hineinzuhören. Verspüre ich Neid oder Bewunderung. Neid ist eher destruktiv, motiviert nicht. Interesse, wie er es dazu gebracht hat, Neugierde, ob es Zufall oder Fleiß war und Bewunderung, wenn es Leistung war - das sind Emotionen, die mich eher aktivieren und mich anregen zu kopieren.

Und richtig, es geht auch darum, nicht in ein Hamsterrad zu kommen und ständig unzufrieden zu sein. Ich kann auch bewundern und mit dem, was ich habe zufrieden sein.

Warum löst es überhaupt Emotionen in dir aus, ob fremde Menschen wirtschaftlich erfolgreich sind? Wenn ich einen Lamborghini auf der Strasse sehe hat das ungefähr den gleichen emotionalen Effekt auf mich, wie wenn mich jemand am Bahnhof um finanzielle Unterstützung bittet.

Was mich eher anregt und zur Nachahmung inspiriert sind Verhaltensweisen, der Umgang mit unbequemen Situationen, das Meistern von Krisen und Herausforderungen - daraus kann wirtschaftlicher Erfolg erwachsen, ja - aber es ist nicht der Auslöser für Interesse meinerseits.

Zitat von FredFinanzFuchs am 3. Juni 2023, 11:13 Uhr

Nur jeder vierte Deutsche will reich sein. Woher kommt das? Reiche werden in unserer Gesellschaft wenig bewundert

Ich habe den Eindruck, in dieser Argumentationskette fehlt ein entscheidendes Glied. So, wie sie hier steht lässt sie sich ausdrücken als:

Reiche werden nicht bewundert => Nur wenige wollen reich sein

Es fehlt: Viele wollen bewundert werden.

Nur dann funktioniert es:

Reiche werden nicht bewundert UND Viele wollen bewundert werden => Nur wenige wollen reich sein.

Und genau diese fehlende Aussage halte ich für unrichtig. Denn die Bewunderung anderer ist ein extrinsischer Motivator. Es gibt Menschen, die extrinsisch motiviert sind, aber die Mehrheit ist besser und dauerhafter intrinsisch motivierbar. Was z.B. in  Personalabteilungen bekannt sein sollte, aber leider zu selten ist, aber das ist ein anderes Thema (mehr dazu z.B. unter https://www.hrpraxis.ch/2015/05/mitarbeitermotivation-der-menschentyp.html )

Frugalist:innen suchen nach meiner Einschätzung eher Freiheit als Bewunderung, und sind damit wohl (wie die meisten) intrinsisch motiviert.

 

Ich bewundere auch einige Menschen für ihr cleveres Handeln und ihren Mut, ihr Unternehmertum und ihre schlaue, oft sehr strategische Vorgehensweise. Dass das in der Regel zu Geld führt ist ja nur ein Nebeneffekt. Ich versuche aus solchen Stories stets was zu lernen und meine eigene Handlungsweise zu überdenken und ggf. auch mal zu überarbeiten.

Ich habe mich z.b. nun mal zu einem Immocstion Stammtisch angemeldet um mit anderen Vermietern und Investoren in meiner Gegend in Kontakt zu treten und ggf. aus ihren Erfahrungen zu lernen und mich zu vernetzen.

Neid empfinde ich dabei aber nicht. Ich bin ja ebenfalls nicht ganz schlecht aufgestellt.

Leute die ihr Vermögen hart und selbst ersrbeitet haben, bodenständig geblieben sind, zeigen sich nach außen hin oft sehr bedeckt - man sieht ihnen ihren Kontostand nicht oder nur an Details an. Die Eltern meiner Exfreundin beispielsweise waren bzw. sind Multimillionäre.

Sie wohnen in einem 100 Qm Stadthaus mit kleinem Garten, fahren Golf 5 Kombi, machen in Jogginghose Gartenarbeit, kaufen bei Aldi ein und gehen 12 Stunden am Tag arbeiten.

niemand der sie nicht gut kennt würde hier irgendwas vermuten. Von Ihrem Ferienhaus auf Malle und ihrer Segelyacht in Frankreich weiß quasi niemand was. Ohne Protz, ganz unauffällig und bodenständig. Auch die Kinder gehen normalen Jobs nach und werfen nicht mit Geld umher. Bei einem Gesamtvermögen von über 100 Millionen Euro bereits vor 10 Jahren, müsste da eigentlich niemand mehr arbeiten gehen. Ich finde das bemerkenswert. Aber die Connection ist gut. Über seine Empfehlung kam ich an meinen Bauingenieur fürs Mehrfamilienhaus. Er hat bereits mehrfach deutschlandweit mit ihm geplant, auch deutlich größere Objekte als meines.

Thomas, falls du das liest: vielen Dank für all deinen wertvollem Input, du bistn super Typ! 😘😀

 

Zitat von Noordlicht am 6. Juni 2023, 13:15 Uhr

Sie wohnen in einem 100 Qm Stadthaus mit kleinem Garten, fahren Golf 5 Kombi, machen in Jogginghose Gartenarbeit, kaufen bei Aldi ein und gehen 12 Stunden am Tag arbeiten.

niemand der sie nicht gut kennt würde hier irgendwas vermuten. Von Ihrem Ferienhaus auf Malle und ihrer Segelyacht in Frankreich weiß quasi niemand was. Ohne Protz, ganz unauffällig und bodenständig.

Bei einem Gesamtvermögen von über 100 Millionen Euro bereits vor 10 Jahren, müsste da eigentlich niemand mehr arbeiten gehen.

Ich finde das bemerkenswert.

Ich finde das einen erschreckend unkreativen Umgang mit der eigenen Lebenszeit bei sämtlichen Optionen.

Nunja, sie sind eben beide und zusammen selbstständig und haben mit drei Firmen insgesamt an die 100 Mitarbeiter. Sie mögen was sie machen 🤷 Ansonsten leben eben auch sie bis auf ein paar Ausnahmen recht frugal. Das ist doch okay?!

Zurück zum Thema: Ist dieser wirtschaftliche Erfolg etwas was dich inspiriert, wozu du aufblickst, wo du vielleicht denkst "diesen Lebensstil möchte ich auch erreichen"?

natürlich möchte ich wirtschaftlich erfolgreich sein. Wer möchte das denn hier nicht?! DS steht doch für die allermeisten außer Frage. Ich kenne jedenfalls keinen der sich darüber beschwert dass sein Job ihm zu viel Freude bereitet, er zu viel zu verdient und daher unglücklich ist...

Und auch ich selbst mag ja meinen Job sehr gerne, möchte aber schneller Vermögen aufbauen und investiere daher in eine Immobilie und Aktien. Damit bin ich effizienter als andere die das nicht tun. Letztlich hab ich mir aber auch das bei anderen abgeschaut und an meine Bedürfnisse und Möglichkeiten angepasst.

Man lernt doch stetig dazu.

Zitat von Noordlicht am 6. Juni 2023, 19:14 Uhr

natürlich möchte ich wirtschaftlich erfolgreich sein. Wer möchte das denn hier nicht?! DS steht doch für die allermeisten außer Frage.

Du gibst dir die Antwort auf deine Suggestivfrage selber - hier, in diesem Forum, in der kleinen Blase, möchte das wahrscheinlich die überwiegende Mehrheit. Ausserhalb davon bestehen aber bei vielen Menschen Glaubenssätze die von "man muss sich auch mal was gönnen" zu "Geld alleine macht nicht glücklich" über "wer viel Geld hat, hat es jemand Anderem weggenommen".

 

Ein interessanter, aber noch nicht wirklich ein diskussionsfähiger Thread, da mittlerweile einige Fragen kreiert, aber noch offen sind:

 

@fredfinanzfuchs:

  • Was ist "wirtschaftlicher Erfolg" bzw. "Reichtum": Eine fixe Summe? Ein fixes Einkommen? Ein aktives und/oder passives Einkommen? Finanzielle Freiheit? Gewisse "bewundernswerte Güter"? Hier ist sich die Wissenschaft schon uneins bzw. es existieren unterschiedliche Definitionen.
  • Neid und Bewunderung: Neid entsteht grundsätzlich aus dem Wunsch heraus bewundert zu werden. "Wenn ich bei anderen Menschen gewisse Dinge, Verhaltensweisen o.ä. sehe, die ich auch gerne hätte und mir für mich wünsche, werde ich neidisch." Sprich: Bewunderung ohne Neid ist schlicht wider die menschliche Natur. Das scheint in anderen Kulturkreisen besser, ist aber auch nicht allumfassend zutreffend, Neid ist nicht umsonst eine der "sieben Todsünden".
  • Worüber reden wir: Geht es um Einkommen, Vermögen und/oder die Steuerlast? Die verlinkten Artikel gehen da in unterschiedliche Richtungen...
    1. Hier die ersten Definitionen als Treffer bei Google:
      Reich:
      vermögend, viel besitzend
      "ein reicher Mann"
    2. 2a.
      mit teuren Dingen ausgestattet, luxuriös
      "eine reiche Ausmalung der Säle"
    Neid:
    Empfindung, Haltung, bei der jemand einem anderen einen Erfolg oder einen Besitz nicht gönnt oder Gleiches besitzen möchte
    Bewunderung
    1. das Bewundern; große Anerkennung, Hochachtung
      "jemandem Bewunderung einflößen, abnötigen"

      Wer also anderen ihren Reichtum nicht gönnen kann, wird sie nicht nachahmen.
      Und wer im genannten Sinn nicht reich werden will, wird auch kein Vermögen aufbauen wollen. Dahinter steht auch eine Ablehnung des Kapitalismus. Übrigens eine gute Rechtfertigung, eine ruhige Kugel zu schieben.

Sehr schön: Die Definition von "reich" ist "ein reicher Mann".

So dreht man sich leider ein wenig im Kreis.

Wenn sich z.B. ein F. Merz (CDU) nicht als Teil der "reichen Gesellschaft" sieht, ist er dann deshalb nicht reich? Andersherum kann ich mich an ein Plakat der SPD erinnern, die den Soli nur noch für "die Reichen" beibehalten wollten (heute umgesetzt) und darunter fallen alle mit einem Einkommen von 80.000,-, was sicherlich ordentlich ist, aber auch nicht "reich", da diese Einstufung vermögensunabhängig geschieht. Das sind aber alles nur einzelne Indizien. Was ist denn nun reich? Die Antworten bei deinen Punkten 1. und 2. sind nichtssagend.

Zum Thema Neid hatte ich in #16 schon auf psychologische Teilaspekte verwiesen...  Es gibt positiven, aktivierenden und negativen, "schwarzen" Neid. Welchem der Einzelne unterliegt, "entscheidet" derjenige selbst, durch Prägung, Persönlichkeitsentfaltung und Reflexion. Ich bin auch regelmäßig neidisch: Dann versuche ich zu hinterfragen und für mich Wege des Nacheiferns oder ad-acta-Legens einzuschlagen, je nachdem... Es gibt aber nicht den Neid, außer du möchtest die auf diese, eine Seite schlagen.

Zitat von FredFinanzFuchs am 3. Juni 2023, 11:13 Uhr

Wirtschaftlicher Erfolg ist eine Leistung, die man bewundern sollte. Sie sollte uns zur Nachahmung anregen.

Neid begegnet mir häufig auf einer abstrakten Basis wie z. B.: die Aktionäre bekommen so viel Dividende und der arme Arbeiter/Angestellter muss schuften, schuften und schuften. Ich sage in der Regel nichts dazu, weil es natürlich jedem frei steht, Aktien zu kaufen oder nicht. Es scheint mir, dass viele Leute, viel zu viele, ihren wirtschaftlichen Erfolg als den Erfolg ihres Bankberaters sehen (der naturgemäß mehr Interesse daran hat, die Finanzprodukte aus dem eigenen Haus zu verkaufen).

Man könnte vielleicht auch sagen, dass drei Viertel aller Deutschen nicht bereit sind, ihre berufliche Position, ihre Einstellung zum Geld und ihre Lebensweise generell zu überdenken. Ich möchte ausführen: wenn es mich stört, dass andere Kapitalanleger/Aktionäre mehr Ertrag als ich erwirtschaften, dann überdenke ich meine Anlagestrategie. Andere Leute jammern einfach nur. Schade, eigentlich.

 

Zitat von Sparafuchsile am 7. Juni 2023, 16:59 Uhr

Man könnte vielleicht auch sagen, dass drei Viertel aller Deutschen nicht bereit sind, ihre berufliche Position, ihre Einstellung zum Geld und ihre Lebensweise generell zu überdenken. Ich möchte ausführen: wenn es mich stört, dass andere Kapitalanleger/Aktionäre mehr Ertrag als ich erwirtschaften, dann überdenke ich meine Anlagestrategie. Andere Leute jammern einfach nur. Schade, eigentlich.

Ich habe mehrmals beobachtet, dass ein generelles Verständnis für die moralische Rechtmäßigkeit von passivem Einkommen besteht. Ob das nun als Dividende, als Miete, als Versicherungsleistung etc. auftritt, ist dabei unerheblich. Otto Normal versteht eher (im Sinne von, dass er damit einverstanden ist), dass ein Fußballspieler 20 Mio Euro im Jahr verdient, als dass sein eigener Vermieter pro Monat 100€ im Monat Überschuss an seiner Miete hat.

Bin mir aber nicht sicher, ob das überwiegend eine mangelnde finanzielle Bildung, oder der pure Neid ist. Vielleicht auch eine Mischung.

 

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