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Freiwillige Rentenversicherung

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nein, habe ich nicht verpasst, ich konnte sie vorher nicht kaufen, da ich noch keine 50 war und erst nach dem 31.3. wurde, habe aber im letzten Jahr einen knappen Punkt aus dem Versorgungsausgleich nachbezahlt zu den "günstigen" Konditionen

die genaue Rechnung sieht bei mir so aus:

5,9520 Entgeltpunkte x 8024,4120 geiteilt durch: 0,8560 (Zugangsfaktor) = 55795,91 (Rechnung gültig für 3 Monate und nächstes Jahr absehbar noch deutlich teurer)

ein Rentenpunkt würde somit 9374 Euro kosten, das mit dem Zugangsfaktor wird nirgens so erwähnt in entsprechenden Artikeln (oder ich habe eine Denkfehler?)

ich tendiere aktuell dazu,  das Geld lieber nach und nach in breit gestreute Anleihefonds zu stecken, da erscheint mir der Zeitpunkt gerade günstig, natürlich kann man nur mit Aktien ETFs evtl mehr erwirtschaften aber ich möchte auch das Risiko bzw die Vola mittelfristig senken, grosse Verluste kann ich durch arbeiten und sparen irgendwann nicht mehr reinholen

 

 

Ok, hab es jetzt soweit verstanden, es wird so gerechnet dass man Entgeltpunkte erwirbt, wo die Entgeltpunkt dann mit 1,0 mit 63 zum Tragen kommen, d.h. man muss 16,186 % drauf rechnen und erwirbt falls man doch mit 67 anstatt mit 63 in Rente geht mehr Rentenpunkte.

Hab jetzt einiges im Depot verkauft, (war gar nicht so einfach sich zu entscheiden, also hab ich Übergewichtungen abgebaut) und hab mir für gut 12 k für 1,5 Punkte freigeschaufelt. Von den 12k werden wir wahrscheinlich ca 35% durch die Steuer zurückbekommen (Zusammenveranlagung), d.h. effektiv werden sie erstmal ca. nur 7,8 k kosten. Der aktuelle Rentenwert beträgt 37,6 euro. Rechne ich das für 1,5 punkte komme ich auf 56,4 Bruttorente  pro monat und  676,8 euro pro Jahr (Basis Alter 67).

Davon Abziehen muss man natürlich den 14,4 % Abschlag für die Rente mit 63, derzeit ca. 10,8% für für Sozialversicherungen und evtl Steuern. Demgegenüber stehen hoffentlich jährlich Rentensteigerung, etwa im Rahmen der Inflation und Lohnentwicklung, abzüglich dem Nachhaltigkeitsfaktor (Verhältnis Arbeitnehmer/Rentner). Zusätzliche Risiken bestehen in Form von Gesetzesänderungen wie Einheitsrenten oder Mindestrenten, die Abschaffung einer Rente mit Abschlägen oder der Erhöhung des Renteneintrittsalters.

Chancen sehe ich in einer Anlage nahe der Inflation, bei einem Komplettzusammenbruch des Euro oder der EU, gespeichert Arbeitszeit, die ja in irgendeiner Form auch danach noch honoriert werden sollte. Dazu könnten andere Anlageformen in einem Stagflationsszenario wie in den 70igern schlechter abschneiden, ausserdem einen höheren Anspruch auf eine Witwenrente.

Insgesamt ist es eher so ein Ding wie nicht alle Eier in einen Korb legen.

Nächstes Jahr entscheide ich dann neu.

Zitat von Achim am 28. Juli 2023, 14:15 Uhr
Zitat von Silberstreif am 24. Juli 2023, 2:49 Uhr

Ich hatte jetzt wieder Kontakt mit der Rentenversicherung zwecks Ausgleichszahlung (letztes Jahr hatte ich schon den Versorgungsausgleich ausgeglichen):

Ein Rentenpunkt kostet dieses Jahr 8024,41 Euro (man kann sie ab 2023 komplett von der Steuer absetzen, allerdings für singles nur bis zu einem Maximalbertrag von 26.528 Euro (bei Verheirateten doppelt so hoch), die allgemeinen Rentenbeiträge muss man da auch mit einrechnen)

Den günstigsten Zeitpunkt hast Du damit verpaßt. 🙁

Für das Jahr 2022 waren Rentenpunkte mit 7235 € (West) ungewöhnlich billig. Man konnte sich die Zahlung bis zum 31.03.2023 genehmigen lassen. Somit zählten sie für die Steuer ggf. ins Jahr 2023. Die Steuergrenze hattest Du ja genannt. Seitens der BfA kannst Du ggf. mehr einzahlen, aber finanziell ist es natürlich nicht sinnvoll, Beiträge aus versteuertem Geld zu leisten, die man bei der Auszahlung nochmal versteuern muß.

Daß Du im Vorgriff die Abzüge einer Rente mit 63 ("Rente für langjährig Versicherte") ausgleichen kannst, gibt Dir zumindest eine Option. Wie immer muß man mit spitzem Bleistift durchrechnen, ob man die Option dann zieht oder eben nicht. Im allgemeinen dürfte es sinnvoll sein, die Rente mit 63 zu beantragen, egal ob man zu diesem Zeitpunkt in den Ruhestand gehen will oder weiterarbeiten will.

dazu könnte man noch anmerken, dass man im letzten Jahr nur 92% der freiwilligen Beiträge bei der Einkommenssteuer absetzen konnte, im Zuge von Gesetzesänderungen zur Vermeidung von Doppeltbesteuerungen bei der Rente kann man aber in diesem Jahr 100% von der Steuer absetzen (bis zu einer Grenze von 26528 (Single) bzw 53056 Euro (verheiratet))

Von den 12k werden wir wahrscheinlich ca 35% durch die Steuer zurückbekommen (Zusammenveranlagung).

Wow, ist das euer Durchschnittssteuersatz? Das muss man erstmal schaffen 😯
Ich denke, 35% ist ggf. etwas hochgegriffen?

 

VG

Das ist nur der durchschnittliche Steuersatz der "obersten/letzten" 12T€, nicht der Durchschnitt insgesamt. Bei Verheirateten liegt man da gesamt bei ca. 80T€ brutto.

Zitat von Silberstreif am 31. Juli 2023, 11:05 Uhr

Chancen sehe ich in einer Anlage nahe der Inflation, bei einem Komplettzusammenbruch des Euro oder der EU, gespeichert Arbeitszeit, die ja in irgendeiner Form auch danach noch honoriert werden sollte.

Das ist das Szenario, gegen das ich explizit mit anderen Investitionen diversifiziere. Bei einem Staatsbankrott sind die Rentner häufig die, die es zuerst und am heftigsten trifft, weil die nicht mehr durch eigene Erwerbsleistung gegenwirken können. Du bist als Rentner dann nur noch Passagier einer ad-hoc-Regierung, die von Gläubigern und wütenden Bürgern vor sich hergetrieben wird - wenn man nicht weltweit abgefedert hat.

Man kann's auch anders ausdrücken: bei einem Staatsbankrott/Eurozerfall/EU-Zerfall - den ich allerdings für äußerst unwahrscheinlich halte, so lange es Trottel wie die Briten gibt - würde ich meine Ansprüche aus der gRV mit maximal 50% bewerten. Die Lücke muss dann aus anderen Quellen kommen, die dann hoffentlich nicht so stark betroffen sind.

Zitat von Max aus E am 31. Juli 2023, 17:51 Uhr

Von den 12k werden wir wahrscheinlich ca 35% durch die Steuer zurückbekommen (Zusammenveranlagung).

Wow, ist das euer Durchschnittssteuersatz? Das muss man erstmal schaffen 😯
Ich denke, 35% ist ggf. etwas hochgegriffen?

 

VG

es können auch 33% oder 34% sein, hatte jetzt nur eine Tabelle zum Grenzsteuersatz 2022 gefunden, da wären wir etwa bei 35% gewesen

Mein Arbeitgeber hat mich jetzt ungefragt (also ohne Antrag) einfach umgruppiert (Initiative der Mitarbeitervertretung), dadurch erhalte ich, wenn ich mich richtig informiert habe, knapp 600 Euro brutto mehr im Monat. Ab März 2024 kommen nochmal 10% oben drauf, krass, das so viel mehr wie andere nach 35 Jahre arbeiten an Rente bekommen. Meine Frau wurde jetzt auch hochgestuft und ab März 24 bekommt sie auch die Tariferhöung nach TVÖD. Eigentlich müsste ich das ganze jetzt doch noch ein paar Jahre länger durchziehen. Vielleicht führe ich doch noch die Entgeltumwandlung weiter, die ich vor Jahren beitragfrei hab stellen lassen, da der Grenzsteuersatz immer weiter steigt (jeder Euro Brutto mehr führt inkl. Sozialversicherungsbeiträgen zu Abzügen von mehr als 50%). Womit hab ich das verdient?

Zitat von Silberstreif am 7. September 2023, 4:35 Uhr

Womit hab ich das verdient?

Mit den Wahlentscheidungen von dir und deinen Mitbürgern in den vergangenen Jahrzehnten, wenn du es genau wissen willst 😛

Zitat von Silberstreif am 31. Juli 2023, 11:34 Uhr
Zitat von Achim am 28. Juli 2023, 14:15 Uhr
Zitat von Silberstreif am 24. Juli 2023, 2:49 Uhr

Ein Rentenpunkt kostet dieses Jahr 8024,41 Euro (man kann sie ab 2023 komplett von der Steuer absetzen, allerdings für singles nur bis zu einem Maximalbertrag von 26.528 Euro (bei Verheirateten doppelt so hoch), die allgemeinen Rentenbeiträge muss man da auch mit einrechnen)

Den günstigsten Zeitpunkt hast Du damit verpaßt. 🙁

Für das Jahr 2022 waren Rentenpunkte mit 7235 € (West) ungewöhnlich billig. Man konnte sich die Zahlung bis zum 31.03.2023 genehmigen lassen. Somit zählten sie für die Steuer ggf. ins Jahr 2023. Die Steuergrenze hattest Du ja genannt. Seitens der BfA kannst Du ggf. mehr einzahlen, aber finanziell ist es natürlich nicht sinnvoll, Beiträge aus versteuertem Geld zu leisten, die man bei der Auszahlung nochmal versteuern muß.

Dazu könnte man noch anmerken, dass man im letzten Jahr nur 92% der freiwilligen Beiträge bei der Einkommenssteuer absetzen konnte, im Zuge von Gesetzesänderungen ... kann man aber in diesem Jahr 100% von der Steuer absetzen (bis zu einer Grenze von 26528 (Single) bzw 53056 Euro (verheiratet))

Das hatte ich oben schon angemerkt: Die Entgeltpunkte waren fürs Jahr 2022 ungewöhnlich billig, man konnte sie (wenn sich das mit der Steuer rechnete) auch noch im ersten Quartal 2023 bezahlen und dann zu 100% absetzen (statt 92% im letzten Jahr).

 

 

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