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Freiwillige Rentenversicherung

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Ein Investment "anderer Art".. neben Pflichtbeiträgen zahlt man freiwillig mehr in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Das erhöht die Anzahl Entgeltpunkte, die man bisher hat, und damit die zu erwartende Brutto-/Nettorente. Möglich in folgenden Fällen:

- vor Alter 45: Nachzahlung für ein Schuljahr zwischen 16. und 17. Lebensjahr (keine Erfahrung damit, bin zu alt)

- Versorgungsausgleich bei Scheidung (hatte ich, aber damals andere Sorgen...)

- ab Alter 50: Nachzahlung zum Ausgleich von Abschlägen, wenn man vorgezogene Rente ab 63 beantragen will. Formular V0210 (ausfüllen, zunächst an Arbeitgeber, dessen Antwort dann an DRV schicken). Man bekommt nach einigen Monaten eine detaillierte Antwort über den maximalen Nachzahlbetrag, Kontonummer u.ä., und kann dann disponieren.

- sonst: wenn man nicht RV-pflichtig ist und keine Voll-Altersrente bezieht, kann man monatsweise bis zum Höchstsatz (ca. 1200 €) einzahlen. Formular V0060 (noch keine Erfahrung damit). Nicht RV-pflichtig ist man z.B. ab vorgezogenem Rentenbeginn. Die "Voll-Altersrente" bezieht man nicht (ab Regelrentenantritt), wenn man beim Rentenantrag Flexirente 99% gewählt hat.

In nackten Zahlen sehen die Angebote erst mal ernüchternd aus. Auf V0210 erhielt ich die Auskunft: 37802.74€ nachzahlen, um meine Bruttorente um 149.53 €/mo zu erhöhen. Amortisation: 252.81 Monate, also gut 21 Jahre. Lebe ich noch so lange?

Man erwirbt jedoch keine "Renten-Euros", sondern Entgeltpunkte, deren Wert jährlich zum 1.7. angepasst (also erhöht) wird. +/- Inflationsausgleich. Andererseits wird von der Bruttorente immer zunächst KV+PV abgezogen, wenn man in der KVdR versichert ist.

Vor allem ist das aber steuerlich von Interesse: bei der ESt kann man Vorsorgebeiträge Altersvorsorge zu einem guten Teil (2018: 86%) absetzen. Der Grenzwert ist da recht hoch: 2018 sind es 23712€ (Maximalbeiträge Knappschafts-RV). Ich habe also so gerechnet:

23712 - 7782 (hochgerechnete Pflichtbeiträge AG+AN) = 15930

Freiwillig eingezahlt habe ich dann 15932 € (um Rundungsfehlern vorzubeugen). Wie sich das auswirkt, sehe ich nächstes Jahr im ESt-Bescheid für 2018. Bei der ESt-Erklärung werde ich auch erstmals die Anlage KAP (Dividenden 🙂 ) einreichen, und auf Günstigerprüfung hoffen...

Renten- und Steuerrecht sind wie Kühe: machen Mühe - hoffentlich geben sie auch Milch. 😀

Als Investition ist das reizvoller, wenn der Renteneintritt kurz bevorsteht. Wenn noch 30 Jahre zu warten sind, finde ich das nicht so wahnsinnig lukrativ. Würde ich jetzt z.B. die nächsten fünf Jahre 100.000€ einzahlen, würde mir das ein viertel Jahrhundert später wohl gut 400€ mehr Rente bringen. Der gleiche Betrag hätte mir in langweiligen Aktien wohl während der meisten 25-Jahres-Zeitfenster, seit dem es Aktien gibt, im Mittel auch um die 400€ im Monat gebracht. Sofort nach Kauf, ohne dass man dafür hätte alt werden müssen, und mit der Möglichkeit, jederzeit an das Geld (bzw. den aktuellen Gegenwert des Depots) zu kommen. Man weiß natürlich nicht, was passieren wird, aber wenn man mit 3% Rendite über Inflation für 25 Jahre rechnen würde (wäre für die Vergangenheit durchaus realistisch), hätte man zum Renteneintritt schon 200.000€ (heutiger Kaufkraft) - wenn man das dann nur gegen Inflation schützt (vielleicht gibt es bis dahin wieder sowas wie Zinsen auf Inflationsniveau für risikolose Anlagen... ewig können die die Notenpresse auch nicht auf Hochtouren laufen lassen...), könnte man 30 Jahre lang jeden Monat 580€ abheben - dann wäre man 97... werde ich nicht werden. Wenn es ein bisschen Zinsen über Inflation gäbe, könnte man wohl auch 600€ (heutiger Kaufkraft) machen, 100 werden, und noch ein wenig davon vermachen.

Natürlich könnte man dann auch die letzten Jahre vor der Rente 100.000€ (heutiger Kaufkraft) einzahlen - davon dann Rente kassieren (weiß kein Mensch, wie viel das sein wird), und die anderen 100.000€ (möglicherweise wäre das dann so viel) in langweiligen Aktien belassen.

Im größeren Maßstab würde ich das aktuell nicht machen - ich schaue eher mal, was ich machen müsste, um die Tür offenzuhalten.

Naja, ich habe eben nur noch knapp 15 Monate bis zur Rente 😀

Das meiste Geld lege ich schon in Wertpapieren an. Aber ich will mich von deren Erträgen nicht abhängig machen... und einkommenssteuerlich will ich ab diesem Jahr den Sonderaufwand Altersvorsorge voll ausschöpfen (manche lernen's eben spät...) Dann dürfte auch KAP günstiger werden.

Zitat von suchenwi am 11. Mai 2018, 11:46 Uhr

Das meiste Geld lege ich schon in Wertpapieren an. Aber ich will mich von deren Erträgen nicht abhängig machen...

zur Streuung des Risikos ist es sicher nicht verkehrt, auch auf etwas anderes, als Wertpapiere zu setzen. Wenn man jetzt bald in Rente geht, weiß man auch, was man bekommt...

Ein Aspekt, der bei der Rentenversicherung manchmal nicht bedacht wird, ist, dass es eben gerade eine Versicherung ist. Hier auf das Risiko "Langlebigkeit". In meinem Beispiel amortisiert sich die frw. Einzahlung ungefähr nach 21 Jahren. Nach Rentenbeginn mit 63 wäre ich dann 84.

Werde ich so alt? (Mein Vater ist 90, allerdings schwer pflegebedürftig, zum Glück noch zuhause). Im Einzelfall kann das niemand vorhersagen. Ich habe für mich meinen Frieden mit der Rentenversicherung gemacht: wenn ich eher sterbe, ist das halt meine Spende an die Versichertengemeinschaft (die es wohl auch brauchen kann). "Das letzte Hemd hat keine Taschen" 🙂

Als Versicherung scheint die gesetzliche Rente gar nicht mal so schlecht - für private Rentenversicherungen scheint man älter werden zu müssen, dass man wieder rausbekommt, was man eingezahlt hat.

Hier hat sich einer mal die Arbeit gemacht, auszurechnen, wie sich die gesetzliche Rente während der vergangenen 45 Jahre im Vergleich zu einer Anlage in den Dax so geschlagen hat:

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/vorsorgen-fuer-das-alter/das-schicksal-der-gesetzlichen-rentenversicherung-15589656.html

Text ist nicht frei zugänglich, in kurz: 1400 Rente im Monat vs. 1,5 Mio in Aktien - was zu bedenken ist: Der Kurs des Dax hat sich seit seinem Tiefststand von 2009 knapp verdreifacht. Wenn man das zu einem weniger guten Zeitpunkt ausrechnen würde, wäre das nicht so eindeutig zugunsten von Aktien. Dann ist es ja auch alles andere als sicher, dass die nächsten 45 Jahre an der Börse ähnlich verlaufen werden, wie die letzten 45.

Als ein Baustein in der Altersversorgung ist die gesetzliche Rentenversicherung sicher nicht verkehrt, aber wie gesagt, für mich noch zu lange hin, um die nächsten Jahre mehr zu machen, als die Tür offenzuhalten. Besser jetzt anders anlegen (z.B. erstmal Kredite zurückzahlen...), das wirft dann gleich was ab, und würde vielleicht entsprechend Luft verschaffen ggf. so ab 2037 nochmal zehn Jahre lang etwas mehr einzubezahlen - bis dahin ist vielleicht auch etwas klarer, was in den Jahrzehnten ab 2047 wirklich zu erwarten sein wird. Sind ja noch 30 Jahre hin, und da kann auch noch viel passieren. Wäre man z.B. 1988 in der DDR 37 Jahre alte gewesen, und hätte in irgendeinem VEB gearbeitet, hätte man auch nicht vorhersagen können, was sich bis 2018 wirtschaftlich noch so alles ändern wird... 2007 hat eigentlich auch niemand die Lehman-Pleite vorhergesagt (zumindest nicht so, dass die großen Volkswirte einstimmig gesagt hätten: "Ja, stimmt, läuft darauf hinaus" - oder "ja, da sind große Risiken, es muss gehandelt werden") Und das Ding mit der Staatsschuldenkrise im Euroraum war ja kurz vor dem Aubruch auch noch nicht so auf dem Radar, wie es im Nachhinein eigentlich hätte sein müssen, so ganz eigentlich schon vor der Einführung des Euro...

 

Hallo suchenwi,

der Thread ist zwar schon etwas älter, bin aber eben erst drauf gestoßen. Auch für mich und meine spezielle Situation ist die Rente der sichere Hafen, in den ich noch einige Schiffchen segeln werde. Ich bin jetzt fast 55 und habe noch ein knappes Jahr zu arbeiten, dann bleiben abzüglich 2 Jahre Transfergesellschaft und 2 Jahre ALG1 ca. 5 Jahre Privatier, bis zur abschlagsfreien Rente. Für diese Zeit als Privatier zahle ich natürlich nur noch den Mindestbeitrag in die Rentenkasse. Dies kann ich zu einem Großteil durch freiwillige Einzahlungen ausgleichen. Sinn macht das für mich vor allem aus steuerlicher Sicht. Da ich nur noch für 7 Jahre Altersvorsorgebeiträge absetzen kann, werde ich in diesen den jeweilig absetzbaren Höchstbeitrag absetzen. Das ist für mich eine sinnvolle Variante zum entsparen, da die Rente für mich schon gut zu kalkulieren ist, und somit den größten Teil meines passiven Einkommens ausmachen wird.

Also, die GRV ist m.M erheblich zu schlecht angesehen. Bis heute wenigstens. Wenn man sich mal an der 4% Regel orientiert, und die Rente kapitalisiert, und bedenkt das Diese bis zum Ableben gezahlt wird, und bis um heutigen Zeitpunkt schlechtestensfalls 3 x Nullrunden Rentenanpassungen waren, rechnet sich die eigene Investition durchaus da der AG ja 50 % zu bezahlt.  340,- eur p.m.  Rente gründen auf ca. 100000,- eur fiktiven angespartem Kapital. Rechnet mal nach wie viel ihr dadurch persönlich kapitalisiert habt. Und die ist ja laut Norbert Blüm "sicher". War bis heute nie unsicher.

"Da ich nur noch für 7 Jahre Altersvorsorgebeiträge absetzen kann, werde ich in diesen den jeweilig absetzbaren Höchstbeitrag absetzen."

Tatsächlich kann man wohl bei jeder Steuererklärung Altersvorsorgebeiträge bis Höchstbeitrag Knappschaft absetzen, auch wenn man schon in vorgezogener Rente ist. Fragt sich nur, bis wann die DRV freiwillige Beiträge annimmt (bis Vollrente im Regelrentenalter).

Aber, wer Geld über hat und weiter Steuern sparen will, kann (das empfiehlt die DRV selbst) im Regelrentenalter nur Flexirente 99% beantragen. Fast das gleiche, aber über weitere freiwillige DRV-Beiträge kann man die ESt+Soli+KSt bis auf 0 reduzieren.

Das wiederum hat Einfluss auf die KAP-Erklärung, wo auf jeden Fall Günstigerprüfung angekreuzt werden sollte. Dann bekommt man auch noch KESt+Soli+KiSt teilweise zurückerstattet.

Kompliziertes Spiel...

Hallo zusammen,

mich würde interessieren, ob einige von euch noch in Produkte der privaten Altersvorsorge investieren.

Bei mir ist es aktuell so, dass ich 100€ im Monat in eine private Lebensversicherung sowie eine fondsgebunde Riesterrente zahle. Zusätzlich gehen von meinen monatlichen Nettoeinkommen noch rund 112€ in eine baV.

Ich bin aktuell etwas unschlüssig ob ganze überhaupt Sinn macht und ich nicht gleich die Versicherungen ruhend stelle und monatlich den Gesamtbetrag in ETFs investieren soll.

Habt ihr da Erfahrungswerte?

Danke vorab für euer Schwarmwissen 🙂

Hallo Linnet,

ich habe keins der klasischen Produkte, und kommt ja immer drauf an zu einem passen deine Produkte zum anderen nicht.

Riester find ich ganz nett wenn man die zulangen wegen der Kinder nutzt. Hängt dann auch wieder vom anbieter und der Form ab, bis vor kurzem war ich noch von reinen Fondsrietern überzeugt, aber die können die Lebenslange garantierte rente nicht mehr sinnvol Darstellen, ween der niederzinsen bzw haben nur noch kleinen Aktienanteil.

Ich bin auch keine Freund von Lebensversicherungen, nur kann ja in deiner LV eine Berufunfähigkeitsversicherung integriert sein. Auch ist es unterumständen noch ein altvertrag mit einem Hohen Garantiezins, wobei ich jetzt mal nicht davon ausgehe wenn 89 für dein Geburtsjahr steht dann wird er wahrscheinlich 2,25 % bei abschluss zwischen 2005 und 2011.

Die Bav hast ja wegen der Steuerersparniss/sozialversicherung gemacht. Hängt da dann auch ab wieviel du verdienst bzw im alter musst es ja wieder versteuern wie da dein Steuersatz ist....

Pauschal kann man das nicht sagen, für den einen macht das eine mehr oder weniger sinn.

Ich bin ein gr0ßer fan von etfs aber muss auch zu seinem persöhnlichen Risikoneigung passen, viele verlieren auch wenn sie jetzt was ganz anderes sagen die nerven wenn es mal bergab geht, auch wenn sie jetzt sagen kein Problem wenn es mal 30 % runter geht.....hab ich oft gesehen das die verlusttoleranz deutlich geringer ist wie viele glauben.....(hab das zu meiner Bankzeit allzuoft mitbekommen). Triebfedern sind nunmal Gier und Angst

Ich bin ein großer Fan von ETFs, weil die Chancen und Risiken durch Ausmittelung verdünnen. Damit trotzdem noch Nettoerträge über Inflationsrate reinkommen, bevorzuge ich Dividenden-ETFs (die Standards MSCI World und EM habe ich auch, aber stocke erstmal nicht auf).

Kursstürze von 30% habe ich bei ETFs noch nicht erlebt (bei Aktien schon...). Mein aktueller Loser mit -20% ist ETFL23 Deka Dax+ Max Dividends. Gut, einige DAX-Aktien haben die Dividenden schmerzlich gekürzt (BMW, Daimler...), andere erhöht (Allianz, Münchner Rück).

Laut extraetf.com hatte der Dax+ eine Brutto-Ertragsrendite von 6,5% (klar, weil der Kurs so tief steht). Ich investiere begeistert im Ausland, vor allem USA, neuerdings auch in Australien (Asia/Pacific ETF). Aber wenn der "home bias" sich lohnt, werde ich den Dax+ wieder nachkaufen (Kaufsignal - ab Februar bin ich liquide, da kommt die Abfindung rein). Egal ob schwarze oder weiße Katze, Hauptsache sie bringt Mäuse an 😉

Hallo Suchenwi u. a. A.

gerne möchte ich auf das Ursprungsthema freiwillige Rentenversicherung zurückkommen und hätte hierzu konkrete Fragen zur "Flexirente, sprich freiwillige Zahlungen ab 50.

In meiner konkreten Situation werde ich mit dem 62. Lebensjahr 45 Beitragsjahre erreicht haben und dann nach heutiger Gesetzeslage die Rente mit 65 abschlagfreie in Anspruch nehmen können.

Sollte ich irgendwann >50 aus dem Berufsleben ausscheiden hätte ich folgende Fragen zur Gestaltung:

1. Genügt es den Mindestbeitrag (derzeit ca. 84€ p.M.) freiwillig zu zahlen um die fehlenden Jahre bis 62 zu füttern um dann mit 65 die abschlagfreie Rente in Anspruch nehmen zu können?

2. Die steuerliche Absetzung dieser Beiträge in der Privatier Phase wirken sich wohl nur auf die Einkommenssteuern (bspw. Mieteinnahmen oder Nebentätigkeiten) aus und nicht auf Kapitaleinkünfte (Kapitalertragsteuer)?

3. Ich nehme an man kann in der Phase der Nichterwerbstätigkeit die freiwilligen Beiträge zwischen Mindest- und Höchstbeiträgen von Jahr zu Jahr / Monat zu Monat variieren in Form von Einmalzahlungen an die DRV und sieht den Stand dann jeweils auf dem jährlichen Rentenbescheid?

Danke für die Antworten vorab und Grüße

Zunächst meine Quelle: https://www.ihre-vorsorge.de/rente/gesetzliche-rente/freiwillige-rentenversicherung-kann-sich-lohnen.html - Flexirente bezieht sich übrigens auf wählbare Teilrente zwischen 10 und 99%, wenn man z.B. in Rente noch arbeitet. Aber, Quelle: "Für die 2012 eingeführte „Altersrente für besonders langjährig Versicherte" – in der Öffentlichkeit oft als Rente mit 63 bezeichnet – zählen freiwillige Beiträge in der Regel nicht mit." Was gehen könnte, wäre "Rente für langjährig Versicherte", ab 63, mit Abschlägen, so habe ich es gemacht (und die Abschläge mit frw.Beiträgen ausgeglichen).

Zu 1. Ja, freiwillige Beiträge/Monat liegen aktuell zwischen 83.70 (18.6% von 450€) und 1283.40 (18.6% von Beitragsbemessungsgrenze, BBG). Bei Änderungen an Minijob-Maximum und BBG (jährlich) ändern sich die entsprechend. Minimum reicht, bringt aber entsprechend wenig Entgeltpunkte. Maximum bringt ca. 2 EP/Jahr.

Zu 2. Bei der ESt-Erklärung empfiehlt sich, die Anlage KAP für Einkommen aus Kapital auszufüllen, und ganz oben "Günstigerprüfung" anzukreuzen. Wenn der eigene Grenzsteuersatz (bei Absetzung der RV-Beiträge, KV/PV usw.) unter 25% liegt, werden Kapitaleinkommen damit besteuert, also günstiger. Meine frw.RV-Beiträge haben zu Steuererstattung von 20..30% geführt, lohnt sich also ziemlich.

Zu 3., aus Quelle: "Wer das Recht zur freiwilligen Versicherung hat, kann Rentenbeiträge einzahlen, wie es ihm beliebt. Auch die Höhe des Beitrags ist innerhalb eines großen Korridors frei wählbar – zwischen dem Höchst- und dem Mindestbetrag."

Renten*bescheid* bekommt man erst in Rente, vorher gibt's jährlich die Renteninformation (kurz) und auf Anfrage (online) die Renten*auskunft* mit den detaillierten Verlaufsdaten.

Ansonsten: Beratungstermin mit DRV machen, kann Monate dauern, wegen Corona... 🙁

Ich persönlich würde nicht in die gesetzliche RV einzahlen (für mich ein Fass ohne Boden). Ich würde das Geld in eine private Rentenpolice stecken. Da gibt es Garantien, man kann auch fondsgebunden investieren, wenn man mag. Auf jeden Fall wird vertraglich zugesichert, was man für das angelegte Geld bekommt.

Ein Punkt, der bisher nicht zur Sprache kam:

Bei der gesetzlichen Rente ist es zwar so, dass es unter Umständen eine Witwer-/Witwenrente gibt. Aber die wird auch ganz schnell weggekürzt, wenn der Partner eigenes Einkommen hat. So geschehen bei meinem Vater, als meine Mutter starb. Er hat nix bekommen (weil er noch eine Betriebsrente hatte).

Hingegen wird bei einer privaten Rentenversicherung nicht geschaut, wie viel oder wenig der Hinterbliebene an Einkünften hat. Und es gibt eine Mindestzahldauer der Rente, bspw. 15 Jahre. Wer also im Jahr 2 nach Rentenbeginn verstirbt, dessen Hinterbliebenem zahlt der Versicherer mindestens noch 13 Jahre die Rente aus.

Und: Der Staat kürzt alle paar Jahre die gesetzliche Rente. Das kann dir bei einer privaten Rentenversicherung (vertraglich zugesagte Leistung) nicht passieren.

Einen Teil meiner pRV habe ich wieder aufgelöst. Man darf auch nicht vergessen, dass die Beiträge zur gRV (fast) steuerfrei sind und daher private Anbieter tendenziell erst dann interessant werden, wenn die gRV ausgereizt wird.

Allein auf die Rente würde ich mich auch nie stützen, wobei die allermeisten ja eh pflichtversichert sind.

Vielen Dank an alle für die prompten Antworten!

@Suchweni: Ja, meine Kernfrage war, ob ich mit den freiwilligen Beitragszahlungen die Wartezeit zu dem Status "besonders langjährig Versicherter- >45 Jahre" auffüllen kann. Für den Status "langjährig Versicherte  >35Jahre" scheint dies zu zählen, für "besonders langjährig" nicht.

Dies ist in soweit entscheidend, ob eine abschlagsfreie GR mit 65 (oder ein paar Monate früher für Ältere wie gegenwärtig über die Rente mit 63 möglich) in Anspruch nehmen kann!

Es ist schon ein paar wenige Jahre her da war ich bei der Rentenberatung und habe genau diese Frage gestellt und meine in Erinnerung zu haben, dass die freiwilligen Zahlungen auch zu dem Status "Besonders langjährig" zählen.

Vor ein paar Jahren habe ich freiwillige Beitäge zu den Schulzeiten (zwischen 16. und 17. LJ) nachgezahlt und dieses Jahr ist in meiner Renteninfo auch für mein Konto "besonders Langjährig" aufgeführt. Seltsam... Ich werde hierzu mal bei der DRV anfragen und berichten.

@Christine: Ich bin bzgl. GRV anderer Meinung als du. Gerade mit Turbulenzen in Zeiten 0 Zins und Staatsverschuldung ist die GR für mich attraktiver geworden als zuvor. Zudem sind die freiwilligen Beiträge in der derzeitigen Erwerbsphase steuerlich (2020 mit 90%) zu berücksichtigen. Bei mir kommen on top noch die Zuzahlungen (7,3%) zur PKV hinzu. Da kommt keine konservative ausgerichtete private RV mit.

Und ich möchte MFZ73 voll zustimmen. Sie ist für mich nur ein Baustein, wenn auch der Wichtigste (das Fundament) für die Altersversorgung ab Rentenalter bis zum Ableben.

"(,,,) ...Daher werden seit Juli 2014 bei Versicherten, die mindestens 18 Jahre an Pflichtbeiträgen vorweisen können, freiwillige Beiträge ebenfalls auf die Wartezeit von 45 Jahren angerechnet. (...)"

Gerade noch diesen Passus in dem Link der DRV von Suchweni gelesen. Dies könnte entscheidend sein, dass die freiwilligen Zahlungen für Versicherte >18 Beitragsjahre doch zählen?!

Es bleibt spannend 😛

Zitat von Muslime_Frugi am 27. Juni 2020, 13:05 Uhr

@Christine: Ich bin bzgl. GRV anderer Meinung als du. Gerade mit Turbulenzen in Zeiten 0 Zins und Staatsverschuldung ist die GR für mich attraktiver geworden als zuvor. Zudem sind die freiwilligen Beiträge in der derzeitigen Erwerbsphase steuerlich (2020 mit 90%) zu berücksichtigen. Bei mir kommen on top noch die Zuzahlungen (7,3%) zur PKV hinzu. Da kommt keine konservative ausgerichtete private RV mit.

Das mit "o Zins" hab ich nicht verstanden. Falls Du meinst, dass die private Rentenversicherung keinen Zins bringt, ist das nicht korrekt.

Steuerliche Berücksichtigung der Beiträge: Ich war bei meiner Aussage davon ausgegangen, dass Du nicht mehr erwerbstätig (= Privatier) sein willst und in diesen Jahren freiwillig Beiträge einzahlen. Wenn Du noch erwerbstätig bist und viel verdienst (= sich die Absetzbarkeit lohnt), dann ist natürlich bAV (ebenfalls fondsgebunden möglich) der bessere Weg als eine private RV der dritten Schicht. Da zahlt ja sogar der AG noch was drauf.

Zuschuss zur PKV ist ein Punkt pro gRV, das stimmt.

 

Naja, die allgemeingültige Lösung der Altersvorsorge gibt es halt nicht, da muss sich jeder in die Details einfuchsen.

Bei mir: 2 Jahre vor Ende Altersteilzeit/Rente angefangen, also reichlich spät. Freiwillige V0210-Beiträge hätte ich auch schon Jahre zuvor, und dann deutlich günstiger, leisten können.

Für die gesetzliche Rente wird 2021 (West) 0.0% Erhöhung, Ost noch 0.7% (gesetzliche Angleichungsverpflichtung) prognostiziert. Also magere Jahre in Sicht. Ich habe genug Rücklagen, um gut 1 Jahr ohne jede Rente zu überstehen...

Zugleich bin ich auch weltweit in Wertpapiere investiert. Zum Wochenschluss Buchwert 23.6% im Minus..

Aussitzen, beobachten. Time will tell..

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