Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Finanziell Frei ab Sommer 2021 mit 44 Jahren und 4 Kindern

Hi zusammen,

die Idee des Frugalismus finde ich fantastisch. Als Kind habe ich auch schon gerne auf meine Ausgaben geachtet auch wenn ich parallel sehr viel investiert habe. Habe sehr viele Hühner gehalten und mein ganzes Geld in die Hühnerzucht gesteckt. Nach Abzug der Ausgaben habe ich zwar nichts verdient aber viel Erfahrungen gesammelt.

Im Urlaub bin ich fast immer per Anhalter gefahren einmal quer durch ganz Europa in 6 Wochen 10.000km. Ausgaben knapp 300€.

Nach der Familiengründung als Alleinverdiener schien mir die finanzielle Freiheit schier unmöglich zu sein. Für die Börse war mein Erspartes zu wenig, das hätte viel zu lange gedauert also haben wir unser Eigenkapital mächtig gehebelt und Wohnungen gekauft um diese dann als WGs zu vermieten.

Für den Sommer 2021 habe ich meinen Job als SW Entwickler gekündigt und kann dann von der Vermietung leben wenn wir Frugal leben. Dann kann ich rasen mähen und Hausmeister spielen. Ich freue mich schon.

Gruß und viel Erfolg euch allen.

Jan

Kannst Du etwas zu den finaziellen Rahmenbedingunben sagen?

Die Wohnungen habt ihr erst in jüngerer Vergangenheit gekauft?

Wie hoch waren alle Kosten?

Wie hoch der Kredit und der Zins darauf? Was ist die montaliche Rate?

Wieviel Eigenkapital?

Um wieviele Wohnungen und m² geht es da und was sind die monatlichen Mieteinnahmen?

Welche Schulden habt ihr 2021, wenn Du dann "finaziell frei"  bist  und auf welchen zeitaufwand schätzt Du den Aufwand der Vermietung und Pflege?

Ich frage deshalb, weil der Mietzins hier in der Gegend bei den aktuellen Kaufpreisen für "normale Wohnungen" bei bestenfalls 2%/Jahr liegt, eher darunter

Hi Cepha,

ups viele Fragen ich versuche diese mal zu beantworten. Habe 2011 das erste Haus gekauft dann 2013 eine Wohnung, dann 2016 eine dann 2017 zwei und 2018 zwei und 2019 ein Haus und diese Jahr wieder zwei Wohnungen alle im Großraum Stuttgart oft über 100 Jahre alte Buden und vermiete diese als WGs oft an Studenten/Praktikanten/Azubis etc.

Kosten Einkaufspreise knapp über 2 Mio. Schuldenstand aktuell ca. 1,4 Mio. Monatliche Rate 6.700€. EK anfangs recht viel mit hohen Tilgungen über 10% und 5 jährigen Krediten. Zuletzt oft fast ohne EK mit Krediten über den Gesamtbestand und Tilgungen etwas über 3% und 10 Jahre Laufzeit.

Bestand: 2 Häuser, 8 Wohnungen: 1004 qm Wohnfläche: Bruttomiete pro Monat: 15.300€ Netto nach Abzug aller Kosten auch Steuer und Krankenversicherung etc. über 2.000€ (das reicht mit dem Kindergeld gut zum leben als Frugalist). Zudem wird der Cashflow in den nächsten Jahren größer wenn einige Kredite auslaufen mit deutlich kleineren Restschulden.

Zeitaufwand: 5-10h pro Woche. Absolut erträglich und mach total Spaß weil alle Beteiligten sehr zufrieden sind. Insbesondere meine Mieter aber auch wir.

Hallo @jan-veerman, habe mir grad deine Seite angeschaut, das klingt ja alles sehr gut! Finde schön, dass du Infos wie den Mietvertrag vorab zum Download anbietest, das schafft natürlich mehr Vertrauen. Die Regelung mit der 1-Monatsmiete Kaution und der frühen "Rückzahlung" (durch Verzicht auf die letzte Monatsmiete) ist mehr als fair und wahrscheinlich mit Hinblick auf finanzschwache Mieter so gestaltet? Die Mieten selbst klingen für mich mit hannoverscher Sozialisierung heftig hoch, aber das ist wahrscheinlich das übliche Stuttgarter WG-Niveau? Auffällig sind die gefühlt > 80% Nicht-EU-Ausländer unter deinen Mietern. Ist das einfach der Schnitt deiner Bewerber, oder suchst du diese Zielgruppe systematisch aus, und falls ja warum?

Wie funktioniert das eigentlich mit der Besicherung deiner vielen Kredite? ich kenne es so, dass die Bank einen Verkehrswert ermittelt, 20-30% abzieht und das ist dann der Beleihungswert, also bis zu diesem Wert sieht die Bank den Kredit als durchs Objekt besichert. Für mich war das bisher kein Problem, weil meine Kredite den Beleihungswert nicht überschritten haben, aber ist das bei deinen z.T. fast 100%-Krediten auch der Fall? Ich hätte erwartet, dass die Bank alles darüber hinaus stark von deiner sonstigen Bonität abhängig macht, und es dort daher enge Limits hat. (Die Frage betrifft natürlich nicht nur dich, sondern generell Leute, die deine Strategie fahren, wie bei Immocation & Co).

Hi @thewanderer danke für die Blumen.

Tatsächlich sind meine Mieten sehr niedrig teilweise sogar noch günstiger als die Studentenwohnheimsplätze. Darum hatte ich bis vor Corona auch immer einen großen Ansturm und innerhalb weniger Stunden die Zimmer neu vermietet. Durchschnittlich kostest ein Zimmer in Stuttgart 500€ bei mir im Schnitt nur 330€ damit bin ich im low Budget Bereich. Die deutschen haben oft ein deutlich üppigeres Budget und bevorzugen größere und teurere Zimmer in noch zentraleren Lagen die ich leider nicht anbieten kann und auch meiner Philosophie widersprechen würde. Darum habe ich recht viel internationale Menschen. Habe damit aber super gute Erfahrungen gemacht. Die sind total dankbar da ich ihnen eine Chance gebe und ich freue mich auch sehr über jeden.

Finanzierungen mache ich immer über einen Finanzierungsvermittler, der hat sehr gute Kontakte zur Bank und kann meine Objekte gut darstellen. Auf ein Neues Objekt habe ich nie mehr als 90% des Nettokaufpreises fülle aber immer noch einen zweiten Kredit eines anderen Objektes wieder auf damit ich möglichst kein EK benötige. Das geht natürlich nur wenn alle Kredite bei der gleichen Bank sind. Vorteil der 1-Bank Strategie 🙂

Hi @jan-veerman, vielen Dank für die Infos. Ich finde deinen Weg total spannend und habe zugegebenermaßen die letzten Tage schon rumgeträumt etwas ähnliches zu versuchen schon bevor du heute beschrieben hast wie erfolgreich dein System läuft (- weit weg vom Großraum Stuttgart 😉  ).

Hätte da diverse Detailfragen, aber vor allem im Großen: Wie wählst du die Häuser/Wohnungen zum Kauf aus? Bei deinen durchschnittlich 2000€/qm müsste ich schon recht weit außerhalb meines Stadtgebiets suchen. Dort würde ich befürchten nicht mehr genug Nachfrage zu haben um solche WG-Zimmer Mieten aufrufen zu können. Sind deine Wohnungen durch ÖPNV so gut an Unis etc angebunden oder sind gar fußläufig zu erreichen damit sie immernoch so gut belegt sind? Wie lang suchst du ungefähr bis du ein neues Objekt findest?

Willkommen und Danke für den Einblick - ja, bei solchen Zahlen würde ich schon sagen, dass sich das rechnet - Kaufpreis ist so ja eher bei 15 Jahreskaltmieten als bei 30 oder 40.

Mit mehreren Objekten wird das Risiko auch gut gestreut, also wenn mal zwei Wohnungen ein Jahr lang unbewohnbar würden, oder drei Mieter keine Miete zahlten. Wenn man schon ein paar Objekte hat, und weiß, dass das Modell läuft, muss man sich bei der Expansion nicht so den großen Kopf machen.

Vom Zinsänderungsrisiko habe ich in den letzten Tagen glaube ich genug geschrieben - bei über einer Million Schulden hat man schon ein nicht geringes Risiko übernommen, bei über 3% Tilgung wird bei Anschlußfinanzierung schon ein guter Teil weg sein, so hoch werden die Zinsen schon nicht steigen, dass Schulden in Höhe von dann wohl unter zehn Jahreskaltmieten nicht mehr tragbar wären. Wenn es gut läuft, ist da in absehbarer Zeit auch mehr als ein rel. bescheidenes (über 2000€, nehme an, nicht nur nach Krankenkasse, sondern auch nach Wohnkosten, ist so wenig ja auch wieder nicht) Auskommen drin.

Was den Idealismus angeht: Man könnte einwerfen: Aber du machst das doch, um Geld zu verdienen. Das gute daran ist - nur so kann ein einzelner mal eben um die 50 Zimmer anbieten. Wenn man draufzahlt (und nicht irgendwie zu viel Geld hat), macht man das halt nicht, oder vielleicht im kleinen Rahmen.

Gutes Gelingen weiterhin!

Hallo Jan Veermann,

herzlich willkommen hier und Hut ab vor deinem Weg und dem unternehmerischen Mut. Mein Weg wäre esnicht, dazu bin ich zu sicherheitsbedürftig. Es ist unbestritten, dass du den Status Quo mit Aktien so nicht geschafft hättest! Du machst genau das was auch Unternehmen machen du hebelst mit Fremdkapital. Es klingt alles so als hättest du dich ausreichend in das Thema eingearbeitet. Deine HP ist sympathisch und offen.

Du solltest vielleicht schauen eine ausreichende Liquiditätsreserve aufzubauen um bei unabsehbaren Investitionen oder Marktänderungen reagieren zu können. Mit 4 Kindern sind 3k (inkl. Kindergeld) Cashflow im Monat plus unternehmerische Risiken nicht all zu üppig. Könnte natürlich wie von dir beschrieben gut für dich laufen und sich der Cashflow stetig erhöht.

Ich wünsche dir jedenfalls gutes Gelingen!

Hi zusammen,

ja ihr habt recht der Schuldenstand ist nicht jedermanns Sache und ich bin da ja auch erst Schritt für Schritt reingewachsen. Eigentlich wollte ich nie Schulden machen aber das hat sich so ergeben und jetzt stört es mich nicht mehr so sehr. Mit dem Thema Immobilien habe ich mich eigentlich überhaupt nicht beschäftigt. Ich habe es einfach nur gemacht und dabei auch sehr viele Fehler gemacht und daraus gelernt. In meinem Umfeld hat keiner Interesse daran die wohnen lieber zur Miete und sind flexibler. Der Zufall hat es so gewollt 🙂

Zur Objektauswahl: Hippe Gegenden wie Stuttgart-West kommen für mich nicht in Frage. Ist viel zu teuer. Zudem kaufe ich alte Wohnungen muss oft noch einiges renoviert werden und auch etwas abseits aber doch noch gut mit S-Bahn oder Bussen erreichbar. In Stuttgart gibt es viele Firmen die Praktikanten/Azubis haben darum brauche ich nicht in der Nähe der Uni zu kaufen wo es zu teuer ist. Alles über Immoscout gefunden und zu Marktpreisen gekauft. Ich hätte gegenüber dem Verkäufer ein schlechtes Gewissen wenn ich zu günstig einkaufe. Auch hier gilt für mich Fair-Play.

Hallo Jan,

 

wie sieht es bei dir aus? Konntest du dein Ziel erreichen und bist nun FI? Und würdest du deine Wohnung an einen Verwalter übergeben oder machst du das weiterhin in Eigenregie (falls ja, mit welchem Zeitaufwand rechnest du da?)

Liebe Grüße : )

Hi zusammen,

kleines Update von meiner Seite. Mitte Mai 2021 hatte ich meinen letzten aktiven Arbeitstag bei Bosch. Dann war ich frei ein mega gutes Gefühl auch wenn mir die Arbeit sehr viel Spaß gemacht hat, war die Freiheit einfach noch schöner. Anfangs habe ich noch viel renoviert da ich noch Ende April (mit Bonität) ein Mehrfamilienhaus  für 600k Brutto gekauft habe bei dem zwei Wohnungen komplett renoviert werden mussten. Seit Juni habe ich sehr viel Zeit mit meiner Familie verbracht. Da ich mit 44 Jahren noch recht jung bin und noch etwas sinnvolles im Leben machen möchte habe ich mir gedacht Lehrer zu werden. Ich möchte jungen Menschen gerne Mut machen ihr Leben in die Hand zu nehmen und was draus zu machen. Mit Mathe und Informatik habe ich tolle Fächer die ich an einem Wirtschaftsgymnasium bzw. Berufskolleg ab September unterrichten darf. Ich freue mich riesig und habe jetzt immer zusammen mit meinen Kindern Urlaub einfach genial.

Eine Wohnung habe ich jetzt tatsächlich an eine Art Verwalter abgegeben und schau mal wie es läuft. Eventuell würde ich dann auch mehr abgeben, allerdings macht mir der Kontakt mit meinen Mieter total viel Spaß darum werde ich immer einige selbst verwalten.

Ein Gewerbe als Hausmeister habe ich auch angemeldet und möchte total gerne Rasen mähen, Hecken schneiden und Treppenhäuser putzen. Allerdings nicht mehr als 3-4h pro Woche damit es ein Hobby bleibt und immer super Freude macht.

Was keinen Spaß macht beende ich und konzentriere mich auf Dinge die mehr Freude und Mehrwert bringen. Ich denke jeder sollte das so machen.

tolle und inspirierende Beiträge 🙂

alles Gute für dich und deine Familie in der FU

Hi Jan,

schön von dir zu hören! Machst du erst mal 2 Jahre ein Ref? Alles gute weiterhin.

Hallo Jan,

auch von mir Glückwunsch zur Freiheit. Da ich auch in ein paar Immobilien vermietet habe, gehen mir gerade folgende Punkte durch den Kopf:

Das letzte MFH hast Du im April noch auf persönliche Bonität per Gehaltsnachweisen von Deinem AG erworben, oder war für Deine Bank schon die Portfolio-Betrachtung relevant? Ich stelle mir die Frage, ob die Banken dann jedes Jahr Deinen persönlichen Status anfragen, wie Angestellter usw. Bei meinen 2 Banken derzeit nicht. Nur bei Neukäufen. Daher sehe ich eine Angestelltenbeschäftigung auch als notwendiges Übel bis zu einer gewissen Grenze.

Ich bin noch weit vom Portfolio Ansatz entfernt, daher noch nicht relevant für mich. MFH habe ich noch nicht, ich scheue die baulichen Prüfpunkte und aktuell auch die Preise. Mein Fokus bisher sind 1 ZKB.

Wie bewertest Du die Objekte für eine Vermögensübersicht, was benötigt Dein Finanzvermittler?

Grüße

Gatto

 

Hi @muslime_frugi was ich mache ist ein Direkteinstieg. Das gibt es in Baden-Würtemberg für Berufserfahrene an beruflichen Schulen wie Wirtschaftsgymnasium, Technisches Gymnasium oder Agrarwissenschaftlichem Gymnasium mit zugehörigen Berufskollegs. Das heißt ich werde von Anfang an auch Schülerinnen unterrichten allerdings etwas gestaffelt die ersten zwei Jahre parallel habe ich pädagogischen Unterricht bei dem ich auch Prüfungen schreiben kann.

@gatto Nun zur Bonität:

Richtig das letzte MFH habe ich noch mit der Bonität meiner Festanstellung abwickeln können. Dem Finanzierungsvermittler war es egal das ich gekündigt habe, wichtig waren die letzten 6 Monate der Kontoauszüge und Gehaltsnachweise und die letzten drei Jahre Steuererklärungen. Zudem eine Einnahmen/Ausgaben Übersicht und alle Mietverträge.

In Summe habe ich jetzt 3MFHs und 8 Wohnungen mit einem Wert von ca. 3 Mio. Dem gegenüber stehen ca. 2 Mio Schulden bei der Bank. Eigentlich müsste jetzt die Portfoliobetrachtung mit jährlicher Überprüfung stattfinden. Diese Jahr wurde ich jedoch nicht eingeladen. Entweder haben die Bankangestellten keine Zeit oder mit dem letzten Kauf für diese Jahr genug geprüft. Da ich alle Kredite bei einer Bank habe ist es aber auch übersichtlich für die Bank. Vermutlich würde ich jetzt keine weiteren Kredite mehr bekommen da ich die nächsten zwei Jahre auch nur befristete Verträge erhalten werde. Eventuell könnte ich nach 3 Jahren noch verbeamtet werden und damit eine super Bonität erreichen. Es ist jedoch nicht mein Ziel Beamter zu werden oder weitere Immobilien zu kaufen. Ich bin sehr zufrieden mit dem was wir haben. Eine tolle Frau und 4 super nette vielseitige inspirierende herausfordernde Kinder 6-13 Jahre, 5 Hühner und zwei süße Küken, und ein nettes Haus mit den besten Mietern der Welt in einer schönen Gegend im Herzen Europas.

Ich habe für mich erkannt das es egal ist ob ich arbeite oder zu Hause bleibe in beiden Fällen kann ich mich frei fühlen solange ich tue was mir Freude macht. Allerdings war es für mich notwendig zu kündigen und aus meinem alten Leben auszusteigen um das zu erkennen.

Das liest sich ganz toll und ich freue mich da für Dich. Kenne ein paar Leute, die mit relativ "all-in" bei Immobilien auch gut Leverage und Bestand aufgebaut haben.

Ich hätte gedacht, dass Du bei Deinem bisherigen Kreditvolumen schon in der Portfolio Betrachtung bist und die persönliche Bonität nicht mehr relevant ist, sondern die Bank sich an den Portfolio Daten für den weiteren Kredit orientiert. Demnach könnte man ab diesem Punkt im Büro aufhören und sich ganz der Vermietung widmen. Ist das nicht so, die Wokri dürfte ja bei Deinem Bestand nicht mehr begrenzen...

Welchen qm-Preis hatte das letzte MFH und hast Du Dich da autodidaktisch in die Prüfung der Bausubstanz eingearbeitet?

Wieviel WE hast Du jetzt, 50? Und in welcher Gegend?

Vermietung und Betreuung mache ich auch alles selbst, da lernt man gut. Für rechtliche Fragen bin ich im Haus & Grund Mitglied, das ist gut für kostenfreie Auskünfte. Ich finde, nach den ersten 1 bis 2 WE hat man dann Routine beim Ankauf.

Mir sind etwas die Preise weggelaufen oder meine Renditeansprüche sind zu hoch. Momentan ist die Situation etwas verhalten: die Leute sitzen auf ihren Objekten oder wollen Mondpreise, vielleicht gibt es nach der Wahl Bewegung, aber das habe ich bei Corona auch schon erwartet...

Bisher musste sich jedes Objekt mit 90% Finanzierung auf den Kaufpreis gut rechnen. Wenn nix Neues kommt, wird halt mehr Sondertilgung gemacht.

Zu Deiner neuen Tätigkeit: kannst Du in Deinem Alter immer noch verbeamtet werden (eigentlich ja unwichtig, weil besondere Jobsicherheit brauchst Du ja nicht mehr)?

Grüße, Gatto

Hi @gatto zu deinen Fragen

in die Themen habe ich mit autodidaktisch eingearbeitet. Wenn es ein Problem gibt versuche ich es zu lösen dabei hilft mir meine positive Grundeinstellung.

Zur Gegend: Ist im Speckgürtel von Stuttgart siehe https://www.wg-veerman.de

Kaufpreis zuletzt ca. 3k pro qm musste aber viel renovieren, insgesamt "nur" 17 WE (reicht aber dicke)

Zur Verbeamtung: Ich glaube das Kinderzeiten noch angerechnet werden darum könnte es vielleicht noch klappen mal schauen "et küt wie et küt" sagen die lockeren Leute in NRW 🙂

Renditeansprüche sind bei mir sehr gering Hauptsache ich zahle nicht ewig drauf. Ich bin dankbar wenn mir die Bank Geld geliehen hat mit dem ich einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen kann. Jeder Quadratmeter dem ich laut Grundbuch zugeordnet wurde sollte von mir verantwortungsvoll und Nachhaltig für Mensch und Tier verwaltet werden. Darum mag ich es auch Beton im Garten zurück zu drängen und Nutztiere zu halten wo immer es geht. Bei der Immobiliensuche habe ich meist Objekte gekauft die keiner haben wollte (schon Monate in Immoscout weil zu teuer, zu alt etc.). Da komme ich ins Spiel und wecke diese oft lange leer gestandenen Immobilien zu neuem Leben. Anschließend wohnen dort Menschen aus unterschiedlichen Kulturen Religionen und Nationen. Es sind oft Studenten aber auch Azubis, Handwerker, SW Entwickler, Flüchtlinge mit erstem Job. Auch Menschen mit Behinderung, Arbeitslose und angehende Rentner sind in meinen WGs willkommen. Wichtig ist das jeder eine gute Portion Toleranz (da können wir Schwaben von NRW lernen und wir Deutschen von Ausländern) und Rücksichtnahme mitbringt. Bei über 90% der Menschen unserer Gesellschaft funktioniert das wunderbar und die anderen brauchen einen etwas geschützteren Rahmen als meine WGs um sich persönlich noch weiter zu entwickeln.

Um bei Immobilien einen gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen ist es auch wichtig das alle Parteien profitieren. Der Verkäufer soll einen marktgerechten Preis erhalten (wenn ich zu günstig kaufe habe ich ein schlechtes Gewissen). Das Objekt soll schnell und möglichst günstig an möglichst viele Menschen vermietet werden. Die Bank soll gut verdienen, der Finanzierungsvermittler profitieren. Die Handwerker eine Baustelle vorfinden zu der sie gerne kommen und höchste Wertschätzung erfahren. Der Notar respektvoll behandelt werden. Und ich zahle gerne Steuern wie Grunderwerb... das kommt der gesamten Gesellschaft und am Ende auch mir zugute. Ein positiver Cashflow ist mir am Anfang nicht wichtig. Der kommt mit der Zeit automatisch. Nach dem Motto tue Gutes und dann wird es irgendwann auch belohnt.

Hi zusammen wollte auch mal ein kleines Fazit zu 2021 ziehen mit ein paar Zahlen und Eindrücken.

Zum einen war 2021 das Jahr in dem ich meinen FIRE Zeitpunkt hatte ich habe in Teilzeit noch bis Mai gearbeitet und dann mit Urlaub etc. und Langzeitkontoentnahme noch bis August Arbeitslohn von meinem ehemaligen Arbeitgeber Bosch bezogen. Eine Abfindung werde ich Ende Januar 2022 ausbezahlt bekommen. Das Gefühl von Freiheit die ich nach der Unterschrift unter dem Abfindungsangebot erlebt habe war einfach unbeschreiblich und wirkt auch ein Jahr später noch nach. Ich habe mich dann doch entschieden nochmal neu anzufangen und zum 10.9.2021 Lehrer zu werden auch wenn ich damit gewisse Freiheiten abgebe z.B. muss ich zu bestimmten Zeiten in der Schule sein und darf nicht zu spät kommen etc.

Mein Ausflug in die selbst finanzierte Frührente war demnach nur von kurzer Dauer (offiziell 9 Tage) und doch hat es mich sehr geprägt. Ich fühle mich nicht mehr von einem Job abhängig. Die Mieteinnahmen decken in etwa unsere Lebenshaltungskosten. Es macht mir aber einfach Spaß zu arbeiten und Schülern Mathe und Informatik beizubringen ist zur Zeit mein Ding.

Nun zu den Zahlen (alles gerundet) 2021:

Netto Einnahmen als Angestellter abzüglich einem Betrag den ich meiner Frau überweise: 48k (SW Entwickler beim Bosch und dann Lehrer)

Netto Mieteinnahmen (cashflow) von 3MFHs und 8ETWs (gesamt 17WE): 200k Mieteinnahmen - 160k Annuität und NKs = 40k Cashflow (wir leben mittels Hausehacking umsonst in einem der Objekte)

Ausgaben: sind vernachlässigbar ca. 500€/Monat da ich möglichst frugal lebe, wir keine Miete und Nebenkosten zahlen und meine Frau lieber die Ausgaben steuert.

(ich muss dazu sagen meine Frau erhält über 2000€ Netto pro Monat von Kindergeld/Pflegegeld(wir haben 1 besonderes Kind) und etwas von mir, sie hat eine Sparquote von 25-50%, mittlerweile hat sie selbst ca. 100k angespart. Zahlen spielen für sie aber bis jetzt keine Rolle)

Vermögenswerte: Immobilien konservativ 2,4 Mio minus Schulden 1,91 Mio = 490k

Aktien/ETF : Null da meine EK Rendite mit Immos bei dem starken Hebel bei über 25% liegt habe ich bis jetzt noch keine Notwendigkeit gesehen mich damit zu beschäftigen.

Wie geht es jetzt weiter?

Mal gespannt wieviel Freiheit man mir als Lehrer lässt, dann mach ich das sehr gerne noch eine ganze Weile.

Mein Vermögen wird die nächsten Jahre pro Jahr um ca. 100k anwachsen und mit 50 werde ich spätestens die erste Millionen haben wenn alles glatt läuft. Dann kann ich auch ein paar Wohnungen verkaufen und der übrige Cashflow sollte für ein angenehmes Leben gut reichen. Aber mal schauen vielleicht kommt auch alles ganz anders. Wenn ihr Tipps habt worauf ich acht geben sollte teilt sie mir gerne mit.

Auf ein neues frugales Jahr 2022 Euer Jan

Hallo Jan,

das sind ebenfalls super Aussichten bei Dir, das Gefühl beim unterschreiben des Vertrages kenne ich 😉

Die spannende Frage bei Dir wird sicher sein wann der richtige Zeitpunkt ist sich von Immobilien zu trennen. Ich hatte meine ETW 2007 für 123k gekauft, Neupreis war umgerechnet 200k in 1995, also der Verkäufer hatte einen ordentlichen Verlust nach 12 Jahren trotz 1A Lage. Ich habe sie nach 12 Jahren für 295k verkauft. Im nachhinein habe ich anhand der Charts gesehen, das ich tatsächlich zum absoluten Tiefpunkt gekauft habe. Als ich Angang 2020 verkauft habe, dachte ich das aufgrund der Corona Pandemie, drohender Arbeitslosigkeit etc. die Preise runtergehen würden, dem war nicht so, im Gegenteil. Aktuell scheint so langsam der Peak erreicht zu sein, man weiß es nicht. Werden nachgelagerte, aufgeschobene Insolvenzen durch die Pandemie durchschlagen, viele Fragezeichen. Was bewirkt die hohe Inflation aktuell, der Theorie nach müssten die Preise anziehen.

Ich hatte lange überlegt zu verkaufen, hatte die Wohnung in 2018 für 270k 6 Monate angeboten, erst ganz zum Schluss hatte ich wen da war aber schon der Mietvertrag unterzeichnet und mein Haus soweit renoviert, was ich ursprünglich aus dem Verkaufserlös bestreiten wollte. Wollte sie dann erst behalten, weil gut vermietet, jeden Monat 780 Euro brutto aufs Konto. Aber ohne Verkauf kein Haus in Thailand, kann man nicht finanzieren in Deutschland (außer mit einem Ratenkredit, der ja auch nur noch 1-2% kostet, aber Mördertilgung bei 70k). Ich dachte mir dann, dass wir die Energie, welche wir noch haben, nutzen sollten um das Haus zu bauen, ist ja nicht ganz einfach, meine Frau war 8 Monate vor Ort und hat alles von der Planung, Baugenehmigung bis zur Fertigstellung durchgezogen, ob man sich das mit Ü60 noch antut ist die Frage. Daher je nachdem was Ihr noch vorhabt nicht zu lange warten mit einem Verkauf, wenn ihr ein gutes Angebot bekommt, überlegt zu verkaufen.

Lehrer ist doch super, Glückwunsch, das ist ohnehin wichtig im Leben, immer mal neue Reize setzen und Herausforderungen annehmen, hält fit und jung. Bei mir wird es Thailand sein, in eine andere Kultur eintauchen, Sprache lernen, die Heimat meiner Frau näher kennenlernen, ich freu mich drauf 🙂

Hallo Jan,

irgendwas mach ich wohl falsch. Ich bekomme für meine 62 m² Wohnung gerade mal 450,00 € kalt. Gut, das ist nicht in Stuttgart sondern mehr im ländlichen Raum. Deine website nach dem Motto KISS (keep it short and simple) erklärt dein Geschäftsmodell ganz gut. Viele kleine Zimmer an möglichst viele Personen vermieten. Der für Stuttgart faire Preis sorgt vermutlich für nicht allzu große Fluktuation bei deinen Mietern. Pauschal warm zu vermieten spart viel Abrechnungsstress. Ist so ein bischen wie das Hostel Modell, wo auch durch die Mehrbettzimmer die gute Rendite erzielt wird.

Durch deine Postings hier wird auch deutlich, dass du das wirklich gerne und mit viel Freude und Engagement machst. So wird am Ende eine Win-Win Situation draus. Im Rahmen der ganzen anderen FIRE Modelle hier ein sehr interessanter Ansatz. Ist die Verwaltung und Vermietung bei so vielen Mietern nicht viel Arbeit gewesen neben dem normalen Job?

Bei mir ist es mit 2 Mietern und Hausverwaltung für 1 Objekt nebenbei gut machbar. Ich höre übrigens Ende Januar auch auf regulär zu arbeiten (IT/TK-Branche) und könnte mir so etwas dann prinzipiell auch vorstellen. Bis zur Rente dauert es noch ein wenig. Aber zunächst mal fehlt mir die Zeit dazu, da eine größere Reise geplant ist. Einen Job als Lehrer könnte ich mir nicht vorstellen, aber ich habe es auch noch nicht probiert.

Ich wünsche dir weiterhin viel Freude und Erfolg auf deinem Weg!