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Ein freundliches Hallo 🙂

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Hallo,

ich bin wohl eher schon ein Senior in diesem Kreis...47 Lenze zähle ich.

Ich bin wohnhaft in einer mittelgroßen Stadt im schönes Osten Deutschlands, bin gebürtig aber im Westen geboren.  Eigentlich lebe ich bereits seit Jahren mehr oder weniger frugalistisch, ohne, dass ich jemals von diesem Begriff gehört habe. Also sozusagen unbewußt kompetent 🙂

Zu meiner Situation - ich arbeite im Vertrieb eines großen Konzerns und verdiene mit Boni, Dienstwagen (incl. Tankkarte) rund 100.000€ brutto im Jahr - also eher besser verdienend. Ich spare im Monat rund 2.500€. Durch eine Erbschaft aber auch durch meine erhebliche Sparneigung und mein Börsen Know-How habe ich mir ein Vermögen von 1,6 Millionen aufgebaut. Ich lebe bescheiden zur Miete (rund 500 € im Monat) in einer mittelgroßen Stadt, die viele wohl als eher hässlich bezeichnen würden - aber ich fühle mich wohl (Gebirge in der Nähe - von daher tolle Natur).

Meine berufliche Situation ist seit Jahren (bis auf den Verdienst) unbefriedigend. Der Job ist sehr, sehr stressig und die Vorgesetzten zum Teil unmenschlich. Am liebsten würde ich schon seit Jahren einfach nur aussteigen, dann einfach mal überhaupt nichts machen und in den Tag hinein leben um dann festzustellen ob ich was anderes machen möchte oder einfach nur so weiterleben, falls es gefällt. Leider sind meine inneren Glaubenssätze so stark, dass ich einfach den Absprung nicht schaffe....noch ein Monat...noch ein Monat...nochmal in den Urlaub "retten"....dann noch ein Monat...so geht es seit Jahren - auf Deutsch - ich bin ein Angsthase.

Meine Geldanlagen sind sehr unspektakulär - Immobilien habe ich keine...ich setze auf Aktien - und hier speziell auf Dividendenwerte.

Wem geht es denn hier auch so? Sprich - Vermögenssituation ok - aber schafft den Absprung aus dem ungeliebten Job einfach nicht...

 

Hallo und willkommen, Geldanleger.

Sofern es sich mit Deinem angesammelten Kapital tatsächlich so verhält, dann verstehe ich Deine Angst nicht so richtig.

Selbst wenn Du das Geld abhebst und zu Hause im Tresor verwahrst (= 0 % Rendite), könntest Du Dir die nächsten 50 Jahre lang jeden Monat 1.800 € entnehmen bei einem Inflationsausgleich von 1,5 % jährlich. Davon wären keine Steuern zu bezahlen, nur Deine Krankenversicherung. Rente käme dann in einigen Jahren noch oben drauf. Es kann also nicht die Angst sein, nicht genug Geld zum Leben zu haben.

Vielleicht beschreibst Du, wovor genau Du Angst hast?

Geh doch morgen zu Deinem Chef und frage ihn, ob Du ab Januar halbtags/Teilzeit arbeiten kannst. Das könnte der Beginn einer Abnabelung sein.
Oder Du schaust Dir in der Zeitung Stellenanzeigen an, ob da was dabei ist, was Dir Freude machen würde und versuchst es einfach. Hast doch ein fettes Sicherheitsnetz, falls es nicht klappt.
Oder Du schaust ins Vorlesungsverzeichnis Deiner örtlichen Hochschule, was Du gerne lernen würdest. Dann hast Du eine "Rechtfertigung" für eine Kündigung des bisherigen Jobs.
Oder Du nimmst ein Jahr frei und machst ne Weltreise.

Sollte es die Meinung anderer Leute sein, die Dir Angst macht: Es ist heutzutage in Deinem Alter nicht ungewöhnlich, nochmal was ganz Neues anzufangen. Und da gibt es IMMER Leute, die das nicht verstehen und vielleicht auch abfällig drüber reden. Das ist so. Ein guter Freund von mir hatte uns vor anderthalb Jahren mitgeteilt, dass er jetzt Lokführer (S-Bahn) werden wird, er hätte da eine Ausbildungsstelle gefunden. Da gab es viele Leute, die sich das Maul zerrissen haben. Na und? Er war alt genug, seine finanzielle Situation einzuschätzen, seine Frau hat ihn unterstützt, sollte es schiefgehen, könnte er sich wieder einen Job im alten Bereich suchen. Für mich als Freundin war wichtig, dass er etwas macht, wofür er brennt. Lass die Leute reden (das tun meist sowieso die, die es nix angeht).

Das ist schon so, mit dem Kapital...ist ja nun kein Hexenwerk, wenn man bedenkt, dass ich mit 17 mein erstes Invest in den Aktienmarkt getätigt habe...klar...viele blaue Augen geholt...aber auch viel gelernt....

Die Hauptangst ist garantiert nicht die Meinung der Leute, sondern eher die vor einem Aktiencrash und das dadurch die Kohle doch nicht reichen könnte...ich weiss...wenig rational, vor allem, weil ich mich mittlerweile ganz gut auskenne und weiß, dass nach jedem Winter wieder der Sommer kommt....

naja, Du könntest das Geld ja ganz einfach streuen und dann bis zum Lebensende damit theoretisch auskommen und einfach mal ein Zeit nichts machen, wo ist das Problem? Wenn du dann tgl. weiter "buckelst" bist Du selbst schuld. Andere würden das als Luxusprobleme empfinden. Oder ist es diese Börsensucht, sich davon nicht freimachen zu können, also sich der Gefahr aussetzen alles wieder zu verzocken mit der Gewissheit dass man es dann wieder schafft? Also wenn Du zuviel Geld hast, kannst Du es auch mir geben ;-)...

Zitat von GeldanlegER am 23. Oktober 2019, 17:34 Uhr

Die Hauptangst ist garantiert nicht die Meinung der Leute, sondern eher die vor einem Aktiencrash und das dadurch die Kohle doch nicht reichen könnte...ich weiss...wenig rational, vor allem, weil ich mich mittlerweile ganz gut auskenne und weiß, dass nach jedem Winter wieder der Sommer kommt....

Du musst überhaupt nichts (mehr) in Aktien anlegen. Kannst es theoretisch unter die Matratze legen (aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen). Du musst mit dem Betrag gar nichts mehr erwirtschaften. Das sollte doch Entspannung genug sein.

https://jlcollinsnh.com/2019/08/17/a-guided-meditation-for-when-the-stock-market-is-dropping/

Ja, nach jedem Winter kommt ein Sommer. Aber Winter können auch ganz schön lang werden. Wer sagt denn, das der Aktienmarkt nicht noch weiter steigt für 1,2 Jahre und dann nach Absturz und jahrelanger Seitenbewegung erst in 25 Jahren wieder da ist wo er in 1,2 Jahren sein wird? Niemand!

Also wenn du komplett aussteigen willst und auch ein bisschen Ruhe haben möchtest, würde ich streuen. Wenn in deinem Wohnort die Immobilien nicht so teuer sind, kannst du dir ja eine kleine Wohnung kaufen. Dann den Cash Anteil etwas erhöhen (so dass du 5 Jahre alles Schwankungen aussitzen kannst).

Zitat von Christine am 23. Oktober 2019, 18:00 Uhr

Du musst überhaupt nichts (mehr) in Aktien anlegen. Kannst es theoretisch unter die Matratze legen (aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen). Du musst mit dem Betrag gar nichts mehr erwirtschaften. Das sollte doch Entspannung genug sein.

Die Inflation kann aber auch mal wieder ordentlich anziehen. Bei 47 hat er 45 Jahre vor sich. Wer weiss wo dann die Inflation stehen wird? Dann ist die Kohle weg.

Ausserdem kann Cash auch anderweitig irgendwann weg sein. Währungsreformen sind eigentlich eher der Regelfall als die Ausnahme. Dann ist auch alles weg.

Wenn du dein Kapital in Aktien mit im Schnitt 4% Dividendenrendite packst ( da gibt es einige ) dann bekommst du ~3% Netto, das sind ~3.9k im Monat nach Steuer - und die Kurse dürften dir dann egal sein.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Ist schon klar, aber auch Dividenden können ausfallen...

Hamsterrad extrem: Tausch von einem Großteil deiner Lebenszeit gegen Geld und Ärger mit unmenschlichen Chefs.

Mach weiter so und mach den Geldhaufen noch größer. Das Schmerzensgeld sozusagen mangels Selbstvertrauen bis 67 einsacken. Bitte heule nicht rum.

Oder führe hier mal bitte deine mtl. Ausgaben detailliert auf. Beginne deine Ausgaben zu senken.

Ebenso switche dein Vermögen auf den Schwerpunkt Kapitalerhalt statt maximalen Ertrag.

Und dann stärke dein Selbstvertrauen und nähere dich einer Lösung deiner beruflichen Misere (goldener Käfig).

"Weniger ist mehr."

Moin zusammen,

ich bin noch nicht wirklich so weit wie du, aber auch knapp 10 Jahre jünger. Mein Plan zielt darauf ab, mit 50 Privatier sein zu können. Ob ich es dann mache, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es mir dann genau so gehen wird wie dir. Die Maslowˋsche Bedürfnispyramide kennt ja „Sicherheit“ als elementares Grundbedürfnis und daran erkennt man schön, das das keine Theorie ist. Ein Job gibt nun mal Sicherheit.

Wenn ich in deiner Situation wäre, dann würde ich folgendes tun:

- eine Wohnung kaufen, in der ich selbst wohnen kann (dann ist das Crash-Risiko für den Vermögensanteil schon mal weg und man spart sich die 500€ im Monat)

- einen Teilzeitjob suchen, der dich interessiert und der dir Spaß macht... Hauptsache krankenversichert und kein Stress. Notfalls eben ein 451€ Job im Schwimmbad an der Kasse. Das gibt dem Tag / der Woche auch ein wenig Struktur. Ideal wäre, wenn man da nur jede zweite Woche arbeiten müsste, dann könnte man auch öfter mal verreisen

- von den Kapitalerträgen des verbleibenden Vermögens (1,6 Mio abzüglich 200K Wohnung = 1,4 Mio ==> 4% ==> 56.000 € vor Steuern im Jahr) und den monatlich 451€ vom Job kannst du dann miet- und stressfrei leben... da dürfte sogar noch was übrig bleiben.

Bei 100.000 € Jahresgehalt bist du über der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung und das mutmaßlich über eine längere Zeitspanne schon. Da dürftest du ausreichend Rentenpunkte haben, damit mit 67 noch eine „normale“ Rente oben drauf kommt. Ich würde mir vielleicht noch ein kleines Ziel setzen... bspw

- nach dem Wohnungskauf 1,5 Mio zu haben und an dem Tag, wo das Depot (wenn auch nur einen Cent) drüber liegt würde ich meinen Kündigung abgeben.
- oder einen Rauswurf nebst Abfindung zu provozieren (mitnehmen was geht)

- oder beides 😉

 

MFG

Skywatcher

Wenn man das Vermögen weltweit streut und in Dividendenpapiere steckt, dazu noch eine ausreichende Cashreserve in verschiedenen Währungen vorhält, vielleicht noch etwas Edelmetalle, sollte es reichen bis zum Lebensende.

 

Klar kann alles zusammenbrechen, die Dividenden ausgesetzt werden, die Kurse einbrechen und das Geld weginflationiert werden. Aber in so einem Szenario zählen dann wohl eher Fähigkeiten von Überlebenskünstlern. 1929 lässt grüßen, da wären wir dann eh fast alle arbeitslos und würden für Lebensmittelmarken anstehen.

Hi GeldanlegER,

natürlich reicht die Geldsumme. Excelmakro erstellen, Dividendenerträge - Fixkosten anschauen, dass müsste bei dem Kapitalertrag ja locker reichen?

Ich verdiente etwa den gleichen Jahresbetrag, jedoch hatte ich ähnliche Themen mit meiner Vollzeitarbeit. Ich sah einfacher immer weniger Sinn in meinem 10h Arbeitstag. Ich habe bereits die Stunden reduziert, was jedoch bei mir zumindest nicht gerne gesehen wurde. Letztlich bist du dann in den nächsten Jahren raus. Es werden dann eben andere für deine Position entwickelt oder eingestellt. Dennoch finde ich den Ausstieg über die Teilzeitarbeit für mich gut. Ich stellte fest, dass ich mich gar nicht so schnell vom Hochleistungsmodus umstellen konnte. Ich brauche die Zeit um auch selbst da raus zu kommen. In der Teilzeitphase geht die freie Energie in meine eigenen Projekte. Ich entwickle einfach die Tätigkeiten welche mir mehr entsprechen.

Fazit nach 1,5 Jahren Teilzeit: Ein Hobby welches ich zur freibruflichen Tätigkeit entwickeln habe konnte ich weiter entwickeln, zudem habe ich wieder für Beziehung, Freunde und Familie mehr Zeit ( Die Kontakte waren teilweise verkümmert) und plötzlich war auch mehr Kapazität für meine Anlage in Immobilien da.

Ich habe nun bereits schon mehr Einkommen und Vermögen als vor der Teilzeitarbeit. Wichtiger ist jedoch das ich wieder mehr ich selbst bin. Mir geht es viel viel besser. Der empfundene Schrecken seitens der abhängigen Beschäftigung ist weg. Ich fühle mich frei.

Ohne Veränderung ändert sich nix. Einfach mehr Leben wagen.

 

Zitat von Lex am 24. Oktober 2019, 7:53 Uhr

Ich habe bereits die Stunden reduziert, was jedoch bei mir zumindest nicht gerne gesehen wurde. Letztlich bist du dann in den nächsten Jahren raus. Es werden dann eben andere für deine Position entwickelt oder eingestellt. Dennoch finde ich den Ausstieg über die Teilzeitarbeit für mich gut. Ich stellte fest, dass ich mich gar nicht so schnell vom Hochleistungsmodus umstellen konnte. Ich brauche die Zeit um auch selbst da raus zu kommen.

Danke, Lex. Genau aus diesem Grund hatte ich die Reduktion auf Teilzeit empfohlen. Nicht, weil man damit weiter Karriere machen kann, sondern damit man selbst sich langsam aus der Abhängigkeit, die nur im Kopf existiert, lösen kann. Bei der Beschreibung seines Arbeitgebers vermute ich sogar stark, dass der "nein" sagt. Das ist dann die Steilvorlage für die Kündigung, die er sich momentan nicht traut, wo alles läuft, wie es halt läuft.

@geldanleger

Möchte Ihnen den Hinweis geben, dass Sie Ihre monetäre Überfluss-Situation als etwas Selbstverständliches verinnerlichen müssen. Egal was passiert (also fast), Ihre Sicherheit ist gewährleistet. Wenn Sie das geschafft haben,  sich also von den versteckten (denn eigentlich wissen Sie es ja schon besser) Ängsten zu lösen, dann rational die nächsten Entscheidungen (übrigens, dass was Sie als Vermögen haben, verdient ein Durchschnittsarbeitnehmer in DE in seinem ganzen Berufsleben!):

Selbst bei einem crash und ggf. Dividendenhalbierung: 15.000 €/a. also aus heutiger Sicht ca. 1% sollte Liquidität kommen pro Jahr. Wenn Sie dann davon ausgehen, dass die Baisse höchsten 5 Jahre dauert aber Sie jedes Jahr 30.000 € benötigen: 5 Jahre mal 15.000 €=75.000 € Liquiditätvorrat. Runden Sie dann auf, auf 120.000 € o.ä., dann (Vermögenssorgen-)Kopf ausschalten und sich dem Leben zuwenden.

Die Psychologie dahinter (kam mal im DLF, da ging es um Steuerhinterzieher und Glücksspieler und wie die mit ihrem Geld umgehen, nämlich sehr großzügig, da ja "leicht verdient" und ohne Anstrengung!): Sie haben Ihr Geld ehrlich verdient und erarbeitet und das hat gedauert. Diese Anstrengung, Geduld, Hartnäckigkeit, Disziplin...die nur Sie allein individuell bewerten können, dass das ggf.  bei einem crash "umsonst"gewesen sein soll (Verlustangst) und zu früh aufgehört zu haben (Leichtsinn gar? was ja ein totaler Widespruch wäre zu Ihrem bewiesenen Charakter) und nicht noch mehr an Polster....verursacht Schmerzen; also allein der Gedanke daran. Müssen Sie sich mal klar machen, dass das für Sie nicht zutrifft!! Sie haben sehr viel richtig gemacht. Und das bleibt auch so! Und wenn was schief geht, dann fangen Sie halt wieder irgendwas an.... --> Psychokiste "over".

Vielen Dank für die wirklich sehr interessanten und bereichernden Beiträge.

mir fällt als Alternative zur Teilzeitarbeit noch ein Sabbatical ein um den Absprung zu schaffen - vielleicht kannst du ja nach ein paar Monaten zu deiner freien Verfügung alles ein bisschen besser beurteilen

wenn du derartige Existenzsorgen hast würde ich auch eine selbst bewohnbare Immobilie in Eigentum erwerben - eine Sorge weniger - eben klein, fein und sparsam in der Erhaltung - ich schlafe seitdem viel ruhiger und schaue auch den Ausstiegsszenarien entspannter entgegen

aber bei allem versuch es zu verstehen kann ich deine Ängste bei dem Finanzpolster nicht nachvollziehen

 

Na dann erstmal Hallo und großen Respekt meinerseits.

Gut zu verdienen und dennoch am Boden zu bleiben (günstig wohnen, frugal leben etc.) das schaffen wirklich wenige - Chapeu !

Ich denke mit deinem finanziellen Puffer brauchst Du keine Gedanken machen ob Du mal ein paar Monate nix machst und dir ggf. klar wirst was Du in Zukunft tun willst. Vielleicht reizt Dich ja auch dein eigenes Ding in einem ganz anderen Bereich ? Manchmal sind es Quereinsteiger die erfolgreicher sind als jene die einen gewissen Beruf erlernt haben.

 

Wenn Du dir Sorgen wegen einem Aktiencrash machst kann ich Dir nur raten die 3-Speichen-Regel anzuwenden und das Vermögen aufzusplitten:

Edelmetalle, Immobilien, Aktien

Erstmal Respekt für die Sparquote @ GeldanlegER

Es ist zwar kein Kunststück bei deinem guten Einkommen, Geld zu sparen, aber deine Quote ist beeindruckend.

Ebenso ist dein Vermögen beeindruckend und (auch wenn du es schon von anderen gehört hast) es ist mehr als genug Geld um dich bis ans Lebensende zu versorgen.

Wenn du so ein Angsthase bist und vor dem Aktiencrash Angst hast, würde ich mein Depot entsprechend breit aufstellen, zB.

25% Aktien

25% Immobilien

25% Edelmetalle, insbesondere Gold

25% Tagesgeld (auch wenn es keine Rendite bringt)

Immobilien und Edelmetalle sichern dich gut gegen einen Crash oder mögliche Geldentwertungen. Aktien bringen Rendite. Und vom Cashanteil kannst du lange leben ohne an Aktien und co gehen zu müssen, die vielleicht gecrasht sind. Alleine vom Cash könntest du dir über 19 Jahre lang 1.700 € monatlich auszahlen - während du zuschaust, wie die anderen 3 Anlageklassen wachsen.

Nach den 19 Jahren, haben sich Aktienkurse nicht nur vermutlich verdoppelt, sondern du bekommst auch noch deine Rente. Die wird nicht viel sein, aber eben auch noch ein Schippchen obendrauf.

Ich persönlich kann dich durchaus verstehen. Es hat etwas endgültiges zu kündigen und ein so gutes Einkommen aufzugeben. Ich glaube, du hast vielleicht nur nur Angst, sondern es liegt auch an deinem Charakter und deiner Erziehung. Du kennst dein Leben lang nichts anderes als zu arbeiten und bereits deine Eltern haben dir dazu geraten. Der Sprung in die Freiheitsphase des Frugalismus ist ein Sprung in eine Minderheit der Gesellschaft, die es schafft aus ihrem Kapital zu leben. Für viele eine mysteriöse Gruppe von Menschen, die es durch "Zockerei an der Börse und windige riskante Investitionen" schafft von ihren Investitionen zu leben.

Spruch einer Freundin von mir: "Wenn du 10.000 € hast, kannst du ja 90% in Aktien anlegen, aber das würdest du doch nicht mit einer Million tun, oder???"  Doch! Gerade mit einer Million! Denn je reicher ich bin, desto eher kann ich Kursverluste aussitzen. Auf 10.000 € ist man schnell mal angewiesen, aber eben nicht auf hunderttausende EURO.

Wenn es dir leichter fällt, würde ich empfehlen, dass du mit Teilzeit anfängst bevor du den Job ganz aufgibst, aber ehrlich Meinung von mir: Mit deinem Vermögen braucht kein Mensch zu arbeiten.

@ayaka

...Angst nicht nachvollziehen.

Doch doch das ist so, und das geht so:

Haben Sie 10.000 € und die Börse crasht um z.B. 50 %= 5.000 € "Verlust"...naja was solls, wird wieder reingearbeitet, habe ja einen Job und habe Zeit.

1..000.000 €, in 25 Jahren erspart und 50 % Kursverlust und FIRE: 500.000 € pulverisiert und keinen Job. Scheiße, 10 Jahre Arbeit umsonst und derzeit nicht in Arbeit. Das verunsichert...auch wenn die Fakten natürlich andere sind. Wir reden hier also eindeutig über Emotionen. Schoklar! Aber da wackelt der Blick auf sich selbst wegen "Fehler gemacht" und so.

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