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Anlageklassen Immobilie vs. Aktien

Zitat von Andreas900 am 22. Februar 2020, 20:32 Uhr

Klar, mit den niedrigen Zinsen klappt das teils sehr gut und steuerlich kann man alle Renovierungen absetzen.

1000-faches Veto. Wer das mit den niedrigen Zinsen noch nicht begriffen hat, sollte die Finger von Immobilien lassen - die Preise für Baukosten und Immobilien sind AUF GRUND der niedrigen Zinsen in den letzten Jahren MASSIV gestiegen. Das hängt unweigerlich zusammen. Wer heute niedrig finanziert, hat also viel höhere Kosten, als jemand, der die gleiche Immobilie vor 10 Jahren erworben/gekauft hätte. Dazu kommt eine gegenläufige Investition in Immobilien hinzu von Leuten, die am Aktienmarkt viel Geld in den letzten Jahren verdient haben und schlicht und ergreifend alles kaufen, was auf dem Markt ist, um sich zu diversifizieren.

Was im Übrigen auch alles schon mal da war ... die "Älteren" werden sich an eine gewisse Sub-prime-Krise erinnern. Da wurde im Vorfeld auch alles finanziert/gekauft, weil man auf immer weiter steigende Immowerte gesetzt hat.

Man bekommt natürlich nur die Erfolgsgeschichten erzählt und nicht die Story verlassener Mietwohnungen in ländlichen Bereichen. Wissenschaftler der London Business School haben sich für die Schweizer Großbank Credit Suisse die Wertentwicklung von verschiedenen Anlageklassen in elf großen Ländern seit 1900 angesehen. Das Ergebnis: Nach Abzug aller Kosten erzielten Immobilien in diesem extrem langen Zeitraum eine negative Rendite von minus zwei Prozent pro Jahr.

Quelle würde mich interessieren - wenn das über 11 Länder und alle Immobilienklassen gemittelt ist, ist die Info nicht viel wert bzw. zu erwarten.

Das merken Anleger aber oft nicht mal, denn welcher Immobilienanleger kennt wirklich seine Rendite? Er erhält ein Arbeitseinkommen im Laufe seines Lebens von vielleicht 1 Mio € + 1 Mio des Lebenspartners und obendrauf noch ne halbe Million Erbschaft.

Iirc sind mittlerweile ~1,75 Mio pro Person realistisch für D.

Klar kann er damit leben und nebenbei mehrere Immobilien kaufen. Ob sicher letzteres für ihn wirklich gelohnt hat, ist aber oft gar nicht klar.

So oder so, es ist kein geeigneter Vergleich zum Aktionär. Der finanziert oft gar nichts fremd, setzt nicht sein eigenes Zuhause aufs Spiel. Er spart auch oft weniger. Und die Amazon Aktie wird bei gutem Kursstand vielleicht auch versilbert um sich ein schickes neues Auto zu kaufen.

Es gibt zig tausende Deutsche, die Jahrzehnte für Immobilien sparen bzw. abzahlen. Wer macht das wirklich bei Aktien? Such in deinem Bekanntenkreis mal jemanden, der seit 20 Jahren Aktien hat, ich kenne niemanden. Ich kenne nicht einmal jemanden, mit dem man sich halbwegs darüber unterhalten kann.

Hmm ... in meiner Familie schon mal drei Personen, im Bekanntenkreis auch einige. Im Kundenkreis noch mehr.

Erzähl doch mal Menschen, dass du sparsam lebst um dein Aktien Depot zu besparen. Da kassierst du komische Blicke. Sagst du aber, dass du eine Immobilie abbezahlst, gilt das als normal.

Kommt halt drauf an, mit welchen Leuten man sich umgibt. Normalerweise sucht man sich aber ganz automatisch einen Freundeskreis mit gleichen Interessen.

Ich glaube, dass unter gleichen Bedingungen Aktien die deutlich bessere, sicherere und renditestärkere Anlage sind. Aber die Bedingungen sind nicht gleich und ich kann verstehen, dass manche Immobilien vorziehen. Oft auch weil sie geerbt werden, weil man sich damit besser auskennt oder man einfach der Typ dafür ist.

Gewagte These. Ich halte beide Assetklassen für einigermaßen vergleichbar, was man auch auf einem Excel-Bierdeckel ausrechnen kann und in sich logisch ist: wenn Aktien das so viel bessere Produkt wären, dann würde keine Sau in Immobilien investieren. Und umgekehrt.

Mieter-Aktionäre: Bitte auch immer die zu bezahlende Kaltmiete plus Mieterhöhungen bei den Ausgaben einrechnen.

Zum Beispiel ohne Mieterhöhung 600,00 EUR x 12 Monate x 70 Jahre =

3 Tage Woche. Teilzeitarbeit.

@mfz73

Zu den gestiegenden Immobilienpreisen gebe ich dir vollkommen Recht. Ob Immos oder Aktien besser sind entscheidet sich insbesondere auch daran wann man kauft und verkauft.

Das eigentlich Problem bei dem Vergleich der Anlageklassen sehe ich darin, dass man meistens Aktienindizes mit konkreten einzelnen und finanzierten Immobilien vergleicht. Der normale Immo-Investor kauft nicht den weltweiten Immobilienmarkt sondern 1, 2 oder meinetwegen auch 50 Mietobjekte, meist lokal in seiner Nähe, meist fremdfinanziert. Wie will man das vergleichen?

Zur durchschnittlichen Rendite von Privatanlegern wirst du fast jede Zahl finden, die du finden willst, abhängig von Zeitraum und Ort der Immobilie. Gerd Kommer spricht zB von 2,4% Rendite für Immobilien global im Vergleich zu 5,2% Rendite für Aktien global.

Die Wirtschaftswoche hingegen unterstellt Aktien und Immobilien eine historisch ähnliche hohe Rendite. Allerdings sei dies ab 1980 anders. Im Durchschnitt stiegen seitdem bis 2015 die Immobilienpreise um nur 4,1 Prozent, während Aktien gut zehn Prozent Rendite pro Jahr abwarfen. Wobei die Wirtschaftswoche sich damit imho selbst disqualifiziert. Es geht um die Gesamtrendite! - nicht um die reine Wertsteigerung (ohne Berücksichtigung der Miete und Renovierungskosten etc.)

Wissenschaftler der London Business School und Experten der Schweizer Bank Credit Suisse haben für eine neue Studie verschiedene Anlageklassen seit dem Jahr 1900 verglichen - ein ungewöhnlich langer Zeitraum. Analysiert wurden 23 Länder und 3 Kontinente, darunter die USA, China und Japan sowie wichtige europäische Länder wie Deutschland. Ergebnis:

weltweiten Aktienanlage seit 1900: 5,2 Prozent

Immobilien weltweit seit 1900: 4,8 Prozent

Zitat: "Bereinige man gängige Immobilien-Indizes um den Effekt von Metropolen, schrumpfe der Ertrag. Und nach Instandhaltungskosten und Versicherung stehe ein Verlust von rund zwei Prozent pro Jahr, so die Forscher. Naturgemäß sieht das Bild in gefragten Städten besser aus."

https://www.focus.de/finanzen/geldanlage/credit-suisse-analysiert-renditen-seit-1900-jahrhundert-studie-so-viel-verdienen-sie-mit-aktien-immobilien-und-gold_id_8584520.html

Nicht verwunderlich also, dass selbst der gigantische Norwegische Staatsfonds fast nichts in Immobilien investiert aber den größten Teil in Aktien.

Das ändert sich aber wie gesagte schnell wenn man hebelt. Nimm für 2% Zinsen eine große Geldsumme auf und investiere in Immobilien mit 4,8% Rendite und du hast sozusagen "aus dem nichts" 2,8% Rendite geschaffen. Für viele Anleger ist deswegen gar nicht entscheidend, ob Immobilien eine bessere Rendite als Aktien haben. Man kann sie aber günstiger finanzieren. Das ist der Vorteil!

Wobei die 4,8% eben nicht für die konkrete Einzelimmobilie gelten. Die Rendite deiner Immobilie kann auch bei minus 5% oder plus 20% liegen. Genauso kannst du auch die Rendite einer Apple Aktie mit einer Immobilie heranziehen. Die Apple Aktie hat über die letzten 20 Jahre vielleicht 10.000% Rendite gemacht, aber macht es Sinn das zu vergleichen?

Zitat von Andreas900 am 23. Februar 2020, 14:08 Uhr

@mfz73

Zu den gestiegenden Immobilienpreisen gebe ich dir vollkommen Recht. Ob Immos oder Aktien besser sind entscheidet sich insbesondere auch daran wann man kauft und verkauft.

Das eigentlich Problem bei dem Vergleich der Anlageklassen sehe ich darin, dass man meistens Aktienindizes mit konkreten einzelnen und finanzierten Immobilien vergleicht. Der normale Immo-Investor kauft nicht den weltweiten Immobilienmarkt sondern 1, 2 oder meinetwegen auch 50 Mietobjekte, meist lokal in seiner Nähe, meist fremdfinanziert. Wie will man das vergleichen?

Kommer lesen, korrekt verstehen - fertig.

Zur durchschnittlichen Rendite von Privatanlegern wirst du fast jede Zahl finden, die du finden willst, abhängig von Zeitraum und Ort der Immobilie. Gerd Kommer spricht zB von 2,4% Rendite für Immobilien global im Vergleich zu 5,2% Rendite für Aktien global.

Die Wirtschaftswoche hingegen unterstellt Aktien und Immobilien eine historisch ähnliche hohe Rendite. Allerdings sei dies ab 1980 anders. Im Durchschnitt stiegen seitdem bis 2015 die Immobilienpreise um nur 4,1 Prozent, während Aktien gut zehn Prozent Rendite pro Jahr abwarfen.

Tja, die betrachteten Zeiträume sind halt entscheidend.

Wobei die Wirtschaftswoche sich damit imho selbst disqualifiziert. Es geht um die Gesamtrendite! - nicht um die reine Wertsteigerung (ohne Berücksichtigung der Miete und Renovierungskosten etc.)

Miete und Wert sind korreliert. Man kann in einzelnen Bereichen darüber diskutieren, ob die Korrelation schwächer/stärker ist und zeitlich begrenz oder nicht, aber das ist insgesamt vermutlich ziemlich egal.

[...] Das ändert sich aber wie gesagte schnell wenn man hebelt.

Nein.

Nimm für 2% Zinsen eine große Geldsumme auf und investiere in Immobilien mit 4,8% Rendite und du hast sozusagen "aus dem nichts" 2,8% Rendite geschaffen. Für viele Anleger ist deswegen gar nicht entscheidend, ob Immobilien eine bessere Rendite als Aktien haben. Man kann sie aber günstiger finanzieren. Das ist der Vorteil!

Nein. Dann vergleicht man die Wertsteigerung mit der Mietrendite und die Tilgung muss über den Finanzierungszeitraum berücksichtigt/abgezinst werden.

Wobei die 4,8% eben nicht für die konkrete Einzelimmobilie gelten. Die Rendite deiner Immobilie kann auch bei minus 5% oder plus 20% liegen. Genauso kannst du auch die Rendite einer Apple Aktie mit einer Immobilie heranziehen. Die Apple Aktie hat über die letzten 20 Jahre vielleicht 10.000% Rendite gemacht, aber macht es Sinn das zu vergleichen?

Nein, aber das ist ja auch nicht die Frage.

Zitat von Andreas900 am 22. Februar 2020, 20:32 Uhr

Es gibt zig tausende Deutsche, die Jahrzehnte für Immobilien sparen bzw. abzahlen. Wer macht das wirklich bei Aktien? Such in deinem Bekanntenkreis mal jemanden, der seit 20 Jahren Aktien hat, ich kenne niemanden. Ich kenne nicht einmal jemanden, mit dem man sich halbwegs darüber unterhalten kann.

Liegt eventuell auch daran das die "Aktienkultur" in DE nicht so verbreitet ist.

Ich bin seit 96 Aktionär und über 75% meines Depots sind von 2000/2001.
Die Netto-Dividende von 2001 hatte für gut einen Monat Lebenskosten ausgereicht, die Netto-Dividende von 2019 für 4, obwohl es keine weiteren Kapital-Zuflüsse seit 2000 gab. ( Lebenskosten: Mieter und inzwischen einige Kinder )

Das 2,69 fache meiner Investitionssumme ist als Netto-Dividende über die Jahre ausgeschüttet worden und wieder in das Depot geflossen, nicht immer gleich aber nach und nach. Aktuell ist der Depotwert bei gut dem 10-fachen der Investitionssumme.

Die Crashs/Korrekturen habe ich immer mit vollem Depot ausgesessen.

 

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von TheWanderer am 15. Februar 2020, 15:41 Uhr

Das Spannende an diesen Aufwänden als Vermieter ist aber, dass ich damit etwas tun kann, was ich mir an der Börse nie zutrauen würde: Ich kann den Markt schlagen!

Statistisch ist das leider nicht möglich, denn damit der Marktpreis ensteht, muss in Summe der Teil über dem Durchschnitt von dem Teil unter dem Durchschnitt ausgeglichen werden. Klar, in den letzten 10 Jahren ließ sich mit Immobilien einen klasse Rendite erzielen. Aber irgendwann ändert sich das auch wieder. Und dann nähert man sich sehr schnell dem Martkdurchschnitt oder erblickt sogar die andere Seite.

Aber wie schon erwähnt entscheidet nicht nur die Rendite sondern auch der Lebensstil. Das beobachte ich auch im Bekanntenkreis, da sind viele aus der "Arbeiterklasse" bzw. Handwerker dabei. Mit einer klassischen Immobilienfinanzierung wäre die Rendite extrem negativ. Aber da wird selten neu gebaut, sondern alte Immobilien in (langjähriger) Eigenregie instand gesetzt und überwiegend zur Eigennutzung.

Ich lese gerade Kommer "Mieten oder kaufen" und finde das bisher ganz gut. Da wird einmal im großen Ganzen und global drauf geschaut.
Ich stelle mal eine kühne These auf: Wenn es finanziell nur für eine Immobilie als reines Renditeobjekt reicht (und nicht selbstbewohnt wird), dann sollte man eher nicht in Immobilien investieren. Da ist man mit Aktien/ETFs deutlich flexibler. Die Gründe dazu hat Michael321 in #12 perfekt dargelegt.

Zitat von slab am 23. Februar 2020, 18:34 Uhr
Zitat von TheWanderer am 15. Februar 2020, 15:41 Uhr

Das Spannende an diesen Aufwänden als Vermieter ist aber, dass ich damit etwas tun kann, was ich mir an der Börse nie zutrauen würde: Ich kann den Markt schlagen!

Statistisch ist das leider nicht möglich, denn damit der Marktpreis ensteht, muss in Summe der Teil über dem Durchschnitt von dem Teil unter dem Durchschnitt ausgeglichen werden. Klar, in den letzten 10 Jahren ließ sich mit Immobilien einen klasse Rendite erzielen. Aber irgendwann ändert sich das auch wieder. Und dann nähert man sich sehr schnell dem Martkdurchschnitt oder erblickt sogar die andere Seite.

Deine ganze Argumentation sagt nur, dass nicht alle gleichzeitig den Markt schlagen können. Das war aber auch nicht meine Behauptung. Ich sage, ein einzelner Marktteilnehmer hat die Chance ihn zu schlagen. Und  zwar vor allem aus zwei Gründen:

1. Der Immobilienmarkt ist nicht so effizient wie der Aktienmarkt. Besonders, wenn man das Segment rausnimmt, in dem Kleinsparer wie wir unterwegs sind: Einzelne WEG-Wohnungen und Häuser. Verkauft ein Nachbar dem anderen seine Wohnung, dann ist das eben keine präzise Preisfindung wie bei vielgehandelten Aktien, entsprechend gibt es bei gutem Überblick da mehr Chancen, und bei naivem Herangehen natürlich auch mehr Potential für Fehlkäufe.

2. Eine Immobilie ist kein passives Asset wie ETFs oder Aktien, wo man bestenfalls Stimmrecht und ein paar Schnittchen auf der Hauptversammlung bekommt. Bei einer Immobilie ist man selbst am Steuer und entscheide: Wem gebe ich die Wohnung, welche Ausstattung bekommt sie, wie skrupellos nutze ich rechtliche Grauzonen (ups, habe ich mich bei der Wohnungsgröße glatt um 9,9% vertan 🙂 ). Erfahrung und Menschenkenntnis helfen bei der Mieterwahl, gut vernetzte Handwerker können abgerockte Buden für wenig Geld als Luxusobjekte vermieten oder wieder verkaufen, usw. Diese Chancen setzen Wissen+Fähigkeiten voraus und können immer nur von einer Minderheit der Marktteilnehmer umgesetzt werden, aber anders als beim Aktienmarkt es ist eben möglich.

Ich kenne Kommers Buch noch nicht, kenne aber seine Ausführungen und Meinung zum Immobilienkauf aus Videos. Dem oben gesagten widerspricht er m.W. nicht.

Mit Aktien/ETFs ist man deutlich flexibler, sehe ich genau so. Aber ist das für uns leicht verführbare Menschen nun ein Vorteil oder Nachteil für den langfristigen Erfolg beim Vermögensaufbau?

 

Zitat von dev am 23. Februar 2020, 17:15 Uhr
Zitat von Andreas900 am 22. Februar 2020, 20:32 Uhr

Es gibt zig tausende Deutsche, die Jahrzehnte für Immobilien sparen bzw. abzahlen. Wer macht das wirklich bei Aktien? Such in deinem Bekanntenkreis mal jemanden, der seit 20 Jahren Aktien hat, ich kenne niemanden. Ich kenne nicht einmal jemanden, mit dem man sich halbwegs darüber unterhalten kann.

Liegt eventuell auch daran das die "Aktienkultur" in DE nicht so verbreitet ist.

Ich bin seit 96 Aktionär und über 75% meines Depots sind von 2000/2001.
Die Netto-Dividende von 2001 hatte für gut einen Monat Lebenskosten ausgereicht, die Netto-Dividende von 2019 für 4, obwohl es keine weiteren Kapital-Zuflüsse seit 2000 gab. ( Lebenskosten: Mieter und inzwischen einige Kinder )

Das 2,69 fache meiner Investitionssumme ist als Netto-Dividende über die Jahre ausgeschüttet worden und wieder in das Depot geflossen, nicht immer gleich aber nach und nach. Aktuell ist der Depotwert bei gut dem 10-fachen der Investitionssumme.

Die Crashs/Korrekturen habe ich immer mit vollem Depot ausgesessen.

 

Interessant solche Erfahrungsberichte, danke dafür!

Viele Anleger haben das in den Krisenjahren 2002 und 2008 gewiß falsch gemacht. Zumindest das ist ein "Nachteil" von Aktien. Man kann ihren Wert sekündlich verfolgen und bei Kursverlusten neigt dann mancher zum verkauf, während der Wert einer Immobilie meist nur bei Kauf oder Verkauf wirklich festgestellt wird.

Zitat von Andreas900 am 23. Februar 2020, 22:59 Uhr

Zumindest das ist ein "Nachteil" von Aktien. Man kann ihren Wert sekündlich verfolgen und bei Kursverlusten neigt dann mancher zum verkauf, während der Wert einer Immobilie meist nur bei Kauf oder Verkauf wirklich festgestellt wird.

Genau das ist der größte Nachteil.

Ein Kumpel hat auch Aktien und hat sich mal beschwert, das er jetzt bei jedem Login sein Depotstand sieht, früher hatte er nur die Dividenden gecheckt.
Manchmal hat er sogar Kursdellen gar nicht mitbekommen.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von dev am 24. Februar 2020, 7:07 Uhr
Zitat von Andreas900 am 23. Februar 2020, 22:59 Uhr

Zumindest das ist ein "Nachteil" von Aktien. Man kann ihren Wert sekündlich verfolgen und bei Kursverlusten neigt dann mancher zum verkauf, während der Wert einer Immobilie meist nur bei Kauf oder Verkauf wirklich festgestellt wird.

Genau das ist der größte Nachteil.

Ein Kumpel hat auch Aktien und hat sich mal beschwert, das er jetzt bei jedem Login sein Depotstand sieht, früher hatte er nur die Dividenden gecheckt.
Manchmal hat er sogar Kursdellen gar nicht mitbekommen.

Dazu passt der gestrige Tagesverlust in meinem Depot. Ich glaube, es war der größte Verlust an einem Tag, den ich je hatte. Das erlebt man nicht als Immo-Investor.

Wie gesagt, ich finde den Vergleich schwierig. Aktien bespart man, kann den täglichen Wert sehen, kann Sparraten anpassen, auch sehr kleine Investitionen sind möglich.

Eine Immobilie kauft man einmalig, mit einem großen Betrag, oft mit Fremdfinanzierung, muss (!) dann X Jahre lang eine feste Rate bezahlen (Zwangssparen).

Wie will man das vergleichen?

Allerdings sollte man es imho irgendwie tun um die für sich bessere Investition zu finden.

Na gestern war doch noch überschaubar... 😎

Dann bist du noch nicht abgehärtet!

Zitat von Privatier am 25. Februar 2020, 10:45 Uhr

Na gestern war doch noch überschaubar... 😎

Dann bist du noch nicht abgehärtet!

Naja es tut mir zumindest nicht wirklich weh 😀

Insgeheim warte ich mal auf einen richtigen Crash um Aktien nachkaufen zu können. Tatsächlich habe ich immer zumindest etwas Liquidität und Edelmetalle mit guter Wertsteigerung, wovon ich einen Teil in Aktien umschichten würde.

Da ich 2008 noch nicht am Markt war, kennt mein Depot keine größeren Einbrüche als 10-15%. Mir hat Beate Sanders Aussage nachdenklich gemacht "Ohne Crash wäre ich nicht Millionärin".

Ich denke, es ist falsch auf den Crash zu warten, aber generell kann man Kursrücksetzer nicht als negativ sondern als Kaufgelegenheit betrachten.

p.s. ein Vorteil von Aktien: aufgrund der Liquidität ist ein Rebalancing mit anderen Assetklassen wie zb Gold und Anleihen möglich.

2001 - 2003 war noch deutlich unangenehmer als 2008.

Sieh dir mal den DAX Chart 2000 - Ende 2003 an

Es ging 3 Jahre immer weiter runter. Immer wenn man dachte, der Boden ist erreicht, kam der nächste Nackenschlag. ca. 8100 ==> ca. 2300

Es gab unzählige Momente, wo man dachte, jetzt ist der Crash dagewesen und der Boden ist erreicht und dann kam die nächste Verkaufswelle.

Deshalb: der Markt ist der große Demütiger. Vielleicht wird es ja nächstes mal noch schlimmer? Wer weiss das schon...

Das ist schon wahr Privatier.

Rückblickend hätte mich als Anleger der Crash 2008 allerdings mehr beeindruckt. Schließlich hatten sich die Kurse rund 6 Jahre nach dem letzten Crash grad erst erholt und es rauschte nochmal ab. Düstere Zeiten für viele, die um die Jahrtausendewende mit ihrem Investment angefangen haben. Die waren auch nach 10 Jahren nur in einer knappen Gewinnzone. Eine doppelte Demütigung für viele Anleger und sicher bis heute ein Grund warum diese Menschen nicht wieder investieren.

Überhaupt ein Problem für Aktien. In den Schlagzeilen sind nur die schlimmsten Tage und nicht die vielen Tage der Kursgewinne. Überhaupt wird der Aktienmarkt in den Medien viel negativer verkauft als der Immobilienmarkt.

Das gilt natürlich nur, wenn man Ende 2000 für sein gesamtes Geld Dax ETFs gekauft und zwischendurch nicht nachgekauft hätte.

Wenn man aber im Fall und am Boden bzw. während der langsam beginnenden Kurserholung alle Dividenden und evtl. sonstigen Cash Flow investiert hatte, stand man deutlich in der Gewinnzone.

Die Darstellung  ist aber vor allem ein deutsches Problem. Leider verstehen die Leute den Aktienmarkt nicht, weil bei 95% oder wahrscheinlich 99% die finanzielle Bildung nicht vorhanden ist. Und zwar NULLKOMMANULL. So wie mein Vater: der ist was Finanzwissen angeht, völliger Analphabet (bekommt aber zum Glück eine Beamtenpension).

Zitat von Andreas900 am 25. Februar 2020, 9:54 Uhr

Eine Immobilie kauft man einmalig, mit einem großen Betrag, oft mit Fremdfinanzierung, muss (!) dann X Jahre lang eine feste Rate bezahlen (Zwangssparen).

Wie will man das vergleichen?

Allerdings sollte man es imho irgendwie tun um die für sich bessere Investition zu finden.

Hat Kommer ja gemacht. Man kann immer über die gemachten Annahmen diskutieren, aber grundsätzlich ist es genau die Frage, die er mit seinen Berechnungen beantwortet.

Zitat von Privatier am 25. Februar 2020, 14:32 Uhr

Es ging 3 Jahre immer weiter runter. Immer wenn man dachte, der Boden ist erreicht, kam der nächste Nackenschlag. ca. 8100 ==> ca. 2300

Es gab unzählige Momente, wo man dachte, jetzt ist der Crash dagewesen und der Boden ist erreicht und dann kam die nächste Verkaufswelle.

Ich kann mich an diese aufregenden und für mich lehrreichen Jahre noch gut erinnern. Aus
dieser Zeit (Neuer Markt) habe ich bis heute noch eine "Positionsleiche" in meinem Depot liegen.
Quasi als Erinnerung...

Seitdem betreibe ich konsequent Money Management. Auch sichere ich mich in den investierten Märkten
mit einer kleinen Short-Position ab.

Zitat von Privatier am 25. Februar 2020, 10:45 Uhr

Na gestern war doch noch überschaubar... 😎

Dann bist du noch nicht abgehärtet!

Na, langsam wird es schon etwas ungemütlich ...

Zitat von Privatier am 28. Februar 2020, 16:07 Uhr
Zitat von Privatier am 25. Februar 2020, 10:45 Uhr

Na gestern war doch noch überschaubar... 😎

Dann bist du noch nicht abgehärtet!

Na, langsam wird es schon etwas ungemütlich ...

Ungemütlich ?

-10 % im Dax, über -11 % Dow, hab mal ein wenig Kohle vom Tagesgeld geholt, mal nächste Woche schauen ob man kleine Positionen kauft.

bei -20 % wirds dann nochmal spannend

Das schon, aber der Einbruch in diesem Umfang kam doch ziemlich schnell

Ausserdem müsste der DAX-Einbruch jetzt eher so bei 15% liegen

Ich habe heute Abend mal ein paar Aktien nachgekauft. Auch wenn es noch gut weiter runtergehen kann / wird. Laufender Cash Flow wird investiert...