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Altlast Private Altersvorsorge (Fondsgebundene Basisrente) - was tun?

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Hallo zusammen,

ich lese schon ein Weilchen im Blog mit, nur das Forum ist bisher irgendwie an mir vorbei gegangen - und ich habe es erst extern über Google auf der Suche nach einer Sachfrage entdeckt - so schließt sich der Kreis 🙂

Es geht um meine fondsgebundene Basisrente. Wie so viele war auch ich mal jung, naiv, wenig finanziell gebildet und bin so dem Strukturvertrieb in die Fänge gelaufen. Da ich inzwischen selbstständig bin, muss ich zum Glück nicht mehr in die Rentenkasse einzahlen, und investiere klassisch passiv für den - hoffentlich frühen - Ruhestand. Da grübele ich schon länger, ob ich nicht auch die Beiträge für die Basisrente lieber selbstbestimmt und kostenschlank anlege.

Sprich es geht um die Entscheidungsoptionen:
- Kündigen (wahrscheinlich nicht ratenswert, da teuer?)
- Beitragsfrei weiter laufen lassen (mwn das probateste Mittel bei solchen Verträgen)
- (ggf. ohne weitere dynamische Erhöhung) weiter besparen

Zu den Eckpunkten:
Es handelt sich um die Nürnberger fondsgebundene Basisrente mit aufgeschobener Rentenzahlung, NFR2308
Ende 2005 abgeschlossen, also noch steuergünstig, mit 50€ Monat läuft seitdem der Vertrag - mit dynamischer Erhöhung auf inzwischen knapp 95€ monatlich.In den also knapp 14 Jahren habe ich etwa 11700€ eingezahlt.
Gerade flatterte mir mal wieder eine Standmeldung in den Briefkasten, natürlich wie immer möglichst knapp gehalten, damit man nur nicht durchsteigt, wie die Kostenstruktur ist und ob sich das Ganze eigentlich lohnt.

Was jedoch offensichtlich wird - und womit sich vielleicht jegliche weitere Detailanalyse erübrigt:
Stand Ende 2018 sind 10525€.
Gleiche ich das mit den eben mal überschlagenen Einzahlungen bis dahin ab (werden natürlich nicht mir aufgeführt, wäre ja ungünstig,
bleibt die Fondsentwicklung nach nunmehr 14 Jahren selbst hinter den eingezahlten 10613€ zurück.

Zur Kostenstruktur:
Wie bereits angemerkt, recht undurchsichtig.
In 2018 fallen 63€ Vertriebskosten und 173€ Verwaltungskosten an.
Bei eingezahlten Beiträgen von 1078€

Erträge:
Ist schwer zu beurteilen, in 2018 gab es wohl 1134,64€ Erträge.

Fondsstruktur:
Hat sich in all den Jahren auch mehrfach geändert. Eingestellte Fonds, Umschichtungen etc. - wahrscheinlich auch alles nicht gerade profitoptimal.
Momentan: 10 Fonds à 10% - etwas willkürlich?
- JPMorgan Pacific Equity A, LU0052474979
- Templeton Growth (Euro) Fund A, LU0114760746
- Nordea 1-North American Value, LU0076314649
- BlackRock Long-Horizon Equity, LU0011850046
- Janus Henderson Em. Markets, LU0113993801
- BlackRock World Mining Fd. EUR, LU0172157280
- Invesco Dev Sm and MidCap Eq A, LU0607512778
- Invesco Global Equity Income A, LU0607513230
- DWS Global Growth LD, DE0005152441
- Threadn. (Lux) European Select, LU1868839181

 

Was sagt das vielleicht etwas besser in diesem Bereich geschulte Auge? Was macht man mit diesem 'Ballast'?

Vielen Dank!

Zitat von EsTeFFI am 2. Dezember 2019, 18:07 Uhr

Es geht um meine fondsgebundene Basisrente.

Mir erschließt sich nicht, weshalb plötzlich so viele Leute hier ihre kleinen Lebens-/Rentenversicherungen in Frage stellen ... Wenn sich jemand überlegt, ob er eine neu abschließen soll, okay. Aber bei Verträgen, wo die Abschlusskosten schon lange gezahlt sind, bringt es doch gar nix, die jetzt zu stoppen.

Es handelt sich um die Nürnberger fondsgebundene Basisrente mit aufgeschobener Rentenzahlung, NFR2308
Ende 2005 abgeschlossen, also noch steuergünstig, mit 50€ Monat läuft seitdem der Vertrag - mit dynamischer Erhöhung auf inzwischen knapp 95€ monatlich.In den also knapp 14 Jahren habe ich etwa 11700€ eingezahlt.

"Etwa" - wieviel hast genau eingezahlt? Das lässt sich präzise feststellen.

Was jedoch offensichtlich wird - und womit sich vielleicht jegliche weitere Detailanalyse erübrigt:
Stand Ende 2018 sind 10525€.

Wieviel hast Du seit 2005 an Steuern gespart durch die absetzbaren Beiträge?

Das muss in die Bilanz mit einfließen!

Was sagt das vielleicht etwas besser in diesem Bereich geschulte Auge? Was macht man mit diesem 'Ballast'?

Du bist selbstständig und musst jeden Monat so richtig ordentlich was für die Rente zurücklegen.

95 € sind da nur ein ganz kleiner Baustein.

Mach Dir lieber erstmal Gedanken darüber, wie Du die restlichen 1.405 € (= willkürlich gewählt. Da Du Dich bislang noch nicht vorgestellt hast, wissen wir somit weder, wie alt Du bist, noch wann Du in Rente gehen willst und wie hoch die Wunschrente sein soll) sinnvoll für die Rente anlegst.

Hallo Christine,

danke für die rasche, ausführliche Antwort.
Ich denke, in Frage stellen ist ja erst einmal nicht verkehrt. Und "stoppen", also beitragsfrei stellen? ist ja auch nur eine der möglichen Entscheidungsoptionen.
Bedenkt man, dass man sich im Zuge der frugalen Lebensweise und oft damit verbundenen, passiven Geldanlage beschäftigt, ist es wahrscheinlich ganz normal, dass vor allem kostenintensive Finanzprodukte auf den Prüfstand kommen.

"Etwa" - wieviel hast genau eingezahlt? Das lässt sich präzise feststellen.

Jein - ich habe auf Anhieb die Beitragsbescheinigung von ein oder zwei Jahren nicht gefunden und daher mit dem in diesem Jahr gezahlten Beitragssatz gerechnet.
Da dieser allerdings immer bereits zum Dezember angehoben wurde, sprechen wir hier von einer Rundung im niedrigen zweistelligen Bereich.
Könnte man sicherlich im Nachgang erfragen, ja. Dazu müsste meine Versicherung für Ihre Kunden jedoch erreichbar sein, ist sie - zumindest jedoch telefonisch - gegenwärtig nicht.

Wieviel hast Du seit 2005 an Steuern gespart durch die absetzbaren Beiträge?

Das muss in die Bilanz mit einfließen!

Guter Punkt, danke!
Steuerlich haben sich die Zahlungen ab 2014 ausgewirkt, macht knapp 4000€ an abgesetzten Beiträgen bis inkl.2018.

Zu den weiteren Anmerkungen in Sachen Altersvorsorge:
Ich bin 36.
Wie oben angemerkt, lege ich natürlich für den Ruhestand zurück, mit entsprechend hoher FIRE Sparquote. Allerdings eben selbstbestimmt und mit entsprechend schlanker Kostenstruktur.
Da könnte man nun meinen, die 100€ im Monat machen den Kohl nicht fett, aber das wäre wohl dem Forum hier nicht gebührend. Und wenn sich herausstellt, dass die Nachteile (Kosten und Wertentwicklung) die Vorteile (steuergünstig) auffressen, warum dann nicht handeln?

Ich wollte eigentlich noch einmal ein paar fehlende Kennziffern wie bisher insgesamt angefallene Vertriebs- und Verwaltungskosten und bisheriger Gesamtertrag erfragen, leider ist die Nürnberger derzeit für Ihre Kunden telefonisch nicht erreichbar... 🙄

Zitat von EsTeFFI am 2. Dezember 2019, 18:07 Uhr

Zur Kostenstruktur:
Wie bereits angemerkt, recht undurchsichtig.
In 2018 fallen 63€ Vertriebskosten und 173€ Verwaltungskosten an.
Bei eingezahlten Beiträgen von 1078€,
Erträge:
Ist schwer zu beurteilen, in 2018 gab es wohl 1134,64€ Erträge.

Ich muss korrigieren, editieren kann ich ja leider nicht mehr?
in 2018 ergab sich ein negativer Ertrag von -1134,64€, zudem sich noch Verwaltungs- und Vertriebskosten gesellen, also deutlich mehr verloren als eingezahlt, 2,5 Monatsbeiträge gehen allein für die Kostenstruktur drauf.
Einzahlungen: +1078€, 89,80€ monatlich
Vertriebskosten: -63€
Verwaltungskosten: -173€
Ertrag: -1134,64€
Steuerlich ansetzbar: 927€

Eine für eine ähnliche Gegenüberstellung auf die bisherige Gesamtlaufzeit benötige ich noch weitere Details über die Bisherige Kostenstruktur und Wertentwicklung. Mal sehen, wann da mal jemand erreichbar ist.

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, solche Anfragen detailliert per Email einzureichen.

Der alleinige Blick auf 2018 ist nicht aussagekräftig. Die laufenden Kosten sind leider oft so hoch.

Wenn die gesamte Summe Deiner Einzahlungen genau vorliegt (Kontoauszug), kannst Du den Vertrag bewerten.

Leider sind sehr viele Schrottverträge im Markt. Hoffentlich ist Dein Vertrag top. Die Prüfung macht absolut Sinn, da nach den hohen Startkosten offensichtlich noch nicht Schluss ist mit abkassieren. 😉

3 Tage Woche. Teilzeitarbeit.

Hallo Steffi,

ich habe von zwei der Fonds einmal die laufenden Gebühren (um die 2%) und die Anschaffungskosten (2,5 bis 5%) angesehen. Bei den übrigen Fonds wird es sicherlich ähnlich sein.

Beim Gesamtstand deiner Fonds machen die laufenden Kosten noch einmal locker 200 EUR jährlich aus. Plus den Verwaltungs- und Vertriebskosten bist du bei über 400 EUR Kosten jährlich. Von Januar bis in den Mai hinein zahlst du also nur für die Kosten, erst ab Juni werden deine Beiträge auch angelegt und können für dich arbeiten.

Wenn du den Vertrag beitragsfrei stellst, bleiben die laufenden Kosten natürlich. Erst wenn die Nürnberger für dich jährlich deutlich mehr als 4% herausholt, hast du überhaupt einen nennenswerten Ertrag.

Keine guten Aussichten. Frage doch einmal an, was dir die Nürnberger bei einer Kündigung auszahlt; hier haben sich die Bedingungen in den letzten Jahren sehr zugunsten der Versicherten entwickelt. Eventuell stehen diese Angaben sogar in deinem jährlichen Versicherungsbericht. Sobald du etwa das herausbekommst, was du in eingezahlt hast, würde ich mich aus dem Vertrag herausziehen.

Zitat von EsTeFFI am 3. Dezember 2019, 14:49 Uhr

Jein - ich habe auf Anhieb die Beitragsbescheinigung von ein oder zwei Jahren nicht gefunden und daher mit dem in diesem Jahr gezahlten Beitragssatz gerechnet.

Bei meinen Policen lehne ich die Dynamik zweimal hintereinander ab und nehme nur die dritte mit. Mein Einkommen wächst nicht so stark, dass ich jedes Jahr erhöhen kann oder muss. Ob das bei Deinem Vertrag geht, weiß ich natürlich nicht. Aber selbst ist der Mann/die Frau: Bedingungen zücken und reinschauen.

Ich hätte jetzt in meinem Electronic-Banking-Programm die Versicherungsnummer als Suchbegriff eingetippt und Zeitraum ab 2005 (ja, ich hab die Daten alle da drin, ziehe sie immer auf den nächsten Rechner mit um). Da hab ich die Zahlen superschnell griffbereit.

Steuerlich haben sich die Zahlungen ab 2014 ausgewirkt, macht knapp 4000€ an abgesetzten Beiträgen bis inkl.2018.

Warum nicht seit Beginn?

Da könnte man nun meinen, die 100€ im Monat machen den Kohl nicht fett, aber das wäre wohl dem Forum hier nicht gebührend. Und wenn sich herausstellt, dass die Nachteile (Kosten und Wertentwicklung) die Vorteile (steuergünstig) auffressen, warum dann nicht handeln?

Ich finde, *gerade* in diesem Forum spricht man auch über Diversifikation. Da ist so ein staatlich gefördertes Produkt mit lebenslanger Rentengarantie nicht verkehrt.

Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass das Produkt wirklich minus macht. Die Rentenzusage kostet natürlich ein bisschen was, auch die Verwaltung, die Abschlusskosten sind ja schon bezahlt, da ändert jetzt auch eine Kündigung/Beitragsfreistellung nix mehr dran. Aber der Sparanteil fließt in Fonds, das ist schon mal gut! Und normalerweise (jedenfalls bei den Policen, die ich kenne, die Nürnberger kenne ich allerdings nicht) zahlt man für den Kauf der Fondsanteile innerhalb der Police keinen Ausgabeaufschlag. Das heißt, Du kannst soundso oft pro Jahr kostenlos die Fonds umschichten! Das vergleiche kostenmäßig mal mit einem freien Aktiendepot, bei dem Du so gegen Ende der Ansparphase gerne den großen Betrag in andere Fahrwasser (Fonds) umschichten möchtest (von den steuerlichen Folgen einer solchen Umschichtung mal ganz abgesehen) ...

Das negative Jahr 2018: Nicht Dein Ernst, sowas bei einer Fondsanlage auf ein Jahr zu beziehen, oder?

Was ich nicht verstehe, sind die Vertriebskosten - die sind für den angegebenen Monatsbeitrag zu hoch. Da kannst ja mal konkret nachfragen, wie die sich berechnen. Die Verwaltungskosten solltest Du mal prozentual rausfinden (muss in den Bedingungen stehen), und ob die sich auf das Guthaben oder auf die neuen Beiträge beziehen oder wie das berechnet wird. Bei jedem Versicherer anders.

Ich hab mal kurz auf der Seite der Nürnberger das Muster-Produktinformationsblatt des aktuellen Tarifs (kann natürlich vom Tarif 2005 abweichen) angeschaut, da stehen beim 30-jährigen Vertrag effektive Kosten von 2,95 % drin.

"Steuerlich ansetzbar" bringt in Deiner Rechnung nix, Du musst Deinen konkreten Steuervorteil ausrechnen und dann vom eingezahlten Kapital abziehen. Das geht mit dem Steuerbescheid und einer Einkommensteuertabelle des jeweiligen Jahres.

@chris-hl: Bei einer Kündigung wird die Nürnberger nichts auszahlen (weil Basisrente), er kann aber beitragsfrei stellen.

@christine

… was heißt schon "Basisrente" bei einem Vertrag aus dem Jahr 2005. Der Begriff ist nicht geschützt. Ich denke dass es ein Marketingbegriff aus der Zeit ist und nichts mit einem Riestervertrag oder Ähnlichem zu tun hat. Davon abgesehen sind solche Verträge dennoch kündbar; du musst aber die Förderbeiträge zurück zahlen und die Vertriebskosten sind auch dahin.

Zitat von CHRIS-HL am 3. Dezember 2019, 21:27 Uhr

… was heißt schon "Basisrente" bei einem Vertrag aus dem Jahr 2005.

Es ist ein Rürup-Vertrag.

 

Danke für Eure Anregungen!

Ich versuche natürlich noch, an Gesamtkennzahlen zu kommen. Das 2018 alleine keine Entscheidungsgrundlage sein kann ist mir klar. Es ist jedoch derzeit der Anhaltspunkt, den ich habe - und mit Blick auf die Kostenstruktur zumindest schon einmal interessant.

Bei meinen Policen lehne ich die Dynamik zweimal hintereinander ab und nehme nur die dritte mit. Mein Einkommen wächst nicht so stark, dass ich jedes Jahr erhöhen kann oder muss. Ob das bei Deinem Vertrag geht, weiß ich natürlich nicht. Aber selbst ist der Mann/die Frau: Bedingungen zücken und reinschauen.

Der Zusammenhang zum von Dir zitierten Teil ist mir nicht ganz klar. Ja, kan man auch in meinem Fall, habe ich im vergangenen Jahr bereits getan, ist jedoch nur zwei Mal in Folge möglich, ohne den Anspruch auf Erhöhung zu verlieren - grundsympathisch und flexibel, nicht?

Warum nicht seit Beginn?

Nun, ich habe in den Anfängen noch keine Steuererklärung gemacht - und dann erst einmal wenig verdient, sodass keine Steuer anfiel.

Danke auch für Deine Einschätzung zu den Verwaltungskosten. Auch hier werde ich nachbohren.

 

Habe mich gerade mal durch das ursprüngliche Vertragswerk gelesen, Kleingedrucktes, wie es im Buche steht.
Was mir so in's Auge sprang und hier ja z.T auch schon angeschnitten wurde:
- Der Umtausch in eine konventionelle RV ist mit Frist von einem Monat möglich. Da wären natürlich auch die Kostenstruktur interessant - vielleicht macht das vor Beitragsfreistellung Sinn...
- Bei Kündigung wandelt sich die Versicherung in eine beitragsfreie Versicherung, beitragsfreie Versicherungen können nicht gekündigt werden. Die Rückzahlung der Beiträge kann nicht verlangt werden. Klingt grundsympathisch^^ Vielleicht hat sich da rechtlich etwas geändert?
- Abschlusskosten 4% der eingezahlten Beträge
- Ausgabeaufschläge - zumindest bei der ursprünglichen Fondszusammensetzung 2005 werden nicht erhoben. Auch hier werde ich nachhaken, ob das noch immer der Fall ist.
- Fondswechsel sind zulässig, der Wechsel ist kostenlos, über ggf. externe Kosten wird hier nichts gesagt. Die Fondsauswahl werde ich mir im Zuge der übrigen Fragen zukommen lassen.

Zitat von EsTeFFI am 3. Dezember 2019, 22:41 Uhr

Der Zusammenhang zum von Dir zitierten Teil ist mir nicht ganz klar.

Naja - eingezahlte Beitragssumme - Veränderung der Beiträge durch Dynamikerhöhungen. So meine Gehirnwindung.

Nun, ich habe in den Anfängen noch keine Steuererklärung gemacht - und dann erst einmal wenig verdient, sodass keine Steuer anfiel.

Weia. Also ich halte ja nichts von generellem Berater-Bashing, aber DAS ist eine Fehlberatung. Eine Rürup-Rente macht man nicht bei Geringverdienern. Da gibt's dann echt bessere Lösungen.

Die Rückzahlung der Beiträge kann nicht verlangt werden. Klingt grundsympathisch^^ Vielleicht hat sich da rechtlich etwas geändert?

Nee, Rürup ist so konzipiert. Man soll ja für die Rente sparen und nicht das Geld für anderes vorzeitig verprassen.

- Fondswechsel sind zulässig, der Wechsel ist kostenlos, über ggf. externe Kosten wird hier nichts gesagt. Die Fondsauswahl werde ich mir im Zuge der übrigen Fragen zukommen lassen.

Externe Kosten gibt es nicht (der Versicherer kauft die Fondsanteile bei der Fondsgesellschaft), sondern halt die normalen Fondskosten (Verwaltungsgebühr, ggf. erfolgsabhängige Vergütung) laut KID. Aber der Ausgabeaufschlag entfällt, und das ist schon was! Dazu noch die Steuerstundung im Versicherungsmantel.

Nur als kurze Rückmeldung. ich bin nicht untergetaucht - die Nürnberger aber. Warte seit Wochen auf Rückmeldung zu meiner Anfrage. Per Telefon nach wie vor nicht erreichbar. Ein Traum!

Zitat von EsTeFFI am 26. Januar 2020, 12:07 Uhr

Nur als kurze Rückmeldung. ich bin nicht untergetaucht - die Nürnberger aber. Warte seit Wochen auf Rückmeldung zu meiner Anfrage. Per Telefon nach wie vor nicht erreichbar. Ein Traum!

  1. Deinen Berater (muss auf dem jährlichen Schreiben mit aktuellen Kontaktdaten stehen) fragen. Falls der nicht antwortet,
  2. Nürnberger anschreiben, darauf hinweisen, dass der Berater schläft, dass Du deshalb von ihnen direkt Antwort willst, Frist setzen.

Hab meine PKV dort, da dauert auch alles (außer der höchst pünktlichen Abbuchung meines Beitrags) ewig, wenn ich keine Fristen setze und zeitnah schriftlich nachhake. Aber dann klappt es eigentlich.

- 2018 war kein gutes Börsenjahr. Deshalb ist die Performance des Jahres 2018 in dem Produkt nicht außergewöhnlich. Es haut innerhalb so eines Versicherungs-Produktes besonders rein wenns an der Börse abwärts geht. Nach hier 14 Jahren kommen beim Versicherungsnehmer Zweifel an der Sinnhaftigkeit auf. Kann ich nachvollziehen. Allerdings muss man hier fairerweise sehen , das die gezahlten Provisionen hier besonders reinwirken, man muss den Vertrag auf die gesamte Laufzeit sehen und das die fetten Jahre der Überschussboni erst zum Ende hin kommen.

- @ Nur als kurze Rückmeldung. ich bin nicht untergetaucht - die Nürnberger aber. Warte seit Wochen auf Rückmeldung zu meiner Anfrage. Per Telefon nach wie vor nicht erreichbar. Ein Traum!

Das ist Branchenstatus meiner Erfahrung nach. :-(( . Die mauern systematisch. Die wissen schon warum. Mir auch passiert. Ergebnis gleich null trotz Einschaltung eines spezialisierten Maklers.

 

- Argument "Difersikation".  erschließt sich mir hier nicht wirklich sinnvoll. Ich lege ja hier bei dem Versicherungsprodukt auch an der Börse mit dem bekannten Risiko an. Wieso nicht direkt dann dort investieren ? Die genannten Vorteile des Produktes ( Teilweise Steuerfreiheit, Mindestrendite, lebenslange Rente ) nehmen im Verhältnis zur entgangenen Rendite ( durch erhöhte Kosten, eingeschränkte Auswahlmöglichkeiten ) signifikant ab.    Und "Sicherheit". Naja, man ist bei solch einem Produkt auf Gedei und Verderb der erhöhten Inflation ausgesetzt. In der Spar- wie auch der Rentenphase. Sehen wir uns aktuell den Libanon oder damals Griechenland an, weis man genau wie es um, mit der sogenannten Sicherheit in Krisensituation, bestellt ist. Auch bei Insolvenz der Versicherungsgesellschaft ( was ja nicht ausgeschlossen ist (Mannheimer) ) hat man weitere Nachteile.

- Wenn ich dieses Beispiel der TEin wieder lese fühle ich mich ( wie schon divers anderweitig geäußert ) absolut in meiner Meinung bestätigt, das es wenig Sinn macht in solch Versicherungsprodukte zu investieren. Wie zu lesen blickt die TEin selbst nicht durch die Regelungen des Produktes durch ( wie soll sie das auch ?), noch klärt die Gesellschaft umfassend über Sachverhalte auf. Mal ehrlich, warum soll man in ein Produkt investieren das nicht ein Mindestmaß an Transparenz gewährleistet ? Warum soll man sich in den Dschungel der Vorteilssuche betreff evt. Steuerersparnis, Beendigungs- und Ruhestellungsregelungen, Mindesthaltedauern und diversen anderen Zwängen und Pflichten begeben um nachher evt. was auch für einen Vorteil zu haben, der evt. gar nicht umfassend in Anspruch genommen werden kann, da man im Zeitpunkt der , weit in der Zukunft liegenden, Vertragserfüllung/Entsparung , wer weis was für eine persönliche Situ hat ? (Wau, was für einSatz :-)) )

- Wäre es mein Vertrag, würde ich ihn sofort in Ruhe stellen ( nicht kündigen ! ).  Rechne dir doch einfach mal mit nem passendem Rechner die Rendite bei Anlage des Alternativsparbetrages  (95 eur versteuert ) in einen ETF durch. Auch wenn es evt. geringere Rendite ist würde ich mich erheblich wohler fühlen da ich jederzeit über "mein" Vermögen verfügen kann und ich immer Kontrolle über Versteuerung/Abgaben habe.   Alternativ, wenn es nur ein Bruchteil deiner Sparsumme ist, kann man den Vertrag natürlich auch weiter besparen ( aber ohne Dynamik dann )  um die evt. Steuervorteile später zu nutzen.

 

Auch die Fristsetzung hatte keinerlei Effekt und perlt ohne jegliche Reaktion an der Nürnberger ab - bin etwas baff...

Zitat von EsTeFFI am 13. Februar 2020, 12:26 Uhr

Auch die Fristsetzung hatte keinerlei Effekt und perlt ohne jegliche Reaktion an der Nürnberger ab - bin etwas baff...

Ich jetzt allerdings auch. Dann würde ich jetzt mal den Ombudsmann einschalten, dafür ist er da.

https://www.nuernberger.de/kundenservice/beschwerden/

Bei einem Altkredit und der Einforderung von zu Unrecht belasteten Abschlussgebühren unserer Bank hat die Einschaltung des Umbudsmannes den Erfolg zu 95% gebracht. Die Gebühren wurden dann erstattet aber die geforderte entgangene Verzinsung darauf nicht. Habe natürlich nach erfolgter Zahlung die Geschäftsbeziehung mit dieser Bank nach dieser unmöglichen Altkundenbehandlung eingestellt.

Also, Einschaltung kann tatsächlich Erfolg bringen.

Bescwerde bei der Nürnberger und dem Ombudsmann läuft - ich bin gespannt.
Danke Euch für's dabeisein.

Soo - auf die Beschwerde über die Homepage bekommt man sogar handsignierte Post.

der Inhalt macht mich allerdings sprachlos.

Zur Erinerung, ich hatte folgende Infos erbeten:

  • Die Höhe der bis dato insgesamt angefallenen Vertriebskosten
  • Die Höhe der bis dato insgesamt angefallenen Verwaltungskosten
  • Die Höhe der bis dato insgesamt angefallenen Abschlusskosten
  • Die prozentuale Höhe der Verwaltungskosten
  • Die Berechnung der Verwaltungskosten - auf Guthaben oder neue Beiträge
  • Die Zusammensetzung und Berechnung der Vertriebskosten
  • Der Ertrag 2018, absolut, sowie prozentual
  • Der Gesamtertrag, absolut, sowie prozentual
  • Die Höhe der bisher gesamt eingezahlten Beiträge

Erhalten habe ich - nicht eine Zahl!

Die Nürnberger versteckt sich hinter dem Versicherungsvertragsgesetz aus 2008, und verweigert für meinen Altvertrag aus 2005 Auskunft zu "Abschluss- und einkalkulierten Kosten". Der Versicherer sei zu "detaillierten und nachvollziehbaren Auskunft über die genaue Zusammensetzung der Versicherungsleistung verpflichtet". Sie sieht sich daher zur "Verweigerung der Offenlegung von Rechtsgrundlagen und Kostenkorrekturen" berechtigt und sieht von "Einzelauskünften über Höhe, Art der Ermittlung oder Verteilung des Gewinns ab".

Ich glaube, da bleibt mir gar nichts anderes übrig, als den Vertrag schnellstmöglich beitragslos zu stellen - in eine Derartige Blackbox kan ich doch nicht guten Gewissens weiter Geld werfen?

Dem Ombudsmann werde ich diese Reaktion natürlich zusätzlich zuleiten

Erst mal abwarten, was der Ombudsmann entscheidet, bevor Du irgendwas beitragsfrei stellst oder sonst wie Tatsachen schaffst. Wenn's ein gezillmerter Tarif ist, hast Du ja eh schon die Vertriebskosten bezahlt - ob der Vertrag nun weiterläuft oder nicht.

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